Nr. 258 Erstes Blatt. Samstag den 3. November 1894 Der chiezexr Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- Montag». Die Gießener I,-mlkie«vtLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Bierteljähriger Avonuementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. . Durch die Poft bezog«, 2 Mark 50 Psg. Redaction, Expedition und Druckerei: ZchukstraßeAr.7. Fernsprecher 51. Amts- nut' Anzeigeblatt föt den "Kreis Gieszen. an„a«m< °°n zu d.r N°chmm°°- str d-, I cKratisbeikaqe: chießener Aamilienbtätter. folgenden Tag erscheinenden Nummer bl» Dorm. 10 Uhr. | « 0 Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 0. W. (Eigenbericht, Nachdruck verboten). Das Facit eines Lebens zu ziehen, wenn dasselbe eben erst entflohen, in dem Augenblick, da die Augen einer hervorragenden Persönlichkeit sich zum letzten Schlummer geschlossen, ist niemals leicht. Wenn es vielleicht auch thöricht wäre, zu behaupten, -aö deutsche Volk hätte für den Czaren Alexander III. große Sympathien gehegt, so hat es ihm doch die Achtung entgegen gebracht, die eine Nation dem nie versagt, der den Pflichten, die ihm geworden, im vollsten Maße gerecht zu werden sucht und so steht die Welt erschüttert an der Bahre des Herrschers, der, noch in der Blüthe der Jahre, im wahren Sinne des Wortes ein Opfer seines hohen Berufes geworden. Als Alexander III. am 13. März 1881 nach dem entsetzlichen Ereignisse, welches seinem Vater das Dasein gekostet, den Thron des heiligen Rußland bestieg, da werden wohl Biele gefürchtet haben, daß auch er einem ähnlichen Schicksale nicht entgehen dürfte und ganz falsch ist diese Annahme nicht gewesen, denn wenn ihm auch, wie nur wenigen Beherrschern des Czarenreiches, das Glück beschieden war, in seinem Bette zu sterben, so unterliegt es doch wohl keiner Frage, daß die vielen Attentate aus sein 'Leben und das seiner Angehörigen dazu beigetragen haben, seine Gesundheit zu erschüttern. Wie groß die Zahl dieser Attentate gewesen, hat die Welt ja nie erfahren, aber sicher ist, daß die, von welchen sie Kunde erhalten, nur vereinzelte Glieder in einer langen Kette waren. Haben diese Nervenaufregungen aber seine Körper- kräfte geschwächt, so sind sie doch nicht die einzige Ursache seines Todes gewesen, diese ist in der ganzen Lebensweise des Monarchen zu suchen. Alexander III. war ein Fanatiker und besaß den solchen Menschen eigenthümlichen Eigensinn und das Mißtrauen gegen andere, denen er nicht zutraute, daß sie ja eine Aufgabe je so erfüllen könnten wie er selbst und jede ihm gewordene Aufgabe betrachtete er als eine geheiligte Pflicht. So wollte er sich auch keine Erholung gönnen, als seine durch die Influenza geschwächte Gesundheit sie gebieterisch verlangte, er glaubte alles allein thun zu müssen, denn Gott hatte bies so gewollt, als er den ältesten Bruder sterben ließ und ihn auf den Thron berief. Auf diesen Fanatismus ist auch die gewaltsame Austreibung der Juden, die Bedrückung der Andersgläubigen zurückzuführen, wie ihn ferner sein ausgeprägt russisches Nationalgefühl veranlaßte, gegen alles Fremdländische und besonders gegen das Deutschthum in den Ostseeprovinzen scharf vorzugehen. So bedauerlich dies auch vom menschlichen und in diesem Falle auch vom kulturellen Standpunkte sei, so wird man letzteres dem verstorbenen Herrscher doch kaum zum Vorwurf machen dürfen," er folgte darin dem Zuge der Zeit und wollte, daß alle seine Unterthancn sich als Russen und nur als solche fühlen sollten. Czar Alexander III. f. Wenn eine spätere Nachwelt die Geschichte Kaisers Alexander III. schreiben wird, so dürfte sie mit klarerem, ungetrübterem Auge diesen so verschlosienen, eigenthümlichen Character beurtheilen, als dies uns gelingen mag, die wir die Mitlebenden gewesen, aber auch sie wird wenig von dem zu berichten wissen, was er für seine Zeit geleistet. Als Alexander II. durch ruchlose Mörderhaud fiel, htt man, wie es heißt, auf seinem Schreibtisch den Entwurf zu einer Constitution vorgefunden, die er seinem Volke zu geben gedachte. Ob dies der Wahrheit entspricht, weiß man nicht und es erscheint kaum glaublich, denn der einstige liberal gesinnte Czar-Befreier war später ein Despot geworden, der mit äußerster Strenge jede freiheitliche Regung unterdrückte, jedenfalls hat sein Nachfolger, wenn er ihn vorfand, diesen Entwurf nicht zur Ausführung gebracht und damit vielleicht nicht ganz unrecht gehandelt. Für ein parlamentarisches Regime ist Rußland noch kaum reif, aber wenn ein solches noch nicht am Platze schien, so wären doch gar manche liberale Einrichtungen möglich gewesen, die das Volk nach und nach zu größeren Freiheiten erziehen könnten. Auch solchen hat Alexander III. sich stets widersetzt und wenn er auch finanziell und wirtschaftlich manche Reformen eingeführt, so machte er doch die politischen seines Vorgängers zum Theil wieder rückgängig. Eine Anerkennung wird man indeß dem Manne nicht versagen können, der bei allem Glanz, der ihn nmgab, zu den Glücklichen dieser Erde wohl nie gehört hat, daß er stets seine Bemühungen daraus gerichtet, der Welt den Frieden zu erhalten. Allerdings waren die Verhältnisse im Innern nicht dazu angethan, ihn zu Unternehmungen nach Außen zu ermuthigen, aber ein erfolgreicher Krieg wäre ein außerordentlicher Gewinn für ihn gewesen und gar mancher an seiner Stelle hätte sich versucht fühlen können, sein Glück auf diese Karte zu fetzen. Europa dankt ihm dafür; es stimmt dies zu einem milderen Urtheil über den Herrscher, dessen man wohl manchmal in Deutschland mit einiger Erbitterung gedacht, der aber wohl durch die herben Erfahrungen, die das Leben ihm so vielfach gebracht, in andere Bahnen gedrängt worden ist, als er sonst vielleicht gegangen wäre. Welche wird sein junger Nachfolger beschreiten, Nicolai, der erste Sohn, der aus der am 28. October 1866 geschlossenen Ehe Alexanders III. mit der dänischen Prinzessin Dagmar entsprossen ist? Obgleich derselbe bereits im 27ten Jahre steht, weiß man doch über ihn so gut wie nichts. Ist es stets schwer, sich über den Character eines Thronerben ein Urtheil zu verschaffen, so muß dies in einer absoluten Monarchie als ein geradezu unlösbares Näthsel bezeichnet werden. Deshalb wird ebenso wenig Denen zu glauben sein, die von seiner edlen und wohlwollenden, als den anderen, welche von seiner heftigen und jähzornigen Natur berichten. In seiner Kindheit und frühen Jugend sehr leidend, erfreut er sich jetzt einer besseren Gesundheit. Der jetzige Herrscher hat als Thronfolger für einen Freund der Deutschen gegolten; hoffentlich bleibt er darin als Kaiser, was er als Kronprinz gewesen.*) *) Unseren verehrten Abonnenten theillen wir die Nachricht ooic dem Ableben des Kaisers von Rußland in einem gestern Abend kurt nach 7 Uhr ausgegebencn Extrablatt mit. Daß auswärtige Blätter die Nachricht früher erhalten haben sollten, liegt wohl an der Art und Weise, in welcher Nachrichten vom Petersburger Hofe verbreitet werden. So lief beispielsweise die Todesnachricht in Darmstadt früher ein, al# in Berlin, wo um o1/, Uhr weder im Auswärtigen Amte noch in der russischen Botschaft eine diesbezügliche Meldung vorlag; die erste '$)«-- pesche aus Berlin erhielten wir um 6 Uhr 25 Min., eine zweite erst gegen halb 9 Uhr, sonach war eine frühere Veröffentlichung nicht möglich. Die weiteren Nachrichten über den Tod des Czaren befinden sich im Depeschentheil vorliegender Nummer. Pi Z " •V w Ws Deutsche» Reich. Darmstadt, 1. November. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben, wie ein Extrablatt der „Darmst. Ztg." meldet, aus Liv ad ta die telegraphische Nachricht erhalten, daß Seine Majestät der Kaiser von Rußland heute Nachmittag 2 Uhr 15 Min. gestorben ist. — Fürst Hohenlohe-Langenburg, der neue Statthalter der Reichslande, ist das Haupt der evangelischen Standesfamilie der Hohenhohe ■ Langenburg in Württemberg und steht zur deutschen Kaiserin in verwandtschaftlichen Beziehungen. Geboren 1832, nahm er zuerst in Württemberg, dann in Oesterreich Kriegsdienste, später trat er in die badische Armee und machte in derselben als General den Krieg gegen Frankreich mit. Wiederholt wurde Fürst Hohenlohe-Langenburg von dem württembergischen Wahlkreis Crailsheim in den Reichstag gewählt, wo er sich der Reichs- Partei anschloß. Kenner der elsaß-lothringischen Verhältnisse bezeichnen die Wahl des Fürsten-Langenburg zum Statthalter von Elsaß-Lothringen als eine glückliche, namentlich deshalb, weil er gleich seinem Vetter, dem jetzigen Reichskanzler, ein Süddeutscher ist. Manifest des Kaisers Nicolai II. (Privat-Telegramm des „Gießener Anzeigers".) WB. Petersburg, 2. November. Der „Regierungsbote" publicirt ein Manifest dcs Kaisers Nikolai II., worin cs nach der Mitthcilung des Ablebens seines Vaters heißt: „Möge Uns das Bewußtsein trösten, daß Unser Leid das Leid Unseres ganzen geliebtes Volkes ist, möge das Volk nicht vergessen, daß die Kraft und Festigkeit des heiligen Rußlands in seiner Einigkeit mit uns und in der unbegrenzten Ergebenheit für Uns liegt. Wir aber erinnern uns zu dieser traurigen, aber feierlichen Stunde der Besteigung Unseres nrväterlich'eu Thrones des russischen Reiches und des unzertrennlich damit verbundenen Czarenthums Polen, des GroßfürstcnihumS Finnland, deS Vermächtnisses Unseres entschlafenen Vaters. Von ihm erfüllt, thnn Wir vor dem Angesicht des Allerhöchsten das heilige Gelübde, stets als einziges Ziel die friedliche Entwickelung, die Macht und den Ruhm des thcurcn Rußlands und die Beglückung aller Unserer treuen Untcrthanen zu habcu." Das Manifest schließt mit dem Befehl, den Treueid zu leisten ihm, dem Kaiser Nicolai, und seinem Thronfolger Großfürsten Georg Alcrandrowitsch, welcher auch so lange als solcher zu titulireu ist, bis Golt die mit der Prinzessin Alix von Hessen einzngehende Ehe des Kaisers mit einem Sohne segnen würde._________ Neueste Nachrichten. rüstffS )■ G.e.vi)Mu;t6 (d-oucivotaictiti-ioureeu- Berliu, 1. November. Die Nachricht vom Tode bei Czaren, die zuverlässig erst nach 7 Uhr bekannt wurde, erregte trotz des vorher bekannten gefährlichen Zustandes allgemeine Theilnahme. Hunderte von Menschen umstände« die russische Botschaft Unter den Linden und fragten fortwährend nach der Bestätigung der verbreiteten Gerüchte an. Kurz nach 7 Uhr fuhr Minister Marschall vor der Botschaft vor und stattete einen Condolenzbesuch ab. Stettin, 1. November. Der Kaiser traf zur Enthüllung des Kaiser- und Krieger-Denkmals Mittags 11 Uhr 50 Min. mit militärischem Gefolge ein. Er wurde am Bahnhose von dem Oberpräsidenten, dem commandirenden General und de« Polizeipräsidenten empfangen und fuhr unter brausende« Jubel der zahlreich herbeigeftrömten Bevölkerung sofort zum Denkmalsplatze. Die Stadt ist festlich geschmückt. Fast alle Bureaus und größeren Betriebe find geschloffen. Gmunden, 1. November. Der Herzog und die Herzogin von Cumberland sind heute Vormittag nach Wels gereist, wo sie mit dem Prinzen und der Prinzessin von Wales auf deren Durchreise nach Ltvadia zusammentreffen. Das herzogliche Paar gedenkt morgen nach Gmunden zurückzukehren. Paris, 1. November. Eine Note der „Ag. Havas" besagt: „Ernste Erwägungen veranlaßten vorläufig die Verhaftung eines Offiziers der französischen Armee, welcher verdächtig ist, dem Auslande einige Schriftstücke mitgetheilt zu haben, die zwar wenig wichtig, doch aber vertraulich sind. Die Untersuchung wird mit der bei Angelegenheiten solcher Art angebrachten Discretion geführt. DieILösung werde in ganz kurzer Zett erfolgen können." Paris, 1. November. Die Nachricht vom Tode des Czaren wurde durch schwarzumrandete Extrablätter ver- breitet und rief sichtlich tiefe Theilnahme und Bewegung hervor. Die Abendblätter widmen dem Verstorbenen warme Nachrufe, in welchen sie seine GHe, Gerechtigkeit, Loyalität und Kraft rühmen. Rom, 1. November. Anläßlich des Todes des Czaren zeigt sich überall tiefe Trauer, besonders in den diplomatischen und Regierungskreisen. Wegen des Festtages find die meisten Blätter nicht erschienen. Die „Rtforma", die „Tribuna" und der „Popolo Romano" rühmen die Tugenden des Verstorbenen und drücken Vertrauen zum Nachfolger aus. Petersburg, 1. November. Jn'Erwiderung eines Gratü- lationstelegramms der Truppen des Moskauer Militärbezirks anläßlich deS Jahrestages von Borki sandte der Kaiser dem Commandirenden derselben, General Kostanda, nachfolgende Depesche: „Danke herzlich Ihnen und den Truppen für die mir ausgedrückten Gefühle und Glückwünsche zu dem für uns so denkwürdigen Tage der wunderbaren Errettung aus drohender Gefahr. Alexander." Petersburg, 1. November. Um 7* 1 * * * * * */4 Uhr Abends gaben die Kanonen der Peter-Pauls-Festung der Hauptstadt die Kunde vom Tode des Czaren. Petersburg, 1. November. Der verewigte Kaiser rommunicirte noch heute Vormittag 10 Uhr bei svollem Bewußtsein. Hier wurde die Todesnachricht gegen 7 Uhr Abends in den Straßen angeschlagen. Obgleich die Nachricht nach dem letzten Bulletin nicht unerwartet kam, rief sie unter der Bevölkerung doch tiefe Bestürung und Trauer hervor. Auf den Straßen sah man das Volk bei der Trauerbotschaft sich andächtig bekreuzigen. Abends 10 Uhr fand im Reichsrathe in Gegenwart sämmtlicher in Petersburg anwesender Mit- glieder eine feierliche Seelenmesie statt. Odeffa, 1. November. Gestern Abend ist die Herzogin von Coburg, die Schwester des russischen Kaisers, auf der Reise nach Jalta hier durchgefahren. Depeschen des Bure«u „Herow". Berlin, 1. November. Der Rücktritt des Landwirth- schaftsministers von Heyden bestätigt sich. Als Nachfolger wird der Oberpräsident von Ostpreußen, Graf Udo von Stolberg bezeichnet, von Heyden soll das Oberpräsidium übernehmen. — Beim Finanzminifter Miquel finder am Samstag ein größeres Diner statt, wozu die Minister und Staatssecretäre geladen sind. — Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe hat bereits gestern seine Dienfträume des Reichskanzlerpalais bezogen. — Die gestrige Sitzung des Staatsministeriums dauerte von 2 bis 5 Uhr. An der Sitzung nahmen'Bötticher, v. Marschall und Nieberding Thetl. Es verlautet, es habe die auf Veranlassung Caprivis im Reichsjustizamt ausgearbeitete Novelle zum Strafgesetzbuch wiederum zur Berathung gestanden. Minister von Heyden soll einen abweichenden Standpunkt einnehmen und deshalb um seine Entlassung gebeten haben. — Die „Nationalzeitung" hört, in der gestrigen Staatsministeriumssitzuug unter dem Vorsitze des Fürsten Hohenlohe sei die im Bundesrath einzubringende Vorlage gegen die Umsturzbestreb- ungen endgültig festgestellt worden und zwar auf Grundlage der letzten Beschlüsse des Staatsministeriums vor der Krisis. Die vorgmommenen Veränderungen seien unerheblich und bedeuteten keine Verschärfung. Berlin, 1. November. Graf von Caprivi hat gestern Abend in aller Stille Berlin verlassen und mit dem Abendzuge seine Reise nach der Schweiz angetreten. Berlin, 1. November. Die Blätter nennen als Nachfolger des Unterstaatssecretärs von Köller in Straßburg den Oberpräsidialrath Ernst von Jagow. Die Gerüchte von dem Zurücktreten des Handelsministers von Berlepsch erhalten sich. Berlin, 1. November. Der Kaiser hat vor seiner Abreise nach Liebenberg zu Caprivi rach den „Berliner Neuesten Nachrichten" wörtlich gesagt: „Bitten Sie sich ein Zeichen meines Vertrauens aus." Das Blatt nennt dies einen Fehler, daß Caprivi von diesem Anerbieten keinen Gebrauch machte und in der „Nordd. Allg. Ztg." dafür eine Notiz veröffentlicht wurde, daß der Kaiser hinter dem Reichskanzler stehe. Berlin, 1. November. Zum Adjutanten des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe ist, wie verlautet, der Rittmeister Graf von Schönborn-Wtesentheid, Chef der ersten Schwadron des Garde-Kürassier-Regiments, ernannt worden. Berlin, 1. November. Der Minister von Köller ist gestern Abend nach Straßburg abgereift, von wo er in einigen Lagen nach Berlin zurückkehrt. Der frühere Ministerpräsident Graf zu Eulenburg räumt Ende der nächsten Woche die alte Amtswohnung, um eine in der Brückenallee belegens Privat- Wohnung zu beziehen. Köln, 1. November. Die „Köln. Ztg." meldet aus Petersburg, so muthig der Czar auch die Eröffnung Sacharjins über die Hoffnungslosigkeit seines Zustandes entgegengenommen, habe sie doch auf den Verlauf der Krankheit ungünstig etngewirkt. Alle anderen Aerzte, auch Leyden, waren gegen diese Eröffnung, worauf Leyden mit Sacharjin uneins wurde. Der Czar äußerte, wenn es mir ihm zu Ende gehe, solle eine schnelle, stille Hochzeit des Thronfolgers tattfinden. — Der dänische Prinz Waldemar reist nach Livadia ab. Der an einem Lungenleiden erkrankte Groß- ürst Michaelowttsch ist bereits nach Aegypten abgereist. Dresden, 1. November. Die „Dresdner Neuest. Nachr." theilen mit, der von der socialdemokratischen Partei in Dresden gegen die Waldschlößchen-Braueret verhängte Bierbohkott wegen Verweigerung der Gartenlocalitäten zur Maifeier sei beendigt, indem die Brauereiverwaltung den Forderungen der socialdemokratischen Partei nachgegeben habe. Karlsruhe, 1. November. Die „Bad. Corresp." meldet: Der Groß Herzog hat den Kammerherrn Freiherrn von und zu Bodman in Freiburg zum badischen Gesandten an den Höfen in München und Stuttgart ernannt. Durch die Errichtung einer beglaubigten Gesandtschaft bei den suddeutschen Königreichen wird einem Bedürfniß entsprochen, das sich im Laufe der Zeit bei der außerordentlichen Zunahme des Verkehrs zwischen Baden und den beiden Königreichen geltend gemacht hat. Budapest, 1. November. Das durch Wolkenbrüche hervorgerufene Hochwasser hat im Marmaroser Comitate derartigen Schaden angerichtet, daß viele tausend Arbeiter brodlos sind, weil die Arbeitsplätze überschwemmt sind. Man befürchtet eine Hungersnoth. Brussel, 1. November. „Peuple" veröffentlicht an leitender Stelle einen Bericht, in welchem die Ansprüche der Arbeiterpartei an das neu zu gründende Arbeitsminifterium entwickelt werden. Danach soll .das Arbeitsminifterium das Centrum einer weitverzweigten Organisation sein und in allen Ortschaften Agenten haben, um die Beschwerden der Arbeiter entgegenzunehmen; ferner soll es den Generalstab der In- spection der Arbeiter bilden und die Vorlagen für das Parlament ausarbeiten. Loudon, 1. November. Nach einer Meldung aus Sydney ist der Dampfer „Wairarapa" auf der Fahrt von Sydney nach Auckland bei Neuseeland gescheitert, wobei 100 Personen ertrunken sind. totales un- j-rsvinrielle» Gießen, den 2. November 1894. ** Oberhesfische Bahnen. Im Allerhöchsten Auftrage Seiner Königlichen Hoheit des Groß Herzogs hat das Ministerium der Finanzen nachfolgenden Gesetzes-Entwurf, die Anrechnung pensions fähiger Dienstzeit für die von der früheren Oberhessischen Eisenbahngesellschaft übernommenen Beamten und Bediensteten betreffend, nebst Begründung den Ständen des Großherzogthums — und zwar zunächst der Zweiten Kammer — zur verfassungsmäßigen Berathung und Beschlußfassung mitgetheilt: Die Vorschrift in Artikel 5 des Gesetzes vom 4. Mat 1881 findet auch auf diejenigen Beamten und Bediensteten der Oberhessischen Bahnen Anwendung, welche nicht auf Grund einer Uebertrittserklärung in Gemäßheit der im Eingang erwähnten Gesetze in den Staatsdienst übernommen, in letzterem vielmehr vor der durch das Gesetz vom 6. Januar 1892 zum letztenmal eröffneten Uebertrittsmög- ltchkeit im Weg der Beförderung auf eine höhere Stelle bei den Oberhessischen Bahnen angestellt worden find. Demgemäß kann diesen Beamten und Bediensteten auch diejenige Zeit als pensionsfähige Staatsdienftzeit angerechnet werden, welche dieselben nach der vertragsmäßigen Anstellung im Dienste der Oberhessischen Bahnen im Vertragsverhältniß zugebracht haben. H. Neues Theater. Was sollen wir viel über „C h a r l e yss Tante" sagen? Das ganze Stück ein furchtbarer Blöd- xü’Äh ÄchenÄnr'beLhtieM-.^ xx[r;.# r w- -4 ih° lan8t und »itä®;|nMt^ÄT'e88 fX'e flj | """ zuerst große Überraschung tu seinen Zügen und dann drückten sie unendliche Liebe und Zärtlichkeit aus — beinahe hätte ich alles um mich vergessen, die Lage, in der ich mich befand, den Richter und die vielen Menschen und wäre zu ihm hingeeilt - da sah ich aber, daß sein Blick sich verdüsterte und traurig wurde,- er sah mich an, so ausdrucksvoll, daß ich ihn verstehen mußte: er wünschte, daß ich fortgtnge. tzch zitterte vor Aufregung und war entschlossen, ihm nicht zu gehorchen. Er wollte, ich sollte nichts sagen, was meinem Rufe schaden könne; besonders jenes letzte Zusammentreffen auf der Brücke zu später Nachtzeit, unschuldig, wie es an und für sich war, mochte es doch Andern nicht so erscheinen, überdies konnte er meinen Ruf in der Welt nicht wieder Herstellen, da er gebunden war. In demselben Augenblick wurde mir ein Zettel in die Hand gedrückt und ich sah, daß derselbe von ihm kam. Er schrieb : Diesen Augenblick mußte ich wahrnehmen, ich drängte mich durch, bis ich vor dem Gerichtshöfe stand und erklärte hier mit so lauter Stimme, als mir irgend möglich war: „Ich verlange verhört zu werden, da ich eine wichtige Aussage zu machen habe, die jenes Verbrechen betrifft. Ich war in jener Nacht mit Lord Almington zusammen, bis er nach Mitternacht sich nach dem Gasthofe begab." Grenzenloses Erstaunen malte sich auf den Gesichtern meiner Umgebung. Einzelne hatten ^zweideutige und spöttische Mienen und Andere lachten; und viele standen auf, um mich „Mein Liebling! Ihr großmüthigeö Herz treibt Sie, sich um meinetwillen zn opfern und das darf nicht sein. Bewahren Sie Stillschweigen über das, was in jener Nacht geschehen ist,- mgn hat nicht genug Beweise, um mich zu verurtheilen und wenn man auch deren hätte, so möchte ich doch zehnmal lieber sterben, als Ihren Namen verunglimpft sehen. Das Leben hat keinen Reiz für mich; da ich Sie nicht mein nennen darf, so beschwöre ich Sie noch einmal, ver- laffen Sie sofort dies Gebäude und unternehmen Sie nichts, um mich zu retten." Dieser Befehl konnte meinen Entschluß nicht ändern; er wußte ja nicht, daß ich sein Weib war und als solches war ich nicht verpflichtet, alles zu thun, was in meiner Macht stand, ihn zu retten? Als der Wirth des „rothen Dragoners" verhört worden war, entstand eine längere Pause und der Richter schien sich über die Sache mit einem Herrn, der neben ihm stand, zu besprechen. Wir hörten, daß die Verhandlung schon im Gange sei und nun war ich erst zufrieden gestellt, als wir vor dem Gebäude hielten, in dem das Gericht stattfinden sollte. Lady j Weedon wollte mich veranlassen, vorher eine Botschaft an ’ eine einflußreiche Persönlichkeit zu senden, derselben unsere Sache mitzutheilen und anfragen zu lassen, was wir thun sollten. Es war mir aber unmöglich, noch länger zu zögern; in meiner Furcht stellte ich mir vor, das Urtheil könne vollstreckt werden, ehe ich etwas gethan hatte, ihn zu retten. Deßhalb drängte ich mich, von Todesangst getrieben, athem- loS durch die Menge. Feuilleton. Eine Hrirslh im vorigen Jahrhundert. Aus dem Tagebuche einer alten Dame. Von L. Heinau. (7. Fortsetzung.) Ich meinte vor Scham in die Erde sinken zu müssen, als ich das alles sah und hörte; dann aber nahm ich meine Kräfte zusammen, ich sah, wie mein Gemahl sein Haupt to die Hände sinken ließ und hörte ihn leise stöhnen. Der Richter wandte sich zu mir und sagte in sehr scharfem I Tone: „Wer wagte eS, ohne Aufforderung und Erlaubntß den Lauf der Verhandlung zu unterbrechen und was hat jenes | Verbrechen mit einem Lord Almington zu thun?" Ich verschwieg meinen, Namen und erwiderte schnell- „Der Name des Gefangenen auf der Anklagebank ist Lord | Almington!" | Wohl sah ich, daß man in ungläubiger Berwunderunc I den Kopf schüttelte und daß Niemand mir glaubte. Der Richter aber sprach: „Zunächst muß die Zeugin ihren Namen nennen, ihre Glaubwürdigkeit nachweisen und wenn der Gefangene wirklich den Rang besitzt, von dem die Zeugin spricht muß das Urtheil von einem höheren Gerichtshöfe gesprochen i werden." sich inzwischen von seinem Erstaunen I ^holt und machte dem Rechtsanwalt ein Zeichen, als ob er sagen wollte: „Es ist so, wie ich Ihnen sagte!" Er hatte errathen, daß der Lord mein Gemahl war und mochte es schon früher vermuthet haben, als ich jene thörichte ^?"e m meinem Aerger sagte, nun war er überzeugt, daß nichts anderes mich so kühn gemacht haben würde. I ™,e!’or ich Seit hatte, meine Gedanken zu sammeln und oem Richter zu antworten, bat der Rechtsanwalt um Gebör und sagte: y //Die Dame darf nicht in dieser Sache als Zeugin auftreten, da sie die Gemahlin des Angeklagten ist!" Nichts hätte mir ein so große« Entsetzen bereiten können, als diese Worte, da mein Geheimniß so aller Welt preis- gegeben wurde und mein Gemahl es nun so öffentlich erfuhr. Wohl hätte ich bedenken können, daß ich meinen Namen würde ' nennen müssen, wenn ich ja einen Eid ablegen mußte; ich hatte aber nicht daran gedacht und so mußte ich unter den Folgen der Täuschung und Verstellung auch hier leiden. Ich war die einzige Zeugin, welche die Unschuld des LordS beweisen konnte, und mein Mund war geschlossen! Durch eine unglückliche Idee ihn zu täuschen, war ich schuld an seinem Unglück. Alle Augen hatten sich auf mich gerichtet und diejenigen meines Gatten mit den anderen. Sein Blick war erstaunt und auch ungläubig, denn er bemerkte, daß Mr. Merruon der Urheber dieser Aussage war und alles herbeizog, um seine Anklage aufrecht zu erhalten. (Schluß folgt.) Da sah ich die zwölf Männer, die das Leben des » theuren Gefangenen in ihren Händen hatten, und endlich den ? Richter selbst. Und dann fühlte ich mein Herz fo heftig i schlagen, als ob es zerspringen wollte, denn dort auf der ? Anklagebank befand sich Derjenige, welcher all mein Denken $ einnahm, mein geliebter Gemahl! Es war ein Platz, auf l bem vor ihm gemeine Verbrecher gestanden und doch wie ! wenig ähnlich einem solchen erschien er, mit seinem edlen, ;; guten Blick und seiner stolzen, vornehmen Haltung; wie war ■! 16 möglich, daß man ihn eines Verbrechens beschuldigen l konnte? Ich vermochte es nicht zu faffen. Er hatte mich noch nicht erblickt und so konnte ich ihn i längere Zeit betrachten; da vergaß ich für einige Augenblicke 5 meine Todesangst und gab mich nur dem schmerzlichen Glück hin, ihn anzusehen. Dann aber kamen Angst und Schrecken wieder über mich; ich nahm an den Vorgängen um mich Theil und sah, daß der Wirth, in dessen Haus er sich während jener Nacht aufhielt, verhört wurde und daß derselbe, ohne eS zu wollen, sehr zu meines Gatten Verderben aussagte, ; Em er eine falsche Zeit angab, während welcher der Lord sich außerhalb des Hauses befand; durch andere Zeugen wurde diese falsche Aussage festgestellt. , . U"ter Denen, welche mich wiedererkannten; als ich mich in dem Gerichtssaale befand, war Mr. Merriton einer der i ®tften und ich bemerkte, daß er einen der Herren vom Ge- 1 > "^ch aufmerksam machte, worauf dann Beide nach 1 her blickten, wo ich mich befand. Auch mein Ge- s ”“E!“Lie6‘ 8U ”ir »«Echt hatte er durch den mag ’ ' -t»Hirnen 'WnhHnvi hev ni-r i . . ° sinn, aber lachen muß selbst der ärgste Hypochonder. Und weidlich gelacht wurde gestern Abend. Die Darstellung in ihrer Gesammtheit litt etwas an eitlem Stich ins Possenhafte, doch dürfen wir daS bei einem derartigen Stück nicht so genau nehmen, denn der ganze heillose Unsinn, der einem da vorgeführt wird, verführt den Darsteller gar zu leicht zu Uebertreibungen. Herr Reiner- entfesselte schon durch sei» bloßes Erscheinen als ^Pseudotante" wahre Lachstürme, dazu die unwiderstehliche Komik seines Spiels — und man kann sich einen Begriff von der Wirkung, die er erzielte, machen. Herr Otto spielte sicher und mit wohlthuender Natürlichkeit. Bon Herrn Hacker können wir das diesmal nicht mit vollem Umfang behaupten. Er schien unS an einigen Stellen feine Rolle nicht ganz zu beherrschen, war aber im allgemeinen befriedigend. Herr Geisel harte im Gegensatz hierzu seine Rolle manchmal zu gut auswendig gelernt und überstürzte sich. Er konnte unS in seiner letzten Scene nicht überzeugen, daß er sich wirklich für betrogen hielt. Herrn Heynes Colonell Chesney war eine vortreffliche Leistung, ruhig und vornehm. Von den Damen waren Frau Reiners und Fräulein Müller allerliebst. Fräulein Ger lach entsprach nicht ganz den Erwartungen, die ihr erstes Auftreten erweckt hatte. Fräulein Ronneberg war alS Tochter AlbionS zu schwärmerisch, sonst aber recht sympathisch. Fräulein Küsel und Herr König konnten in ihren Dtenerrollen passiren. ** Zunkermaau Abeud. Mit gewohnter Meisterschaft erfreute am gestrigen Abend im Clubsaale der König'!. Hofschauspieler Herr Aug. Junkermann die äußerst zahlreich erschienenen Zuhörer mit dem Vortrag aus Fritz Reuters D chtnngen in plattdeutscher Mundart. Es war ein wahrer Genuß, waS der Vortragende zum Besten gab und kein anderer wohl als Junkermann versteht es, so recht sich in die Tiefen des Reuter'schen Humors zu versenken. Reicher Beifall lohnte jedes Capitel des VortragS. •* Wiener Concerte. Die acht Wiener Natur- Sängerinnen unter Gorhvo Grün ekes bewährter Leitung, welche gegenwärtig mit außerordentlichem Erfolg in Frankfurt a. M. gastiren, geben am Sonntag den 4. November im Gießener Festsaale (Cass Leib) zwei Concerte um 4 Uhr Nachmittags und 8 Uhr Abends. Die feschen „Donauweibchen", welche die anheimelnden Wiener Volksweisen mit Chic unj Humor in so unvergleichlicher Weise zur Geltung zu bringen verstehen, werden auch hier Freunden eines gemüthlichen Liedes einige genußreiche Stunden bieten und wird der Besuch der Concerte zweifellos ein sehr reger sein. ** Pessimismus, Nihilismus, Anarchismus, das war das Thema, über welches gestern Abend auf Veranlassung des Kaufmännischen Vereins Herr Dr. Pohlmeyer im Saale des Cafe Ebel vor einem größeren Zuhörerkreis sprach. Redner characterifirte in geistvollen Ausführungen die drei Jrrthümer unserer Zeit- die Nationen krankten seit der Zeit, seit welcher die Philosophie Schopenhauers durch die Dichter Allgemeinheit der Bevölkerung geworden, an Pessimismus, der dann seine furchtbaren Blüthen Nihilismus und Anarchismus getrieben. Man befinde sich im Jrrthum, wenn man annehme, daß der Weltschmerz so alt sei wie die Menschheit selbst, die alten Egypter z. B. erfreuten sich etwa 3000 v. Chr. eines heiteren Lebensgenusses, der erst aufhörte, als dieVölkervon verschiedenen Seiten zu knechten versucht wurden. Herr vr. P o h l- meyer schildert die Verhältnisse der Juden, Inder, Perser, Japaner und Chinesen, der Griechen und Römer, aus denen sich eine düstere Lebensauffassung entwickelt habe. In der Neuzeit sei dieselbe aber Gemeingut aller europäischen Nationen geworden. In Deutschland tauchte der Pessimismus in der Litteratur zuerst bei Schiller auf, er wurzele in politischer und moralischer Fäulniß bei den Russen, wo aus derselben der Nihilismus hervorgegangen sei. Der Anarchismus, die Propaganda der That, sei aus dem Gefühle entstanden, daß alles Parlamentiren zu nichts führe, der bekannteste Vertreter des Anarchismus sei Most. ES sei Sache der Gebildeten, mit ihrer vollen Krast einzusetzen, um die bereits krankenden Thetle unserer Bevölkerung von den das Leben vergiftenden Ideen zu befreien. ** Verkauft wurde gestern das Haus des Herrn K. Wallenfels, Ecke der Marktstraße und Wettergasse, um die Summe von 27 000 Mk. an die Stadt Gießen. Letztere wird das Object jedenfalls zur Abrundung der Wettergasse nach der Marktstraße zu verwenden. Die Ueber- nahme erfolgt am 1. Juli k. I. Ein großer Meufcheuauflauf entstand gestern Abend gegen 8 Uhr durch einen betrunkenen Menschen, welcher vom Marktplatz zur Polizeiwache escortirt wurde. *♦ Patent. Ertheiluug. Dem Forstassessor Wilhelm Schaaf aus Ortenberg wurde das Patent als Geometer 1. Klasse für den Kreis Gießen verliehen. -s- Büdingen, 1. November. Gestern Nachmittag wurde im hiesigen Mathilden-Hospital von den Gerichtsärzten die Leiche eines neugeborenen Kindes secirt und heute die Großmutter des Kindes (die Ehefrau des Bahnwärters F.) gefänglich eingezogen, woraus man schließt, daß ein Verbrechen an dem Kinde begangen worden ist. Dermales. * Das 2f/2 Jahre alte Söhnchen des Ackerers August Meyer in Hirzbach (Elsaß), welches seit zehn Tagen vermißt worden war, ist tobt im Walde aufgefuudeu worden. ' Das Kind hatte sich dort verirrt und ist verhungert. wittevUNgSartsfichte« am 2. November Morgens 8 Uhr (Wetterhäuschen tn der Südanlage). Barometerstand Thermometer: min. — Vi0 R., max. 4- 2° R. Hygrometer: Trocken und schön- kirchliche Anzeigers -er Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst Sonntag den 4. November. 24. Sonntag nach Trinitatis. NeformationSsest. An der Etadtkirche. Vormittags 91/» Uhr: Pfarrverwalter vr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst- Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 2*/» Ubr: Kinderkirche. Pfarrverwalter vr. Grein. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und MarkuS- gemeinde. Anmeldungen hierzu werden vorher bei den zuständigen Geistlichen erbeten. Nach den Gottesdiensten: Collecte für die Gustav»Adolf- Stistung. Donnerstag den 8. November, Abends 8 Uhr, im Turnsaal der neuen Stadtknabenschule Bibelstunde. (Das Gletchniß vom verlorenen Schaf und verlorenen Groschen, Luc. 15, 1—10.) Pfarrverwalter vr. Grein- An der Johanneskirche. Vormtttags 91/» Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde: Pfarrer Dr. Nau mann Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey Beichte und heil. Abendmahl im Abendgottesdienst für die Lukas- und Johannesgemetnde. Nach den Gottesdiensten: Collecte für die Gustav - Adolf- Stiftung. Montag den 5. November, Abends 8 Uhr: Bibelstunde im Confirmandenfaal der Johanne?kirche. (Marcus Cap. 13, von V- 24 an: Da? heilsame Wachen in Erwartung des kommenden Herrn.) Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde Sonnt,ag den 4. November. 25. S- n. Pf- Samstag: Nachmittags um 4 lichst militärfrei, ft a b t * , kundig und mit guter Lodeninnnen Handschrift, wird zum bal- LUUÜIIJUppGll higen Eintritt bei gutem Salair in allen Kanons em-1 gesucht. Offerten unter J. Z. an die pfehlen 8582 Exped. d. Bl. §899 Der Vorstand. 8861 Danksagung. Meine Frau litt 14 Jahre an schwerem Blasencatarrh und habe ich fast sämmt- liche hiesigen Aerzte confultlrt, ohne jedweden Erfolg zu erzielen, dieselben erklärte die Kranhkeit als unheilbar. Da, Conrad Dietz Bankgeschäft Giessen Schulstrasse 10. 9011] Ein hiesiger Schneidermeister mit schöner Kundschaft sucht Stelle al« Zuschneider. Die Kundschaft kann dem Geschäft zvgeiührt werden. Offerte« Hauptpost Dl. K. 1890. Danksagung. 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Ich kann daher nicht umhin, Herrn Dr. Volbeding meinen herzlichsten Dank auszusprechen- 6586 Witten a. d. Ruhr, 6. Juli 1894. C. Richter, _________Oberkrone 49. Porös- wasserdichte