Nr. 177 Mittwoch den 1. August 1894 Der Kleiner -azeiger erscheint täglich, erit Ausnahme deS Montags. Die Gießener A«mttie«vtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er Kenemt-Wnzeiger. Bierteliährigee ASonnementrpreis: 2 Mark 20 Pfg- mit Bringerlohn. Durch die Post bezogerk 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Erpeditio» und Druckerei: KlKutstraße Är.7. Fernsprecher 51. 2Unts- und Anzeig-blatt für den "Ureis Gieszsn. Alle Annoncen-Burcaur deS In- und Auslandes nchmea chratisöeilage: Hießener Jamikienklätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. unparteiisch--! Kn°PP°nbund-s abzus-l,-» und di- Sache bei alten Bundes deutscher Bergarbeiter zu fördern. Nr. 34 des Neichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 27. d. M., (Nr. 2190.) Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und der Orientalischen Republik Uru- quau. Vom 20. Juni 1892. . (Nr. 2191.) Bekanntmachung, betreffend die Anzeige- pfficht für die Schweinepest. Vom 23. Juli 1894. Gießen, den 31. Juli 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Artikel 271. pos. 1. Alle Fuhrwerke, besetzte oder leere Chaisen, beladene oder leere Wagen, welche sich auf öffentlichen Wegen »egegnen, muffen, insofern es die Beschaffenheit und Breite der letzteren gestatten, einander zeitig zur Hälfte rechts aus- weichen, d. h. rechts auf der Seite soweit emlenken, daß für ;as andere Fuhrwerk die Halste der Fahrbahn frei bleibt. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Neueste Nachrichten. Walff» telegraphische» Lorrespondenz-Bureau. tzffeu, 30. Juli. Der „Rh.-Weslf. Ztg." zufolge tagten beute hier die Vertreter der bedeutendsten, am Dortmund. Rheincanal interessirten Städte, Bezirke und wirthschas^ lichen Körperschaften. Es wurde einstimmig beschlossen, nach wi- vor an d-r süd-msch-r Sink feftju^alten unb n in« Denkschrift der Eingabe Dortmunds, die sich für die Ltppe- linie ausspricht, entgegenzutreten. Kopenhagen, 30. Juli. D-r Grobsürst-Thron- folger besuchte gestern den Prinzen Heinrich an Bord der „Sachsen", wo er eine Stunde verweilte. Kopenhagen, 30. Juli. Der König verlieh dem Hofmarschall Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Heinrich von Preußen, Capitän zur See Freiherrn v. Seckendorfs, das Groß- kreuz des Danebrog-Ordens und dem persönlichen Adjutanten Sr. Königl. Hoheit, Capitänlieutenant v. Colomb, das Ritterkreuz deffelben Ordens. Beigen, 30. Juli. Se. Majestät der Kaiser W i lh e l m ging heute Vormittag 8V* Uhr an Land und erstieg den Gipsel des Flöifjeld. Das Wetter ist schön. Bastia, 30. Juli. Lucchesi, der Mörder des Redacteurs Bandi, wurde heute Vormittag den italienischen Behörden ausgeliefert und an Bord des nach Livorno gehenden Dampfers „Palestina" gebracht. Loudon, 30. Juli. Nach einer Lloyd-Depesche aus Shanghai von heute verlautet daselbst, mehrere chinesische Dampfer wurden von den Blokadeschisfen bei Faku vernichtet. Im Yangtsekiang wurden Torpedos gelegt. — Das deutsche Kanonenboot „Wolf" ist am 26. Juli in Ehefoo angekommen. __________ WB. Rostock, 31. Juli. Der frühere Reichstags- abg-ordn-t- Moritz Wigg-rS ist gestern Abend gestorben Devefcben de« Bureaa .Herold' Berlin, 30. Juli. Aus Varzin wird gemeldet, daß der Kaiser dem Fürsten Bismarck auS Anlaß der 47. Wiederkehr des Vermählungstages deS Fürsten em Glück« wunschtelegramm übersandte. Berlin, 30. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Zeitungsmeldung, wonach eine erhebliche Mehrausgabe beim Fonds des Reichsschatzamts durch Vermehrung der Arbeitskräfte behuss Aufstellung der Steuerpläne entstanden Deutsche» Reich. Berlin, 30. Juli. Auf der Reise nach England werden sich im Gefolge des Kaisers befinden: Der Ober-Hos- und Hausmarschall Gras zu Eulenburg, Com- mandant des Hauptquartiers Generallieutenant und Generaladjutant v. Pleffen, Contreadmiral Frhr. v. Senden-Bibran, die Flügeladjutanten Oberst v. Scholl, OberstUeutenant v. Arnim und Major Graf v. Mottke, Generalarzt Dr. Leut- hold, Corvetten Capitän Siegel und als Vertreter des Auswärtigen Amtes der Gesandte in Hamburg v. Kiderlen- Wächter. — Der Leiter der Reichsfinanz - Verwaltung, Staats- secretär Dr. Graf Posadowsky, ist mit den Vorarbeiten für die neuen Steuer- und Finanzvorlagen der- maßen beschäftigt, daß er einer parlamentarischen Corre- spondenz zufolge auf jede Ruhepause verzichten wird. Der Reichstag dürfte sich also sehr zeitig mit den neuen Steuervorlagen beschäftigen. — Die Vorarbeiten für die beabsichtigte Umgestaltung des preußischen Handelskammergesetzes sind so weit vorgeschritten, daß den Handelskammern bereits in naher Zeit die Grundzüge der geplanten Aenderungen zur Begut- achtung werden zugehen können. Der Handelsminister hat vor Antritt seines Urlaubs alle erforderlichen Anordnungen dazu getroffen. — Der älteste active General des deutschen Heeres, der berühmte Generalfeldmarschall Graf Blumenthal, der General-Jnspecteur der 3. Armee-Jnspeclion und Chef des reitenden Feldjägercorps, ist am 30. Juli in sein 85. Lebensjahr eingetreten. Am 30. Juli 1810 in Schwedt geboren, konnte der Feldmarschall am 28. Juli auf eine Dienstzeit von 67 Jahren zurückblicken. Möge dem greisen Helden, welcher sich 1870 bet Wörth und Sedan als leitender Generalstabschef der 3. (kronprinzltchen) Armee den Feldherrn- ruhm erwarb und damals tapfere nord- und süddeutsche Söhne zum Siege führte, noch manches rüstige Jahr be- schieden sein. — Der in Witten tagende Delegirtentag der rheinisch-westfälischen Knappe n-Vereine beschloß am 29. Juli einstimmig, von der Gründung eines christlichen BekaMtmachmig, betreff, die Feldbereinigung in der Gemarkung Steinbach. Freitag, den 3. August l. Js., Mittags von 1 bis 2 Uhr, findet die Entgegennahme der Wünsche bezüglich der Zutheilung der neuen Grundstücke vom letzten Bereinigungs- fetbe rubr. Gemarkung statt. Die Wünsche sind schriftlich einzureichen, müffen Flur und Nummer der zusammenzulegenden Grundstücke enthalten und vom Eigenthümer unterschrieben sein. Gießen, den 31. Juli 1894. ________ Der Vollzugscommiffär: Dr. Wallau. Bekanntmachung, betreff, die Feldbereinigung in der Gemarkung Steinbach. Freitag, den 3. und Samstag, den 4. August l. Js., Vormittags von 7 Uhr ab, findet die amtliche Ueberweisung der neuen Grundstücke vom 2. und 3. Bereinigungsfelde rubr. Gemarkung an Ort und Stelle statt. Die Grundbesitzer werden ersucht, dieser Ueberweisung beizuwohnen, damit Verwechselungen von Grundstücken vermieden werden, da später sich herausstellende Unrichtigkeiten des Besitzstandes nur schwer und auf Kosten der Jntereffenten beseitigt werden können. Die Zusammenkunft ist an der Garbenteicher Chaussee am Ausgang des Ortes. Gießen, den 31. Juli 1894. _____________Der VollzugScommissär: Dr. Wallau. Bekanntmachung. Die Omnibusgesellschaft wird am 1. August er. den regelmäßigen Betrieb eröffnen und verweisen wir daher die Führer von Fuhrwerken, bis zum Inkrafttreten des diesbezüglichen Local-ReglementS, auf Artikel 271 pos. 1 des Polizeistrafgesetzes, welchen wir hiermit nachstehend zur öffentlichen Kenntniß bringen. Gießen, 30. Juli 1894. Großhcrzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Bibliotheca Acadeinica et Senkenbergiana. Ein Beitrag zur Geschichte der Hochschule Gießen. Bon Dr. O. Buchner. (4. Fortsetzung.) Nachdem er 1737 seinen medicinischen Doctor in Göttingen erworben hatte, wurde Senckenberg 1739 Leibarzt des Landgrafen von Hessen-Homburgs doch konnte er bei seinem Freimuth das Hofleben nicht vertragen und kehrte 1739 dauernd nach Frankfurt zurück. Johann Christian Senckenberg war dreimal verheiratet, alle Ehen währten nur kurz, die zwei letzten waren unglücklich , namentlich die letzte voll Zank und Streit, so daß er sich von seiner Frau trennte und in sein Haus zurückzog. Alle Kinder starben in früher Jugend. Senckenberg war ein hochgeschätzter vielbeschäftigter Arzt, der zwischen Armen und Reichen keinen Unterschied machte und deshalb allgemein beliebt und hochgeachtet war. Er war Land - und Stadtphy- sikus, Leibarzt und Hofrath des Landgrafen Wilhelm VIII. von Cassel, behandelte auch neben anderen Aerzten den Kaiser Karl VII., als dieser in Frankfurt war. Er hatte also Gelegenheit, ein bedeutendes Vermögen zu erwerben. Nach dem Tode seiner dritten Frau lebte er nur noch feiner ärztlichen Thätigkeit und der Ausführung seiner großartigen Pläne zur Gründung der berühmten Anstalt, die noch jetzt in Frankfurt unter seinem Namen blüht. Es ist das Senckenber gische Stift. Die Sttstung zerfällt in zwei Theile, eine wissenschaftliche Abtheilung, Collegium medicum mit 2/s der Einkünfte, einem Anatomiegebäude, einem chemischen Laboratorium, einem botanischen Garten mit Gewächshaus, aus Sammlungen für Naturwissenschaften, einer Bibliothek. Die zweite Abtheilung ist mit V3 der Einkünfte der ausführenden Heilkunde gewidmet- dahin gehört ein Krankenhaus. Auch waren Stipendien für Hochschulen, wissenschaftliche Reisen zur Ausbildung von Aerzten, Chirurgen, Apothekern und Hebammen, sowie Unterstützungen für alte Aerzte, Wittwen und Waisen von Aerzten vorgesehen. . Die Verwaltung der Stiftung besteht aus vier Aerzten und vier Frankfurter Bürgern. Die Hauptaufsicht übertrug Johann Christian Senckenberg dem jedesmaligen ältesten Sohne seines ältesten Bruders und nach Aussterben der Familie (1842) den zwei Dekanen der medicinischen und juristischen Fakultät in Gießen. 1771 begann der Bau des Spitals, 1779 wurde es vollendet. Der Stifter selbst überwachte die Ausführung des Baues aufs sorgfältigste. Am 15. November 1772 war er in der Mittagszeit allein auf das Gerüst gestiegen- da ergriff den Sechsundsechzigjährigen einer seiner häufigen Schwindelanfälle, er stürzte ab und brach das Genick. Johann Christian Senckenberg hinterließ bei seinem Tode ein Vermögen von 117400 sl. Schon diese beträchtliche Summe hätte genügt, die Pläne des hochherzigen Stifters würdig auszuführen. Durch zahlreiche anderweitige beträchtliche Schenkungen konnten sie sich auf das großartigste entfalten. Der dritte Bruder war Johann Erasmus Senckenberg, geboren 1717. Er war ein hochbegabter, aber durchaus zerfahrener Mensch. Mit seinem 15. Jahr bezog er die Hochschule Altors, dann Göttingen, um die Rechte zu stu- dieren, und kehrte nach fünf Jahren nach Frankfurt zurück. Hier trieb er die Advokatur, aber ohne sich je in die Reihe der Advokaten aufnehmen zu lassen, obgleich er einen großen Schatz von juristischem und geschichtlichem Wissen besaß. 1744 wurde er Hofrath mehrerer kleiner Reichsstände, 1746 in den Frankfurter Rath gewählt, 1749 geadelt. Seine Hauptfehler waren übertriebener Ehrgeiz und Selbstüberhebung, sowie ein höchst ausschweifendes Leben. Er stahl Aktenstücke, machte icMe Protokolle, beschimpfte seine Amtsgenossen im Rath, machte Schmähschriften und Gedichte der gemeinsten Art. Obgleich er als „Falsarius" erklärt wurde, blieb er doch noch 12 ^ahre Mitglied des Senats. Doch wurde er 1769 wegen wieder Holter schwerer Beleidigung des Raths gefangen genommen und starb nach 26jähriger Gefangenschaft 1795. Hier sehen wir in drei Brüdern die verschiedensten Charaktere entgegentretend und die Ursache dieser verschiedenartigen Entwickelung ist wohl in dem unglücklichen Verhältnis der Eltern zu suchen. I o h ann Chr i stian Scn ckenb er g, der Gründer des großartigen Senckenbergischen Stifts in Frankfurt, war demnach der Oheim des Karl Renatus Freiherrn von Senckenberg, dem Wohltbäter der Hochschule Gießen. Seither war vorwiegend von Schenkungen an die Universitäts - Bibliothek die Rede. Die Mittel um Bücher zu kaufen waren sehr gering; nur wenig vermehrt wurden sie durch besondere Einnahmen. Wenn 1665 der Landgraf verordnete, daß von jedem Studenten beim Einschreiben V? bis 1 Kopfstück für die Bibliothek erhoben werde, oder wenn 1678 von jedem Candidato, so den gradum annimmt, unserer Universität jedesmaliger Rektor oder Prorektor zur Vermehrung dec Bibliothek 2 Rth. wirklich erfordern und zur Rechnung einbringen soll, ober wenn 1701 diejenigen Gelder, welche ehedessen einem zeitigen Rectori aus dem fisco zu dem Rectoratmahl, bei der Verlesung derer legum acad. hergegeben, mit Einziehung dieses Mahls zur Universitäts - Bibliothek und zur Anschaffung von Büchern verordnet wird, so waren damit doch keine größeren Summen zu schaffen. (Fortsetzung folgt.) sei, für unrichtig. Die „Nordd. Allg. Ztg." weist nach, die Mehrausgabe sei hauptsächlich durch Ablieferung der zweiten Nate der österreichischen Vereinsthaler entstanden. Berlin, 30. Juli. Wegen des heftigen Auftretens der Cholera in Rußland ordnete die Eisenbahndtrection Berlin an, die vom Eisenbahnminister am 28. Juli 1893 ausgegebenen Grundsätze für Einrichtung des Eisenbahnverkehrs in Cholerazeiten in vollem Umfange anzuwenden. Esten, 30. Juli. Durch eine Explosion schlagender Wetter stnö am Samstag auf der Zeche Neuenesien drei Bergleute getödtet worden. Lübeck, 30. Juli. An Bord des Dampfers „Trave" ist auf der Reise von St. Petersburg nach Lübeck ein Heizer an Cholera gestorben. Wien, 30. Juli. Der Tod des Erzherzogs Wilhelm hat die tiefste Bestürzung hervorgerufen. Ueber den Unfall werden folgende Einzelheiten gemeldet: Vor der ( Villa des Erzherzogs in Baden führt die electrische Bahn vorbei, an deren Läuten der Erzherzog sein Pferd gewöhnen wollte. Als er eine größere Strecke mit dem Zuge geritten war, scheute das Pferd plötzlich. Der Erzherzog wollte abspringen, blieb aber im Steigbügel hängen und wurde dreißig Schritte weit geschleift, bis er ohnmächtig liegen blieb. Der Erzherzog, der eine Wunde am Kopfe hatte, wurde in ein nahegelegenes Gasthaus gebracht, wo der aus Wien herbei- gerufene Professor Weinlechner den hoffnungslosen Zustand erkannte. Nachdem der Verunglückte in seine Villa geschafft war, verstarb er Nachmittags 5 Uhr. Alle Morgenblätter widmen dem Verstorbenen, der wegen seines leutseligen Wesens ungemein populär war, sympathische Nachrufe. Wien, 30. Juli. Nach neueren Meldungen ist das Unglück des Erzherzogs Wilhelm dadurch entstanden, daß ein Radfahrer zwischen dem Pferde des Erzherzogs und dem Zuge der electrischen Bahn mit großer Schnelltgleit durchgefahren und dabei das Pferd streifte. Der Verstorbene ernannte den Erzherzog Eugen zum Universalerben. Wien, 30. Juli. Die Beise-tzung des Erzherzogs Wilhelm wird voraussichtlich am Mittwoch oder Donnerstag erfolgen. Auf kaiserlichen Befehl wurde bereits die Ein- balsamtrung der Leiche vorgenommen, da wegen der nach dem Absturz erfolgten starken inneren Blutungen sonst eine baldige Verwesung zu befürchten gewesen wäre. Das Letchenbegängniß dürfte einen äußerst pomphaften Character erhalten, da an demselben zahlreiche Truppentheile, u. a. auch die russische rettende Artillerie-Brigade, deren Chef der Verstorbene gewesen, theilnehmen werden. Lemberg, 30. Juli. Hier soll demnächst ein deutsches Consulat für Galizien und die Bukowina errichtet werden. Paris, 30. Juli. In der Gemeinde Quarante haben in den letzten Tagen Haussuchungen stattgefunden, wie es heißt, um Briefpapier aufzufinden. Präsident Casimir Perter erhielt nämlich am 13. Juli aus Quarante einen Drohbrief, in welchem eS hieß: „Vier Tage nach Caserios Hinrichtung dürfte Ihnen die Lust vergehen, Präsident von Frankreich zu sein." Die Polizei constatirte, daß am 12. Juli ein gleiches Briefpapier, wie das zu dem Briefe an Casimir Perter benutzte, in Quarante verkauft worden ist,- der Verkäufer konnte sich jedoch nicht mehr entsinnen, an wen. Paris, 30. Juli. Der „Temps" bespricht in einem zweiten Artikel die Congofrage, wobei er die Anwesenheit belgischer Offiziere in der Nähe der französischen Besitzungen in Afrika erörtert und in dieser Thatsache eine beständige Gefahr für die Sicherheit des Friedens erblickt. Es sei zu wünschen, daß die Verhandlungen, die jetzt in Paris gepflogen würden, den colonialen Mißständen ein Ende machten. Paris, 30. Juli. In einem beachtenswerthen Artikel äußert sich der „Temps" über die am Samstag geschlossene Kammersttzung und stellt fest, daß dieselbe die Annahme des Anarchtstengesetzes bei einem äußerst geringen Besuche ergeben habe. Die Abgeordneten treffe die Schuld der Un- entschloffenheit und Schwäche,- sie hätten sich von den Umtrieben der Oppositionspartei Furcht einjagen lasten. Die Mehrheit werde jedoch die Verantwortung für die Unfruchtbarkeit der Verhandlungen übernehmen müssen. Loudon, 30. Juli. Eine hervorragende spanische Persönlichkeit erklärte einem Journalisten, Korea befinde sich im Zustande vollständiger Anarchie. Um die Finanzen stehe es schlecht und Corruption herrsche in allen Kreisen. Fremde orgamsirten Aufstände. San Francisco, 30. Juli. Amerikanische Japanesen sind im Begriffe, Truppenabtheilungen Freiwilliger zu bilden, mit amerikanischen Gewehren neuer Systeme auszurüsten und der japanischen Regierung zur Verfügung zu stellen. Tokio, 30. Juli. In offiziellen Kreisen ist man überzeugt, daß die Unterhandlungen, welche dieser Tage von China vorgeschlagen wurden und auch thatsächlich stattgefunden haben, den einzigen Zweck hatten, Zeit zur Con- c^trirung von Truppen zu gewinnen. Yokohama, 30. Juli. Die Marine- und Land- reservetruppen erhielten Befehl, sich in ihre betreffenden Depots zu begeben. Die Chinesen verlassen zu Tausenden Japan. CocaUs rritd ptwhtsi Gießen, den 31. Juli 1894. * * Ernannt wurden am 17. Juli der Militäranwärter Ludwig Jäger aus Wetter zum Registrator beim Großh. Landgericht Oberhesten, am 20. Juli l. I. der Hilfsbremser bei den Oberhessischen Eisenbahnen Georg Schäfer aus Garbenteich zum Bremser bei diesen Bahnen mit Wirkung vom 1. August l. I. an. * * Gießener Omuibns-Gesellschast. Mit dem morgigen 1. August wird Gießen um ein neues Verkehrsinstitut bereichert: die regelmäßigen Omnibusfahrten zwischen der Marburgerstraße und den Bahnhöfen. Nachdem bereits in den letzten Tagen Fahrten zwischen Wieseck und Gießen behufs Einfahren der Pferde stattgefunden, fanden heute auch Probefahrten auf den beiden Linien Marburgerstraße—Bahnhof und Marburgerstraße—Grünbergerstraße— Bahnhof und umgekehrt statt. Wir geben wohl nur der Erwartung aller Bewohner Gießens Ausdruck, wenn wir dem neuen Unternehmen eine in jeder Beziehung günstige Entwickelung und Rentabilität wünschen- zeigt doch die neue Einrichtung, daß unser erfreulich aufstrebendes Gemeindewesen auch den Anforderungen des Verkehrs, soweit dies in seinen Kräften steht, gerecht zu werden versteht. In dem Fahrplan, welcher der Stadtauflage des heutigen „Gießener Anzeigers" beiliegt, ist Fürsorge getroffen, daß das Publikum zum und von allen hier verkehrenden Eisenbahnzügen bequemen Anschluß findet, aber auch in den Zwischenzeiten ist Gelegenheit zu Fahrten nach und vom Bahnhof gegeben. Dabei ist der Fahrpreis von 10 Pfg. ein mäßiger. — „Gut Fahrt!" * * Zelleustrafaustalt Butzbach. Nach den von dem Großh. Ministerium des Innern und der Justiz getroffenen Bestimmungen sind in die Zellenanstalt Butzbach aufzunehmen alle männlichen, nicht jugendlichen Gefangenen, 1) die zu Zuchthausstrafe von höchstens fünf Jahren oder zu Gefängnißstrase von über einem Monat bis zu höchstens 5 Jahren verurtheilt sind, sofern sie a. nicht mit Zuchthaus und * * b. nicht mit Gefängntß unter Entziehung der bürgerlichen Ehrenrechte vorbestraft sind, oder 2) die zu Gefängntß von mehr als einem Monat oder zu Zuchthaus verurtheilt sind, sofern sie beim Nichtzutreffen der Voraussetzungen unter Ziffer 1 a und b nach dem Ermessen der Strafvollstreckungsbehörde noch für besserungsfähig zu erachten sind. ** Militärisches. Die Offiziers-Schärpe soll, wie verlautet, für Lieutenants und Hauptleute in Fortfall kommen. Sie soll nur den Stabsoffizieren verbleiben, von diesen jedoch nach Art der Adjutantenschärpe, von der rechten Schulter nach der linken Hüfte hängend, getragen werden, während für die Adjutanten ein Abzeichen, ähnlich den Schützenfangschnüren, beabsichtigt ist. Den Lieutenants und Hauptleuten wird an Stelle der Schärpe ein silberner Gürtel nach dem Vorbilde des Gürtels der Marineoffiziere gegeben werden, der zugleich zur Befestigung des Fernglases und des Revolvers dienen soll. ** Berichtigung. In dem Referat über die Sitzung der Großh. Handelskammer vom 27. Juli d. I. in vor. Nr. muß es auf Zeile 39 statt Seifenindustrie helßen: Saison- Industrie. L. Londorf. 30. Juli. Bei der am 22. Juli er. stattgehabten Generalversammlung des Spar- und Vorschußvereins Rabenau zu Londorf wurde Pilipp Rabenau an Stelle des nach Reichelsheim versetzten Lehrers Schäfer zum Con- troleur gewählt. Ober-Lais, 26. Juli. Von einem schweren Trauerfall ist die Familie des hiesigen Forstwarten Ahl heim betroffen worden. Der älteste Sohn, ein kräftiger Mensch von 18 Jahren, war seit einigen Monaten in Darmstadt als Metzgerbursche in Stellung (vorher bet Metzger Kratz in Nidda). Eine Depesche seines Meisters meldet den unglücklichen Eltern, daß ihr Sohn gestern Nachmittag gegen 6 Uhr beim Baden in einem Teiche ertrunken sei. Der Schmerz der Eltern ist unbeschreiblich. Stockheim, 28. Juli. Einige hiesige Fuhrwerksbesitzer waren gestern Abend auf dem Nachhausewege bet Wirth R. in Selters eingekehrt, um sich durch einen Trunk zu stärken. Unter denselben befand sich auch ein reicher Bauer, der wiederholt die Gaststube verließ. Wirth R. hat nebenbei noch eitte Specereihandlung und diese hatte sich der Bauer zum Operationsfeld ausersehen. In einem unbewachten Augenblick gelang es ihm, 2 Päckchen Tabak A. B. Reiter zu entwenden, doch wurde er von der Wirthssrau erwischt, die gleich Lärm schlug. Der ertappte Bauer erstattete sofort den Kaufpreis der 2 Päckchen, indessen der Wirth war schlauer, er unterzog den Futtersack auf dem Fuhrwerk des Betreffenden einer Revision und fand in demselben noch 11 Päckchen Tabak vor. Es entstand einen Menschenauflauf und der Dieb wurde zur Anzeige gebracht. D. Tgl. Anz. Büdingen, 30. Juli. Heute Morgen 9 Uhr schied 'nach etwa achttägigem Krankenlager Herr Kirchenrath Meyer aus diesem Erdenleben in einem Alter von 9U/2 Jahren. Er entstammte einer alten, ehrbaren hiesigen Bürgersamilie und wurde nach vollendeter Studienzeit bald als Pfarrer in dem benachbarten Haingründau angestellt. Aber schon im Jahr 1829 übertrug ihm der Patron hiesiger Kirche, Se Durchlaucht der Fürst Casimir zu Isenburg und Büdingen die zweite hiesige Pfarrestlle,- später, im Jahr 1844 ward er erster Stadtpfarrer und bekleidete von da an auch das Amt eines Decans des Decanats Büdingen, ertheilte dabei den Religionsunterricht im Gymnasium und war langjähriges Mitglied der Kreisschulcommission und der Landessynode. In seinen Aemtern war er rastlos thätig und zeichnete sich dabet durch unermüdliches, wissenschaftliches Streben aus. In Anerkennung deffen ernannte ihn Seine Durchlaucht der Fürst zu Isenburg und Büdingen zum Hofpredtger,- Seine König!. Hoheit der Großherzog verlieh ihm nach- einander den Philipps- und Ludwigsorden und ehrte ihn mit dem Titel „Kirchenrath". — Im Winter 1876 wurde er während seiner Anwesenheit auf der Landessynode zu Darmstadt im Abenddunkel von einem Wagen überfahren und brach dabei das rechte Hüftgelenk. Von der Zeit an war der bis dahin kräftige, gesunde Mann genöthigt, von seinen Aemtern zurückzutreten und brachte seinen Lebensabend im Kreise seiner Familie mit wissenschaftlichen Beschäftigungen hin. Seit dem letzten Winter nahmen seine Kräfte merklich ab und es bildete sich allmählich ein Leiden aus, dem er nach schwerem Kampfe, aber fest im Glauben und in Geduld erlag. B. Aus dem Kreise Büdingen, 29. Juli. Den unab- ' lässigen Bemühungen unserer Verwaltungsbehörden ist eS doch noch gelungen, die Nebenbahnfrage: Echzell—Ober-WtdderS- heim—Salzhausen—Nidda zu erledigen. In der abgelaufenen Woche wurden Gemeinderaths-Versammlungen unter dem Vorsitze der Verwaltungsbeamten in verschiedenen Orten, welche an den Linien und Varianten betheiligt sind, abgehalten, um die Ansichten der betreffenden Orte und Gegenden genau kennen zu lernen. Die Bürgermeister und Gemeinderäthe versäumten nicht, sich präcis auszusprechen und ihre Gründe darzulegen. Das dritte Project, welches auftauchte, hat auch Manches für sich. Darnach würde die Bahn von Echzell über das Dorf Bisses durch den Wald nach dem nicht unbedeutenden Orte Geiß-Nidda, von da nach dem nur 10 Minuten entfernten Salzhausen und von hier nach Nidda gehen. Die- Gemeindevertretungen haben die Ueberzeugung erlangt, daß es doch noch gelingt, die Gemüther zu einigen, so daß der Bahnbau gleichzeitig mit Hungen—Friedberg ausgeführt wird. Die Leute haben recht, wenn sie irMsich gehen und Jeder sein Theil dazu beiträgt, daß die gute Sache baldigst in Ordnung kommt. Von Seiten der Baubehörde wurde ununterbrochen weiter gearbeitet, so sind z. B. in jüngster Zeit die Wege, welche von den Straßen und Vicinalwegen über den neuen Bahnkörper führen, eingemessen und fest bestimmt worden. Laubach, 26. Juli. Am Heutigen verließen nach einem Aufenthalt von 3*/z Wochen die beiden Frankfurter Feriencolonieen unsere Stadt. Es waren diesmal 44 Kinder, je 23 und 21, unter Führung zweier Lehrer hier untergebracht. In vorhergehenden Jahren waren außerdem noch etwa 20 Schulkinder in bürgerliche Verpflegung gegeben, wovon man diesmal Abstand genommen hatte- dafür war zum ersten Male der Versuch einer gemischten Colonie — jüngere Knaben und Mädchen — gemacht worden. Jnsge- fammt waren von dem Verein für Feriencolonieen in Frankfurt 17 Colonieen mit etwa 350 Schülern nach dem Vogelsberg, Taunus und Odenwald geschickt worden. Wenn man bedenkt, daß eine Colonie einen etwaigen Kostenaufwand von 900 Mk. verursacht, wonach sich also die Gesammtkosten auf ungefähr 15 000 Mk., die hauptsächlich aus freiwilligen Beiträgen zusammengebracht werden, belaufen, so muß dem Wohl- thätigkeitssinn der Bewohner der Stadt Frankfurt alle Anerkennung gezollt werden. Mainz, 29. Juli. Es ist nunmehr bekannt geworden, daß der Husar Bricke, der den unglücklichen Schuß auf den Husar Falk abgefeuert hatte, wovon Letzterer starb, von dem Militärgericht zu einer Festungshaft von fünf Monaten verurtheilt worden ist und diese Strafe bereits angetreten hat. Seiner Majestät dem Kaiser ist, wie die „Darmst. Ztg." meloet, ein Gnadengesuch unterbreitet worden. Kastel, 29. Juli. Eine gemeinsame Rheinfahrt zum Besuche des Nationaldenkmals auf dem Niederwald bis nach Rüdesheim wurde gestern Nachmittag für sämmtliche Mannschaften des gegenwärtig hier gemeinsam Übenden Hess. Pionierbataillons Nr. 11 und der Pionierbataillone Nr. 16 und 20 (Metz) unter Begleitung der Musikcorps unternommen. Es wurden ' hierzu die beiden Dampfer „Rhein" und „Overstolz" der Köln-Düsseldorfer Dampf - Schifffahrts- Gesellschaft benutzt. Die stattlichen, reich mit Fahnen geschmückten Schiffe fuhren um 1 Uhr Nachmittags in Mainz ab und kehrten um 10 Uhr zurück. Darmst. Ztg. * Sonn, 30. Juli. Bei Oberkaffel ertrank gestertz Abend beim Baden im Rhein ein junger Mann aus Dollendorf. Als er mit den Wellen kämpfte, eilte ihm ein Gefährte zu Hilfe, wurde aber von dem Untergehenden mit in die Tiefe gezogen. So fanden die beiden jungen Leute, 16 und 18 Jahre alt, ein vorzeitiges Grab. * Hagenau, 28. Juli. In der Nähe des Schießplatzes trug sich heute nach der „Str. P." ein Unglücksfall zu. Gesch oßsucher aus Schirrheim verunglückten beim Oeffnen von Granaten. Einer ist tobt, einer schwer verwundet. * Budapest, 30. Juli. Baron Hirsch erhob gegen den Director Ruff, den Kassirer Schanz und mehrere andere Beamte seiner Besitzungen zu St. Johann Anklage, weil dieselben seit Jahren ihn um viele Hunderttausende Gulden betrogen haben. * Mailand, 30. Juli. Auf dem Manöverfeld bei Gallarate gab der Soldat Marracchioli aus dem Hinterhalte zwanzig scharfe Schüsse ab. Er wurde verfolgt und erschoß sich. Ein Offizier und vier Bersaglieri find schwer verwundet. Marracchioli hatte früher in den Marmorbrüchen von Carrara gearbeitet und ein Bruder desselben ist wegen der bekannten Unruhen in Carrara zu 12 Jahren Zuchthaus verurtheilt worden. Frkf. Ztg. * Die preußischen Corps Cowmandeure aus dem Feldzuge 1870/71. Man schreibt der „Schles. Zeitung": Mit dem am 23. v. Mts. zu Wernigerode am Harz gestorbenen General der Infanterie Grafen von Bose ist der letzte preußische commandirende General, der 1870 ein Armee-Corps gegen den Feind geführt hat, zur ewigen Ruhe eingegangen. Es commandirten 1870: geboren gestorben das Garde-Corps General der Cav. Prinz August von Württemberg 24. 1. 1813 12. 1. 1885 das I. Armee-Corps Gen. der Cav. Freiherr von Manteuffel 24. 2. 1809 17. 6. 1885 das II. Armeecorps Gen. der Inf. v. Fransecky 16. 11. 1807 22. 5. 1890 das III. Armeecorps Gen. der Inf. v. AlvenS- leben II. 26. 8. 1809 28. 3. 1892 das IV. Armeecorps Gen. der Inf. v. AlvenS- leben I. 30. 9. 1803 30. 6. 1881 geboren gestorben Gasthaus zum weißen Roß. 6315 Vermietungen 6333] Neue Grünekerne 6283 Gnauth. in Besatzbördchenl in Gießen, den 28. Juli Schale. 6024 6303 6281 dem der zu if // // H n ii u bei 6014 Geitzler, Gerichtsvollzieher. ii n Robert Stuhl Neustadt 23. der und be- Fabrikmässiger Betrieb ausgeschlossen. Otto Fritz, Kunstmaler, Bleichstrasse 24, Hinterhaus. Strebel-Tinte, s J. Rickersche Buchhandlung, Giessen. Neues Grünkorn empfiehlt machen. Die Richtigkeit der Abschrift Urtheilsformel wird beglaubigt die Vollstreckbarkeit des Urtheils Verdingung. Die zur Herstellung einer Bauplatz-Einfriedigung längs der städtischen Restparzelle in der Damm- straße (an der Mühlich'schen Hof- raithe) erforderlichen Schreinerarbeiten sollen Freitag, IO. August, Vorm. 11% Uhr, auf dem Stadtbauamte vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungungen liegen daselbst offen, auch sind Angebote, verschlossen, bis zum Termin dorthin einzureichen. Gießen, den 27. Juli 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Neue Kartoffeln Neue Zwiebeln Maurerarbeiten Steinhauerarbeiten Zimmerarbeiten Dachdeckerarbeiten Spenglerarbeiten Schlofferarbeiten Glaserarbeiten Schreinerarbeiten Weißbinderarbeiten Tapezierarbeiten Eisen-Lieferung Wichtig für Hausfrauen! Bernhard Curt Pechstein, Wollwaaren Fabrik Mühlhausen i. Th., fertigt aus Wolle, alten gestrickten, gewebten und anderen reinwollenen Eachen und Abfällen baltbare und gedieaene Stoffe für Damen, Herren und Zetnder, sowie Portiören, Schlafbecken und so weiter in den modernsten Mustern bet billigster Preisstellung und schnellster Bedienung. 4549 Annahme und Musterlager in Gießen bei: LouiS Rothenberger Wtw,, Neuenweg 22. 9 2aS V. ArmeecorpS Gen. der Inf. v. Kirchbach daS VI. Armeecorps Gen. der Cav. v. Tümpling das VII.Armeecorps Gen. der Inf. v. Zastrow daS VIII. Armeecorps Gen. d. Inf. v. Goeben das IX. Armeecorps Gen. der Inf. v. Manstein dos X. Armeecorps Gen. der Inf. v. Voigts-Rhetz daS XI. Armeecorps Gen. der Inf. v. Bose das Reserve Corps bei Straßburg Gen. d.Jnf. v. Werder lebend, ital. GcSügel gut u. billig beziehen will, verlange Preisliste von Hans Maier in Ulm a. D. Grosser rmport ItalZ Produkte. Oerkebr, Land- unb Volkswivthschaft. ■ r '31. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen kostete: Butter pr. Md. A 0,90-1,10, 'SMmetdtt H-13KSsepr. St. 5-8 4, SSfematte pr- 5t 8 Erbsen pr. Liter 17 Ansen pr. Liter 28 4, Tauber pr O'80-l.OO, Hühner pr. Stück A 1,10-1.50, Hahnen pr St- 0 50-1,20, Enten pr. St- JL 1.70 bis 1,90, Ocksevfleisch x-Id- 74-78^ Kuh-u. Rindfleisch pr. Md.--70 S>, Schweine, A H pr- Md- 60-70 H, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-66 Hammel. 58-68 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,00-10,00 A, ^ .chkraut pr. Stück--Zwiebeln pr. Eentner 9,00—10,00 A, Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gn auth. Der Kreisingenieur: Stahl. Fahrrad - Industrie. Welchen bedeuienden Aufschwung die deutsche Fahrrad-Industrie angenommen hat, zeigt die rege Fabrikation in dem Etablissement der ^irma Adam Opel in Rüsselsheim. Diese Fabrik ist mit Ordres so ubnhauft, daß es derselben jetzt noch bei vorgerückter lOn £ur sch?^ möglich ist, alle eingehenden Aufträge zu erledigen. - Im In- und Sluslande erfreuen sich die Opel - Räder schon seit Jahren des besten Rufes und bedienen sich fast alle hervorragenden Wahrer dieses Fabrikats, auf welchem sie die größten Erfolge zu ver- zerchnen haben, ja fast unbesiegbar haben sich diese Räder in den letzten Jahren erwiesen. — Für die diesjährige Saison haben dieselben nun schon wieder 9 Meisterschaften 6 Weltrecorde und Recorde, sowie 550 größtentheils erste Preise aufzuweisen. Diese Erfolge sind von keinem anderen Fabrikat bis letzt auch nur annähernd erreicht worden. Die Opel - Räder sind rühmlichst bekannt durch ihre Eleganz, Stabilität und leichten Lauf; die Fabrik producirt pro Jahr circa 12 000 Fahrräder, wofür sie raschen und leichten Absatz findet, was wohl der beste Beweis für deren Vorzüglichkeit ist. Die Firma Oocl ist fast an allen Plätzen vertreten und man kann jedem Reflectanten nur anrathen, vor Ankauf einer neuen Maschine auch die Opel-Räder in Augenschein zu nehmen, um sich von deren Vorzüge überzeugen zu können. Amerikanische Wagen in verschiedenen Arten empfiehlt L. Faber, Wolkeng. 11. Grötzte Schonung der Pferde. Beste Referenzen. 3149 Mittwoch, 1. August l. I., Nachmittags 2 Uhr, werden im vieker'schen Saale versteigert: 3 neue Sophas, Kommoden, Kletder- und Glasschränke, 1 Ladeneinrichtung, eine Anzahl Kupferstiche, Oeldruckbilder, Spiegelgläser, 2 gr. Spiegel, 50 Meter Goldleisten, 1 Hobelbank, 1 gr. Spiel- werk u. a. m. . 303.72 32.40 282.09 155.— 65.80 133.30 83.62 615.04 958.59 14.—* 27.30 1894. Vergebung von Sauarbeiten. Die nachstehenden zum Umbau des Schulhauses zu Steinberg erforderlichen Arbeiten und Lieferungen werden am Freitag, den 3. August l. Js., Vormittags S Uhr, im Schulhaus daselbst im Wege schriftlichen Angebots vergeben. Pläne, Voranschlag und Bedingungen liegen bei Großh. Bürgermeisterei Steinberg zur Einsicht offen. scheinigt. Gießen, 27. Juli 1894. Der Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts. 6302] I. V.: Plock. Für Ausstattungen empfehle in großer Auswahl Stickereien • Ueberraschend • in ihrer vorzüglichen Wirkung gegen alle Arten Hautunreinigkeiten und Hautaue- SOfoläge, wie Flechten, Finnen, Mitesser, Leberflecke etc. ist anerkannt: Bergmanns Carboltheerschwefel- seite von Bergmann & Co. in Dresden- Radebeul (mit der Schutzmarke: Zwei Bergmänner) a Stück 50 Pfg. 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Die im Allgemeinen wünschenswerthe, als vorsorgliche Maßnahme gegen die Cholera aber besonders nöthige gründliche Ausspülung der Gossev rc. mit hinreichenden Waffermengen wird im laufenden Sommer in empfindlicher Weise erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht durch den — erst im Herbst behobenen — Wassermangel in der städtischen Quellwasserversorgung; der wohlthätige Zweck dieser Maßnahme läßt sich danach hier zur Zeit nur durchführen, wenn dafür, neben den wenig zahlreichen öffentlichen auch die im Privatbesitz stehenden Pumpbrunneu der städtischen Verwaltung insoweit zur Verfügung gestellt werden, als dies mit dem eigenen Bedarf der Eigenthümer irgend vereinbar ist. Wir bitten hierdurch die Einwohner unserer Stadt um thunliches Entgegenkommen in gedachter Richtung. Gießen, den 30. Juli 1894. In der Strafsache gegen 1. den Johann Georg Konrad, genannt Hans Mergard in Wehlheiden und 2. Johannes Braun aus Duttweiler wegen Beleidigung, hat Großherzogl. Schöffengericht zu Gießen am 13. April 1894 für Recht erkannt: Die Angeklagten 1. Johann Georg Konrad, genannt Hans Mergard, Apotheker in Wehlheiden; 2. Johannes Braun aus Duttweiler, zuletzt Student in Gießen sind des Vergehens der Beleidigung .m Sinne des § 185 St.-G.-B. schuldig und werden daher: 1. rc. rc. Mergard in eine Geldstrafe von sünfundsiebzig (75) Mark, die im Falle der Uneinbringlichkeit mit elf Tagen Gefängniß zu verbüßen ist und, 2. rc. rc. Braun in eine Geldstrafe von fünfunddreißig (35) Mark, die im Uneinbringlichkeitsfalle mit fünf Tagen Gefängniß zu verbüßen ist, sowie in die Kosten des Verfahrens verurtheilt. Zugleich wird dem Beleidigten, Stationsassistenten Müller in Gießen, gemäß § 200 St.-G.-B. die Be- fugniß zugesprochen, die Verurthei- lung innerhalb 14 Tagen von Zustellung des Urtheilsauszugs an ge- auf einfach und doppelt Stoff,? Klöppel-Spitzen allen Breiten, 5741 Die Maschinenfabrik Giessen, vorm. A. Menges, bestehend aus Wohnhaus und Fabrik, gebäuden mit 2700 qm Areal, wird mit allen dazu gehörigen Maschinen, Werkzeugen rc. Dienstag den 7. August, Nachmittags 21 /2 Uhr auf hiesigem Ortsgericht versteigert. Bei annehmbarem Gebot kann der Zuschlag sofort ertheilt werden. Nähere Auskunft ertheilt 6133 F. Hoffmann. «prüft, firfi in l'/,jährigen eingehenden Versuchen von dessen nubergcwöhnllcher Wirk- wmkctt Überzeugt und fcldtgcn datier warm empfohlen. Derselbe ist unter Wo. 63 592 In «Ut'.flnbp a IItirt und hat sich als überaus rasch, sicher wirlcndc und dabei absolut itnfamblimc Del Verbrennungen, Verbrühungen, starker Schweissbildung, (Wund- Jein) uiib sonstigen Hautverletzungen, sowie Hautleidcn, Geschwüren v. hervorragend antiseptischen, ncubildenden uno.hellenden Ctigcnfdjnfteii vor- gü(jll$ bewahrt, flügge L Go. in Frankfurt a. M. versenden die 88 Seite n benärgt lief) eit Zeugnissen gratis und franko. Apotheker Ll. 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