Nr. 28 Erstes Blatt. Samstag den 3. Februar 1894 Zlnits- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen chratisßeikage: chießener Kamitienökätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« Borin. 10 Uhr. Redaktion, Expedition und Drmkcrei: SLulstratze Ar.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger ASoanemenlsprcis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Aamikieuölälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigrlegt. Der Hleßener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de« Montags. Alle Annonccn-Bureaux deS In. und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Gießener Anzeig er Kenerat-Anzeiger. Deutsches Reich. Darmstadt, 1. Februar. Seine Königliche Hoheit der Großherzog werden sich morgen Vormittag auf einige Tage nach Gotha begeben. In Begleitung befindet fich der Premierlieutenant v. Frankenberg. Berlia, 1. Februar. Das preußische Abgeordnetenhaus steckt seit Dienstag in der Spezialberathuug des Etats, welches umfassende parlamentarische Geschäft das HauS die nächsten Wochen über vorwiegend beschäftigen wird. Besonders bemerkenSwerthe Zwischenfälle sind bis jetzt aus dieser Spezialdebatte nicht zu berichten. — Herzog Alfred von Coburg-Gotha und seine Gemahlin haben am Mittwoch ihren feierlichen Einzug in die Stadt Gotha, die zweite Haupt- und Residenzstadt des Herzog- thumS, gehalten, von der freudig erregten Bevölkerung wärmstens empfangen. In seiner Erwiderung auf die Begrüßungsansprache des Bürgermeisters sprach der Herzog das Gelöbniß aus, den gesetzlichen Sinn, die Gottesfurcht und die Vaterlandsliebe befestigen, die Wohlfahrt der Bürger pflegen und sich allezeit als echter deutscher Fürst erweisen zu wollen. Der Einzugstag wurde durch eine prachtvolle Illumination der Stadt beschlossen. — Die Allerhöchste Genehmigung des vom bisherigen deutschen Botschafter am Wiener Hofe, Prinzen Reuß, ein- gereichteu Entlassungsgesuches soll jetzt erfolgt sein, zugleich mit der Ernennung deS preußischen Gesandten in München, Grafen Eulenburg, zum Nachfolger deS Prinzen Reuß. Deutscher Reichstag. 40. Sitzung. Donnerstag deu I. Februar 1894. Auf der Tagesordnung steht zunächst dritte Berathung der Novelle zum.Unterstützungswohnsttz-Gesetz. Abg. Rombold ((Str.) lehnt mit seinen süddeutschen Freunden die Vorlage ab, weil sie das Princip deS Unterstützungswohnfltzes überhaupt nicht billigen, sondern an dem der GeburtSheimath festhallen. Abg. Wi n terer (Els.) spricht sich gegen eine Ausdehnung des UnterstützungSwohnsitzgesetzes auf Elfatz-Lothringen aus. Die dortigen Gemeinden könnten die Lasten des Gesetzes nicht tragen, da in Elsaß- Lolhringen 100000 eingewanderte Deutsche, im übrigen Deutschland aber nur 12 000 Elsaß-Lothringer lebten. Staatssecretär v. Bötticher: Die in der vorgeschlagenen Resolution gewünschte Ausdehnung des Gesetzes auf Elsaß-Lothringen werde erwogen werden. Jedenfalls sei der Wunsch nach einer einheitlichen Regelung für das ganze Reich nicht so ganz unberechtigt. Abg. Gamp (Rp.) erklärt, baß seine Freunde zwar nach wie vor daS 16. Lebensjahr als die richtigste Grenze für Erlangung des Unterstützungswohnsitzes anseben, auf Abänderungsanträge aber verzichten, nachdem einmal auf das 18. Lebensjahr ein Compromiß ge- schlossm sei. Abg. Brüh ne (Soc.) giebt zu, daß in Elsaß - Lothringen in Bezug auf Armenpflege viel geschehe; aber eine Ausdehnung des Gesetzes auf Elsaß-Lothringen wie auch auf Bayern sei dennoch zu wünschen. Abg. v. Gültlingen (Rp.) verwahrt sich gegen eine schiefe Auslegung, welche eine Aeußerung von ihm („daß durch die Novelle dem ländlichen Arbeitgeber noch mehr Arbeitskräfte entzogen würden") bei den Socialdemokraten gefunden. Wir haben, erklärt Redner, gar keine Veranlassung, auf den Arbeiter zu drücken, denn uns ländliche Arbeitgeber drückt meist derselbe Schuh, wie die ländlichen Arbeiter. Abg. Bueb (Soc.) befürwortet Einführung des Unterstüyungs- wohnsttzgesetzes in den Reichslanden. Abg. Schrader (frs. Ver.) stellt fest, daß die Resolution keineswegs ihre Spitze gegen Elsaß-Lothringen kehre, sondern nur einheitliches Recht schaffen wolle. In der Specialdebatte beantragt Abg. Spahn ((Str.) nur die Versäumniß der Unterhaltungspflicht gegenüber „Ellern, Kindern und Ehegatten" (anstatt gegenüber „denjenigen, zu deren Ernährung er verpflichtet ist") unter Strafe zu stellen. Abg. Molkenbuhr (Soc.) beantragt, bei Versäumnissen der Unterhaltungspflicht nur Haft und Geldstrafe eintreten zu lassen, nicht aber Arbeitshaus bezw. unter Umständen Ueberweisung an die Landespolizeibehörde. Staatssecretär o. Bötticher kann sich für beide Anträge nicht erwärmen. Die einhettliche Festsetzung der Alimentationspflicht für daS Reich sei Sache des bürgerlichen Gesetzbuchs. Hier handle es sich nur um Ergänzung des Strafgesetzbuchs, nämlich die Aufnahme einer Strafbestimmung gegen die, welche zur Unterhaltung ihrer Angehörigen im Stande sind, sich dieser Pflicht aber frivoler Weise entziehen. Den Antrag Molkenbuhr anlangend, so liege kein Grund vor, gegen denjenigen milde zu verfahren, der fich vorsätzlich einer Unterhaltungspflicht entziehe, der er nachzukommen in der Lage sei. v. Salifch (cons.) und Schröder (fts.) Ver.) sprachen gegen beide Anträge. Abg. Berkh (fts. Hosp.) wandte sich gegen die Aufnahme einer Strafbestimmung gegen Verletzung moralischer und civtlrechtlicher Pflichten. Nachdem noch Abgg. Auer (Soc.) und Caffelmann (fts. Dp.) für den Antrag Molkenbuhr gesprochen, wird derselbe angenommen. Bei der Abstimmung über den Centrumsantrag wird Auszählung erforderlich, bei welcher sich Beschlußunfähigkett ergiebt (es sind nur 154 Mitglieder anwesend.) Montag: Etat des Reichskanzlers und des Reichsamts des Innern. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz- Bureau. Berlin, 1. Februar. In dem Dankschreiben an die Stadtverordneten von Berlin für die festlichen Veranstaltungen an seinem Geburtstage dankt der Kaiser auch für den dem Fürsten Bismarck bereiteten jubelnden Empfang, der ein beredtes Zeugniß von der die Berliner Einwohnerschaft beseelenden treuen Gesinnungen ablege. Budapest, 1. Februar. Der „Budapester Correspondenz" zufolge gelangt der Civilehegesetz-Entwurf jedenfalls in der ersten Hälfte deS Februar zur Berathung im Abgeordnetenhause. Brüffel, 1. Februar. In der Kammer theilte der Minister des Auswärtigen offiziell die Verlobung der Tochter des Grafen von Flandern mit dem Prinzen Carl von Hohenzollern mit. Petersburg, 1. Februar. Ueber den Gesundheitszustand des Kaisers sagt ein Bulletin: Temperatur 369/10, Puls gut. Die Bronchitis ist im Schwinden begriffen. Die Stimmung des Kaisers ist gut. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 1. Februar. Wir erfahren von gut unterrichteter Seite, daß der Kaiser spätestens am 20. Februar in Fried- richsruh zum Besuche des Fürsten Bismarck eintreffen wird. Die ganze fürstliche Familie wird in FriedrichSruh weilen und den Kaiser am Bahnhofe empfangen. Aus Rückficht auf die beschränkten Räumlichkeiten des Friedrichsruher Schlosses beabsichtigt der Kaiser mit kleinem Gefolge einzutreffen. Berlin, 1. Februar. Die Commission für das Reichsstempelabgabengesetz setzte die Discusfion über die Steuersätze für Kauf- und Anschaffungsgeschäfte fort und nahm die Regierungsvorlage (Kauf- und Anschaffungsgeschäfte über ausländische Banknoten [2/10 vom 1000]) mit 17 gegen 5 Stimmen an, ebenso wurde eine Steuer von 2/10 pro Mille für inländische Actien, Renten und Schuldverschreibungen mit 15 gegen 7 Stimmen angenommen. — Am 5. Februar findet bei Caprivi ein parlamentarisches Diner statt, bei dem voraussichtlich auch der Kaiser erscheinen wird. — Die Budget-Commission des Reichstags setzte die Berathung des Colonialetats fort. Der Etat für das ostaftikanische Schutzgebiet verlangt einen Reichszuschuß von 3,500,000 Mk., eine Million mehr als im Vorjahre. AngenEnen wurde ferner eine Resolution, betreffend die Erweiterung des Strafgesetzes, welche auch den von Reichsangehörigen im Auslande betriebenen Sclavenhandel bestraft, und eine Resolution über die Zulassung des Ordens der Väter vom Heiligen Geist. — Der Bundesrath stimmte den Ausschußberichten über den Entwurf der Gemeindeordnung für Elsaß-Lothringen zu. — Die „Post" bezeichnet die von anderer Seite gebrachte Meldung, daß eine Veröffentlichung des deutsch-russischen Zolltarifs in den nächsten Tagen bevorstehe, als nicht zutreffend. Es werde noch über Einzelheiten verhandelt und es sei möglich, daß man erst nach Wochen zum Ziele komme. — Ahlwardt wird am 3. März aus seiner fünfmonatlichen Haft entlassen werden. Die Antisemiten Berlins wollen eine Ovation darbringen und Ahlwardt vom Gefängniß abholen. Abends wird Ahlwardt in einer Versammlung sprechen. Sprollau, 1. Februar. Die Thphusepidemie breitet sich immer mehr aus. Die Zahl der Erkrankungen beträgt bereits 60, die der Todesfälle 6. Prag, 1. Februar. Der KarlSplatz wurde heute durch starke Polizeidetachements abgesperrt, um weitere Demonstrationen des Pöbels zu verhüten. Ebenso sind die Eingänge zum Gerichtsgebäude, in welchem der Omladina- prozeß verhandelt wird, von Polizisten besetzt. Der in Haft genommene Zeuge gestand in der Nachmittagsverhandlung ein, daß er am Vormittage auf Anrathen des Vertrauensmannes Großmann falsche Angaben gemacht habe. Die Angeklagten Raschau und Sokol kenne er sehr genau. Das Geständniß rief unter dem Publikum und bei dem Gerichtshöfe lebhafte Bewegung hervor. Rom, 1. Februar. Die Verhaftung des Hauptes der italienischen Anarchisten, Merlino, ruft allgemeine Befriedigung hervor. In der Wohnung des Verhafteten fand die Polizei eine vom Londoner anarchistischen Comitö herrührende Summe von 22000 Frcs. in Gold vor. Brussel, 1. Februar. Nach einer hiesigen Blättermelduug soll die mit der Prüfung der Festungswerke von Lüttich und Namur beauftragte Commission beschlossen haben, in beiden Festungen Jnfanterieabtheilungen kriegsmäßig auf Posten marschieren zu lassen, da eine Schwadron Cavallerie aus Malmedy oder Gevet genügen würde, um die Panzer- thürme durch einen Handstreich zu nehmen. Der betreffende Artikel lautet weiter, daß Deutschland in derselben Weise bei Metz gegen Frankreich seine Sicherheitsmaßregeln treffe. Paris, 1. Februar. Vaillant soll am Sonnabend hingerichiet werden. Präsident Carnot hat die Abgeordneten, welche ihn zur Begnadigung VaillantS bewegen wollten, überhaupt nicht empfangen. Der Ministerpräsident Perier hat erklärt, daß eine Umwandlung der Todesstrafe zu lebenslänglicher Zwangsarbeit in politischer Hinsicht besser wäre, da die Bombe keinen Menschen getödtet habe. Der Anarchist Faure wird die Tochter VaillantS mit sich nach Marseille nehmen. Vaillant selbst hat erklärt, daß er die Todesstrafe dem Zuchthause vorziehe. Paris, 1. Februar. In der heutigen Fortsetzung der Discussion über die Interpellation Lockroy, betreffend die Marine, versuchten die Socialisten und vereinigten Radt- calen einen ernsten Ansturm gegen die Regierung. Man hegt jedoch die Hoffnung, daß das Cabinet als Sieger hervorgehen werde. Paris, 1. Februar. Der P anamaskandal feiert seine Auferstehung von den Tobten. Der „Jntranfigeant" weiß zu berichten, daß in einer von Banquier Herz herauszugebenden Broschüre die gesammte Correspondenz zwischen Herz und französischen Politikern zum Abdruck kommen wird und daß die Namen von 45 Checkempfängeru darin veröffentlicht werden sollen. Die ReinigungSarbeit in dem Panama-Augiasstall wird daher wieder ein gutes Stück vorwärts rücken. Wie der „Gaulois" erzählt, hätten s. Z. Reinach und Herz selbst dem antisemitischen Klatschblatt „Libre Parole" Material für den Panamaskandal geliefert, um von Lessep 7 Millionen zu erpreffen. Brüffel, 1. Februar. Auf dem im vorigen Jahre hier stattgehabten Bergarbeitercongreß wurde beschlossen, den nächsten Congreß in Berlin abzuhalten, wenn die Polizei ihre Erlaubniß dazu geben werdet Nun ist Seitens der deutschen Commission an das englische Parlamentsmitglied Pickard, Vorsitzender des Executivcomitös, die Mittheilung ergangen, daß der Einberufung des CongresseS nach Berlin nichts im Wege stehe. Der Congreß soll in der Pfingstwoche tagen. Loudon, 1. Februar. Gladstone dementirt das Gerücht, daß er demtsfloniren wolle. Wenn auch Gesicht und Gehör zeitweise vom Alter nachtheilig beeiuflußt würden, werde er treu auf seinem Posten aushalten. Bukarest, 1. Februar. Die Gerüchte über Schwierigkeiten, welche beim Abschluß des österreichisch-russischen Handelsvertrages angeblich entstanden sein sollen, sind unbegründet. Der Vertrag gelangt in den nächsten Tagen zur Annahme. Sitzung der Stadtverordneten am 1. Februar 1894. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Georgi, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Brück, Faber, Flett, Habenicht, Helfrich, Heß, Heyligenstaedt, Hornberger, Jughardt, Keller, Löber, Orbig, Petri, Dr. Ploch, Schwall, Schiele, Dr. Thaer, Bogt und Wallenfels. Der Verwaltungsberichk nebst Rechnung der Stadt Gießen für 1892/93 wurde in heutiger Sitzung den Mitgliedern im Druck vorgelegt. Herr Oberbürgermeister Gnauth reserirte über diejenigen Positionen von Einnahme und Ausgabe, die in der Rechnung gegen den Voranschlag um mehr als 1000 Mk. abgewichen. Am Schluffe seines Referats gab der Herr Oberbürgermeister der Ueber- zeugung Ausdruck, daß, wenn die Steuercapitalien im Verhältnisse der letzten vier Jahre zunähmen, bei scharfer Veranlagung aller Einkommen im Rechnungsjahre 1894/95 eine Erhöhung des Steuercosfficienten nicht nöthig sein werde. Sollte wider Erwarten eine Steigerung der Steuercapitalien nicht eintreten, so genüge eine Erhöhung des SteuercoMcienten von 28,2 auf 28,8. Die Rechnung wird zur Prüfung an die Finanzcommission unter Vorsitz des Herrn Hornberger verwiesen. Wir theilen nachstehend die Ergebnisse der Betriebsund BermögenSrechnung in ihren einzelnen Positionen mit: A. Betriebs-Recht,««-. Httrnrahme «usgave JL 121200.06 Rest aus vorderen Jahren 55— 4505.26 Gebäude, veimtethet 1029.97 28312.36 Grundstücke 9444.— 99712.09 Waldungen 30535.13 36011.16 Gaswerk — 32557.82 Wasserwerk — 26013.38 Schlachthaus 11280.37 3340.- Jagden — 2793.75 Märkte 567.97 24.03 Atchanstalt — 1107.25 Waaganstalten 533.92 35584.43 Kirchen 37028.53 2476.46 Friedhöfe 4901.37 94629 Volksschule und Fortbildungsschule 79122.76 23495.94 Höhere und erweiterte Mädchenschule 57438 63 170.— Realgymnasium und Realschule 31166.88 50.- Handwerkerschule und Localgewerbeverein 2584.10 — Vorschule des Gymnasiums 517.33 60.- Aliceschule 997.90 — Oeffentltche Feierlichkeiten 790 40 — Denkmäler 553.— — Gemeinnützige Zwecke außerhalb der 1768.60 städtischen Verwaltung — Kosten des 1892er Anlehms 942.— 660 90 Straßenunterhaltung 15777.83 Straßenreintgung und Kehrichtabfuhr 35116.07 — Straßenbeleuchtung 24814.71 215.63 Oeffentltche Anlagen 7753.01 Brunnen 6751.02 140.40 Bäche 1465 27 — Canäle 6853.42 — Entwäsierungsanstalten 60369 2590.24 Ftlialarbeitshaus 2590.24 449.55 Tonnenanstalt 7.60 70.- Feuerlöschanstalten 2491.53 — Faselvieh 700.— 4884.66 Gemarkungs-, Flur- und Gewanngrenzen, 1087.93 Parrcellenvermessung 23.57 Werth und Schadenersatz von Feldstrafen 22.67 — Vertilgung schädlicher Thiere 96.74 — Armenpflege 33483.22 1700.11 Versicherung der Arbeiter 3856.11 — Impfung 376.80 4190.96 Stiftungen 3530.51 — Zwecke des Kreises und der Provinz 6646672 1894 34 MUitärzwecke 5363 31 6392.83 Polizei 43585.42 113.— Oeffentltche Sicherheit 2106.16 3636.14 Allgemeine Verwaltung 59702.07 — Pensionen 5310.61 1543 57 Schuldentilgung 29800— 168.09 Grundzinsen und Anerkennungsgebühr — 6.— Einzugs- und Etnschreibgeld — 12422.49 Capttalzinsen Octroi' 172035 18 114976.42 30644.20 3165— Hundesteuer 224.25 95.- Antheil von Stempeltaxen für Wanderlager — 80- Für die Landesuniverfität 924.46 5633.51 Fleischbeschau 5771.33 258 80 Rettungsanstalt und Cholerabaracke 1318.87 — Beitrag zum Einkommen des Reichsbank- agenten — 513.23 Zusammenlegung von Grundstücken 31156 2341.60 Ausgeliehene Capitalien 234160 — Reservefond — — Betri ebscapital — 350033.05 Communalsteuern 15334.90 — Rente der Oberhesfischm Eismbahn- Gelände-Entschädigung 5761.74 939559.37 Summa der Betriebs-Rechnung 865638.61 B. Vermögens Rechnung. 17945 16 Rest aus vorderen Jahren 28.88 25820— Sttstungscapttalten 29505.71 45974.25 An- und Verkauf von Gebäuden und Grundstücken 70418.— Erbauung gemeinhettlicher Gebäude 15902.19 20184.- Erbauung von Straßen 107290 38 — Canalbautm 3159.64 — Erbauung eines Gaswerks 54351.79 — Erbauung eines Wasserwerks 23040.24 — Anlage eines Obstbaumstücks 180102 — Nebenbahnen 2775— 382850— Capttalaufnahme und Rückzahlungen 110529.21 492773.63 Summe der Vermögens-Rechnung 418812.06 Hauptwiederholuug. 939559.37 Betriebs-Rechnung 965638.61 492773.63 Vermögens-Rechnung 418812.06 1432333— Hauptsumme 1284450.67 M. Die Einnahme beträgt nach der Rechnung 1432333— Die Ausgabe „ „ „ „ 1284450.67 Verglichen bleibt Ueberschutz 147882.33 und dieser besteht in: 1. Baarvorrath: v4L a) für den Betrieb 72070.83 b) für das Vermögen 71560.89 143631.72 2. Vorlagen: a) für den Betrieb 688.08 b) für das Vermögen — 688.08 3. liqutdirten Ausständen: a) für den Betrieb etnschl. 29.80.* liqutdirte Kirchen- steuer 1161.85 b) für das Vermögen 2400.68 3562.53 Summe wte oben 147882.33 Hie bor Jahresfrist beschlossene Einrichtung einer Des- infections-Anftalt, bezw. die von Großh. Direction der neuen Kliniken zur Verfügung gestellte Desinfections- anstalt gen. Kliniken ist seit Anfang October für die beabsichtigten Zwecke thätig. Der darüber zwischen der Stadt und der Direction der neuen Kliniken auszufertigende Vertrag fußt im Wesentlichen auf folgenden Punkten: Die Benutzung ist der Klinik-Verwaltung Tags vorher bis Abends 6 Uhr anzuzeigen, die Zeit der Desinfection anzugeben. Die zu desinficirenden Gegenstände sind wohlverpackt in das Maschinen- Haus der Kliniken zu verbringen. Die von den Eigenthümern der zu desinficirenden Gegenstände zu entrichtenden Gebühren werden von der Stadt eingezogen und von dieser mit der Klinik verrechnet- die Gebühren betragen 4 Mk. für eine Abtheilung des Desinfectionsapparates, 8 Mk. für zwei Ab- iheilungen, 10 Mk. für den ganzen Apparat. Die Gebühren sollen voll erhoben werden von .solchen Eigenthümern, deren Einkommen über 2600 Mk. beträgt, die Hälfte von solchen, die der Steuerstufe von 1300 bis 2600 Mk. angehören, während den unter 1300 Mk. Veranlagten die Gebühren erlaffen werden sollen. Ein ganzer oder theilweiser Erlaß der Gebühren kann auch eintreten, wenn die Betreffenden infolge schwerer Schicksalsschläge zu deren Leistung unfähig sind. Die Entscheidung über Erlaß der Gebühren steht der Stadt zu. Großh. Ministerium hat den Vertrag mit dem Zusatz genehmigt, daß derselbe drei Monate vor Ablauf gekündigt werden kann. An Desinsecüonen wurden vorgenommen: im October 10, im November 29, im December 26, in Summa 65. Nach den bisher gemachten Erfahrungen hat sich das System gut bewährt. Das Gesuch des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde um Ueberlassung eines Schulsaales im Schulhause der Mädchenschule an der Westanlage für den Religionsunterricht wird genehmigt. Die Gemeinde hat für jedesmalige Benutzung eine Gebühr von 40 Pfg. für Reinigung zu entrichten; die Heizung geschieht dagegen ohne Vergütung, weil von den christlichen Consessionen, welchen ebenfalls einige Schulsäle zu Confirmanden- und Religionsunterricht überlassen wurden, eine Vergütung auch nicht erhoben wird. Die vom Schulvorstand aus Veranlassung des betr. Oberlehrers beantragte Herstellung von gärtnerischen Anlagen im Schulhofe der Mädchenschule an der West- anlage, die theils der Verschönerung, theils dem Unterricht dienen sollen, wird genehmigt und die Kosten im Voranschlags- betrage von 500 Mk. bewilligt. Das Gesuch des Herrn Heinrich Litt um Concession zum Wirthschaftsbetrieb im Hause Marktstraße 32 (früher Harnickel) wird durch Bejahung der Bedürfnißfrage befürwortet, wogegen bezüglich des Gesuches des Herrn Löb Grünewald um Erlaubniß zum Ausschank von Branntwein auf dem Viehmarktplatze an Markttagen die Bedürfnißfrage verneint wird. Cocafc» ttttS provinzielle». Sieben, 2. Februar 1894. ** TheaterVerem. „Der Widerspenstigen Zähmung- Lustspiel nach W. Shakespeare von Deinhardstein- Bühnenbearbeitung von Wittmann." Also nicht Shakesspe-re sondern Deinhardstein-Wittmann, und kein alter, gewürzter Wein sondern eine moderne Bowle mit reichlicher Zuthat von Waffer und Zucker. Der rechte, echte Shakespearomane wird bei solcher Entweihung vor Entrüstung aufschreien. Wir können das nicht- unserem Gaumen ist die Shakespear'sche Würze zu stark. Die Fuhrknechtsscenen aus Heinrich dem Vierten mögen früher herzlich belacht sein- heute darf man nicht wagen sie zu geben- und die ursprünglichen Scenen zwischen Petruchio und Käthchen dürften Manchem noch roher erscheinen als Fuhrmannswitze. — Die Bearbeiter haben.mannigfache tiefgreifende Veränderungen vorgenommen. Während Käthchen beim Briten wider ihren Willen zur Hochzeit geht, giebt sie bei Deinhardstein ihre Einwilligung, um zu zeigen, sie fürchte den Petruchio nicht. Hier zeigt sie auch Respect vor seiner Männlichkeit und läßt sogar leise Nuancen der Liebe erklingen, welche den Umschlag psychologisch begründen, während es sich im Original nur um physische Zähmung eines wilden Thieres durch Hunger und Peitsche handelt. Im modernen Lustspiel tobt und fädelt Petruchio immer nur im Anschluß an's Toben und Tadeln Käthchens- im Shakespear'schen Stücke ohne jeden äußern Grund, „er bringt sie um mit ihrer eigenen Laune." — Auch in der Bianca-Episode waren starke Veränderungen und Kürzungen vorgenommen, so daß das Stück sich schnell absptelte. — Die Darstellung stand auf der Höhe der Kunst. Frl. Cramer hatte sich ganz in die Deinhardstein'sche Catharina versenkt- sie gab in feinster Weise alle geistigen Uebergänge, machte jede Wandelung begreiflich und ließ bei allem Toben und Schelten nie einen Ton des Keifens vernehmen. Die reizende Bianca des Frl. Widmann stand ihrer Schwester ebenbürtig zur Seite - was jene fein vermied, deutete sie fein an. Herr Edward sah brjllant aus, ging jeder Uebertreibung geschickt aus dem Wege und führte seine keck männliche Rolle meisterhaft durch. Ihm schloß sich der zartere Liebhaber Lucentio, Herr Hacker, hervorragend an- die Uebersetzungsscene zwischen ihm und Frl. Widmann war ein Cabinetsstück von Liebenswürdigkeit. — Wollten wir alles Rühmenswerthe rühmen, so müßten wir alle Künstler ansühren- erwähnt seien nur noch die ergötzlichen Darstellungen, die Herr Dalmonico, Herr Wagner und Herr Nickla boten. Das Ensemble zeigte deutlich, daß das Stück nicht eben nur für einen Abend etn- gelernt, sondern daß es geistiges Eigenthum der Darsteller sei. So wurde denn auch die Darstellung vom ausverkausten Hause mit lautem Beifall und stillem Danke ausgenommen. ** Concert Raoul KoczaMi. Unsere Nachricht, welche das Concert für den 11. Februar ankündigte, hat in allen Kreisen berechtigtes Aufsehen gemacht und ist der Andrang nach Billets ein erklärlicher. Bei dem Jntereffe, welches das Concert erregt, wird es unseren Lesern angenehm sein, ein Urtheil des berühmten Musikschriftstellers, des Universitätsprofessors Hofrath Dr. Ed. Hans lick zu lesen, welches derselbe beim ersten Auftreten in Wien im Jahre 1891 in der „Freien Presse" abgab. Dasselbe lautet: „Daß auch Kleinheit zu großem Erfolge verhelfen kann, beweist der siebenjährige Pianist Raoul Koczalski. Er hat im Bösendorfer Saale das Publikum in Erstaunen und Entzücken versetzt. Unter den mir bekannten Wunderkindern ist er unbedingt das merkwürdigste, denn erstaunlich ist sowohl die Geläufigkeit und Sicherheit seiner kleinen Händchen, wie die im Allgemeinen richtige, musikalische Empfindung. Und was spielt dieses Kind? Stücke von Bach, Schumann, Chopin, Liszt, Brahms rc. Was bedeuten die Klavierstücke des kleinen Mozart gegen die technischen Schwierigkeiten dieses modernen Repertoirs? Als eine interessante, sehr seltene Erscheinung kann somit der kleine Koczalski dem Publikum aufrichtig empfohlen werden. * * Kammermusik. Es sei an dieser Stelle nochmal darauf hingewtesen, daß der dritte Kammermusikabend in de Loge bereits um 6 Uhr beginnt. Da das Programm ein sehr interessantes ist, ist zu erwarten, daß das Concert gut besucht wird. Eintrittskarten sind zu den bekannten Preisen in der Musikalienhandlung des Herrn Ernst Challier zu haben. * * Im Verlage von Curt von Münchow erschien soeben in 3. Auflage der vom Kaiserlichen Postamte dahier neu aufgestellte Portotarif für Packete bis zum Gewichte von 5 Kilogramm einschließlich und für Briefe mit Werthangabe für Deutschland und Oesterreich-Ungarn. Derselbe enthält in alphabetischer Ordnung alle im Umkreise von 10 geographischen Meilen von Gießen zur Zett bestehenden Postanstalten und ist durch alle Briefträger, sowie vom Verleger selbst zum Preise von 30 Pfg. zu beziehen. Allen Behörden, Geschäftsleuten und Privaten sei die Anschaffung dieses ungemein nützlichen Tarifs angelegentlichst empfohlen. * * Verhaftet wurden: Ein junger Mann von hier wegen Diebstahls, ein Arbeiter von auswärts wegen Betrugs und zwei Frauenzimmer wegen lüderlichen Umherziehens. * ♦ Die Versammlung deutscher Historiker findet am 29.^ 30. und 31. März d. I. in Leipzig statt. Nach dem soeben veröffentlichten Programm sind vorgesehen für Mittwoch, den 28. März, Abends 8 Uhr: Zwanglose Zusammenkunft der Theilnehmer in den oberen Räumen des Kaufmännischen Vereinshauses, Schulstraße 3. — Donnerstag, den 29. März: Erste Sitzung. Vormittags 9—1 Uhr. — Zweite Sitzung Nachmittags 3—6 Uhr. — Freitag, den 30. März: Dritte Sitzung. Vormittags 9—1 Uhr. — Vierte Sitzung. Nachmittags 3—6 Uhr. — Samstag, den 31. März: Fünfte Sitzung. Vormittags 9—1 Uhr. — Nachmittags 27, Uhr: Festessen in den Räumen des Kaufmännischen Vereinshauses. — Sonntag, den 1. April soll ein Ausflug nach Meißen zur Besichtigung der dortigen Alterthümer, vor allem des Doms und der Albrechtsburg, stattfinden. * * Falsche Thalerstiicke. Zu den kursirenden falschen Einmarkstücken haben sich nunmehr auch falsche Thaler- stücke, und zwar preußische, gesellt. Dieselben tragen die Jahreszahl 1866 und 1867. In Hanau wurden bei einer Einzahlung zwei solcher Falsificate angehalten und beschlagnahmt. * * Bei der Aufmerksamkeit, welche die Organisation der Gewerbeschulen im Großherzogthum neuerdings findet, glauben wir dem allgemeinen Interesse zu dienen, wenn wir hier mittheilen, daß die Gr. Staatsregierung für die kommende Ftnanzperiode eine Erweiterung des Unterrichts in der Landesbaugewerkschule zu Darmstadt der Art vorgesehen hat, daß die Kreisbauaufseher, Straßenmeifter und andere Techniker dieses Grades die von ihnen zu verlangenden Kenntnisse und Fertigkeiten durch den Besuch der Landesbaugewerkschule vollständig erwerben können. * * Die neue SchützeuauSzeichuung bei der In f a nterie besteht in einer von der Achsel nach der Brust laufenden dreiteiligen Schnur. Die erste der fünf Klassen ist eine schwarz-roth-weiße gedrehte Schnur, die zweite hat außerdem eine Troddel am Brustende, die dritte zwei Troddeln, die vierte ist mit Silber durchwirkt, und die fünfte, im übrigen wie die erste, trägt am Achselende ein thalergroßes goldenes Medaillon mit dem Bildniß des Kaisers. Die nächst höhere Klasse wird immer verliehen, wenn der Soldat sich sen jährlichen Schießübungen eine neue Auszeichnung erschossen. Es ergiebt sich daraus, daß die höchste Auszeichnung überhaupt nur von Unteroffizieren erworben werden kann. Die gegenwärtig getragenen Schützenabzeichen an den Patten werden abgelegt und durch die neuen Abzeichen der entsprechenden Klasse ersetzt. Diese wirken sehr decorativ, haben aber auch außerdem den praktischen Zweck, daß sie im Gefecht die besten Schützen auch einem sie nicht persönlich kennenden Offizier kenntlich machen, der sie dann vorzugsweise und an richtiger Stelle verwenden kann. Der Ehrgeiz der Leute wird jedenfalls durch diese wett sichtbaren Abzeichen geweckt, und für den Schießdienst kann das nur Vortheilhaft wirken. Ettingshausen, 30. Januar. Am verfloffenen Samstag kehrte der verschollen geglaubte Heinrich Stein aus Sehnsucht nach seinen Kindern wieder in seine Familie zurück. — Am heutigen Tage wurde der neue Orts- und Polizeidiener Georg Walther verpflichtet. — Da der Bauplatz für das neue Schulhaus seitens der Gemeinde käuflich erworben worden ist, so kann dieses Jahr endlich mit dem Bau deffelben begonnen werden. Das Schulhaus wird zwei Schulsäle und zwei Lehrerwohnungen enthalten. Es ist nur schade, daß ein solch stolzer Bau nicht in der Mitte des Orts, wie früher geplant war, zu stehen kommt. Er würde dann zur Verschönerung desselben nicht wenig beigetragen haben. (Gr. Anz.) - e. Neu - Ulrichstein, 1. Februar. Monatsbericht der Arbeiter-Colonie pro Januar 1894. Ende Januar 1894 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 118 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Großherzogthum Hessen 38, Regierungsbezirk Kassel 22, Regierungsbezirk Wiesbaden 15. Königreich Preußen: Provinz Rheinlande 5, Provinz Westfalen 1, Provinz Hannover 1, Provinz Sachsen 2, Provinz Brandenburg 4, Berlin 1, Provinz Schlesien 4, Provinz Posen 1, Provinz Pommern 2; Schleswig-Holstein 1. Thüringische Staaten 2 - Königreich Bayern 7, Königreich Sachsen 5. Herzogthum Sachsen-Altenburg 2. Fürstenthum Reutz j. L. 2. Ausland: Böhmen 2, Luxemburg 1. Hiervon waren: Arbeiter 58, Anstreicher 1, Barbier 1, Böcker 3, Bergmann 1, Brauer 1, Buchbinder 1, Färber 1, Former 1, Hasenhaarschneider 1, Heizer 1, Holzschleifer 1, Kaufleute 4, Kellner 1, Knechte 1, Lithograph 1, Maurer 4, Mechaniker 1, Metalldrücker 1, Schlosser (Bauschlosser) 6, Schloffer (Maschinist) 2, Schneider 7, Schreiber 1, Schreiner 1, Schriftsetzer 1, Schuhmacher 2, Schweizer 1, Steindrucker 1, Tuchscheerer 1, Tüncher 3, Bermessungsgehilfe 1, Wagner 1, Weber 1, Ziegler 1, Zimmer-, ie Drganijitiii tz» lgs findet, glauben wenn wir hier mit« üt die kommende nichts in der Lao- rt vorgesehen hat, und andere Trch- irlangenden Rtnnt» ' Landesbaugewerk« itmbtn falschen U4)t Thalei- Dirsrlden tragen nau wurden bei : angehalten und ier Infanterie Brust lausenden I Klassen ist eine ckr t)at außerdem wer Troddeln, die riuste, im übrigen lergroßeS goldenes nächst höhere Klasse h bei ^'n jährlichen hoffen. Ss ergiebt berhaupt nur von Die gegenwärtig i werden abgelegt enden Klasse ersetzt. iuch außerdem den iie besten Schützen a Offizin kenntlich an richtiger Stelle ne wird sedensallS Weckt, und B den irken. elften-» S«'°« tuii ®*f* ift jiirii. " i*” BuItetMffl« ®tore ai für » emotbro w°rdw Sau dißeldw bt- »ei ®d)UliäU Ort«, wie f* de dann zur B r lt)aben. (®*> Monatsber'^ 11 t ( arbeit# -Ä**S*i W^T. Vöhveu 2, ‘^8 ' « sudjbi*,1' M l, Holz' « *' Ä l , V Schl-Ü-- än** Sä' - t, $-««" 2 •» "#“5 XiSS* *10* ‘'toben Pch«„, ^‘"Stbbrbin, bbiifei kahlen. nö0M^x wegen "nrugg U rziehrns. !t Htt am 29. !’ ^ach dem so, hensür Mittwoch, e Zusammenkunft 16 Kausmännischen *9/ den 29. März 'Zweite Sitzung ^0'Marz: Dritte e Sitzung. Nach.. ,M°rz: Ainste 'l"ags 21/, Uhn n BereinShauses nach Meißen zur >llem des Doms mann 4. Gearbeitet wurde an 2825 Tagen, hierunter an 100 Tagen für fremde Rechnung. Verpflegt hat die Colonie an 3660 Tagen. Im Monat Januar wurden entlasten 25 Mann, und zwar in Stellung durch die Colonie 4, in die Familie zurück 1, auf eigenen Wunsch 18, wegen Arbeitsunfähigkeit 1, wegen ContractbruchS 1. Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 2429, dagegen abgegangen im Ganzen 2311 Mann, bleibt Bestand am 31. Januar 1894 118 Mann. Darmstadt, 1. Februar. Der gefährliche Einbrecher Glotzbach, welcher einer mehrjährigen Zuchthausstrafe entgegen sah, ist heute Nacht mit einem gewissen Blatter, gegen welcher gestern vor der Strafkammer Termin anberaumt war, der jedoch vertagt wurde, auß dem hiesigen Provinzialarresthause ausgebrochen. Da nirgends eine I Beschädigung vorliegen soll, mußten die berüchtigten Diebe die Schlösser geöffnet haben. Hebet die Mauer sind sie mit I Hilfe einer Letter gekommen. Die That ist schwer begreiflich, wenn man bedenkt, daß Nachts die Riegel an der THÜre vorzuschieben sind und daß vor dem Hause eine Schildwache steht. — Der hiesige Volksschullehrer Victor Erdmann Schäfer, der längere Zeit als Lehrer in Los Leones (Argentinien) wirkte, hat kürzlich eine Stelle an der deutschen Colonie zu Gal atz (Rumänien) angetreten. Herr Schäfer, der seinen Austritt aus dem hessischen Schuldienste genommen hat, gedenkt, dem Benehmen nach, nicht mehr in denselben zurückkehren zu wollen. N. H. B. * Frankfurt a. M., 29. Januar. Welcher Beliebtheit sich das Fahrpersonal der Frankfurter Trambahn erfreut, geht am besten daraus hervor, daß 666.60 Mark Neujahrsgelder für dasselbe bei der Direction eingegangen sind. • Kassel, 30. Januar. Vor einigen Tagen kehrte ein in der Unterneustadt wohnender Ehemann spat in der Nacht in sehr angeheitertem Zustande heim. Seine Frau machte ihm hierüber Vorhalt. Aergerlich verließ er darauf wieder die Wohnung und sprang' in der Nähe der Mühlengasse in die Fulda. Das kalte Bad hatte gute Wirkung, der Selbst- mordcandidat schwamm ans Ufer, watete mit seinem Sonntagsanzug durch dicken Schlamm und gelangte durch einen Feuergang auf die Straße. In seiner Wohnung zog er sich um, versuchte dann von der Fuldabrücke aus noch einmal in die Fulda zu springen, wurde aber davon abgehalten. Schließlich ging er in die Apotheke, holte sich ein großes Quantum Thee und legte sich zu Bett, auf weitere Selbstmordversuche verzichtend. * Berlin, 1. Februar. In einem Hotel in der In- validenstraße geschah heute ein Doppel-Selbstmord. Infolge der gänzlichen Aussichtslosigkeit, zu heirathen, nahmen ein 22jahriger Krankenwärter und seine Braut Gift und erschossen sich dann. ♦ BreSlau, 1. Februar. In der vergangenen Nacht brannten in dem Dorfe Preiland bei Neisse achtund- dreißig Stellen ab. Eine Frau und ein Kind kamen in den Flammen ums Leben. Viel Getreide und Vieh sind vernichtet. Es wird Brandstiftung vermuthet. Auf der Galmeigrube „Victoria" bei Beuthen in Oberschlesien brannte der alte Förderschacht ab; alle Anlagen wurden vernichtet/ * Mannheim, 1. Februar. Vermuthlich infolge von Verlusten, die er beim Bankbruch Maas erlitten hat, erschoß sich Ludwig Mayer von der Hopfenfirma Lazarus Mayer u. Kauffmann. ♦ Dort»n»d, 31. Januar. Als der reichste Mann in Preußen ist für daS Etatsjahr 1893/94 ein Dortmunder aufgeführt. Es ist dies der italienische Consul Albert Hoesch, Leiter und Hauptactionär deS Eisen- und Stahlwerks Hoesch Hierselbst. Herr Hoesch stammt von der als sehr reich bekannten Familie gleichen NamenS in Düren, die nebst den mit ihr verschwägerten Familien Schleicher, Schüll und Schüller, Eisenwerke, Papierfabriken und sonstige Etab« liffements besitzt. Den größten Thetl seines Vermögens hat Albert Hoesch in Effecten angelegt. Er ist mit einem Einkommen von 8,23 Millionen eingeschätzt, während er im EtatSjahr 1892/93 mit 10,9 Millionen eingeschätzt war und dafür 436,000 Mk. Steuer zahlte. — Der zweitreichste Preuße ist Krupp in Essen mit einem Einkommen von 7,190,000 Mk. und einem Steuerbetrag von 287,000 Mk. Der Dritte ist Rothschild in Frankfurt mit einem Einkommen von 5,840,000 Mk. Dann folgt ein Berliner mit einem Einkommen von 5,705,000 Mk. Hierauf ein Breslauer mit einem Einkommen von 4,330,000 Mk. - dann zwei Berliner mit 4,220,000 bezw. 3,500,000 Mk. Im ganzen haben drei Berliner ein Einkommen von 3—4 Millionen, fünf weitere von 2—3 Millionen, ferner zwölf von 1—2 Millionen. In Berlin haben 556 Personen mehr als 100,000 Mk. Einkommen. Nimmt man an, daß ein Einkommen von 120,000 Mk. jährlich erforderlich ist, um einen Thaler- millionär vorzustellen, so giebt es solcher Thalermillionäre in Berlin 426. Ihre Zahl ist aber seit dem Vorjahre nicht gewachsen, sondern hat sich sogar um 14 verringert. Mehr als 100,000 Mk. Einkommen besitzen in Berlin 556 Personen, gegen 569 im Vorjahre. — Im ganzen preußischen Staat giebt es solcher Personen mit mehr als 100,000 Mk. Einkommen 1332. Auch hier ist ein Rückgang feit dem Vorjahre um 48 bemerkbar. » Nach Berichten auß Wörishofen betrug die Zahl der Kranken, welche im Jahre 1893 beim Pfarrer Kneipp Hülfe gesucht haben 10,999. • Der Pallasch des Kaisers. Dem Kaiser ist aus Anlaß seineß 25 jährigen Militärjubiläumß von dem Prinzen Friedrich Leopold von Preußen Namens des Osfiziercoips des Regiments der Gardes du Corps ein Pallasch als Erinnerungsgabe überreicht worden. Die Waffe ist nach den An> gaben des Prinzen entworfen und in sehr starker Vergoldung ausgeführt. Die Klinge ist aus echt türkischem Damascener- stahl gefertigt und mit der erhabenen Inschrift versehen: „Dem allerhöchsten Chef. Das Regiment Gardeß du Corps am 27. Januar 1894." Auf der Rückseite der Klinge befinden sich sämmtliche Namen der activen und inactiven Offiziere deß Regiments. Die Schriftzeichen sind gothisch ausgeführt. Die Klinge steckt in einer massiv silbernen Scheide. Das Ganze ruht in einem künstlerisch ausgeführten Etui. * Schicksale hoher Orden. Aus N ü r n b e r g, 30. Januar, schreibt man der „Frkf. Ztg.": Der Beamte des städtischen Leihhauses stellte an den Magistrat die Anfrage, ob er einen grobherzoglich badischen Orden in Pfand nehmen dürfe. Das Magistratsrollegiurn hat heute entschieden, daß dies nicht angehe. Der Inhaber der Auszeichnung soll von diesem Beschlüsse wenig erbaut sein. * Besser wohlgethan als illumimrt. Eine bemerkenswerthe Bekanntmachung veröffentlicht der JnsterburgerMagistrat. Derselbe forderte, „gegenüber der Noth der hiesigen Armen", die Einwohnerschaft auf, „auch bei der diesjährigen Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers und Königs von einer Illumination Abstand zu nehmen, anstatt derselben aber werkthätig der Armen zu gedenken, unter Pfarrer vr. Naumann. im Confirmandensaal der Johanneßkirche. Vers 46 an: Hilfe und Herrlichkeit auf 61441 Dogelf ceunde. Schiffers Voaelfuiter, nur echt in ver- n Packet«n „mit dem Vogelneste" (eingetragene Schutzmarke), .ertroffen im Alleinverkauf zu Oriqinalpretfen bet A- u- G- Wallenfels. Gießen, Marktplatz 21 welche wir eingehende Spenden bei der erwähnten Feier ver- theilen werden." * Der junge König von Serbien hat kürzlich seinen ersten Ball mitgemacht Es war der Ball deß Belgrader Jockeyclubß, den der 171 /a jährige König zu seinem Debüt wählte, und die Zeitungen verzeichnen getreulich die Namen der Damen, mit denen er getanzt hat. Die erste Dame, welche er zum Tanze aufforderre, war Frau Konstantinowitsch, die Gemahlin deß Präsidenten deß Jockeyclubs, welche eine Verwandte des königlichen Hauses ist. Verkehr, Canb* rrnd Volkrwirthschaft. — Die Pommersche Hypotheke« «etien-Banr ^Berlin Übersendet uns ihren Geschäftsbericht pro 1893 und stellt voni demselben laut Inserat in unserer heutigen Nummer jebem Pfandbrief- Besitzer ein Exemplar kostenlos zur Verfügung. Tuch- und Buxkinstoffe ä Mk. 1.75 Pfg. p.Mtr. versenden in einzelnen Metern bircct an Jedermann- Erstes Deutsches Tuchversandtgeschäft Oettinger * Co., Frankfurt a. M., Fabrik-Depot. Muster umgehend franco- »3d Bibelstunde "am Montag den 5. Februar, AdendS 8 Uhr, kirchliche Anzeigen dee Stabt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst Sonntag Estomihi, den 4. Februar: vr. Naumann- ________‘_ Katholische Gemeinde. Sonntag den 4. Februar, Quinquagestma: Samstag: Nachmittags um 4*/i Uhr und Abends um c> Uhr ®de8^nnta 848] Familienlogis zu vermiethen. pr. 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