1894 Dienstag den 1. Mai Erstes Blatt Nr. 100 vitrtkliäbrigtr Amts- und Zlnzeigcblatt für den Kreis <ßiefjeit Hratisbeikage: Gießener Aamikienökätter. llmtiid?«* Theil. tritt. Sech. M vom 21.jIV. 20,/D 31.40 63.50 41- ro.M itttibtn 110380 51.7* a 142.# • rtw»Jr nN ■ 9i-, - 101' 125.60 .^'*1 » SO >3" I ,32.50 67.45 103.50 23.90 Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Sonn. 10 Uhr. 32N 63.N 66.28 103.« 23.7i 103.45 98.« 62.28 101.- s 102- fs.es «.w 99- 62.75 | 78.50 Die Gießener P.mirienvsLller werden dem Anzeiger «SchentUch dreimal beigelegt. 101.- 97.40 97." 10135 Äetretbeconcurrenz nicht mehr so groß wie jetzt sein wird. LS ist dies der natürliche Gang der Entwickelung, wie ja and) Deutschland noch vor wenig Jahren ein Getreide expor- ttrendes Land war und inzwischen ein importirendes geworden ist. Auf die Preisgestaltung muß dieser Umschwung einen bedeutenden Einfluß auSüben, er treibt die Preise in die y»irhe. Möglich ist es nun, daß inzwischen noch neue Getreide- ^2oductionsländer austauchen, indesien ist dies nicht sehr vrhrscheinlich, da man in Südamerika und in Australien mehr zur Viehzucht neigt und eS dort auch an Unternehmungs- geift, Capital und Arbeitskräften, sowie auch an Eisenbahnen zur Förderung deS Getreidebaues noch für Jahrzehnte hinaus ehlen wird. ■ Ter Gießener rrfcheint täglich, mit AuSnahmr des Montag». zu Steinheim. 2. Sitz derselben : „Steinheim". 3. Gegenstand des Unternehmens Entwässerung der Fluren V und VI der Gemarkung Steinheim. 4. Die von der Genossenschaft ausgehenden Bekanntmachungen werden unter der Bezeichnung: „Bruch. weg-Genossenschaft" zu Steinheim im Kreisblatt für den Kreis Gießen bekannt gemacht und vom Vor- fteher unterzeichnet. Gleichzeitig wird Tagfahrt zur Wahl des Ge- vosfcnschafts-Vorstands auf Donnerstag, den 24. Mai, Nachmittags 4 Uhr, in das Gemeindehaus zu Lteinheim anberaumt und zu derselben die Generalversammlung der Genossenschaft» - Mitglieder hierdurch einberufen. Gießen, den 28. April 1894. Grobherzogliche» Kreiramt Gießen. v. Gagern. Bnugkrlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 60 Psg. Redaction, (Frpfbitioir und Druckerei: -ch»sftr«ße Ur.7. Fernsprecher 51. Heber die Grenzen der amerikanischen (tzetreideconcurrenz. Da heutzutage nicht mehr die einheimische Ernte und der inländische Markt, sondern die Welkproduction und der Weltmarkt maßgebend für die Bildung der Getreidepreise geworden sind, so entsteht die Frage, ob das außerordentlich große, ja abnorm zu nennende amerikanische Getreideangebot nicht bald seine Grenzen in der eintretenden Beschränkung billiger Anbauflächen, in der Erhöhung der ProductionSkosten und in der Vermehrung der amerikanischen Bevölkerung finden wird. Wenn verschiedenen amerikanischen Urtheilen und Berichten Glauben zu schenken ist, so wären die Vereinigten Staaten von Nordamerika, also die wichtigsten Getreide- (<)icßcnct A «zeiget ~ General-Anzeiger. o. Fläche betrug 220 Millionen Acres, sodaß 18 Millionen zum Export übrig bleiben. Der jährlich versandte Tabak und die Baumwolle wird auf 13 Millionen Acres gewonnen, Alle Annoncen-Bureaux de» In- und An»laude» nchmra Anzeigen für den „Mießener Anzeiger- entgegen. ,, iodaß für Getreideausfuhr aller Art noch etwa 5 Millionen Acres verfügbar bleiben. Letzteres ist nicht der Rede werth, und so ergiebt auch diese Untersuchung, daß es mit der großen Concurrenz Amerikas in Getreide nicht mehr viel auf sich hat. Im Jahre 1900 würde also danach der Getreide - Export überhaupt zu Ende sein. Wir wollen indessen annehmen, daß durch beffere Bodenbearbeitung und sonstige Fortschritte auch der amerikanische Getreidebau dann noch einet Steigerung fähig ist, wenn der geschilderte Ausgleich srrttgefunden hat. Immerhin geht aber aus diesen Ausführungen hervor, daß in 5 bis 10 Jahren die amerikanische 1. Name der Genossenschaft: „Bruchweg-Genossenschaft" productionSländer überhaupt, nur noch 6 bi« 7 Jahre im Stande, bedeutend mehr Getreide über ihren eigenen Bedarf . zu erzeugen, alfo große Mengen zu exportiren. Die Regie- rungzu Washington hat eine Untersuchung über die zurErnährung - der dortigen Bevölkerung erforderlichen Ackerflächen angestellt- dieselbe ergab, daß pro Kopf und Jahr 1,1 Acre MaiS, 0,779 Heu, 0,445 Weizen, 0,412 Hafer, 0,134 Baumwolle, 0,134 Kartoffeln, Tabak, Roggen, Gerste und Buchweizen, zusammen also 2,973 Acres bestellt werden muffen. Von der letzten Ernte sind rund 68 Millionen Menschen zu ernähren, die sonach 202 Millionen Acres bedürfen. Die bestellte Bekanntmachung, betreffend Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschast für die Fluren V und VI der Gemarkung Steiuheim (II. Sache). Nachdem Großherzogliche» Ministerium de» Innern und der Justiz durch Verfügung vom 4. April 1894 zu Nr. M. I. 9439 dem Statut der rubricirten Wassergenossenschaft die Genehmigung ertheilt hat, wird in Gemäßheit des Art. 38 oes Gesetzes vom 30. Juli 1887 nachstehender Auszug aus demselben unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das Statut mit seiner Verkündigung in Kraft 5.20^ 38U.89 bahn- ul 1880i 1U.D. Ausland. Wie», 28. April. Der Falschspieler Lichtner wurde heute zu fünf Jahren Zuchthaus, 800 Gulden Geldstrafe und Stellung unter Polizeiaufsicht verurtheilt. Lichtner legt gegen daS Urtheil Berufung ein. Budapest, 28. April. Der Handelsvertrag von Rumänien gelangte in dritter Lesung im Abgeordneten- Hause zur Annahme. Pari», 27. April. Prozeß Henry. Bei demZeugen- verhör wurden zunächst die Personen vernommen, welche zur Verhaftung deS Angeklagten beigetragen hatten. Der Präsident rühmte besonders den Muth deS Polizeibeamten Poiffon. Sodann wurden zahlreiche Personen vernommen, die bei dem Attentat verwundet worden waren; mehrere derselben konnten nur mit Mühe gehen. Der Leiter des städtischen Laboratoriums tagte auS, daß die Explosion im Cafe Terminus größeren Schaden angerichtet haben würde, wenn der Deckel der Bombe besser geschlossen hätte. Hierauf wurden die Zeugen bei dem Attentat in der Rue des bons Enfants vernommen. Die weitere Verhandlung wurde aus morgen vertagt. Pari», 28. April. Die heutige Verhandlung in dem Processe gegen den Anarchisten Henry wurde um 12 Uhr Mittags unter starkem Zudrangc deS Publikums eröffnet. Die Vernehmung der Zeugen wurde fortgesetzt. Der Director des Laboratorium«, Girard, erklärte, Henry hätte die in der Rue des bons Eefants explodtrte Bombe nicht allein an- fettigen können. Henry versicherte dagegen, daß er der allein Schuldige sei. Nach der Vernehmung von Lehrern und Mitschülern Henrys, welche zu seinen Gunsten auüsagen, be- hauptet ein der Familie Henrys befreundeter Arzt, Henry sei wahnsinnig, wogegen Letzterer lebhaft protestirt. DaS Zeugenverhör ist damit beendigt. Paris, 28. April. Der Staatsanwalt beantragte in seinem Plaidoyer die Todesstrafe gegen Henry, der für feine Thai in vollem Maße verantwortlich sei. Henry entwickelte die Motive zu der That in einer halbstündigen aus dem Gedächtniß gesprochenen, wohlgefetzten Rede. Er fei in der bürgerlichen Moral erzogen, aber Anarchist geworden, na»- dem er eingesehen, daß die Gesellschaft auf Lug und Trug basirt fei. DaS Attentat gegen die Compagnie Carmaux habe er begangen, um die Freude der reichen Bourgeois über das Nachgeben der Arbeiter zu stören, nachdem der Strike dank dem Eingreifen der Socialisten mißlungen, und um den Arbeitern zu zeigen, daß die Anarchisten ihre wahren Freunde seien. Die Anarchisten sitzen nicht im Parlament wie die Socialisten, sondern gehen lieber aus die Guillotine. Das Attentat im TerminuS-Cass habe er begangen, um gegen die unmenschliche Repression zu proteftiren, welche auf die Attentate Vaillants folgte. Ebenso wie die Bourgeosie bie ganze anarchistische Partei für die That des einzelnen Vaillant verantwortlich gemacht, ebenso habe er die ersten besten Bourgeois, die er im Cas« gefunden, als Sühneopfer gewählt. Die Anarchisten, die die Gesellschaft durch den Tod bekämpfen, wiffen ihn zu erdulden. Nach mir werden andere Köpfe fallen, aber die Anarchie wird nicht sterben und Euch schließlich tödten. (Große Bewegung.) Die Jury berieth dreivtertel Stunden und bejahte alle Schuldftagen. Darauf sprach der Gerichts- Hof das Todesurtheil gegen Henry aus. Et nahm eS lächelnd hin und tief im Abgehen: Muth, Kameraden und hoch die Anarchie! Pari», 28. April. Wie sich jetzt hetauSgestellt hat, leider der in Marseille verhaftete Hauptmann von Seel au Verfolgungswahn. Der Polizeicommissar, welcher den Offizier in Haft nahm, erkannte auS den Reden desselben fofort, daß er einen Geistesgestörten vor sich habe. Die Behörden hielten eS für nöthig, von Seel noch unter ärztlicher Aufsicht zu lassen. Seine Freilassung dürfte aber unzweifelhaft fein. Paris, 28. April. Aus Befehl des Gouverneurs von Paris wurde gestern Abend die Garnison alarmirr. Heute früh wurde eine Truppenrevue abgehalten. Die Truppen hatten in der Nacht auf dem Plateau Sators campirt. Paris, 28. April. Die Polizei verhaftete gestern drei Anarchisten, wovon einer wiederum Ministerialbeamter sein soll. In St. Denis hielt die Polizei bei zwei Freunden des verhafteten Anarchisten Setard eine Haussuchung ab und entdeckte eine große Menge verbotener Schriften, Sprengstoffe und Bombentheile. Fericou erklärte dem Untersuchungsrichter, er leugne nicht, an der anarchistischen Propaganda rege theil- genommen zu haben. Pari», 28. April. Der verhaftete Anarchist Fericou gestand im Verhör beim Untersuchungsrichter, daß er zwischen den Londoner und Pariser Anarchisten den Vermittler gespielt habe. Mous, 28. April. Heute Morgen riß bei der Einfahrt in die Grube daS Seil des Fahrstuhles, in dem sich 16 Arbeiter befanden. 13 derselben wurden getö dtet, die übrigen schwer verwundet. Gent, 28. April. In der Tuchfabrik in Wetteren ist ein Generalstri ke auSgebrochen, nachdem der Besitzer dieser Fabrik die Löhne verkürzt hatte. Die Arbeiter verhalten sich ruhig und erklärten sich entschlossen, den Kampf so lange fortzusetzen, bis ihnen ihre Forderungen zugestandeu sein werden. Die Behörden haben heute eine Versammlung unter freiem Himmel untersagt. Die Zahl der Ausständigen beläuft sich auf 1000. Rom, 28. April. In Pavia platzte im Kasernenhofe des Genieregiments eine große Petarde. Verwundet wurde Niemand, aber das Gebäude arg beschädigt. In der Stadt entstand große Aufregung. New York, 28. April. Die Vereinigung der Beamten. br.lu.u ir bis IO Deutsches Reich. Berlin, 28. April. Die feierliche Einweihung deS neuen ReichStagSgebäudeS ist, wie bereits gemeldet, für den 18. October geplant, allerdings aber wird eS anderseits als unmöglich angesehen, daß die Regierung mit ihren Arbeiten für die neue ReichstagStagung bis zu diesem Zeitpunkt zum Abschluß gelangen kann. Es ist deshalb jetzt in Aussicht genommen, den Reichstag zur Einweihung zu berufen, ihn dann aber bis zur letzten Novemberwoche zu vertagen. Berlin, 28. April. Die Kaisermanöver werden diesmal durch große Cavallerie-Unternehmungen eingeleitet werden, wobei das Hauptaugenmerk auf Lösung besonderer strategischer Aufgaben gelegt werden wird. Wie verlautet, gedenkt der Kaiser biefe Hebungen persönlich zu leiten und zu gewissen Zeitpunkten den Befehl über die beiden Cavallerie- divisionen abwechselnd zu übernehmen. Berlin, 28. April. Wie die „Notdd. Allgem. Ztg." erfährt, ist gestern ein Verbot der Ausfuhr von Schafen und Schweinen vom hiesigen Centralviehhofe durch den Königlichen Polizeipräsidenten von Berlin ergangen. Der Grund hierfür dürfte in einer Anzahl seuchenverdächtiger Fälle zu suchen sein, welche Vorsichtsmaßregeln erforderten und zwar auch im Interesse des Viehexports über die deutsche Grenze. Berlin, 28. April. In der heutigen Sitzung des Herrenhauses wurden die einzelnen Etats in der Specialdebatte berathen und genehmigt. Ferner wurden die Etatsgesetze und schließlich der Etat nebst den dazu gehörigen Gesetzen im Ganzen genehmigt. Das HauS vertagte sich auf unbestimmte Zeit. Berlin, 28. April. Wie in unterrichteten Kreisen verlautet, ist die Reichsregierung nicht abgeneigt, in eine Ber- tängerung der Frist de« Handelsprovisoriums mit Spanien zu willigen, wenn ein derartiges Ersuchen von ©eiten der spanischen Regierung, welche große Schwierigkeiten im Senat zu überwinden hat, an sie ergehen sollte. Es würde sich bann aber auch um die letzte Verlängerung der Frist handeln. Berlin, 28. April. Die Huldigungsfahrt aus Thüringen zum Fürsten Bismarck in FriedrichSruh ist einem Beschlüsse des Erfurter Cornitss zufolge auf Freitag den 15. Mai in Aussicht genommen. Berlin, 28. April. Die Ausführung ber Entschließung des Kaisers, die Schack' sche Gallerte in München zu belassen, dürfte noch auf practische Schwierigkeiten stoßen, denn der Kaiser hat das HauS nicht mitgeerbt und daS Testament enthält die Bestimmung, daß die Gallerte nach Berlin, Weimar ober Gotha übergeführt werden soll. Wilbparkstation, 28. April. Die Kaiserin ist mit den Prinzen heute Nachmittag 4.55 Uhr hier eingetroffen, von dem zahlreich versammelten Publikum enthusiastisch begrüßt. Sie begab sich sofort nach dem Neuen Palais. Coburg, 28. April. Die Königin von England ist heute Abend 7 Uhr obgereift, von ber herzoglichen Familie zum Bahnhof geleitet, woselbst ein herzlicher Abschieb erfolgte. Die Prinzessin Heinrich von Battenberg reifte mit ber Königin. Frankfurt a. DL, 28. April. Nach bem „Ftnanzherold" soll beim neuen russischen Ministerium ber Lanbwirthschaft auch ein Lanbwirthschaftsrath aus Gutsbesitzern unb Pächtern fungtren. Geplant werben zwei Sessionen jährlich von sechs Wochen. Mb . 101.15 SUdn \ W.65 ÄS fr“ LZ-Z HM Lf* Dilur» toy- ZrgtnthÜR ’ytoohn 8uau* wa ihr« tot: c? dntdtllfc beßhalb aud) » lonangtbtnbtt wurden Grcbltacti» ?• Durch bir Aui- h (Mfi, unb k Ar bts Gfar Mi EmLhiqung bfl Mustrnmzrn wlQk« 1'.Her Ilirilk nebrigen Pitisw ab treß Eilrägniß ju r: rocrnl unb Bochuna 'Msmis btr I du Synbicatritilwi jroungen ist, moburi viedtr Dtrlorm gch, it bl( Mudlonfr En sich gleicht Jfltorbndmbflufrt a- taum bttinlrichtigt e CWafotn du zu Uldjiungtiiuiai ttotnntn amiähmü ttmaß netytlM, ittfatMnt ta laÄbmvvnvvchvk PrvM wltbn teilt 6hM sa batz ft . 5215 5.,.. I } IlOi' »WL . \ 49.05 1102.35)10 5* ■ ,03.- 1(S*’ I AllM • L* s40 158.25 B 106.50 I [jurlinflW 88 30 der amerikanischen Eisenbahnen hat ihren Mitgliedern aufgegeben, sich dem Bahnarbeiterstri k'e anzuschließen. Athen, 28. April. Bet dem gestern Abend stattgehabten Erdbeben sind abermals zahlreiche Unglücksfälle vorgekommen. Die Zahl der getödteten und verwundeten Personen ist noch nicht bekannt, jedoch soll dieselbe sehr bedeutend sein. Außerdem sind viele Häuser eingestürzt, andere zeigen bedenkliche Riffe. Unter den beschädigten Gebäuden befindet sich das königliche Palais, das Hadrianthor, das Denkmal des PhiloPapuS und die Akropolis. In Theben fließt aus den durch das Erdbeben entstandenen Erdspalten heißes Waffer mit heißem Sand vermischt. Das Dorf Kastri ist durch die Erdrevolution vollständig zerstört worden. Nerreste Nachrichten. Depeschen deS Bureau .Herold". Lattich, 29. April. Gestern Abend um 9^Uhr eplo- dirte an der EingangSthür der Kirche Saint Jacques eine Bombe, welche auf einen Haufen Steine gelegt war. Mehrere Fensterscheiben der Kirche und der benachbarten Häuser wurden zertrümmert- Personen sind nicht verletzt worden. Petersburg, 29. April. Anläßlich des Auftretens der Cholera in den österreichischen an Podolten angrenzenden Gegenden verfügte der Minister des Innern die Eröffnung von Sanitätsstationen in Jffakowzy, Gusjatin, Gakow und Saianow. Berlin, 30. April. Der Kaiser ernannte den Director des preußischen Staatsarchivs, v. Sybel, anläßlich seines 50jährigen Profefforenjubiläums zum Wirklichen Geheimen Rath mit dem Prädicat Excellenz. totales iinö prot>itt$lelles# Hießen, den 30. April 1894. ** Audienzen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am 28. April u. A. den Rentner Heß von Gießen, den Rentner Jacob Worret von Worms und den Director Kübel von Mainz, als Vorstände für die verschiedenen Gewerbeveretne im Großherzogthum. — Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin empfingen um 113/< Uhr die Freifrau von Nordeck zur Rabenau. ** Diez-Feier. — Theater-Verein. Am 15. März waren hundert Jahre verstrichen, seit Friedrich Diez, der Begründer der romanischen Philologie, in unserer Stadt das Licht der Welt erblickte. Bonn, in welchem Gießens großer Sohn einen namhaften Theil seines arbeite« und srtaffensreichen Lebens vollbrachte (er starb dort am 29. Mai 1876) beging am 15. März die hundertste Wiederkehr dieses für die Wissenschaft so bedeutsamen Tages durch eine große Feier. Gießen, durch den Schluß der Universität behin- brrt, mußte sich damit begnügen, das Geburtshaus festlich zu schmücken und durch seine Journalistik auf die Bedeutung des Tages hinzuwetsen. Es ist nicht unsere Absicht, an dieser Stelle noch einmal die Verdienste dieses Gelehrten um die Wiffenschaft zu schildern, hervorheben wollen wir nur, daß dieser echt deutsche Geistesheld nerdlos von den romanischen Stämmen, seien es Spanier, Italiener oder sogar Franzosen, als Autorität auf dem Gebiete ihrer reichen Literatur, ihrer eigenen Sprache anerkannt wird. Den Manen eines solchen Mannes eine würdige und zugleich alle Kreise interessirende Gedenkfeier zu veranstalten, haben sich Universität und Theaterverein zusammengelhan, dem sich die Stadt- behörden anschlossen. Am Samstag den 5. Mai wird nach dem Vortrage eines auf den Zweck des Tages bezüglichen Prologes, gedichtet von einem Mitgliede der Diez'schenFamilie, Herrn RudolfPresber aus Frankfurt, eine Theateraufführung stattfinden. Die Ausführung hat das Casseler Hoftheater, das wiederholt mit größtem Beifall hier auftrat, übernommen. Selbstverständlich ist das Werk eines romanischen Dichters in Aussicht genommen und, da eine, wenn auch nachträgliche, Geburtstagsfeier unbedingt eine freudige ist, ein Lustspiel. Die Wahl fiel auf das bedeutendste Werk des Spaniers Augustin Moreto y Cabana, geb. 1618 zu Madrid, gest. 1668 zu Toledo. Der Titel des Lustspiels wurde von dem Dichter ursprünglich mit El deaden con el desden (Sprödigkeit gegen Sprödigkeit) bezeichnet- in Deutschland ist er allgemein als Donna Diana oder Stolz und Liebe bekannt. Das Werk, welches allgemein in der vorzüglichen Uebersetzung von C. A. West zur Aufführung gelangt, ist jahrelang die Zierde der deutschen Bühnen gewesen und heute noch auf dem Repertoir leistungsfähiger Theater. Wir kommen auf die Bedeutung dieses gewählten Stückes in einem besonderen Artikel zurück, bemerken heute nur noch, daß Nichtabonnenten des Theater-VereinS zu empfehlen ist, sich baldigst bei Herrn Challier Plätze zu sichern, da eine verhältnißmäßig kleine Anzahl nur zu vergeben ist und der Andrang ein großer sein wird. ** Mufikprüsung. Im Saale des Hotel Einhorn hatten sich gestern Nachmittag die Schüler und Schülerinnen der Clavierlehrerin Fräulein Minna Körner versammelt, um vor ihren Angehörigen Zeugniß abzulegen, waS sie im ver- floffenen Winter gelernt. Daß sie gelernt und begriffen haben, konnte man so recht beobachten und zwar nicht allein an den älteren, sondern auch bis zu den jüngsten herunter. Es war eine wahre Lust, zu hören, wie Jedes wetteiferte, sein Theil zum Gelingen beizutragen. Neben einfachen Claviervorträgen bot das reichliche Programm Piecen zu 4 Hand, Vorträge von Liedern mit Clavlerbegleitung, sowie Clavier und Violine. Alles wurde recht brav gespielt. Das Gebotene zeigte so recht, daß Frl. Körner es aus dem Grunde versteht, ihren Schülern gerecht zu werden und dieselben nicht allein in die Technik des Clavierspielens ein- zuweihen, sondern ihnen auch das nöthige Verständniß hierfür beizubringen. Möge eS ihr auch für die Folge immer mehr gelingen, so weiterzuarbeiten, der Dank der Eltern ihrer Schüler wird ihr alsdann nicht fehlen. ♦* In der am Samstag Abend stattgehabten ordentlichen Generalversammlung des Kaufmännischen Vereins Gieße« legte der Vorstand den Rechenschafts- und Kaffenbericht über das abgelaufene Vereinsjahr vor, welch letzterer einer Prü- fungs Commission, bestehend aus den Herren H a s s e und K ö s e r überwiesen wurde. Punkt 3 der Tagesordnung, Statutenänderung, wurde von der Tagesordnung abgesetzt und einer Commission, bestehend aus den Herren Köser, Vaubel, W. Wagne^r, Wetter und Wiegelmann überwiesen,die in Verbindung mit dem Vorstand die neuen Statuten auszu- Qxbelten und einer zweiten Generalversammlung vorzulegen hat. Dieselben Herren bilden zugleich einen Ausschuß für die Kaufmännische Fachschule und das Lehrlingsheim. In den Vorstand wurden mit großer Majorität, theilweise fast einstimmig, wieder gewählt die Herren C. Hrbig (Vorsitzender), O. Meyer (Stellvertreter), K. Ob er müller (Schriftführer), Gg. Böhm (Kassirer) und neu A. Rayko wsky (Bibliothekar). Den Aufnahme-Ausschuß bilden die Herren Ehr mann, Mootz, Vaubel, W. Wagner und Wiegel - mann. Der Voranschlag für 1894/95 wurde nach längerer Debatte in Gemäßheit des Vorschlages des Vorstandes genehmigt. *• In den Räumen des Lenz'schen Felsenkeller hielt der Marine-Verein am Samstag Abend sein zweites Stiftungsfest ab, welches den herrlichsten Verlauf nahm. Der Vorsitzende, Herr Kaiser, hielt zunächst eine Ansprache, in welcher derselbe in kurzen Zügen das Vereinsleben schilderte, die deutsche Seemacht in ihrer heutigen Bedeutung beleuchtete und schließlich ein brausendes Hoch auf Se. Majestät den deutschen Kaiser ausbrachte. Von Seiten des Veteranenvereins, welcher in stattlicher Mitgliederzahl erschienen war, sprach Herr Schwan in warmen Worten den Dank für die Einladung aus und toastete auf den Marine-Verein. Musikpiöcen, abwechselnd mit humoristischen Vorträgen, wurden nunmehr in vortrefflicher Weise aufgesührt und gebührt den Herren Geilfuß, Krämer, Seeger und Hüttenberger vollste Anerkennung. Im weiteren Verlauf des Abends wurde auf Se. Königliche Hoheit den Großherzog ein Hoch, auf Se. Königliche Hoheit den Prinzen Heinrich von Preußen ein dreifaches „Hurrah" ausgebracht. In frohester Weise hielten die Thellnehmer und Theilnehmerinnen bei dem nun folgenden Tanzvergnügen aus bis zur frühen Morgenstunde. ** Bezirkstag der Kriegerkameradschaft Hasfia, Bezirk Gieße«. Die Bezirksversammlung wurde gestern Nachmittag 2Vr Uhr vom 1. Bezirksvorsitzenden Herrn Mayer eröffnet. Derselbe berührte nach Begrüßung der Vertreter der verschiedenen Vereine zunächst das frohe Ereignlß der Vermählungsfeier unseres allverehrten Großherzogs. Gleichzeitig erwähnte Herr Mayer das Ergebniß der sehr regen Sammlung der Kriegervereine zum Hochzeitsgeschenk. Hierauf wurde in die Tagesordnung übergegangen. Besonders erwähnt sei hierbei die Verlesung eines Schreibens der oberen Bergbehörde an das Präsidium der Kriegerkameradschaft „Hassia", laut welchem der Vorstand der Knappschaftskaffe des Gießener Braunsteinbergwerks dahin verständigt wurde, daß die von dem Kriegerverein Hassia an Mitglieder der vorerwähnten Kaffe verabreichten Unterstützungen nicht an dem von der Knappschaftskasse zu gewährenden Krankengeld in Abzug zu bringen seien, da die Angehörigkeit zu einem Kriegerverein an sich nicht als Versicherungsverhältniß im Sinne des § 26a des Krankenversicherungs - Gesetzes betrachtet werden könne. Die Knappschaftskasse hatte sich nun damit entschuldigt, daß dieselbe seither im guten Glauben gehandelt, und daß übrigens die dem Kriegerverein angehörigen Kassenmitglieder die Bezüge, welche ihnen aus der Kriegervereinskaffe gewährt wurden, aus eigenem Antrieb bei dem Vorstand der Knappschaftskaffe angemeldet haben. Hierzu wurde von einem Mitgliede der Bezirksversammlung die Bemerkung gemacht, daß diese Leute zu diesen Anmeldungen ausdrücklich verpflichtet sind, was früher nicht der Fall war. Die Bezirksversammlung stattete ihrem Vorsitzenden für die große Mühe bei Vertretung dieser Vereinsintereffen einstimmig ihren Dank ab. Das nächste Bezirksfest soll im Juni in Lollar stattfinden und mit der Feier des fünfzigjährigen Bestehens des dortigen Kriegervereins verbunden werden. Die Vorstandsneuwahl ergab wieder das alte Resultat, nämlich Herr Mayer-Gießen, 1. Vorsitzender- Herr Leicht-Watzenborn-Steinberg, 2. Vorsitzender- Herr Volckmann-Heuchelheim, Beisitzer und Herr Keller-Gießen, Schriftführer. Mit einem Hoch auf den obersten Kriegsherrn fanden die Verhandlungen des Bezirkstages ihren Abschluß. ** Schlägerei. Bei einer gestern stattgehabten öffentlichen Tanzmusik in der Frankfurterstraße entwickelte sich eine Kellerei, welche sich auf der Straße dis zum Seltersthor fortsetzte und wobei auch Frauen blutige Köpfe davontrugen. — Gestern Abend geriethen ein Heizer und ein Schaffner in der Bahnhofstraße in Wortwechsel, wobei der eine seinem Widersacher mit der Coupirzange auf den Kopf schlug und verletzte. — Anzeige wurde erhoben. •* Der Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke hatte im Juni v. I. einen Preis ausgeschrieben für die beste Arbeit über die Frage: „Was kann die Schule und besonders der Lehrer zur Förderung der Mäßigkeitssache thun? Es sind daraufhin 112 Arbeiten eingegangen. Der Preis, der 300 Mk. beträgt, ist dem Lehrer Heinrich Dr o st e in Meschede zugefallen - derselbe erhält außerdem den von der Mäßigkeits-Commission des westfälischen Städtetages für die beste westfälische Arbeit gestifteten Nebenpreis von 100 Mk. Von Ertheilung zweiter Preise und ehrender Hervorhebung anderer Abhandlungen mußte wegen der großen Zahl der habet in Frage kommenden vortrefflichen Leistungen leider abgesehen werden. Die preisgekrönte Arbeit wird vom Verein veröffentlicht werden. Schlitz, 29. April. Se. Majestät der Kaiser wohnte heute Vormittag mit Allerhöchstseinem Gefolge dem Gottesdienste bei. H Au8 dem Horloffthale, 27. April. Herr Bürgermeister Schmidt von Reichelsheim ist in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstage (25./26. er.) gestorben und wurde heute unter großer Betheiligung von nah und fern beerdigt. Der Verstorbene war ein angesehener, biederer Mann, desien Verlust allgemein bedauert wird. — Man hat in unserem Thale mit der Grünfütterung: Futterroggen, Wiesengras, Luzerneklee, begonnen. Da das Futter sehr weich und zart ist, wird es vom Vieh, welches ein derartiges Futtermittel viele Monate lang entbehrte, ohnehin sehr gierig aufgenommen, wodurch leicht Aufblähen (Trommelsucht) herbei geführt wird. Daß dieses das Zerplatzen des Magens, also den Verlust des Thieres nach sich ziehen kann, weiß jeder Landwirth. Um das Aufblähen zu verhindern, mischt man das Grünfutter mit Futterstroh, wodurch man auch mit dem Grünzeug weiter reicht. — Obgleich die abgelaufene letzte Aprilwoche sehr warm war, wollen sich doch keine Maikäfer zeigen, ein Beweis dafür, daß wir kein Flugjahr haben werden. Dagegen wimmelt es in dem Erdboden von Enger- lin.en. Gestern ließ der Schreiber dieser Zeilen einen Acker pflügen, welcher mit Rangen (Dickwurzeln) besetzt werden soll. In jeder Ackerfurche kamen 30 bis 40 der gefräßigen, scheußlichen Engerlinglarven zum Vorschein, welche gesammelt und vernichtet wurden. Verschiedene Nachbarn und Bekannte deS Einsenders haben ähnliche Ersahrungen gemacht, und laffen nun hinter dem Pfluge Personen hergehen, welche die Jn- secten aufsammeln. Wir rachen dringend zum Vertilgen der Engerlinge, denn dadurch wird der Maikäferplage am sichersten entgegengearbeitet. Welchen Schaden das widerwärtige Gewürm anzurichten vermag, haben wir in dem Mißjahre 1893 sehr bitter empfinden müssen. Es wurden ganze Dickwurzel- und Kartoffeläcker, die zum zweitenrnale gesetzt werden mußten, leer gefreffen, so daß viele Bauern von zwei Aussaaten nichts ernteten. Die Vernichtung der Engerlinge rentirt sich also in jeder Beziehung. — Unsere Imker haben, obgleich wir noch im April sind, bereits schöne Resultate zu vermelden, indem Manche schon dieser Tage schöne Schwärme erzielten. Das hat man auch nicht alle Jahre zu beobachten die Gelegenheit. — Ein kräftiger Strichregen brachte heute Nacht den nach Feuchtigkeit verlangenden Gewächsen ziemliche Erquickung, es herrscht ein Wachswetter, wie man sich es nicht besser wünschen kann. △ Mainz, 29. April. Wie bestimmt verlautet, wird der Gxoßherzog mit seiner jungen Gemahlin gegen Mitte des nächsten Monats hierher kommen und für einige Tage in dem hiesigen Palais seine Residenz aufschlagen. Seitens der städtischen Verwaltung sind größere Empfangsfeierlichkeiten in Aussicht genommen und erwartet man nur noch nähere Mittheilungen von Darmstadt, um sich über die Art des Empfangs schlüssig zu machen. — Die Neuwahl eines besoldeten städtischen Beigeordneten an Stelle des zum Bürgermeister avancirten Dr. Gaßner beschäftigt eben die maßgebenden Kreise unserer Stadtverordnetenversammlung. Nach den bei der Bürgermeisterwahl gemachten Erfahrungen ist man von der Idee, die Stelle öffentlich auszuschreiben, vollständig abgekommen, wogegen sich unter der Hand die Zahl der Candidaten täglich vergrößert. Die größte Chance scheint indeß nach wie vor der Amtmann Braun von dem hiesigen Kreisamt zu haben, der schon ganz zu Anfang als Candidat genannt wurde und welcher auch im vollen Maße die zur nicht so leichten Stellung als ersten Bürgermeistereibeigeordneten erforderlichen Eigenschaften besitzt. △ Mainz, 29. April. Samstag vor Pfingsten, den 12. Mai, wird der Kölner Männergesangverein auf seiner Reise nach Zürich hier eintreffen und am Abend in dem Concerthaus der Liedertafel zum Besten des Orgelfonds der Mainzer Liedertafel unter Mitwirkung des Fräuleins Charlotte Huhn, der vortrefflichen Altistin und des Concertmeisters Emil Bars ein Soncert veranstalten, zu welchem ein hochinteressantes Programm ausgestellt ist. ______ Vermischtes. ♦ Siege», 27. April. Die Wiederaufnahme des Prozesses gegen den Vorstand des Siegener Bankvereins mußte auf unbestimmte Zeit vertagt werden, da der Erste Staatsanwalt Sprengler in Arnsberg, der bie Anklage erhoben hat, krank darniederliegt. * Als großmulhiger Geschenkgeber zeigte sich dieser Tage ein Einwohner in Straßburg l. E. Derselbe erhielt eine Geldzahlung mittels Postanweisung, unterschrieb dieselbe und sagte dann zu dem Briefträger: „Ich verzichte auf den «Betrag und schenke Ihnen die ganze Summe!" Der Brief- träger dankte verbindlichst und zog mit der Summe ab. Dieselbe drückte seine Tasche jedoch nicht allzu sehr, denn sie bestand aus — einem Pfennig! Die Steuerbehörde hatte nämlich an den Herrn 26 Pfennige zu zahlen, wovon sie 20 Pfennige für die Postanweisung und 5 Pfennige Bestellgeld abzog- blieb also genau 1 Pfennig. * Bremerhaven, 28. April. Der frühere Bankbuchhalter Georg Krüger, welcher feiner Zeit wegen Unterschlagung von 10 000 Mk. aus Berlin geflüchtet ist und steckbrieflich verfolgt wurde, ist auf einem englischen Dampier, wo er als Schiffsjunge angestellt war, in Hast genommen worden. Bei der Festnahme Krügers fand man noch 7000 Mk. bet ihm vor. * Hummern im Ueberrock. Die „Wiener Deutsche Ztg. erzählt: Frau F. ist gar nicht so, wie man sonst die Schwiegermütter an die Wand matt, sondern verständig und gutmüthig. Nur hat sie eine kleine Elgenthürnlichkeit: sie „mogelt" gern, und zwar auf Kosten ihres reicheren Schwiegersohnes, des Kaufmanns Z. zu Gunsten ihres weniger wohlhabenden Schwiegersohnes, des Beamten Herrn W. Vorigen Sonntag — die beiden Schwiegersöhne saßen in Herrn Z s Salon und plauderten — kam eine Sendung exquisiter Büchsen- verlautet, toirt ’n Gemahlii ommtn und ffli idenz auslchlageu. öhere EwplangS- Bartet man nur im fich über die - Die Neuwahl Stelle bti jutn ^ästigt eben die ttn T^vMtzen ch au6^d|tdbai, >r der Hand die )ie größte Chance Braun von dem 11 zu Anlang alt tm vollen Maß! i Bürgermeisterei' tfitzt- . >r Pfingsten, W verein auf W o Abend in ö OrgelMder Meins CharlB ,g Conccrtmeister< ' zu welche« ti! lvohn^ ’ ** Totles. Hk» * ** u teuft, 'M Siefen. 1" »Hurt a “»'S Sutter. *») Snbii Ufo «8 jftn n> teil* mg 1 N mit bnn gelaufene lebte m Maikäfer ^ugjahr haben 'en von Enger« lien einen Acker N werden soll. iWgrn, schenß. gefammelt und ld Bekannte der acht, und laßen welche die > m Vertilgen r Maikäferplage wden das tvider» n wir In dem i. Es wurden m zweitenwale 3 viele Bauern iernichtnog der mg. — Unltre , bereits schöne n dieser Tage auch nicht aUt rostiger Strich- eit verlangenden in Wachswetter, \foaW . \»»« M 1”8‘ Ibe -M -i.d dicklb- yt Der »rrei der Summe kehr, denn j rueib'^11' 1 «Pfennig' W“ -”5Ä r«.*ü ä% । Hummer an de» Kaufmann, und die brave Schwiegermama machte sich daran, das Poftklstchen im Borzimmer auszupacken. AlS sie die schönen Blechbüchsen mit den schönen Leckerbissen so vor sich sah, erwachte plötzlich ihre schwiegernrürrerliche Liebe zu dem minderbemittelten Beamtenschwiegersohn und sie lieh rasch zwei von den Buchsen in die Tasche des UeberrockeS gleiten, den der Beamte im Borzimmer ausgehängt hatte. Aber ,ba8 Unglück schreitet schnell". Gleich daraus kam der kaufmännische Schw'egersohn in sichtlicher Eile heraus — er mußte nämlich seine Frühschoppengesellschaft in einer nahen Weinstube aufsuchen. Ohne erst genau zu untersuchen, zog er in der Hast den Ueberrock seines Schwagers an und entfernte sich rasch. In der Weinstube war'S sehr lustig. Einer der Frühschoppenkumpane entdeckte in der I Tatche des Herrn Z.S die Büchsen, zog sie heimlich heraus, | ließ sie vom Kellner öffnen und serviren und spielte mit komischer Würde die Rolle eines Gastgebers. Natürlich gab's großes Bravo! und Halloh! und Herr Z., der nicht ahnte, daß eS seine eigenen Hummern seien, spendirte groß- U üthig einige Flaschen Rheinwein dazu. AtS die letzte Hummerscheere verschwunden war, trat plötzlich Schwager W. ein, eilte auf Herrn Z. zu und sagte: „Lieber Schwager, Du hast aus Versehen meinen. Ueberrock angezogen, ich komme um die Röcke umzutauschen!" Natürlich war das Anlaß für eint Sintfluth von schlechten Witzen, und Herr W. wurde freundlichst eingeladen, ein GlaS mitzutrivken. Aber er hatte große Eile. Seine Schwiegermama hatte ihm ja beim Fort» gehen aus der Z schen Wohnung rasch mitgetheilt, daß sie ihm zwei Büchsen Hummern in den Ueberrock practicirt habe und gleichzeitig die Entdeckung von der Verwechslung der Röcke gemacht. Darum hatte er solche Eile. Kaum war er auf der Straße angelangt, als er krampfhaft in allen Taschen zu suchen begann. Nichts! Jetzt wußte er wirklich nicht, was er aus dem sonderbaren Benehmen seiner Schwiegermama machen sollte. Wollte sie ihn etwa foppen ? Das mußte er sich doch nicht gefallen laffen. Er fühlte etwas wie Groll in sich aussteigen. Und als die gute Schwiegermama gar Nachmittags kam und ihn mit verschmitzter Miene fragte: wie ihm die Hummern geschmeckt hätten, da war für ihn kein Zweifel mehr, daß er zum Besten gehalten fei; er wurde zuerst wüthend, dann grob, so daß die Schwieger- mama endlich weinend und beleidigt fortlief. Zu Hause zerbrach sie sich den Kopf, konnte aber bis pfct die Lösung des RäthselS nicht finden. Zwar hat sie, vorsichtig tappend, bet ihrem zweiten Schwiegersohn, Herrn Z., die Fühlhörner auSgestreckt, aber ohne Erfolg. DaS» unschuldige Lamm weiß ja selbst nichts von den Hummern, denn diejenigen, die er in der Weinstube gegessen, hatte ja der Freund spendirt! Sch i sfs nach richten. Hamburg, 27. April. Der Hamburger Doppelschrauben- Schnelldampser „Augusta Victoria", Capttän Kaernpff, der Hamburg- Amerikanischen Packelfahrt-Aclien-Gesellschast, welcher am 20. April von Southampton abgegangen, ist am 27. April, 4 Uhr Nachmittage, wohlbehalten in Newvork angekommen. Reisedauer von Hamburg dtS Newyork 8 Tage 7 Stunden 10 Mtn., Oceansahrt von Southampion 7 rage 5 Stunden 45 501 In., von QueenStown au8 gerechnet 6 Tage 14 Stunden 45 Mtn. , m Hamburg, 28. April Da« Hamburg-Newyorker Postdampf- tchtff JScanbia“, Kapitän Winkler, von der Hamburg-Amertkaniicden Packetfahrt-Actien-Gefellschaft, ist am 27. April, 8 Uhr Abends, wohlbehalten in Newyork angekommen. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 28. April. sPer ttansallanttschen Telegraph.] Der Postdampser Amerika, Capt. W. Kuhlmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 12. April von Bremen abgegangen war. ist gestern, 1 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Baltimore angekommen. Verehr, Land- und VoUsrvirthschast. GrLnverg, 28 April. Fruchtpreiie. ©eben X 1468, Korn X 14.00, Gerste X 14.38, Hafer X 15,60, Ei bien X 20,60 Linien 00.00. Wicken X 00,00, Lein X 00.00, Kartoffeln .*3 62 Samen X 00,00. Technische Fortschritte. — «entfler Schaufenster • Ätelamt - Automat. Da« Originellste in Dem Bestreben, da» Schautenster so zu gestalten, daß e4 die Blicke der Vorübergehenden auf sich lenkt, ist der von H. Th. Richter conftrulrte Schaufenster-Reclame-Aulornat. Derselbe besteht au6 einem schwarzen Kästchen, datz etwa 55 Zentimeter hoch, 35 Zentimeter breit und 27 Centtmeter tief ist. Aus der Vorderseite, unter der lieberIdjrifi: Die solideste Einkaufsquelle von ... ., steht man einen Ausschnitt, in welchem eine fortwährend wechselnde Inschrift zu lesen ist. ES bewegt sich nämlich ein breiter endloser Streifen mit dem Verzeichnisse der in Dem betreff en ben Geschäfte geführten Artikel langsam von unten nach oben und erregt dadurch unwillkürlich die Aufmerksamkeit deS Publikums. Die untere Hälfte de« Kästchen« enthält einen Raum zur Anbringung eines Spiegels, ober eine« wirksamen Bilde«, einer Photographie rc. Der Preitz diese« Automaten beträgt 32 Mk., wobei 24 farbige, bewegliche und mit Inschriften versehene Karten inbegriffen sind. Uebrigen« läßt fich ja, wie Ackermann« ,Jll. W. Gew.-Zig/ bemerkt, diese Vorrichtung in der mannigfaltigsten Weise variiren, und ein geschickter Mechaniker vermag hier in verhältnißmäßig billiger Weise zu den überaschendsten Reclame-Aulomaten zu verhelfen. L. Zig. — Bindfaden aus Papier. Nach einem amerikanischen Patent wird festes Papier in geeignete Streifen geschnitten und mit einer Lösung von Wachs. Talg, Paraffin u. s. w. getränkt, die es wasserdicht macht. Die ©helfen werden dann durch spiralförmiges Wickeln, Legen in Röhrenform und Umbiegen der Ränder zufammen- gedreht. Der so erhaltene Bindfaden wird noch einmal Durch die obige Lösung gezogen und erhält zwischen Walzen die letzte Appretur. Um besonders feste derartige Fäden herzustellen, flieht man den Papierstreifen eine Seele aus Hanf ober umspinnt die fertigen Fäden mit einem derartigen Stoff. L. T. — Herstellung von Ange« (künstlichen Quadern) im Aiagadenpntz. Zur leichten Herstellung solcher Fugen, welche der hacabe das Aussehen von großen Quadern geben soll, also die Häuser wesentlich verschönert, bebient man sich nach dem Patente 65966, eines neu erfundenen Hobels, welcher an eine Führung «leitend die ganze Fuge au« dem Mörtel herausschneidet und zugleich bie Schnittflächen glättet. M. N. Citeratur und Aunst. — Die EleetricitLt im Dienste der Menschheit. Eine populäre Darstellung Der magnetischen und eleclrifchen Naturkräfte und ihrer piacttschen Anwendungen. Nach dem gegenwärtigen Standpunkte der Wissenschaft bearbeitet von Dr. A. Ritter v. Urbanitzky. Mit circa 1000 Abbildungen Zweite vollständig neu bearbeitete Auflage in 25 Lieferungen fc 50 Pf. Bisher 15 Lieferungen auSge- geben. In den vorliegenden Lieferungen (11 bi& 15) wird zunächst die Beschreibung der Dynamomaschinen »um Abschluffe gebracht und hieran reihen fich bann die galvanischen Elemente und Thermosäulen. Hierbei sind auch die Trockenelemente berücksichtigt, denen man in neuerer Zeit gi öftere Aufmerksamkeit schenkt und hat die Thermo- säule von Gülcher Aufnahme gefunden. Die zweite Abthetlung de« zweiten Hauptabschnittes beschäftigt sich mit der Umwandlung und Leitung des Stromes und schließt die Schilderung der Hccumulatoren, ihrer Aufstellung und Behandlung, sowie jene der Transformatoren und auch der verfchiedenen gegenwärtig in Anwendung stehenden Leitersysteme in fich. Hierauf folgt in der dritten Abtheilung zunächst die Beschreibung der Leitungen, welche in zwei Capiteln, oberirdische und unterirdische Leitungen, ausführlich behandelt werden. Wir erwähnen hiervon die Leitungssäulen, Mauerträger, Dachständer, Isolatoren, Drahtbünde, die verschiedenen Vorkehrungen zur Bekämpfung deS Singen« der Drähte und der Jnductionswirkungen, ferner die verschiedenen Jnstallation-arten im Innern der Gebäude, die Erzeugung isolirter Drähte und Kabeln, die Herstellung der Kabelleitungen für Stark- und Schwachströme rc. Unter dem Titel Nebenapparate sind die Meß- und Controlapparate der Electricftäts- wetke, die VerbrauchSmeffer bei den Abnehmern, die Schaltapparate und bie Sicherungen der Leitungen gegen zu starke Ströme und gegen Blitz beschrieben. Hiermit ist der zweite Hauptabschnitt, die Erzeugung und Leitung der Ströme, zum Abschlüsse gebracht. Im 15. Hefte ist der dritte und letzte Hauptabschnitt, die practischen Anwendungen der electrischen Ströme, mit der ersten, dem elektrischen Lichte gewidmeten Abtheilung begonnen. LpirLpUul -er vereinigte« Zra»kf«rter riaötttze«ter OHmlMi«. Dientztag den 1. M-i Aldo. Mittwoch den 2. Mai: FÜck und Flock. Donnerstag den 3. Mai: Die Medici. Freita« den 4. Mai: Wintermärchen. SamStag de« 5. Mai: Hänsel und Gretel. Fortunio« Lied. Sonntag den 6. Mai: Die Medici. Montag den 7. Mai geschloffen. Dienstag den 8. Mai: Die Jüdin. Schauspielhaus. DimStag den l.Mai: Böse Zungen. Mittwoch den 2. Mai: Der Herr Senator. Donnerstag den 3. Mai. Eharley« Tante. Millionär a. D. Freitag den 4 Mai: Niobe. Vorder: Geschwister. SamStag den 5. Mai: Heinrich IV. Sonntag dtu 6. Mai: Krieg im Frieden. Montag den 7. Mai: Vergangenheit. FortunioS Lied. Amtliche Prüfung der Lichtstarke des Leuchtgases. Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gasverbrauch 13 bis 15 deutsche VercinS-Paraffinkerzen. Monat April 1894 : 13l/z Kerzen. Buchner. Ga. 5000 Stück seidene Bastkleider Mk. 14.80 per Stoff zur completen Robe und bessere Qualitäten — sowie schwarze, weiße und fardtge Seidenstoffe von 75 Pf. bi« Mk. 18.65 p. Mtr. — glatt, gestreift farriert, gemustert, Damaste rc. (ca. 240 versch. Qual, und 2tOU verschiedenen Farben, Dessin« k.) mMT Porto, und steuerfrei in« Haus'. I Katalog und Muster umgehend. 122 6. Hennebergs Seiden-Fabrik (k- k. hoa.), Zürich. — Empfehlenswerte Bücher für die Hansbibliothek. — Meyers Kleiner Hand-Atlas. Mit 100 KxrtenbUUern und 9 Toxi beließen. 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Rittersaal der Burg: 2 Uhr ; 51/2 Uhr Abends. Eine Liste zum Einzeichnen essen (das trockene Gedeck zu 2 Buchhandlung auf. Grundkapital.................. Prämien-Etnnahme für 1893 ....... Zinsen-Einnahme für 1893 ........... Prämien-Ueberträge .............. Uebertrag zur Deckung außergewöhnlicher Bedürfnisse einschließlich des gesetzlichen Reservefonds von JL 900000 . Spar-Reservefonds ............... Divtdenden-Ergänzungs-Rescrve Oberhessischer Geschichtsverein. Donnerstag den 3. Mai 1894, (Himmelfahrt): Familienausflug mit dem Frankfurter Geschichtsverein auf Burg Gleiberg. Ankunft des Frankfurter Vereins: 1005 V.; Rundgang um die Stadt; Frühschoppen in Röhrle’s Bierhalle; Abmarsch hach Gleiberg von der Lahnbrücke: 11 */a Uhr. Mittagessen im Gesellschaftsverein. Die für den 5. Mai d. I. bestimmte Tanzgesellschaft wird aus Rücksicht für die an diesem Tage von Seiten der Stadt und Universität Akademischer Gesangverein. Montag den 30. d. Mts.: Einzelprobe für Tenor und Baß, pünktlich um 8 Uhr Abends. Die nächste Gefammtprobe ist Freitag den 4. Mai, an welchem Tage die Liste der Mitwirkenden bei dem Musikfest in Darm- Di»conto-Eo>«uwd^Sl«ttz. Darmstädter Bank-Art. Dresdener Barck-Act. Rordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver^Act Oest. Lredtt-Act. 3UL Mwelmeerbatz» Act Gels«. Berrw^Lct. Agenten der Gesellschaft: Laut» Wittich, Haupt-Agent, in Gieße«. AuliuS Walter, Kaufmann, in Groß-Linde«. Heiur. Walz, Spenglermeister, in Sich. Heinrich BSlzel II., Kaufmann, in Wiese». Achtungsvoll Otto Kölle, Herrenkleidermacher. «ebeetüm: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brüdl'ichen Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gieß«. Die heutige Kummer umfaßt 6 Seiten geplante Diezfeier auf Mittwoch den 9. Mai d. Js. 3800 Der Vorstand. in Erinnerung und empfehlen: Kronleuchter, Ampeln, Lyren u. s. echte Siemens- und Wenhamlampen, Auer’sche Gasglühlichte mit auf dem Pressgasapparat vorberei- teten Glühkörpern, wodurch eine grösere Haltbarkeit und höhere Leuchtkraft derselben erzielt wird, auch Glühlichte für Vorplatz- und Gartenbeleuchtungen. Hauptvertretung der. Deutschen Gasglühlicht- Actien-Gesellschaft in Berlin, ferner die zweckmässigsten Gas-Koch- und Heizapparate, als: Kocher, Herdplatten, vollständige Herde, Brat- 11. Backöfen, Bügeleisenapparate, Gas-Bade- n. Heizöfen u. s. w. Gaepreie für Koch- und Heizzwecke 15 Pfg. für 1 cbm bei Ausführung der Leitungen durch uns und Aufstellung eines besonderen Gasmessers. — (Gas für Beleuchtung: Grundpreis 22 Pfg. für 1 cbm.) Zu jeder Auskunft und zur Anfertigung von Kostenanschlägen für Gaseinrichtungen zu Beleuchtungs-, Koch- und Heizzwecken, sowie für Wasserleitungsanlagen sind wir stets gern bereit, auch können die gangbarsten Beleuchtungs- und Heizapparate, sowie Closets in bewährtesten Constructionen, Wandbrunnen u. s. w. in unseren Ausstellungsräumen — durch Leitungsanschlüsse in Thätigkeit gesetzt — gezeigt werden. Städtisches Gas- und Wasserwerk Giessen. W ohnung*s Veränderung* Wohne von jetzt ab 6 Bahnhofstrasse E was ich hierdurch meinen werthen Kunden zur gefl. Nachricht bringe. gedichtet von Rudolph Presber, gesprochen von Frau Kothe-Haacke. Donna Diana. Lustspiel in 4 Acten nach dem Spanischen des Moreto, übersetzt von C. A. West. Billets in der Musikalienhandlung Ernst Challier (Rudolphs Nachfolger), sowie an der Abendkasse 1. Parquet Mk. 3.50,2. Parket Mk. 2.25. Studentenkarten Mk. 1. Gallerie Mk. 1. Für die Schüler und Schülerinnen der höheren Mittwoch den 2. Mai, am Himmelfahrtmarktj Tanzmusik wozu ergebens! einladet JL 32183 712-tO Versicherungen in Kraft am Schlüsse des Jahres 1893 . . JL 6086 928 210.— Todes - Anzeige. Allen Verwandten, lieben Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, dass der allmächtige Gott unseren lieben Vater und Schwiegervater Johannes Weiss Steiger auf dem Giessener Braunstein-Bergwerk heute Vormittag lP/2 Uhr in seinem 62. Lebensjahre nach kurzem Kranksein zu sich in sein himmlisches Reich genommen hat. Giessener Braunstein-Bergwerk, den 29. April 1894. Um stille Theilnahme bitten Daniel Weiss, Lehramtspraktikant. Elise Atzbach. Die Ueberführung der sterblichen Hülle nach dem Friedhöfe zu Watzenborn erfolgt am Dienstag den I. Mai, Nachmittags 4 Uhr, ab Bergwerk. Die Leidtragenden werden gebeten, sich am Eingänge von Steinberg anzuschliessen (etwa um 5 Uhr). [3817 Aachener und Münchener Feuer-Verficherungs- Gesellschaft. Der Geschäftsstand der Gesellschaft ergibt sich aus dem nachstehenden Auszug aus dem Rechnungsabschluß für das Jahr 1893. Wir zeigen hiermit die Eröffnung unseres neu .eingerichteten Mnster- X lager* für Hauswasserleitungen an und laden zu dessen Besuche ergebenst ein. Wir empfehlen uns zur Anfertigung 1 von Hauswasserleitungen jeder Art, als Kalt- und W arm wasser anlagen, Closet- und Badeeinrichtungen u. s. w. in bewährtester Ausführung und unter Verwendung besten Materiales, sowie zur Vornahme von Reparaturen. Gleichzeitig bringen wir unser reich ausgestattetes Lager in GasdckichtoiW-GeWßweil SonrSbericht DOW E. Wasserschleben, Bankgeschäft. Frankfurt« Börse vom 30. April 1894. 1 Uhr 15 Min. 3837 E. A. Böhm. 3814 Reisender sucht in der Nähe des Bahnhoss bei bess. Familie möbl. Zimmer. Off. mit Angabe des Preises unt. H. II. an die Exped. erbeten. 3827} Ein Hausbursche gesucht. _______Stadt Mainz» 3832] Tüchtige Mädchen finden sehr gute Stellen für hier und auswärts durch ________Frau värrn, Mäutzburg 12. Ein Kindermädchen tagsüber gesucht. Neuenweg 39, 2. 3836 Mägenbeschwerden, schwache Verdauung, Appetitlosigkeit rc. quälten mich viele Jahre. Auf Lunsch bin ich gern bereit, Jedermann ««ent- gelttich mitzutbeilen, wie sehr ich daran gelitten und wie ich ungeachtet meines hohen Alters davon befreit worden bin. fr. Koch, pens. Königl. Förster, Bellersen, Kreis Höxter. 1832 Reparaturen u. Stimmungen a« Mügeln und Pianinos werden unter Garantie aufs Sorgfältigste ausgeführt. 3% Preutz. Toasols W/o do. 87.90 101.60 87.95 101.65 4»/e Ung. Gold-Rente 5o/o Jtal. Rente M/o Portugiesen 40/0 Grtech. Monopol AnL 96 90 77.00 22.50 34.50 187.60 Lomb. E.-B^Act. 85.62 134.50 Buschtherader 383.75 141.50 Elbthal-Bahn-Act. 221.25 102.70 Gotthard-Bahn-Act. 164.60 102.37 Schweizer Nordost.»« «tLi. 11t.30 287 25 Mainzer E.-B.-Nct. 114.20 79.20 Marienburger E.-B.-Aci 84.50 144.501 »er. KbniaS-LemrRh^Slct. < ewbtiii: unbestimmt. J 294)0 Alexisbad im Harz, vornehmer gesunder Aufenthalt Stahlquelle, Soolbäder aus Salzungen Soole, Moorbäder aus Franzensbader Moor, Fichtennadelbäder, Wasserheilanstalt, Massage eto. Curhotels zu dem Alexisbade gehörig: Das „Curhotel“ u. das „Hotel Goldene Rose“. Saison vom 15. Mai bis Ende September. Auskunft und Prospecte durch Julius Bach, Giessen, und [3812] die Badeverwaltung. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mit- theilung, daß heute unser unvergeßliches zweites Zwillingssöhnchen Ferdinand. nach kurzen aber schweren Kämpfen auch zum Herrn dahin geschieden ist. 3829 Die ties trauernden Hinterbliebenen Familie C. Leisler. Gießen, den 29. April 1894. Die Beerdigung findet Dienstag Mittag 3 Uhr statt.