rW iestgestell, unk Qtmilabt intern tt,nv SSsS® 4Ä *"Ä "Xä ÄÄ **?8Ä*t "I "«imÄ" sQ un& Slamuibeim tzrL-L ™,lonjtmbeini, £btt: elS.^®Äaitn in SfiSSft "»»k-hschaft. Varnitz.»ant in twNwu^ i Börse. IMJODW 26,/V. L88u.88 rb. Gold- ismb^n- bLLA. ?Hg.l880r iv.Lit.0. olb,-M 32.10 79.30 80.85 104.65 21.70 51.30 rin.SnL I SS. 19./7, 3I«O JiJO 80.(5 104.60 21.80 5020 96.- ombctbtn 110490 104.50 bo. do. er Gold. i(W) tf Silber mtgtiL chn . . c . • • roMmb. tiS goniL ii.Stt.stfr. 57.70 6380 98.80 6J.fi) 100.45 10120 SIH 5155 6430 98.75 65.35 100.35 101.25 81.30 95.80 95.80 95.70 95.10 81.501 8120 1179^1180.- ifinßo. M.50l 198b» . 1157.30 15’- / , \ 107.10 101- n! . "r.95 143.- X.ÄM4» 99.40 S9.8O LL SS Är. 191.25/191.05 N 319.- 321.70 i 160.- 181-bO 1118.90 119 35 RgSlnstslt I mSWfi-L SrihM- o 96.80 96.70 101.35 10130 103.30 108-30 ,20^ jOi.40 104? . . • * 27.50 12» rgerLoole- 13360 iS» VS-5 ioi- 104.90-5 JUlliNS^" * IV' :L ' rr. <24.________________________Dienstag oea 30. Mai 1883 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener KamiltenörLIter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Bierteljähriger Abonnementspreis: 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Slbutftrahc Nr.7. Fernsprecher 51. Zlints- und Anzergeblutt für den Ureis Gieren. folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borin. wm" | Hratisöeilage: Gießener Jamilienölätter. Alle Annoncen-Burcaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend die Maul- und Klauenseuche. Die Maul- und Klauenseuche zu Echzell, Kreis Büdingen, ist erloschen. Gießen, den 26. Mai 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___________________v. Gagern.___________________ Bekanntmachung, betreffend den Wasenmeisterdienst zu Lang-Göns. Der Wasenmeister Johann Frank zu Butzbach ist zugleich zum Wasenmeister für die Gemeinde Lang-Göns bestellt und als solcher verpflichtet worden. Gießen, den 26. Mai 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ____________________v. Gagern.___________________ Gießen, den 24. Mai 1893. Betr.: Die Besichtigung der Fasclthiere. DaS Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der zu den Körbczirken Gießen und Hungen-Lich gehörenden Gemeinden des Kreises. Die Besichtigung der Gemeinde-Zuchtstiere, Zuchteber, Ziegen- und Schafböcke durch die Kör-Commissionen Gießen bezw. Hungen-Lich wird an folgenden Tagen stattfinden: Mittwoch den 31. Mai zu Nödgcn, Trohe, Großen- Buseck, Altcn-Buseck und Wieseck; Donnerstag den 1. Juni zu Gießen, Daubringen, Mainzlar, Staufenberg, Ruttershausen und Lollar; Samstag den 3. Jnni zu Heuchelheim, Klein-Linden, Allendorf a. d. Lahn, Großen-Linden und Leihgestern; Dienstag den 6. Juni zu Langsdorf, Bettenhausen, Bellersheim, Obbornhofen, Utphe, Trais-Horloff und Inheiden; Donnerstag den 8. Juni zu Hungen, Steinheim, Rodheim, Rabertshausen und Langd; Freitag den 9. Juni zu Lich, Birklar, Muschenbeim, Dorf-Gill, Grüningen, Holzheim, Eberstadt und Oberhörgern. Sie wollen die Besitzer der Bullen, Eber, Ziegen- und Schafböcke anweisen, an den bezeichneten Tagen zu Hause zu bleiben und die Thiere der Kör-Commission bei deren Eintreffen vorzuführen, sich auch selbst bereit hallen, um der Commission auf Nachsuchen förderlich sein zu können, bezw. die Beigeordneten hierzu anweisen. v. Gagern. Gießen, den 27. Mai 1893. Betr.: Die Nuhegehalte der Volksschullehrer im Kreis Gießen. Die Großh. Kreis-Schulcommisfion Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir sehen Ihren Berichten aus denjenigen Gemeinden, in welchen sich pensionirte Volksschullehrer befinden, unfehlbar innerhalb 8 Tagen entgegen. In denselben ist nur der Name des Lehrers anzugeben. Aus den Gemeinden, in welchen sich kein pensionirter Lehrer befindet, ist kein Bericht von Ihnen einzusenden. v. Gagern. Deutsches Reich. Darmstadt, 27. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute den Major v. Krane vom 1. Großh. Jnfanterie-(Leibgarde-)Regiment Nr. 115, den OberamiSrichter Siebert ans Höchst, den Steuercommissar Dieterich von Homberg a. d. O, den Beigeordneten Com- mercienrath Neinach und den Stadtverordneten Ufinger aus Mainz, eine Deputation des Mozartoereins, bestehend aus den Herren Dirigent Senff, Kaufmann Pfeil und Gymnasialdirector Nodnagel, den Hofrediger Ehrhardt, den Pfarrer Gombcl aus Reiskirchen, die Frau Pfarrer Knispel Willwe; zum Vortrag den Staatsminister Finger, den Finanzminister Weber, den Präsidenten der Oberrechnungskammer Lorbacher, den Jägermeister Muhl. Berlin, 27. Mai. Der Jagdaufenthalt deS Kaisers in Pröckelwitz (Ostpreußen) wird gutem Vernehmen nach noch bis Ende Mai währen. Indessen scheint der hohe Herr über den Tag seines Wiedereintreffens in Berlin, resp. Potsdam, noch keine endgiltigen Bestimmungen getroffen zu haben. — Der Kaiser hat in einem huldvollen Antwortschreiben die an ihn ergangene ehrerbietige Einladung des Bremer Senats, an der auf den 18. October d. I. festgesetzten Enthüllungsfeier des Reiterstandbildes Kaiser Wilhelm I. in Bremen theilzunehmen, angenommen. Im Hinblick hierauf wird hier und da bereits die Hoffnung ausgesprochen, auch Fürst Bismarck werde bei der Feier nicht fehlen, so daß also die in Görlitz nicht zu Stande gekommene Begegnung zwischen dem Kaiser und dem Altreichskanzler dann in Bremen stattfinden würde. Selbstverständlich muß es indeffen noch dahingestellt bleiben, ob überhaupt Unterhandlungen zu diesem Zweck angeknüpft werden, mindestens ermuthigt die bekannte Vorgeschichte der Görlitzer Denkmalsfeier schwerlich zu derartigen Bemühungen. — Die Militärvorlage wird gegenwärtig im preußischen Kriegsministerium auf Grundlage des Antrages Huene nmgearbeiter, wie Berliner officiöle Preßstimmen melden. Neben der abgeänderten Militärvorlage soll indessen zur Zeit kein anderes Arbeitsmaterial für den neuen Reichstag in Vorbereitung begriffen fein, obwohl nicht zu bezweifeln steht, daß ihn die Militäroorlage nicht allein beschäftigen wird. — Vom Herzog von Cumberland, dem welfischen Thronprätendenten, wird eine angebliche Kundgebung zur Militärvorlage gemeldet. Es heißt, Herzog Ernst August habe hervorragenden Mitgliedern der Weifenpartei seine Unzufriedenhcit darüber zu erkennen gegeben, daß die deutsch- hannöver'sche Partei, d. h. die Welfen, für die Reichstagswahl in Hannover einen eigenen und wenig aussichtsreichen Candi- daten aufgestellt habe, anstatt den nationalliberal-conservativen Compromiß-Candidaten, Bürgermeister Lichtenberg-Linden zu acccpiüen. Weiter hätte der Herzog dann erklärt, er fühle sich in Betreff der Militäroorlage ganz als deutscher BundeS- fürst und theile volländig den Standpunkt derselben. — Sollte sich der welfische Prätendent wirtlich m dieser oder ähnlicher Feuilleton. Hkiteris aus dem Schtittenfahrerteben. (Schluß.) Der eine Schwindler war mittlerweile bei einem der Protectoren, einem Bankier, Geheimsecretär geworden, und seine Collegen in Folge deffen Hausfreunde. Das Quartett wußte den Bankier zu überreden, es mit der Vieh- und Pferde-AuSfuhr nach Deutschland zu versuchen, weil darin, wie sie sagten, ein großes Geschäft liege. Zwei der Schwindler traten angeblich eine Ferienreise an und während dieser Zeit erhielt der Bankier aus Swinemünde von einem „Gutsbesitzer" die Anfrage, ob er vier echte Vollblutpferde und sechs Zuchtbullen liefern könne. Wenn das der Fall, so möge er die Thiere nach Hamburg an die Firma X. senden, welche alles Uebrige veranlassen werde. Da der „Gutsbesitzer" sich auf die beiden nach Deutschland gereisten „Professoren" bezog, so glaubte der Bankier den Auftrag sofort ausführen zu sollen. ES braucht eigentlich wohl nicht erwähnt zu werden, daß der „Gutsbesitzer" und die Firma X. in Hamburg mit den nach Deutschland gegangenen Schwindlern identisch waren. Diese verkauften die ganze Sendung an einen Viehhändler und schrieben nach mehr. Inzwischen war aber in Hüll etwas vorgekommen, womit die beiden Schlittenfahrer nicht gerechnet hatten. Zunächst war dem Schwindler, der noch immer die Schule besorgte, das „Unterrichten" lästig geworden. Er verkaufte daher die ganze Schule an einen Pfandleiher und rückte mit dem Erlös aus. Als die Kinder am nächsten Morgen in gewohnter Weise zum Unterricht kamen, sanden sie alle Bänke und sonstige Möbel vor der Thür auf einen Haufen gestapelt und obenauf prangte das Schild: „German High School“, erst als der Pfandleiher das Inventar auflud, wurde den Kindern die Sache klar. Gleichzeitig war aber noch etwas vorgekommen: Amor hatte nämlich zwischen dem vierten Schieber, der als Geheimsecretär bei dem Bankier arbeitete, und der Nichte des letzteren eine Liebschaft angezettelt. Als es nun mit der Schule zu Ende war, fürchteten die Liebenden das Schlimmste und sie beschlosicn daher, die längst im Stillen vorbereitete Hochzeit auf der Stelle zu feiern. Sie fuhren nach Liverpool und von dort schrieb der Herr „Geheimsecretär" an den Bankier: „Heute wurde ich hier in Liverpool mit Ihrer Nichte getraut und reifen wir zusammen nach Amerika. Weil Sic nun mein Onkel werden und ich Ihr einstiger Universalerbe, so will ich Ihnen einen Rath geben. Schicken Sie kein Vieh mehr nach Deutschland, Sie haben dort mit Schwindlern zu thun." Die beiden Schwindler in Hamburg kamen nur mit knapper Noch von Hamburg fort, denn der practische Bankier war, anstatt feiner Nichte und einzigen Erbin nachzufahren, schleunigst nach Hamburg gereift, um feine Bullen und Pferde zu retten. Diese waren aber bei seinem Eintreffen gerade in andere Hände übergegangen und die Schlittenfahrer nach London verduftet, wo sie wohl und munter in sicherem Hinterhalt ihren Raub verzehrten. Ein deutscher Pleitemacher, Herr S., langte in London mit 2000 Mk. an, um in „Schlittenfahrten" zu speculikdn. Es war ein kleines verwachsenes Männchen mit einem Paar . verschmitzter Augen, von denen das rechte immer nach der entgegengesetzten Seite des linken sah, und einer ganz aus dem Verhältniß geratenen rothen Nase. Die feuerroten ' Haare streckten sich wie Borsten gen Himmel und ein Paar . krumme Beine, an die er sehr lange Stiefel zu stecken ge- nöthigt war, brachten den unteren Menschen zum Abschluß. Vierundzwanzig Stunden nach seiner Ankunft in London war er schon an eine Bande Schlittenfahrer geraten und schnell war man sich einig, eine neue „Firma" zu gründen. Bald prangte an einem fünfstöckigen Hause nahe dem Finsbury Square, in welchem die Bande ein Dachstübchen gemietet, ! ein nagelneues Mejsingschild, worauf die Namen Herbert, ; Enders u. Co. vielversprechend standen. In kurzer Zeit ließ \ sich ein deutscher Fabrikant mit 10,000 Mk. in Maaren rupfen, weil der Knirps mit der ersten Bestellung sofort 1OOO Mk. eingeschickt hatte. Als dieser große Posten an- fommen sollte, berieten die übrigen fünf „Schieber" dieser etwas langen Firma, wie sic den kleinen Kerl los werden ; könnten und sie fanden sehr schnell einen feinen Plan. An » dem Tage der Ankunft der Waarensendungen nämlich erzählten ■ sie sich untereinander mit betroffenen Gesichtern, die Deutsche Handelsschutz-Gesellschaft habe sich Tags zuvor beim Haus- ! wirth über sie erkundigen lassen und gleich darauf einen Detective vor das Haus gestellt. * Der kleine Kerl horchte auf und fragte dann: „UnS kann wohl nichts passiren?" „Natürlich kann uns waS passiren, wenn die Polizei unS auf den Hals gehetzt wird!" erhielt er zur Antwort. Der Kleine war dadurch so beängstigt, daß er die „Schlittenfahrer" bat, schnell die Maaren zu verkaufen/ ehe ein „Unglück" geschehe. Einer der Schieber nahm nun ein Stück Maare unter den Arm und tat, als wolle er damit auf den Handel gehen. Nach wenigen Minuten stürzte er ins Zimmer zurück und rief: „Die Polizei ist int Hause und kommt schon die Treppe heraus! Rette sich ein Jeder, wie er kann, ich gehe aufs Dach!" Kaum saß er draußen auf dem Dach des fünfstöckigen Gebäudes, als sich auch sofort der Knirps, am ganzen Leibe zitternd, einfand. „Menn die Kerle uns abfassen, was steht uns bann bevor?" flüsterte er dem Schlittenschieber zu. „Pst, sprechen Sie leiser, damit man uns nicht entdeckt,- zehn Jahre Zuchthaus sind uns sonst sicher!" antwortete dieser. „Ach," rief nun der Rothnasige, „dazu bin ich hier nach London gekommen! Das hätte ich in Deutschland ja viel billiger haben können!" „St! Still, Sie Elender, oder Sie fliegen kopfüber vom Dach hinunter! Hören Sie Glicht die Polizei! Die Kerle tragen jetzt unsere schönen Maaren fort." Mährend die übrigen Schwindler alle Maaren und sonstigen Gegenstände fortschleppten, saßen die beiden ein paar Stunden im stärksten Regen auf dem Dach/ der eine aus Angst, der andere aus Berechnung. Wie es letzterem zu ungemüthlich wurde, sagte er: „Jetzt wollen wir mal nach- sehen, ob die Luft rein ist." Sie stiegen in daS leere Dachstübchen, wo der arme Knirps feines Verlustes wegen bitterlich weinte. Der andere Schwindler sagte: „Ich will Ihnen mal was sagen, haben Sie noch etwas Geld?" Er hatte noch zwei Pfund Sterling. „Nun, dann machen Sie sich aus dem Staube. Sie haben den Brief geschrieben und sind allein strafbar, werden wir abgefaßt." Zwei Stunden später dampfte das unglückliche Männchen nach Paris ab und eS rief feinen Genossen, die ihn auf den Bahnhof begleitet, zu: „Ich komme nie wieder nach London!" Diese drückten aber ihrem Oberschieber die Hand und sagten: „Das hast Du sehr gut gemacht \“ Weise geäußert haben, was natürlich noch abzuwarten bleibt, so würden seine Worte eine hochersreuliche, in Wahrheit echt Patriotische Gesinnung bekunden. Berlin, 26. Mai. Hier beschäftigt man sich mit den Aussichten der Socialdemokratie in Berlin und draußen im Lande, und da nach hierher die Nachrichten zusammen« laufen, so gewinnt mau wenigstens einen Einblick in die um- fasienden Vorbereitungen, ohne freilich gleich an deren Erfolg glauben zu müssen. Eine allgemeine Uebersicht dürfte auch den der socialdemokratischen Partei nicht Nahestehenden oder Zugehörigen inreresiant sein. Die Socialdemokraten haben in etwa 240 Reichstagswahlkreisen Candidaten aufgestellt; darunter befinden sich die Mitglieder deS vorigen Reichstags mit Ausnahme von Heine und Hickel, die angeblich auf eine Candidalur verzichteten. Von den socialdemokratischen Reichs- tagScandidaten gehören drei dem Adelftande an: v. Vollmar, der Cand. theol. v. Wächter und der Beamte der Tabak- arbeiter-Genossenschast v. Elm. Zehn Candidaten führen den Doctortitel. Dem Stand oder Gewerbe nach befinden sich unter den Candidaten: Je ein Rechtsanwalt, RechtSanwalt a. D., Predigtamtscandidat, Apotheker, Landwirth, Militär« Pensionär, Reporter. Ferner 2 Rentner, 7 Schriftsteller, 38 Redacteure von Parteiblättern, 26 verschiedene Parteibeamte (Mitglieder des Parleivorstandes, Buchhändler, Ex« pedienten, Correctoren usw.). Vier Candidaten sind Land« tagSabgeordnete, zwölf Stadtverordnete. Die übrigen Candidaten gehören fast ausschließlich dem Kaufmanns-, Fabrikanten« und selbstständigen Handwerkerstande, sowie dem GastwirthSgewerbe an. Ueber einen der Candidaten, der Gewerkschaftsführer ist, wurde vor Jahresfrist in seinem Gewerkschaftsblatt berichtet, daß er Gewerkschaftsgelder unterschlagen habe. — Obgleich ein Parteitagsbeschluß vorschreibt, daß Doppelcandidaturen möglichst vermieden werden sollen, sind doch zahlreiche Personen in mehreren Wahlkreisen vorgeschlagen worden, wie denn z. B. Bebel in elf Kreisen candidirt. Esten a. d. Ruhr, 27. Mai. Gegen die Candidaten des Centrums und der Socialdemokraten wurde von den übrigen Parteien Geh. Commercienrath Krupp als Reichstags« candidat für den Wahlkreis Esten aufgestellt. München, 27. Mai. Unter den Mannschaften der fünften Compagnie des Jnfanterie-Leib-Regiments herrscht der Scharlach. München, 27. Mai. Im Festsaale des Kunstgewerbehauses fand gestern Abend die Begrüßung der 29. Tonkünstlerversammlung durch das Localcomitö statt. General-Jntendent von Perfall toastete auf dieselbe, welche Bürgermeister v. Borscht willkommen hieß, General-Jntendent von Bronsart'Weimar erwiderte mit einem Hoch auf München. Bamberg, 27. Mai. Der Heßlein'sche Concurs fällt sehr ungünstig aus. Fast alle Depots sind verschwunden. Das fehlende Depot für die hiesige Stadt beträgt allein eine Million. Viele Wenigbemittelte verlieren Alles. Würzburg, 27. Mat. Die Verhandlungen der Achtzehnten Versamm lung des deutschen Vereins für Gesundheispflege wurden heute Nachmittag geschlossen. Auf ein an den Prinzregenten Luitpold gesandtes Huldigungstelegramm war ein Danktelegramm des Prinzregenten eingelaufen. In den Ausschuß wurden Oberbürgermeister Adickes- Franksurt, Obermedicinalrath Kerschensteiner-München und Oberingenieur Meyer wiedergewählt und Obermedicinalrath Pistor-Berlin, Oberbauralh Baumeister-Karlsruhe und Professor Gafsky-Gteßen neugewählt. An-land. Montpellier, 27. Mai. Einige choleraartige Fälle sind im Dorfe Montarnaud constatirt. Es herrscht drückende Hitze. Durban, 27. Mai. Meldung des Bureau Reuter. Der Postdampfer „Conway Castle" strandete 12 Meilen von Batomandri auf dem Vandeuil-Riff. Das Ähiff ist stark beschädigt und die Flottmachung höchst zweifelhaft. Die Fahr« gäste und die Post sind gelandet worden. Die Ladung ist bis jetzt nicht erheblich beschädigt und wird auf einen Schooner umgeladen. Die Mannschaft bleibt an Bord. Belgrad, 27. Mai. Der König hat angeordnet, daß das 11. Regiment den Namen seiner Mutter führen solle. ncticftc Nachrichten» Wolffs telegraphische« Correspondenj-Bureau. Paris, 28. Mai. Ungefähr 2000 Socialisten besuchten heute in gewöhnlicher Weise die Gräber der 1871 erschossenen Communards auf dem Friedhof Psre Lachaise. Dort wurden rothe Fahnen entfaltet und mehrere Reden gehalten unter Hochrufen aufAie Commune und die sociale Reform. Zwischen den Manifestanten kam eS zu einigen Conflicten, doch entleerte fich schließlich der Friedhof ohne weiteren Zwischenfall. Die Polizei hatte keine Veranlastung einzuschreiten. Deprschm de« Bureau .Herold". Paris, 29. Mai. Bei der gestrigen Manifestation auf dem Kirchhofe Pöre Lachaise brachte der Redacteur Lissa- garay von der „Grande bataille" einen großen Kranz, um ihn auf die Gräber der am 28. Mai 1871 erschossenen Revolutionäre niederzulegen. Daillaut erfaßte den Kranz, riß ihn in Stücke, worauf andere den Kranz, den der „Jntransigeant" gestiftet hatte, unter dem Ruse „Nieder mit Boulanger" ebenfalls vernichteten. Sonst wurde die Ruhe nicht gestört. Kopenhagen, 29. Mai. Der Kronprinz-Regent erließ eine Verordnung wegen der Veranstaltung zu einer schnellen Mobilisirung der Kriegsmacht. vrüffel, 29. Mai. Der „Bruxelles maritime" sagt, Antwerpen habe in Argentinien 300 Millionen verloren und bebauen, daß dieses Geld nicht zur Anschaffung einer Handelsflotte verwandt worden sei. Darmstadt, 29. Mai. Der Großherzog von Baden trifft morgen (DienStag) früh zum Besuch deS Großherzogs hier ein. Hamburg, 29. Mai. Ein seit acht Tagen an leichten Durchsällen leidender Comptoirbote ist unter choleraverdachtigeu Anzeichen gestorben. Bacteriologisch wurde gestern die Cholera als Todesursache festgestellt. CocaU» utib provinzieller. Sieden, 29. Mai 1893. ** Nach dem Jahresberichte des LctroiinspectorS Jost pro 1892/93 beträgt: A. B. C. das Octroieinkommen der Stadt Gießen in 1891/92 in 1892/93 •/Ä» v4(*. 1. für Schlachtvieh 30663.20 31112.31 2. „ Fleisch und Wildpret 2984.57 3581.14 3. „ Brennmaterial 25983.43 26481.71 4. „ Mehlfrüchte, Backwaaren 26291.83 27266.93 5. „ Getränke 25078.52 25709.01 Im Ganzen 111001.55 114151.10 111001.55 Daher in 1892/93 mehr..... 3149.55 Die Rückvergütungen betragen 1. für Schlachtvieh und Fleisch 366.25 537.52 2. „ Brennmaterial 315.33 277.25 3. „ Backwaaren, Mehl, Hafer rc. 12683.93 13348.64 4. „ Getränke 3013.64 3460.79 5. an das Militär 2181.72 2622.19 Zusammen 18860.87 20246.39 18860.87 Daher in 1892/93 mehr .... 1385.52 Abschluß. Von dem Octroieinkommen 111001.55 114151.10 die Rückvergütung ab 18860.87 20246.39 bleibt Einkommen 92140.68 93904.71 92140.68 daher in 1892/93 mehr .... 1764.03 *♦ Das am Samstag den 27. Mai von dem Rheinischen Künstler Doppel Quartett gegebene Concert verlief in anregendster Weise. Das Publikum hatte sich zwar nicht übermäßig zahlreich eingefunden/ muß aber unbestritten als sehr sachverständig bezeichnet werden, denn ein namhafter Theil rekrutirte sich aus hiesigen Sängerkreisen. Und dieses Publikum stellte den Sängern einstimmig das Zeugniß cum laude aus. Das durchaus nicht kleine Programm, welches ursprüng« lich aus 16 Nummern bestand, verdoppelte sich im Laufe des Abends, aus dem scheinbar unerschöpflichen Liederborn, durch den wiederholten, theilweise sehr stürmischen Applaus, dem die Künstler bereitwilligst durch Wiederholungen und Zugaben entsprachen. Bei solchen Erfolgen, vor solchem Publikum hat die Kritik nicht das Recht, mit ihrer Allwiffenheit auf etwaige vorgekommene Unebenheiten hinzuweisen, gern beugt sie sich dem Unheil der Hörer und gesteht zu, sich mit diesen köstlich amüsirt zu haben. Bei der Fülle des Gebotenen konnte nicht alles gleichwerthig sein, von den heiteren Com« Positionen, in welches die Vereinigung unserer Meinung nach am besten zu Hause ist, gefiel uns das ganz meisterhaft gesungene „'S Eichkätzle" von Rößler (Einlage) am besten; daS Liedchen ist ein CabinetSstückchen von Zierlichkeit, Anmuth und Humor. ** Turnerisches. Die Turnfahrt des GaueS Hessen, welche gestern in Lollar stattfand, verlief auf daS Beste. Die Betheiligung der Turner des Gaues war eine außerordentlich gute, so daß fast alle Vereine vertreten waren. 106 Turner hatten sich zum Wettturnen gestellt und sind gute Leistungen zu verzeichnen. Einen Ehrenpreis (schon früher den ersten bekommen) errang Herm. Rausch, Wetzlar, mit 38Vg Punkten, den 1. Preis Jacob Diehl, Wetzlar, mit 37V2 P., den 2. Pr. Hch. Weller, M.-T.-V. Gießen, mit 36Va P-, den 3. Pr. Carl Schweighöfer, Usingen, mit 35 P., den 4. Pr. Hch. Erle, Usingen, mit 34 P., den 5. Pr. Herm. Haubach, T.'V. Gießen, und Hch. Pfeffer, Bad Nauheim, mit je 33*/, P., den 6. Pr. Chr. Weeg, T.-V. Gießen, und Joh. Siegfried, Wetzlar, mit je 33 P., den 7. Pr. Th. Müssing, T.-V. Marburg, mit 32^2 P-/ den 8. Pr. Carl Spam er, Schotten, mit 32 P., den 9. Pr. Wilh. Ziegler, T.-D. Gießen, und Louis Kracht, Wetzlar, mit je 311/a P., den 10. Pr. Fr. Christ, Wteseck, und Wilh. Dorsch II., Wölfersheim, mit je 31 P., den 11. Pr. Gerh. Groh, Wetzlar, Louis Reitz, Wetzlar, und Heinrich Schmidt, Wetzlar, mit je 29*/2 P., den 12. Pr. Wilh. Heues, Bad-Nauheim, Fr. Pfaff, Lollar, Gerh. Rohrbach, Lollar, und Gustav Orbig, T.-V. Gießen, mit je 29 P., den 13. Pr. Heinr. Schmidt jun., Grünberg, mit 28 Va V / den 14. Pr. Carl Sch omber, Wieseck, und Hart Trautmann, Wieseck, mit je 28 P., den 15. Pr. Arnold Enders, Laubach, und Emil Marx, T.-D. Gießen, mit je 271/a P., den 16. Pr. Th. Andreas, Usingen, und Albrecht Simon, Wetzlar, mit je 27 P., den 17. Pr. Martin Beith, T.«V. Gießen, Franz Senner, T.-V. Gießen, und Albr. Müller, Bad- Nauheim, mit je 261/2 P., den 18. Pr. Carl Schweitzer, Wetzlar, und Joh. Brunewo, Turugem. Marburg, mit je 26 P., den 19. Pr. Carl Rönnemüller, Turugem. Marburg, H. Braun, Laubach, Otto Wagner, M.-T.-V. Gießen, und Reinh. Weigel, Biedenkopf, mit je 25>/, P., den 20. Pr. H. Brauer, T.-V. Marburg, und Rud. Hahn, M.-T.-V. Gießen, mit je 25 P., den 21. Pr. Hugo Fatum, Wölfersheim, mit 241/« P- — Möchte auch dieses Fest dazu beitragen, unserer edlen Turnsache immer mehr Freunde zuzuführen. „Gut Heil!" •* Rene Müajtll hessischen Gepräges. Am SamStag sind die ersten Münzen mit demvtldnißSr. König!.Hoh. deS Großherzogs Ernst Ludwig bei der HauptstaatS- kaffe auSgegeben worden. " ES ist jetzt wieder die Zeit der Kirfcheoervte gekommen. Da kann nicht eindringlich genug vor der weit verbreiteten Unsitte deS Verschluckens der Kerne gewarnt werden, denn eS ist eine Thatsache, daß alljährlich dieser Unsitte eine Anzahl bon Menschenleben zum Opfer fallt. ** Versichert Euere Ernte! ES ergiebt sich au8 der I Statistik, daß Ortschaften, ja ganze Bezirke, in welchen früher durch Jahre hindurch Hagelschläge ganz unbekannt waren oder doch nur geringe Schäden verursachten, durch wiederholte sehr harte Hagelschläge betroffen wurden. Da die Landwirthe in den vom Hagel wenig heimgesuchten Gegenden erfahrungsgemäß nicht versichern, sind viele derselben durch derartige unerwartete UnglückSfälle arg geschädigt worden und eS hat sich die Sparsamkeit, welche durch Nichtaufwendung der verhältnißmäßig geringen Prämien bethätigt wurde, als eine wirihschaftlich verhangnißvolle Maßregel für Diele erwiesen. Die Reue kam aber zu spät. Sorgt dafür, daß sie bei Euch nicht auch zu spät kommt, ** Die Stichwahlen sollen im Großherzogthum Hessen am siebenten Tage nach Ermittelung der Wahlresultate stattfinden. ** Der Getreidemarkt. Der geschäftliche Umsatz wurde in der abgelaufenen Berichtswoche durch da« Pfingstfest naturgemäß beeinträchtigt. An mehreren der hauptsächlichsten deutschen Getreideplätze zeigte sich allerdings speziell für Roggen Kauflust, dieselbe wurde indessen lediglich durch Die Rücksicht- nähme auf die herrschende Witterung veranlaßt, welche man als den Saaten ungünstig erachtet^ auch hielt sich die Kauflust für genannten Artikel in mäßigen Grenzen. Immerhin resultirte hieraus eine nicht unerhebliche Preissteigerung für Roggen, ebenso erzielten Weizen und Hafer eine leichte Besserung, jedoch bei geringfügigen Umlätzen. Bon den ausländischen Getreideplätzen fehlten die Anregungen diesmal fast gänzlich. Notirungen an der Berliner Produktenbörse: Weizen von 153 bis 165 Mk. per 1000 Kilogramm, Roggen von 142 bis 150 Mk., Hafer von 154 bis 167 Mk., Gerste von 120 bis 175 Mk. -n- Lich, 29. Mai. Gestern Abend fand hier im Saale des Herrn Heiland eine zahlreich besuchte Wählerversamm« lung des freisinnigen Vereins für den 1. Hess. Wahlkreis statt. Der Candidat der freisinnigen Partei, Herr Landrichter Dove von Frankfurt a. M., war selbst anwesend und entwickelte in längerer Rede sein Programm. Er erklärte sich als entschiedener Gegner der von der Regierung eingebrachteu Militärvorlage sowie des Antrags Huene, weil derselbe dem Volke unerschwingliche Lasten aufbürde. Werde die Regierung mit einer anderen Vorlage an die Volksvertretung herantreten, so werde er nach gewissenhafter Prüfung dasjenige Mehr an Soldaten bewilligen, waS für die Erhaltung der Wehrfähigkeit des Vaterlandes nothwendtg sei. Er müsse jedoch diese Bewilligung an die Bedingung knüpfen, daß dieselbe In Einklang gebracht werde mit der wirthschaftlichen Lage Deutschlands, sowie daß dte Regierung berechtigte und dasselbe wirthschastlich entlastende Wünsche des Volkes genehmige, nämlich bewillige die gesetzliche dauernde Festlegung der zweijährigen Dienstzeit sowie die gleichzeitige Regelung der Deckungsfrage unter Nlchtbelastung der minderbemittelten Volksklaffen. Diese Wünsche seien erfüllbare und wenn die Regierung aus dem von ihr seither eingehaltenen Standpunkte verharren und allen berechtigten Wünschen deS Volkes ein kategorisches „Nein" entgegensetzen werde, so gebe sie damit zu erkennen, daß eS ihr um eine Verständigung mit der Volksvertretung und dem Volke nicht zu thun sei, und müsse die Regierung alsdann dte volle Verantwortlichkeit treffen." Diese von der Versammlung beifällig auf- genommenen Ausführungen suchte der anwesende Bertreter der socialdemokratischen Partei, Herr Katzenstein von Gießen, zu bemängeln und gleichzeitig mit den bekannten Schlagworten „internationale Verbrüderung", „allgemeine Abrüstung" und dergleichen mehr Propaganda für die socialistische Sache zu machen und die Abschaffung der stehenden Heere zu empfehlen. Diesen Ausführungen traten unter dem lebhaften Beifall der Versammlung die freisinnigen Redner Herren RechtSanwalt Grünewald und Rechtsanwalt Dr. Jung entgegen. ES wurde Herrn Katzenstein bemerkt, daß man ihm nicht folgen wolle in da« Reich der Utopien, daß die freisinnige Partei stelS nach politisch erreichbaren Zielen gestrebt habe und daß eS, wie es die frei* sinnige Partei stets für ihre Pflicht gehalten habe, zu fein eine Vorkämpferin für die Rechte und Freiheiten deS BolkeS, sie es ebenmäßig für ihre Pflicht halte, die Wehrfähigkeit deS Vaterlandes in vollem Maße aufrecht zu erhalten. -a- Hangen, 28. Mai. Die auf heute hierher einberufene Versammlung der freisinnigen Partei war sehr gut, namentlich von den benachbarten Dörfern her, besucht. Sie wurde von Herrn RechtSanwalt Grünewald auS Gießen eröffnet und geleitet, der alsdann dem Candidaten der Partei, Herrn Landrichter Dove aus Frankfurt a. M., daS Wort ertheilte. Herr Dove entwickelte in längerer, beifällig aufgenommener Rede fein Programm und erklärte, wa« die Militärvorlage betrifft, daß er gegen den Antrag Hue« stimme, einer Verständigung mit der Regierung indessen nicht abgeneigt fein werde unter der Voraussetzung, daß gesetzliche Einführung der zweijährigen Dienstzeit stattfinde und daß die Kosten der HeereSvermeh- rung nicht auf die Schultern deS Mittelstandes, der arbeitenden Klaffen, gelegt würden. Würden diese Bedingungen nicht erfüllt, so werde er gegen die HeereS- vermehrung stimmen. Für die Erreichung noch weiterer Wünsche, die daS Militärstrafwesen, daS Beschwerderecht der Soldaten rc. betreffen, werde er sein bestes Dollen und Können einsetzen. — Der Heranziehung der Börsensteuer sei er nicht abgeneigt, die Bier- und Branntweinsteuervorlage verwerfe er. — Auf dem Boden der Grundsätze de« freisinnigen id sand hier im Saales [e Wählerversami 1 l- Hess. Wahlkreis ftm, Herr Landrichter Doke vesend und enttota m lütte sich als entMm chtenMilitärvochkMe :m Volke uneWvzliche erung mit eim anderen mtreten, so werde er nach Nr an Soldaten be- ^ebrfä^teit beb Satte-- >och diese Bewilligung 6t U Wtm^ Fracht uWandS, iMt da^die mrtMaMch entlastendk mlich bewillige dir zch- rigen Dienstzeit fotetiit ge unter Nichtbelastunz>. se Wünsche seien (# >em von ihr seither (in- und allen berechtizire es „Nein" entgegenstp ^aßesthrum eine BerM btm Solle nii)t ju thun n Sie volle Berantwort- sammlung beiMtz aul- anwesenbe Vertreter der Kechtln von SieM j" bekannten SM»011® gemeine » sie ioc«*6** btm ttbf)*158**16‘' HM!» MW* In**' S“" ««#, i* —U ®i,: jegen öetl -Mn m- W“"" r-ßs-l-i «bcr^e >es Würde« würde«- er C fe . örreij,E * Ssä** Arundsase 6ei 6“ ... "Cs« "Siebt u W/in^J der °Se nJ^tt [6H« >»« «ZK öS Sass S'Ä Äf'Ä? * taMsetmj iür den auSländilchrn !n diesmal fast g^. "enborse: Weizen ton ®«» Roggen von Iti 167 Mk., Gerste vor Programms stehend, werde er jeden Versuch, unser gleiches, geheimes und directes Wahlrecht zu ändern, bekämpfen. Er sei abhold jeder Jnteressenpolitik, nur durch gleichmäßige Wahrung der Jn- reressen aller Berufsstände könne daS Wohl des Vaterlandes gefördert werden. Herr Rechtsanwalt Dr. Jung ergänzte die Ausführungen des Redners, indem er unter lebhaftem Beifall namentlich über die Deckungsfrage bezüglich der Militärvorlage sich äußerte. — Hierauf äußerte sich ein Anti- semit aus LangSdorf, Herr Bommersheim, dessen Rede wesentlich darin gipfelte, daß .die Freisinnigen in Gießen in einer Nacht die Antisemiten gehauen hätten. — Sodann ergriff das Wort Herr GutSpachter von Oven, um über die Ziele des Bundes der Landwirthe sich zu verbreiten, von dem er bekenne, daß er lediglich eine Inte re ssenpolitik treibe. Es handle sich nicht nur um die Interessen deS Großgrundbesitzes, die Landwirthe in Süddeutschland wollten von den Agrariern deS OstenS nichts wissen. Dem antisemitischen und dem agrarischen Redner trat Herr Rechtsanwalt Grünewald scharf entgegen; er bedaure eß sehr, daß die nationalliberale Partei die Bewegung unterstütze, die von den Herren Graf Mirbach, von Frege, von Plötz in Scene gesetzt sei, Leuten, die seit dem Bestand deS Reiches die Gesetzgebung im Sinne ihrer rückläufigen Tendenzen und ihrer egoistischen Interessen zu beeinflussen bestrebt seien, die jederzeit gegen die bäuerlichen Interessen gearbeitet hätten. Für den Bürger- und Bauernstand bilde diese nationalliberalragrarische Partei keine Vertretung, wie denn auch im Reichstage die Bauern, die man wirklich als solche bezeichnen könne, Lorenzen, Dan, Wisser, Kercher u. A. auf der Linken sich befänden. Nach weiteren Darlegungen deS Herrn Dove und Erwiderung des Herrn von Oven und Herrn Bommersheim wurde die Versammlung Seitens des Vorsitzenden geschlossen, nachdem er wiederholt den Candidaten, der in würdiger und maßvoller Weise seine Stellung zu den Tagessragen dargelegt habe, der bekannt sei als ein ehrenhafter, gesinnungstreuer und volksthümlicher Mann, den parlamentarische Befähigung und Gesetzeskunde auszeichne, aufs Wärmste empfahl. Mit einem Hoch auf das Vaterland endigte die Versammlung. N. Nidda, 28. Mai. Zwei Verfügungen unserer Verwaltungsbehörden verdienen den Dank des Publikums und mögen hier besonders zur Berücksichtigung empfohlen werden, weil Mancher nicht darauf aufmerksam wird. Die erste ist, daß die oberste Eameral- und Forstbehörde der Futternoth unserer kleinen Landwirthe dadurch zu steuern sucht, daß sie bis auf Weiteres den Forstämtern und Oberförstern die Befugniß ertheilt, grünes Rupfgras aus den Domanialwaldungen per Last zu 10 Psg. und dürres zu 5 Psg. abzugeben. Da, wo es ohne Schaden geschehen kann, darf auch das Schneiden zugelasscn werden. Selbstverständlich ist strenge Aufsicht erforderlich, die Nutzung soll darum auf bestimmte Wochentage verlegt und abtheilungsweise vorgenommen werden. Den Ortsvorständen wird ebenfalls erlaubt, Gras aus den Gemeindewaldungen abzugeben, sobald es gewünscht wird. — Die zweite Verfügung betrifft das Gesundheitswesen. Das Kreisamt Büdingen hat eine Bekanntmachung in Betreff der Maßregeln zur Verhütung und Einschränkung von Epidemieen erlaffen und die gesetzlichen Vorschriften auf ein besonderes Blatt drucken laffen, welches den Bewohnern des Kreises zugänglich gemacht wird. Die Leute können nunmehr nicht mehr sagen, sie wüßten nicht, wie sie sich zu verhalten hätten und wem es wirklich mit der Sache Ernst ------- - । .............. ist, der kann sein Theil dazu beitragen, daß der in unserem Kreise grassirenden Seuche baldigst ein Ziel gesetzt wird. Was durch Umsicht, Energie und Sachkenntniß einer Seuche gegenüber geleistet werden kann, baß haben die Gesundheitsanstalten der Stadt Berlin im Sommer 1892 der Cholera gegenüber, welche in Hamburg Tausende von Menschenleben vernichtete, bewiesen. jDfjne diese vortrefflichen Anstalten wäre Berlin sicher verseucht worden und schweres Unglück wäre die Folge gewesen. Man kann sich also an der Reichs- Hauptstadt in der soeben angedeuteten Leistung ein Muster nehmen. Bad'Nauheim, 26. Mai. In der letzten Woche sind 504 Fremde hier angekommen gegen 437 in der Parallelwoche des Vorjahres. Die Gesammtfrequenz ist jetzt 1698, gegen die entsprechende Zeit des Vorjahres ein Vorsprung von nahezu 300. * Bingenheim i. d. W., 25. Mai. Wie bedeutend wir im 1893er Frühjahre in der Vegetation gegen vordere Jahre voraus sind, beweist die Thatsache, daß die Reben, welche an der südwestlichen Schloßmauer dahier angepflanzt sind, seit gestern Nachmittag in Blüthe gekommen sind. Die Fruchtansätze sind dabei groß, gesund und reichlich. Wir sind in Oberheffen bekanntlich in der Vegetation und also auch in der Temperatur gegen Rheinhessen um zehn bis vierzehn Tage zurück. Da nach einem Berichte, den der „Gießener Anzeiger" vor einiger Zeit brachte, die Trauben- blüthe in Rheinhessen 1890 am 21. Juni, 1891 am 11. Juni, 1892 am 1. Juni eintrat, so sind wir im Frühjahre 1893, das wohl eines der trockensten seit Menschengedenken fein wird, mit der ober hessischen Traubenblüthe derjenigen von Normaljahren in Rheinhessen immer noch ein gutes Stück voraus. Darmstadt, 26. Mai. Der an Pfingsten in Kreuznach stattgehabte mittelrheinische Aerztetag wählte als nächstjährigen Versammlungsort Darmstadt. Aus dem Odenwald, 25. Mai. Man findet eben schon hier und da reife Heidelbeeren, eine Erscheinung, welche im Mai seit Menschengedenken nicht vorgekommen ist, indem die Heidelbeeren meistens erst Ende Juni reifen. In einigen Tagen dürsten schon Heidelbeeren auf den Märkten zu kaufen sein. " vermischte». * Frankfurt a. M>, 26. Mai. Gestern Abend erschoß sich auf dem Krautmarkt in der Wirtschaft „Zur Wolkenburg" in ihrer Mansarde eine junge Kellnerin. Sie hatte vorher sorgfältige Todestoilette gemacht. Die Revolverkugel drang, sofort tödtlich, durchs rechte Ohr in den Kopf. Das Mädchen soll aus verschmähter Neigung zu dem Liebhaber einer Collegin in den Tod gegangen sein. (Der Polizeibericht theilt dazu mit, daß die Lebensmüde Franziska Meinlschmidt hieß und am 9. März 1872 in Welschau (Oesterreich) geboren war. Sie verstarb kurz nach Anlegung eines Noth- Verbandes.) * Mannheim, 22. Mai. Dowes Glück und Ende! Von dem Erfinder der „kugelsicheren Uniform" wird bertchtet: Dieser Tage sind Dowes Einrichtung, Möbel, Kleider und dergleichen im Versteigerungslocale zwangsweise unter den Hammer gekommen. Der Besitzer einer Kleiderhandlung hatte für Dowe die HauSmiethe bestritten und, um wieder zu seinem Gelde zu kommen, die Einrichtung versteigern laffen. Die Voraussagungen der Blätter, daß Dowe in allernächster Zeit cS zum Millionär bringen werde, sind durch vorstehende Nachricht schnell widerlegt worden. * Raffel, 24. Mai. Hauptmnn a. D. von Grabow, der jüngst seinem Leben durch einen Pistolenschuß ein gewaltsames Ziel setzte, soll dem Vernehmen nach dem 3. Hessischen Jnsanterie-Regiment Nr. 83, dem er früher angehört hatte, laut Testament ein Vermächtniß von 100,000 Mark gestiftet haben. * Bayreuth, 24. Mai. Zwei Soldaten deS 7. Infanterie- Regiments haben gestern in der Kantine aus Scherz mit einander gerungen, wobei der eine so unglücklich fiel, daß er daS Genick brach und sofort eine Leiche war. * Chicago, 26. Mai. Die deutsche landwirth- schaftliche Abtheilung der Ausstellung ist gestern eröffnet worden. Besonderes Jutereffe erregt das Chocolade- modell des Niederwald-Denkmals. * Selbsterkenuluiß. Lehrer: „Nun habt ihr mir alle möglichen Haussiere genannt, Pferd, Ochs, Schaf, Hund, Katze u. s. w. Kommt ihr denn nicht auf daS eine: es hat struppige Haare, ist schmutzig, wälzt sich im Schmutz, treibt sich auf Nachbars Hofe herum? Nun, Fritzchen!" Fritzchen (verschämt): „Das bin ich!" * Reiches Vermächtniß. Der verstorbene Pfarrer Muche vermachte laut eröffnetem Testament der Stadt Jan er 700,000 Mk. zur Unterstützung von Schülern und Studenten katholischer, evangelischer und jüdischer Religion. Schisfsnach rechten. (Mitgetheilt durch den Agenten des Norddeutschen Lloyd, Herrn Carl Loos in Gießen). Bremen, 26. Mai. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Aller, Capitän H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 16. Mat von Bremen und am 17. Mat von Southampton abgegangen war, ist gestern 7 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. Der Postdampfer „Rhynland" der „Red Star Line" in Ant- werpen ist laut Telegramm am 24. Mat wohlbehaltenr„tn Newyork angekommen. verkehr, Land- tmö P o l f s iv i r, v’5d?gjL SrÜrrberg, 27 Mai. Frachtpreise. Weizen X 17.—, Korn X 15.60, Gerste X 15.30, Hafer X 17.—, Erbsen X 18—, Linsen X 60.00, Wicken X--, Lein X 00.00, Kartoffeln X 4.40, Samen X —._________________________________ Spielplan der vereinigten frankfurter LtaLttheater. Opernhaus. Dienstag den 30. Mai: Wagner-Cyclus Achter Abend. Walküre Mittwoch den 31. Mai: Margarethe. Donnerstag den 1. Juni: Troubadour. Freitag den 2. Juni geschlossen. Samstag den 3. Juni: Norma. Wiener Walzer. Sonntag den 4. Juni: Wagncr-Cyclus. Elster Abend. Siegfried. Schauspielhaus. Dienstag den 30. Mat: Wahlverwandt. Hierauf: Großstadtluft. Mittwoch den 31. Mai: Tartuffe. Der Geizige. Donnerstag den 1. Junt geschloffen. Freitag den 2. Juni: Vafantafena. Samstag den 3 Juni: Dorf und Stadt. Sonntag den 4. Juni: Vafantafena. Ul - »E—,> »»...... . ■ ■ ! I Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeffen am 29. Mat, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr Wasser 13'/,. Lust 14 Grad. Rübsamen'sche Badeanstalt. Wasserabgabe betr. Nachdem seit 21. d. M. eine ununterbrochene Wafferabgabe möglich gewesen, erinnern wir hiermit an unsere Bekanntmachung vom 26. v. M., wonach die in der Regel einzuhaltenden Stunden der Abgabe von 6 Uhr Morgen» bi» 2 Uhr Nachmittag» je nach Waffervorrath ausgedehnt oder abgekürzt werden müssen. Da sich namentlich wegen des schwankenden Verbrauches an den verschiedenen Wochentagen der jeweils des Nachmittags vorhandene Vorrath nicht genau voraussehen läßt und wir bestrebt sind, die tägliche Abgabezeit so lange wie möglich auf die Abendstunden auszudehnen, so läßt sich die Dauer der möglichen Abgabe auch nicht für den einzelnen Tag vorher festsetzen, bezw. bekannt machen. Nachdem unser seitheriger Vorrath wieder abzunehmen beginnt (während der Quellenerguß sich seit Ende vorigen Monats erfreulicher Weise wenigstens nicht verringert hat), wird voraussichtlich in den nächsten Tagen wieder eine Einschränkung der in der letzten Zeit ununterbrochenen Wafferabgabe eintreten müssen. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. 4847 Otto Bergen. Vergebung von Bauarbeiter» Die nachstehenden zum Umbau der Lumdabrücke bei Qden- haufen erforderlichen Arbeiten und Lieferungen werden am Dienstag den 6. Juni, Vormittags IO Uhr, im Amtszimmer des Unterzeichneten, woselbst Pläne, Voranschläge und Bedingungen zur Einsicht aufliegen, im Submifsionsweg vergeben : Erdarbeiten ute Morgen 8 Uhr nach kurzem aber schweren Leiden im zarten Alter von 4 Monaten durch den Tod entrissen wurde. Die tiefbetrübtc Familie Gonter, Sergeant und Regimentsschneider. ■ ■■■ dlliu Wj 63 SelterSweg 63. W.Ktfri bu 93, zi, Reue Klinik. Hausbursche sÄ.."""s,K Die f 8nrgtrmeifte Heil fabl Hof Hof. Wie baden Sie eS nur fertig gebracht, daß diese- Mal die Fußböden so prachtvoll geworden find? MU ,0. Frihe'S vernstetn Qel- Lackfarbe^ ist es weiter kein Kunstsück, dieselbe übertrifft an Haltbarkeit, schnellem Trocknen und elegante« Aussehen alle anderen Fußbodenlacke Rtedrrlage bei: 3699 Anglist Noll II., vadnhofstraße Rr. 51. T. «rdninger, Steinstraße 43. 4829] Ein Logis zu vermiethen. ________________Schiffenbergerweg 63. 4879] MöbliiteS Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. S. WetmerSheim Rachfolger.