Jahres-Rechn» Mde md AHchi- en. ^B°rsta«d. Gietze« E« tz-üpstch, dkllds 8 Hi, A°P abznDenden itoeleg kä Erscheinen gebeten. .892; Achchtsrathes Ach §2* ub. ’£’* 81. W2 hat der Nr. US «34 Ziehen jränfter HchW. Geisel fester Th*11®' nes sagt innigsten 4880 fiiDn ö ^giment^ne,bC%<.' itfä.__ i^ukvW itt aui erste h^othei. tn 24. W\ M. ,. UnivnsüÄs-Rmtamt Schmitt. iI88 üt. !, Leilake, folfttnbtn M e Miessante Nachiicht k'" lt |wd, bann fann li n* a das „Glkßmcr XageWalt* a W'ßWWnm^ ourbt blitzt, Sian» Sag ssfi bat verdammt unb m w h nicht etz nm W. Wv i* bte ivtchr Beitrage )UT * Millett »«dlta1™*11® Re. 125 Erstes Blatt. Mittwoch dm 31. Mai 1893 Ter Gießener Anieiflet erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener 9-amirienVkälter werden dem Anzeiger . liriillich dreimal deigelegt. (Eichener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Bierteljähriger Abanncmentstprei» r 2 Mark 90 Pfg. mit Bruigerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaclion, Expedition und Druckerei: Kchukftratze Ar.7. Fernsprecher 51. Anits- und Anzergeblutt für den 'Kreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Aamilienblätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtliche* Theil. Bekanntmachung, betreffend die Reichstagswahlen. Die Wahlen zum Reichstage sind im ganzen Reiche auf Donnerstag den 15. Juni 1893 festgesetzt. Die Abstimmung wird um 10 Uhr Morgens beginnen und um 6 Ühr Abends geschlossen werden. Dieses wird nebst den weiter folgenden Anordnungen, welchen auch für etwaige Ersatzwahlen innerhalb des ersten Jahres nach den allgemeinen Wahlen Geltung beizulegen ist, hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Jede Bürgermeisterei des Kreises mit Ausnahme von Gießen bildet einen Wahlbezirk. Die Stadt Gießen zerfällt in folgende Wahlbezirke: Der I. Wahlbezirk: Asterweg, Ederstraße, Hundsgssse, Lindengasse, Marburgerstraße, Nord-Anlage, Am Rodberg, Schillerstraße, Schottstraße, Steinstraße, Wallthorstraße, Wcserstraße, Wieseckerweg, ZozelSgasse. Der II. Wahlbezirk: An der Bach, Brandgasse, Brandplatz, Braugasse, Damm- ftraße, Diezstraße, Dreihäusergasse, Erlengasse, Kanzleiberg, Kaplaneigaffe, Kirchenplatz und Kirchstraße, Lindenplatz, Moltkestraße, Reuenbäuen, Neuenweg, Ostanlage, Schloßgasse, Schulstraße, Senkenbergstraße, Sonnenstraße, Waagengasse, Weidengasse, Wetzsteingasse, Wiesenstraße. Der III. Wahlbezirk: Vismarkstraße, Bleichstraße, Eichgärten, Gartenstrabe, Göthestraße, Grünbergerstraße, Heffenstraße, Licherstraße, Löberstraße, Lonystraße, LudwigSplatz, Ludwigsstraße Rr. 1 bis 46, Am Nahrungsberg, Schiffenbergerweg, Stephanstraße, Südanlage, Wolfstraße und Gemarkung Schiffenberg. Der IV. Wahlbezirk: Burggraben, Kaplansgasse, Katharinengasse, Kreuzplatz, Löwengasse, Mäusburg, Maigasse, Marktplatz, Marktstraße, Plockstraße, Rittergasse, Seltersweg, Teufelslustgärtchen, Wettergasse, Wolkengasse. Der V. Wahlbezirk: Bahnhofstraße Nr. 1—50, Hammstraße, An der Hardt, Kornblumengasse, Krofdorferstraße, Lahnstraße, Mühlgasse (große und kleine), Neustadt, Rodheimerstraße, Sandgasse, Schanzenstraße, Schützenstraße, Tiefenweg, Westanlage Nr. 22-45. Der VI. Wahlbezirk: Alicestraße, An den Bahnhöfen, Bahnhofstraße Nr. 51 bis 93, Frankfurterstraße, Grabenftraße, Klinikstraße, Leih- gesternerweg, Liebigstraße, Ludwigstraße Nr. 47—73, Am Riegelpfad, Westanlage Nr. 1—21, Wilhelmstraße. Die selbständigen Gemarkungen werden den Bürgermeistereien wie folgt zugetheilt: Heibertshausen zu Daubringen, Arnsburg zu Eberstadt, Schiffenberg zu Gießen (HI. Wahlbezirk), Hof Albach, Colnhausen und Mühlsachsen zu Lich, Hof-Güll zu Muschenheim, Appenborn zu Odenhausen, Ringelshausen zu Rabertshausen, Hof-Graß zu Rod- Heim, Winnerod zu Bersrod, Bollnbach, Veitsberg und Wirberg zu Saasen, Friedelhausen zu Staufenberg. Zu Wahlvorstehern bezw. Stellvertretern werden ernannt in Gießen: I. Wahlbezirk: Beigeordneter Georgi als Vorsitzender, Stadtverordneter Homberger als Stellvertr. II. Wahlbezirk: Stadtverordneter Keller als Vorsitzender, Stadtverordneter Schmall als Stellvertreter. HI. Wahlbezirk: Oberbürgermeister Gnauth als Vorsitzender, Stadtverordneter Vogt als Stellvertreter. IV. Wahlbezirk: Stadtverordneter Jughardt als Vorsitzender, Stadtverordneter Brück als Stellvertreter. V. Wahlbezirk: Kaufmann L. W. Plank als Vorsitzender, Kaufmann E. Pistor als Stellvertreter. VI. Wahlbezirk: Stadtverordn. Heyligenstädt als Vorsitzender, Stadtverordneter Simon als Stellvertreter. In den übrigen Gemeinden hat der Grotzh. Bürgermeister als Wahlvorsteher, der Großh. Beigeordnete als Stellvertreter zu fungrren. Die Wahl ist in den einzelnen Gemeinden in dem Gemeindehaufe bezw. in dessen Ermangelung im Schulhause abzuhalten und wird durch die Grotzh. Bürgermeistereien das Nähere noch ortsüblich bekannt gemacht werden. Gießen, den 29. Mai 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___________________v. Gagern.__ Gießen, 29. Mai 1893. Betr.: wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen cm die Grotzh. Bürgermeister eie« des AreiseA. Wir beauftragen Sie, unsere heutige Bekanntmachung obigen Betreffs, welcher Sie noch die Bezeichnung des Wahllocals zuzusetzen haben, sofort — spätestens am 6. Juni 1893 — in Ihren Gemeinden, sowie in den Ihnen etwa zugetheilten besonderen Gemarkungen ortsüblich bekannt zu machen. Ihrem Bericht über den Vollzug dieser Anordnung sehen wir unter Angabe des Tages der ortsüblich erfolgten Bekanntmachung zugleich mit der Namhaftmachung des Wahllocals unfehlbar bis zum 8. Juni entgegen. v. Gagern. Bekatmtmachmig, betreffend die vom Ausschuß des landw. Vereins von Oberhessen für das Jahr 1893/94 beschlossenen Geldverwendungen betr. Nachdem der Ausschuß in seiner Sitzung am 3. Mai l. I. den nachstehenden Voranschlag für 1893/94 genehmigt hat, wird derselbe zur allgemeinen Kenntniß gebracht. Staatsfonds: Vereinsfonds: ^..Einnahme: JC. JL 1. Ueberschuß aus vorigem Jahre — 2419 2. Zuschuß aus Großh. Hauptstaatskasse im Ordiuarium 8000 — 3. Zuschuß aus derselben fürHebung der Rindviehzucht 5200 — 4. Zuschuß aus derselben für Förderung des Obstbaues 600 — 5. Beitrag der Aachen-Münchener Feuerversicherungs-Gesellschaft — 750 6. Beitrag des Landespferdezuchtvereins — 250 7. Beiträge der Mitglieder —6500 Summa 13800 9919 B. Ausgabe: 1. Bureau, Kasse und Rechnungswesen — 1500 2. Antheile der landw. Bezirksvereine — 2118 3. Kosten der Zeitschrift für die landw. Vereine — 2600 4. Gehalt des Wiesenbaumeisters 2500 — 5. Für die landwirthschnftlichen Winterschulen 300 — 6. Beitrag zu den Kosten des DeutschenLandwirthschastsrathes — 300 7. Beitrag zu den Kosten der Vertretung in den Eisenbahnbeiräthen — 100 8. Für Hebung der Rindviehzucht 7000 — 9. Unterstützung der Provinzial- Fohlenweide 500 — 10. Beitrag zu den Kosten der land- wirthschaftlichen Vorträge 1200 — 11. Für die Haushaltungsschule in Lindheim 1050 630 12. Zur Förderung der Obst- und Gemüsezucht H50 — 13. Zur Förderung der Bienenzucht 100 — 14. Beitrag zu denKosten des Laudesausschusses — 500 15. Transportkosten der Ausschußmitglieder — 300 16. FürunvorherzusehendeAusgaben —1871 Summa 13800 9919 Bemerkungen zur Ausgabe. Zu 8. Aus dem Betrage von 7000 Mk. entfallen 2000 Mk. für die Zuchrhöfe für Rindvieh der Vogelsberger Rasse,- die übrigen 5000 Mk. erhalten die landw. Bezirks- vereine nach dem im vorigen Jahre angewendeten Ausschlage mit der Maßgabe, daß künftighin Bastard-Bullen nicht mehr prämiirt werden dürfen. Zu 10. Der Betrag von 1200 Mk. wird dann zu gleichen Thetlen mit je 200 Mk. für jeden landw. Bezirksverein ausgezahlt werden, wenn dem Präsidium der Nachweis der Verwendung erbracht ist. Zu 11. Zu der regelmäßigen Unterstützung von 680 Mk. treten im laufenden Jahre noch weitere 1000 Mk. zur Deckung der der Anstalt ausnahmsweise im abgelaufenen Jahre entstandenen besonderen Kosten. Zu 12. Aus dem Betrag von 1150 Mk. dienen 550 Mk. zur Verzinsung und theilweisen Rückzahlung einer für Errichtung des pomologtschen Gartens in Friedberg aufgewendeten, vom Provinzialausschuß verwilligten Summe. 600 Mk. sollen zu gleichen Theilen an die landw. Bezirksvereine gezahlt werden. Laubach, den 3. Mai 1893. Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen: Friedrich Graf zu SolmS-Laubach. Deutsches Reich. Berlin, 29. Mai. Der Kaiser wird seine diesjährige Nordlandsfahrt, von der eS hieß, sie sei in Hinblick auf die ernste innere Lage aufgegeben, doch noch ausführen. Wie Mittheilungen aus Berliner Hoskretsen besagen, ist der Beginn dieser Reise zwar noch nicht endgiltig festgesetzt, doch gilt bi» auf Weiteres der 29. Juni als Tag des Antrittes derselben. Die Einzelheiten der Reise sind indessen noch nicht bekannt: gegeben worden. — Der Abfall des Herrn v. Schor le mer-Alst und seiner politischen Gesinnungsgenossen von der CentrumS- p art ei bildet noch immer das hervorstechendste Ereigniß der Wahlbewegung aus jüngster Zeit. Darüber indessen, welcher Art die Wirkungen dieses Vorganges auf den Bestand des Centrums sein werden, gehen die Meinungen erheblich aus- einander. Während man auf der einen Seite die Ansicht bekundet, die Fronde des westfälischen „Bauernkönigs" gegen die neue Leitung der Centrumspartei werde letztere aufs Tiefste erschüttern und deren baldigen Zerfall mit herbeifllhren, äußert man auf anderen Seiten die Anschauung, daß das Centrum auch fernerhin im Großen und Ganzen intact bleiben- und daß daher die Absplitterung der von Schorlemer-Alst geführten Gruppe keine tiesergreifenden Folgen nach sich ziehen werde. Letztere Meinung dürfte anscheinend das Richtige treffen, wofür schon der Umstand spricht, daß in Westfalen selbst, der Heimath der neuesten Secession innerhalb der Centrumspartei, das Gros der Centrumsleute offenbar auf dem Standpunkte der Parteileitung steht. Dasselbe kann wohl auch von der rheinischen Centrumspartei gelten, denn deren in den letzten Tagen zur Veröffentlichung gelangter besonderer Wahlaufruf schließt sich der officiellen Wahlknndgebung der Centrumsleitung voll an. Auch in dem dritten Hauptsitze deS Centrums, soweit es sich um dessen preußischen Theil handelt, in Schlesien, scheinen die secessionistischen Bestrebungen in der Centrumswählerschaft, wie sie spectell hinsichtlich der Militärvorlage sich in den bekannten Beschlüssen des Vertrauensmännertages von Breslau zeigten, keineswegs Oberwasser gewinnen zu können. Immerhin werden aber doch erst die Wahlen selbst bekunden können, inwieweit man vom Centrumsthurm wird sagen dürfen, daß er trotz der hineingelegten Breschen in seinen Gruudfundamenten doch unerschütterlich geblieben sei. No-Teste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Torrespondenr-Bureau. Berlin, 29. Mai. Ueber die Explosion einer Dynamitpatrone in der Kaserne des Regiments der GardeS du Corps in Potsdam brachten gestern die Blätter einen Bericht, nach welchem man ein beabsichtigtes Attentat hätte vermuthen können. Es handelt sich um eine Patrone, wie sie das Militär zum Sprengen von Eisenbahnschienen benutzt, und es ist nach der Untersuchung wahrscheinlich, daß die Patrone schon vor langer Zeit leichtsinnig auf den Futterboden niedergelegt worden ist. Berlin, 29. Mai. Zwei Amerikaner, ein angeblicher Kürschner Glower aus San Franzisco und Commissionar Harden aus Washington, wurden verhaftet. ES wurden bei ihnen Einbrechwerkzeuge gefunden. Man bringt beide mit den jüngsten Diebstählen bei Juwelieren, sowie mit dem Diebstahl des Portefeuilles des chilenischen Gesandten auf der Fahrt von Verviers nach Köln in Verbindung. Bremen, 29. Mai. Drei in der Nähe des Weser-Bahnhofs stehende Waarenschuppen sind abgebrannt. Sie enthielten ca. 1000 Ballen Baumwolle, 20,000 Sack Reismehl und 3300 Sack Reis,- der Schaden wird auf ungefähr eine halbe Million geschätzt. Der durch den Brand gefährdete Weser-Bahnhof und andere Schuppen wurden durch die Feuerwehr mit Erfolg geschützt. Köln, 29. Mai. Die „Kölnische Zeitung" meldet: Nach Belgrader Privattelegrammen deutscher Blätter sollte sich Seine Majestät der Kaiser beim Empfang des serbischen Spez'algesandten Oberst Pantelitsch geäußert haben: „Schnei« diges Unternehmen jungen König-, dem meine vollen Sym- vathieen gehören- da- hat alle- geklappt wie auf dem Exer- zierfelde." Dieser Nachricht gegenüber kann die „Kölnische Zeitung" feststellen, daß sich Seine Majestät der Kaiser weder dem Sinne noch den Worten nach in solcher oder ähnlicher 2Bcue ausgesprochen hat. Washington, 29. Mai. Reuter-Meldung. Dem „Sun" zufolge äußerte der Consul der Bereinigten Staaten in Ehina, Herr Ashton, China habe den StaatSsecretär Gresham benachrichtigt, daß alle Beziehungen zur Union abgebrochen und alle in China weilenden Amerikaner ausgewiesen werden würden, falls in den Ver. Staaten Maßnahmen zur Ausführung des Gesetzes, betr. die Ausweisung der ntchtregistrirten Chinesen, ergriffen werden sollten. Der Handelsverkehr beider Länder würde gleichfalls aufhören. Petersburg, 29. Mai. Der Kaiser von Rußland und die kaiserliche Familie ist gestern Abend von Moskau nach Petersburg abgereist. Die Blätter veröffentlichen die Worte, die der Kaiser an die Deputationen, die ihn in Moskau begrüßten, richtete; sie berühren nicht die Politik. Depeschen de- Bureau ,Herold". Berlin, 29. Mai. Der „Reichsanzeiger" meldet, das provisorische Handelsabkommen Deutschlands mit Spanien werde bis zum 30. Juni verlängert. Berlin, 29. Mai. Im kaiserlichen Gesundheitsamt ist die ReichS-Choleracommission unter Hinzuziehung auswärtiger ordentlicher Mitglieder des Gesundheitsamtes zu einer Tagung zusammengetretcn. Berlin, 30. Mai. Die Interpellation des Grafen Douglas über die Maßnahmen der Regierung gegen die Cholera wurde von der heutigen Tagesordnung des Abgeordnetenhauses abgesetzt, weil der Cultusminister an derI Verhandlung nicht theilnehmen kann. Die Interpellation wird daher bis zur Rückkehr deffelben vertagt. Köln, 29. Mai. Soeben explodirte in der auf der I Hohestraße belegenen Apotheke ein Benzinballon und richtete | »urchtbare Verwüstungen an. Der Besitzer und dessen Ehe- | frau wurden angeblich schwer verletzt und ins Hospital überwiesen. Scherben von großen Spiegelscheiben bedeckten die | Straßen. Das Unglück wurde durch Unvorsichtigkeit eines | Laufburschen verursacht, der mit einem brennenden Licht dem Ballon zu nahe kam. Pest, 29. Mai. „Pesti Naplo" erfährt aus angeblich zuverlässiger Quelle, Rußland lasse die Berliner Signatarmächte eben vertraulich sondiren über die Einberufung einer europäischen Conferenz nach Konstantinopel. Ausgabe der Conferenz sei die Lösung der bulgarischen Fürsten- frage in Gemäßheit des Berliner Vertrages. Der Gewährsmann des „Pesti Naplo" fügt hinzu, die in der vorgestrigen Ansprache des österreichischen Kaisers zum Ausdruck gebrachte Friedenszuversicht lasse es als ausgeschlossen erscheinen, daß Rußland bei diesem Schritt an eine kriegerische Lösung denke. Prag, 29. Mai. In einer gestern abgehaltenen Volksversammlung, in welcher über die Propaganda für das allgemeine Stimmrecht berathen wurde, erhoben, als der Referent das Verhalten der Jungczechen tadelte, diese einen großen Lärm, welcher in eine Schlägerei ausartete. Die Versammlung wurde hieraus polizeilich ausgelöst. Darmstadt, 30. Mai, 12 Uhr Mittags. Der Groß- Herzog von Baden ist soeben hier eingetroffen. Der Großherzog, Prinz Wilhelm, die gesammte Generalität, das Staatsministerium und der Bürgermeister waren zum Empfange anwesend. Das 115. Regiment stellte die Ehren- compagnic. Der Großherzog von Baden und Großherzog Ernst Ludwig fuhren unter Führung der Leib-Escadron des 23. Dragonerregiments zum Großh. Palais unter Hochrufen des Publikums. Die Stadt ist festlich geschmückt. Cocafci rrnö provinzieller. «letzen, 30. Mai 1893. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 1. Juni 1893, Nachmittags 4 Uhr: 1. Die Errichtung eines Backsteinhäuschens im Neustädter Feld Seitens des Wilhelm Reuschling von Heuchelheim. 2. Gesuch deö Carl Wallenfels II. um Herrichtung einer Gartenhütte am Hamm. 3. Die Verlegung eines Fluth- grabens im Neustädterfeld und Verwerthung eines überflüssig werdenden Grabentheilö. 4. Gesuch des Peter Leppla um Concession zum Ausschank von Cognac und Liqueuren im Hause SelterSweg 85. 5. DeSgl. des Johannes Seipel um Concession zum Wirthschaftöbetrieb im Hause Frankfurter- straße 62. 6. DeSgl. der Dorothea, Peter Jmmel Ehefrau für die LiebigShöhe. 7. Desgl. deS Jacob Horn für daS HauS Brandgasse 8. ** Ehrung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog Ernst Ludwig hat auf deßfallsigeS Nachsuchen das Protec- torat über den Verband Freiwilliger Feuerwehren im Groß- herzogthum übernommen, und dem Vorsitzenden desselben, Branddtrector Justus in Darmstadt, in einem Cabinetsschreiben seine volle Anerkennung für die segensreiche Thätigkeit deS Verbandes sowie seiner einzelnen Glieder au-gesprochen und zugleich die besten Wünsche für da- fernere Gedeihen der freiwilligen Wehren seine- Landes kundgegeben. ** Die gestern Abend im Saale deS Cafv Leib ab- gehaltene 34. ordentliche Generalversammlung der «ewerbebank war von ca. 90 Mitgliedern besucht. Der Vorsitzende des AufsichtSrathS, Herr PH. Uhl, widmete nach einigen geschäftlichen Mittheilungen dem im Laufe des Geschäftsjahres verstorbenen langjährigen Vorsitzenden deS AufsichkSraths, Herrit Honstein, einen ehrenden Nachruf, an dessen Schluß er die Erschienenen bat, sich zum Andenken an den Verstorbenen zu erheben. Herr Uhl erstattete daraus den Rechenschaftsbericht, | wie solcher durch Sonderabdruck bereit- im „Gießener Anzeiger" veröffentlicht wurde. Nach einem ebenfalls von Herrn Uhl vorgetragenen Bericht über den Stand de- Genossenschaftswesen- in Deutschland ist dasselbe fortwährend in erfru- lichem Zuwachs begriffen. — Bei der darauffolgenden Ersatz wähl von sechs Mitgliedern des AufsichtSrathS wurden die satzung-gemäß auSscheidenden Herren Spenglermeitler C. A. Faber mit 86 Stimmen, Oeconom Loui- Flett mit 80 St., Rentner August Noll I. mit 75 St., Weißbindermeister und Grubenbesitzer Loui- Petri II. mit 83 St., Kaufmann Carl Wenzel mit 79 Stimmen wieder-, Schuh- I machermeister Wilh. Herbert mit 51 Stimmen neugewählt. | Hierbei ist zu bemerken, daß Herr P h. Uhl im Geschäfts- bericht irrthümlich als aus dem AufsichtSrathe ausscheidend aufgeführt wurde, während derselbe noch ein Jahr in demselben zu verbleiben hat. Da Herr Hanftein erst in zwei Jahren aus dem AufsichtSrathe auszuscheiden harte, so wurde durch daS LooS bestimmt, welches der neu-, bett), wiedergewählten AufsichtsrathSmitglieder an Stelle des Herrn Han- stein zu treten hat; daS LooS siel auf Herrn Spenglermeister Faber. — Dem vom Vorstände beantragten Ausschlüsse von sechs Mitgliedern, welche theilS die Bürgen geschädigt, theilS mit ihren Mitgliederbeiträgen im Rückstände waren, stimmte die Versammlung zu. — Nachdem die JahreSrechnung und Bilanz als richtig befunden worden, wurde dem Vorstande und dem AufsichtSrathe Decharge ertheilt. — Betreffs 93er» theilung des Reingewinnes wurde dem Vorschläge des Auf- sichtsrathes entsprechend beschlossen, den Reingewinn von 20,144 Mk. 45 Pfg. wie folgt zu vertheilen: 6 Procent Dividende auf den Betrag der am 31. December 1891 ein» gezahlt gewesenen Geschästsantbeile von 230,461 vollen Mark mit Mk. 13,827.66, dem Reservefonds zu überweisen Mk. 3286 79 Pfg., dem Beamten- und Pensionsfonds zuzuweisen 3000 Mk. ** Heute Vormittag fiel ein gelinder Regen. Ob derselbe den Anfang zu weiteren, allgemein gewünschten und nothwendigen Niederschlägen darstellt, bleibt abzuwarten. Gegen Mittag klärte sich der Himmel wieder etwas, auch ist die Luft kühler geworden. ** Verlängerte Gültigkeit der Rückfahrkarten. Der „Badischen Correspondenz" zufolge nahm die ständige Tarifcommission der deutschen Eisenbahnverwaltungen den Antrag Bayerns auf allgemeine Einführung von Rückfahrkarten mit zehntägiger Dauer an und wird einen dahingehenden Vorschlag der Generalversammlung der deutschen Eisenbahnverwaltungen unterbreiten. ** Urknndenkraft einer kaufmännischen Rechnung. In einer Strafprozeßsache ist kürzlich entschieden worden, daß eine kaufmännische Rechnung eine Urkunde im Sinne des Gesetzes ist. Der Empfänger einer Rechnung hatte von letzterer die Fußnote abgeschnitten, um sich der Bedingung, welche die Fußnote enthielt, zu entziehen. Die Angelegenheit kam vor das Gericht, welches den Betreffenden wegen Urkundenfälschung zu drei Monaten Gefängniß, 150 Mk. Geldstrafe und in die Kosten verurtheilte. ** Frachtbriefformulare. Die vorn ReichS-Eisenbahnamt im October v. I. erlassenen Bestimmungen, wodurch für die deutschen Eisenbahn-Frachtbriefe ein stärkere-., haltbares Schreibpapier vorgeschrieben wurde, haben zur Folge gehabt, daß bei der Versendung von Frachtbrief-Duplicaten mit der Post wegen der größeren Schwere des Frachtbriespapiers nicht mehr so umfängliche briefliche Mittheilungen beigefügt werden konnten wie früher, wenn nicht das Gewicht des einfachen Briefes überschritten werden sollte. Um dem abzuhelfen, hat das Reichs-Eisenbahnamt für Frachtbrief Duplicate, bei denen es auf Widerstandsfähigkeit des Papiers weniger ankommt, als bei den durch zahlreiche, oft rauhe Hände- gehenden Original-Frachtbriefen, jene Bestimmungen bis auf Weiteres außer Anwendung gesetzt und die Beschaffenheit deS Schreib- Papiers freigegeben. ** Die Viehzählung vom 1. December 1892 hat für unser Großherzogthum, im Vergleich mit der Zählung vorn 10. Januar 1883, ein nicht unerhebliches Anwachsen des Gesammtviehstandeö ergeben, indem die Zahl der Pferde von I 47 546 auf 52449, des Rindviehes von 290 105 auf 320 670, der Schweine von 162920 auf 245 868 und des Ziegenviehs von 93636 auf 115 069, der Bienenstöcke von 32 095 auf I 32512 gestiegen ist. Bei dem Schasvieh ist indessen ein Rückgang von 101 663 auf 90 939 zu verzeichnen - auch die Zahl der Maulthiere und Maulesel ist von 22 auf 10, die der Esel von 265 auf 102 gesunken. In einzelnen Kreisen ist der biedere Esel sogar ganz verschwunden. -d- Lollar, 29. Mai. In den vollbesetzten Localitätc i des Gasthauses „Zum Schwan" fand heute Abend eine vom nationalliberalenWahlcomitee einberufene Wähler- Versammlung statt, in der der Kandidat, Gutspächter Meine rt, sein Programm entwickelte. Die Versammlung hörte mit allseitig sichtbarem Interesse auf die Auseinandersetzungen de- genannten Herrn, die sich hauptsächlich auf dem Gebiete der Wirthschafts- und Socialgesetzgebungspolitik, sowie der geplanten Heeresvermehrung bewegten. Nach dem Candidaten ergriff einer der mitgekommenen Gießener Herren daS Wort, beleuchtete die wichtigste Frage unsere- diesmaligen Wahlkampfes, die militärische, nach verschiedenen Richtungen unter Hinweis auf die eigenen und die von manchen der Anwesenden im großen Kriege gewonnenen Erfahrungen und schloß mit einem warmen Appell an den patriotischen Sinn der Wähler. Die Anfrage eines der Anwesenden, die zweijährige Dienstzeit betreffend, wurde von dem Candidaten zur Befriedigung de- Fragenden beantwortet, worauf d e Versammlung nach : einem Hoch auf Kaiser und Großherzog geschlossen wurde. ! Diesem folgten noch die Absingung eines patriotischen Liedes und ein Hoch auf den Candidaten. Fehlten auch in der viel- 1 köpfigen Versammlung die Gegner nicht, so stand doch ersichtlich ! die weit überwiegende Zahl den Ausführungen der Redner zu- stimmend gegenüber. Wir können nicht schließen, ohne lobend die gute Haltung hervorzuheben, welche die Lollarer Bevölkerung auch jetzt wieder bewies, sowie die allbekannte gewandte Leitung der Verhandlungen durch Herrn Feller. -ck. Aus dem WUhlkreiS GietzenRidda. 29. Mai. (Verspätet.) In Grünberg fand gestern Rachm'itag unter dem Vorsitz des Herrn KreiSbaumeifterS schnitzel eine recht zahlreich besuchte Versammlung der nationalliberalen Partei statt, in welcher der Candibot der Partei für den hiesigen Wahlkreis, Herr Gutspächter E. Meinen an- KonradSdorf, sich der Versammlung vorstellte und sein Programm entwickelte. In seiner von Bcliall begleiteten Rede führte er auS, daß er voll und ganz für die Weh. Hastigkeit deS deutschen Vaterlandes einzutreten gewillt fei, da alle Kosten der Mehrforderung nicht im Ei tserntesten mit den Opfern eines unglücklichen Kriege- verglichen werden könnten, müßten doch noch heute Ortschaften im Wahlkreis Opfer, durch KciegSkoften im An'ang unsere- Jahrhundert- entstanden, aufbringen. Herr Meinen will die Mehrkosten für die Heeres- Verstärkung aber nicht durch eine Besteuerung von Bter und Branntwein gedeckt wissen, sondern durch eine progressive Besteuerung des höheren E nkommeiiS, sowie eine bessere Besteuerung der besitzenden Klaffen überhaupt. Besonder- betonte ferner Herr Meinen, daß er die Interessen der Landwirt hschaft und de- Handwerkerstände- nach besten Kräften vertreten werde und daß er ein entschiedener Gegner aller Monopole sei. Nachdem Herr Meinen noch die Vortheile der zweijährigen Dienstzeit, den Ausbau der socialen Gesetzgebung, die Besteuerung der Börsengeschäfte und die strenge Bestrafung deS Wucher- bargtlegt, schloß er seine Ausführungen, von lebhafter Zustimmung begleitet. In markigen Werten legte h'ernach noch einmal Herr LandgerichtSrath Schäfer von Gießen die Wichtigkeit der HeereSverstärkung und da» pflichtgemäße Aufbringen der hierdurch entstehenden Mehrkosten durch die besitzenden Klassen der Versammlung in eindringlicher Weise auseinander und empfahl auf- Wärmste die Candidatur des Herrn Meinen. Mit einem begeistert auf genommenen Hoch auf Kaiser und Großherzog schloß der Vorsitzende die ohne jede Störung verlaufene erste Wahlversammlung. Gegen Abend hielt die nationalliberale Partei m Ruppertenrod noch eine Versammlung ab, die gleichfalls stark besucht war. Auch hier fanden die AuSsührungen deS Herrn Meinert und der übrigen Redner Beifall. Die Ansichten für die nationalliberale Partei dürfen im Allgemeinen al- günstig bezeichnet werden, während der Antisemitismus gegen die vorige Wahlcampagne entschieden im Rückgang begriffen ist. N. Nidda, 29. Mai. Gestern Abend von 8 Ubr an fand eine zahlreich besuchte antisemiti sche Wahlversammlung im Kraft'schen Garten dahier statt. Herr Rc dacteur G. vom „Reichsherold" in Marburg trat al- Hauptredner auf und entwickelte die antisemitischen Grundsätze, wobei cs nicht an Ausfällen auf andere Parteien fehlte. Es waren Zuhörer zu Fuß und zv Wagen aus der Umgegend erschienen, welche mit ihren hiesigen Parteifreunden den geräumigen Garten anfüllten. Bekanntlich ist unser Städtchen gut antisemitisch gesinnt, daher erklärt sich der zahlreiche Besuch der Versammlung. ES mochte wohl Mitternacht vorüber fein, als sich die letzten auswärtigen Besucher auf den Heimweg machten. Besondere Leistuugen und Vorkommnisse sind feine zu verzeichnen. Darmstadt. 29. Mai. Am SamStag Nachmittag ift nach langem Leiden der weit und breit bekannte Wachtmeister bei 5. Batterie deS Gr Hess. Feit-Artillerie-Regiment- Nr 25 (Gr. Artillcne-Corps), Anton Seng, im 53. Lebensjahre dahier verstorben. Wachtmeister Seng, welcher zu Wisselsheim, Kr. Friedberg, geboren, trat am 1. April 1861 bei borge nanntem Regimente ein und diente in demselben ununterbrochen bis Anfang dieses Monats, also 32 Jahre 1 Monat. Anfang dieses Monats war derselbe infolge eine» unheilbaren Leiden» gelungen, in den Ruhestand zu treten, welcher dem p finit- eifrigen, langjährigen Unteroffizier nur für wen ge Tage gegönnt war. Der Dahingeschiedene machte während feiner langjährigen Milttärdienstzeit die Feldzüge 1866 und 1870 71 mit und wurde für seine Pflichttreue mit zahlreichen Orden und Ehrenzeichen becorirt. Mit dem Dahingeschiedenen ist einer der ältesten Unteroffiziere der Gr. Hess. (25.) Division abgegangen. Main;, 27. Mai. Die Kirschentran Sporte au» Baden und der Pfalz auf den Strecken der Hessischeti Lud- ttsig-bahn nach dem Niederrhein und Norddeutschland haben begonnen und befinden sich bei jedem Zuge etliche Wagen mit Kirschen beloben. Seit gestern werden sogar Estrazüge mit Kirschen von Monsheim nach Bingen über Alzey gefahren- diese Kirschen kommen zumeist von Grünstadt. △ Mainz. 29. Mai. Da der Rhein in den letzten Tagen merklich gestiegen ist, fahren jetzt die großen Salonboote „Deutscher Kaiser" und „Wilhelm, Kaiser und König", die bisher nur zwischen Köln und St. Goar verkehren konnten, wieder birect hierher durch, was die Frequenz des Rheinreisevetkehrs nicht unwesentlich erhöht. Im Allgemeinen ist, seit die WasserstandSverhältniffe sich zum Besseren gewendet, der Verkehr auf dem Rhein ein sehr lebhafter geworden. Sowohl zu Berg wie zu Thal gehen munterbrodien große Schlcppzüge, die seither wegen dem niederen Wasser in ihrem Fortgang behindert waren. — In der Kannegießer- schen Br:quettSfabrik auf der Gustav bürg stürzten gestern in Folge des starken Wasserdrucks und Senkung eines Thctles der Fabrikgebäude zwei große Wasserreservoir- zusammen. Durch die entströmenden Wassermassen wurden zwei Arbeiter in die Gefahr de» Ertrinken- gebracht, doch wurden dieselben durch rasche Hilfe noch gerettet. Mainz, 27. Mai. 'Die Bürgermeisterei richtet an die Bevölkerung einen Ausruf, worin sie ersucht, den Fr ob n» leichnamStag (1. Juni), der ausschließlich für die Katholiken ein Feiertag ist, wie der Chatfreitag für die Protestanten, ebenfalls als Feiertag zu bebanbeln. Der gegenwärtige Zustand fei unhaltbar und der einzig mögliche Weg zu dessen »ttftiliM » .iw r jrjftn diese ia$ diesmal H. AaS tradjien Sie Seinbttgt u Wttheilunge l(Uht nach ter Linier weil । lüfH regnel .'Her Mr (jntv t sowie , Muster ^Zahlung 81. Seift) , irr frledr. | c«->. unter -w- d'dvt der ® ll6tra[en d'« S Z für d,n M'Ote »„ °us !üt Ä^®“' ttn bt,9I*nSn ? k" Nbttte 2°'- M **Mta ft* “f- i tat4 ",9»i unb ew, L 1M Ä-L ttLbr bi» cvuJr wfonbtrs fi** M*. be ten tacn Ä > t * ,rl bie Dortheile Äft< unb i>ie fl °i°-K-°Auspih,»„„; *, stiften Werten »«MlSrbt^ $d)5 und b« rch-mst-hlnb!iiU,h,!,s,,„ « "Wt«n9 in debting. “W mi[8 Bitmjtt bi, einem begeistert aus- Grobherzog schloß der verlausene erste Wahlvcr- »ationMerale Partei in Mlung ab, die gleichfalls 'n die Ausführungen des 'dner^ Beifall. Die Aus^ w dürfen im Allgemeinen ehrend der AntisemitiSinrs tschieden im Rückgang .V n Abend von 8IU: a semitische Wckoer. n dahier statt. §m 5k- Marburg tret als Haupt- intiiemitischen Grundfafe, ibeit Parteien fehlte. Ss lauen aus btr Lmgegend i ParteisreMden den ge- Mch \\t nn\tt DMLen ixt sich der zahlreiche Brite wohl Mitternacht vor- tartigen Besucher auf den stuugen und Vorkommnisse mslag Nachmittag ist nach bekennte Wachtmeister dn erie-Regiments Nr 25 (®r. im 53. Lebensjahre dahiet welcher zu Wisselsheim, 1. äpril 1861 bei vorge , demselben ununterbrochen ]ahre 1 Monat. Anfang nnes unheildaren Leisten , rvelcher dem r' nur für wenige S(‘ - »dite waiwij”« Ibjlint 1866 HW1 . m. }** 0* ,6r. «W ** -S- ”,n ogut WW * * tta W» 9'*"' *• *** ö« Wcin‘ d-e groß«' ’ Ä M« wtM •’tSf'' J gefltffl l-ihch« «" *\*ro*® ®* n- r s.nrrten 96lttr, ck-sA-«' nnb®«« "tit8 ! ’ «rS* * Ertrinkens S , n°» «• 11 „fv n'*iTw«* ft i‘»9 Beseitigung, der der Gesetzgebung, sei nicht beschritten worden. Die Bürgermeisterei hofft aus ein einmüthigeS Vorgehen Aller ohne Rücksicht auf Glaubens- und ReligionSbekenntniß. Wie die Erfahrung lehrt, hat die Bürgermeisterei bisher mit Erlassen dieser Art bei den hiesigen Geschäftsleuten außerordentlich wenig Glück gehabt. So wird es voraussichtlich auch diesmal wieder kommen. H- AuS Rheinhessen, 29. Mai. Vor etwa 14 Tagen brachten Sie Nachrichten über den gegenwärtigen Stand der Weinberge und die Aussichten für einen guten 1893er. Ihre Mittheilungen haben sich vollkommen bewahrheitet, alle Welt seufzt nach einem mehrtägigen, durchweichenden Regen, nur der Winzer will keinen, wenigstens keinen anhaltenden Niederschlag, weil eö nicht gut ist, wenn es lange in die Trauben- blüthe regnet. Gestatten Sie, daß ich Ihnen über einen anderen Punkt Mittheilung mache, für den sich die freundlichen Leser Ihrer Zeitung gewiß interessiren, nämlich über die Entwickelung und den Ausbau des 1892crs. Das in 1892, leider in zu geringer Quantität erzeugte Produet bat in jeder Beziehung gehalten, was es als Most versprach. Man sticht es jetzt zum zweiten Male ab. Es ist ein un- gemein angenehmer, milder wunder Wein, der mitunter so wenig Säuregehalt hat, daß selbst Kenner schon in Zweifel ^rüber gekommen sind, ob der ihnen zur Probe vorgesetzte Stoff ein gezuckerter Wein, ober ein Naturerzeugniß sei. Sein Ausbau war bisher sehr gut. Die Preise stiegen seit Herbit langsam, aber stetig höher. Schon im Herbste ging öcr treffliche Stoff in den meisten Fällen in andere Hände über. Bei den Produeenten wird nur noch wenig lagern. Was das Weingeschäft als solches anbelangt, so bewegte es sich im abgelausenen Halbjahre in ruhigen Bahnen, es gab keine Ueberstürzungen und keine Rückschläge. Man sucht von Seiten des Publikums meistentheils ältere, billige Weine, die ober immer rarer werden. Erwägt man, daß seit 25 Jahren ein voller Herbst mehr erschienen ist, so begreift es sich, daß >u solchen Jahrgängen, wie angedeutet, Mangel sein muß. Unsere Winzer warten nun mit Spannung der Dinge, die da in 1893 kommen sollen. Nach so vielen Fehljahren ist ihnen gewiß ein ebenso guter als reicher Ertrag zu gönnen. Vermischtes. * Entziehung von der Wehrpflicht. Das kaiserliche andgercht zu Colmar hat gegen 264 in den Jahren 2871 und 1872 geborene Militärpflichtige aus dem Bezirk »ies genannten Landgerichts die Vermögensbeschlagnahme bis s ist ja der Baron v. Rothschild!" — „Ach was! Geht mich nichts an! Bin dem Herrn nichts schuldig!" * Wahn, 29. Mai. Ein längere Jahre im Dienst stehender Casernen-Jnspeetor, welchem die Verwaltung auf dem Artillerie-Schießplätze zu Wahn übertragen war, ist seit dem 23. d. Mts. unter dem Vorgeben, nach Köln zu reisen, spurlos verschwunden. Ein höherer Jntendanturbeamter, welcher zur Zeit in Wahn anwesend war, öffnete mit einem anderen aus Köln herbeigerufenen Casernen - Jnspeetor die Kasse. In derselben befanden sich nur 40 Pf. Wie man bis jetzt sestgestellt hat, fehlen annähernd 15000 Mark. Seine Frau hat der Entwichene einige Tage vorher unter Vorspiegelung falscher Thatsachen mit den Möbeln in ihre Heimath geschickt. * Wien, 29. Mai. Der Millionär Franz Kurz, der reichste Tuchfabrikant in Jägerndorf, hat sich erschoffen. * Der größte Drache, welcher jemals aufgestiegen ist, wurde nach einem Berichte des Berliner Patentbureaus Gerson u. Sachse in Dudley Hill in den Vereinigten Staaten gebaut, und war, da der bei mäßigem Winde aus- geübte Zug zwischen 80 und 120 Kilo schwankte, ausreichend, um eine Person für Beobachtungszwecke nach oben zu tragen. Selbstredend konnte man den nahezu 7 Meter hohen Drachen nicht aus der Hand steigen lassen, sondern mußte sich einer mit dem Erdboden verbundenen Winde bedienen, um die sechs Millimeter starke Schnur nachzulaffen und anzuziehen. Die Gestalt war die eines länglichen Sechseckes. Das gelammte Gewicht betrug 25 Kilo. Der aus Baumwollkugeln gebildete Schwanz von 30 Meter Länge wog allein 5 Kilogramm. * Die Sonntagsbriefmarke, welche von der belgischen Postverwaltung kürzlich ausgegeben wurde, ist rosafarbig und zeigt das Porträt des Königs- sie hat einen Werth von zehn Centimes und ist mit einem Stre f heu versehen mit der Aufschrift: „Ne pas livrer le dimanche“. „Nietbestellen op Zendag“. (Nicht am Sonntag austragen!) Dieses Streif- cken kann je nach Gutdünken belassen oder abgetrennt werden. Wie die „Jndep. beige" berichtet, hat sich bereits der Spott dieser Briefmarke bemächtigt und am kommenden Samstag, an dem zum ersten Male dieses neue Postwerrhzeichen verwendet werden darf, wird eine Gegenbriefmarke in Umlauf gesetzt, welche schwarz ist und, an Stelle des königlichen Bildnisses das Porträt des frommen Postministers Vandrnpeere- boom zeigt und auf dem Streischen die Inschrift führt: „Timbre dominical!“ Literatur und Aurrft. - Unter bem Titel .Politisch-Religiöse Grundlage für das Einige Christenthum^ hat Theodor Rohleder tm Verlage von Wtlh. Langgut h in Eßlingen a. N. soeben ein Schrift veröffentlich', die unseres Wissens einen ersten Versuch darstellt, die von Egidy'ichen Gedanken auf das gelammte politische und sociale Leben zu übertragen. In dem ersten, dem psychologischen Theile weist Verfasser das Zustandekominm der Individualität nach, d. h. ein allmähliches Sichherausdilden der gelammten Geburtsveranlagung zur fertigen Persönlichkeit. Letzterer nun werden 3 Grundrechte zu- , gesprochen: das R-cht auf eine freie gewählte Berufsthätigkcit, das Recht auf rechtzeitige eheliche Verbindung unb das Recht auf eine allseits anerkannte Berufsehre, gleichviel, welche Erweibsthäti,keit j der Einzelne vertritt. Der zweite (philosophische) Abschnitt handelt von den Bedingungen für ein glückliches Zusammenleben der gelammten Menschheit. Zwei Feinde werden als die Hauptzerstörer des Glückes bezeichnet: die Langeweile, welche aus Mangel an geistiger Spannkraft hervorgeht, und die Rohheit, fei es in Gestalt der Selbstvergewaltigung oder der Gewaltthätigkeit gegen Andere, welch letztere sich auch in jeder Ausbeutung und unredlichen Ueber- Dortbet'ung des Nebenmenschen kund giebt. Im politischen Theile letzt sich Rohleder mit der Socialdemokratie auseinander Drei Forderungen derselben werden entschieden zurückgewiesen: die Republik als ausschließliche Staatsform, die allgemeine Gütergemeinschaft und die Abschaffung der Ehe. Dagegen wird die erdrückende Herrschaft des Eapitals zugegeben und zwecks Beseitigung d:8 Mißverhältnisses zwischen Aroeilgeber und Arbeiter einer Betheiligung des letzteren am Betriebserfolge das Wort geredet. Für eine Herabsetzung der militärischen Macht tritt Verfasser von bem Zeitpunkte ab ein, wo eine vertrauensvolle Annäherung ber Völker dies gestattet. Auch glaubt er an die Möglichkeit einer weniger kostspieligen Verwaltung ber öffentlichen Angelegenheiten. Mit aller Energie fobann forbett er ein unbebingtes Verkünden der feststehenden Geisteswahrdeiteo. Die höchste Forderung, welche an den Menschen gestellt wird, ist die, daß er in die Wirklichkeit eintrete alS echter Christ; ferner baß er geistig auf eigenen Füßen stehe. Bei der Redaction eingcgangcne Bücher re.: — Handels «nd «ewerde-Zeitung für die Handels-, technischen und gewerblichen Interessen. Organ für rkaus- leute unb Industrielle, sowie Maschinenfabriken, Dampfanlagenbesttzei, Ingenieure ic. mit Register über neue Firmen mit Angabe der Geschäftsbräuche , über erloschene Firmen, Famen mit weiblichen Inhabern, sowie ber Concarle unb Zahlungseinstellungen. Verlag unb Expedition, Berlin, W., 62, Ansbacherstr. 54. JuhaltS-Verzeichniß: Deutschland in Chicago. — Zur Frage ber Erhöhung ber Gütertarife. — Kosten der elcclrischen Beleuchtung. — Reichsgerichts- unb Oberlandsgerichts - Entscheidungen: In welchem Falle ist ein Buch als unzüchtig zu erachtend Folgen einseitiger Unterschreibung e'neS zweiseitigen Vertrages. Ein Wucherwechsel ist als Wechsel nie cinzu» klagen. Ist der Verfasser einer unzüchtigen Schrift Missethäter beim Delict des Verlegern-' — Gewerbliches und Technisches: Verletzung des Markenschutzrechts ' Reue Erfindungen. Eleclrische Straßenbahn in den Vereinigten Staaten. — Sprechsaal. — Aus dem GeschästS- leben. — Deutsches Firmenregister. Reue eingetragene Firmen. Firmen mit weiblichen Inhabern. Erloschene Firmen. Zahlungseinstellungen und Eoncurse. Verkehr, Land- und Volkswirtschaft. Sieben, 30. Mai. Marktbericht Auf bem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Md- 1,10—1,20, Hühnereier per Stück -4. 2 Stück 11- 4, Käse pr- 6t 5-84, Käfcmatte pr. St 8 4, Erbsen nr. Liter 18 4, Linsen pr. Liter 28 4, Tauben pr. Neun x. 0,70-0,90, Hühner pr. Stück Jt 1,10-1 50, Hahnen pr. St X. 1,70-2,00, Enten pr. ©t. x IM bis 2,00, Ochsenfteisch pr. Psd 63—72 4- Kuh- und Rindfleisch pr. Psd. 50-56 4, Schweine, fleisch pr. Pfd. 60-70 4, Kalbfleisch pr. Psd 40 46 -S, Hammelfleisch pr. Pfd. 40 70 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,00-6.00 X. Weißkraut pr. Stück 5-12 4, Hroiebelr pr. Eeniner 12,00-00.00 X, WMIdj p-. Lite* 12—18 Enteneier pr. St. 6— 4, Gänseeier 11—12 4, Kirschen pr. Psd. 20—25 4- Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 29. Mai. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 297 Dchsen, Kühe und Rinder unb 548 Schweine. Der nächste Markt ist am Montag ben 26. Juni l. I., zugleich Wollmaekt. kirchliche Anzeige« -er Stadt Gietzen. Katholische Gemeinde. Donnerstag den 1. Juni, Frohnleichnamssest: Mittwoch: Nachmittags um 4'/, Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. „ , Donnerstag: Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6'/, Uhr erste hl. Messe; um 7‘/e Uhr AuSthetlung ber hl. Communion; um 81/, Uhr zweite hl. Messe; MilitargotteS- dienst mit Predigt; um 10 Uhr Hochamt; Nachmittags um 2 Uhr Festandacht.___________________________________ Für die Abgebrannten in Zell bei Alsseld sind ferner bei uns eingegangen: Von H. B. 1 X, G. IX, Hosge-icktsrath Hoffmann 3 X, „Mandarinen" 15 X, E. S. 2 X, S'. V. 3 X Zusammen 25 X Jns^e'ammt 388.50 X Weitere Gab.n nimmt be:esiwilligst entgegen Die Expedition deS „Gießener Anzeiger". Wicbtig für Hausfrauen. Beruh. Curt Pechstein, Wollwaarenfabr. in Müht Hansen i. 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A. Nr. 16, 17, 18, 19, 20, von dem Auleheu vom 1. Juli 1882 Lit. B. Nr. 91, 92, 93, 94, 95 Sectiou Gießen 0 ö A V Donnerstag, I Juni: Bersanrmlnna Tast, »bei. Feststellung der noch auSzufübrenden Touren [4«-9) im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Josephine Schreiber. zur Rückzahlung bei unserer (tzesellschaftskasse oder dem Bankhaus A. Heichelheim dahier auf den 1. Juli l. I. anSgeloost worden und hört von diesem Tage an die Verzinsung auf. 3 p6t. JtetftUnW 3*/» pfct. do. 3 pSt. Preuh Loatol» Apotheker im städtischen Krankenhause zu Magdeburg im 27. Lebensjahre. Um stille Theilnahme bitten Danksagung. Für die mir von allen Seiten bewiesene herzliche Theilnahme während der Krankheit, bei dem Verluste und der Beerdigung meines theueren unvergesslichen Gatten Zllustrirte Frauen-Zeitung Ausgabe der „Modenwelt" mit Unterhaltungsblatt Jährlich 24 Doppel-Nummer« t« farbige« UmschläOen. Heute Morgen 4Vs Lhr entschlief sanft nach dreitägigem Krankenlager an Scharlach unser geliebter Sohn, Bruder und Schwager Gesellschastsverein. Bei der heutigen Ziehung sind folgende Schuldscheine und zwar: Conröbericht non E. Wasserschieben, KanKgeschüst. frankfurter Börse vom 30. Mai 1893. Schluhcomie 1 Uhr 15 Min. 3n Folge Abbruchs des alten Hofgerichtsgebäudes bleibt die «Nunst Ausstellung bis auf Weiteres geschloffen. Gießen, den 30. Mai 1893. 49°4] Der Ortsausschuß.__ Kaufmännischer Verein Alle aus der Bibliothek des Vereins entliehenen Bücher müsten behufs Revision spätestens bis zum Dienstag den 6 Juni abgeliefert werden, andernfalls wir dieselben auf Kosten der Säumiaen abholen lasten.[4903]Der Vorstand. 4907] Junger Mops entlausen. Abmgrven Mühlgasse 14. Vor Ankauf wird gewarm.___________ Ja der Kochschule ist eine Freistelle sofort an geeignete Bewerberin $u vergeben. — Auch können noch einige Schülerinnen in den Kochcurius eintreten. 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