Nr 151 Der .chieheuer Avreiger erscheint täglich, mit AllSnahme deS Montag-. Die Gießener A>a mitten vsäller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Erstes Blatt. Sonntag den 1. Juli 1894 Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Viertel jährig«^ jlkonncmcntsprei« : 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Sckutstratze ^lr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den pArtO* (tipfcpYtPY ^ferttlt t ft Ott fiCrt Hoi* Alle Annoncen-Bureaux deS In. und Auslandes nehme« folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtliche* Lbeil. Gießen, am 27. Juni 1894. Betr.. Die Erstreckung der Versicherungspflicht nach dem JnvaliditätS- und Altersversicherungsgesetze aufHaus- gewerbtreibende der Textilindustrie. DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Laut Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 1. März .1894 (Reichsgesetzblatt S. 324) ist die Versicherungspflicht nach § 1 des JnvaliditätS- und Altersversicherungsgesetzes durch Beschluß des Bundesraths auf solche selbständige Gewerbetreibende (Hausgewerbetreibende) erstreckt worden, welche in eigenen Betriebsftätten im Auftrage und für Rechnung anderer Gewerbetreibenden (Fabrikanten, Fabrik-Kaufleute, Handelsleute) mit Weberei und Wirkerei beschäftigt werden. Diese Hausgewerbetreibenden unterliegen der Versicherungspflicht auch dann, wenn sie die Roh- oder Hülfsstoffe selbst beschaffen und auch für die Zeit, während welcher sie vorübergehend für eigene Rechnung arbeiten. Bezüglich der näheren Bestimmungen über die Versicherungsanstalt, bei welcher die Versicherung zu bewirken ist, die Art und Weise der Beitragsentrichtung, die Erstattung der den Fabrikanten zur Last fallenden Beitragshälfte, die An- und Abmeldung der Versicherungspflichtigen, die Ausstellung, den Umtausch und die Erneuerung der Quittungskarten, die Führung von Verzeichnissen über die versicherungspflichtigen Hülfspersonen u. s. w. verweisen wir auf den Inhalt der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 1. März 1894 und der Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 4. April 1894 (Reg.-Blatt Nr. 9). Da die gedachten Bestimmungen mit dem 2. Juli l. I. in Kraft treten, so empfehlen wir Ihnen darüber zu wachen, daß die Zuziehung der versicherungspflichtigen Hausgewerbetreibenden der Textilindustrie zur JnvaliditätS- und Altersversicherung, sofern solche in Ihren Gemeinden vorhanden sind, in der vorgeschriebenen Weise bewirkt wird. Bis zum 15. k. M. wollen Sie berichten, ob und bejahendenfalls wie viele derartige Hausgewerbetreibende sich in Ihren Gemeinden befinden. v. Gag er n. Gießen, am 27. Juni 1894. Betr.: Die Landeswaisenansialt, hier Pfleggeldsätze. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Das nachstehend abgedruckte Ausschreiben Großh. Provinzial. Direction Starkenburg vom 22. Juni d. I. theilen mir Ihnen zur Kenntnißnahme mit. v. Gagern. Darmstadt, am 22. Juni 1894. Betr.. Wie oben. Die SroßheyoMe promnjial-Dittctm Starkenburg an die Grotzherzoglichen Kreisämter. Nach dem genehmigten Staatsbudget für 1894/97 sollen mit Wirkung vom 1. 2lpriF 1894 ab die Pfleggeldsätze in den Städten Darmstadt, Offenbach, Gießen, Mainz und Worms auf 150 Mk., in den Städten Bensheim, Friedberg, Alzey und Bingen auf 125 Mk. und in den übrigen Gemeinden des Landes auf 100 Mk. jährlich erhöht werden. Außerdem soll auch eine Erhöhung der Unterstützungen für Waisen-Lehrlinge von 120 auf 150 Mk. für die Lehrzeit eintreten. Wir haben den Rechner der Landeswaisenkaffe wegen Auszahlung der erhöhten Beträge mit entsprechender Weisung versehen und beehren uns, Sie hiervon ergebens! in Kenntniß zu setzen. Die Erhöhung des Pfleggelds, beziehungsweise der Lehrlingsunterstützung hat nach einer Anordnung des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz nur insoweit einzutreten, als nicht seither schon die neuen Ansätze übersteigende Beträge bewilligt waren oder auf die entsprechende Erhöhung der Satze ausdrücklich Verzicht geleistet werden sollte. Dagegen soll von einer Erhöhung der Sätze für die in diesem Frühjahre aus der Anstalt austretenden Waisen und Lehrlinge in Anbetracht der Gering, sügigkeit der bei diesen in Frage kommenden Mehrbeträge abgesehen werden. v. Marquard. Gesunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Spazierstock, 1 gold. Uhrschlüssel, 1 Scheere, 1 Sprungleine, 1 schwarzes Tuch, 1 Schürze und ein Verzierungsstück, einen gespaltenen Schlüssel darstellend. Gießen, den 30. Juni 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth.' Neueste Nachrichten» Wolffs trlegr«phtscheS Correspondenz-Buram. Eisenach, 29. Juni. Heute wurde der 2 2. deutsche Aerzte-Tag eröffnet. Etwa 100 Delegirte aus ganz Deutschland sind erschienen. Die Verhandlungen betrafen erst Geschäftliches, sodann das Verhältniß der Aerzte zu den Lebensversicherungsbanken und Berufsgenossenschaften. Dresden, 29. Juni. Heute wurden hier wegen durch Bierboykott verübten groben Unfugs 41 Socialdemokraten zu je 40 Mark, einer zu 15 Mark Geldstrafe v e r- urtheilt. Wien, 29. Juni. Der Stenographie-Professor Carl Faul mann, der Erfinder einer eigenen Schreibart, ist gestorben. Rom, 29. Juni. Wie die „Italic" meldet, ist die Gerichtsbehörde überzeugt, daß zwischen den Attentaten von Lyon und Rom ein Zusammenhang bestehe. Der Appellationsgerichtsrath Arnoldi, welcher dieUntersuchung imProzesse Lega führte, constatirte, daß Lega in den Tagen vor dem Attentate nach Marseille gegangen ist- auch Caserio scheine sich dorthin begeben zu haben. Die italienische Gerichtsbehörde sucht im Einvernehmen mit der französischen festzustellen, ob es sich um ein internationales Complot handele. Lega behauptet, Caserio nickt zu kennen, und verlangt begierig Zeitungen. Man ist noch nicht sicher, ob Lega im Geheimen um das Attentat gewußt hat. Lüttich, 29. Juni. Die hier und in der Umgegend aufgetretenen choleraartigen Durchfälle sind, Dank den energischen Maßnahmen der Behörden, beinahe verschwunden. Paris, 29. Juni. Dem Publikum ist heute gestattet, an dem Sarge Carnots, der auf dem Katafalk ruht, vorüber zu defiliren. Der Andrang ist so bedeutend, daß das Ende des Zuges sich in einer Länge von ungefähr einem Kilometer über die Champs Elysees bis zur Place de la Concorde erstreckt. Blumen und Kränze kommen in großer Menge ins Elysee. Die enorme Zahl von Abordnungen aus Paris und den Departements, die sich zur Theilnahme an der Leichenfeier einschreiben lassen, wächst mit jeder Stunde. Die Abordnungen werden auf den Champs Elysees bis zum Arc de triomphe aufgestellt werden. Marseille, 29. Juni. Es steht nunmehr fest, daß eine Verschwörung zur Ermordung Carnots bestand. Die Polizei ist den Verschwörern auf der Spur. Die letzte Versammlung derselben sand in Cette statt, wo Ceserio durch das Loos zur Ausführung des Verbrechens bestimmt wurde. Die Verhaftungen stehen bevor. Rewyork, 29. Juni. Der Strike der Eisenbahn- bediensteten hat sich jetzt auch auf das Bahnsystem der Northern Pacific ausgedehnt. Depeschen deS Bure«o ,$ero»*. Berlin, 29. Juni. Die Kaiserin wird ihren Gemahl auf der Nordlandsretse nur bis Malmö begleiten und sich von dort auf dem Aviso „Grille" nach Swinemünde begeben, um die Rückreise nach Berlin anzutreten, welche im zweiten Drittel des Monats Juli erfolgen wird. Berlin, 29. Juni. Die „Voss. Ztg." erfährt, es werde beabsichtigt, sobald die Landwirthschaftskammern ins Leben getreten sind, das LandesöconomteCollegium entweder aufzuheben oder dessen Mitglieder durch Vertreter der Landwirthschaftskammern zu ersetzen oder zu ergänzen. Berlin, 29. Juni. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." mit- theilt, hat Finanzmintster Miquel eine Entscheidung getroffen, daß Werthpapiere, welche als Ersatz verloren gegangener, gerichtlich als kraftlos erklärter, nachweislich gestempelt gewesener Stücke ausgestellt worden sind, vom. Reichsftempel befreit sind. Berlin, 20. Juni. Man glaubt, daß die Affaire Kotze einen starken Personenwechsel in den Hofchargen zur Folge haben werde, der durch die Reise des Kaisers nur einen Aufschub erleide. Bereits sollen vier namhafte Persönlichkeiten beabsichtigen, ihre Entbindung vom Hofdienst nachzusuchen. Paris, 29. Juni. General Fevrier überreichte Peri e r osfiziell die Insignien des Großkreuzes der Ehrenlegion und den Cordon als Großmeister. Adolf Carnot, der Bruder des ermordeten Präsidenten, erklärte, Frau Caruot und ihre Söhne verließen das Elyse ärmer als sie es bezogen hätten, da Präsident Carnot sich aus Princip auch nicht um einen Centime bereichert habe. Am Montag erst wird Perier den Auftrag zur Cabinetsbildung ertheileu. Außer Burdeau dürfte auch Loubet in Frage kommen. Die Kammer wird sich morgen einen Präsidenten creiren, damit das Bureau der Kammer gebildet werden kann, um dieselbe bei der Leichenfeierlichkeit offiziell zu vertreten. AIS Cau- didateu zum Kammerprästdium werden Brisson und Bourgeois genannt. Paris, 29. Juni. Die Kundgebungen der Trauer um den ermordeten Präsidenten dauern fort. Beinahe an allen Häusern sieht man die mit Trauerflor umgebenen Fahnen aufgepflanzt. In den Straßen werden Photographien Carnots und Blumen, auf deren Blättern Name und Vornamen, sowie Datum der Geburt und der Todes Carnots eingeschrieben sind, verkauft. Paris, 29. Juni. Die Railliirten wollen in der Kammer einen Antrag einbringen, der Wtttwe CarnotS eine Staatspension auszusetzen. Paris, 29. Juni. Die Radicalen verlangen eine allgemeine Amnestie, die Conservativen beschränken sich auf die Forderung der Rücknahme der Prinzenausweisung. Paris, 29. Juni. Wie aus Montpellier gemeldet wird, haben in vergangener Nacht mehrere unbekannte Personen den Posten am Pulvermagazin thätlich angegriffen. Der Soldat gab auf die Angreifer mehrere Schüsse ab, welche jedoch nicht trafen, so daß die Angreifer entfliehen konnten. Mau glaubt, daß dieselben die Absicht hatten, das Pulvermagazin in die Lust zu sprengen oder Dynamit zu stehlen. Paris, 29. Juni. „Agence nationale" publictrt Telegramme, nach denen der Graf von Paris dem Präsi- denteu Perier anläßlich dessen Wahl seinen Glückwunsch übersandt haben soll. Die Nachricht findet wenig Glauben. Die Blätter meinen, falls dieselbe auf Wahrheit beruhe, werde Casimir Perier arg compromittirt. MarseilleS29. Juni. Die bei den Canalisationsarbeite» beschäftigten französischen Arbeiter legten die Arbeit nieder mit der Forderung,, daß die bei den genannten Arbeiten beschäftigten 2400 italienischen Arbeiter entlassen werden sollen. Der Präfect suspendirte vorläufig die Arbeiten. Loudon, 29. Juni. Wie die „Times" berichten, beabsichtigt die italienische Regierung, ein System einer internationalen Ueberwachung der Anarchisten in Vorschlag zu bringen. Gleichzeitig soll ein Centralbureau für Informationen und gegenseitige Benachrichtigung bei irgend welchen Bewegungen berüchtigter Anarchisten eingerichtet werden, welches die strengste Controle üben soll. Das Bureau soll möglichst an einen centralen Ort Europas, z. B. nach Genf, verlegt werden. Brüffel, 29. Juni. Die Polizei recherchirt eifrig nach dem italienischen Anarchisten Vinzensi Rossi, der, als er in der Schweiz verhaftet werden sollte, hierher geflüchtet ist und jedenfalls bei Anarchisten Unterkunft gefunden hat. Brussel, 29. Juni. Gelegentlich des HtnschetdenS des Präsidenten Carnot hat der Hof eine Trauer von acht Tagen angelegt. toeofes nnb PesoLirrtelle-. Sieben, den 30. Juni 1894. * * Erueuuuug. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allerguädigft geruht: am 26. Juni bce Anstaltsarzt am Landeszuchthaus Martenschloß Dr. Ott« Wießner zum Anstaltsarzt an der Zellenstrafanstalt Butzbach zu ernennen. * * Eruauut wurden: die Steuercontrolleure, Steuerassessoren Adam Hübner und Karl Schneider zu ©teuer* commissariatsassistenten bet den Steuercommissariaten Gießen bezw. Worms und der Steuercontrolleur, Steueraffessor Adolph Weissenbruch zum Steuercommiffariatsassistenten, die Steuerassessoren Karl Damm aus Ober-Florstadt, Heinrich Schäfer auch Hochheim, Rudolf Blum aus Wörrstadt, Ferdinand Welcker aus Bingenheim und Karl Jäger aus Groß-Gerau zu Steuercontrolleuren. * * Am Dienstag, den 3. und Mittwoch, den 4. Juli finden Hierselbst in Steins Garten zwei Concerte des Russisch« Säuger- uud Natioual-Täuzer-ChorS Dmitti Zwauoff statt. Es geht genannter Gesellschaft ein vorzüglicher Ruf voraus. Das „Cassel. Tagebl." vom 26. ds. Mts. schreibt u. A. : „Die russische Gesellschaft erzielte, um das gleich vorweg zu sage», rauschenden und immer wiederholten Applaus, der sie zu mehreren Zugaben veranlaßte und der, als zuletzt „die Wacht am Rhein" in etwas fremdländischer Betonung erscholl, geradezu stürmischen Character annahm. Die Wirkung der eigenartigen Lieder, die bald in munteren, bald in neckischen, dann wieder in melancholischen Weisen ertönen, wird durch die ausgezeichnete Schulung der Mitglieder der Gesellschaft wesentlich gesteigert, die fast durchweg über schöne und klangreiche Stimmen verfügen und die sowohl a capella, als auch mit Orchesterbegleitung vortreffliche Leistungen boten. Sehr sorgfältig waren auch die vorgeführten Tänze einftudirt, die allerdings von der Art, wie wir den Tanz Pflegen, wesentlich verschieden sind, so sorgfältig, daß man zuweilen den Eindruck gewann, einer von einem Balletcorps eingeübten Vorstellung, nicht Volkstänzen, beizuwohnen. Alle von der Gesellschaft dargebotenen Gaben machen einen so fremdartigen und originellen Eindruck, werden mit so viel Kunstfertigkeit und Verve vorgeführt, daß auch dem ferneren Auftreten der Rusten hoffentlich starker Besuch und Erfolg nicht fehlen wird. ** Die Cousereuz der Geistlichen der Provinz Oberheffen wird nach Mittheilung der „Darmst. Ztg." am 7. August d. I. in Gießen abgehalten werden und zwar, wie gewöhnlich, in Steins Garten. Herr Professor D. Reisch le aus Gießen wird einen Vortrag halten über die Bedeutung derSitte für das kirchliche Leben. Darauf soll die Frage behandelt werden: ob Erd- oder Feuerbestattung, für welche Herr Pfarrer Wissig in Bad-Nauheim und Pfarrer Wahl in Kirtorf das Referat übernommen haben. ’* Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Taglöhner Louis Erk aus Ober-Schmitten vom Amtsgericht Offenbach wegen Diebstahls- Dienstknecht Josef Zerwas aus Neuendorf bei Coblenz von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Diebstahls. ** Der Getreidemarkt. Die abgelausene Berichtswoche brachte auf dem Getreidemarkte zunächst wieder eine Hauste- strömung. Letztere hing theilweise mit günstigen amerikanischen Berichten, theilweise mit der Wetterlage zusammen, da ja gerade im gegenwärtigen Zeitpunkte das Wetter wesentlich mit die Stimmung auf dem Getreidemarkt zu beeinflussen pflegt. Die dergestalt gewonnene Besserung in Weizen und Roggen ging aber in der Folge meist wieder verloren, da neuere meteorologische Berichte beständigeres Wetter in Aussicht stellten. Die Umsätze in den genannten Artikeln waren durchschnittlich nicht erheblich; vom Hafer ist sonderlich nichts Neues zu melden. An der Berliner Productenbörse notinen, Alles per 1000 Kilogramm : Weizen 138 bis 147 Mk., Roggen 124 bis 130 Mk., Hafer 130 bis 163 Mk., Gerste 96 bis 165 Mk. t Lich, 28. Juni. (Verspätet.) Am letzten Sonntag fand in dem Heiland'schen Garten dahier die Fahnenweihe des Vereins „Männerquartett" unter starker Betheiligung der hiesigen Einwohnerschaft statt. Die mit vielem Beifall aufgenommene Fest- und Weiherede wurde von dem Dirigenten des Vereins, Herrn Lehrer Roth, gehalten. Auf den Weiheact folgten dann Lieder- und Musikoorträge, letztere ausgeführl von einer Abtheilung der Marburger Jägercapelle. Den Schluß des schönen Festes bildete ein gut besuchter Ball. — Die Fahne wurde von dem hiesigen Maler Hlsgen hergestellt und gereicht ihrem Schöpfer wegen ihrer hübschen Ausführung zur größten Ehre und weiteren Empfehlung. Ober »Nosbach bei Friedberg, 28. Juni. Was ein rationell betriebener Obstbau einbringt, haben für unsere Gemeinde die Jahre 1893 und 1894 bewiesen. In unserer durch die Kirschenzucht bekannten Gemeinde wurden im vorigen Jahre gegen 70 000 Mk. erlöst. In diesem Jahre ist die Ernte noch reichlicher, der Preis jedoch, weil es anderwärts ebenfalls eine reiche Kirschenernte giebr, geringer. Das Pfund gilt nur 8 Pfennige zur Zeit- allein an den zwei letzten Tagen wurden durch unsere Poftagentur 2500 Mk., bezw. 1300 Mk. für nach auswärts geschickte Kirschen an die Verkäufer ausgezahlt. § Grebenhain, 29. Juni. Die in hiesiger Oberförsterei heute abgehaltenen Heugras-Versteigerungen waren zahlreich besucht und waren die Preise viel höhere als im »origen Jahr- es wurden für Wiesenflächen, welche im vorigen Jahr 40 Mk. kosteten, 70 Mk. bezahlt. Bei dem gegenwärtigen Stand der Futtergewächse hofft man auf eine gute Mittel Ernte. § Reichlos (Kreis Lauterbach), 28. Juni. Hier fand gelegentlich des Kirchweihfestes eine Schlägerei statt, wobei ziemlich viel Blut floß. Einige der Betheiligten be- fluden sich in ärztlicher Behandlung. Verrnischtes. * Köln, 26. Juni. Ein ungerathener Sohn hochachtbarer Eltern (der Vater ist Staatsbeamter) hat einen unglaublich nichtswürdigen Streich ausgeführt. Der Bursche, der als Kaufmannslehrling in einem hiesigen Geschäfte war, hatte Dummheiten gemacht und war wegen seiner darauf erfolgten Entlassung von seinem Vater gebührend zurecht gewiesen worden. Darauf faßte der Bursche mit drei Genossen den Plan, heimlich nach Afrika zu gehen. Der Beamtensohn erbot sich, sich in den Besitz der zu der Reise erforderlichen Geldmittel zu setzen. Mit einem der Kumpane, einem ent- laffenen Apothekerlehrling, berieth er den Plan. Dieser hatte ihm ein Rezept ausgeschrieben, in welchem u. a. auch Salzsäure enthalten war. Der nichtswürdige Bursche ließ das Medicament machen und that es in den Kaffee des Vaters. Dieser trank nichtsahnend die Mischung und verfiel bald in einen liefen Schlaf. Während dessen schlich sich der saubere Bursche an den Geldichrank des Vaters, nachdem er diesem die Schlüssel abgenommen hatte, und stahl eine Summe von etwa 12000 Mk., die Ersparnisse des hochgeachteten Vaters. Mit dem Gelbe war er eben im Begriff abzureisen, als die »ach Hause kommende Mutter den Verlust des Geldes und den Zustand ihres betäubten Gatten bemerkte und gleich ihren Sohu im Verdacht hatte, dessen Plan sie noch vereiteln konnte. In den letzten Tagen Hal sich der elende Bursche Herumgetrieben und ist als Obdachloser aufgegriffen worden. Wegen des Betäubungs- oder, wenn man eS beim richtigen Namen nennen will, Vergiftungsversuchs soll nunmehr gegen ihn, sowie gegen seinen Freund, den entlassenen Apothekerlehrling, gerichtlich vorgegangen werden. * Berlin, 29. Juni. Director Adolphe l'Arronge übersandte anläßlich des Ablaufs seiner Direction im „Deutschen Theater" dem Oberbürgermeister von Berlin eine namhafte Summe für wohlthätige Zwecke. * Breslau, 29. Juni. Heute Nachmittag stürzte in der Hubenstraße ein Neubau ein. Die Bauherrn und zahlreiche Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben- mehrere Schwerverletzte sind in ein Hospital befördert worden. * Wien, 29. Juni. Zu Veldes in Krain starb der Maler Ludwig Graf im Alter von 57 Jahren. — Der 13 Jahre alte Schulknabe Johann Sageleider stürzte sich vor den Augen seiner Geschwister in die Donau, weil er wegen Diebstahls eines Stemmeisens Strafe befürchtete. Vor dem Selbstmord bestimmte er, wer von seinen Geschwistern die Schultasche und das Federmesser erhalten solle. Triest, 29. Juni. Der Gastwirth Pecenco in Capo- dtstria wollte eine Katze erschießen, traf aber seinen auf einer Bank schlafendey 9jährigen Sohn, der sofort tobt blieb. Der Vater wollte Selbstmord begehen und konnte nur mit großer Mühe zurückgehalten werden. * Tabakiudustrie in bett betttsch-westafrikattischen Colonial» gebieten. Die deutsche Tabakbau-Gesellschaft Janzen und Thormählen in Hamburg hat es unternommen, in dem Districte Bibnndi, welcher unter dem 4. Grad nördlicher Breite und dem 9. Grad östlicher Länge, also fast unter dem Aeqnator liegt, Tabak anzubauen. Bei den in Bibnndi für Tabakbau überaus günstigen Boden- und Klima-Verhältnissen lieferte die 1893er Ernte, welche aus dem feinsten Havana- Samen gezogen wurde, ein Product, welches an Feinheit des Geschmackes und Fülle des Aromas dem besten Havana»Tabak bevorzugter Ermen gleichkommt, dabei aber den Vorzug einer ganz ausßerordentlichen Milde besitzt und ist der 1893er Bibuudi-Tabak der erste, thatsächlich große Erfolg, der mit Tabakplantagenbau in deutschen Colonialgebieten erzielt wurde. * Von Hofhunden zerfleischt. Als dieser Tage der in Berlin wohnende Tischlergeselle Gottwaldt auf dem Nachhausewege den nach der Rummelsburger Chaussee führenden Verbindungsweg entlang kam, schlugen plötzlich hinter dem Zaun eines der dortigen Lagerplätze die dort befindlichen Hunde an. Nun kam G., der sich in angetrunkenem Zustande befand, auf die unglückliche Idee, die Hunde, die am Zaune fortwährend hochfprangen, zu necken, zu welchem Zwecke er auf den Zaun kletterte und mit seinem Knoten- stocke nach den wüthend gewordenen Hunden schlug. Durch das fortwährende Schaukeln verlor aber der waghalsige junge Mann plötzlich das Gleichgewicht und stürzte in Folge dessen kopfüber auf den Platz hinab. Sofort fielen die Hunde über den Unglücklichen her und verarbeiteten ihn mit ihren Zähnen in einer schrecklichen Weife, so daß eine große Blutlache die Stelle bedeckte. Die Thiere wurden dann durch den inzwischen wachgewordenen Wächter Kusav von ihrem Opfer verscheucht und der Unglückliche, der nur noch schwache Lebenszeichen von sich gab, schleunigst nach dem Krankenhause geschafft, wo er aber bald nach der Einlieferung verstarb. * Eine Grubencatastrophe vor 400 Jahren. Aus Shanghai wird berlchtet: In den Kohlengruben in Hsing Knochow wurde kürzlich ein alter Schacht wieder eröffnet. Man fand darin 170 Leichen, die Opfer einer Grubencatastrophe, die vor vierhundert Jahren ftattgefunden. Die Erinnerung an dieses Unglück ist noch nicht erloschen und die Archive enthalten darüber vollständige Berichte. Die Leichen waren wohl erhalten - es war keine Fäulniß eingetreten. Sie sahen aus, als ob der Tod erst gestern eingetreten wäre. Als man sie aber beerdigen wollte, blieb nur ein Staubhaufcn übrig. Die chinesischen Arbeiter flohen erschreckt davon und nichts konnte sie bewegen, die Arbeit in dem Schacht aufzunehmen. * Gegen bie Trunksucht begibt sich auch der Kneipp- Kalender auf den Kriegspfad. Man findet darin u. a. folgende kernigen Verse: Kennst du den Moloch der Germanen, der schon bethörte uns're Ahnen? der leere Moloch, den sie schufen, und dem sie tausend Hymnen rufen, dem sic immer aus offnen Händen den letzten Pfennig zwecklos spenden? Ich fag’ es frei, auch wenn du murrst: der deutsche Moloch ist der Durst! * Ein Sparsamer. An der Kasse. „Wie, kein Billet mehr zu haben? Famos, schon wieder drei Mark g'spart! Die werden jetzt gleich vertrunken!" Eingesandt. Die Braunkohle in der Industrie. Die große Verbreitung der Braunkohlen in Oberhessen und in den Nachbarbezirken ist wohl bekannt, aber nicht so bekannt ist deren vielfache Verwendbarkeit je nach dec Beschaffenheit der Lagerstätte in chemischer wie in hygroskopischer Hinsicht. Es ist geradezu un- begreifltch, wie die Industrie, welche doch heumtage mit Schwierigkeiten so vielerlei Art zu kämpfen bat und welche überall mit Pfennigen rechnen muß, um nur „über Wasser" zu bleiben, hierzulande bis jetzt nur an wenigen Orten zur Verwendung der Braunkohle geschritten ist. Ja vielfach hat man noch nicht einmal daran gedacht, Versuche anzu- stellen, um die Braunkohle wenigstens als Kesselkohle zu verwenden. Wo solche. Versuche in gehöriger Weise gemacht sind, ist man auch wohl zur Verwendurg von Braunkohle übergegangen und hat dabei außerordentlich günstige Resultate erzielt, wie z. B. auf der Zuckerfabrik in Stockheim u. s. w. Das Vorurtheil, welches gegen die Braunkohle, wie überhaupt gegen jede Steuerung und Aenderung des „guten Alten" besttht, bringt es jedenfalls auch hier zu Wege, daß man für vieles Geld die lheure Steinkohle fortwährend aus der Ferne heranholt und die näher gelegene, daher billiaere Braunkohle unbeachtet läßt. Allmältch scheint jedoch sich die Ueberzeugung von dem Werthe der Braunkohle Bahn zu brechen. ES wird nämlich in einem Artikel der K. Volkszeitung vom 27. AprU 1894 u. A. mitgetheilt, daß der Oberingenieur deS Mittel- rheinischen Dampfkesselrevisions - Vereins, Herr Nolte in Neuwied, das Verhältniß der Braunkohle zur Steinkohle in Bezug auf ihre Heizwerthe kürzlich durch Versuche festgestellt hat. Er hat hierzu Braunkohle von der Gewerkschaft Donatus bei Liblar (Eisenbahn Koln-Euskirchen) verwendet. Es ergab fich dabei, daß mit einem Kilogr. Braunkohlen deS Benannten Werkes 2,682 Liter Wasser verdampft werden können. Ein Kilogr. bester Steinkohlen verdampft aber im günstigsten Falle 7 Liter Wasser. Man erzielt also mit 2,61 Gewichtseinheiten Braunkohle dasselbe was man mit einer Gewichtseinheit bester Steinkohle erreicht. Da nun die Oberhessische Braunkohle derjenigen von Brühl- Liblar an Qualität nicht nachsteht, vielmehr dieselbe stellenweise bedeutend übertrifft^ so stellt fich die Berechnung wie folgt: Ein Doppelwaggon guter Kesselkohle (Steinkohle) kostet franco Nidda ungefähr 165 Mk. 2,61 Dovpelwaggon Braunkohlen, die 10 000 Kilogr. ju 35 Mk. gerechnet, 91,35 Mk. Hieraus ergiebt sich also eine Er- fparniß von 165,00 — 91,35 — Mk. 63,65 bei Braunkohlenfeuerung gegenüber einem Doppelwaggon Steinkohlen. Dieses Verhältniß wird sich natürlich ändern, je nachdem die Selbstkosten der verschiedenen Kohlenarten am Derbrauchsorte sich anders zu einander verhalten. In Gießen würde es nicht so günstig sein. Hier dürste die Steinkohle ca. 160 Mk. kosten, dagegen die Braunkohle 48x2,61 — 125,28Mk., sodaß die Ersparniß sich aus 160 — 125,28 — Mk. 34,72 Herausstellen würde. Ob bei diesen Vergleichen überall die gegebenen Selbstkosten ganz genau richtig angesetzt sind, lasse ich dahin gestellt, denn es war mir hauptsächlich darum zu thun. bekannt zu geben, daß daS Werthverhältniß der Steinkohle zur Braunkohle 1 : 2,61 beträgt. Jeder Industrielle kann sich hiernach selbst herausrechnm, wie viel er täglich bezw. jährlich spart, wenn er zur Braunkohlenseuerung übergeht, welche an jedem Dampfkessel mit nicht hohen Kosten eingerichtet werden kann. Schiffsnaehrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 29. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Trave, Eapt. R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremm, welcher am 19. Juni von Bremen und am 20. Juni von Southampton abgegangen war, ist gestern 1 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 29. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampser Stuttgart, Eapt. H. Bödeker, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 15. Juni von Bremen abgegangen war, ist gestern, 10 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. Auszug aus den Standesaintsregifterrr der Stadt Gießen. UtifBtbott« Juni: 23. Ferdinand Wilhelm Krauße, Locomotiohilsssührer dahier, mit Anna Marte Elisabeth Knoch zu Treysa. «heschltetzungen. Juni: 29. Heinrich Babel, Schlosser dahier, mit Luise Christiane Julie Henriette Zoll dahier. tttbotttu« Juni: 20. Dem Glaser Konrad Läuser eine Tochter. 22. Dem Kaufmann Louis Frech eine Tochter, Johanna. 22. Dem Schreiner Friedrich Bonartus ein Sohn, Friedrich Emil. 23. Dem Bildhauer Martin Philipp Schmoll eine Tochter. 25. D-m Schriftsteller Karl Ludwig Barthels ein Sohn, Emil Otto. 25. Dem Fabrikarbeiter Johann Georg Schmidt ein Sohn. 25. Dem Barbier Adolf Langsdorf ein Sohn. 28. Dem Kaufmann Carl Klemmrath ein Sohn. Gestorbene. Juni: 22. Wilhelmine Lehrmund, geb. JordtS, 35 Jahre alt, Ehefrau von Friseur Friedrich Lehrmund dahier. 23. Luise Caroline Christ, 2 Jahre alt, Tochter von Hilfslademeister Heinrich Christ dahier. 23. Carl Kaufe, 28 Jahre alt, Kaufmann von Homburg. 24. Jacob Weber, 21 Jahre alt, Bergmann von Atzelgift. 25. Heinrich Philipp Will, 2b/4 Jahr alt, Sohn von Taglöhner Johann Heinrich Will II. dahier. 25. Anna Lauth, 28 Jabre alt, Dienstmagd von Schwäbisch-Hall. 26. Marie Stein, 8 Monate alt, Tochter lvon Dienstmann Wilhelm Stein dahier. 26. Luise Oberding, 19 Jahre alt, Dienstmagd von Dietenhausen. 27. Otto Schmidt, 6 Jahre alt, Sohn von Holzbildhauer Karl Schmidt dahier. 27. Johanna Puricelli, geb. Görtz, 38 Jahre alt, Ehefrau von Gutsbesitzer Heinrich Puricellt zu Kreuznach. 28. Marie Noll, geb. Leng, 64 Jahre alt, Wittwe von Oeconom Konrad Balthaser Noll III. dahier. 28. Emilie Kreutz, geb. Kreutz, 32 Johre alt, Ehefrau von Landwirth Christian Kreutz zu Würgendorf. 29. Ludwig Burgard, 67 Jahre alt, Landwirth von Roßbach, Amt Hachenburg. 29. Carl Georg Schacker, 13 Jahre alt, dahier, Sohn des verstorbenen Steuerraths Wilhelm Jacob Schäcker. Auszug aus den Airehenvüchern -er Stadt Gieße«. Evangelische Gemeinde. Getränte. Lukasgemeinde. Den 23. Juni. Valentin Perscbbacher, Geometer 1. Klasse, und Katharine Wilhelmine Martin, Tochter des LocomotivsührerS Friedrich Martin. Johannesgemeinde. Den 23. Juni. Heinrich Deckmann, Fabrikarbeiter zu Gieße», und Helene Wilhelmine Sieglinger, Tochter des verstorbenen Häfners Johann Sieglinger zu Homberg a. d. Ohm. Getaufte. Markstsgemeinde. Den 24. Juni. Dem Bierbrauer Andreas Weber eine Tochter, Elisabeth, Christine, geboren den 19. Mai. Denselben. Dem Schuhmacher Philipp Rupp ein Sohn, Kar! Adam, geboren den 26. Mai. „ Den 28. Juni. Eine uneheliche Tochter, Georgine Margarethe, geboren den 24. Mai. Lukasgemeinde. Den 24. Juni. Dem Bierbrauer Karl Kinkel eine Tochter, Auguste Magdalene Johanna, geboren den 28. Marz. Denselben. Dem Locomotioheizer Karl Ohr eine rochier, Gertrud Friederike Antonie, geboren den 16 Mai. Denselben. Dem StationSgehilfen Wilhelm Tränkner ein Sohn, Willy Ludwig Justus Karl Hans Heinrich, geboren den 14. Mai. Den 28. Juni. Dem Schriftsteller Karl Ludwig Barthels aus Bonn ein Sohn, Emil Otto, geboren den 25. Juni. Johannesgemeinde. Den 24. 3uni. Dem Schreiner Heinrich Sauer ein Sohn, Franz Carl Heinrich Jean Georg Philipp Ludwig Marlin, geboren den 9. Mai. Den 27. Juni. Dem Kaufmann August Montanus eme Tochter, Elisabeth Toni Augusta, geboren den 31. Mai. Beerdigte. Lukasgemeinde. Den 25. Juni. Henriette Wasserschleben, geb. Wahnfchasfe, Wittwe des Geheimratbs Professor D. Hermann Wasser schieben, 72 Jahre alt, starb den 22. Juni. Ä Den 28. Juni. Otto Schmidt, Sohn des Bildhauers Karl Schmidt, 6 Jabre alt, starb den 27. Juni. Den 29. 3uni. Marie Noll, ged. Leng, Wittwe des Oeconomen Konrad Balthasar Noll HI., 64 Jahre alt, starb dm 28. 3unL Brodpreise vom 1. Juli bis 15. Juli 1894. Der hiesige« Bäcker. 1 $ta. (2 Pfd.) Tafelbrod bet Carl Wallenfels H. . - - - bet S. Stern (Schlüchterner u. Casseler Brod) 2 1 Kg. (4 Psd.) „ bei Carl Wallenfels N. . - - bei S. Stern (Schlüchterner u. Casseler Brod) Kg. (2 Pfd.) Weißbrod . - - - , • • b. S. Stern (Schlüchterner u. Caffeler Brod 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod . . • - bei W. Amend b. S- Stern (Schlüchterner u. Casseler Brod 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrod 2 Kg. (4 Psd.) , 3 Kg. (6 Pfd.) „ 24Pfg. w 48 „ 50 „ 50 , 22 „ 25 „ 44 , 46 „ 50 „ 22 44 , 60 , Der auswärtigen Bäcker. 1 ffa. (2 Pfd.) Weißbrod bei Aug. Deibel von Wteseck . 23 „ 1 Sa. (2 Psd.) Schwarzbrod b. W. Sleinmüller v. Lang-GönS 20 „ 2 Äg. (4 Psd.) , „ Joh. Kd.Belte v.Ktrch-GönS 38 „ , F.Schön o. Ruttershausen u. „ W. Stetnmüller v. L.-Göns 40 „ ,, Gust. Jacobi v. Alten-Buseck 42 „ „ Aug. Deibel von Wteseck . 42 „ 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod „ Batth. ChristWw. v. Wteseck u. „ Gust. Jacobi v. Alten-Buseck 63 „ Der Brodvertäufer 1 Kg. (2 Psd.) Tafelbrod 2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod 1 Kg. (2 Psd.) Weißbrod 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod 1 Kg. (2 Psd.) Schwarzbrod . 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod . 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod . 24 Pfg. 48 22 44 20 40 60 Gießen, den 30. Juni 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. 93.: Roth. Verkehr, Land- «nd Votkswirthschaft. «ietzen, 30.!'Juni. Marktbertchr- Aut dem heurigen Wochemnarkt kostete: Butter pr- Pfd. x. 0,85—1,00, Hühnereier 1 Stück 5-6 4. 2 Stück — 4, Käse pr. St. 5-8 4, Käsematte pr. St. 8 4, Erbsen pr. Liter 16 4, Zinsen pr. Liter 30 4, Lauben pr. Baar X 0,70—0,90, Hühner pr. Stück 1,00—1,30, Hahnen pr.;©t X 0,60-1,30, Enten pr. St. X 1,70 bis 1,80, Ochsevflrifch pr. Pfd- 72—76 4- Kuh- u. Mndfleisch pr. Pfd.--66 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 60-70 4, Kalbfleisch pr. Pfd. 60—66 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 56—68 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,50-6,50 X, Weißkraut pr. Stück--4, Zwiebeln pr. Centner 9,00—10,00 X, »tlch pr. etter 16 20 4, Enteneier 2 St. 11 4, Gänseeier 10 4, Kirschen pr. Pfd. 10-14 4- Witterungsaussichten Wetterhäuschen, Südanlage. 29 Juni, HHttage 12 U" | 30. Juni, Mtt712 ttbf Barometer: nnn.756 mm, mar. 75b mm Thermometer: „4- 7or. „ 4- 22°R Hygromcterstand: Trocken und schön- mim|7b6 mm, max. 758mm , 4-90R. „ + 24'/apR- Trocken und klar. Mittlerer Barometerstand bei 0° R. = 744,7 mm. Amtliche Prüfung Ser Lichtstärke der Leuchtgase». Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gasverbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Paraffinkerzen. Monat Juni 1894: 14J/4 Kerzen. Buchner. Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemeffen am 30. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 18, Lust 23°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Unterhaltungen in Bad-Nauheim von Sonntag den 1. Juli bis Sonntag den 8. Juli. Sonntag den 1. Juli, Nachmittags von 4 bis 9 Uhr (Pause von 7 bis 7j/2 Uhr) auf der Terrasse: Concert der Kurcapelle zum Besten derselben. Montag den 2. Juli, Nachmittags von 4'/, bis 6>/, und von 7Vs bis 9l/a Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr ttn Saale: Theatervorstellung. Zwei glückliche Tage. Dienstag den 3. Juli, Nachmitlags von 4>/, bis 6V- und von 7Vi bis 9'/r Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Zaubervorstellung des Grotzh. Hoskünstlers Herrn Professor Rooberts aus Berlin. Mittwoch den 4. Juli, Nachmittags von 4*/8 bis 6V2 und von 7'/, bis 9>/, Uhr: Concert der Kurcapclle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Der ungläubige Thomas. Donnerstag den 5. Juli, Nachmittags von 4 bis 6V, Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terraffe. Abends 8 Uhr im Saale: Tanz. Freitag den 6. Juli, Nachmittags von 4 bis 6'/r Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurcapelle. Gastspiel des Herrn Burgstaller von München. Der Vogelhändler. Samstag den 7. Juli, Nachmittags von 5 bis 10 Uhr (Pause von 7 bis 7Va Uhr): Doppelconcert des Kgl. Hof- sänger-Quartetts Kromer aus Stuttgart und der Kurcapelle. Sonntag den 8. Juli, Nachmittags von 4 bis 10 Uhr (Pause von 6% bis 73/4 Uhr): Concert der Capelle desFüsilter-Regiments^vonGersdorff (Hessisches) Nr. 80 aus Homburg. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurcapelle. Gastspiel des Herrn Burgstaller von München. Don Cesar. Merkmale: 1. Die versiegelte Flasche- 2. der Name »Zacher!*- Zu haben, wo Zacher lin- Placate ausgehängt sind- 2584 Danksagmigskarten Visitkarteu mit Trauerrand nebst dazu passenden Couverts. Anfertigung in lETXzzestex ZEPrijot za mässigen Preisen in der BrüliMen Druckerei Schalstraase 7. Fernsprechanschluss Nr. 8t. — Die Nahrungsmiltelsabrtk von Stestensnchende jeden Beruf- placirt schnell «euter-Burea«. Dresden, Ostra-Wee- [6429 16.21 16.1? Engi. Sovereign« ' "" 4.16 Ruff. Imperiale« 184.4 Lomd. E^B^Act. 88.50 134.90 Buschtherader 381.75 138.W Elbthal-Bahn-Art. 21450 92.50 GoUhard-Bahn-Lct. 16800 108.00 Schweizer Nordoft^«>«ct. 118.26 284.75 Mainzer E.-B.-Lct. 114.30 77.00 Marienburger 81 60