1894 Freitag den 2. Februar Erstes Blatt Nr. 27 Schlag; Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen chratisöeikage: Gießener Kamitienötätter Zs». Cbl. rrntt mannigfachen Beweise treuer Liebe des deutschen Volkes. Der Kaiser ist sehr innig befriedigt, daß die freudige Theiinahme Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. bekannt, findet oie conftituirende des Etat Rcdaction, Srpedüion und Druckern: Sckulllrahe Är.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger Itvonnemeutspreis: 2 Mark 20 Pfg mit Lringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. ;h lk. Reiche der komischen Muse gezeigt habe ♦* Gießener Omnibus Gesellschaft, morgen, Freitag Abend 8V2 Uhr, in C hoch er» Die Gießener Aa «itien d lütter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. igtl* 1894. Deveschen deS Bureau »Herold". Berlin, 31. Januar. Der „Reichsanzeiger" bringt an der Spitze seiner Ausgabe ein längeres Dankschreiben des Kaisers für die anläßlich seines Geburtstages, sowie seines Militärjubiläums eingegangenen zahlreichen Glückwünsche und Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. durch den Besuch des um den Kaiser und das Reich so verdienten Staatsmannes eine besondere Steigerung fahren hat. Berlin, 31. Januar. Die Budgetcommission aus Anlaß de» ^Großher»ogl- irl K°ch‘ 1 CocaUs uitö ^rsvbkrz4eller. Gießen, 1. Februar 1894 ** Theater-Bereiu. Ueber die gestrige Borstellung deS Shakespeare - Deinhardstein - Wittmann'schen Lustspiels „Der Widerspenstigen Zähmung" werden wir in der nächsten Nummer unseres Blattes berichten. Für heute nur die Notiz, daß unsere Vorahnung sich erfüllt hat: das Haus war ausverkauft und daß die Darmstädter fich den Gießenern als Meister im Nerreste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Paris, 31. Januar. In der Heerescommission gab Jules Roche eine vergleichende Uebersicht der militärischen Verhältniffe Deutschlands zu Frankreich und wies auf die für Frankreich nothwendigen Ergänzungen und Vervollständigungen hin. Die Commission beschloß, darüber die Ausführungen des Kriegsministers entgegenzunehmen. Madrid, 31. Januar. Der Bericht des Gouverneurs von Cadix besagt, Tausende von nothleidenden Bauern und Arbeitern durchziehen bettelnd die Provinz. Es werden Ausschreftungen befürchtet. Alle Annoucen-Burcaux deS 3n‘ und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. sW» s 3^ lli« Ausland. — In Frankreich macht sich eine erneute Bewegung der dortigen hochfchutzzöllnerifchen Partei bemerklich. Diese erneute Strömung zielt hauptsächlich auf eine Erhöhung der Getreidezölle und auf entsprechende Erhöhungen des Mehlzolles. Die Regierung selbst kommt den Wünschen der Schutzzöllner im Parlamente entgegen, indem sie einen Zollsatz von 7 Francs vorschlägt. Bei dem schutzzöllnertschen Character der jetzigen französischen Deputirtenkammer ist es selbstverständlich, daß sie der vorgeschlagenen Zollerhöhung zustimmen wird. In der am Dienstag abgehaltenen Sitzung des französischen Ministerrathes wurde sestgestellt, daß angesichts der erwarteten Zollerhöhung seit einigen Wochen fünf Millionen Centner Getreide nach Frankreich eingeführt worden sind. — Die in Zürich stattgefundenen Anarchisten-Tumulte, bei denen italienische Arbeiter die Hauptrolle spielten, hat ein diplomatisches Nachspiel zur Folge gehabt. Der italienische Gesandte in Bern sprach dem Bundespräsidenten Frey gegenüber die Meinung aus, daß die Züricher Polizeibehörde nicht mit der nöthigen Energie zum Schutze des italienischen ConsulatSgebäudes in Zürich gegen den Angriff der tumul» tuirenden Arbeiter vorgegangen sei. Der Bundespräsident sprach offiziell sein Bedauern über die Züricher Vorgänge aus und verhieß strenge Untersuchung derselben. Höchst wahrscheinlich wird die Züricher Polizeibehörde einen tüchtigen „Wischer" von Bern aus erhalten, denn sie hat offenbar bei der anarchistischen Emeute zu spät eingegriffen. — Mit dem 6jäten, der bekanntlich an Influenza und Lungenentzündung nicht unbedenklich ^krankt war, geht es jetzt beständig besser. Das am DienStag Abend über daS Befinden des hohen Kranken ausgegebene Bulletin lautet: „Die Temperatur sinkt weiter, sie ist heute Abend 37,3. Die Bronchitis läßt nach und läßt von Zeit zu Zeit einen kurzen Schlaf zu. Der Puls ist gut." Deutsche» Reich. Berlin, 31. Januar. Das preußische Abgeordneten« h a u S trat am Dienstag in die Dpezialberathung des Staatshaushaltsetats ein. Erledigt und genehmigt wurden an genanntem Tage, nach meist unerheblicher Debatte die EtatS deS Kriegsministeriums, der Domänenverwaltung und der Lotterieverwaltung. Hierauf berieth daS Haus in erster Lesung die Vorlage, betr. das Ruhegehalt der Lehrer und Lehrerinnen an den nichtstaatlichen höheren Schulen, und betr. die Fürsorge für deren Hinterbliebene. Der Entwurf fand allseitig sympathische Aufnahme und ging dann an eine besondere Commission. Außerdem erledigte das Haus noch die erste Lesung der Vorlage über Stadterweiterungen und Zonenenteignungen und verwies den Entwurf ebenfalls an eine besondere Commission. Am Mittwoch nahm das Haus die Eratsberathung beim Etat der Finanzverwaltung wieder auf. führen. Berlin, 31. Januar. Die Budgetcommission des Abgeordnetenhauses verwarf die Gehaltserhöhung des Stuttgarter Gesandtenpostens um 6000 Mk. Berlin, 31. Januar. Gegenüber den Gerüchten, der Kaiser werde schon in den nächsten Tagen den Fürsten Bismarck in Friedrichsruh besuchen, kann festgefellt werden, daß bestimmte Dispositionen noch nicht getroffen sind. Der Besuch dürfte aber bis zum 20. Februar erfolgen. I« Schlosse zu Friedrichsruh arbeitet man bereits an den Vorbereitungen zum Empfange. Berlin, 31. Januar. Das 25jährige Jubiläum deS Kaisers als Angehöriger der Armee wird von dem 1. Garderegiment zu Fuß, bei welchem der Kaiser vor 25 Jahren zuerst Dienst that, noch vor dem 7. Februar festlich begangen werden. Der Kaiser selbst hat seinen Besuch zugesagt. Gotha,31. Januar. Der Einzug der herzoglichen Familie ging heute Mittag trotz des strömenden RegenS in sehr glänzender Weise vor sich. Die Stadt war reich mit Fahnen, Guirlanden und Teppichen geschmückt. Am Bahnhof stand eine Ebrencompagnie. Sofia, 31. Januar. Infolge der Geburt eines Thronfolgers ist heute nationaler Feiertag. Der Jubel ist, wie wir schon gestern meldeten, im ganzen Lande überschwenglich. Zu großen Freudenausbrüchen kam eS gestern vor dem Schloß, als die Fürstin-Mutter auf dem Balkon erschien und der Menge den Neugeborenen zeigte. Wien, 31. Januar. Der „Pol. Corr." wird aus Petersburg gemeldet, daß in kürzester Zeit die Errichtung von Grenzwachcorps im Kaukasus stattfinden soll. Brüffel, 31. Januar. Am heutigen Nachmittag fand eine große Studeutenkundgebung zu Ehren des be- missionirten Rectors Denis statt, bet welcher 300 Studenten dem Rector eine Ergebenheirsadresse überreichten. Brüffel, 31. Januar. „Etoile Belge" dementirt formell die Nachricht der „Köln. Ztg." und anderer Blätter über die Verlobung der Prinzessin Josefine mit dem Prinzen Karl von Hohenzollern. Die „Jndvpendance" hält diese Nachricht zwar für verfrüht, aber doch für wahrscheinlich. Paris, 31. Januar. Präsident Carnot und der Cabi- netschef ertheilten dem französischen Botschafter Montebello in Petersburg den Auftrag, durch Minister Giers dem Kaiser anläßlich seiner Erkrankung ihre Sympathie zum Ausdruck zu bringen. Paris, 31. Januar. Die Acten der Gnadencommisfion, den Proceß Vaillant betreffend, werden heute erst dem Präsidenten Carnot eingerekcht werden. Es ist deshalb die Entscheidung Carnots bald bevorstehend. Der Verteidiger Vaillants übersandte gestern dem Präsidenten Carnot ein Exemplar seiner gedruckten Verteidigungsrede und suchte gleichzeitig eine Audienz nach, die ihm auch gestattet werden dürfte. Vaillant hat sein Testament gemacht, dessen erster Theil sich mii seiner Tochter und dessen zweiter Theil sich nur mit Politik beschäftigt. Reichstages genehmigte im Exttaordinarium zum des Reichskanzlers die ausgesetzte Forderung von 60000 Mk. zur Instandhaltung des Dienstgebäudes. Morgen findet di^ Berathung des Etats der Schutzgebiete statt. — Dem Reichstag ist ein Gesetzentwurf bett, die Bekämpfung gemein- gefährlicherKrankheiten zugegangen. — Die „Militärpolitische Correspondenz" erfährt positiv, daß die Absicht bestehe, die Frage der Aufhebung deS Identitätsnachweises, welche gleichzeitig mit dem rumänischen Handelsvertrag zu entscheiden ist, derart zu regeln, daß mittelst Ausfuhrscheinen das Recht gewährt wird, eine dem ausgeführten Getreide entsprechende Menge zollfrei einzu- Dentscher Reichstag. 39. Sitzung. Mittwoch den 31. Zannar 1894. Die erste Berathung des Gesetzentwurfs betr. die anderweite Ordnung des Reichsfinanzwesens wird sortgesetzt. Abg. Dr. v. Frege (cons.) legt vom Standpunkte eines Nicht- preuhen und eines Mitgliedes einer Landesvertretung Zeugniß für die Nothwendigkett der Reichsfinanzreform ab. Eine hochpolitische Bedeutung habe die Vorlage auch insofern, als sie aus einem ein- müthtgen Beschlüsse der verbündeten Regierungen hervorgegangen ist. Nachdem meine Freunde in letzter Zeit nicht immer auf Seiten der verbündeten Regierungen stehen konnten, begrüßen sie es, heute dazu in der Lage zu sein. (Zustimmung rechts.) Die Vorlage steht in vollem Einklang mit der Frankenstetn'schen Clausel. Von einer Ueberlastung mit inbirecten Steuern kann keine Rede fein; dagegen können die birecren Steuern nicht weiter angespannt werben, bie in erster Linie die Mittelklassen belasten. Diese Erfahrung haben wir schon längst in Sachsen gemacht. Wird die Vorlage abgelehnt, dann finb bie Einzelstaaten vor die ernste Frage gestellt, ob bie Entlastung der unteren Klassen von birecten Steuern aufrecht erhalten werden kann. Arn Reichtzetat läßt sich kaum noch sparen, nachdem hier schon allenthalben gespart worden. Als inbirecte Steuern, welche nicht den armen Mann, sondern nur den Wohlhabenden treffen würden, nannte Redner sodann: Zeitungssteuer, Monopol für Sprengstoffe aller Art, Rohspiritnsmonopol. Zu den LuxuSsteuem gehört zweifellos die Tabakfabrikatsteuer. Man versteht es im Volke nicht, daß die theure Cigarre des Commerzienraths dieselbe Steuer tragen solle, wie die Pfeife des armen Mannes. Einen Fehler hat bie Regierung allerbings bamit gemacht, daß sie nicht gleich im Sommer bie Deckungsfrage mit erlebigte. Sollte man auch jetzt hier rathlos auseinandergehen, bann würbe nichts Anderes übrig bleiben als — sich in Friedrichsruhe Rath zu holen. Präsident v. Leoetzow ruft Dr. 0. Frege nachträglich zur Ordnung, weil dieser in einer Polemik den Abg. Richter als finanztechnischen Jongleur bezeichnet. Staatssecretär Graf PosadowSky: Fürst Bismarck hat schon 1876 gesagt: Wir müssen nach Verminderung der Matricularbeiträge streben und, wenn es sein kann, nach deren Abschaffung. Bezüglich der Erhaltung der Frankenstein'schen Clausel stimmen wir mit bem Centrum überein. Nach bet feierlichen Erklärung des Dr. Lieber hoffe ich noch immer auf eine Einigung mit bem Centrum. Glaubt Herr Richter benn nicht, wir würben bie ungeheuren Summen für Militär und Marine nicht viel lieber für Kunst und Wissenschaft verwenden? (Richter: Nein!). Geben Sie uns die glückliche Lage Frankreichs, bie ifoltrte Englanbs, unb der Militäretat wird sofort eingeschränkt werden. Richter beruft sich auf bie Einnahme-Berechnungen bes Herrn v. Maltzahn in ber Militärcommifston, als aus eine Art Dogma. Wenn Sie boch ebenfo günstig von anberen Meinungsäußerungen ber Regierung denken wollten'. Der Staats- fecretär führt dann aus, baß die Maltzahn'fche Berechnung ber in den nächsten Jahren zu erwartenden Steigerung der Zolle unb Steuereinnahmen zu optimistisch gewesen. Damals habe auckr Herr Richter die finanzielle Lage viel ungünstiger angesehen als Herr v. Maltzahn. Wenn Herr Richter von einer Töpfchen - Wirthschasl spricht, könne man doch bezweifeln, daß die wechselnde Parlamentsmajorität eine bessere Garantie für eine geordnete Finanzwirthschaft flieht, als sie z. B. der absolutistische preußische Staat gegeben hat. (Richter: Hort, hört!) Daß das Ausgabebewilligungsrecht für den Reichstag daS Wichtigere ist, hat schon Fürst Bismarck 1877 an dieser Stelle ausgesprochen. Auch die Einzellandtage erhalten durch diese Finanzreform in Bezug auf die Ausstellung ihres Etats eine größere Selbstständigkeit. Wenn Sie auch die Vorlage in der Commifsion begraben — ich versichere Sie, Sie begraben einen Scheintodten. Wir sind überzeugt, eine Sache zu wollen, bie schließlich durch ihr eigenes Gewicht siegen wird. Abg. Dr. Schädler (Ctr.): Der Schatzsecretär meinte gestern, den Bayern werde die Tabakfabrikatsteuer lieber fein als die Biersteuer. Der Autorität ber Regierungen würde es dienlich fein, wenn sie jetzt, nachdem sie im Sommer darauf verzichtet, mit der Biersteuer wieder kommen wollten. Sollte es doch gefchehen, dann könnte es kommen, daß abermals ein füddeutsches Bundesrathsmitglied, dem Beifpiele feines württembergifchen Collegen folgend, nicht nur im Bundesrathe, sondern auch hier die Interessen seines Landes.wahren würde. Das gesammte Centrum steht geschlossen auf dem Boden ber von Dr. Lieber abgegebenen Erklärung. Wir finb alle darin einig: die Last muß ben Leistungsfähigen auferlegt werben. In bet „Reform" steckt eine Steueroermehrung unb dazu ist bie Zeit nicht angeihan. In dem Falle der Maltzahn'schen Berechnung steht Regierung gegen Regierung; da kann leicht der Glaube entstehen, daß die Ziffern je nach Bedarf aufgestellt werden. Bei folchen Untergeben in ben Berechnungen müssen wir hoppelt vorsichtig fein. Wir wollen keine Steuern auf Vorrath, zumal sich Militärvorlagen periodisch zu wieberholen scheinen. Herr Miquel meint zwar, wir waren bamit im Wesentlichen zu Ende; aber — die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. (Ruf links: Mir auch! Heiterkeit.) Die Finanzverhältnisse find doch nur durch die Regierungen mit ihren ewigen Forderungen gestört worben. Sie haben auch bie Verantwortlichkeit baför, wenn ein Theil ber Mehrkosten auf die Matricularbeiträge gelegt werden muß. Wir sind hier nicht dazu da, die Geschäfte der Einzelstaaten zu besorgen. Wir müssen sparsam sein unb vor Allem am Militär- unb Marine- Etat Abstriche machen. Abg. Böttcher (natl.) Abgg. Bachem unb Schädler bestritten hauptsächlich bie Opportunität ber Finanzresorm im gegenwärtigen Augenblicke; aber bieser Augenblick ist nicht gewählt, sondern durch die Verhältnisse aufgezwungen. Die Frankenstein'sche Clausel wirb durch die Finanzreform erst zur Wahi Helt gemacht. Das Verhältniß der birecten zu ben inbirecten Steuern hat fich keineswegs zu Un- gunsten ber letzteren verschoben. Die Weinsteuer ist burcbaus populär. Die Kleinstaaten können, abgesehen von ben freien ©labten, eine Erhöhung ber fDlatricuiarbeiträge nicht ertragen. Wer gegen bie Vorlage stimmt, setzt sich mit bem föberalistischen Princip in Wiber- spruch. Abg. Frh. v Stumm (Rp.) tritt für die Vorlage ein. Eine weitere Erhöhung blrecter Steuern sei nicht angängig, bie Aufbringung ber zur Ausgaben-Deckung erforderlichen Mittel müsse daher auf dem Wege inblrecter Steuern erfolgen. Auch fei die Tabak- fabrifatfteuer keineswegs io unpopulär, wie man hier behauptet. Nachdem noch Abg. Fuchs (Ctr.) gegen bie Vorlage gesprochen, wird biefelbe ber ©teuercommiffion überwiesen. ES folgt zweite Berathung ber Nov eil e zur Concursord- nun g. Es liegen dazu eine größere Anzahl Erweiterungsanträge vor, weßhalb die Vorlage mit diesen Anträgen an eine besondere Commission verwiesen wird. Morgen: Novelle zum Unterstützungswohnsitzgesetz, Anträge betr. Abänderung des Wahlgesetzes. Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. fi? W [386 d"varrrr »atut .JMftr. 2, lil. rt --------- rahnen U Offerten mitt _a. R, ..lineS Beamten wi « a» fobrmMi Kurz, oder Pu-, M. d. Bl. cf- ^olomainjaaum v ein rling runy gesucht ^Offerten unter C. 8. licht! LiUlsMchenldn b. LudmmlLtz UL SchmiedlMe (Feier- m Lobn sofort jtfutfeL fet, WMochaft ct sind im Kistchen !N dllllnnd Ä thlt iej|tn • MauS Mv f. Off. unter J. 136 n 0. Wer, A-8-, [861 Der Machen.gesuL yü>. d- Bl- ! ßnO : tteirrlMle, Dieich Mart deutschredellde ütrmitttü In M«)’ ndl ua biaiger alS «er, Berlin Gr pam- ceS auf HausfreM wählte Salonenelk. nmem (mit Text- aee.) Quartal 1 Mk. gratis oii* Koche Verlag 903 Versammlung der Gießener Omnibus-Gesellschaft statt. Unsere Stadt wird in Kürze dadurch um ein von Vielen längst begehrtes Verkehrsinstitut reicher werden und darf man somit annehmen, daß das Unternehmen die zu seinem Fortbestehen nöthige Unterstützung des Publikums finden wird. Die Personenbeförderung erfolgt, soviel wir aus den Erläuterungen des Projects erfahren konnten, zu einem sehr mäßigen Preise, auch soll in Bezug auf Bequemlichkeit der Fahrgäste, innere und äußere Ausstattung der Wagen alles Mögliche aufgeboten werden. Die Stadt bat durch ihren Beitritt mit einem Drittel des Gründungscapitals bewiesen, daß sie Interesse an dem Zustandekommen und Bestehen des Unternehmens hat und die Verkehrsverhältniffe unserer Stadt zunächst im Rahmen des Erreichbaren und Zweckdienlichen zu fördern bestrebt ist. ** Amateur Photographie. Die immer wachsende Aus« breitung der Amateur-Photographie, die sich auch am hiesigen Orte bemerkbar macht, hat den Gedanken eines Zusammenschlusses der Interessenten nahegelegt. Wie wir hören, ist dahier am 30. v. Mts. im Cafe Ebel eine größere Anzahl hiesiger Herren zu einer „Vereinigung Gießener Amateur- Photographen" zusammengetreten. Zweck der Vereinigung ist, durch gegenseitigen mündlichen Austausch der Erfahrungen, freie Besprechung aller den Amatcur.Photographen interessirende Angelegenheiten, namentlich der neuesten Fortschritte der Photographie, Vorzeigen von Bildern, sowie das Halten fachlicher Zeitschriften den Mitgliedern diejenige Anregung und weitere Ausbildung zu ermöglichen, die bei bloßem Einzelstudium nur selten zu erreichen ist. Von besonderem Interesse für die Betheiligten werden auch die in Wandermappen periodisch circulirendeu Photographien des Verbandes der deutschen und österreichischen Amateur-Photographen-Vereine sein, die den Mitgliedern durch Anschluß der hiesigen Vereinigung an den Verband zugänglich gemacht werden. — Wir wünschen dem jungen Unternehmen besten Erfolg in der Hoffnung, daß sich bald noch recht viele Theilnehmer zu demselben bei Herrn Provinzial - Ingenieur Stahl dahier melden mögen. • * Die Zahl der LehramtS-Acresfisten und Affesfore» im Großherzogthum Hessen beträgt nach einer jetzt erschienenen Statistik insgesammt 131. Hiervon find 44, die größten« theils erst ihren Acceß ablegen, noch ohne Verwendung. Die LehramtS-Candidaten finden durchschnittlich zwei Jahre nach dem Examen Anstellung mit einer Anfangs-Besoldung von 1700 Mk. Die Zahl der definitiven Stellen beläuft sich auf 239, wozu nach dem Voranschlag für 1894—97 noch 13 weitere treten dürsten. * * D r Hessische Vereiu für facultative Zulassung der Leicheoverbrennung hat zwei Eingaben zur Unterschrift aufgelegt. Die eine ist an die Hessischen Kammern gerichtet und bittet um Verwendung der Regierung dahin, daß letztere die Erbauung und Inbetriebnahme von Leichenverbrennungsöfen nicht länger verhindere. Die zweite Eingabe ist an den Reichstag gerichtet und ersucht in den Gesetzentwurf, bett, die Verhütung gemeingefährlicher Krankheiten, Bestimmungen aufzunehmen, welche in allen Bundesstaaten und zu allen Zeiten die Einäscherung von Menschenleichen gestatten. * * Die vom Kaiser gestifteten Faogschuüre als neue Schützen.Auszeichnungen werden, wie von auswärts gemeldet wird, den Mannschaften bei ihrer Entlassung als Eigenthum verbleiben und somit eine dauernde Erinnerung an die Soldatenzeit bilden. * * Ernennung. Am 20. Januar wurde der Kreisschul- iaspector Johannes Bauder zu Schotten zum Kreisschul- inspettor für den Kreis Groß-Gerau ernannt. * * Nachtheilige Wirkungen des Radfahrens. Die krumme Haltung der Radfahrer, die gewöhnlich auf dem Stahlrad die Form eines lateinischen C annehmen, wenn sie sich nicht ganz vornüber legen, sodaß sie einem liegenden gleichen, ist schon viel von Aerzten besprochen und getadelt worden. Nun aber erhebt sich ein berühmter englischer Radfahrer, der selbst Arzt ist, Sir Benjamin Richardson, öffentlich gegen die Mißbräuche beim Fahren. Er sagt u. A.: „Der Brauch, daß sich mehr oder minder alle Radfahrer über die Lenk« stange beugen, führt zu den gesundheitschädlichsten Folgen. Es läßt sich nicht leugnen, daß das Fahren uns unwillkürlich zu dieser Haltung verleitet, und es erfordert immer einen gewiffen Zwang und stetige Ueberwachung, wenn man sich gerade halten will, wie ich aus eigener Beobachtung weiß; aber die krumme Haltung ist nicht bloß unschön, sondern sie führt auch unabweislich zu einer Verkrümmung der Wirbelsäule. Auch die Brust wird geschädigt, der Brustkasten kann den fortwährenden Druck nicht aushalten. Die Lungen werden gehemmt und dadurch der ganze Blutumlauf gestört. Es liegt auf der Hand, daß alle diese Folgen genügen dürften, um die Radfahrer zu veranlassen, sich einer besseren Haltung zu befleißigen. ** Das Läugerwerden der Tage wird im Volksmund durch folgendes Sprüchlein angedeutet: „Der Tag um einen Schritt, Zu Neujahr vorwärts tritt, Und am Dreikönigstag Um einen Stundenschlag." Und in der Thal beginnen jetzt die Tage bereits merklich länger zu werden. In der ersten Hälfte des Monats Januar nahmen die Vormittage um sieben Minuten, in der zweiten Hälfte nahmen sie um 21 Minuten zu, die Nachmittage in der ersten Hälfte um 19, in der zweiten um 29 Minuten. Die Nachmittage sind während des ganzen Monats länger als die Vormittage, in der ersten Hälfte beträgt der Unterschied 8, in der zweiten Hälfte des Monats 28 Minuten. + Ruppertenrod, 31. Januar. Die Großherzogliche Sternwarte zu Karlsruhe stellt gegenwärtig Ermittelungen an über den Verlauf des Meteors und bittet alle Beobachter des Phänomens, ihre dabei gemachten Beobachtungen gütigst an dortige Stelle gelangen laffen zu wollen, damit es später möglich werde, die Bahn des Meteors zu berechnen. Herr Dr. F. Ristenpart hat uns brieflich um die sehr wichtige Mittheilung gebeten, wie lange es dauerte, bis nach dem ! Erlöschen des Meteors das donnerähnliche Rollen vernommen wurde, da sich hierdurch aus der Geschwindigkeit des Schalles die Höhedes Meteors direkt berechnen ließe. Wir sind leider nicht in der Lage, diesem Ersuchen entsprechen zu können, oder vielleicht ist es ein oder der andere geschätzte Leser dieser Zeitung. In diesem Falle wolle er im Interesse der Wiffen- schaft hierüber seine Beobachtung kund geben. D Ans dem Ohmthal, 31. Januar. Nachdem die Jagd auf Rebhühner mit dem 1. des vorigen Monats ihr Ende erreicht, schließt mit dem heutigen auch die Jagd auf Hasen und es ist wieder allgemeine Hegezeit für das Wild eingetreten. Der Jäger oder Jagdbesitzer sieht diesmal am Schluß der Jagd vielfach auf nicht besonders günstige Jagd- ergebniffe zurück. Die Feldhühner waren bei Eröffnung der Jagd meist schon sehr stark, indem der trockene Jahrgang ihre Brut und Entwickelung gefördert. Sie hielten in Folge dessen dem Jäger schlecht. Die Haien waren beim Beginn der Jagd so selten im Felde zu erblicken, daß die Jäger hier allerorts Klagen darüber ergehen ließen. Die Feldjagd wurde dann durch das durch den Futtermangel veranlaßte Aussäeu der Felder mit Futterpflanzen ziemlich erschwert. Wenn auch die Jagdergebniffe mit dem Näherrücken der Hegezeit sich besserten, so wurden sie durch den tiefen Stand der Wildpretpreise ungünstig beeinflußt. Sank doch der Preis für große feiste Hasen auf 2,50 Mk. und letzthin sogar auf 2.20 Mk. herab. Auch die Preise für das Rehfleisch diffe- rirten gegen diejenigen anderer Jahrgänge- sie gingen auf 45 Pfg. und 40 Pfg. per Pfund herunter. Unter solchen Umständen wurde vielfach die Jagd seitens der Jäger beschränkt und ihre Ausübung lange vor der Hegezeit eingestellt. 0 Orteuberg, 31. Januar. In hiesiger Oberförsterei wurde eine bedeutende Brennholzversteigerung abgehal« ten, welche 2 Tage dauerte. Es kam Buchen-, Fichten- und Kirschbaumholz zur Versteigerung. Kauflustige waren aus der Wetterau (Dauernheim, Mockstadt, Blofeld, Leidhecken, Staden, Stammheim) sowie aus dem Vogelsberge (Wallernhausen, Bobenhausen, Ranstadt) erschienen, doch überwogen die Kauflustigen aus der Wetterau, welche in dem District „Wanne" häufig ihre Holzbedürfnisse zu decken pflegen. Das Buchenscheitholz 1. Klasse kam pro Raummeter im Durchschnitt auf 6 Mk. 50 Pfg., 2. Klaffe auf 4 Mk. 80 Pfg., Knüppel auf 4 Mk., Fichtenholz kam auf 1 Mk. 20, Kirschbaum auf 4 Mk. Die Versteigerung wurde sogleich genehmigt, denn es wurden mindestens 15 bis 20% über den Tarispreis erzielt. Friedberg, 31. Januar. In einer am 26. d. M. stattgehabten Generalversammlung wurde die Gründung eines Bauvereins auf Grund des Gesetzes vom 1. Mai 1889 endgiltig beschlossen. § 1 der Statuten lautet: Die Genossenschaft führt die Firma: Bauverein „Eigener Herd ist Goldes werth", eingetragene Genoffenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Gegenstand des Unternehmens ist die Erbauung von Wohnhäusern und deren Uebergabe zum allmählichen Erwerb derselben als.Eigenthum zunächst an Veretnsgenoffen, und dann auch an wenig bemittelte andere Bewohner Friedbergs. Bis jetzt gehören dem Vereine 50 Mitglieder an. Der Geschäftsantheil eines Genossen beträgt 200 Mark. Ein Genosse kann sich mit mehreren, doch nicht über 15 Geschäftsantheilen an dem Unternehmen betheiligen. § 48 der Statuten lautet: Der Gewinnanteil der Genoffen darf 4 pCt. ihrer Geschäftsguthaben nicht überschreiten. Etwaige Ueberschüsse werden dem Reservefond zugeschrieben. Wer die Zustände in den hiesigen kleinen Miethwohnungen einigermaßen kennt, muß die Gründung des Vereins mit Freuden begrüßen. Mit Inkrafttreten des neuen Gesetzes, betreffend die Wohn- und Schlafstätten, müssen Räume, die ost allem anderen, nur keiner menschlichen Wohnung gleichen, von den Insassen verlassen werden. Hoffentlich ist dann der Verein in der Lage, soweit es in seiner Macht steht, helfend Eingreifen zu können. Wir wünschen demselben ein fröhliches Gedeihen. Aus Oberhesseu, im Januar. Auch in diesem Jahre werden die vereinigten Kirchengesangvereine von Gelnhaar, Ortenberg, Usenborn und Wenings ein Bezirks- Kirchengesangsfest in der Kirche zu Wenings, und zwar am 27. Juni, veranstalten. Die Damen Frau Oberamtsrichter Meisel zu Ortenberg und Frau Pfarrer Haacke zu Wenings haben die Solts zu übernehmen die Güte gehabt- Herr Lehrer Pfaff zu Wenings wird sich mit einem Cellovortrag betheiligen. Die Leitung der Ge« sammtchöre ist Herrn Lehrer Schäfer zu Gelnhaar übertragen. — Frequenz der Großherzoglichen Technischen Hochschule zu Darmstadt im Wintersemester 1893/94. Die Gesammtzahl der Studtrenden und 'Hospitanten beträgt 576. Auf die einzelnen Abtheilungen vertheilt sich diese Zahl folgendermaßen : 500 76 576 Stand im Wintersemester 1892/93 ..... 492 1. Studirende Hospitanten Summa Bauschule 47 11 58 2. Ingenieurschule 60 5 65 3. Maschinenbauschule 132 14 146 4. Chemisch-technische Schule (Chemiker, Electrotechniker unb Pharmaceuten) 68 15 73 5. Mathematisch-naturwissenschaftliche Schule 16 10 26 6. Electtotechnische Schule 187 21 208 dlus dem Odenwald, 30. Januar, berichtet ein Reporter folgende Geschichte, die sich, wenn wir nicht irren, schon in einer älteren Ausgabe des bekannten „Meidinger" befindet. Immerhin möge das Histörchen hier Platz finden: Der zu einem mit starkem Fieber behafteten Bäuerlein nach Ober- ] Öfter n gerufene Arzt legte seinem Patienten zur Ermittelung der Fiebergrade kunstgerecht das Thermometer an, traf seine sonstigen Anordnungen, vergaß aber beim Weggehen die Entfernung des Wärmemessers. Bei Erneuerung des ärztlichem Besuches nach drei Tagen entdeckte der Arzt sein vergeblich gesuchtes Instrument genau an demselben Verstecke, in welches er es dem Patienten gebracht hatte. Der fast ganz genesene Bauer aber schreibt bombenfest dem „Glasröhrchen" wunderbare Heilkraft zu. N. H. V. Mainz. 29. Januar. In Folge der zum Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers erlassenen Amnestierung von solchen Mannschaften, die sich geringe Vergehen haben zu Schulden kommen lassen, sind am Samstag eine ganze Anzahl von Soldaten der hiesigen Regimenter aus dem M'litär- gefängniß entlassen worden. Unter denselben befand sich ein Soldat, der zu mehreren Wochen strengen Arrestes verur- theilt worden ist, weil er als Poften vor Gewehr eingeschlafen war. A Mainz, 31. Januar. Neber den am Montag vorgekommenen Selbstmord eines Oberprimaners des hiesigen Gymnasiums wird jetzt von authentischer Seite als Grund mitgetheilt, daß der Schüler sich Kameraden gegenüber gerühmt habe, bei seiner griechischen Examenarbeit „gespickt" zu haben, was dem Director zu Ohren gekommen und zur weiteren Folge gehabt habe, daß dem Primaner am Montag vor versammelter Klasse durch den Director im Beisein der übrigen Lehrer die Mittheilung gemacht wurde, daß er von der Fortsetzung des Maturitätsexamens ausgeschlossen sei. Unmittelbar nach dieser Mittheilung habe der Schüler die Klasse verlassen und vor der Thür derselben den Schuß auf sich abgefeuert. Der Vorfall wird hier selbstredend viel besprochen und in einem Theil der hiesigen Localpresse stark getadelt, daß das Vergehen, welches sich der Schüler zu Schulden kommen gelassen, mit der harten Strafe des Ausschlusses von der Prüfung geahndet worden. Uebrigens scheint der Primaner geistig nicht ganz normal veranlagt gewesen zu sein, worauf verschiedene hinterlassene Schriftstücke hindeuten. Worms, 31. Januar. Heute Morgen stürzte sich eilt hiesiger Kaufmann, Besitzer einer Seifensiederei, aus der Dachluke seines Hauses auf das Pflaster und war sofort tobt. Er soll in der letzten Zett an Verfolgungswahn gelitten haben. DermiMtcs. * Mannheim, 31. Januar. Der Staatsanwalt hat über den Concurs der Firma Maas die Untersuchung eingeleitet. Der Chef des Bankhauses, Wilhelm Maas, bestand bereits ein längeres Verhör und wurde heute Abend v erh astet. * Köln, 28. Januar. In schrecklicher Weise ist ein zehn Monate altes Kind ums Leben gekommen. Die Mutter desselben hatte es gestern in gewohnter Weise in Kissen auf zwei neben dem brennenden Küchenherde stehende Stühle gebettet. Nachdem sie sich auf kaum 5 Minuten ins Schlafzimmer begeben hatte, fand sie bei ihrer Rückkehr die Küche voller Rauch, das Bettzeug, in welchem das Kind lag, kohlte und stand theilweise in Flammen. Die Mutter suchte, das Feuer nicht achtend, das Kind zu retten und zog sich hierbei selbst bedenkliche Brandwunden an den Händen zu. Das Kind hatte aber am ganzen Körper schon derartige Verletzungen erlitten, daß es wenige Stunden nach seiner Ueber- führung in das Krankenhaus an der Schönsteinstraße verschied. Wie nicht anders anzunehmen, war das Bettzeug 1 :m Küchenofen zu nahe gekommen. * Ein Distaozntt Frankfurt - Kassel. Die Lieutenants v. Schenck und v. Fink im 13. Husaren-Regiment, die in Bockenheim gamisonirt sind, haben die Strecke Frankfurt- Kassel, 210—215 Kilometer, zu deren Zurücklegung eine Schwadron etwa acht Marschtage braucht, in weniger als 24 Stund en genommen. Sie ritten in der Nacht zum 24. Januar, um 12% Uhr in Bockenheim ab und schlugen die große Straße ein, die über Friedberg, Hungen, Grünberg, Homberg, Treysa, Ziegenhain, Friedendorf und Wabern nach Kassel führt. In Neustadt wurde Vormittags 11 Uhr eine zweistündige Rast gemacht. Nachts 1% Uhr trafen die Reiter in Kassel ein. Die Pferde waren, obgleich fast 24 Stunden auf den Beinen, noch sehr frisch, sie zeigten sich in keiner Weise müde und nahmen sofort Futter an. Die Wege waren zum Theil sehr schlecht. In der Gegend von Frankfurt regnete es, im Vogelsberg lag Schnee, ebenso auf der Strecke zwischen Treysa und Wabern. Beide Pferde sind Chargenpserde, 9 Jahre alt. Das Pferd des Herr« v. Schenck trägt Trakehner Brand. Den beiden Offizieren, die 21% Stunden im Sattel waren, ist der Ritt ebenfalls gut bekommen. Beiträge jur Hauswirthschast. R. Rheinhessen, im Januar 1894. In Ihrem geehrten Blatte findet sich häufig die Rubrik: „Lanb- wirihschasttiche Winke und Rathschläge". Sie haben aber auch wiederholt schon hauswirthschastlichen Angelegenheiten Ihre Spalten geöffnet, was den Schreiber dieser Zeilen veranlaßt, Einiges über Behaudiuug der Weine, Süsser und Masche« mitzutheilen. Man hört häufig flogen, daß Wein, den man bezog, trüb wurde und an Geschmack verloren habe, und ist dann geneigt, diese Fehler dem Lieferanten in die Schuhe zu schieben. ES kann schon sein, daß es unsolide Weinhändler gibt, denen es nur ums Geldverdienen ist; die meisten Lieferanten sind aber mit peinlichster Sorg- salt bemüht, ihre Kunden fein zu bedienen. Kommt es hie und da vor, daß der Wein üble Erscheinungen zeigt, bann ist in vielen Fällen der (Empfänger die unschuldige Ursache der Fehler und zwar dehhalb, weil er von der Behandlung der Weine, Fässer und Flaschen feinen rechten Begriff hat. Wir glauben dem verehrlichen Publifum einen Gesallen zu thun, wenn wir über obige Punfte furze Mittheilungen machen, und sind überzeugt, daß viele fteundliche Leser manches davon verwerthen können. Nehmen wir an — um ganz von Anfang an zu beginnen — es sei soeben ein Fäßchen Wein angekommen. Nun sind die Eisenbahnen in Bezug auf derartige Sendungen sehr streng. Die Wein- Händler sind deßhalb bemüht, ihre Sendungen in| durchaus tadellosem Zustande zu expediren. Zeigt sich bei der A«k««ft de^ w* irgend eine Beschädigung, Veruntreuung (NB. ein Wein- saßchen ist ein gar angrifflich Ding in den Güterhallen und manche Leute verstehen sich auf das Anbohren meisterlich), dann holt sich der Empfänger zwei Zeugen zu der Ablieferung und stellt Die Beschädigung. Veruntreuung oder nachthetliae Verspätung fest. Auf diese Weise kann man bei den Bahnen erfolgreich reelenuiren, anders geht es nicht gut. Man schreitet nun zum »bfüsse« de» Weine»! Zu diesem Zwecke schwenkt man die Draschen ti«<* Tag vor dem Ab- stillen, damit fie vollständig trocken smd. Es beeinträchtigt die Qualität des Weines sehr deutlich, wenn er in Flaschen gefüllt wird, die unmittelbar vorher geschwenkt wurden, also im Inneren mit Master beschlagen sind. Das ist bei Weitem nicht so wenig, als viele freundliche Leser glaubm und jeder kann leicht eine Probe machen. Man nehme eine frisch geschwenkte Flasche, aus welcher das Wasser auSgegossen wurde, und lege fie der Länge nach auf den Tisch. Nach einigen Minuten nehme man die Flasche und gieße au«, eS wird eine stattliche Anzahl von Wastertropfen ausstießen. Dasselbe Experiment kann man noch zwei- bis dreimal wiederholen, ein Beweis dafür, daß eine nicht geringe Quantität von Wasser an den Innenwänden der Flasche haftet. Nachdem die Flaschen regelrecht vorbereitet find, wenden wir unS zu der Vehavdl««» de» Kasse». DaS Faß wird auf den Kopf gestellt, der Kork auSgezogen und der Hahn eingeschlagen. Vor deui Einschlagen muß der Hahn halb geöffnet sein, damit etwas F'ussigkeit entweichen kann. Die meisten Abfüller wtsten das nicht und schlagen den Hahn geschlosten ein, wodurch Malheur pasfiren kann. Ist der Habn eingeschlagen, so lagert man das Faß so hoch, daß man mit den Flaschen bequem unter den Hahn fahren und ab- füllen kann. Das Hin- und Herrollen des FasseS verhindert man dadurch, daß man rechts und links einige dreieckige Stücke Holz unter das Faß schiebt. Man achte daraus, daß das Faß nicht rollt: hierdurch wird der Inhalt erschüttert und das veranlaßt Trübung. Auch schiebe man hinten ein Stückchen Holz unter, damit das Faß vornen, nach dem Hahne hin, niedriger zu liegen kommt, als hinten. Auf diese Weise gelinat es, den Wein fast vollständig abzuziehen, ohne daß man da« Faß zu heben braucht; dadurch wird eine Erschütterung vermieden und der Wein kann bis auf einen geringen Rest hell ablaufen. EtwaS Trübwein gibt es immer. Man lasse die Flaschen mit Trübwein einige Wochen stehen und gieße sie dann voi sichtig ab. Einige Winke w»hre«d de» «bfüllen» mögen hier folgen. Ebe der Hahn unten geöffnet wird, muß der Sound oben entfernt ober doch durchbohrt fein, sonst kann die Flüssigkeit nicht durch den Habn auStreten. Auch wird der Wein leicht trüb, wenn an dem Fasse herumgearbeitet wird. Häufig kommt es vor, daß unverständige Leute mit Meisel, Hammer und Brecheisen an den Fässern herumarbeiten. Dadurch werden letztere saft immer beschädigt und es entstehen erhebliche Neparaturkosten. Am besten ist es, wenn man durch den Spund ein kleines Lustloch bohrt. Muß man das Abfüllen unterbrechen, so ist eS nothwendig, bad Luftloch durch ein kleines Zäpfchen zu verschließ.n. Beginnt man wieder mit dem Abfüllen, dann vergesse man nichl, das Zäpfchen zu entfernen. Sobald da» »atz Utt ist, lasse man es zwei- bis dreimal tüchtig mit reinem Wasser ausschwenken. Darnach nimmt man ein Viertel ober einen halben Schnitt Schwefelspan (Faßschwefel), brennt bad Faß tüchtig ein, schließt es luftdicht und schickt es so bald als möglich an den Lieferanten zurück. Hier wird von dem Publikum ganz außerordentlich gesündigt. Die Leute lassen die Fässer wochenlang im Keller, in der Waschküche oder an anderen Orten herum- fahren; es bildet sich Schimmel im Inneren der Fässer und um diese wieder brauchbar zu machen, entstehen Kosten und Arbeit, welche durch einige Aufmerksamkeit leicht vermieden werden können. Auch soll noch bemerkt werden, daß es sich gehört, die Fäsier franco zurückzusenden. Manche Empfänger lieben es, vom Fasse z« zapfe«. Wir bemerken, daß man nur ganz junge Weine vom Faß trinken kann. Feinere und ältere Weine soll man nie vom Fasse zapfen, sondern sie stets auf Flaschen ziehen. Am besten läßt man derartige Weine 10 bis 14 Tage ruhig liegen und zieht sie bann auf Flaschen. Sollte eS Vorkommen, baß ein angebrochenes Faß einmal nicht ad- gefüllt werden kann und längere Zeit hohl liegen muß, so empfiehlt es sich, da« Faß alle 10 Tage ganz leicht mit Schwefel aufzubcennen. Wir machen darauf aufmerksam, baß es oortheilhaster ist, Hn Tisch - Wei« i« Gebinde«, nicht in Flaschen, zu beziehen. Flafchensenbungen wiegen doppelt so schwer, als das gleiche Quantum in Fässern. Außerbem sinb bie Abfüllungskosten beim Empfänger billiger, als beim Lieferanten. Dagegen empfiehlt es sich, fehlt Wti«e in Flaschen zu beziehen, weil es bei blefen ganz besWders auf bie richtige Behandlungsweife ankommt. Wirb gegen letztere Sesehlt, bann sinb die Kosten der Abfüllung mehr als verthan und arauf soll man es nicht ankommen lassen. Wir haben zwar vorhin schon Einiges über die Behandln«» der Flasche« gebracht, müssen jedoch zur Ergänzung einige Bemerkungen hinzufügen. Nach der Füllung soll man die mit Wein gefüllten Flaschen l»orizo«tal lagern, nicht oertical, wie vielfach behauptet wird. Zum Verkorken der Flaschen nehme man nur Stopfe« besser Qualität und ganz frische, also ja keine solchen, die schon einmal gebraucht waren und durchbohrt worden sind. Die Lust bringt durch bie gebrauchten unb burchbohrten Stopfen unb schädigt den Wein empfindlich. Die kleine Ausgabe für neue Stopfen rentirt sich demnach fehr gut. Vor dem Gebrauche lege man die Stopfen einige Stunden ins Waffer unb achte barauf, baß die Stopfen gut schließen. Schlecht schließende Stopfen scheibe man aus Leer geworbene Weinflaschen lasse man nicht Tage unb Wochen lang ungereinigt umher stehen, sondern spüle sie fobalb als möglich auS. Auf diese Weise bildet sich kein Satz, die Reinigung geschieht dadurch am leichtesten und gründlichsten. Alle Weine, in erster Linie die Rothweine, setze« «ach einiger Zeit ab. Das Absehen von Depot erklärt sich au8 der aömäligen Entwickelung der Weine Man prüfe die Flaschen vor dem Gebrauche und becanttre sie, b. h. man gieße fie vorsichtig in andere Flaschen um, sonst leidet der Geschmack unb bas Bouquet beS Weins barunter. Die Weißweine werben in ber Regel möglichst kühl (aber nicht eisig falt) getrunken. Die Rothweine liebt man etwa» temperirt. Will man Wein bestellen, so nimmt man auf bie Jahreszeit etwas Rücksicht: roeber große Kälte noch große Hitze sinb bem Weintransporte günstig. Hiermit sinb wir zu Enbe gekommen unb wir hoffen, manchem sreunblichen Leser einen Gefallen burch vorstehende Notizen erwiesen zu haben. Bleiben nur noch brei Dinge, bie sich aber mit wenigen Worten erledigen lassen, nämlich: Den empfangenen ®ein gesund zu verbrauchen; ,hn pünktlich zu.bezahlen und rechtzeitig wieder zu bestellen. Ergo bibamus! Prosit! verkehr, €anb* rrird vottswirthschaft. Gieße«, 31. Januar. Der gestern dahier abgehaltene Viehmarkt war zahlreich befabwn. Es waren aufgetrieben: 981 Stück Rindvieh. Nach Ochsen, Jungvieh und guter Waare in Fettvieh war größere Nachfrage. Der Schweinemarkt war wegen der ungünstigen Witterung schwach befahren mit nur 132 Stück, unb die Preise derselben waren etwas niedriger als am letzten Markte. — Nächster Markt Dienstag den 13. unb Mittwoch ben 14. Februar, am letzteren Tage auch Krämermarki (erster in 1894) v«b findet an diesem Taae, Morgen» 8 Uhr, die Verloosnng der Srämerssände für dieses Jahr ssatt. Grünberg, 30. Januar. Auf den vier Grünberger Frucht - märkten im Monat Januar 1894 sind verkauft worden: 98.25 Doppelcentner Weizen, 27,25 Doppelcentner Korn, 3,50 Doppel- centner Gerste und 16,25 Doppelcentner Hafer. Die Durchfchnitts- preife betrugen für je 100 Kilogramm (1 Malter) Weizen 15,00 Mk., Korn 14,00 Mk., Gerste 13,30 Mk., Hafer 8 Mk. LUnbarg, 31. Januar. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 12.15, weißer Weizen X 00.00, Korn X 9.90, Gerste X 8 25, Hafer X 7.25. Eingesandt, Gießen, 1. Februar 1894. Nach allen Anzeichen dürfte ber morgige Ibealerebenb einer der genußreichsten der ganzen Saison we bm. Wie der Zettel an- kündtgt, bat sich Frl. Mathilde Grohmann zu dieser ihrer Benefizomstellung eine Dichtung erkoren, dmch welche ein niedriger Polizeischreiber rach mancherlei Wrrrsalen seines abenteuerlichen Lebens sich den Ruf eines weltbedeutenden Dramatikers begründete: Ludwig Anzengrubers »Pfarrer vo« «irihfeld.^ Heute — nach beinahe 24 Jahren — drwährt das kraftvolle Dolksstück noch feine ursprüngliche Frische und packende Wirkung. — F äulein Grohmann hat sich in ber Verkörperung ber weiblichen Hauptrolle bes Stückes eine sehr schöne, aber auch recht schwierige Aufgabe gestellt. Haffen wir, daß eS ihr gelingen wird, dieselbe In recht zufriedenstellender Weife zu lösen. Hoffen wir aber auch, daß baS Publikum ber jueerdichen Benesiziantin dabei hilft, indem es durch recht zahlreiches Erscdeinen in ibr Eifer und Begeisterung weckt! Eine Theaterbesucherin im Namen mehr er er Freundinnen. Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gießen. 4. Woche. Vorn 21. Januar bis 27. Januar 1894. Einwohnerzahl: angenommen zu 22100 (tncl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 32,94°/«bezw. 14,11 nachAusschl. der Ortsfremden. Kinder ES starben en: Zusammen: Erwachsene: im vom 1.Lebensjahr: 2.—15. Iah: Diphtheritis 5 (5) — 1 (1) 4 (4) Lungenschwindsucht Akute Erkrankungen bet AlhmungS- 2 (1) 1 (1) 1 Organe Sonstige benannte 3 (1) 2 (1) — 1 Krankheiten 4 (1) 2 (1) — 2 Summa: 14 (8) 5 (3) 2 (l) 7 (4) An m. Die in Klammem gesetzten Ziffern geben en, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Gesundheitszustand und Sterblichkeit der Stadt Gießen im Jahre 1893. In dem Berichtsjahre versterben in ber Stabt Gießen im Ganzen 668 Personen. Dabei sinb jedoch die dahier verstorbenen Ortsfremden: 272 (davon 52 Kreisangehörige, 51 Kreissremde und 169 Ausländer) mitgezählt, eine Zahl, welche bei der zunehmenden Frequenz der klinischen Anstalten mit dieser natürlich von Jahr zu Jahr eine Steigerung erfahren hat. Für die Gesammtsterblichkeit berechnet sich eine Sterbeziffer von 31,65 vom Tausend, während nach Ausschluß der Ortsfremden, welcher zur richtigen Beurtheilung der Gesundheitsverhältnisse hiesiger Stadt unbedingt nothwendig ist, dieselbe Ziffer 18,76°/«, beträgt, bei Annahme einer Einwohnerzahl von 21100, die am Ende des Jahres wenigstens nicht unbedeutend überschritten war, gegenüber dem Resultate der Volkszählung vom 1. December 1890 mit 20 611 Einwohnern. Von den 396 verstorbenen Ort?einheimischen waren 121 Kinder im ersten, 87 vom 2 bis 15. Lebensjahre, 110 Personen zwischen 50 und 60 und 78 über 60 Jahre alt. Wie in früheren Veröffentlichungen bereits hervorgehoden wurde, lasten sich nur die Jahre von 1890 einschließlich an zu einem richtigen Vergleiche heranziehen, da früher eine Abtrennung ber Ortsfremden nicht flattgefunben bat unb daburch, wenn auch deren Zahl früher geringer war, doch bie Sterblichkeit ber Stabt zu ungünstig beurteilt wurde. Die Sterbeziffer der ortseinheimischen Bevölkerung, welche letztere wir bei ber weiteren Betrachtung allein berücksichtigen, war für bas Jahr 1893 eine mittlere, höher als 1891 unb namentlich 1892 (bamals mit 17.01°/«, bezw. 15,64°/«,), jeboch niederer als im Jahre 1890 (mit 20,06°/«,), in welchem die erste Influenza- Epidemie ihren Einfluß auch in hiesiger Stadt sehr wesentlich geltend machte. Don ben einzelnen Jahresmonaten hatten Januar unb Februar mit 46 unb 43 Sterbsällen bie größte Zahl berfelben; bie geringste bie Monate November unb September mit 17 unb 21. Auch der Monat December, in welchem doch die wiederum auf; getretene Influenza einen hohen Krankenstand auch in hiesiger Stadt »u Wege brachte, hatte nur die mittlere Zahl von Sterbfällen (30), die zu derselben Zeit im Landkreise sehr hoch war. Von ansteckenden Krankheiten sinb Masern mit 12 Sterbsällen nur in der ersten Jahreshälfte aufgetreten, Scharlach hat (bet zwar mäßiger Ausbreitung, jeboch einen großen Tbeil bes Jahres über mit brei Sterbsällen keinen wesentlichen Einfluß auf bie Sterblichkeit erlangt, leider muß aber von Diphtheritis das Gegentheil verzeichnet werben. Wäbrenb in 1890 bie Zahl von Sterbsällen an Bräunekrankbeilen (Diphtheritis unb Croup zusammen) in hiesiger Stabt 30, in 1891 unb 1892 14 unb 25 betrug, gelangte biefe Zahl in 1893 auf 53 unb ist außer bem November "ein Monat von benfelben ganz frei geblieben, namentlich war .in ben Monaten ber ersten Jahreshälfte bie Sterblichkeit immer eine recht hohe. Eine einfichisvolle Stabtverwaltung ließ sich wohl mit durch diesen Umstand bestimmen, eine fachgemäße Desinfection der tnficirten Wohnungen, Betten und Geräthe, durch ausgebildete Desinfectoren einzurichten, die Opfer nicht zu scheuen und die Mittel in freigebigster Weife in der Art zur Verfügung zu stellen, daß selbst weniger Bemittelten diese Vornahme, welche die wirksamste Hülfe zur Verhütung ber Weiterverbreitung btefer Krankheit bildet, recht wohl ermöglicht ist unb irgend etn- tretenben Falles ganz umsonst geschieht. Es ist auch in ben wenigen Monaten bes Bestehens dieser Desinsectionseinrichtungen ein recht hübscher Anfang gemacht roorban — vom 7 October bis 29. December wurden allein wegen Diphtheritis 42, wegen Scharlach 14 Wohnungen desinficirt — es wäre aber nur zu wünschen, daß die Inanspruchnahme detz gut functionirenben Apparates eine immer allgemeinere, bei ansteckenben Krankheiten überhaupt, werbe, wozu alle Leute von Einfluß, namentlich bie Herren Aerzte, bie sich der Sache mit großem Eifer angenommen haben, weiterhin mitzuwirken ersucht werden. Keuchhusten hatte 9 unb Abdominaltyphus 3 vereinzelt ausgetretene Sterbfälle zur Folge. Eine andere Krankheit aber, welche zwar nicht eine ansteckende genannt werden kann, jedoch auch in epidemischer Form aufzutreten pflegt: Darmcatarrh unb Brech- burchfall hat burch eine für hiesige Verhältnisse ganz ungewöhnlich hohe Zahl von 34 Sterbsällen, fämwtlich bei Kinbern im ersten Lebensjahre, recht wesentlich zu ber hohen Sterblichkeit ber Kinder ber nieberften Altersklasse beigetragen. Es muß bies der hohen Sommerwärme, welche die des Jahres 1892 noch weit übertraf, zugeschrieben werden unb wäre zur möglichsten Beschränkung biefer, dem frühen KinbeSalter so hoch gefährlichen Erkrankung, nicht bringend genug zu wünschen, baß der Gebrauch sterilisirter Milch zur Säuglingsernährung, zum Mindesten für die Sommermonate, ein immer allgemeinerer werde. Lungenschwindsucht und Tuberkulose anderer Körper-Organe haben 42 unb 13, croupofe Lungenentzünbung 30 unb sonstige Erkrankungen ber Athmunasorgane 36 Sterbfälle bewirkt. Unter ben letzteren befinden sich in Dem Monat December 6 ärztlich als Influenza l bezeichnete Todesfälle. Gehirnschlagfluß und Erkrankungen des Herzens sind ie 18mal t tödtlich geworden, Neubildungen in 14 und Alterskrankheitcn in ; 16 Fällen Todesursache gewesen. Sonstige benannte Krankheiten find 70mal angegeben worden und unbekannt blieb die Todesursache in 1 7 Fällen Tödtliche Verunglückungen find bei Oriseinheimischen 3 und ebenso viele Selbstmorde voro-kommen. Gießen, den 31. Januar 1894. Grotzh. Kreidgesundheitsamt. Literatur und lUnft — Die Verlagsbuchhandlung de» »Deutsche« Soldatea- l)Otie»* (Karl Sigitzmund in Berlin), welche bereits tm ooitgen Jahre in Amsterdam auf ber Internationalen Ausstellung für den Buchhandel für hervorragende Leistungen auf dem Gebiete deS Buch» geweibes prämiirt nJurbe, ist auch auf der diesjährigen Ausstellung in Chicago durch einen Preis ausgezeichnet worden. — I« Reiche de» Geisse». Jllustrirte Geschichte der Wissen- f «haften, anschaulich dargeftelll von K. Faulmann, k. k. Profesior. Mit 13 Tasiln, 30 Beilagen unb 200 Textabbildungen. Wien, A. Harilebens Verlag. In 30 Lieferungen i 50 Pfg. Lieferungen 1 bis 25 bereit» erschienen. Die uns vorliegenden Lieferungen 21 biS 25 enthalten die Rechtswissenschaft unb Medlcin im vorigen, sowie bas Schulwesen, die Spiachwissenschaft, die Naturwiffenschaften unb die Geographie im jetzigen Jahrhundert Der ungeheure Stoff, welchen die Wiffenschast der Gegenwart bietet, ist kurz unb übersichtlich vorgesührt, ohne baß die Vollständigkeit gelitten hätte. Zahlreiche Abbildungen erläutern den Text. Die Schulgebäude zeigen schon von außen den Geist ber Neuschule, bie Entwicklungsgeschichte nach Darwin unb Hceckel ist durch auSgewählte Bilder anschaulich gemacht, in gleicher Weise ist auch die Entwicklung der Eisenbahnen unb ber Electricität behandelt. Unter den Beilagen zeichnen sich das Auge nach ©ommerlng unb das Ei nach Baer durch seine AuS- sührung in Farben aus. Auch bie Porträts ber hervorragendsten Männer ber Wissenschaft werben auf einer Tafel geboten. Die ältere Generation finbet in diesen Heften viele tntereffante Erinnerungen, die Jugend aber einen mächtigen Ansporn zur Mitarbeit im „Reiche des GeisteS". — Medieinische» Ha«»- und GesundheilSlexikon. Eompl. broschtrt 2 Mk. 50 Pf., elegant gebunden 3 Mk., in 10 Lieferungen ä 25 Pf. Verlag von Th. Schröter in Zurich. Das Merkchen stellt sich die Aufgabe, eine zweifellos vorhandene Lücke in unserer populären medicinifchen Literatur auszusüllen unb in bie Reihe ber Hausbücher für bie Familie einzutreten. In ber bequemen Form eines Nachschlageweiks unb Lexikons soll u. A. erörtert werben: Der Bau bes menschlichen Körpers unb feiner einzelnen Organe, bie Functionen dieser Organe; Ursachen, Wesen unb Verlauf von einzelnen Krankheiten; bie zu ihrer Heilung erforderlichen Arzneimittel, wobei auf bie sogenannten Hausmittel unb biejenigen Maßnahmen, welche auch von Laien ausführbar unb Den wissenschaftlichen Ansichten nicht zuwiderlaufenb sinb, befonbere Rücksicht genommen wird. — Ferner: Operationen, mit Angabe berjenigen Leiden und Zustände, welche eine solche erfordern; Frauenkrankheiten und Geburtshilfe; Haut- und Geschlechtskrankheiten; Electricität und ihre Heilwirkungen; Nervenkrankheiten unb Psychiatrie; allgemeine Gesunbheitslehre mit befonbeter Berücksichtigung ber medicinalpolizeilichen Bestimmungen; Diät unb Diätetik für ben gefunben unb kranken Zustand; Zusammensetzung und Nährwerth ber wichtigsten Nahrungsmittel unb bie hauptsächlichsten Methoden, Verfälschungen derselben zu entdecken; Pflege und Krankheiten des Säuglings unb bes KinbeS; Schulhygiene; gerichtliche Mebicin, Militärsanitätswefen; Bäderlexikon unter Erläuterung der Lage unb ber örtlichen Verhältnisse des betr. Bades ?c. je.; Massage; bie mechanischen unb Wasserheilmethoben. Schisssnachrichten des Nordd. Lloyd. (In Gießen nertreten burch bie Agenten Earl Loos unb I. M. Schulhof.) Bremen, 31. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postbampfer Braunschweig, Eapt. D. Köhlenbeck, vom Norbb. Loyd in Bremen, welcher am 13. Januar von Bremen abgegangen war, ist gestern, 11 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. Hamburg-Amerikanische Packetsahrt Actien-Gefellschaft Postbampfer „Grimm" ist am 30. Januar, 9 Uhr Morgens, von Hamburg nach Boston unb Baltimore abgegangen. P. stbampfer „Albingia" ist am 30. Januar, 10 Uhr Morgens, von Hamburg via Havre nach Westindien abgegangen. Postdampfer „Rugia", von Hamburg nach Newyork bestimmt, ist am 30. Januar, 7 Uhr Morgens, in Havre angekommen. Postbampfer „Steinhöft" ist am 30. Januar von Hamburg via Havre in St. Thomas angenommen. Postbampfer „Slavonia" ist am 30. Januar von New-Orleans btrect nach Hamburg abgegangen. Postbampfer „Baumwall", von Baltimore nach Hamburg bestimmt, ist am 30. Januar, 4 Uhr Morgens, Scilly passirt. Postbampfer „Allemannia", von Hamburg nach Westinbien bestimmt, ist am 30. Januar, 5 Uhr Nachmittags, von Havre weitergegangen. kirchliche Anzeigen der evang. Gemeinde. Heute Donnerstag, 1. Februar, Abends 8 Uhr, im Eon- firmanbensaale berJobanneskirche: Missionsstunde. Der Apostel Paulus und feine Mission. Pfarrer Dingeldey. Gottesdienst in der Synaffoqe Samstag den 3. Februar: Vorabend 5°° Uhr, Morgens 9« Uhr, Nachmittags 3°° Uhr, Sabbat hausgang 6* Uhr. Äottteiknfl der israelitischen KeligionrgeselischaN Freitag Abend 5°° Uhr, Samstag Vormittag 8« Uhr, SamStag Nachmittag 3°° Uhr, Samstag Abend 6°° Uhr. Bedeutende Bekiebsersparnissc merX maschinellen Anlage der Großindustrie, des Kleingewerbes ober ber Lanbwirthschaft burch Aufstellung einer Wölfischen ßoeomobile als Betriebsmaschine erzielt. Die von ber rühmlichst bekannten Maschinenfabrik von R. Wolf in Magdeburg-Bucka« feit mehr als 30 Jahren als Specialität gebauten halbstationärenunb fahrbarenLocomobilen mit ausziehbaren Röhrenkesseln übertreffen an Sparsamkeit bes BrennmaterialoerbrauchS, Dauerhastigkeit und Leistungsfähigkeit jegliche Motoren anbereh Ursprungs u. haben auf allen deutschen Locomobil-Concurrevzen den Sieg davongetragen. [403 tujuetten fertigt tu billigen Frei BrUM’scUe Dm Seh*l«traee# ' 9. Corsetten CD 927 werden stets angekauft. [23 Keßler, Roßschlächter. 934 914 Neuß. 4343 65 4343 65 Treis a. d. Lda., 29. Januar 1894. 913 Der Borstand. WeiWche Gelsen. 8B«e®^Äd. 114.50 RdtHlHatMDilCMd 4 p*L — Frankfurter Benk-Dtscoui 4 ptL 16.12 Ducaten 16.19 16.11 Engl. Sovereigns 4.19 4.16 Ruff. Imperiales etn> 9.55 2030 16.68 Vermischte Anzeigen. Pferde zum Schlachten 142.50 | Ber. KSnigS-Laurah^Aet. r »dk«-: still. Zusammenkunft bei Feldhaus. 932 G. Laichinger, Schuhmacher. Jagdverpachtung. Freitag den 9. Februar 1894, Vormittags 10 Uhr s ll im hiesigen Gemeindehaus die der Gemeinde zustehende Feld- und Wald« jagd, circa 168 Hectar Wald und 493 Hectar Feld, mit den bei der Verpachtung bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf weitere 6 Jahre öffentlich verpachtet werden, wozu wir Jagdliebhaber freundlichst einladen. Es wird weiter bemerkt, daß in unseren Waldungen ein schöner Wild- stand ist und die hiesige Haltestelle direct an großen Waldungen liegt. Wetterfeld, am 30. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Wetterfeld. litte Zimmer) für junges Ehepaar- Offerten mit Preisangabe unter D K an die Exped b. Bl. Wohnungs-Veränderung. Wohne von heute ab Kirchen- platz 4 im Hause des Herrn Gemüsehändler I. Schäfer. Freiherrliche Oberförsterei Rabenaus Schlotterer. 910] Möbl. Zimmer zu vermiethen. Licherstraße 3 II. 2 | 912) Gesucht bis Mitte März kleine Wohnung (1 großes ober 2 kleine möb' Holzverfteigerung in der Ireiherrlichen Oberförstern Rabenau. Es werden versteigert: Donnerstag, den 8. Februar, aus den Districten Hainstruth, Kahle- berg, Kirchgeheeg 3 und 5; Altebrunnen: Stämme: 1 Eiche 1,19 fm, 14 Nadelholz 2,11 fm, Scheiter: rm Buchen 137, Nadelholz 2 I. Claffe, 24 II. Claffe, Knüppel: rm Buchen 16, Nadelholz 6 II. Claffe, Reisig: rm Buchen 604, ^Eichen 112, Nadelholz 768, Stöcke: rm Buchen 8, Eichen 4. Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr im Diftricte Altebrunnen, am sog. Judenkirchhof. Das in den Districten Hainstruth, Kahleberg und Kirch geheg 3 sitzende Holz wird nicht vorgezeigt. Papiermühle, den 31. Januar 1894. Bekanntmachung. Die Holzversteigerung vom 25. d. Mts. ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 3. Februar ab auf Freiherr!. Rentei zu Londorf in Empfang genommen werden. — Ueberweisung und erster Fahrtag Moutag den 5. Februar. Papiermühle, 31. Januar 1894. Freiherrliche Oberförsterei Rabenau. Schlotterer. 928 Oberhesfischer Geschichtsverein. Donnerstag den 8. Februar, Abends 8 Uhr im Cafe Ebel: 1. Vortrag des Herrn Pfarrer Knab in Bruchenbrücken: Mittheilungen aus einem Vogelsberger Pfarrarchiv. 2. Vortrag des Herrn Profeffor Dr. Buchner: Die Anfänge ______des Buchdrucks und der Cenfur in Gießen. Geldsorte«. K«U> Brief 16.24 Keikgekotenes. Donnerstag und Freitags große Backfische Wohnungs-Veränderung. Meiner werthen Kundschaft, sowie einem verehrt, hiesigen und auswärtigen Publikum zur Nachricht, daß ich nunmehr 31 Seltersweg 31 (im Weißbäcker fchen Hinterhause) wohne und bitte bei Versicherung bester Bedienung und billigster Berechnung um aütiae Aufträae. 926 Achtungsvoll Johannes Prang, Dachdecker. NB. Auf sämmtliche Reparaturen übernehme ich einjährige Garantie. Bauer scher Gesangverein Todes-Anzeige. Die Beerdigung unseres langjährigen Mitgliedes Herrn W. Schmidt findet Freitag Vormittag 11 Uhr statt. Wir ersuchen die Mitglieder um recht zahlreiche Betheiligung. Brief 9.60 । fl. 20.35 । 16.65 1 20 Franken-St. 20 do. tn Vt Dollars in Gold Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Theilnahme während der langen, schmerzvollen Krankheit und bei der Beerdigung unseres innigstgeliebten, unvergeßlichen Gatten, Vaters, Bruders und Großvaters, des Herrn Lehrers Christian Wilhelm Heiss sowie für die vielen Blumenspenden von Nah und Fern, insbesondere vor^ Seiten der Schüler des Verewigten in den Gemeinden Treis und Climbach, als auch für die trostreiche Grabrede des Herrn Pfarrers Seipp sagen innigsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen. Alle» Lungenkranke« rA. »L Sodener Mineral-Pastillen, gewonnen aus den' Salzen der zur Kur gebrauchten berühmten Gemeinde-Quellen No. IH und XVIII empfohlen werden. Selbst in schon vorgeschrittenen Fällen, wo eine vollständige Heilung nicht mehr möglich, leisten sie den Kranken durch ihre ausübende Beruhigung und Linderung die denkbar besten Dienste. Zu 85 Pfg. die Schachtel zu haben. 490 »ebacittB: S. «Aetzda. - Druck und Verlag der BrShl'sch« Srnderri (Fr. Ehr. Pi.rsch) tu Are heutige Yurnmer umfaßt 6 Seiten Biliner- Emser- Homburger- Gobener. Vichy- Salmiak- Pfefferminz- rc. rc. empfiehlt die Adler-Drogerie von Otto Schaaf. 924 Eoursvericht hon E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurt« Bürse vom 1. Februar 1894. Schlutzcsurse 1 Uhr 15 Min. Samstag den 3. Februar, 7«l Abends MASKEN-BALL mit Gruppen-Ausführungen 3MF* im Saale des „CAFE LEIB“. Eintrittskarten r» 1 Mk., Geheimkarte« ä 30 Pfg., Galleriekarten L 25 Pfg. ftnb bei den Herren DH eil, Ltnbenplatz, Friseur Stier, Schulstraße, Handschuhfabrikant Wirsig, Seltersweg, Kaufmann F. Egly, Branbplah, unb Kaufmann G Sonntag, Neuen Bäue, ,u haben. 774 Eintrittspreis an ber Kaffe 1.20 Mk., Gallerte 25 Pfg. Geheim!karten für Mitglieder können vom 29. d.M. ab, Mittags von 12—2 Uhr bei Herrn Höpfner, Löberstraße 12, in Empfang genommen werden. NB. Nur Damen im Besitze von Einlaßkarten (die vom Vorstand erhältlich) haben Berechtigung zum Balle. Der Vorstand. Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1892 . . 91. Im Jahre 1893 gingen zü ..... . 1. Daher Stand der Mitglieder Ende 1893 92. Annerod, den 28. Januar 1894. Landwirthfchaftlicher Consnmverein (Eing. Gen. m. unb. Hftpsi.). Der Director: Der Rendant: Dörr. Mohr. (909 in allen Fayons, gut fitzend, empfehle in großer Auswahl. Gleichzeitig mache auf eine Parthie zurückgesetzte aufmerksam, verkaufe solche, um damit zu räumen, ganz unter Preis. I. H. Fuhr, Souuenstr. 25. fst. Blüthenmehl 1 Pfd. 20, 5Pfd. 95, 10 Pfd. 1.80, Rüböl Ltr. 64, gest. Zucker 34, Süßrahm-Margarine 80 Pfg. Gust. Walter Mäusburg 13 . gl7 QOOOOOOOOOOOIOIOOOOOOOOOOO 8 Geschäfts-Haus I! 8 O Mein Haus Marktplatz 5, nebst Hinterhaus in Q O ber Wagengasse, bin ich Willens, mit Uebergabe Q Q pr. 1. August zu verkauseu, event. das Ganze ans q q längere Jahre zu verpachten. Selbstrestectanten q Sk wollen sich an mich wenden. [920 V Q M. Scheel9 Schillerstraße 15. o OOOOOOOOOOOOIOIOOOOOOOOOOO franhfurt a. M.HbrrhkM- Knykrischkt Giitkrnkrhehl. Am 1. Februar d- Js. tritt der Nach, trag IV zum Tarif für den vorbezeichneten Güterverkehr in Kraft- Nähere Auskunft über dessen Inhalt ert6eilen die Güterabfertigungsstellen. Gießen, den 29. Januar 1894. Großh. Direction 925 der Oberhessischen Eisenbahnen. Freitag den 9. Februar, Nachmittags 2*/i Uhr sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Karl Jrrghardt zweiter und Christian Jrrghardt vierter vonGießen gemeinschaftlich gehörigen Immobilien: Flur 3 Nr. 163 — 2125 qm Acker am Fluthgraben am Fabricischen Acker, Flur 3 Nr. 164 -1062 qm Acker daselbst, Flur 3 Nr. 165 — 2125 qm Acker daselbst Flur 3 Nr. 166 —1062 qm Acker daftlbst, Flur 4 Nr. 97 — 4231 qm Acker, stößt auf den Wismarer Weg, Flur 4 Nr. 98 —4219 qm Acker daselbst, Flur 23 Nr. 95 — 1869 qm Acker am Schlangenzahl auf den Aulweg, Flur 38 Nr. 55,5 — 605 qm Hofraithe im Wallpforter Feld, rechts der Chaussee auf die herrschaftlichen Wiesen, Flur 38 Nr. 56,5 - 4083 qm Wiese daselbst, Flur 45 Nr 146 — 350 qm Acker am Galgenweg öffentlich freiwillig versteigert werden. Gießen, 1. Februar 1894. Großh. Ortsgericht Gießen. __________I A.: Vogt________923 Möbel-Dttsteigernilg. Freitag den 2. Februar Nachmittags 2 Uhr Fortsetzung derVersteigerung imHotel Stern und kommen hierbei insbesondere auch noch ein schöner, fast neuer Herd und ein kupfernes Ablaufbrett für Wirthschaft zum Ausgebot. 929 F. Hoffmann, Concursverwalter. Agenten un- Platzvertreter engagiere jederzeit unb überall zum Verliebe für 919 Hoiittllleanr nnb k«* la-a "Provision unt Jalollßell aüer IIIIU f günstigsten erstell Kavges bei Bebingungen. Anton Tschauder jun. Friedland Oeg.-Kez. -reslau). Mein Fabrikat ist anerkannt daS beste in Deutschlanb. Durch tausende Anerkennungsschreiben als vorzüglich bezeichnet und mit der goldenen Medaille prfimiirt. Die Leistungsfähigkeit wird von keiner Conmrrenz auch nur annähernd erreicht. Off. nur mit Angabe von Referenzen unb früherer Dätigke t-______________________ 931] Mädchen suchen Stellen für gleich und später durch Frau Sparr, Kaplansgaffe 10. 93b] Junge, 14—16 Jahre alt, all Hausbursche gesucht. ________________________Kreuzplatz In. 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Medaillon mit Silbermünze verloren; abzug. gegen Bel. bet Garnis-- Verw.-Jnspector Müller, Neue Kaserne. 916] Ein Haus in Gießen, worin ein kleineres Colonialwaaren - Geschäft betrieben werden kann, wird zu kaufen gesucht oder ein Laden zu miethen gesucht. Gefl. Offerten bittet man unter GL 70 rrmgehem» mit Preisangabe, Anzahlung und Lage bei der Exped. d.Bl. niederzu- legew____________________________________ 933] Sanffratt auf sofort gesucht. Zu erfragen in der Exped. d- Bl. Bilanz am 31. December 1893. Activa. 1. Waarenvorrath . . . 2023 36 2. Kaffenvorrath . . . 1886 91 3. Ausstehende Forderungen 218 03 4. Werth des Geschäfts- mobilars nach Abschreib. ung von 10% . . . 215 35 Passiva. JL 1. Aufgenommene Kapitalien 1200 — 2. Geschäftsguthaben der Mitglieder ...... 925 — 3. Reservefond .... 1000 — 4. Betriebsrücklage . . .177 28 5. Reingewinn . . . .104137 3u/0 Reichsanleihe 3'/,0/0 do. 3% Preuß. Consoi» 3V»°/o do. 86.25 101.20 86.30 101.30 40/e Ung. Gold-Rente 50/0 Jtal. Rente 30/0 Portugiesen 40/0 Griech. Monopol-Aul. 94.90 7470 20.4V 35.4» DiSconto-romMmL^Slnih. 172.60 Lomd. E--B^Acl. 91.37 Darmstädter Bank-Sc' 127.50 Buschtherader E^B.-Nct. 367.75 Dresdener Bank-Act. 130.70 Elbthal-Bahn-Act. 261.03 Nsrdd. Lloyd-Act. 110.90 Gotthard-Bahn-Act. 148.60 Wiener Bankver^-Aet 102.12 Schweizer Nordost.-B.-Act. 1(2 50 Oefi Credtt-Act. 287.87 Mainzer E.-B^-Act. 109.00 Jtal. MMeimeersaha Act. 77.30 Marienburger E^B.-Act. 71.50