Ausland. — Der französische Senat nahm am Montag die infolge des Ablebens JuleS Ferrys nothwendig gewordene Wahl eines neuen Präsidenten vor. Es wurde hierbei der Senator Challemel-Lacour mit 172 Stimmen zum Präsidenten gewählt, nachdem derselbe schon bei einer von der Linken veranstalteten Probewahl für den Präsidentenposten die meisten Stimmen gegenüber den beiden anderen Candidaten, ConstanS und Magnin, erhalten hatte. Challemel-Lacour bekleidete früher den Botschafterposten in Bern und London und übernahm dann im zweiten Cabinet Ferry das Portefeuille deS Auswärtigen. Er trat aber schon nach kurzer Zeit im November 1883 wieder zurück, weil er Frankreich durch die Ablehnung des von Bourot geschlossenen Vertrages in den Krieg mit China verwickelte. — Die Ausweisungsordre gegen den Pariser Correspondenten des „Berliner Tageblatt", Brandes, ist einstweilen wieder zurückgezogen worden. Norrefte Nachrichten» Wolffs telegr«phtfcheS Correspondenz-Bureau. Berlin, 28. März. Der „Reichsanzeiger- veröffentlicht die Gesetze, betreffend den Reichshaushaltetat pro 1893 bis 1894, und betreffend die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke des Reichsheeres, der Marine und der Reichseisenbahnen, sowie zur Erhöhung des Betriebsfonds der Reichskaffe, betreffend die Feststellung des Haushaltsetats für Kamerun, Togo und das südwestasrikanische Schutzgebiet, und betreffend den Staatshaushaltetal für Preußen für 1893 bis 1894, ferner die Ernennung des Wirklichen Geh. Legationsraths in der Reichscanzlei, Göring, zum'Wirklichen Geheimenrath mit Prädicat Excellenz, und Geheimen Regte- rungsrath Günther zum vortragenden Rath in der Reichscanzlei. Berlin, 28. März. Die Stadtverordneten-Bersammlung beschloß, die pro 1893—94 zu erhebende Quote der Gemeinde-Einkommensteuer auf 85 pCt., sowie den StadthauShallsetat pro 1893—94 in Einnahmen und Ausgaben auf Mk. 83,124,534 festzustellen. Depeschen de» Bureau „Herold*. Berlin, 28. März. Die Kaisermanöver werden in diesem Jahre früher als sonst stattfinden. Die Manöver des 16. gegen das 8. Armeecorps finden am 5., 6., 7. und 8. September statt. Berlin, 28. März. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat die Eisenbahn-Directionen ermächtigt, in dem Verkehr der preußischen Staatsbahnen nach Stationen, wo sich noch Hochöfen befinden, die vom Landeseisenbahnrath befürworteten Frachtermäßigungen für Eisenerze baldthunlichst einzuführen- gleichzeitig die Frachtsätze für Coaks zum Hochofenbetrieb auf 2,2 Pfg. Streckenfracht und 70 Pfg. Abfertigungsgebühr für die Tonne herabzufetzen. Im Verkehr mit den deutschen und luxemburgischen Bahnen, welche gleiche Einheitssätze annehmen, sollen dieselben Frachtermäßigungen eingeführt werden. Berlin, 28. März. Die Mannschaften zur Verstärkung der Schutztruppe in Deutsch - Südwest - Afrika sind am 16. März in der Walfischbal eingetroffen. Berlin, 28. März. Die gestrige Versammlung, in welcher Ahl warbt Beweise für feine Behauptungen im Reichstage vorzulegen in Aussicht stellte, war sehr zahlreich besucht. Ahlwardt war nicht erschienen, statt seiner sprach Wilberg und bezeichnete Ahlwardt als einen Ehrenmann, deffen deutsches Wort auch ohne Acten genüge. Die Acten würden nach Ostern vorgelegt und enthielten eine große Fülle Compro- mittirendes. Ahlwardt sei der Bannerträger, dem zu folgen jedes braven Antisemiten Ehrensache fein müsse. Berlin, 28. März. Der heute Vormittag zu wissenschaftlichen Zwecken in Charlottenburg aufgestiegene Luftballon „Humboldt" wurde gegen den Schornstein der Physikalisch Technischen Reichsanstalt geschleudert. Der Blitzableiter riß ein metergroßes Loch in den Ballon. In der Gondel befanden sich drei Personen, deren Schicksal noch unbekannt ist. (Nach einem uns aus Annaberg im Erzgebirge zugegangenen Telegramm ist der Ballon „Humboldt" nach neunstündiger Fahrt Abends dort glatt gelandet. Red.) Berlin, 29. März. Dem Reichstag geht noch in der laufenden Tagung ein Nachtrags etat zu, da die bisher vom Reiche für die Chicagoer Ausstellung zur Verfügung gestellte Summe nicht genügt. Die Ausgaben an Ort und Stelle, ifltn. jungen. N-tbn,S Sonloy. Zubehör mm ln0«n auch frtlfa ” Driln Liöck iubehör, zum 1. Ö'*"“6’«4 jMt 19, Cffltut. Mahnung ".‘«MM1 d. 3. Nähere» bei __La*etriiL Em-Loris, parterre' lubehSr, ist per 1.M nstraße 5 bei Anwalt Lvrtm«, iaosardesiivohMia mit Zubehör zu omntethei. Ltcherstrahe ö. Mde btt Edersk. i, Simmet u. \. w., alS- l Mnetz Nechnche 3, Aimmr tuf.w.» U, pn 1. April n iähtteS iraiie rs, -tsttth. ies Logis zu ütrmltM HMrnkrabe 9 n Herrn Rechtsrnwil! igis, 7-S Zimmer ck ia«1 •>. ItiltUi pu M- - zu vnrnieihen. !, rtMseMt ü 4 Simmet unb Reubau), per 3uni ober * $ »SmO* e 1 > Mi* ' Lei. *** gw w * * )fnel un) SAlfm1* tzKL wM^Wnet,» heo. m», Bleichdchlv, chevstki»tt S16 M i ZMn Fx l zu oermtetbec- IM Maße tb, eine treM rS Mick Zimm ijugtfai SRi&nti WerstroKe 21, M__ M15* hn V-Maui. B oermieiheu tfl- L. -rr. 76 Erstes Blatt. Donnerstag den 30. März 1893 Der •iefewer A«,et,er nldjf.nt täglich, eit luinabmt be4 MontoqS. Tie (Siebener leetrteeiritfrr »erden txm flngeiget »Schenk!up dreimal fcetgelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. VieNet jähriger >8e*eemtBlsvid»i 2 Mark 20 Psg. eti Britigerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Piz Rebachon, tpptMnw und Druckerei: -chulSratze M,.L Fernsprecher 5L Amts- und Anzeigeblutt für den Tireis Gieren. » Rnvohme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den ! dlnnoncen.vureaux bei In- und «uilanbei nehme« salgenben lag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. | SgylUllPVvllUyC« ^Nlk^kNtc lillU .Ulltl. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Nr. 8 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 24. d. Mts., enthält: (Nr. 2076.) Gesetz zur Ergänzung der Gesetze, betreffend Postdampfschiffsverbindungen mit überseeischen Ländern, vom 6. April 1885 und vom 27. Juni 1887. Vom 20. März 1893. (Nr. 2077.) Gesetz, betreffend die Anwendung der für die Einfuhr nach Deutschland vertragsmäßig bestehenden Zollbefreiungen und Zollermäßigungen gegenüber Rumänien und Spanien. Vom 23. März 1893. Gießen, den 28. März 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachmlg, betreffend die Maul- und Klauenseuche zu Hattenrod. Nachdem in einem Gehöft zu Hattenrod die Maul- unb Klauenseuche festgestellt worden ist, haben wir die Sperre des betreffenden Gehöfts und weiter verfügt, daß Rindvieh, Schafe, Ziegen und Schweine aus der genannten Gemarkung bis auf Weiteres nur zur sofortigen Abschlachtung und nur auf Grund thierärztlicher Gesundheitsscheine ausgeführt werden dürfen. Gießen, den 28. März 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. __________________v. Gaaern.___________________ Bekanntmachung. betreffend Maul- und Klauenseuche zu Hachborn. Die zu Hachborn, Kreis Marburg, ausgebrochen gewesene Maul- und Klauenseuche ist erloschen. Gießen, den 28. März 1893. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern.___________________ Bekanntmachung, das Mitnehmen von Hunden in Felder und Wälder betreffend. Nachdem die Wahrnehmung gemacht worden ist, daß die Bestimmungen über das freie Umherlaufenlaffen von Hunden in Feldern und Wäldern vielfach unberücksichtigt gelassen werden und daß dies besonders häufig Seitens der Land- w irthe geschieht, welche zur Feldarbeit ihre Hunde mitnehmen und sie dann zum Schaden der Jagd umherftreifen lassen, sehen wir uns veranlaßt, ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, daß dies strafbar und daß an die Polizeiorgane Weisung ergangen ist, Zuwiderhandlungen unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. Gießen, den 28. März 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___________________v. Gagern.___________________ Gießen, den 28. März 1893. Betreffend: Wie oben. ras Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzogl. Bürgermeistereien, Polizeibehörden und Gendarmerie des Kreises. Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung beauftragen wir Sie, Uebertretungcn des Art. 25 des Jagd- strafgesetzes unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. Soweit i Ihnen Feldschützen und Polizeidiener unterstellt sind, wollen Sie dieselben entsprechend bedeuten. _____________v. Gagern.___________________ Gießen, den 28. März 1893. Netr.: Die Einführung einer einheitlichen Zeitbestimmung (Mittel-Europäische Zeit); hier: den Beginn des Unterrichts in den Volksschulen. Die Großh. Kreis-Schulcommisfiou Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Durch die am 1. April d. I. bevorstehende Einführung einer einheitlichen Zeitbestimmung (Mittel-Europäische Zeit) siitd mir veranlaßt, uns dahin auszusprechen, daß wir zunächst lieber für den Monat April, in welchem nach dem Winter- st-undenplan der Unterricht mit der vollen 8 Uhr-Stunde beginnt, noch auch für den Sommerstundenplan, in welchem her Unterricht mit der vollen 7 Uhr-Stunde beginnt, eine lenberung für nöthig erachten. Im Vergleiche zur seitherigen Ortszeit würde hiernach her Unterricht vom 1. April an allerdings um eine schwache halbe Stunde früher zu beginnen haben; wir erachten dies aber namentlich sür ländliche Verhältnisse für durchaus zulässig. Hinsichtlich der Einrichtung des Stundenplanes im nächsten Winter behalten wir uns noch weitere Steigerung vor. ___________________v. Gagern.___________________ Bekanntmachung, betreffend Einlegung eines Arbeiter-Frühzuges auf der Strecke Großen-Buseck—Gießen. Die nach unserer Bekanntmachung vom 16. März vom 1. April an geplante Einlegung eines Arbeiterfrühzugs auf der Strecke Großen-Buseck—Gießen wird nach neuerer Bestimmung erst vom IO. April an stattfinden. Gießen, den 28. März 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ________________ v. Gagern. Gießen, den 28. ll)iärz 1893. Betr.: Wie oben. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien Alten-Buseck, Annerod, Bersrod, Beuern, Burkhardsfelden, Climbach, Gießen, Großen-Buseck, Harbach, Hattenrod, Oppenrod, Reiskirchen, Rödgen, Trohe und Wieseck. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie sofort ortsüblich publiciren laffen. v. Gagern. Deutsches Reich. Berlin, 28. März. Der Kaiser gedenkt noch vor Antritt seiner italienischen Reise einen Ausflug nach der Wartburg zu unternehmen, um in den Forsten der Umgebung wiederum der Auerhahnjagd obzuliegen. Die Beamten in den betreffenden Forsten sind schon auf das Kommen des Kaisers vorbereitet. Berlin, 27. März. Die vom Reichsversicherungsamt einberufene Conferenz von Vertretern der Landesver- sicherungsämter, der Jnvaliditäts-undAlters- oersicherungsan st alten wurde heute im Reichstagsgebäude unter dem Vorsitz des Präsidenten Bödiker eröffnet. Erschienen sind 58 Theilnehmer. — Wie eine offiziöse Meldung aus Rom besagt, sind der Commandeur des 4. Armeecorps, Graf de Sonnay, und der Commandant der Militärdivision Allefsandria, General Sterpon.', zum Ehrendienst beim Kaiser Wilhelm während dessen Aufenthaltes in Italien commandirt. — Fast jeder Tag bringt jetzt neue Gerüchte in Sachen der Mi litärfrage, was recht bezeichnend für die herrschende unsichere Situation ist. So verlautet neuerdings, daß in Berliner Regierungskceisen gewichtige Bedenken gegen den Plan einer Reichstagsauflösung im Falle der definitiven Ab- lebnung der Militärvorlage ausgetaucht seien und daß man hier noch immer die Hoffnung hege, es werde sich noch eine Verständigung erzielen lassen. Auf Herrn v. Bennigsen werde allerdings bezüglich eines weiteren Entgegenkommens in der Militärfrage nicht mehr gerechnet, dagegen erwarte man, daß das Centrum den Anstoß zu Concessionen geben werde. — Einstweilen läßt sich indessen in der Haltung der tonangebenden Centrumspresse nichts entdecken, was zu einer solchen Hoffnung berechtigen konnte. Sollten indeffen an maßgebender Stelle wirklich Bedenken wegen der Paßlichkeit einer Reichstagsauflösung emporgekommen sein, so würde dies beweisen, daß die Reichsregierung die wahre Sachlage zu würdigen anfängt. Die Stimmung im Lande ist der Militär- Vorlage offenbar keineswegs so günstig, wie man in Berlin bislang annahm, selbst in nanonalliberalen Kreisen mehren sich die Stimmen gegen eine unverkürzte Bewilligung der militärischen Forderungen der Reichsregierung. Hiervon zeugt u. A. auch der Beschluß der Landesversammlung der national- liberalen Partei Braunschweigs, wonach sich letztere mit dem Verhalten Herrn v. Bennigsens in der Militärfrage solidarisch erklärt. — In der am vergangenen Samstag abgehaltenen Sitzung des preußischen Staatsministeriums soll es sich nicht um die weitere Behandlung der Militärvorlage — wie es allgemein hieß — gehandelt haben, sondern um innere preußische Angelegenheiten. — Die Internationale Sanitäts-Conferenz in Dresden wird dieser Tage in ihren Verhandlungen angesichts des Osterfestes eine Pause eintreten laffen- die nach- österltchen Conferenzarbeiten sollen dann etwa noch eine Wocke dauern. Die Verhandlungen haben sich bis jetzt unter dem strengsten Ausschlüsse der Oeffentlichkeit vollzogen, hoffentlich wird man wenigstens nach Schluß der Conferenz etwas Näheres über ihre Ergebniffe erfahren. namentlich die Löhne der Arbeiter stellten sich infolge des rauhen Winters höher, als anfangs angenommen wurde. Spandau, 28. März. Das Arbeiterpersonal der Pulverfabrik wurde um die Hälfte verringert, weil bedeutende BorrLthe aufgespeichert find und die Mil'tärver- waltung beabsichtigt, ein verändertes Fabrikat des Pulvers einzuführen. München, 27. März. Der soeben erschienene Saaten- stands bericht für Mitte März constanrt einen guten Saatenbestand in allen Kreisen. Die Spätsaaten haben theil- weise gelitten, so der Raps allgemein. Die Sommeriaat hat lediglich in Unterfranken begonnen. Don der Hälfte wird Schaden befürchtet. In Oberbayern und Unterfranken hört man Klagen über Mäusefratz. In der Oberpfalz und Ober« franken ist der Kleestand schwach. In Untersranken sind durch den Schnee besonders die Reben mit Ausnahme des Riesling erforen. Die bisherigen allgemeinen Aussichten berechtigen zu den besten Hoffnungen. Antwerpen, 27. März. Hier ist das Resultat der Abstimmung nicht günstig für daS allgemeine Stimmrecht ausgefallen. Bon 50 000 berufenen Wählern stimmten nur 20000 ab, von welchen nur 8000 ihre Stimme für das allgemeine Stimmrecht abgaben, während sich die übrigen Stimmen auf die anderen Vorschläge vertheilten. Rom, 28. März. Der Papst verweigerte nur den Empfang katholischer Fürsten gelegentlich der Hochzeitsfeier des italienischen Königspaares. Paris, 29. April. Die gestrige Colonialdebatte in der Kammer war sehr erregt, da General Dodds nach von ihm vorliegenden Depeschen weitere 300 Mann auf 8 Monate und w.'itere 6 Millionen fordert, indem er erklärt, Behauzin sei nur geschlagen, er müsse vernichtet werden, damit Dahomey für Frankreich gesichert sei. Diese Erklärungen machten einen sehr deprimirenden Eindruck. Die meisten Redner fordern daS Aufgeben des Hinterlandes. Die Tagesordnung, welche die Regierung verlangte, wurde alsdann mit 312 gegen 185 Stimmen angenommen. Paris, 29. März. Andrieux beschuldigt vor der P a n a m a- commission die Regierung, sie wolle Arton nicht verhaften; eS fänden geheime Zusammenkünfte eines Secretärs der Polizei- präfectur mit Arton tu London statt. Ec bietet sich an, Arton selbst zu verhaften, falls ihm die Regierung einen DerhaftSbefehl und einen Polizeicommissar beigebe; Andrieux kündigt neue sensationelle Enthüllungen an. Die Antwort der Regierung wird mit Spannung erwartet. Delahaye erklärt vor der Commission, die Mehrheit sei nur durch die Verhaftung Herz, ArtonS und eine Konfrontation Bonaparte Wyse mit Monchicourt, ferner durch eine Erweiterung der Vollmachten möglich. Locales und provinzielles. Gießen, 29. März 1893. Arbeiter Frühzug Großen-Buseck—Gießen. Die für den 1. April geplante Einlegung eines Arbeiter-FrühzugeS auf obenbezeichneter Strecke wird erst vom 10. April ab stattfinden. ** Verbindung der Bahnhofe mit der Frankfurter Straße. Die eine bequemere und schnellere Erreichung der neuen Kliniken von den Bahnhöfen ermöglichende Ueb erführu ng der Oberhessischen Eisenbahngeleise am Hotel Lenz ist eben in der Ausführung begriffen. Die eiserne Ueberbrücfung geht bis in die Nähe der sog. Hollergasse, von wo aus dann ein das Befahren mittelst Krankenwagen zulafsender Verbindungsweg zwischen den Häusern Nr. 38 und 40 der Frankfurter Straße angelegt werden soll. Die ganze Anlage dürfte im Laufe des Sommers der Benutzung übergeben werden können. ** Schlägerei aus offener Straße. In der Nacht von Sonntag auf Montag fand in der Brandgasse und auf dem Kanzleiberg zwischen einigen jungen Leuten eine gehörige Schlägerei statt, bei welcher auch daS Messer eine Rolle spielte. Die Thäter sind ermittelt und werden ihre verdiente Strafe erhalten. ** Mitteleuropäische Zeit in den Volksschulen. Die Großh. KreiS-Schulcommission hat sich dahin ausgesprochen, daß sie weder für den Monat April, in welchem nach dem Winterstundcnplan der Unterricht mit der vollen 8 Uhr-Stunde beginnt, noch auch für den Sommerstundenplan, in welchem der Unterricht mit der vollen 7 Uhr-Stunde beginnt, eine Aenderung durch die bevorstehende Einsiihrung der Mitteleuropäischen Zeit für nöthig erachtet. Der Unterricht würde im Vergleich zur seitherigen Ortszeit vom 1. April an allerdings um eine schwache halbe Stunde früher zu beginnen haben, die KreiS-Schulcommission hält dies aber namentlich für ländliche Verhältnisse für durchaus zulässig. " Eine zeitgemäße Warnung richten wir an Eltern und Erzieherinnen gerade in dieser Jahreszeit. Kaum spürt man den kommenden Frühling, so findet man schon auf dem Lande Kinder auf Wiesen und Feldrändern, in der Stadt solche auf HauSthürsteinen sitzen. Die Kinder in ihrer Unerfahrenheit sind sich eben nicht bewußt, daß DiphtheritiS, Bräune, RückgratSerkältungen oft die schrecklichen Folgen solch unbesonnenen GebahrenS sind. ** Die Laudbriesbestellung ruht am Eharsreitag, den 31. März, und am 1. Dftcrfeiertag, den 2. April, gänzlich. Der große Soucertsaal der Ralur beginnt seine Zugkraft auSzuiiben, nicht bei fahlen Lichtern, sondern im hellep Sonnenschein, nicht im engen Raume, sondern in der Freiheit. Die Ballsaison ist vorüber, überall haben die letzten Wintervergnügungen ftattgesunden. Neben den Ohren wird daS Auge jetzt ergötzt am Blätter« unb Blüthenschmuck lebendiger und gesunder Pflanzen, die hier von selbst gc deihen und sich gleichsam selber freuen, die Menschen erfreuen zu können, die Verständniß für ihre natürliche Schönheit haben. Dort Kunst, hier Natur. Dort rauchige, schwere, drückende Luft, hier der reine Aether, der, statt die werthvollen Lungen zu beschweren, sie erleichtert und mit Wohlgefühl, Lebensmuth und Lebensfreude den ganzen Menichen erfüllt, daß ihm das große Concert in der Natur viel schöner und reiner klingt, wo die Nachtigall die erste Violine in künstlerischen Nüancirungen spielt, die Amsel, die Droffel, daS Rothkehlchen, der Zeisig und die Grasmücke die Trompeten vertreten; die Lerche schmettert die einleitenden Fanfaren, der Staar pfeift, und das vielköpfige übrige Orchester macht die Füllung. Der Käser brummt den Baß und die Biene summt ihr Lied für sich, Alles ohne besonderen Capellmeister; denn jeder musiciert nach seiner Weise richtig. Der Leiter ist die Natur und der Anreger die Freude am Leben. Wer sich mit freuen will, der höre auf alle und lerne sie verstehen. Preisausschreiben. Die Deutsche LandwirthschaftS- Gesellschaft hat beschloffen, aus der nächstjährigen Wanderausstellung, die in Berlin slattfindet, eine Abteilung für Kartoffeln der Ernte von 1893 einzurichten. Diese Kartoffeln werden bereits im Herbst dieses JahreS zur Prüfung kommen und ist eS daher erforderlich, daß die betreffenden Aussteller sich jetzt schon hierauf einrichten, besonders ist dies auch deshalb erwünscht, weil eine Anbaufläche von 2 Hektar für die zu prüfenden Sorten verlangt wird. Demnach haben die deutschen Kartoffelbauer sich jetzt schon mit dem Preisausschreiben bekannt zu machen. ♦* Der 14. Deutsche Feuerwehrtag findet im Juli d. I. in München statt. Nach den projectirten Veranstaltungen sowohl für Unterhaltungen als auch für die speciellen fachmännischen Zwecke kann schon heute versichert werden, daß die Stadt München allen Theilnehmem ein Fest bieten wird, welches den klangvollen Namen, welchen sich München durch fein Schützen-, Turner-Fest rc. in Deutschlands Gauen erworben hat, von Neuem in erhöhter Weise bewähren und jedem Theilnehmer nicht bloß eine lehrreiche, sondern auch eine angenehme Erinnerung bleiben soll. ♦* Zur Obstbaumpflege. Der landwirthschastliche Verein des Kreises Lauterbach hat der dortigen Kreis-Schulcommission zwei Obftbautafeln für jede Schule unseres Kreises zum Geschenk mit der Bitte übergeben, dieselben an die einzelnen Schulen vertheilen unb zur Benutzung gelegentlich deS naturgeschichtlichen Unterrichts empfehlen zu wollen. Den Tafeln ist ein kleines Begleitwort, in welchem auf die Wichtigkeit des Obstbaues hingewiesen wird, beigegeben. § Ober-Ohmeu, 28. März. Ein hiesiger Einwohner, ein Mann in den 50er Jahren, knüpfte sich in feiner Scheuer auf, konnte aber noch rechtzeitig abgeschnitten und dem Leben erhalten werden. Familienverhältnisfe hatten den Lebensmüden zu dieser That geführt. D AaS dem Ohmthal, 28. März. In den südlichen Gegenden unseres GroßherzogthumS klagt man über baß Ausbleiben ber Schnepfen in diesem Frühling. Wenn auch der Schnepseustrich in unseren Waldungen kein besonders reichlicher gewesen, so haben unsere Nimrode doch immerhin einige dieser belicateften Vögel erlegt. Thatsache bleibt allerdings die jedes Jahr mehr in die Augen fallende Abnahme ber Schnepfen. Man schreibt biefe Abnahme verschobenen Ursachen zu. Allein die Hauptursache derselben liegt in der Maffenvertilgung der Schnepfen in den südlichen Gegenden Europas. Es ist nämlich ein Jrrthum, wenn man glaubt, daß alle Schnepfen, welche im Frühlinge bei uns eintreffen, den Winter in Nordafrika ^bringen. Neuere Feststellungen haben ergeben, daß eß hauptsächlich Spanien, Albanien und Griechenland sind, wo Ende October oder Anfang November die Schnepfen anlangen, um der wärmeren Sonne des Südens theilhaftig zu werden. Auch auf Sardinien unb Sübitalien überwintern sie zahlreich, währenb sie in Afrika selbst, z. B. in Egypten, nur vereinzelt gesehen werben. In Mafien aber finden sich die Schnepfen an den Westküsten Kleinasiens ein, wenn die rauhe Jahreszeit in Nord- und Mitteleuropa beginnt. Das also sind die Länder, aus denen in den ersten Märztagen die Schnepfen zu uns zurückkehren, soweit ihnen nicht schon dort baß Lebenslicht außgeblafcn wirb, was leiber in großen Mafien geschieht. So giebt es z. B. in Smyrna allein einige Tausend Jagdliebhaber, welche dem belicaten Vogel mit Pulver unb Blei gar arg nachstellen. Aehnlich liegen die Verhältnisse in Griechenland. Ein gen Engländern gelang eß, hier in den Ebenen von PatraS und Pyrgos im Peloponnes binnen drei Tagen 1000 Stück Schnepfen zu schießen. Daß solche Maffenvertilgung eine Verminderung der Schnepfen herbei« führen muß, liegt klar auf der Hand, anderntheilS freilich spielt auch die btffere Bewirthschaftung der Waldungen dabei eine Rolle, denn die moderne Forstwirthschaft ist darauf bedacht, gerade solche Waldstrecken, wie sie die Schnepfe liebt, zu melioriren, ihre Nässe zu mildern unb bie undurchbring- lichen Dickichte von Dornbüschen zu lichten, welche baß Dorado ber Waldschnepfen sind. Bensheim, 26. März. Gestern Morgen wurde der 43 Jahre alte Straßenwärter Rascher auß Elmshausen in der Nähe unserer Stadt vom jähen Tode ereilt. Rascher wollte sich von Elmßhauseu nach Benöheim begeben. Als unterwegs der hierher fahrende Flaschenbierwagen deß Kaufmanns Hartmann an ihm vorüberjagte, schwang sich Rascher auf den Wagen, um auf dem Sitzbock neben dem Fuhrmann, dem 17jährigen Sohne des Fuhrwerksbcsitzerß, Platz zu nehmen. Plötzlich wurde daß Pferd scheu unb rannte rasend davon. Der jugendliche Leiter deS Fuhrwerks sprang nun ab, um baß scheu geworbene Thier am Kopfe anzuhalten, nicht ohne dabei einen nicht unbedenklichen Armbrtich zu erleiden. Rascher, der die Zügel ergriffen hatte, vermochte in keiner Weise baß unbänbige Pferd zum Halten zu bringen, vielmehr rannte dasselbe noch mit verdoppelter Geschwindigkeit, als sich an ber Scheere deß Wagens baß Sielscheit außbängte unb dem Thiere ständig an bie Hinterbeine scklug. An der Villa „Maria", wo bie Straße eine kleine Krümmung macht, stürzte Rascher so unglücklich vom Wagen, daß er da- Genick brach unb sofort eine Leiche war. Erst in h efizer Stadt konnte bat Pf erb von mehreren Männern festgehalten werben. Mainz, 28. März. Bei der heute stattgehabten Wahl zu Beisitzern deß GewerbeschiebSgerichtß gingen von den Arbeitgebern die Ganbtbaten der Handwerkerpartei unb den Arbeitnehmern bie ber socialdemokratischen Partei alS Höchstbestimmte auß der Wahlurne hervor. Vcrmifdyte». ♦ Biedenkopf, 27. März. Die I n b i en ststellu n g des hiesigen neuen Bahnhofs wird neuerer Bestimmung gemäß am 10. April d. IS. erfolgen. * Marburg, 27. März. Siu hier wohnenber c&nd. jur. Jßrner auß Görlitz machte gestern Mittag feinem Leben durch Erschießen ein Sube. Auf einem hinterlassenen Zettel standen die Worte: „Grund deS Selbstmordes ist meine Charakter- schwäche. Ich bin unfähig zum Juristen und habe nicht ben Muth etwas anderes zu beginnen." Der Verstorbene war ein sehr vermögender, elternloser junger Mann und zählte zu den höchsten Steuerzahlern hiesiger Stadt. • Cassel, 24. März. Gute Freunde unb getreue Nachbarn! Nicht ohne Mitleid vermochte man ber gestrigen Schwurgerichts Verhandlung gegen den Bürgermeister a. D. H. Semmler aus Elbersdorf (Kreis Melsungen) zu folgen, der wegen Amtsverbrechen unter Anklage stand. Der Bürgermeister, ein stattlicher Mann in den besten Jahren, wiikte in ber vorigen Sitzung noch als Geschworener mit und diesmal steht er schon selbst vor den Geschworenen. Er hat ans eine ganz eigentümliche Art Gemeindegelber unterschlagen. Er hatte einen Duzfreund, den Bauunternehmer Bachmann, ber sich in gewagte HLuferbauten u. s. w. einließ. Er mußte demselben wiederholt Gefälligkeits-Accepte geben, obschon er selbst für erhebliche Summen GeschäftSforderungen an denselben hatte. Der Freund mißbrauchte aber sogar seinen unheilvollen Einfluß soweit, baß er den Bürgermeister verführte, ihm nur für drei Tage 512 Mk. Gemeindegelber zu leihen, benn bamalS hatte er l£00 Mk. von ber Eisenbahn- behörde. Bachmann aber brannte mit dem Gelbe nach Amerika burch unb der Bürgermeister verlor über 15000 Mk. Er ist von b:m „Freund" an den Bettelstab gebracht. Obendrein erhielt er ein Jahr Gefängntß. ♦ Berlin, 27. März. Bodenloser Leichtsinn hat am Sonntag den Tod von drei jungen Mannern zur Folge gehabt. Gegen 10 Uhr Vormittags trafen drei junge Männer, welche einen Frühspaziergang unternommen, am Plötzensee, nahe der Badeanstalt, ein, mieteten ein Boot unb ruderten auf den See hinaus. In einiger Entfernung vom Ufer fingen sie auß Uebermuth zu ichaukelu an, biß baß leichte Fahrzeug umk'ppte unb alle brei versanken. Zwar tauchten sie noch mehrmals auf und riefen um Hilfe, als dieselbe aber nahte, war eS zu spät: bie Unglücklichen hatten bereits ihren Tod gefunden. Sofort angeftellteS Fischen nach den Leichen blieb erfolglos. ♦ Neumarkt (Oberpfalz), 28. März. Im Nachbarort Dietkirchen wurde heute Nacht im Schulhaufe ein schreck lieber Raubmord verübt. Die Lehrersfrau, ein Mädchen und bie Magd würben tödtlich verletzt. An ihrem Aufkommen wird gezweifelt. Ein Mädchen blieb sofort tobt. Der Lehrer unb besten Sobn schliefen im oberen Stock. ♦ Zu 26 neuen protestantischen Kirchen würben in den letzten vier Jahren in unb bei Berlin bie Grundsteine gelegt; sieben davon sind bereits eingeweiht. Vorher waren in 30 Jahren nur vier Kirchen gebaut. Nun sollen jährlich drei neue Kirchen gebaut werden, allein um dem Zuzug ge recht zu werden, außerdem find noch etwa 30 Kirchen projectiert, um geordnete Zustände herbeizuführen. • Häufig genug wird in Rußland Lynchjustiz geübt, seltsamerweise nur an Pferdedieben. Ein barbarischer Fall dieser Art wurde vor dem Bezirksgericht zu Kasan abgcuriheilU Die Bauern eines Dorfes haben men tatarischen Pferderäuber, den sie auf frischer That ergriffen, todtgeprügelt. Man schleppte den Mann in den Gemcindewald, wo vor seinen Augen baß Grab ausgeschaufelt wurde. Dann fiel die Menge mit Knüppeln über ihn her. Die Leiche wurde später verscharrt. Die Schuldigen erhielten Gefängnißstrafen von einem Monat biß zu 3'/, Jahren. ♦ Metz, 24. März. Bei Forbach wurde gestern auf dem Grundstück deß Besitzers ber „Goldenen Bremmc ein Massengrab aufgedeckt, in dem 25 französische und deutsche Soldaten, letztere vom 77. Regiment, bestattet waren. Unter anderen Gegenständen wurde dabei ein Testament vorgefunden. Die Gebeine wurden in ein entfernter liegendes Mastengrab gelegt. • Augsburg, 27. März. Gestern Nacht wurden'zwei Infanterie-Unteroffiziere von Arbeitern angegriffen. Der eine Unteroffizier stach in Nothwehr mit dem Seitengewehr zu und traf nach dem „Schw. M." den Angreifer mitten inß Herz. Der Gestochene war fofort eine Leiche. ♦ Die neu gefundene Kohle in der Eifel ist, wie die „Köln. VolkSztg." meldet, von Lberbergrath Dr. Diesterweg als divonifche Anthracitkohle erkannt, welche auch Schwefelkies führt. Derartige Kohle ist bisher in England abgebaut, aber in Deutschland noch nicht gesunden worden. * Sichere Kennzeichen Soldat (der mit seinem Bild zum Photographen kommt): „Sie, Herr Photograph, Sie müssen mir schon noch ein anderes Bild von mir machen — meine Kameraden sagen alle, daß fei ich gar nicht!" — Photograph: „Ra zeigen Sie einmal her! — Haben Sie Handschuhe angehabt?" — Soldat: „Ja— Photograph: «Haben Sie eine Cigarre gehabt?" — Soldat: „Ja!" — Photograph: „Na, bann sind Sie ß ja auch!" • 3m rheater Foyer ES muß fürchterlich fern, wenn eine Sängerin weiß, daß sie ihre Stimme verloren bat — „Aber noch fürchterlicher ist eß, wenn sie eß nicht weiß?" & «* !»• •ö"* tey*«*« ***•■*■ 6on T"!i« . Mattel n, ^Heilung k. Mfc 1°?d» eaad.j L'7'b" d!rch }'" “«M-ie nid)t . D-r Vttstorbrne jUW 3)lQnn u b 'ger Stabt. '^unb getreue mön der gestrigen ^emeistera.DH. EnJ ZU folgen, btr "d. Der Bürger. tu ^°hren, trift' ltWt wu unb dies« Sewer untn^u^. b^bhmer Bachmnn !• w. einlietz. fr ^eple geben, obschon «ästSsvrberungen an te aber sogar seinen ' Mrgenncher ver- k- Geminbegeiber zu - von der Eisenbahn- 1 Gelbe nach Amerika r 15000 en Lerchen irz. Im Nachbaron schulhauie ein schreck' :erSfiau, ein Mädchen ßt. An ihrem Aus en blieb sofort tobt, im oberen Stock, iirchen wurden in den n die Grunbsteinc viiht. Wr waren Nun folltn Wch 1 um dem Anzug gt- etwa 30 Kirchen izusiihren. :b Lynchjustt; grubt ;in barbarischer Fou iu Kasan abzeurtheilt. *11. MW« box Ick!» äugen M ®me mit MW»® ld)orrt. ,4 «unk 8*™ tlitnn 9«®”* 1 '£ .Battet »«""■ 11 sftgB >«*72-°«»"" SÄ*.** wi»f °b» ßng®°d»°«' 't»11“' j. ttir.cW H-» !Sitt w« ®'r *!•**£ wenn stimmt ve (J ni* wen» f,( ♦ lieber den Marschschrill in den verschiedenen europäi- schen Heeren macht der „Patriotische HmuSschatz" folgende intcreffante Mittheilungen: Im Jahre 1885 betrug die «ränge deS russischen Schrittes 71 cm; in Frankreich, Oesterreich, Italien, Belgien, Schweden und in der Schweiz zeigt sich eine merkwürdige Uebereinftimmung, 75 cm ist hier das Normalmaß für den Marschschritt, während Deutschland 80 cm bestimmt hatte. Die Zahl der in einer Minute zurückgelegten Schritte betrug in Rußland 115, in Deutschland 112, in Belgien 110, in Italien 120, in Oesterreich 115 bis 118, in Frankreich 112 bi« 116. Daraus crgtebt sich, daß die deutsche Armee in der Minute t89 m, die französische 86 m, die russische 88 m und die italienische 90 m z.irllcklegt. ♦ Eine Postkarte mit origineller Adresse hat kürzlich em Briefträger Berlins zu befördern gehabt. Es war ein Glückwunsch zu einem Geburtstage; die Adresse bestand aber nur in dem Grundriß des Hauses mit den angrenzenden Straßen und dem Hinweise, daß rechts im Laden das Geburtstagskind wohne! Die Karte wurde pünktlich besorgt. ♦ In Apolda erfolgten im Jahre 1892 über 300 Jmpf- Verweigerungen. Die Polizei schickte jedem Jmpfgegner em Strafmandat über 5 Mark. Einmüthig wurde gerichtliche Entscheidung verlangt. Und da geschah in Apolda die große That, daß der Staatsanwalt — der selbst Jmpfgegner geworden war! — nur 1 Mark Strafe beantragte. Und der aburtheilende Amtsrichter erwiderte angeblich: Er könne unter 2 Mark Strafe gesetzlich nicht erkennen, er sei jedoch mich Jmpfgegner und bitte die verurteilten Angeklagten, recht fleißig gegen den Impfzwang zu wirken, damit dieses Gesetz endlich abgeschafft würde. * Einen eigenartigen Einfall hat einer der Bewerber um die Oberbürgermeisterstelle in Eisenach gehabt. Er hat nämlich 30,000 Mark deponirt zur Sicherung dafür, daß er bei einer etwaigen Wahl seine Wahlzeit aushalten und die Stelle nicht etwa als einen Durchgangsposten betrachten werde. * Kurz und gut. Ern Fürst bereist sein Land unb kommt auch in eine kleine Gemeinde, wo ihn das nicht sehr redegewandte Oberhaupt der Bürgerschaft folgendermaßen begrüßt: „Durchlaucht, — Worte könne mer nit viel mache, — aber — (die Hand auf's Herz legend) do sch tickt's!" * Geistesgegenwart. Napoleon I. besuchte bisweilen ta8 Theater, ohne bemerkt sein zu wollen. Das Militär durste in solchen Fällen nicht die Honneurs macken und p iäsentiren. Eines Abends, wo da« Jncognito beobachtet werden sollte, stand ein junger Gaben auf einem Posten, Dor welchem der Kaiser, der den General Duroc unter den Arm gefaßt hatte, vorüberging. Im ersten Augenblick der Ileberrafchung präsentirte dieser das Gewehr, wurde aber bdh Napoleon sofort zur Rebe gestellt: „Warum präsentirst Du vor mir? Ich habe es streng verboten!" „Nun, vor Euch habe ich nicht präsentirt, sonbern vor General Duroc, Euch kenne ich garnicht," erwiderte schnell besonnen der junge Gaben. Der Kaiser lächelte. Einige Tage später erhielt der Gabelt bas Lieutenantspateut. verkehr, Land, und Volkrrvirthichaft. Programm für de« MolkereilehrenrsnS in Lauterbach, Oberhefsen. Allgemeines. Die Vorträge werden für alle Therlnehmer gcmeiuschaftlich im Vortragsraum abgehalten. Zu den Demonstra- tüoncn unb zur Theilnahme am practischen Betriebe wurden sich die ß-erren Theilnehmer in vier Abteilungen scheiden und ist die Thätig- . feit einer jeden Abteilung unter steter Anweisung eines Leiters beabsichtigt wie folgt: Entrahmung. Zweimal Vormittags von 8 bis 11 Uhr, einmal Nachmittags von 3 bis 4 Uhr. Lxiter: Molkereibeamter Kleinschmidt. Miichannahme, Probenehmen, Ent- mbmunfl mit tret Alfaseparawren, Pasteuri,rren, Maschinen und K.ssel, Productenvertheilung, Demonstrationen anderer Centrifuaen- sviteme. - Butterbereituna. Zweimal Vormittags 6 bis 9Uhr, ! einmal Nachmittags 3 bis 4 Uhr. Leiter: Molkereibeamler Freße. Rahmbehandlung, Butter und Butterbehandlung, Versendung, Demon- ftrattonen verschiedener Maschinen und Gerate. — Kaperet. Zweimal Vormittags 8 bis 11 Uhr, einmal Nachmittags o dis 4 Uhr. Liter: Molkeretasststent Budde. Herstellung von Lauterbacher Fruh- flückskäsen, Camendeit, Fiomage de Brie, Neuschateller, Bmkkase, Handkäse, Backsteinkäse, Appetiikäse. Demonstrationen verschiedener Maschinen und Geräthe. — Milchuntersuchung. Zweimal Vormittags 8 bis 11 Uhr, einmal 'Nachmittags 3 bis 4 Uhr. Letter: Assistent Landwtrthschafislehrcr Neumann, Göttingen. Demonstrationen der Gemischen Milch- und Butteranalyse, der hauptsächlichsten Mllch- FrUbestimmungsmethodkN. Vorführung der neuesten Apparate. — Bacierienzüchtung und Kraftfutteruntersuchung. Einmal Uormittags 8 dis 11 Uhr, einmal Nachmittags 3 bis 4 Uhr. Leiter: Or. Koch, Göttingen. Demonstrationen mit dem Mikroskop von verschiedenen Bactertenarten, Herstellung von Bacterienculturen. Mi- r oskopische Untersuchungen von Kraftfuttermitteln. — Buchführung. Einmal Nachmittags 3 bis 5 Uhr. Leiter: Buchhalter Reimund. Demonstrationen der Molkereiduchführung und Ver- lhetlung von je ein Blatt aller Schemata, Tabellen und Drucksachen der Molkerei. — Handeenirifugen. Einmal Nachmittags 3 bis i) uhr Leiter: Molkeretoircctor Backhaus. Vorführung der wich- tiaften Handcenttifugen im Betrieb. — Diverse Maschinen. Einmal Nachmittags 2 Stunden. Leiter: Molkereiassistent Budde. Demonstrationen von Nilsons Melkmaschine in Thätigkeit, de LavalS Emulsor und etwaigen Maschinen und Modellen, die in anderen Sbtheilung n nicht vorgeführt werden konnten. — Electrische Beleuchtung. Einmal Nachmittags eine Stunde. Leiter: Electro- tabntfei Trabert, Fulda. Demonstrationen der electri'chen Beleuchtungsanlage der Molkerei. — © am mlun flä b em or ft rationell. (Sinntal Nachmittags eine Stunde. Leiter: Professor Dr. Backhaus. Eingehendere Erklärung verschiedener SammiungsgegenstLnde und Lehrmittel. Ein Lesezimmer, enthaltend die wichtigsten landwirth- schattttchen und milchwirihschaitlichen Zeitungen, sowie eine Zusammen stelluna der wichtigsten Literatur steht täglich zur Benutzung. — Vorträge: Montag den 10. April, 8 Uhr: Eröffnung des CursuS tat Vortraasraum. 9 bis 10: Die Milch und ihre Eigenschaften. Bros Backhaus. 10 bis 11: Die Bedeutung der Bacierien für die Milchwirthschaft. Dr. Koch. 11 bis 12: Die Entwickelung des Molkerei- und Genossenschaftswesens im Großherzogthum Hessen. Lindwi' thschaftslehrer Leithiger. 3 bis 4: Beschreibung der Motkerei- a-nostenschast Fulda-Lauterbach und Erfahrungen im feitbeiiflen betrieb Direetor Backhaus. 4 biS 6: Demonstrationen der Molkerei- anrlaaen. Director Backhaus. — Dienstag ben 11. April, 11 bis L’2 Uhr: Die Verbältnisie, welche die Milchiecretion beeinflussen. Drof. Backdaus. 4 biS 5: Prüfung und Untersuchung der Milch, »sfistent Neumann. 5 bis 6: lieber Milchfehler. Dr. Koch. — Mittwoch den 12. Ap.il, 11 bis 12 Uhr: Theorie der Aufrahmung. Prof. BackbauS. Mittags 3 Ubr: Ausflug nach dem Freiherrlich Rtrdrfei'ichen Rittergute Sickendorf. — DonnerStag den 13. April, 11 bis 12 Uhr: Theorie der Verbutterung. Prof. Backhaus. 4 618 5: Behandlung der Milch im Stalle, beim Transport und in der Molkerei. Director Backhaus. 5 bis 6: Neueres über Bacterien und Hefen in der Landwilthschaft. Dr. Koch. Abends 8 Ubr: DiS- cussion im BurgwirthsbauS. — Freitag den 14. April, 3 dis 4 Ubr: Utber den jetzigen Standpunkt des VichseucdenweieuS mit besonderer Berücksichtigung der Ansteckungsgefahr für Mensch und Thsir durch Milch und deren Produkte. Dr. Eyie. 4 biS 5: lieber Kindermilchbereitung. Prof. Backbaus. 5 dis 6: lieber Milchconservirung. Dr. Koch. — Samstag ben 15 April, 11 bis 12 Uhr: Prüfung und Untersuchung der Milch. Assistent Neumann. 4 biS 5: Die Bedeuiung und Ausführung des MolkereiwesenS im landwirthtchaft- lichen Kleinbetriebe. Landwirtbschastslehrcr Leithiger. 5 bis 6: Electrische Lichtanlagen und electrische Kraftübertragung mit Experimenten. Eleclrotechntker Trabert, Fulda. AbendS 8 Uhr: Ciffenl-- sicher Vortrag des Prof. Backhaus. „Eine Studienreise durch Holland, England, Schottland und Irland", mit Demonstration von 60 meist selbst aufgenommenen Photographien durch einen N> belbildapparat in Wandgröße. — Sonntag den 16. April: Aubflug nach den Fretherrsich Riedesel'schen Rittergütern Eisenbach und RudloS. — Montag den 17. April, 11 bis 12 Uhr: Theorie der Verkäsung. Prof. Backhaus. 5 bis 6: Der Genossenschaftsmolkereidetrieb in Form von Saminelmolkerei, freier Vereinigung, Aktiengesellschaft und eingetragene Genossenschaft. S cretär Ihrig, Offenbach a. M. — Dienstag den 18. April, 11 bis 12 Uhr: lieber Milchoiehhasiung. Pkof. Backhaus. 5 bis 6: lieber Rechtsverhältnisse, Einrichtung und Revisionen von einaetr. Genofsenschaiten. Secretär Ihrig. Abends 8: Discussionsabend. — Mittwoch den 19 April, 11 bis 12 Uhr: Heber Milchoiehhaltung. Pros. Backhaus. 5 his 6: Die Entwicklung der deutschen Mllchwirthschaft in den letzten 20 Jahren und deren Förderung durch Staat undV'reine. Jnstructor Siedel, Offenbach a.M. — Donnerstag den 20. April, 11 bis 12 Uhr: lieber bauliche und techn. Anlagen von Molkereien. Jnsttuct. Siedel. 5 bis 7: lieber Milchverwerthung. Dir. Backhaus. — Freitag den 21. Ap il, Morgens 6" Uhr: Abfahrt rach Fulda. Besichtigung der Molkerei der Genossenschatt Fulda-Lauterbach. Mittags: Ausflug nach Johannesberg (P>euß. Domaine). — Samstag den 22. April: Es steht den Eursustheilnehmern frei an einem ober dem anberen Molkereizweig in Fulda, für den bef. Interesse vorhanden, noch theilzmuhmen. — Entkernen von Kalkflecken auf Fensterglas. Kalkflecke, welche beim Verputzen der Häuser an den Fenftericheiben haften bleiben, entfernt man am besten mittels Weinessigs, ober eines anderen sehr starken Essigs, indem man die Flecke tüchtig mit der sauren Flüssigkeit anfeuchtet. Hat man den Essig einrotden lassen, so reibt man die Fenster mit einem wollenen Tuche ab. Schließlich wäscht man die Fensterscheiben mit reinem Wasser ab und polirt sie mit einem Leder- lappen. So behandelte Fensterscheiben werden schön blank und alle Kalkflecken sind verschwunden. — Schutz der AuSsaat vor Mäuse« und BSgeln. Da bekanntlich die ausgesäeten Getreidekörner vielfach die Beute von Mausen und Vögeln werden, so sei auf einige Schutzmittel gegen diesen Nachtheil aufmerksam gemacht. Zunächst ist zu empfehlen, die Saat durch die Egge unb Walze ordentlich zu bedecken und klumpigen, rissigen Boden zu beseitigen. Ferner soll aber auch die Anwendung der Mennige ein Schutzmittel der Samenkörner gegen Mäuse, und Vögelfraß sein. Man bringe zu diesem Zwecke die Samenkörner in ein Gefäß, befeuchte sie mit Wasser und mische sie so mit Mennige, welche billig in jeder Farbenhandlung zu haben ist, daß sie vollständig mit Mennige überzogen sind. Nach dem Abtrocknen der Samenkörner säet man dieselben aus. Die Keimkraft leidet^nicht im Mindesten, aber kein Thier soll den Samen anrübren. Literatur und Aurrft. - »Neueste Erfindungen und Erfahrungen* auf den Gebieten der practischen Technik, Electrotechnik, der Gewerbe, Industrie, Chemie, der Land- und Hauswirthschaft rc. (A. Harttebens Verlag in Wien). Pränumerationspreis ganzjährig für 13 Hefte franco 7.50 Mark. Einzelne Hefte für 60 Pfg. in Briefmarken. — Diese gewerblich technische Zeitschrift, welche bereits im zwanzigsten Jahrgänge erscheint, verfolgt nur rein practische Zwecke. Die Mitarbeiter sind nur Männer der Praxis, welche am besten die wirklichen Bedürfnisse der Techniker und Industriellen zu etmeffen verstehen. Die Zeitschrift, reich an Original betträgen und constructtven Abbildungen, bietet einen vollständigen Ueberblick über alle Fortschritte tm gewerblichen Leben. Besonders werthvoll erscheint es, daß in dieser Zeitschrist immer practische Wege zu neuen Erwerbsarten, verbesserte Arbeilseinrichtungen und practische Anleitungen zur Er- böhung der Concurrenzfähigkeit gegeben werden. Dadurch empfiehlt sich dieselbe von selbst für jeden Vorwärtsstrebenden. — Adrian Valdis Allgemeine Erdbeschreibung. Ein Handbuch des geographischen Wlssens für die Bedürfnisse aller Gebildeten. Achte Auflage. Vollkommen neu bearbeitet von Dr. Franz Hetdertch. Mit 900 Illustrationen, vielen Textkärtchen und 25 Kartenbeilagen auf 41 Kartenseiten. Drei Bände. In 50 Lieferungen ä 75 Pfg. ober in 10 Abteilungen k 3.75 Mk Auch in drei eleg Halbfranzbänden L 15 Mk. zu beziehen. Bisher 24 Lieferungen auSgegebeu. (A. Hartlebens Verlag in Wien.) Dieses treffliche Werk, welches wrr unseren Lesern bereits wärmstens empfohlen haben, ist im raschen Erscheinen begriffen. Vor Kurzem erst wurde der erste Band abgeschlossen und schon liegen uns weitere Lieferungen vor. Balbis Erdbeschreibung in ihrer neuen, von Dr. Heideitch besorgten Fassung soll in keiner Bibliothek fehlen. Mit Recht verdient sie eine klassische Länderkunde genannt zu werden, wie keine zweite auf dem deutschen Büchermärkte existirt. Jedermann, der gewohnt ist, über die engen Grenzen seines HeimathlandeS zu schauen, um die natürlichen und socialen Verhältnisse fremder Länder kennen zu lernen, wird in diesem Werke eine Fülle von Belehrung und Anregung finden. Ueberall sieht man das Bestreben des Bearbeiters, den neuesten unb allerneuesten Forschungen und Vorgängen gerecht zu werden. Dabei ist die Darstellung eine überaus fließende, nirgends findet sich, trotz der auch von der Fachkritik rühmend anerkannten wissenschaftlichen Coireciheit, ein trockener lehrhafter Ton. Eine Unzahl von künstlerischen Illustrationen, von Textkärtchen und von aparten, prachtvoll in mehrfachem Farbendruck angeführten Kartenbeilagen fördern das Verständniß der Leclüre auf das Wirksamste. Die Lieferungen 19 bis 24 enthalten die Länderkunde Asiens. Hier ist uns besonders aufgesallen da« völlig neue und meisterhafte Bild, das Dr. Heiderich von dem Aufbau deS Continents entwirft. riirchlichc Anzeige« 6er Stadt «Sietzen. Katholische Kemeiude. Charsreitag, den 31. März:' Vormittags um 7 Ubr wird das Werheiligste nach dem sog. hl. Grabe übertragen unb bort bis zur Abendandacht aufbewahrt. Um 8/jo Uhr beginnt die sog. verstörte Meffe; nach derselben sind stille AnbetungSstunden. Abends um 6 Uhr ist Predigt; darauf Passionsandacht. CharsamStag, 1- April- Vormittags um 7 Utr beginnen die hl. Weihen; um 8'/, Uhr Hochamt; Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenbett zur hl. Beichte. Anmerkung: Die angegebeue Zeit ist sdie mittel? europäische. Wöchentliche Ueberfichl der TodeSsalle in Gießen. 12. Woche. Vom 19. März bis 25. März 1893. Einwohnerzahl: angenommen zu 21500 (tncl. 1600 Mann Militär) SterblichkettSziffer: 32,03"'«bezw. 19,71 nach Ausfchl.de, OrtSfremdci- Kind er ES ftarben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1.Lebensjahr: 2 —15 Jab* Diphtherie 4 (4) Keuchhusten 1 Lungentuberkulose 2 Lungenentzündung 2 Herzleiden 1 Ändere Erkrankungen d. AthmungSorgane (außer Lungen-Ent- zündung) 2 Angeborene Lebensschwäche 1 (1) — 4 < 4) — — 1 2 2 — — 1 — — 1 1 1 (l) Summa: 13 (5) 6 2 (1) 5 (4) 81 nm. Die in Klammern gesetzten Z'ffem geben an, wic viele der Todesfälle in der betreffenden Krankbeit auf von auSwärtS nach Gießen gebrachte Kranke kommen. ^rwatßebarf in Kerren- unb Knaben-Stoffen Cheviots, Kammgarn, Tuche unb Buxkin ä Mk. 1.75 Pfsi. per Meter 1281 versendet in einzelnen Metern an Jedermann das Bnxkin-Fabrik-D6pLt Oettinger A Co., Frankfurt a M Muster in reichster Auswahl bereitwilligst franco inS HauS. 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Und dock hätte es sein können, wenn man nur mehr Aufmerksamkeit auf die Pflege der Haut und speciell auf die Wahl der Seife gewendet hätte, denn meistens sind es die billigeren aber auch um so schlechteren Seifen, die so früb ba9 Antlitz entstellen, die Haut rauh und faltig machen, well diese Seifen mehr Füllstoffe enthalten als Fett. Es empfiehlt sich daher, um düsen unliebsamen Erscheinungen vorzubeugen, sich ständig einer Toiletteseise zu bedienen, deren Wirkuna ärztlich und fachmännisch bedingungslos anerkannt itt, die thaisächlich die Hant rein, zart und frisch erhält. Als eine solche a'lt mit vollen Rechte die allbekannte DoerlnaS Seife mit der Eule die beliebteste, die mildeste und unstreitig die qualitativ beste Seife der Welt. Für 40 Pfg käuflich. [92 Engros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen. 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Unsere geehrten Mitglieder benachrichtigen wir hierdurch, daß die (Erhebung der Beiträge nächste Woche beginnen wird. Sie geschieht durch unsere Dienerin, Frau Bickel, gegen Quittung. Uniert im vorigen Jahr ausgesprochene Bitte um eine den wachsenden Arbeitsgebieten des Vereins entsprechende Erhöhung der Beiträge hat ein sehr freundliche» Gehör gefunden. Wir sprechen dafür unseren herzlichen Dank au» und bitten, uns, im Blick auf den harten Winter, der an unsere Kaffe besonders große Anforderungen stellte, und die mannigfachen gemeinnützigen Unternehmungen, mit denen wir der Verarmung vorbeugen wollen, auch dieses Jahr dieselbe wohlwollende Gesinnung zu bewahren. Für solche, die noch nicht Mitglieder sind, führt die Sammlerin eine Liste zum (hn- zeichnen mit. Gießen, den 28. März 1893. Für Einj.-Freiwillige I 26^9 Ciut möbitrlc Ziiamer find prei-werib zu peraueibm. Wiener Feinbäckerei Selteraweg 46. Tu St Ui'Hgimg tm *• färben] arbeit ii »Uhr! ' W Urbi ®dtogi Ter Vorstand. 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Zusammenkunft Morgens 9 Uhr auf der Kreissiraße Gießen-Haufen an der Langfchnetfe. Nähere Aus« kunft ertheilt der Großh. Forstwart Aspirant Menges zu Baumgarten. Gießen, den 28. März 1893. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. Heyer. 3045 Hvlzverkauf Oberförsterei Hungen Schutzbezirk Lich. Eichen: 7 Stück mit 1,50 fm (Wagnerhol,), Buchen: 10 Stück Langwiede, Fichten: 228 Stück mit 49,89 fm, bis 15 m Länge und 8—29 cm, Eichen: 10,5 rm Prügel, 1300 Wellen, 18,5 rm Stöcke, Buchen: 3 rm Scheit, 16 rm Prügel, 176 Wellen, 4 rm Stöcke, Fichten: 15 rm Reiser, 40,4 rm Stöcke, Kiefern: 150 Wellen kommen Lamstag den 1. April, von Morgens 10 Uhr ab, zum Verkaufe. Zusammenkunft bei der Wohnung des Bahnwärters Hertzberger. Hungen, 28. März 1893. 30221 Stege, Oberförster. Holzversteigerung. Im F-rciherrlich von Rabc- nau'fchen Walddistrict Nicdcrseil- bach werden Mittwoch den 5. April d. I 2500 Wellen gemischtes Laubholzreisig versteigert. Zusammenkunft Morgens um ’/29 Uhr auf dem Waldweg zwischen Treis a. d. L. und Alten-Buseck am Jagdhäuschen. [3028 Treis a. d. ß., den 27. März 1893. Amendt, Forftinspector. Großariigr vudtsserung! Äeikgeöotenes. Suppenwürze erhöbt überraschend den Wohlgeschmack ber Suppen. Zu hoben in Fläschchen von 65 Pfennig «n bei (3013 «.Orb t ». Jrinfle W itzfischc in EiSpackung eingetroffen. Eduard Zuckert, [8037 Rr P Neuen Bäue Nr 17. Nicht mehr 5 Minuten zu kochen braucht [1686] MAGGIs