Nr. 125 Erstes Blatt. Freitag den 1. Juni 1894 ',,ln r.'« *•*>.» • ,n Oaeitu, irMei ••«eher, rdtftig in bchivaah', 'chosen w stottem Betriebe kz Kause, ftinfltt L»„ MsltrnvrrWniffe wtiti Anzahlnng > berkaufen. 4519 :er N. 8497 an RMoil ffvkt a. R„ rrbdra. und Sannen: htiPli 636 Was«tt II , rt tioinrob, in itbtt t it, sowie alt ttliart- l ic. W IL kalter, MLarbnez il »ichtig! eute und Arbeiter aller t Der Teuischr beitsmarkt lt Central Arbeil-nachvei«' z gefammtt deulschk Sill nbtn Wt. Mme Wtfcr lesen j'bt Äummcr. ro Quartal IM 76 ^1 Ldm md ^itlmawpti 0t\ l4,a eucher, MM 55. Starren, sowie 2 M rkmilen. Hammstraje übertroffen! jttsmithl u.nr’.HaotpH* jung von Wunden u. In dr Kinderstube in ^‘"Lanolin (abrlk, Martintenftldf i Berlin. I . M. iiwer ) i 20 Md I 10 W tzirs»avotd«lt, Mä* 4421 ieschw-H^ bcar6el Ä'OsK ijte LS-'- SW: ■ ©er 6ifd>tner Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener ^-amttienvrätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigclcgt. Gießener Anzeig er Generat-Wnzeiger. vierteljähriger AAonnementrPrel» r 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg. «edaction, Expediti»« und Druckerei: ^chnkftrahe Kr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt für den Aveis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Ziamilienbl'ätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Die unterm 5. Mai l. I». verfügte Sperrung der Areisftraste Staufenberg—Mainzlar wird hierdurch aufgehoben. Gießen, den 29. Mai 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. __________________v. Gagern.__________________ Hungen, am 27. Mai 1894. Betr.. Den Steuerausschlag für 1894/95. Das Grotzh. Steuer - Kommissariat Hungen an die Grostherzoglicheu Bürgermeistereien des Steuer-Commissariatsbezirks. Sie wollen in Ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen, daß mit Genehmigung Grobherzoglichen Mmisteriums der Finanzen in unserem Bezirk, mit Rücksicht auf die verspätete Zustellung der Steuerzettel, die allgemeine Frist für Vorbringung von Reclamationm gegen die directen Steuern für dieses Jahr bis Mitte Juni 1894 erstreckt worden ist. S n e l l. Deutscher Reich. Darmstadt, 30. Mai. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin empfingen heute J.J. EE. den Grafen und die Gräfin zu SolmS-Laubach nebst den Gräfinnen-Töchtern Marie und Luitgarde, sowie den lSrbgrasen, welche hierauf an der Großherzoglichen Tafel Ihellnahmen. Berlin, 30. Mai. Der Kaiser wohnte am DienStag einem Festmahle des OffiziercorpS der 2. Garde-Infanterie« Brigade bei. Im Verlause deS DinerS hielt der hohe Herr eine Ansprache an die Anwesenden, in welcher der erlauchte Sprecher etwa Folgendes ausführte: Der heutige Dag, der 29. Mai, an dem cs ihm dereinst vergönnt gewesen sei, die zweite Garde-Jnfanterie-Brigade vor seinem Herrn Vater, dem Kaiser und König Friedrich, vorbeidefiliren zu lassen, werde in den Annalen dieser Brigade unvergeßlich bleiben. Er habe diesen Tag zur Feier der Erinnerung an Höchstseinen verewigten Herrn Vater inmitten der zweiten Garde-Jnfanterie-Brigade auSerseben. Offiziere wie (Irena- diere derselben würden diesen Tag in hohen Ehren halten zum Angedenken an den Sieger von Köntggrätz, Wörth und Sedan. — Abends 9'/, Uhr empfing der Kaiser auf Bahnhof Friedrichstraße den König von Sachsen und geleitete sodann seinen hohen Gast nach dem königlichen Schlosse. Hier nahm der König Absteigequartier, auch der Kaiser übernachtete im Schlöffe. Am Mittwoch Vormittag nahm der Kaiser, umgeben von einem glänzenden Kreise von Fürstlichkeiten, die große Frühjahrsparade über die Truppen der Berliner Garnison ab, woraus am Donnerstag die Parade der Potsdamer Garnison im Lustgarten zu Potsdam folgte. — Herr Leist, der bisherige Kanzler für Kamerun, ist in Berlin eingetroffen und har sich im Auswärtigen Amte gemeldet. Das Disciplinarverfahren gegen Kanzler Leist wird nunmehr unverzüglich seinen Anfang nehmen, wie wenigstens halbosficiöse Berliner Meldungen versichern. — Der zwischen England und dem Congostaate abgeschloffene jüngste „Afrikavertrag" wird, wie bestimmt verlautet, von der deutschen Regierung in aller Form beanstandet werden. Man soll in den leitenden Der« liner Kreisen zu der Ueberzeugnng gelangt sein, daß dieser Vertrag in der Thal die deutschen Interessen im östlichen Afrika schädige und zugleich eine Verletzung der Congo-Acte in sich schließe. Es heißt daher, daß ein offizieller Protest Deutschlands gegen den Vertrag bevorstehe. Hoffentlich tritt das Berliner Eabinet mit dem nöthigen Nachdruck auf, damit England wie der Congostaat gewahren, daß es Deutschland durchaus Ernst ist mit der Wahrung seiner bedrohten afrikanischen Interessen. Berlin, 29. Mai. Heute trifft hier der Für st «Erzbischof von Olmütz, Dr. Cohn, mit großem Gefolge ein. Abends findet ihm zu Ehren ein Diner im CultuS- Ministerium statt, an welchem der Reichskanzler, die Minister und verschiedene hohe Beamte theilnehmen. Der Fürft- Zrzbischof wird morgen vom Kaiser empfangen werden. Berlin, 29. Mal. Auf Veranlassung deS Finanzministers werden jetzt von den Steuerbehörden Gutachten darüber eingefordert, inwieweit eS sich empfehle, die Einrichtung der berittenen Steueraufseher fallen zu lassen. ES besteht die Absicht, daS Fahrrad auch für die Steueraufseher nutzbar zu machen. Die Hauptsteuerämter haben bis zum Juli an die Provinzialsteuerdireclionen Bericht zu erstatten. Berlin, 29. Mai. Redakteur Polstorff vom „Kladderadatsch" wurde am SamStag auS der Klinik entlassen, bedarf jedoch vorerst noch der Schonung. Mannheim, 29. Mai. Infolge mehrerer starker Wolkenbrüche, die in der Schweiz, besonders am Bodensee niedergegangen sind, sind der Rh ein und der Neckar in rapidem Steigen begriffen. Ausland. — Für Frankreich ist die „ministerlo se, schreckliche Zeit", welche dem Sturze deS Ministeriums Casimir-Psrier folgte, anscheinend wieder vorüber. Dem Vernehmen nach hat Herr Dupuy, der bisherige Kammerpräsident und Vorgänger Casimir »PerierS in der Ministerpräsidentschaft, die Ausgabe, das neue Cabinet zusammenzubringen, glücklich gelöst. Die Zusammensetzung desselben soll die folgende sein: Dupuy, Präsidium, Inneres und CultuS- Guorin, Justiz- Hanotan oder Cambon, Auswärtiges- Poincarre, Finanzen- LeygueS, Unterricht- Mercier, Krieg - Felix Faure, Marine- Borthon, öffentliche Arbeiten- Delcassv, Colonien; LoutierS (?) Handel und Biger, Ackerbau. Das neue Cabinet würde, wie aus Paris weiter gemeldet wird, lediglich die Politik des Cabinets Casimir-Pörier fortsetzen und demnach ebenfalls ein Ministerium der gemäßigten Republikaner sein; dann lohnte sich der Sturz des CabinetS Casimir«Psrier freilich wahrhaftig nicht. — Während in jüngster Zeit unter den Staaten der Balkanhalbinsel Serbien durch den neuesten Staatsstreich des Königs Alexander und durch die sich hieran knüpfenden Ereignisse fast ausschließlich die Aufmerksamkeit auf sich zog, macht jetzt auch Bulgarien wieder von sich reden. Das Cabinet Stambuloff hat seine Entlassung gegeben, und zwar fast im selben Momente, wo Fürst Ferdinand mit seiner jungen Gemahlin aus Oesterreich wieder in Sofia eintraf. Die Demission deS Cabinets Stambuloff kommt keineswegs überraschend, längst existirten in dessen Schooße Meinungsverschiedenheiten, die vor einigen Wochen bereits zum Ausscheiden des Kriegsministers Sawav sührten, hierzu kamen tiefgehende Differenzen des CabinetSchefs Stambuloff mit dem Fürsten Ferdinand selbst, lieber die Frage, wer vom Fürsten mit der Bildung des neuen Cabinets betraut werden wird, ist noch nichts bekannt, es verlautet jedoch, daß keiner der bisherigen Minister in das neue Cabinet eintreten werde. Stambuloff hat sich auf seinem Posten als Leiter der Geschicke Bulgariens unter dem /Regime des Coburgers ganz auS- gezeichnet bewährt, alle Freunde Bulgariens können daher nur dringend wünschen, daß der energische, begabte und geschickte Stambuloff durch eine Persönlichkeit von gleichen Eigenschaften aus dem bulgarischen Ministerpräsidentenposten ersetzt werden möge. Sßien, 29. Mai. Die „Pol. Corr." meldet aus Rom, daß der Papst mit der Ausfertigung einer Encyclica beschäftigt sei, welche die Frage der Vereinigung der katholischen mit der orthodoxen Kirche betreffe. Rom, 29. Mai. Zur hundertjährigen Gedacht- nißfeier der Geburt des Papstes PiuS IX. sind gestern und heute etwa 1500 Pilger hier eingetroffen. Heute Abend werden weitere 2500 Pilger erwartet. Antwerpen, 29. Mai. Nach fortgesetzten Streitigkeiten zwischen Diamantenhändlern und den Ingenieuren der Ausstellung über die Benutzung der electrischen Betriebs- kraft haben nunmehr die Diamantenhändler ihre Abtheilung geschlossen. Sie werden dieselbe erst wieder eröffnen, wenn die Ingenieure sich den Wünschen der Aussteller geneigt zeigen. Charleroi, 29. Mai. In FleuruS hat in voriger Nacht ein Dynamitattentat stattgefunden. Aus der Thür- schwelle des HauseS eines GrubeuingeuieurS explodirte unter heftiger Detonation eine Dynamitpatrone, welche großen Schaden anrichrete. Ein Thetl des Gebäudes wurde zerstört. Von dem Thäter fehlt bis jetzt noch jede Spur. Salonichi, 29. Mai. Drei bulgarische Briganten- Horden fielen in türkisches Gebiet ein, plünderten große Ortschaften vollständig aus und setzten die Häuser in Brand. Der Dali entsandte Militärtruppen zur Verfolgung der Räuber. Washington, 29. Mai. Die enbgiltige Abstimmung tm Senat über die Tarifbill wird Mitte Juni erfolgen. Neueste Nachrichten» Wolff« telegraphische» Korrespondenz- Bureau. Berlin, 30. Mai. Die CtvilgesetzbuchS- Commission beendete heute die Berathung deS Familienrecht» und begann die deS Erbrechts. Dies ist daS letzte Buch deS Entwurfes. Die Vollendung deS ganzen Werkes steht somit nahe bevor. Rom, 30. Mai. Der König erschien gestern unerwartet in der Universität, während die Studenten den Jahre», tag der Schlacht bei Curtatone feierten. Minister Baccelli geleitete den König in die Aula und erklärte den Studenten, daß der König, eingedenk der Theilnahmc deS Studenten- bataillonS an jenem Gefecht, in ihrer Mitte erschienen sei. Die Studenten bereiteten dem König stürmische Ovationen. Brüffel, 30. Mai. Die von der Regierung eingebrachte Gesetzvorlage schlägt als Eingangszoll für 100 Kilogramm Margarine 25 Francs, Hafer 2, Mehl l1/«/ ®e» müse-Conserven 10, Hafermehl 3, Fleisch-, Wildprer- und Geflügel-Conserven 30 und ebenso verschiedene Zölle für Ge- webe vor. Madrid, 30. Mai. Dem Vernehmen nach weigerte sich die SenatScommission, trotz der bestimmten Aufforderung der Regierung, in dieser Session über die Handelsverträge mit Deutschland, Oesterreich-Ungarn und Italien Bericht zu erstatten. ___ Depeschen de» Bureau .Herold". Berlin, 30. Mai. Der Ausenthalt deS Schahs vou Persien hier wird acht Tage dauern- daS Schloß Bellevue dient als Wohnung. Die Anwesenheit deS Schahs in Europa überhaupt wird sich auf die Zeit von drei Monaten erstrecken. Berlin, 30. Mai. Der Lan dwirt h s ch aftS mi nist e r v. Heyden gab gestern ein Abendessen, zu dem Einladungen an die Mitglieder der Agrar-Conferenz ergangen waren. Finanzminister Miquel wohnte der Festlichkeit bei. Die Unterhaltung drehte sich hauptsächlich um landwirthschast- liche Fragen. Der Finanzminister trat in Privatgesprächen mit Wärme dafür ein, Verschuldungsgrenzen einzuführen und daS Anerbenrecht zu begünstigen. Loudon, 30. Mai. AuS San Francisco wird gemeldet, daß infolge von Ueberschwemmung durch AuS- treten deS FraserfluffeS die große Brücke der Canada- Pacificbahn bei Revelstock, sowie zahlreiche kleinere Brücken eingestürzt sind. Belgrad, 30. Mai. ES ist nunmehr beschlossene Sache, daß während der bekanntlich Mitte Juni erfolgenden Reise des Königs Alexander nach Konstantinopel der Ministerrath die Regentschaft übernimmt und Exkönig Milan eine Erholungsreise inS Ausland macht. Ein eigenes Heim. Ein Landmann betrat mit seinem Sohne den eben renovirten, für LuxuSpferde bestimmten Stall eines Gutsherrn, betrachtete mit Vergnügen und auch stillem Neid die hoch gewölbten und lichten Räume und äußerte bann zu seinem Sprößlinge: „Du, Jörg, wenn unsere Stube nur halb so schön wäre, wie dieser Pferde ft all, wie । glücklich könnten wir unS schätzen!" i Und in der That: wie mancher Gütler, der ein unansehnliches Häuschen fein Eigen nennt, wie mancher Arbeiter, der in einer dumpfen Kellerwohnung ober in einem engen Dachstübchen sein Dasein fristet, wäre herzlich froh, in einem herrschaftlichen Pferdestalle wohnen zu dürfen. Man klagt, und zwar nicht mit Unrecht, häufig über die Abnahme der ländlichen Arbeiterbevölkerung, wobei wohl nie genügend inS Auge gefaßt wird, daß der Arbeitermangel nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ — und letztere» vielleicht noch mehr — fühlbar ist. Mit dem FreiheitSdrange, der mit gesteigerter, man könnte fast sagen: erwachender Intelligenz auch zu dem ländlichen Arbeiter gedrungen ist, find bei ihm, wie bei allen Schichten der Gesellschaft, die Lebenshaltungsansprüche auch gestiegen, und da diesen, sagen wir eS offen heraus, leider nur theilweise entsprochen werden konnte — leidet doch der kleine Landwirth ebenso, wenn nicht mehr, unter den gegenwärtigen Verhältnissen! — ist Unzufriedenheit und Undot- mäßigkett eingezogen, die sich in Unlust und Unbehagen de» Arbeiters äußert. Die besten Arbeiter, denen die heimathliche Scholle daS nickt bieten kann, was sie erhoffen, ziehen nach der Stadt auch auf die Gefahr hin, dort einem schlimmeren Loose entgegenzugehen, als auf dem Lande. Es ist aber bet diesem unbestimmten FreiheitSdrange im letzten Grunde die überall. unzweifelhaft als treibendes Moment zu erkennende Hoffnungslosigkeit des kleinen Mannes zu finden. Man gebe aber einem, auch nur über einen Funken sittlicher Kraft verfügenden Manne ein bestimmtes Ziel, eine erreichbare Hoffnung, und — sei auch ein halbes Menschenalter zum Erringen nöthig. — von 1000 Menschen werden 900 die größten Anstrengungen und Entbehrungen gerne ertragen, um bescheiden glücklich zu sein. Und diese eine Hoffnung, welche die Mehrzahl der Menschenkinder erfaßt und durchdringt, ist die Hoffnung nach einem, wenn auch noch so bescheidenen Heim. Dieses Sehnen nach einer Stätte, sei sie noch so klein und armselig, wenn man weiß, daß man des Nachts ruhig sein Haupt dort niederlegen darf, dieses Sehnen läßt uns bei allem sittlichen und physischen Jammer, der in den Wohnungsverhältnissen begründet ist, noch muthig in die Zukunft schauen. Taglöhner, die durch ihrer Hände Arbeit, durch glückliche Erbschaft oder sonst einen günstigen Umstand in die Lage gebracht wurden, ein paar Morgen Landes zu erwerben, sind herzlich froh, sich ein Heim zu erwerben und schaffen noch mehr und mühen sich noch intensiver ab — haben vielleicht auch noch mit Schulden zu kämpfen — um nur dieses eigene Heim zu behaupten. Es ist doch etwas Schönes, Beruhigendes, eine Wohnstätte zu besitzen, die man sein Eigen nennen darf! Der kleine, seßhafte Manu beneidet nicht die Reichen um ihre vornehmen Gemächer, die Fürsten um ihre großartigen Paläste, — er findet seine Zufriedenheit in der kleinsten Hütte, im bescheidensten Kämmerchen, und fühlt sich darin ebenso glücklich, wie ein Fürst. Will man aber die Zufriedenheit im Lande festigen, hat man das ernste Bestreben, ein unter drückenden Verhältnissen um seine Existenz ringendes Völkchen nicht dem Verderben zu weihen, dann sorge man redlich dafür, daß das Heim des kleinen Mannes demselben nicht entriffen werde! .... Wir theilten in Nr. 120 mit, daß im Sinne Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs gehandelt würde, wenn die anläßlich seiner Vermählung mit je 1000 Mk^ beschenkten jungen Ehepaare diese Gnadengabe als Beihilfe zur Erwerbung eines Häuschens verwenden würden. In den Landgemeinden wird dies möglich sein, in den Städten aber (und auch hier in Gießen) ist durch die Bauordnungen die Errichtung und damit die Erwerbung kleiner Häuser unmöglich. Hoffentlich wird darin bald Wandel geschaffen, sonst bleibt es bei frommen Wünschen. totales unb jptwhtsicöes. Gießen, den 31. Mai 1894. ** Provinzialausschuß Sitzung. Samstag den 2. Juni d. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, findet im Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen: 1. Die Enteignung des zum Umbau und zur Erweiterung des Bahnhofs Gießen erforderlichen Geländes. 2. Antrag der Stadt Gießen auf Enteignung des Bellof'schen Hauses, Sonnenstraße Nr. 26; hier Ausspruch der Enteignung. ** Theater. Der gestrige zweite Gaftspielabend des Ensembles von Mitgliedern der Casseler Hofbühne bot den vorzüglichen Schwank von Laufs und Jacobi: „Der ungläubige Thomas". Der Inhalt dürfte durch die vergangenes Frühjahr gebrachte ausführliche Besprechung cnr läßlich der Aufführung seitens der Direction Reiners hier noch im Gedächtniß sein, weßhalb wir auf dessen Wiedergabe verzichten. Wir können nur constatiren, daß die zwerchfellerschütternde Wirkung des Stückes von dem Gastspiel Ensemble voll und ganz zur Geltung kam. Ganz besonders hervorgehoben seien die vorzüglichen Leistungen der Herren O ppm ar (Ignaz Döll), Jürgensen (Dr. Puschel), Hartmann (Dr. Wagner, Arzt) und Jaritz (Conservatorist Wenglein), sowie der Damen Frl. Berel la (Franziska) und Frl. Harke (Adelheid). ** Concert des Zithervereins „Alpenröscheu". Am Samstag Abend findet auf Lonys Bierkeller ein Concert des Zithervereins „Alpenröschen" statt. Der seit ca. zehn Jahren bestehende Verein hat in letzter Zeit einen tüchtigen Aufschwung genommen und leisten seine Mitglieder im Ensemble- sptel Anerkennenswerthes, so daß der Besuch dieses Concertes Freunden der Zühermusik sehr zu empfehlen ist, um so mehr, als für die Jugend nach dem Concerte ein Tsnzkränzchen stattfindet. ** Einbruch in das Bürgermeistereigebäude. In verstossener Nacht wurde im Bürgermeistereigebäude ein Einbruch ausgeführt. Der Dieb ist von der Wieseckböschung aus durch die Gärten in den A>f des Bürgermeistereigebäudes gelangt, hat eine Fensterscheibe zum Zimmer des Armen- kafferechners eingedrückt, ist durch dieses Fenster eingestiegen und hat das Schloß einer nach dem Corridor führenden Thüre mittelst eines Werkzeugs losgelöst, hat die Thüre aber, jedenfalls wegen einer eingetretenen Störung, nicht aufgebracht. Wahrscheinlich wollte der Dieb durch diese Räume nach der Stadtkaffe Vordringen. Im Zimmer des Armenkasierechners hat er den Pult erbrochen und daraus circa 170 Mk. entwendet. In den übrigen Schubfächern, die er einer Visitation unterzog, fand er nichts. Das Gebäude hat der Dieb auf demselben Wege durch die Gärten wieder verlaffen. ** Verlorener Geldbriefbeutel. Am 5. Mai d. I. ist bei dem Kaiserlichen Bahnpostamte in Dir sch au ein Geldbriefbeutel mit einem Werthinhalt von 19 277 Mk. 75 Pf. in Verlust gerathen, über dessen Verbleib bis jetzt noch jede sichere Spur fehlt. In dem Beutel sind unter Anderem enthalten gewesen 1 3^ °/o Pfandbrief von der Neuen Westpreußischen Landschaft in Marienwerder (Westpr.) II. Serie Lit. F Nr. 05150 über 200 Mk., 1 desgleichen Lit. F Nr. 05197 über 200 Mk., 1 desgleichen Lit. E Nr. 10403 über 300 Mk., 1 desgleichen Lit. E Nr. 01557 über 300 Mk., 1 desgleichen Lit. v Nr. 12283 über 500 Mk., 1 desgleichen ' Lit. B Nr. 06882 über 2000 Mk. Auf die Ergreifung des unbekannten Thäters und Wiederherbetschaffung des verlorenen Gutes ist eine Belohnung von 500 Mk. ausgesetzt worden. * * Militärdienstnachrichten. Dr. Lautert, Assistenzarzt 2. Kl. der Res. vom Landw.°Bez. Gießen zum Assistenzarzt 1. Kl. befördert. * * Pfarrperfonaluachricht. Dem Pfarrverwalter Georg Zimmermann zu Gräfenhausen wurde die evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen. * * Vom 1. Juni ab ist der Krebsfaug in allen offenen Gewässern des Großherzogthums Hessen wieder gestattet und zwar bts zum 31. October incl. — Mit dem 9. Juni geht die für das Großherzogthum Heffen angeordnete Frühjahrsschonzeit für Fische zu Ende. * * Die diesjährigen Herbstübuugeu im Bereiche der 25. Division finden in der Provinz Starkenburg statt, und werden sich auf den Rodgau, den vorderen und mittleren Odenwald erstrecken. Zu diesem Behufe verlassen die Regimenter 115, 116 und 117 voraussichtlich am 22. August ihre Garnisonen und begeben sich, die beiden letzteren per Eisenbahn, nach dem Manövergelände, wo bei Dudenhofen in der Zeit vom 23. bts 28. August für die beiden ersten Regimenter, und während derselben Zeit bei Groß-Umstadt und Habitzheim für das Regiment 117 das Regimentsexerzieren stattfindet. Das Regiment 118 marschirt bereits am 16. August aus und hält sein Exerzieren vom 20. bis 28. August, ebenfalls zwischen Groß-Umstadt und Habitzheim, ab. Die Dragoner-Regimenter 23 und 24 rücken erst am 5. September, und zwar direct zum Brigade-Exerzieren, aus, während die 3. und 4. Schwadron des letzteren Regiments von Butzbach bereits am 21. August ausrückt und an dem Regiments- und Brigade-Exerzieren bts zum 4. September auf dem Griesheimer Schießplatz rheilntmmt. Während des Exerzierens der Kavallerie auf dem Griesheimer Uebungs- platz werden die Butzbacher Dragoner (3. und 4. Schwadron Regts. 24) im Lager bet Griesheim untergebracht. Die 1. und 3. Abtheilung Feld - Art. - Regts. 25 rückt am 1. September aus und manövrirt die 1. Abtheilung vom 3. bis 5. September bei Groß-Zimmern, die 3. Abtheilung in derselben Zeit in der Gegend von Reinheim—Rieder- Kainsbach—Wiebelsbach—Ueberau, die 2. Abtheilung, welche bereits am 31. August die Garnison Darmstadt verläßt, manövrirt vom 3. bis 5. September zwischen Fränkisch- Crumbach und Mörlenbach. Die 2. Pionier-Compagnie des 11. Pionier-Bataillons in Castel verläßt erst am 6. September per Eisenbahn ihre Garnison und nimmt alsbald am Brigade- Exerzieren theil. Bon den vierten Bataillonen der Jnf.-Regtr. werden nur diejenigen der Regtr. 115 und 117 am Manöver thetlnehmen und am 6. September ihren Regimentern in das Manövergelände nachfolgen, während die vierten Bataillone der Regimenter 116 und 118 in der Garnison zurückbleiben. Das für das Exerzieren der 49. Inf.-Brigade (Regt. 115 und 116) vom 30. August bis 4. September in Aussicht genommene Gelände liegt auf beiden Seiten der Chaussee Dudenhofen—Jügesheim. Dieselbe manövrirt dagegen vom 7. bis 11. Sept, in dem Bezirk Babenhausen—Eppertshausen—Eberstadt—Ober - Beerbach—Ernsthofen—Lichtenberg —Brensbach—Mümling - Grumbach—Bayrische Grenze und bringt am 11. September ihre Truppen in der Gegend Gundernhause.n—Eberstadt—Rohrbach unter. Der 49. Brigade werden außer den genannten Jnf.-Regimentern 115 und 116 während der Zeit des Manövers noch folgende Truppen zugetheilt: Stab der 25. Cavallerie Brigade, Stab des Feld- Arttllerie-Regts 25, das Drag. Regt. 24, die 1. und 3. Abtheilung des Feld - Art. - Regts. 25, die 2. Pioniercompagnie (vom Pionierbat. 11 in Castel) mit Schanzzeugwagen und dem dazu gehörigen Traindetachement Nr. 1, außerdem ist der Brigade noch 1 Krankenwagen mit dem Tramdetachement Nr. 2 beigegeben. Die 50. Inf. - Brigade (Regt. 117 und 118) exerziert vom 30. Aug. bis 4. Sept, in dem Gelände von Groß Umstadt—Semd—Habitzheim—Lengfeld und manöverirt vom 7. bis 11. Sept, in dem Bezirk Bensheim— Beedenkirchen—Billings—Nonrod—Nieder - Kainsbach—Wallbach—Etzengesäß—Michelstadt—Erbach— Birkenau — Heppenheim-Bensheim. Dieselbe beendigt ihre Manöver am 11. Sept., so daß die Truppen am nordöstlichen Rande des genannten Bezirks untergebracht werden können. Während des Manövers sind an Truppen der 50. Brigade noch zugetheilt: das Drag.-Regiment 23, die 2. Abtheilung des Feld- Art. Regt. 25 und 1 Krankenwagen mit dem dazu gehörigen Traindetachement Nr. 3. Vom 11. bezw. 13. Sept, ab beginnt das Divisionsmanöver in der Gegend zwischen Reinheim und Reichelsheim mit verschiedenen Biwaks und dauert bis 19. Sept., wo die Truppen wieder in ihre Garnisonen zurückkehren und zwar werden die Regimenter 116, 117 und zwei (1. und 2.) Bataillone vom Regt. 118, ferner die Pionier • Compagnie per Bahn zurückbefördert, während die anderen Truppen den Weg in ihre Garnison per Fußmarsch zurücklegen. Die Verpflegung der Truppen während der Einquartirungen werden voraussichtlich die Quartierwirthe zu tragen haben, jedoch ist Bestimmtes hierüber noch nicht festgesetzt. Vor diesen großen Manövern wird am 17. und 18. August in der Gegend von Darmstadt eine Uebung der Fuß-(Festungs-) Artillerie mit Bespannung stattfinden, an welcher die Inf. - Regimenter 115 und 118, außerdem eine Schwadron Dragoner, eine Abtheilung vom Feld - Artillerie- Regiment 25 und ein Detachement Pioniere thetlnehmen werden. Im Anschluß hieran wird das Feld-Art.-Regt. 25 am 25. August eine Schießübung im Gelände bet Roßdorf abhalten. * * Bahn Salzschlirf-Schlitz. Das preußische Herrenhaus genehmigte den Staatsvertrag zwischen Preußen und Hessen betreffs der Eisenbahn Salzschlirf-Schlitz, so daß nunmehr der Bau dieser Bahn gesichert ist. * * Lebensmittel-Preise Ende April 1894. Nach einer- Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für die Landes-- statistik kosteten: Ochsenfleisch per Pfund Rindfleisch per Pfund Kalbfleisch per Pfund Schweines!, per Pfund Hammelfleisch per Pfund Gemischtes Brod Roggen- Brod Butter per Pfund Milch 1 Liter Eier 1 Stück Städte mit Octroi Darmstadt 72 66 70 70 66 13 11,5 100-110 18 5-7 Mainz 69 56 70 70 55 12,5 11,5 90-114 18 5-6 Offenbach 70 56 70 70 60 13 12,5 110-120 21 5-8 Worms 68 66 68 68 64 10 10 103-114 17 5-7 Gießen 72 64 60 69 60 13 11 92-106 18 5 Städte ohne Octroi Bingen 75 65 60 75 50 11,5 11 108-120 19 5-7 Bensheim 68 64 66 60 60 115 10 110-120 17 5-6 Alzey 65 64 64 64 60 15 10 102—110 17 6-7 Friedberg 70 63 55 60 55 12 10,5 105-110 18 5-6 Alsfeld 65 56 60 59 — 12,5 10 90-100 16 4-5 Lauterbach 60 60 — 60 56 12 9 120 16 5 * * Nach einer Entscheidung des Reichsversicherungsamts können auch Kinder, wenn sie bei einer Arbeit verunglücken, eine Unfallrente erhalten. Einem Knaben, welcher Garben an eine Dreschmaschine getragen hatte und,dabei verunglückte, ist eine solche mit folgender Begründung zugesprochen worden: „Weder die Entstehungsgeschichte noch der Wortlaut der Unfallversicherungsgesetze sprechen für eine Beschränkung des Begriffes „Arbeiten" auf solche Personen, welche ein bestimmtes Alter besitzen. Unter Umständen können daher auch schulpflichtige Kinder als Arbeiter angesehen werden. Auch ist es daher ohne erhebliche Bedeutung, ob die Dienstleistung der Kinder gerade als eine wesentliche Arbeitsleistung zu bezeichnen ist oder nicht, vorausgesetzt nur, daß es sich um eine ernste Thätigkeit und nicht nur um eine spielartige, tändelnde Beschäftigung handelt. Es gibt eine große Zahl von Dienstleistungen, welche weder große Körperkraft, noch auch technische Vorbildung voraussetzen und deßhalb häufig von Kindern verrichtet werden." * * Elftes deutsches Bundesschießen in Mainz. Nach Mit- theilung aus Berlin wird das Bundesbanner des deutschen Schützenbundes am 10. Juni im Rathhause zu Berlin abgeholt und in feierlichem Zuge zum Bahnhof verbracht. In Mainz trifft dasselbe am 12. Juni ein. Die Schützen aus Berlin und Umgebung treffen mit Sonderzug am 16. Juni früh neun Uhr in Mainz ein. An dem gleichen Tage wird auch der Wiener Schützenverein, begleitet von den Tiroler, Mährischen, Steyerischen, Ungarischen, Ober- und Niederösterreichischen Schützen, init Sonderzug fahrend, erwartet. Gestern fiel der erste Schuß auf dem Festplatz für das 11. deutsche Bundesschießen. Die Schützen^ Gesellschaft hatte nämlich einige auswärtige Sachverständige zur Prüfung der Schießeinrichtung berufen. Zu dem gleichen Zweck ist in Gemäßheit der Bundesfatzungen die Schießordnungscommission des deutschen Schützenbundes eingeladen. Zu den drei Commersen, welche am SamStag, Dienstag und Freitag Abend stattfinden, haben Mainzer und auswärtige Poeten so zahlreiche Chorlieder eingereicht, daß manche schöne Dichtung leider keine Verwendung finden kann. — Das Interesse für den historischen Festzug wächst von Tag zu Tag in erfreulichstem Maße. Im Laufe dieser Woche haben außer dem Buch- und Druckgewerbe, dessen Gruppe „Gutenberg und seine Leute" eine der prächtigsten im Zuge zu werden verspricht und außer den Gold- und Silberschmieden, welche die Kunst ihrer mittelalterlichen Vorfahren zur Schau stellen werden, nun auch noch die Vertreter der Mainzer Möbel-Industrie einen Prachtwagen zum Zuge angemeldet. So könnte die eine Gruppe 4 im historischen Festzuge „Blüthe von Kunst und Handwerk im mittelalterlichen Mainz" einen Zug für sich abgeben. - g. Lich, 30. Mai. Seine Durchlaucht der Fürst zu Solms - Hohensolms - Lich hat seinen langjährigen Hausarzt Herrn Dr. Stamm vor Kurzem zum Hofrath ernannt. Grünberg, 28. Mai. Im Beisein des Herrn Amtmanns Dr. Wallau aus Gießen fand gestern Nachmittag hier eine Hauptübung der Feuerwehr statt, wozu sich auch auf Einladung durch den Feuerwehrinspector die Obmänner und deren Stellvertreter, sowie zahlreiche Mannschaften der Pflichtfeuerwehren aus den umliegenden Orten eingefunden hatten. Die verschiedenen Exercitien an den Geräthen, sowie die an einem Hause auf dem Marktplatz vorgenommenen Lösch- Übungen wurden exact und in größter Ordnung ausgesührr und wurde dies von Herrn Wallau nach Beendigung der Uebung in einer Ansprache lobend anerkannt. Der Redner empfahl sodann den erschienenen Pflichtfeuerwehrmännern, durch Einrichtung der Hebungen in der vorgeführten Art und Weise das heute Gesehene für ihre Gemeinden nutzbringend zu verwerthen und wies darauf hin, wie unentbehrlich die häufig als unnöthig angesehenen Hebungen für ein geordnetes Löschwesen seien. Mainflingen, 28. Mai. Die hiesige, am Freitag durch Blitzschlag beschädigte Pfarrkirche soll demnächst mit einem Blitzableiter versehen werden. Diese Schutzvorrichtung wurde schon längst von unserem Herrn Pfarrer Hammann beantragt, aber mit der seltsamen Motivirung abgelehnt, daß der Blitz in Mainflingen noch niemals eingeschlagen. „Wenn die Kuh gestohlen ist, verschließt man den Stall," sagt schon ein altes Sprichwort. * Die Folgen des Bierverrnfs in Berlin gegen die sieben Brauereien ziehen weite Kreise in Mitleidenschaft und stiften überall Feindschaft und Erbitterung. Am fchwersten werden davon die zahlreichen kleinen Schankwtrthe getroffen, deren Gäste oft eine uneingeschränkte Controlle aller Geschäftseinrichtungen, der Bierbücher, Vorrathskeller re. beanspruchen, 1894. ä~7 > fcWH Mtz J Wt vnunglückni M?'h ?Üdltt ^rbtö ° dnungMe I rugesprvch« iBorbtn' 1 ffionlaut da etnt BeschrLvkUg onea/ welche ein be. )en können daher auch Ziehen werden. ' ob die Dienstleistunz Arbeitsleistung zu be- "ur, Laß es sich mv um eine spielartige, gibt eine große Zahl 'oße Körper kraft, noch und deßhalb häufig >fe 2,5/HO—120 21 -~"6 ’ 103-1 H n Mainz. Nach M- Sbannex hti tav RMa^r Bnlli m Bahnhof verdrati nt ein. Die Tchtze u mit Sonderzug i iaiaz ein. An:i iener Schützenvm. hrischen, Steyerij^w, tcrreichischen Schühw, Gestern fiel der trjtt deutsche Bundesschießen. ilich einige auswärtige Meßeinrichtung berufen. it der BundeSfapungen Men Schilpenbllndes weiche am Tamkes, m, MnM^rr unt Mer ein-erricht, daß Verwendung finden kann )tn Festzug wachst öm Im Laufe dieser Dochr gewerbe, dessen Gruppe er prächtigsten im Zage jen Gold- und Silben ittelalterlichen Lorsadrw noch die Lertteter dn htwagen zum Zuge a°> uppt 4 im hiswrM nöwerk im mittelalter- eben. 1« Mi „ h-v-ih ÄS« SSSjt? Geralhew I®1 vorgenommenen ' L Ordnung usg iu ltt -l Beendigung » u .Der Nrducr anerkannt- , ^ni, ^^LnMUnd da Gemünden »v sitT« , atitlrt’1 'n°L- LÄ«L dnt fich über die Herkunft des auögeschänkten Getränkes zu vergewissern. Nicht minder lästig ist andererseits die Be- lästigung der Wirlhe in den Fabrikkantinen, die mit einem Zuschuß des Fabrikbesitzer- arbeiten oder von diesem uncnt- geltlich die Räume zum Geschäftsbetrieb :c. erhalten. Gewöhnlich bestimmen die Besitzer, ouS welcher Brauerei daS Bier zu entnehmen sei. Nun sind in den letzten Tagen wiederholt ärgerliche Austritte dadurch herbeigeführt worden, daß die Arbeiter ihr Bier von Hause mitbrachten, was entweder gar nicht oder nur in beschränktem Umfange gestattet ist. Entlassungsandrohungen, Kündigungen, Angebereien und Klatschereien sind die Folge hiervon in zahlreichen Fällen, und dieses Treiben ergreift Kreise, die zu den Ursachen des DierverrufS in gar keinen Beziehungen stehen. * bl. Johann a. d. b., 30. Mai. Auf dem Marktplätze In Neunkirchen gerieth ein Wagen imCaroussel inS Rollen nnd fuhr in eine Gruppe von Kindern- eins wurde sofort gitödtet. * London, 29. Mai. In einer im Alhambra • Theater stattgefundenen öffentlichen Vorstellung gab der Capitän Martin zwei Schüsse auS einem von dem englischen StabS- osfizier Hunt mit voller Ladung versehenen Lee - Metford« Gewehr auf den mit seinem Panzer bekleideten Dowe ab, welcher gänzlich unverletzt blieb. Dowe ha: auch bereits vor dem Prinzen und der Prinzessin von Wales in Marlborough eine Vorstellung gegeben, auS der er ebenfalls un- verwundet hervorging. * Dos berühmte Lueloch bei Semriach wurde in letzter Woche von wirklichen Fachmännern aus Graz untersucht, denen gegenüber die sieben geretteten „Höhlenforscher" nun- wehr ihre durch ein neuerliches Rundschreiben bekundete Weisheit für sich behalten dürften. An der wissenschaftlichen Commission betheiligten sich der Professor der Geologie an der Grazer Universität Dr. Hörnes, Professor Walcher, Director A. v. Koppenheier und mehrere andere Herren. Ueber die Ergebnisse dieser Forschung theilen Grazer Blätter mit, daß eine ungeheuer hohe, allerdings noch schwer zugängliche Grotte entdeckt wurde, die mit ihren vielen Tropfsteingebilden einen bezaubernden Eindruck macht, ganz abgesehen von den verschiedenartigen, überaus zahlreichen Tropsstein-Formationen und FelSzerklüstungen in den anderen Höhlen, welche diese zu einer bedeutenden Sehenswürdigkeit erheben Professor Walcher hat bei 1600 Kerzen starkem Magnesiumlicht photo- graphische Aufnahmen von den Tropssteingebilden gemacht. Er ist der Ansicht, daß sich eine Erschließung der Grotten für daS große Publikum sehr verlohnen würde, nur müßte man electrischeS Licht zur Beleuchtung verwenden, da die Rauchentwickelung bei Kerzen- oder Fackeibeleucknung den Essect der blendend weißen Tropfstein-Formationen bald beeinträchtigen würde. DaS Comits deS Fremdenverkehrs Eon- gresscS, der Ende Juni in Graz tagen wird, trägt sich mit dem Gedanken, beim Lueloch ein Volksfest zu veranstalten. * DaS gtöfcte Geschäft der Welt. AuS Chicago wird geschrieben: „Unsere Stadt ist der Sitz des größten Geschäftes der Welt. Es wird daö Niemand zu bestreiten wagen, der nachstehenden Ausweis von Armour u. Co. für daS am 1. April beendete Jahr liest. In diesem Jahre schlachtete die Firma 1 750000 Schweine, 1800000 Stück Rindvieh und 625 000 Schafe und ihre Verkäufe beliefen sich auf 102 000000 Dollars. Sie beschäftigte 11000 Leute, denen sie zusammen 5 500 000 Dollars Löhne zahlte. Zur Fortschaffung ihrer Erzeugnisse an Schinken, Speck, Schmalz 'C. waren 4000 Eisenbahnwagen und 700 Pferde in fortwährendem Betrieb. Außerdem beschäftigte sie noch 750 Mann in ihrer Leimfabrik, welche 12000000 Pfund ■Seim erzeugte. Schreiber dieses hat vor einiger Zeit die hiesigen Union Stock Aards besucht, in welchen die riesigen Diehhöse und Schlächtereien der Firma sich befinden. Da staunt man aber, und mit Recht, wenn auch empfindlichen Damen und überhaupt nervenschwachen Personen vom Besuch dieser großartigen Anlagen abzurathen ist, obwohl auf allen Wegen, auf welche die Besucher geführt werden, erstaunliche Reinlichkeit herrscht. In den Schweineschlächtereien wurden an diesem Tage rund 5000 Borstenthiere verarbeitet, im Winter bis 10000 an einem Tage, ferner gegenwärtig 4500 Stück Rindvieh täglich. Für den Laien interessant sind auch die großen Gefrierhäuser und Pökelhallen. Armour beherrscht vollständig den Weltmarkt in Schweinefleisch und Schmalz." * Was die „RabobS" rauchen. Unter den unzähligen modernen Ausstellungen ist wohl eine die „Einzige." Es ist daS eine Sammlung von Cigarren, welche die Fürstlich- k-tten und Millionäre rauchen. Diese Ausstellung befindet sich im Savoy-Hotel zu London. Es ist eine Sammlung der besten Brände von 1888er Havanna Ernte. Hier ist die LieblingScigarre der Rothschilds, dort die eines Kenners, wie torb Northdrooke und des Prinzen von Wales. Im Ganzen find 20 000 verschiedene Cigarren ausgestellt. Ein Gebern* holzcadinet enthält 14 000 Cigarren „Flor de Cuba"; es ist daö „Maaß" für die Rothfchild-Familie, die solche dreimal gefüllt zu beordern pflegt, also 42 000 Cigarren jährlich. Die Cigarren stellen sich ab dort auf etwa 70 Mk. für 100 und werden auch an Andere verkauft, die versteuert 140 Mk. für 100 zu zahlen pflegen. Dies ist jedoch für die Rothschilds nur eine Cigarre, die man „im Freien raucht" oder wegzuschenken pflegt, denn bei festlichen Gelegenheiten im Hause werden die großen Henry Clay sobranos in Gold verpackt vorgezogen. Es intereifirt wohl, daß der Prinz von WaleS ganz grüne Cigarren raucht, diese sind von feiner Qualität, frisch und ungetrocknet. * Hebet fleischfressende Pferde wird der „Nat.-Ztg." in Ergänzung zu den Mittheilungen „Aus der Speisekammer der Thierwell" noch Folgendes mitgetheilt: Als ich vor drei Jahren bei dem Husaren • Regiment König Wilhelm I. (1. Rheinisches Nr. 7) eine Dienstleistung ablegte, wurde । ich der 3. Eskadron zugetheilt und erhielt als Chargenpferd einen Schimmel „GalluS". „GalluS" war ein ebenso eigensinniges, wie kräftiges und unmäßiges Thier. Im Biwak machte eS sich einmal Nachts loS und fraß ganz allein einen Sack Hafer leer, auS dem nur einige Handvoll Hafer ent* nommen waren. Bet TageSgrauen wurde der Diebstahl bemerkt, „GalluS" stand, zwar ohne Halfter, aber mit der unschuldigsten Miene von der Welt, an seiner richtigen Stelle, dennoch riefen die Husaren einstimmig: DaS hat der „GalluS" gethan; der würde auch zwei Säcke gefressen haben. Ein anderes Mal hatte ich „GalluS" den ganzen Tag scharf geritten, ohne Gelegenheit zu finden, ihn zu tränken. Im Biwak angekommen, bat ich den Unteroffizier, der die Leute zum Wasserholen führte, mein Pferd zu besteigen und eS saufen zu laflen. Als der Unteroffizier sich zurückmeldete, fragte ich ihn, wieviel „GalluS" getrunken habe: „Fünf Eimer!* Das Merkwürdigste an diesem edlen Schimmel war aber seine Liebhaberei oder vielmehr Leidenschaft für lebende und tobte Spatzen, Mäuse unb Ratten. Ich erfuhr bieS zufällig von einem Einjährig-Freiwilligen, der mir erzählte, baß die Husaren der 3. Eskadron eß im Winter als vollkommenen Sport betrieben, Sperlinge und Mäuse im Stall zu sangen und damit „GalluS" zu füttern. Während des Manöver- konnte ich keine Versuche anstellen. Wohl fraß „GalluS" mit großer Gier Schinken, Wurst und amerikanisches Pökelfleisch, aber in Bonn konnte er wieder feiner wahren Leidenschaft fröhnen. Wir schossen eine Menge Spatzen und reichten sie ihm. „GalluS" beschnüffelte sie einen Augenblick und verschlang sie dann gerade so wie ein zweibeiniger Gourmet seine Austern. In derselben Weise erquickte er sich an lebenden oder tobten Mäusen und Ratten. Blutiger Schaum träufelte ihm dabei auS dem Maul- der Anblick war so wenig schön, daß mein Bursche dabei unwohl wurde. „GalluS" lebt heute noch und frißt feine Spatzen und Mäuse munter weiter. ES giebt beinahe in jedem Regiment, ich möchte beinahe sagen, in jeder Eskadron, fleischfressende Pferde. Man darf sich bei solchen Erkundigungen allerdings nicht an die Herren Regiments- oder Eskadronschef wenden, die solche „biologische Studien" durchaus nicht lieben, aber mir wurde erst kürzlich wieder von einem Berliner SchwadronS* gaul erzählt, der dermaßen auf Fleisch vcrseffen fei, daß er schon mehrmals einer unvorsichtigen Stallwache baß Stück Fleisch oder Speck auß dem Suppennapf gestohlen habe. Diese Beispiele ließen sich gewiß vermehren." * liebet die Thätigkeit der Auswanderenoisfion in Bremen im Jahre 1893 wird Folgendes berichtet: Die Zahl aller im Jahre 1893 über Bremen ausgewanderten Personen beträgt 106 291. Nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika wanderten auß 105049, dagegen nach Brasilien nur 367, die übrigen nach den La Plata-Staaten, Afrika, Australien usw. Viele von den Auswanderern fetzten sich längere Zeit vor ihrer Abreise mit der Auswanderermifsion in Verbindung, um Rath und Leitung für ihr Vorhaben zu suchen. Für andere empfing die Außwanderermission die von bereits auSgewanderten Verwandten ober Freunden im deutschen Emigrantenhause des Pastor Belkemeier in Newyork ober bei der deutschen Hafenmission (Pastor Dalhoff) in Baltimore gekauften FreifahrtSscheine für die Seereise, auch Reisegelder zur Uebermittelung an diese Auswanderer. Es ist dadurch ermöglicht worden, sich einer sehr großen Zahl von Auswanderern in durchgreifender Weise anzunehmen. Viele Auswanderer legten ihre Geldbeträge zur Ucbcr mittlung an Pastor Berkemeier in Newyork oder Pastor Dalhoff in Baltimore im Bureau der Auswanderermission nieder, um sie nach zurückgelegter Fahrt dort in Empfang zu nehmen. Ebenso übergaben ober übersandten Ausgewanderte an btc genannten beiden Pastoren Gelder mit der Bitte, dieselben durch die Auswanderermission in Bremen an ihre bedürftigen Verwandten in der Heimath gelangen zu lassen. Es belief sich die Summe aller dieser Beträge auf 648000 Mk. Die Auswanderermifsion hat nicht nur den Einzelnen mit Rath und Hilfe für ihre kirchliche Versorgung nahe treten können sondern eS sind auch die am Tage vor Abgang der Schiffe gehaltenen Gotteßdienste ia erfreulicher Weise besucht worden. Seit einigen Jahren ist die Auswanderermission durch eine englische Gesellschaft auch in den Sandt gesetzt worden, die Auswanderer, denen die Bibel fehlte, mit Bibeln oder neuen Testamenten unentgeltlich zu versorgen. * Eine Gerichtsverhandlung durch s Telephon. Jeden Tag erfährt man etroaß ganz Neues, Ungewöhnliches. Ein gewisser Morris Olshine wurde jüngst in Troy Im Staate Newyork auf Grund eines gegen ihn von dem Friedensrichter Hoosik Faltö erlassenen Haftbefehls wegen Diebstahls fest« genommen. Olshine, der ein langwieriges, umständliches Gerichtsverfahren fürchtete, hatte die Idee fin de siöcle, sich durch Vermittelung seines Anwalts in telephonische Ver* btnbung mit dem Richter zu setzen, der seine Verhaftung angeordnet hatte. Der Richter, den vielleicht die Neuheit des Falles reizte, stellte durch's Telephon mit dem Angeklagten ein regelrechtes Verhör an und sprach ihn, nachdem er seine Rechtfertigung gehört hatte, telephonisch frei. Dieses Urtheil wurde in die Gerichtsannalen des Bezirks Reusselear aufgenommen. Dieser Bezirk hat also die Ehre, der erste gewesen zu sein, der das Telephon zur Beschleunigung eines gerichtlichen Verfahrens anwandte. * Heimgezahlt. Professor (in der Vorlesung): „Meine Herren, ich werde diesem Frosch die Großhirnhemisphären exstirpiren- er wird dann nicht mehr hüpfen können. (Die Operation wird vollzogen; der Frosch hüpft vom Tisch auf den Fußboden. Allgemeine Heiterkeit im Auditorium.) Meine Herren, Sie sehen, wie wenig Hirn dazu gehört, um ein ganzes Auditorium zum Lachen zu bringen!" • Je nachdem. „Wie lange müßte mein Bub bei Ihnen lernen?" — „Die Lehrzeit richtet sich ganz nach dem Lehr- gelb, welches Sie für ihn bezahlen wollen! Zahlen Sie bunbert Mark, so braucht er bloß ein Jahr zu lernen, geben Sie mh aber zweihundert Mark, barm können Sie ihn gleich wieder mitnehmen!" * Ueber die Herleitung des Namens „Berlin" stellte Oberlehrer Dr. Jammer in der letzten Sitzung der Gesellschaft für Heimathkunde der Provinz Brandenburg eine neue Ansicht auf. Danach ist daß Wort slavisch und entstanden auß Bo (gut, geeignet) unb Ralina (Ackerland), bezeichne- also ein Gebiet, laß sich für Ackerland eignet. Auch Kölln hängt nicht mit Colonie zusammen, sondern sei gleichfalls wendischen Ursprung- unb komme von Colm (Pfahl), bezeichnet also einen Ort mit unb auf Hölze, nem Bollwerk. £ Her ata r und Itaitfr. — Allnstkirle Weltgeschichte für daß Volk von I. G Bogt, Vcllag oon E. Wiest, Üdpitg. In wöchentlichen Lieferungen A 10 Pfg. zu be,leben durch alle Buchhandlungen und Eolporteur». Lies. 43—49. Die vorliegende Weltgeschichte füllt eine längst empfundene Lücke aus. Sie btbanbtlt zum ersten Male in eingehender Weise die wirthschaftlichen Triebfedern, die allem geschichtlichen (M< fcheden zu Grunde liegen unb bringt damit Verständniß und rtlarbett in Verhältnisse und Dinge, die biß jetzt unverständlich geblieben waren. Um nur ein Beispiel hervorzuheden. Eß schien unbegreiflich, wie in Athen ThemistoklrS und Aristide«, die einander feindlich gegenüber standen, dennoch beide im Volke einen so großen Archana haben konnten. Hier lernen wir, daß Thrmistokles die Handel- und Gewerbetreibenden, Aristide- dagegen die Grundbesitzer vertrat, ste also die Führer zweier Klassen waren, deren Interessen non jeher mit einander collidirten. Wir begreifen den Antagonismus der beiden großen Männer einerseits, sowie den auSgedrdnien Anhang beider in ein und derselben Stadt anderseits. Da« Vogt'sche Werk ist überhaupt ungemein reich an neuen Gesichtspunkten, je weiter cs fortschreitet, um so interessanter unb lehrreicher wird fein Studium. ES sei daher nochmals unser» Lesern auf daß Wärmste empfohlen, umsomehr alß eß bei der reichen Jllustrirung zu dem ungewöhnlich billigen Preise von 10 Pfg. die Lieferung zu haben ist. Technische Fortschritte. — (Un neues practischcs Spülgefäß für die Küche. Ein neues pracniches liuchengeräth, welches zum Aufwaschen von Porzellan» geschirr, anderseits zum Waschen von Kartoffeln, Gemüse u. s. w. dienen kann, ist daS Spülgefäß von Erissay. Dieses Geräih besteht auß einem ziemlich halt kugeligen, kupfernen oder zinkenen Steffel mit ebenem Boden, an dessen oberem Rand ein ebenso geformter innerer Einsatz befestigt ist, dessen Boden und Seitenwände vom äußeren Gesäß in gewissem Abstand stehen. Dieser Einsatz ist am oberen Umfang durchlöchert, ebenso sein Boden unb dient zur Aufnahme der zu reinigenden Theile. Nachdem daß Ganze mit kaltem ober warmem Wasser gefüllt, wirb ein Deckel dicht schließend aufgesetzt, durch dessen Mitte unb biejenige deß Einsatzbodenß eine (Spindel geht, welche unterhalb beß Einsatzes mit schraubenförmigen Nöhrschoufeln versehen, oben mit einer Kurbel gedreht werden kann. Durch diese Drebung kommt, nach einer Angabe von Lüderß in Görlitz, baß Wasser in Notation, steigt die Innenseiten beß äuf; ren Gefäßes empor unb stürzt durch die Lochungen oben am inneren Einsatz Über den Inhalt desselben, sodaß aut diese Weis: ein Kreislauf beß Spülwassers erzielt wird. Aller Schmutz fällt durch den Sieb* boden unb gelangt nicht wieder nach oben, setzt sich vielmehr auf dem Gesäßboden fest. L. Ltg. Verkehr, £anO* rrnd VoLkswirthschaft. Gießen, 30. Mai. Der Auftrieb zu dem gestern dahier ab- gebalienen Viehmarkt war sehr bedeutend; an Rindvieh waren 1476 Stück und Schweine 665 Stück aufgetrieben; fast sämmtlicheß ausgetriebene Vieh war schön unb gut genährt, der Handel war lebhaft, wodurch die Preise höher als am letzten Markte waren. Eß zeigte sich am Tage vor dem Markte schon große Kauflust und wurden an demselben viel Käufe abgeschlossen. Nächster Markt Dienstag den 5. und Mittwoch den 6. Juni d. I., am letzteren Tage auch Riämermaih. Limburg, 30. Mai. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 11.65, weißer Wetzen X 11.50, Korn X 9.30, Gerste JL 9.00, Hafer X 7.15. — Lum »au von Grsatzfutiermitteln. Wenn auch Wiesen uno Kleefelber in diesem Sommer eine große Futterernte versprechen, so ist es für alle Wechselfälle der Ernten und um die sonstigen Futtervorräthe gut auSzunuhen, doch von bedeutendem Vortheile, wenn der Landwirth rechtzeitig für Ersahsutterrnittel sorgt, mit welchen Klee, Heu und Hafer ganz ober doch theilweife ersitzt werden kann. In dieser Hinsicht empfiehlt sich besonders der Anbau von Mais, denn wie der L. Ztg. berichtet wird, hat sich im sächsischen Vogtlande mit seiner starken Rinderzucht unter den verschiedenen Ersatzfuttermitteln, welche im Vorjahre autzprobtrt worden sind, besonders der amerikanische Pferdezahn - Mats bewährt. Sein Anbau empfiehlt sich ferner wegen des gegenwärtig sehr ntedrigen Preises des Saatgutes (10 Mk. pro (Sentner bei Abnahme größerer Posten). Auch stellt der Mais keine hohen Anfordeiungen an den Boden; ist letzterer einigermaßen gul gedüngt, so erzielt man Futtermassen wie mit keiner anderen Pflanze. Zwar ist der Mais arm an Protemstoffeo; diese sind jedoch leicht zu ersehen durch Beimischung von Klee ober Wicksutter zu den geschnittenen Maisstengeln. welche hinsichtlich ihrer Schmackhaftigkeit und leichten Verdaulichkeit von keiner anderen Futterpflanze übertroffen werden. Als Beimischung zum Maiß beim Verfüttern und drhufs Erhöhung des Protem- gehalts erwies sich auch die Peluschke, eine hauptsächlich in Ostpreußen gebaute Erbsenart, sehr geeignet; das Gleiche gilt von der nardonniichen Lupine. Erwähnt sei auch noch, daß sich der Anbau des Pserdezahn - Mais zur Gt ünsütteruna in vielen Gegenden viel besser bewährt hat als der Bau des weißen Senf, der nicht so ergiebig ist und kein so gutes Futter giebt. Die Aussaat des Ma>s hat im Mai zu erfolgen und wenn der Mais Kolben treibt, also gewöhnlich Ende Juli und Anfang August, wird er wieder zur Grünfütterung gemäht. Eingesandt. Gießen. 31. Mai 1894. DieTnrnhalle desGroßherroglichen Gymnasiums dahier befindet sich in einem überaus vernachlässigten Zustande! Der Futz- boben ist stellenweise ganz entzwei und läßt bei jedem Schritt kleine Staubwolken aufsteigen. Wände und Decken sind überaus schmutzig. Die Geräthe sind zum Tdeil geradezu lebensgefährlich, wie z. L. die Kletterstangen und Streckschaukel. Auch lagert auf ihnen vielfach dicker Staub. Sollten sich diese geradezu unhaltbaren Zustände der Kenntniß Derjenigen entziehen, meld}en die Oberaufsicht und Unterhaltung der Turnhalle obliegt? Amtliche Prüfung Ser Lichtstärke -es Leuchtgase,. Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gasverbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Paraffinkerzen. Monat Mai 1894 : 13*/, Aerzen. Buchner. Temperatur der Lahn und der Luft nach Rrauamr gemefftn am 31. Mat, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 11*/., Luft 137-°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Der trauernde Gatte 4625 Für die vielen Beweise herzlicher Theil- nahme bei dem schweren Verluste meiner lieben Frau sage meinen innigsten Dank. 3MBT Der Gesammt-Auslage unserer heutigen Nummer liegt eine Extrabeilage der Lotterie-Agentur A. Dinkel- mann , Worms, bei, auf welche wir unsere Leser aufmerksam machen. 4617 4620 Courad Dietz ver 1. Juli zu vermiethen. 3027 Hochachtungsvoll Conrad Dietz 4508.60 400.— 140.— vermiethen. Seltersweg 56. 4609 4546] Eins. möbl. Zimmer zu vermiethen. Steinstratze IS, 3. 1422] Möblirte Zimmer zu vermiether mit und ohne Pension. Asterweg 2. 4613 Blattes erbeten. 4605 4626 4492 Wohnt ösasee R EZ3 l./VI. A. 7 11. Auf». Brm. 4582 Profeffor Pasch. 4610 Das Comit^ vermiethen. Schützenftraße 4s. i 4428 4561] Eine Ttnbe mit Küche zu vermiethen- H. Plank, Kaplansgasse 2. schlagt zu . . b. Maurerarbeit veranschlagt zu . c. Steinhauerarbeit veranschlagt zu Vermischte Anzeigen. Feichenfta« Dürr Der Kreistechniker Braun. 4623] Kleines Logis zu ve'miethen. T. Elsoffer, Marktstraße 27. 4^98] Kleine- Kamtlienlogis zu 4559] Eine geübte «chneiderin sucht Arbeit in und außer dem Hause. Nähere- bei Lo«iS Rothenberger, Neuenweg 22. 2. Ergänzungswahl des Vorstandes. Der Vorstand. H. Curschmann. 4570] Ei« Mädchen empfiehlt sich im Rnnoln tn und außer dem Hause. KZUjjvlll Bahnhofstraße 27, Hinterh. Parterre-Wohnung in schöner Lage; 6 Zimmer mit entsprechendem Zugebor, falls große Räume auch 5 Pivf**j* »7» gesucht. Offerten mit Proben unter A. M. 31 an die Exp. 4603 errichtet habe. Indem ich mein Unternehmen geneigtem Wohlwollen empfehle, zeichne Iiinladnng an alle Landwirthe. Sonntag den 3. Juni, Nachmittags 2 Uhr, indet in Berstadt bei Gastwirth Wolf die constituirende Hauptversammlung statt zum Zwecke der Gründung einer den Namen Aktien-Znekerfabrik Berstadt führenden Aktien- Gesellschaft. In dieser hochwichtigen Angelegenheit, welche so sehr das Interesse der Landwirthschaft betrifft, lverden alle Landwirthe reundlichst cingeladen. Tagesordnung: 1. Vorlage der Statuten, 2. Zeichnung der Actien, 3. Wahl des Vorstandes, 4. Wahl des Aufsichtsraths. Berstadt, den 23. Mai 1894. Hierdurch beehre ich mich mitzutheilen, dass ich am heutigen Tage, SMF* Schulstrasse 10 neben dem Stadtpostamt ein Mittwoch den 27. Juni, Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgertcht die der Wtttwe und Kinder de? Wilhelm Kill- «a«n in Gießen gehörige Hofraithe: Flur 1 Nr. 1108 — 69 qm bei der Kirche öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 31. Mai 189 r. werden Donnerstag den 7. Juni l. Js., Bormittags Uhr auf dem Büreau des Unterzeichneten in öffentlicher Versteigerung vergeben. Die Verdingungsunterlagen werden im Termin bekannt gegeben, können aber auch schon vorher eingesehen oder, gegen portofreie Einsendung von 1 Mk. 10 Pfg. von meinem Gehilfen Fiedler bezogen werden. Alsfeld, den 29. Mai 1894. 3102] Wcstaulage 17, Bel-Etage ver 1. Juli ds. Js. zu vermiethen. 3027) Wegzugshalber ist der 2. Stock Im Bügeln, ÄÄÄ 4608 Frau Klei«, Russischer Hof 23. Bekanntmachung. In das hiesige GenossenschaftS« register ist unter No. 29, landwirth- schaftlicher Consumverein Beuern I, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, zufolge Verfügung vom 24. Mai 1894 eingetragen worden: An Stelle des aus dem Vorstande ausgeschiedenen Wilhelm Ranft in Beuern wurde Johannes Otto II. in Beuern zum Rechner und Lagerhalter gewählt. Gießen, 24. Mai 1894. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. _________Gebhardt. 4612 Vergebung von Arahenbauarbeikn. Die nachstehenden, bei Erbauung der Kreisstraße Dannenrod-Schweinsberg vorkommenden Arbeiten als: a. Erdarbeiten, veran- Oberhessischer Obstbauvereiu. Die auf den 3. Juni anberaumte Hauptversammlung soll erst, falls der Ausschuß des Oberhessischen Obstbauvereins in seiner Sitzung vom 8. Juni d. I. dem Antrag des Vorstandes Zustimmung ertheilt, im August d. I. mit einer Sommerobst - Ausstellung in Friedberg abgehalten werden. Der Präsident: Die Geschäftsstelle: gez. Dr. Braden, Geh. Regierungsrath. Dr. von Peter. Montag den 4. Juni, Nachmittags 2 Uhr, wird Grünbergerstraße 37 das zum Nachlaß der Martin Müller II. Wwe. gehörige Mobiliar, als: Tische, Stühle, Sopha, Commode, Schrank, Spiegel, Bett, Weißzeug, Küchengeräthe re. versteigert. 4618 K- Hoffmann. litt Ullil Stahlbad rctzmder Luftkurort a. d Berastr. Billigste Kneipp'sche Kur. , Ä TT avstatß, für alle Krankheiten. Behandlung und Kurmittel genau nach Kneipps Vorschrift. Aerztl- Ratbaucb briefl. für JL 1.20. Brtefm. d. den Kurarzt Dr. RuderShausen. Prosp. grat d d. Besitzer Hetsel. [2763 Dickwurzpflanzen, ächte gelbe Oberndorfer und Ecken- dorfer Niesenwalze, zu haben 4614 Wieseckerweg 24. Zum iS. Juni | ein tüchtiges und braves Mädchen gegen hohen Lohn gesucht. Seltersweg 19. 76] In meinem Neubau, Steinstraße 11», nächst der Nordanlage, ist der zweite Stock mit 5 Zimmern und allen Bequemlich- ketten, per sofort zu vermiethen. U«de. 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