1894 Amts- und Anzeigeblatt iuv den Areis Gieren. chratisöeikage: Gießener Kamikienölätter »as-l. qS Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. vierteljähriger ASonnementsprei« r 2 Marl 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Expedition und Druckerei: Zchntstratzc Kr.7. Fernsprecher 51. Ferner verschiedene Silber- und Broncesachrn im Gesummt' werthe von 9000 Mk. .. • Wien, 30. August. Die militärische aeronautische Abtheilung veranstaltete heute Morgen bei Felixdorf in der Nähe von Wiener-Neustadt Sch'etzversuche auf einen Fesselballon, während ein zweiter Ballon behusS Eon- trole der Schußwirkungen in gleicher Höhe von vierzig Soldaten an einem Seile gehalten wurde. Plötzlich entglitt das Seil den Soldaten und der Ballon mit dem Oberlieutenant Dworschak, der weder Ballast noch Anker.hatte, entschwand den Blicken der Zuschauer. DaS Schicksal des Offiziers und des Ballons ist bis spät Nachts noch unbekannt. * Heber die neueste Modethorheit, die sich jetzt Jn Berlin breit zu machen beginnt, spottet daS „Kl. Zl." : „Die Vorliebe für zweierlei Tuch, die den Mädchen eigen, bezw. angeboren ist, hat nunmehr ihre „höchste Fructificirung erhalten. In Ermangelung besserer Modelle hat die Son- fection den schneidigen Schnitt der Uniform auf ihre Mantel und JaquetS übertragen, so daß auch die Damen von jetzt an vorschriftsmäßig „eingekleidet" werden können. D e Idee, die Damenmode nach dem Vorbild der Montur zu formen, ist nicht neu. Schon in der Posse „Modernes Babylon erregte Fräulein S. in einem grauen OfficierSmantel mit blanken Knöpfen patriotische Begeisterung. Derartige grauliche Mäntel für Damen sind später in vielen Schaufenstern aufgetaucht ; irgendwelche „Anziehungskraft" scheinen sie jedoch nicht ausgeübt zu haben, auf der Straße sah man sie nie. Jetzt hat ein Confectionär die Idee wieder ausgenommen und Jaquets nach militärischem Schnitt und in den Farben der preußischen Regimenter als „Haute Nouveaute“ ausgestellt. Natürlich ist Alles verkleinert und verfeinert und der Zuschneider hat in erster Linie dafür gesorgt, daß auch die uniformirten Damen, nach wie vor „auf Taille" schwören können. Nach den Ausbrüchen des Entzückens zu schließen, mit welchen das weibliche Schaufensterpublikum diese Neuuniform begrüßte, werden wir die „Sieben Mädchen in Uniform" in Zukunft nicht nur auf der Bühne, sondern auch Dermtfdytes, * Frankfurt, 28. August. Am Sonntag Abend gab es in einer auf der Zeil wohnenden Familie ein feines Souper, desien Beschluß ein Eis Pudding bilden sollte. Der Pudding wurde eine Stunde vorher, in Roheis eingestellt, ge- ltefen und war, als man thn serviren wollte, plötzlich verschwunden. Endlich stellte es sich heraus, daß ein kurz vorher in den Dienst getretenes Hausmädchen vom Lande, das sich in der Küche nützlich machen wollte, den Pudding heraus- genommen und auf den Herd gestellt hatte! Da war es denn kein Wunder, daß sich der Eispudding unsichtbar ge- macht hatte und „weggelaufen" war. * Berlin, 26. August. Ein schwarzer Stadtreisender dürfte da« neueste sein, was das hiesige Geschäftsleben an Seltsamkeiten aufzuweisen hat. Der dunkle Mitbruder macht einen durchaus tadellosen Eindruck und Bekanntmachung. betreffend Ergebniß der Faselkörung auf dem Markte zu Grünberg am 23. August 1894. Bei der am 23. I. Mts. zu Grünberg abgehaltenen öffentlichen Faselschau find die nachfolgend verzeichneten findet bei allen Geschäftsleuten seiner Branchen freundliches Entgegenkommen. Im schwarzen Anzug mit hellgrauem Hut, braungelben Gamaschen über den Schuhen, in den braunbehandschuhten Händen das elegante Musterkofferchen tragend, bereist er unermüdlich die Stadt von einem Ende zum anderen. Ueberall taucht der eigenartige Reisende auf, und zwar stets als eine schon durch seine Person äußerst wirk- same Reklame für seine Firma. * Posen, 30. August. Der „Posener Ztg." wird aus Kempen gemeldet: Der seit langer Zeit gesuchte Raubmörder Kögler aus der Lausitz ist von dem dort stationirten Gendarm mit schwerer Mühe verhaftet worden. * Hamburg, 30. August. Sechs werthvolle Gemälde: Lutteroth: „Am See", Braune: „Schusterstube", Bethge: „Badende Kinder", Proelß: „Landerfolg", Zimmermann: „Sorrento", Mosengel: „Dachstein" wurden in letzter Nacht durch Einsteigen aus der Gemäldesammlung des Freiherrn von Pohl aus den Rahmen geschnitten und gestohlen. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Nr. 205 Zweites Blatt. Sonntag de» 2. September 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. Der Hlehmer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MonlagS. Die Gießener AlamikieaSlätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Meßmer Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Feuilleton. Unser Garten im September. Seinen Wanderstab anmuthig mit rubinfarbenem wilden Wein umwunden, mit einem Sträußchen Aftern und Georginen geschmückt, so zieht unser alter lieber Freund September durch den Garten. In seinem Gefolge begrüßen uns wieder die zarten Morgennebel, die goldklaren Lichter, die einzigen Wolkenbilder, die der Uebergang vom Spätsommer zum Herbst über unsere heimathlichen Fluren und Berge ziehen läßt. t , Der Frühltngsetnzug im Garten stillt unser Sehnen. Das leise sich öffnende Thor des Herbstes läßt uns goldne Harfenklänge vernehmen, die mit sinnigen Freudeaccorden Harmonien stiller Weh- muth verweben. . . _ ,. , Und wie gern stehen wir am Thor, blicken wonnetrunken hinein und lauschen der Zettenharfe! Wenn die zarten Morgennebel zerreißen, die goldklaren Lichter eines sonnigen Septembertages sich über Garten, Feld und Wald ergießen, daS Radnetz der Spinne zum diamantfltmmernden Palast wird, die späte Farbenpracht deS Blumenflors im Garten gi utzt und fruchtschwer die niedergebogenen Zweige — unserer Mühen Lohn — uns freundlich winken, da wollen wir zwar von Abschiednehmen nichts wissen, aber wir fühlen es — er wird bald kommen: Die mit metallschimmerndem Gefieder zu großen Gemeinden sich sammelnden Schwälbchen, die auf dem feuchten Wtesenplan etngefticktev zarten Farben der Zeitlosen, die rothen Beeren der Eberesche, bc8 wilden Schneeballs, der mattere Flug der Blumeninseclen und die sich zeitiger rüstende Sonne — Alles das sind Zeitmahnerinen! Sie rufen uns zu: genießt die schönen Tage — bald werden sie im Zettenwechsel versinken! _ m , .... Hört Ihr tm Geist in den fernen blauen Bergen da« melodische Geläute klingen ? Es sind die zu Thal ziehenden Herden; langsam, bedächtig geht ihr Zug. Träumerisch schreitet der Hirte ihm nach; immer und immer wieder bleiben Gruppen stehen — sie sehen zuruck, hinauf nach den verblühten blumigen Höhen: Ihr Matten lebt wohl! Ihr sonnigen Weiden! Der Senne muß scheiden, Der Sommer ist hin.-- Aber in unserem Garten soll er für unS noch nicht erstorben sein, ebensowenig wie unsere Sorge für diesen. Nicht an den Heimgang und an den Winter, sondern an ein kommendes Wtedererwachen des Gartens denkt schon j-tzt der sorgsame Gartenfreund: das pflegende Sinnen eilt stets der Zeit voran! , Wie köstlich wars tm letzten Lenz, die prunkenden Beete der Zterzwtebeln in manches Nachbarn Garten zu sehen! Wir wollen unS auch solche schaffen! Wir lassen uns Crocus, Schneeglöckchen, niedere und hohe Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und besonders die herrlichen vielfarbenen, noch so wenig gekannten Anemonen und Ranunkeln kommen — sie werden ja Jahr für Jahr schöner und wohlfeiler — und legen sie in wohlumgegrabene Beete oder Rabatten, etwa stark eine Handbreite tief; und bei etntretender kalter Witterung TannenretS darüber. Wer im Kontrast zu diesen lieblichen Früh- ltngSktndern für einen sonnigen, tief- und feuchtgründigen Winkel eine ebenso interessante als abenteuerliche Frühsommergestalt erwarten will, der lasse sich die Knolle eines Purpurarum (Arum purpureum Fasel für tauglich befunden worden als Gemeinde Zuchtstiere I verwendet zu werden. ' Gießen, den 30. August 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Wallau. asiaticum) kommen; ich erzog in diesem Jahre eine solche Pflanze I mit einer 64 cm langen Blüthe! Ihr Anblick war fast „teufelmäßig , I ihr Duft leider infernalisch. Die Knolle wird etwaS tiefer gelegt und der Boden darüber später mit TannenretS gedeckt. Die liebenswürdige Blumenpartnertn bepflanzt jetzt ihre g^ räumten Blumenbeete im Rasen rc. mit Stiefmütterchen, Stlenen und Vergißmeinnicht. Wo ein kleines Wintertepptchbeet geschaffen werden soll, da können zu geschmackvollen Formen und Linien die winter- harten Sedum glaucum, Sedum Lydium aureum und Antenana tomentoea verwendet werden; auf diesen wilden Sedumarten baust in den Alpen und in den südlichen Bergen das Kind des „Deutschen Apoll" (Doritis Apollo), nämlich die Raupe dieses schönen Falters. Wer Rittersporn, gefüllten Mohn, Ringelblumen, Goldblumen liebt, kann diese jetzt noch aussäen. Für den Zimmergarten können jetzt noch die oben angeführten Blumenzwiebeln in Topfe gelegt werden; auch Nelken, Goldlack, Winteraster und Winterlevkoyen können wir vom Land in Töpfe einpflanzen. Im Gemüsegarten muß alles abgeräumte Land hübsch gesäubert und umgegraben werden. Man säet für den späiwinterltchen oder ersten Lenzgebrauch noch Spinat, Winterschnittkohl, Körbel und den beliebten Feldsalat (Rabinschen oder Sonnenwtrbel). Junger Mangold und Blattkohl werden verpflanzt und Schalotten gelegt. Sind die Spargelstauden gelb, abgestorben, werden sie abgeschnitten;-rostiges Kraut muß stets verbrannt werden; ebenso kropfige Kohlstrunke, krankes Bohnen-, Erbsen-, Zwiebel- und Kartoffelkraut; letzteres ist in diesem Jahre, wo mcht „bordelaisirt" wurde, leider meist öttte“s)h! sorgsame Gärtnerin sehen wir jetzt mit ihren etikettirten Beutelchen an trockenen Tagen noch mancherlei Sämereien ernten, besonders von Blumen; die Selbstiamenzucht bei Gemüsen ist im Allgemeinen weniger rathsam; die Samen gewiegter Züchter werden stets bessere Resultate bringen, sodaß der geringe Preis für gekaufte Saat dabei gar nicht in Anschlag kommt. Zum Ueberwintern können junger Blumenkohl, Wirfing, Blau- und Kopfkohl in sogen, kalte Beete gepfla^tf wer den.«gl Liegenlassen des Fallobstes. Die Thättgkett der Obstmade ist in diesem Jahre eine gan-ungeheuere; wird der Schädling in den Gärten, besonders wo viel edles Spalierobst gezogen wird, nicht sachgemäß und gründlich bekämpft, so schleppt sich diese Plage -um empfindlichsten Schaden der Besitzer in die kommenden Jahre weiter. Diesem Schaden kann man mit einem ganz einfachen, so gut wie kostenlosen Mittel - das Material dazu ist in jedem Hause vorhanden - energisch entgegentreten. Es gründet sich auf die Gepflogenheit des Jnsects, sich zur Verpuppung zeitig in möglichst geschützte, trockene, „mollige" Winterlager zu begeben, die sich das Räupchen, daS die Frucht verläßt, in näherer oder fernerer Umgebung letzterer aufsucht. Bietet man den erfahrungsgemäß nach Quartieren herumsuchenden schlimmen Gasten an den Spalieren usw., in den Obsträumen, Kellern rc. solche mollige Winterlager, so werden sie von ihnen angenommen und in oft erstaunlicher Menge bezogen. Am besten dazu eignen sich alte Baumwollparchend-Lappen, die im Freien an den Spalinen, Baum- ästen, Mauern, in Räumen auf dem Bodm, in den Gestellen, an dm Wänden usw. in Form von Gürteln, Doppelschürzchen, Lappm- haufen rc. geboten werden. cmr.».rs Wer sich über die nähere Anwendung des erprobten Mittels, überhaupt über das Wesen und die Bekämpfung des viel zu wenig bekannten bösen Obstschädlings.Apfelwickler (Carpocapsa pomo- nella L.) näher orientiren will, der mag in den Nummern 14, 15 und 16 des bekannten „Practischen RathgeberS im Obst- und Gartenbau" von diesem Jahre nachlesen. Ich habe diese für dm deutschm Obstbau brennend gewordene Frage dort — als vor der richtigen Schmiede — unter Beifügung der nothtgen Abbildungen Ctnße Wenn^di"?Mahregel aber nickt jetzt im Freien und alsbald nach Einbringen der Früchte in den Rämnm zur Ausführung gelangt, kann ein Segen für das nächste Jahr darLus ntcht ent- sprtngen. Es verlieren oft Züchter der feinsten Tafelfruchte durch den infamen Schädling 70 bis 80pEt. ihrer köstlichsten, mit großem Aufwand von Mühe und Arbeit erzogenen Kernobstfrüchte. Da ist wohl die kleine Mühe der Ausführung obiger Maßregeln zur Bekämpfung des kleinen Satans der Schmetterlingswelt schon am Platze- all die famosen „Jnsectenmittel", mögen sie noch so universale und wissenschaftliche BetheuerungSmäntelchen umhängen, nützen gegen ihn mÖ0e d^an erinnert sein, daß es höchste Zeit geworden, etwaige neu anzulegende Erdbeerbeete zu bepflanzen und die alten Beete in Ordnung zu bringen — Ranken und schwächliche Stöcke müssen verschwinden. Nur reich bewurzelte, beste und tragbarste Sorten sollten angepflanzt werden. An allen Kohlsorten ist die gründliche Jagd auf die verschiedenen Kohlraupm fortzusetzen; besonders die zweite Generation des „Herzwurms" macht jetzt großm Schaden; diesen scheußlichen Kohl verderber und -Beschmutzer zieht man am besten mit einn Ptncettte aus seinem eingeklemmten Sitze heraus; er oerräth sich stets.durch feinen Auswurf. Aber oft sind es mehr die Schnecken, die Den Kohl so grauenhaft zurichten. Diese kleinen nackten Strecken erscheinen meist erst Abends oder bei schlechtem Wetter. Manl scheue die Mühe nicht — event. mit einer Schneckenzange — sie abzulesen, sie bet gutem und schlechtem Wetter unter ausgelegten großen Kohlblättern, Ziegeln, Brettstücken rc. zu fangen. Das Herumliegenlaffen übrigens von unorbentlld) °°r»5'-lten, s.ulenden K°hlbl-t ern »Icht diese gefräßigen Mollusken massenhaft herbei; solche Abfälle gehören auf den Compost. Den Magazinen dieses werthoollen Düngematertals ist ieht reaere Pflege zu widmen: alte Hügel werden umgestochen, begüllt, neue angelegt und die verschiedenen B-st-ndthetle mit Erde Unt> C^?r im°SpÄE^junge Obstbäume zu pflanzen wünscht, der sehe sich jetzt nach ihnen um: nur die schönsten und tadellosesten Bäumchen der geeignetsten Localsorten sollten rur Anpflanzung gelangen; die Annahme von Mtnderwerthigem aus Baumschulen sollte grundsätzlich verweigert werden. Die Pflanzung vorzubereiten, lasse man jetzt schon auf den bestimmten Plätzen in möglichster Entfernung von 10 m (f. Kernobst) Pflanzlöcher auSheben. Wo Steinobstbäume, Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsiche rc. etwas zu sehr ins Holz getrieben haben, zu buschig wurden,, sind sie jetzt auszulichten bezw. zu beschneiden. - . . Wo irgend noch ein Rosenstammchen vngessm sein Dasein fristet, dem werde eilig noch ein schlafendes Auge einer köstlichen Rose eingesetzt, daß von ihm im kommenden Sommer nicht mehr das bescheidene Dornröschen, sondern eine strahlende Schönheit herab auf die erstaunte Gemeinde der Leokoyen, Löwenmäulchen und die geheimnißvolleNachtschwärmerinMtrabilis lacht - aber e8isthöchste Zeit dazu, sonst schließt sich das schlafende Auge zum ewigen> Schlaf. Heinrich Frhr. v. Schilling. Namm Wohnort Rasse Alter Farbe Körperbeschaffenheit 'GefundheitS- u. Rährzuftand Konrad Langohr Pachter Engel Konrad Börger Hermann Velten JohS. Schultheiß KaSp. Kauß Peter Neunobel Wettfaafen Rüddingtzhaufen Niederohmen Göbelnrod Göbelnrod Stockhausen Stangenrod Simmenth. Bastard Berner Bastard Berner Bastard Vogelsberger Vogelsberger Vogelsberger Simmenth. Bastard 19 Monate 2 Jahre 5/< Jahr IVi Jahr 2 Jahre V/t J-Hr l8/« Jahr Falbscheck Rothscheck Rothscheck roth dunkelroth roth Falbscheck genügend gut genügend genügend genügend genügend genügend gut gut gut gut gut gut genügend auf der Straße sehen. Natürlich muß auch die Wahl des Waffenrocks der Figur entsprechen. Sonst würde es das Auge eines alten Soldaten beleidigen, wenn er z. B. eine kleine, dicke Brünette, die nicht einmal das Maß hat, in der Montur des 1. Garde-Regiments sähe! In jedem Gon* fectionSgeschäft müßte also eine Art von Gestellungscommission fungiren, welche die Kundinnen zu demjenigen Truppen* thetl auShebt, zu welchem ihre Figur geeignet ist. Nur mit den Damen, die in einem festen Militärverhältniß stehen — wie Köchinnen, Bonnen, Nätherinnen re. — könnte eine Ausnahme gemacht werden- sie dürften die Uniform des Regiments tragen, dem ihr Kriegsschatz angehört. Die „Bräute" von Unteroffizieren der Luftschiffer*Abtheilung dürften aber trotz der Uniform die jetzt so beliebten „Ballon"- Aermel beibehalten! Man kann über den Geschmack, der t sich in dieser Mode offenbart, verschiedener Meinung sein. Einen unbestreitbaren Vorzug aber hat sie doch, das muß Jeder anerkennen: Wir hoffen nämlich, daß mit den Uniformen auch die militärischen Abzeichen für Damen eingeführt werden. Das wäre eine Wohlthat für die Männerwelt, die nicht genug zu schätzen wäre! Jedem Soldaten sieht man Grad und Charakter an bestimmten Abzeichen an, warum sollte es bei unseren Amazonen nicht auch so sein? Eine Braut z. B. müßte an dem Kragen ihres Waffenjaquets einen Knopf tragen als Zeichen, daß sie eine „Gefreite" ist. Jedem jungen Manne würde dieses besondere Kennzeichen zur Warnung dienen, ebenso würde er sich vor den Damen hüten, welche die Capitulantenschnur tragen, dieweil sie bereits capitulirt haben. Die Damen, welche viele Treffer zu verzeichnen haben, erhalten Schützenschnüre. Bet heirathsfähigen Mädchen hätte die Achselklappe eine besondere Bedeutung. Die Regtmentszahl müßte die Ziffer der Mitgift bedeuten, so daß z. B. „30" in Worten Dreißigtausend Mark angibt — ein ganz annehmbares Traktament! Neben dem prac- tischen Nutzen würde diese militärische Mode auch noch bessernd auf die Galanterie des stärkeren Geschlechts wirken: selbst der blasirteste Jüngling wird fortan kein Mädchen mehr über die Achsel ansehen! * Seife in den Gasthöfen. Das Reisen so bequem wie möglich zu machen, sollte das Bestreben der Gast Hofbesitzer sein. Warum nöthigen sie uns da bis auf diesen Tag noch immer, unsere eigene Seife stets mit uns zu führen? In England gehört dieselbe schon längst zur Zimmerausrüstung in jedem Hotelschlafzimmer, und es wäre gewiß sehr wünschenswerth, wenn dieser Brauch auch bet uns eingeführt würde. Es mag eine Kleinigkeit sein, Seife mit sich zu führen, aber es ist eine lästige, — höchst lästige Kleinigkeit. Da sind wir nun, so wird der „Franks. Ztg." geschrieben, eben von der Reise im Hotel angekommen und auf unser Zimmer geführt. Das Erste, was wir thun möchten, wäre, uns einer recht gründlichen Waschung zu unterziehen. Allein wir haben zwar bereits von unserem Zimmer Besitz genommen, aber das Gepäck ist immer noch mcht heraufgebracht. Wir haben fünf, auch wohl zehn Minuten zu warten und können, wie eilig wir es auch haben mögen, während dieser Zeit meistens absolut nichts anfangen. Wie ärgerlich! Von dem Umstande gar nicht zu reden, daß, wenn das Gepäck schließlich kommt, mancher Reisende nicht recht weiß, wohin das unglückselige Stückchen Seife eigentlich gerathen und er oftmals erst lange im Koffer herumzuwühlen hat, ehe er es findet. — Nun reisen wir ab. Wir haben eben unseren Koffer gepackt. Fertig! Gott sei Dank! — südlich! — Gerade jetzt möchten wir uns aber noch einmal wenigstens die Hände waschen. Aber die Seife ist längst eingepackt. Also muß Alles wieder loSgertssen werden. Und haben wir in systematischer Ueberlegung wirklich die Seife erst noch aus dem Koffer fortgelaffen — als ob wir in solchem Augenblick gewöhnlich nicht an andre Sachen genug zu denken hätten! — da können wir doch den Koffer nicht vorher schließen, ehe wir die Seife eingepackt haben, und gerade beim Schließen des Koffers beschmutzen wir uns die Hände wieder am leichtesten. Dazu kommt der Umstand, daß gerade das Ein- und Auspackeu von feuchter, klebriger Seife eine besonders widerwärtige Schmiererei ist. Und wenn wir such ein besonderes Metallbüchschen dazu benutzen, so bleibt doch schließlich auch immer noch der Uebelstand, daß wir, indem wir die Seife mit uns führen, uns immer noch einen Extra-Gegenstand aufladen müssen, was beim Packen für Leute, die nicht gerade mit Kammerdiener reisen, auch mit ins Gewicht fallen muß. Die Widerwärtigkeiten dieser Seifenherumschlepperet liegen so klar zu Tage, daß man sich nicht genug wundern kann, ihnen nicht längst ab- geholfen zu sehen. Denn es wird doch kaum Jemandem im Ernst einfallen, etwas dafür Vorbringen zu wollen. Vielleicht könnte man einwerfen, daß die meisten Leute gewohnt find, ihre besondere Seife zu brauchen und die vom Hotel gelieferte die voraussichtlich nicht von besonderer Qualität sein würde — doch nicht benutzen würden. DaS würde gewiß häufig der Fall sein, aber es soll doch auch beileibe Niemand genöthigt sein, die Hotelseife zu gebrauchen, wenn es ihm nicht beliebt. Indessen selbst wenn wir mit unserer eigenen Seife reisen, wer würde da, wenn diese nicht gerade zur Stelle, zum Händewaschen wenigstens nicht hin und wieder die vom Gesthof gelieferte benutzen! Es käme auch wohl der Kostenpunkt noch in Frage. Allein da unter den Um* standen Niemand eine besonders gute Qualität von Seife erwartet, da überdies dje diminutivsten Siücklein genügen würden, so würde bet einem Bezug in größeren Massen das @tÜd ?t(6t ^er als auf ein paar Pfennig zu stehen kommen. Also auch dieser Punkt dürste keine Schwierig* ketten bieten. Auch irgend welche andere begründete Einwendungen scheinen sich gegen die Neuerung nicht Vorbringen eher diese daher allgemein eingeführt wird, desto bester. USet Negimeuts Gaus. Dem „U. Tagbl." wird Biographie der „historischen" Regiments- ® öl!S m uT9C Ei"? Merkwürdigkeit in der Geschichte des 1. Reiter-Regiments ist dessen Regiments-Gans. Als nämlich das Regiment 1835 in Eßlingen in Garnison lag, erschien jeden Morgen beim Wachtposten eine Gans, die den ganzen Tag nicht mehr von der Stelle wich und nur Abends wieder abzog. Anfangs stießen die Reiter auf dem Posten den zudringlichen Gast mit den Füßen weg, allein das Thier ließ es sich nicht verdrießen und wich nur aus, um sich gleich wieder anzudrängen. Der Besuch wiederholte sich, man ward aufmerksam und eben damit nachsichtig gegen die sonderbare Zuneigung. Täglich mit dem Frühesten flog die GanS mit Geräusch herbei und nahm mit schnatterndem Wohlbehagen Platz neben der Schtldwache. Blieb der Soldat stehen, so zwickte sie ihn, und hatte sie ihn zum Gehen gebracht, so ging sie Schritt für Schritt stolz neben ihm einher. Abends verließ sie zögernd den Schauplatz ihres Ruhmes, um am Morgen mit den Aeußerungen der höchsten Freude zurückzukehren. Nahte sich die Ablösung, so blieb sie ruhig stehen - kam ein Mensch oder Thier, so vertheidtgte sie den Posten durch einen geflügelten Angriff und kehrte mit triumphirender, freudestrahlender Geberde zur Schildwache zurück, den Hals an ihr aufreckend und heftig schnatternd, um ihr Bericht über den gemachten Ausfall abzustatten. Mußte die Schildwache sich schneller bewegen, um etwa Jemand zu rufen, so blieb fle nicht zurück, sondern lief geflügelten Schrittes neben ihr her, und blieb die Schildwache einmal stehen, so suchte sie sich auf deren Fuß festzusetzen. Da die Gans nicht mehr zu vertreiben war, so wurde sie vom Regiment gekauft und ihr ein Stall in der Nähe des Wachtlocals hergerichtet. Beim Garnisonwechsel des Regiments nach Ludwigsburg im Jahre 1837 wurde sie auf dem Marsche in Kaunstadt nur durch Zufall vom Tode des Verdurstens gerettet. Sie lag schon halb tobt in ihrem Stall auf dem Bagagewagen, als dies ein Unteroffizier bemerkte und sie durch reichliches Begießen mit Wasser wieder zum Leben brachte. Auch in der neuen Garnison blieb sie ihrem bisherigen Treiben nur mit wenigen Abweichungen treu. Wenn nämlich das Regiment vollzählig ausgerückt war, begab sie sich zur nächsten Schildwache bei der Post oder vor dem Arsenal, wo sie gemüthlich bis zur Rückkunft des Regiments verweilte, dem sie dann, sobald sie die Musik hörte, eilends entgegenging, hier und da auch flog, besonders, wenn das Regiment längere Zeit abwesend gewesen war. Hatte sie es erreicht, so machte sie Kehrt und mar* schirte dem Trompetercorps vorauf oder zur Seite unter fröhlichem Gegacker mit in die Kaserne, wo sie dann ihren gewohnten Posten wieder einnahm. Im Jahre 1849 mußte sie einen zweiten Garnisonwechsel ausstehen: den von Ludwigsburg nach Ulm, wo sie ihr Standquartier in der Zeughauskaserne neben dem Wachtlocal erhielt und oft die Ehre hatte, van Fremden besucht und bewundert zu werden. Ulm war hre letzte Garnison. Am 6. Januar 1853, Nachmittags 4 Uhr, trat unerwartet das Ende ihrer Tage ein, als sie eben mit der Schildwache auf und ab ging. Sie erreichte ein Alter von etwa 20 Jahren, von denen sie 19 ununterbrochen beim Regiment zubrachte. Aber auch ferner sollte sie beim Regiment bleiben. In ihrer eigenthümlichen, fast mili- tärischen Haltung sehr gelungen ausgestopft, ist die „Regi- ments Gans" für das Regiment eine Merkwürdigkeit geworden, wie eine solche schwerlich irgend eine militärische Truppe wird aufweisen können. Sie hat in dem Bibliothek und Lesezimmer der Unteroffiziere einen passenden Platz esunden. * Was auf der Eisenbahn nicht Alles stehen und liegen bleibt. Der „M. Anz." schreibt aus Mainz: Alljährlich werden hier von der Bahnverwaltung die in den Wartesälen, Etsenbahncoupss, Bahnhöfen rc. stehen ober liegen gebliebenen Gegenstänbe versteigert unb zwar nachbem bieselben über ein Jahr von ber Bahnverwaltung aufgehoben worben unb bte nöthigen Schritte geschehen sind, um bieselben ihren rechtmäßigen Eigenthümern wieber zurückzuerstatten. Gestern Abenb fanb nun ber Schluß der diesjährigen bez. vorjährigen Versteigerung der Fundstücke auf der Hessischen Ludwigsbahn statt. Die zur Versteigerung gekommenen Sachen bestanden aus Tausenden von Stöcken und Schirmen allen Calibers, vom Knotenstock des Handwerksburschen bis zum eleganten Röhrchen irgend eines Gecken, von dem Familienregenschtrm der Bauersfrau bis zu dem spitzenbesetzten Seidenschirmchen des „gnädigen" Fräulein. Auch Hüte in Hunderten von Exemplaren und Formen, Reisetaschen, Handkofferchen rc. Unter den gefunden Gegenständen befand sich auch eine völlig neue Nähmaschine, dieselbe blieb im Bahnhof stehen unb konnte trotz allen Bemühungen ihrem rechtmäßigen Eigen- thümer nicht zugestellt werben- sie würbe um 29 Mk. Angeschlagen. * Wie die Bildung mitunter bezahlt wird. Auf zwei recht bezeichnenbe Zeitungsanzeigen lenkt das Bramberger Tageblatt die Aufmerksamkeit. In der einen wird eine musikalische Erzieherin gegen ein Jahresgehalt von i 80 Mark, in der anderen eine „Mamsell" gesucht, welche in ber Aufzucht von Schweinen, Febervieh unb Jungvieh be- wanbert sein muß. Lohn 240 Mark. Da werben bte jungen Damen, welche sich bem Lehrerinnenberufe zu widmen beabsichtigen, gut thun, zu überlegen, ob sie nicht besser fahren, wenn sie sich mit ber Schweinezucht befassen. * Bierglasthermometer. Wie ber „Norbb. Allg. Ztg." berichtet wird, ist der Fabrikbesitzer Wende zu Driesen auf den Gedanken gekommen, in einer böhmischen Glasfabrik j vorläufig Probrgläser machen zu lassen, in bereu Wanb eine ! Quecksilbersäule eingelassen ist, von der man die Temperatur ! des Getränkes ablesen kann. Der Erfinder hat diese Trink- gefäße patenttren lassen._________________________________ Literatur und Aorist. — DiSlocationSkarte der Heere Europas, herausgegeben von vr. Hermann - Sagan, Mitglied des deutschen Reichstags. , neuesten amtlichen Quellen bearbeitet von A. Herr ich. Maßstab: 1: 3 250 000. Vollständig in 4 Sectionen. Erste Sectton: Blatt 3 Ein Blatt 71 : 88 Zentimeter. (Verlag von Earl Flemming in Glogau.) — Europa starrt in Waffen, und das i am' i militärische Stärke der einzelnen Staaten nicht nur ' im Allgemeinen, sondern auch specialisirt nach ihrer Vertheilung aus die verschiedenen Truppenkörper und nach ihrem Garnisonsstande kennen zu lernen, ist längst nicht mehr auf rein militärische Kreise beschränkt. Da war es nun ein sehr glücklicher Gedanke, dem Fach- «ann wie dem Laienpublikum das Resultat eingehendster und zuver- läsfigster Studien auf diesem Gebiet in einer übersichtlichen graphischen Abstellung zugänglich zu machen. So entstand, nachdem im vorigen r ?$re bereits eine „DiSlocationSkarte des deutschen Heeres und seiner Grenznachbarn" von demselben Herausgeber erschienen war, die neue große, aus vier Blättern bestehende DiSlocationSkarte der Heere Europas, deren Darstellung sich übrigens nicht streng auf ^schränkt, da auch die benachbarten Gebiete von Nordafrika und ffieftafien mit einbegriffen sind. Die in Blatt 3 uns vorliegende rl°rn 5er Karte umfaßt: Südengland, Belgien, Mittel- und Süddeutsch and, einen Theil von Russisch-Polen, Oesterreich und d e Hälfte Ungarns, ein Stück der westlichen Balkanstaaten, Italien, die Schweiz, Frankreich, Spanien und Nordwestasiika. Auf dem ungemein belebten, in fünffarbigem lithographischen Druck überaus sauber und übersichtlich hergestellten Kartendtlde finden wir nicht bloß alle Friedensdislocationen sämmtlicher Armeen Europas bis in die kleinsten Details veranschaulicht, sondern auch ihre Kriegsformationen dargestellt, soweit für dieselben zu FriedenSzeiten bereits Eadretz u. s. w. vorhanden sind. — Alle Truppentheile mit ihren Gliederungen und Abstufungen bis zum kleinsten Detachement herab sind durch scharf ausgeprägte (Signaturen gekennzeichnet. Die (general;, Dtvistons- und Brigade - Commandos, die Stäbe und Depots der Regimenter, deren Truppentheile in zwei oder mehreren Garnisonen untergebracht sind, die Landwehr - Bezirks - Commandos und ähnliche Einrichtungen, alle Land- und Küstenbefestigungen, die Eisenbahnlinien — letztere unter Sonderbezeichnung der strategisch !°^"?^A°ppblMs-Strecken kurz alle für den Zweck der Karte in Betracht kommenden Details und Neugestaltungen, wie insbesondere auch die im vorigen Jahre stattgefundenen durchgreifenden Organi- '^.^^nberungen des deutschen Heeres haben gewissenhafte Berücksichtigung gefunden. Daß die Karte nach den neuesten Materialen und zuverlässigsten Quellen aufs sorgfältigste bearbeitet und bis auf den neuesten Stand ergänzt ist, findet man überall bestätigt, wo man mit der Nachprüfung einsetzt. Nicht nur Laien, auch kriegs- wissenschaftliche geschulte Militärs werden das vorliegende Kartenwerk, dem auch ein statistischer Text belgegebm wird, als eine dankens- werthe und lehrreiche Veröffentlichung begrüßen. A. 0. — S tratzenüberfichtSkarie für Radfahrer von Deutsch- land «nd Deutsch-Oesterreich. I. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig. — Die Straßenüberstchtskarte soll bem Touren- fo&rer eine bequeme Ueberstcht über die zwischen größeren Städten einzuschlagenden Touren gewähren. Es sind die wichtigsten Straßen stark roth, die minder wichtigen schwach roth, die übrigen Wege schwarz wiedergegeben. Außerdem finden sich in deutlichen rothen Zahlen die Entfernungen zwischen den Hauptorten angegeben. Da bte Angaben der Straßenlängen ganz genaue, nach amtlichem Materiale gemacht sind, so dürfte sich die Karte übrigens nicht nur zu Sport-, sondern auch zu allgemeinen Zwecken eignen. Die Ausstattung ist eine sehr geschmackvolle. Der oierfarbig auf sehr gutem Papiere sauber ausgeführte Druck läßt den Preis von 2 Mk. sehr niedrig erscheinen, ein Grund mehr, die schöne Karte jedem Radfahrer zur Anschaffung warm zu empfehlen. rJ^U galten wie «US gesunde Nütze? Wie spare« wir bei der Nntzbekletdnngr Ist den Schuhmacher« «och zn helfend Drei wichtige Fragen zur Beherzigung für Jedermann auf Grund der wissenschaftlichen Forschungen beantwortet von vr. Heinrich Fränkel. Preis 20 Pf. Unter diesem Titel ist tm Verlage von Leonhard Simion in Berlin ein Büchlein erschienen, welches in gemeinverständlicher Weise die Benachtheiligung der Gesundheit und des Geldbeutels der Bevölkerung bargelegt, beioorgerufen durch die immer weiter greifende Verdrängung des Schuhmacherhandwerks durch das Fabriksschuhwerk. Wie wir erfahren, haben viele Schuhmacher - Innungen und einzelne Meister zum Zwecke unentgeltlicher Vertheilung an bas Publikum große Partteen der Broschüre bestellt, die zu diesem Zwicke von Setten der Verlagshandlung zu außerordentlich ermäßigten Partiepreisen abgegeben wird. Aufruf an alle Kriegskameraden von 1848—1870/71. Der Verband deutscher Kriegs-Veteranen hat es sich zur Auf- ?o™,SeJna$t'Iür sämmtliche Krieger (Kombattanten) von 1848 bis 1870/71 eine etammrofle zu führen. Nahezu ein Vierteljahrhundert ist feit bem Einigungskriege verflossen und imrnermehr lichten sich die Schaaren der Zeit- unb Kampfgenossen. Es wirb Zeit, baß sie sich enger zusammenschließen, daß sie in die Lucken treten, bte ber Tod in die Glieder gerissen hat. Wenn noch ein weiteres Vierleljahrhundert ins Land gegangen ist, wird nur noch ein kleines Häuflein Zeuge jener gewaltigen Zeit fein, unb die Stammrolle — die Ehren- und Votiotafel der Krieger von 1848—70/71 wird dann dafür sorgen, daß diese wenigen nicht unbeachtet unter dem jungen Nachwuchs verschwinden, damit es ihnen nicht so gehl, wie den alten Veteranen aus den Befreiungskriegen gegen den ersten Napoleon, die man bei einer großen Haupt, unb Staatsaction mühsam zusammensuchen mußte unb beren vielfach dürftige Erscheinung seltsam conti asttrte mit ihrer Eigenschaft als Ehrengäste. Wir richten baher an alle obengenannten Kriegskarneraben bte bringenbe Bitte, uns ihre Adresse behufs Eintragung in die Stammrolle einzufenden. Nach Fertigstellung des ersten Bandes werden wir diesen in Druck erscheinen lassen und den Kameraden zum Selbstkostenpreise ?JIaf^n'Äunb Dauben wir, daß diese Tafel eine schöne Erinnerung für alle Kameraden fein wird, denn sie werden beim Nachlesen darin anuLbe"9?amcfn manches Mannes stoßen, ber ihnen in jener bewegten Zeit näher gestanden hat. ” »^?^et"g ersuch^ wir alle Krieger freunde, wie auch Gemeinde- vorstände, Geistliche, Lehrer rc. rc., uns hierin zu unterstützen. Zuschriften bitten wir an unser Bureau, Leipzig, Norbstraße 26 zu richten. Verband deutscher Kriegs-Beteraue« Ä . Der geschäftsführenbe Vorstand: Kästner, Hille, Schmerwitz, Vorsitzender. Schriftführer. Cafsirer. — Die höchste Anerkennung, ber I. Preis — «hrenprei- unb «taatSmedaille o. Bremen — ist Mondamin Brown & Potton auf der „Deutfchnattonalen Ausstellung in Kiel", d. 4. dis 19. August zuerkennt worden. Diese Draht-Nachricht geht uns soeben zu unb nehmen wir Veranlassung, die verehrten Leser hiervon in Kenntniß zu fetzen. Mondamin ist ein vollständig entöltes Maismehl, gewonnen aus den feinsten Bestandthetlen des Mats durch ein patentirtes Ver-- fahren der alleinigen Fabrikanten Brown & Polson, welche bekannt, ltch tm vorigen Jahre ihr üvjährigeS Jubiläum gefeiert haben. Mondamin eignet sich nicht nur zur Verdickung von Suppen, Saucen, Cacao rc., sondern ist, mit Milch gekocht, auch für Kinder und Kranke vorzüglich, da eS die Verdaulichkeit der Milch fördert — Mondamin verhindert das Gerinnen der Milch im Magen. Mondamin-Flam- meries, Mondamin Puddings, Monbamin-Rothe-Grütze, Mondamtn- Fruchtspeifen rc. erfreuen sich ber größ.n Beliebtheit; auch als Mischung mit gewödnlichen Mehlsorten, zu Sanbtorten unb feinem Gebäck, ist Mondamin sehr zu empfehlen, ba es zur Verfeinerung bes Geschmacks unb zum Gelingen bes Backens wesentlich beiträgt. 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August anberaumte Generalversammlung fällt aus und findet nunmehr Freitag den 7. September, Abends 8*|» Uhr, in der Restauration Meyer (Postkeller) statt. Tagesordnung: Verlängerung des Beschlusses vom 19. August 1893, betr. Abänderung des § 22 der Statuten. 7008 Der Borstand. NB. Nur die Vertreter sind berechtigt, an der Versammlung Theil zu nehmen. G, 0. Gebauer Nacht 67 Seltersweg (Franz Eyserbeck) Seltersweg 67 Flügel u. Pianinos der berühmten Hofpianofortefabriken 773- Steinway and Sons, Schiedmayer & Söhne, Heinr. Knauss Söhne, Rich. Lipp Sohn, Steingräber & Söhne, Selinke & Sponnagel, W. Ritmüller & Sohn, Zeitter & Winkelmann etc. etc. Violinen, Bogen, Zithern, Saiten. Vermiethung von Pianos« Reparaturen. — Stimmungen. — Sorgfältige Arbeit, Mässige Preise. — Langjährige Garantie. 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