so kann diese Ehe nur auf Grund zweier Bedingungen zu Stande kommen: entweder ist die junge Dame eine durchaus tadellose Schönheit ersten Ranges — zum Mindesten muß sie gesund sein an Körper und Geist — in diesem Falle braucht man nicht engherzig auf die Schwere des Geldbeutels zu sehen, oder jene Dame, so sie genannte Bedingungen nicht erfüllt, muß mit Millionen ausgestattet werden, um ihre Mängel und Gebrechen zu vergolden. Das ist meine offene und ehrliche Meinung." „Mängel und Gebrechen? Meine Tochter? Was meinst Du — meinen Sie, mein Herr?" Papa Biesemann rollte die Augen. „Nun, ich muß mich übrigens wundern, daß Sie, Herr Biesemann, mir nicht im Voraus reinen Wein eingeschenkt hatten, ich hätte meine Reise ersparen können. Mit Respect, Herr, eine des Sehvermögens Beraubte kann ich nicht als Gattin heimsühren." „Meine Tochter —? Sehvermögens Beraubte — also blind!" „Auch taub darf die Repräsentantin meines HauseS nicht sein." „Taub?!" donnerte Biesemann, „Sie wagen zu behaupten, Herr--" „Ja, und was Sie unter Geist, Esprit und Temperament zu verstehen scheinen, kann ich mit Verlaub lediglich Beschränktheit nennen," schmetterte Koppitz dazwischen. „Im Uebrigen muß ich mich über diese Eigenschaft der mir zugedachten' Gemahlin sehr anerkennend äußern, denn sie war mit Offenheit gepaart und ich erfuhr, daß man mich zum Opfer eines — gelinde ausgedrückt — unsoliden Geschäfts- manöoerS auserkoren hatte. Nicht allein, daß die soeben ausgebotene Mitgiftsumme eine Fata Morgana darstellt, nein, ich sollte vielmehr daS Zwg zum Verstopfen eines lecken Schiffes hergeben — Pleite lautet wohl der bei Ihnen übliche technische Ausdruck." Nun war dem Faß der Boden ausgeschlagen. Papa Biesemann schäumte. „Meine Tochter blind — taub — geistig beschränkt — ich, Besitzer der renommirtesten Weinfirma der Provinz, ich pleite, mein Geschäft ein leckes Schiff! Herr, diese Beleidigungen, diese unüerschämten Verleumdungen wagen Sie mir inS Gesicht zu sagen, Sie — Sie schäbige Reblaus, Sie! Entweder find Sie sinnlos berauscht oder, was wahrscheinlicher, verrückt . . . Taub — beschränkt — pleite — unsolide Geschäftsmanöver — ha, Sie müssen mir Genugthuung geben, auf der Stelle — nein, das Richtigste ist, ich laffe Sie durch meinen Bedienten hinauswerfen." „Sie wollen mich hinauswerfen laffen?" trompetete der Dicke seinerseits los, nun schon ganz grün im Gesicht. „Sie wagen, mich, einen Ehrenmann, zu beschimpfen, Sie alter Schwi—" „Schwindler wollten Sie sagen! Noch ein Wort und ich macke Sie verantwortlich für daS, was geschieht! — Nein, Sie sollen noch ein Weilchen bleiben, Sie sollen sehen, daß ich Sie niemals benöthigt habe,- Sie sollen sehen, daß ich ein reicher, unabhängiger Mann bin, Sie sollen sehen, daß. ich einen blutarmen, aber anständigen jungen Mann Ihnen, der sich einbildet, ich schielte nach seinen paar tausend Thalern, daß ich diesen Mann Ihnen vorziehe, daß ich mit dem Glück meines Kindes nicht zu schachern brauche, daß ich meinen armen, aber braven Schwiegersohn in den Stand setzen kann, seiner Gattin ein fürstliches Heim zu bieten. Ich verdreifache hiermit die Mitgift meiner Tochier und ernenne einen Mann, der keine zehn Reichsmark im Vermögen hat, zu meinem Socius . . . Johann," — er klingelte — „sofort rufst Du Herrn Hermann Neuburg herauf — auch meine Tochter soll kommen." „Das alles interessirt mich viel zu wenig," überschrie ihn der Rheinländer, „Ihren hohlen Prahlereien glaube ich nicht und damit Schluß!" Sprach- und stürmte pustend und gestikulirend zur Thüre hinaus. „Papa! Lieber, guter, herrlicher Papa, ich nehm Dich beim Wort!" ertönte nun Malwinens jubelnde Sttmme und zwei weiche Arme umfaßten llebkoseud seinen Hals. „Sieh, da steht auch schon Hermann. Wiederhole das Gesagte und Du machst zwei Menschen zu den Glücklichsten der Sterblichen." „Ich breche mein Wort nie — Ihr sollt Euch haben, dem Verleumder und eingebildeten Gecken zum Trotz!" Malwinchen und Hermann lagen sich in den Armen. Papa Biesemann, voll grimmiger Genugthuung, legte thre Hände zusammen. Wagenrollen ertönte von der Straße herauf. „Der Fremde ist soeben fortgefahren," meldete Johann; zähneknirschend fügte er in Gedanken hinzu: „Und der Lmnp hat mir keinen Sechser Trinkgeld gegeben." Doch soll ihn. Fräulein Malwine nachher reichlichst entschädigt haben. Hinterland von Kamerun und befürwortet die Missionen in bat Schutzgebieten. Bei der Besprechung des MflitäreiatS erwähnt Fritzen den Spielerprozeß in Hannover und fordert die Aushebung de- Totalisators, sowie eine Emschränkung der Beurlaubungen von Offizieren zu Wettrennen. Die Marine dürfe nicht mehr kosten, alber Schutz ber heimischen Küsten unb bte Besetzung bet auswärtigen Stationen erforderten. Der Redner bespricht bie Tilgung der Reichsschulden; ber Gebanke, bte tnbirecte Besteuerung zu beseitigen unb dieselbe durch eine btrecte zu ersetzen, sei eine Illusion; das Correlat ber tndirectm Besteuerung müffe da« allgemeine gleiche directe Wahlrecht bleiben. Zur Reichssteuerreform könne das Eentrum noch keme feste Stellung einnehmen. DaS Centrum könnte ja mit verschränkien Armen zusehen, wie die, welche die Mtlttärvorlage bewilligten, nunmehr die Mittel zur Deckung beschaffen; solches Verhalten wäre aber unklug und unpatriotisch. DaS Centrum werde mit Treue unb Hingebung babei milwirken, für bas Reich, b. h. für baS Volk bie Mittel nunmehr aufzubringen. (Beifall.) Abg. Bebel meint, die Schutztruppe habe bet ber Croberung von Hornkranz in Südafrika scheußliche Metzeleien begangen. Die Wahlstatistik beweise, daß mehr Wähler gegen, als für bie Militärvorlage stimmten. Angesichts ber Vorgänge in Hannover sei eS fraglich, ob der Offiztersstand noch im Stande sei, seine Pflicht zu thun. (Präsident v. Levetzow fordert den Redner auf, den OsfizierS- stand nicht zu beleidigen.) Die deutsche Militärliteratur stehe hinter der französischen zurück. Bei ber Marine seien bie häufigen SchiffS- zusammenftöße bei ben Manöoern eine bedenkliche Erscheinung. Angesichts des allgemeinen NothstandeS müßten die Steueroorlagen die Unzufriedenheit vermehren. Die Mehrlasten mühten durch die Einkommensteuer ausgebracht werden. Der Redner bespricht die Steuervorlagen und bezeichnet die Stempelsteuer als die verwerflichste, da ber Staat aus bem verwerflichen Börsenspiel Gewinn ziehen wolle. Bebel erwähnt, baß Miquel als Jüngling socialdemo- kratische Anschauungen gehegt habe. Kriegsminister Bronsart v. Schellenborf erklärt, er wolle bie Vorgänge in Hannover keineswegs beschönigen, er würde, wenn von den 22,000 Osfizieren nicht wie jetzt 40, sondern nur einer derartig gehandelt hätte, die- entschieden verurtheilen, es sei aber unerhört, daß man nicht die Betrüger und Wucherer, sondern die leichtsinnigen unverständigen Osfiziere als Angeklagte behandele. Auf bte Anklagebank gehörten jene, Vie bk Vorgänge agitatorisch auS- nutzten. Das Offiziercorps sei seiner Aufgabe jetzt wie früher gewachsen unb werde es auch bleiben. Hazarb werbe in allm Bevölkerungsschichten gespielt, es sei verwunderlich, daß man von dem Spiel von Offizieren solches Aufheben mache. Gegen bte Ausschreitungen Einzelner habe man bte Commandobehörbe und alS letzte Instanz den allerhöchsten Kriegsherrn. Die Armee bedürfe der gemachten Vorschläge nicht, sie wird nach wie vor intact bleiben. Das gesammte OffiziercorpS verurthelle das Hazardspiel und leichtsinnige Schulden- machen. 1893 Mittwoch den 29. November 281 Erstes Blatt Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger 5lanntmtnt»prt»staÄ -Tä*. • E^° machen. sMSm ;.'6r lQbt In nieten & b'< '« Oiiiwalb . „’ s « S-mIK. 9 lieoer wäre. r )“9 nach dn Stadt wtz., '9,eI &u erklären, ist M ,,nn' M nicht die i 5 Jautcr langer Weile W nur Leute ohne z °ttsckzunzsiüchütz? i_ J unb hort mitoirfc ßttHauptgrund ist:' Meist ist es so: chts anzusangen, fc. thun? Sie fe; , da wird es auch v 5 Tagearbeiter, jb1,.- chmädchen in dieAeK bi Msche Leben men und D t. — Wee«i! stnM de: soll keine ildeit^n und du 'eitern? BxWtnkr- 'd)inta ift auch die Landwn worden. Der Kantorn Gerate im Meer haben i kann das a\x%^ ach der Stadt", tt* es Vaterlandes th-- t werden kann kitt-’1'1' stsucht der Mechn, uü: . Arbeit, die domi eben ihrer Theil des 34«* W schaffen, die ihnen W X * 1 >ßf Srmegenschast au 'ienfeste. Sie rangiert : - H°V» M mW« Jubelpaare wurden w Alminim dargedra^ 1.1« «** f*£E Dann - Niederlande , d „it 110Ä*”' 30,000 *&,■ 5"^ sKs- MM >»- '* S| fc. t tj' verkehr, £anO. wnb volk-wirthschaft. »irten. 28 Sta. Ock cvfleffck pt. Wb 62-fe 4 Kuh, und Rindfleisch pr. Md. 50-56 4 Schweine. Heisch Pt. Dsd. 60-70 4, pr. Md. 50-56 A-HammeO ilcilch pr. Pfd. 40-60 4. Kartoffeln pr. 100 Silo 3,50-4,00 X. ettitraut pr. Stück 4 -10 4 Zwiebeln pr Lerstner 7,00-8,00 X, VtAch pt. Liter 16-20 4, Gänse pr. Pfd. 40—50 4- — Daß das Uroma und der seine ««schmack der vntter durch eine besondere Hrt Bacillen erzeugt werden soll, ist die Be- ' luptung dänischer Agricullm-Chemlker und Galatlologen, welche diese Mikroben bereits in Reinculturm gezogen und damit durch U «bertragung derselben aus minderwertbtge Butter dieser den Geschmack und auch da« Ausehw der besten, frischen Butter gegeben haben wollen Wenn man bedenkt, daß beim «äse ganz zweifellos 3«» sttungSproducte und Mikroben die Fermentation und den characte- uatschm Geschmack bedingen, und auch bet der Tabaksfermentation .'u istltch gezüchtete Mtkrobcnculturen bereits zur Vnedelung geringerer -Si'lten benutzt wurden, so ist die Möglichkeit der obigen Behauptung nicht ausgeschlossen. (MilgetheUt vom Patent- und technischen Bureau vv'i Richard LüverS in Görlitz.) Citeratur und KmtfL — Ossip Schubin gehört zu ben deutschen Schriftstellern, 1)1 ( sich erlauben dürfen, den Muth der Wahrheit zu haben, rein künstlerischen Zielen nachzustreben, und die dennoch aus einen auS- att reiteten Leserkreis rechnen können. ES ist,deshalb bezeichnend, bag ihr neuer großer Roman „Gebrochene Flügel" nicht in einer ’ber vlelverbreiteten Familimzeitfchrtften, wie „Gartenlaube" oder „lieber Land und Meer", erscheint, sondern in der »Deutsche« ste»manbtt»ltothek* (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt), die stets ■elnrr freieren Richtung gehuldigt hat. Er beginnt außerordentlich wirkungsvoll mit den Erlebniffen einer jungen österreichischen Srronefle in Pari«, die allerdings pikant genug sind und bald auch die Erwartung de« LeserS auf8 Höchste spannen. Da die Versafferin leb ft diesen Roman für ihren besten erklärt hat, darf man der Fortsetzung mit um so größerem Jntereffe entgegen sehen. Neben diesem läuft in der genannten Zeitschrift ein zweiter Roman, Mphodil" von Wilhelm Jensen, der mit dem ganzen Sttmmungs- imber der besten Werke diese« Erzähler-, bet zugleich immer Dichter unb häuft z mehr Dichter als Erzähler ist, beginnt. Auf dem Titel ber „Deutschen Romanbtbliothek" wird fortan der Zusatz „zu Heber Larnd und Meer" fehlen; sie scheint also eine selbstständige Haltung en iHreben und dem Zuge der Zeit nach einer freien Entfaltung der cküivstlerischen Kräfte und Talente Rechnung tragen zu wollen. Preis unb Erscheinungsweise bleiben dagegen unverändert: vierteljährlich 13 Wochennummern) 2 Mk., das vierzehnlägige Hest 35 Pfg. — Der Schlittschuhläufer im Sommer betitelt sich eine interessante Novelle von Alice Frei in v. Gaudy, deren Inhalt allen Anhängern der Lehre von ben Ahnungen, Fern- ’.oh Lingen rc. empfohlen zu werden verdient. Die geistvolle Arbeit wird in dem jüngst erschienenen Hefte der bekannten illustrirten ffmmilienzeitschrift »Zur Guten Stunde^ (Berlin W. 57, Deutsches Verlagshaus, Bong & Co., Preis des Vterzehntagshestes 40Pf.) veröffentlicht. Dasselbe Heft enthält einen Artikel über dm Park ,vo!»Schwetzingen au6 der Feder Wolf gang Alexander MeyerS. Der Park von Schwetzingen in bet Nähe Heibelbergs ift eine bet wenigen Stätten, an denen noch die allfranzosi^e Gartmllmft ihre dem mobetnm Menschen ko sonderbar ^»einenden Re^e offenbart. Man kann ble Eigenart der mü der Scheere beschnillmen BoSketS, der Zirkelgänge unb pittoresken Rococobautm vorllefflich erkennen aus bm Bildern F. Stahls, die seine Schilderung schmückm. Ter Umstand, daß der Maler seine land,chaftttchm Darstellungen mit dem intereffantm Gelb und Roth des Her^ftA sehm bat, gltbt einen edleren Reiz, der untz letzt wo daS Naturspiel der Herbstfärbung vor unseren Augen ist, seht sympathisch berührt. Der in „Zur Guten Stunde" In so reichem Maaße zur Anwendung gelangende Bong'sche T^benholzschnitt hat in der Wiedergabe der colortststchen Wirkung ber Bilber StahlS eine bank- bare Aufgabe gehabt unb bieselde glänzend gelost. Das Heft werd allen Besuchern deS Parkes eine "^Erinnerung stin und sicher dazu beitragen, die große Zahl der Reisendem die «lliahdich Hstdel- herg berühren, zu einem AuSstuge nach dem Schwetzinger Parke zu bestimmen. Ein rotilerer Artikel des HefteS behandelt bas „Lustige Wim" unb H. Lefler hat ben fröhlich »laubernbm Text L.v. Gayrspergs mit sesselndm Bildern versebm. Such die Chicagoer Weltausstellung ist durch einen Aussatz Ernst v. Hesse WarteggS vertreten, ferner geben eine Anzahl von Textbildern Kunde von dm wttttgftm ßreffiniflen b«r Irtien Z.tt, D-- d-S Z°°l°-«»-n Gartens H. Bolau widme: einem Untcum feine« GartmS, dem schwarzen Saguar, einen intereffantm Begletttext zu der brach gen Darstellung des seltenen Thieres. An Romanen ft"det der Leser zwd große moderne Arbeitm vor: „L. Haidheims Wunsch" und „Fraum" von M. v. Rerchenbach. Nebm inter- effanten Kunstbeilagen und Textholzschnitten fefidt das 3®*creffe de» Lesers noch die Giatisbellage, die Jllustrirte E a stkerbibl o Hek, beren jetzt im Erscheinen begriffener Band Ludwig UHIandS Gedichte und Dramen enthält. AttrchUche Anzeigen der evang. Gemeinde. Donnerstag ben 30. November, Vormittag? 11 Uhr: ftefb gotlesdienst, Einweihung der ff” »yestzug Geladenen wollen sich von 10 k Uhr an tn der Südanlage aufstellen, in der Ordnung, wie sie denselben noch bekannt gegeben wird. Alle mit Eintrittskarten Versehenen wollen sich vor dem Portale, das auf ber Karte bezeichnet ist, versammeln. Dort wirb für dieselben ein besonderer Raum abgeschlossen, bei dessen Betreten man die Eintrittskarte vorzeigt, während sie beim Eintritt in die Kirche adzugeden ist. , „ , m u n. Die Schuljugend aus allen Lehranstalten ift im Gottesdienst vertreten durch 100 Confirmanden, die auch dm Festzug mitmachen; anderen nichtconfirmlrten Kindern ift ber Eintritt unbedingt verwehrt, auch wenn fle «arten besttzen. Die Eltern sind gebeten, dies beherzigen zu wollen . Dl- am Feftzug Betheiligten betreten bte Kirche zuerst, darauf die mit Eintrittskarten Versehenen. Es wirb brlngenb gebeten, nicht mit hastigem Lausen unb Rennen bas Gotteshaus zu betreten unb bte Plütz aufzusuchen. Sitzplätze sollen möglichst Bielen beschafft werden, Stehplätze sind aber unvermeidlich. Die GottrSdiensiordnung wird an Alle, die mcht mit ber »estschrift versehen sinb, vor ber Kirche ausgethetlt Se. Konigl. Hoheit der Großherzog wirb am Festgotteßdienst theilnehuren und um 11 Uhr vom „Einhorn" aus zur Kirche fahren. Bezeugen wir Demselben unsere Freude und Huldigung auch dadurch, daß wirZhn auf seiner ganzen Fahrt unb besonders auch bei der Ankunft an der Kirche derzlich und laut mit Hochrufen begrüßen I Am EinweihuugStage, Abends 6 Uhr findet in der Johannes, I kirche ein liturgischer Gottesdienst statt unter Mitwirkung des I Kirchengesangvereins unb ber Chorschule. Die «ircheneolleete, die am EinweihungStag gespendet wird, ift für die Zwecke des KirchdauS bestimmt. ________________ Dringende Bitte um Unterstützung für eine arme, brave Frau, welche vor 5 Wochen von ihrem Manne vcrlaffen unb vor 14 Dagen von ihrem vierten Kinde entbunden wurde. Da sie von Allem entblößt ist, wird ebensowohl um Geld alS um Kindergelder gebeten und ersucht man milde Gaben, entweder an bie Expedition d. Bl. ober birect an die Unterzeichnete zu senden. ^rau Hulda Edle von Lacher Masoch. Lmdhei«, Oberheffeu. 6144] »ogelfreunbe. Schiffer« Vogelfutter, nur eit in versiegelten Packeten „mit dem Vogelneste" (eingetragene Schutzmarke) ist unübertroffen im Alleinverkauf zu Originalpreisen bet 8L u- G- Wallenfels, Gießen, Marktplatz 2!________________• Verfälschte schwarze Seide. Man Derbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man raufen will, unb die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Wie, rein gefärbte Seide träufelt sofort zusammen, verascht bald unb b nter, läßt wenig Asche von ganz hellbraunlicher Farbe. — Verfälschte Seibe (bte leicht speckig wirb unb bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen bte „Schußfäden" weiter (wenn fchr mit Farbstoff erschwert), unb hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die fick im Gegensatz zur ächten Seide nickt kräuselt, sondern krümmt. Lcrdrückt man bte Asche ber ächten Selbe, so zerstäubt sie, bte der verfälschten nickt. Die «eideusadrik «. Henneberg (L mk Hoflieferant) Zürich versenbet gern Muster von rhren echten Seibenstoffen an Jebermann unb liefert einzelne Robm unb ganze Stücke vorto- unb zollfrei ins Haus._______________ — Bei ben lehtjährlgm Juflueuza - Epidemien mürben «ayg ächte Sodener MineravPaftillen mit außerordentlichem Erfolge angewmbel. Auf Verordnung der Herren ?lerzte wurden die Pastillen, in heißer Milch aufgelöst, von dem jiranken in mteber» holten Gaben genommen und allgemein beobachtete man, daß die Schlelmlvfung eine äußerst leichte unb ber Verlauf ber Krankbett ein sehr günstiger unb rascher war. Erhältlich in allen Apotberen Drogerien- unb Mtneralwasserbanbl. ^85Psg. per Schachtel. f9195 - -..... Ileilgkbotenes. Stöbt SGaWaus. Hreibank. [9869 Heute und morgen: Faselochseofleisd?, niht ladenrein, per Pfd. 25 Psg! Holzmacherseile /8 Pfd engl, ä 60 und 30 Pfg. [9860 Lhampagnerkellereien Schloß Rheinberg, Geisenheim. Renommirle Marken „Eitel Fritz und Rheinberg Gold" hervorragende Qualitäten. 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Zugleich officielle« Festprogramm. Octavformat. 104 Seiten. Mit Umschlag in Farbendruck. Preis 1 Mk. Inhaltsverzeichnis«: 1. Einleitendes Wort, 2. die alten Kirchen Giessens, 3. die ersten Schritte zum Neubau der Johanneskirche fKirchbaufonds, Kirchbau-Kom- minsion), 4. Bauplatz der Johanneskirche. 5. Geldmittel zum Bau der Johannee- kircho, 6. Bauplan und Baumeister der Johanneskirche. 7. die Ausführung des Baus der Johanne*kirche, 8. Beschreibung der Johanneskirche, 9. Einweihung der Johanneskirche Festordnung, Oottcsdienstordnung, letztere aunh mit den Gesängen), 10. Verzeichnis* der Stiftungen und Geschenke für die Johanneskirche. Der grosse Erfolg dieser ausserordentlich interessanten Festschrift (innerhalb 2 Tagen wurden über 1000 Exemplare verkauft) dürfte die beste Empfehlung derselben sein. Oie Wappen der Stadt Giessen (I. Ritter zu Pferd, 2. das sog. G.-Wappen, s. Abb.) in Farbendruck. Format 66/97 cm. Federzeichnung von J. Jughardt. Druck von C. Beinecke, beide in Giessen. 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In Folge allseitiger Anerkennung und wirksamer Unterstützung unserer Bestrebungen von Seiten des hiesigen Publikums ist e« uns möglich, für die armen Kinder etwas zu thun. Die uns in diesem Jahr« vorgelegte Liste weist wiederum eine recht große Anzahl armer Kinder, Waisen und Halbwaisen, auf, die oft sogar am regelmäßigen Schulbesuche oerhinden sind, weil sie der nothdürftigften Kleidungsstücke ermangeln. Dir richßi deßhalb auch in diesem Jahre an die Bewohner Gießen« (Raucher Nichtraucher), die herzliche Bitte, uns durch Neb Ermittelung etwaiger Cigarrcnabfälle, sowie durch freiwillige Geldbeiträge unsern Fond- rrt)o zu helf/n, damit es uns ermöglicht wird, auch am die-jährigcn Weihnacht feste einer größeren Anzahl Kinder eine geeignete WeihnachtSbefcheerun^ bereiten zu können. Cigarrenabfälle und Geldbeiträge werden bei unseren Sammelnden. Herren Friseur Gerhardt, Gmil Kalbfleisch, Lehrer Franz, Dr. Heuser und H. Lchnell gern entgegengenommen. Der Verein Jugendfreund. 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