etl' Ünterk, - eitic« in i1' ^biq en. B U« z. 7 naiS?UD^ Neuen 53äc; ik Znzch^ ‘zirkel her “^Wmbfinn tu .... getrennt mkV le - UiM. gel, Neußal» ! M können das Mif zwgväh,o.Ha°! tähm, sowie das fr ich erlernen frisier Banker. UtrSaig 30. MU Mi Vtm« Mchfir. 2, Ul. ierin hat noih Qeuftabt57.ni; ict Kuräi sucht. M I, Franksurterstr.K ne Spret um 8-i *s ^dqmxbt usbildung und ir Ertheilung M gstrasse 61. ; Döring. W hflfe ich «ich W M®*V, e«W arb‘;t jutjm* M®* .»"'S" ?KS* „I-D *** Nr. 229 Freitag den 29. September 1893 Der OEchtNer »nzeißer «scheint täglich, ■it Aufnahme des MontagS. vü Gießener werten betn Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt. Meßener Anzeiger Kmeral-Wnzeiger. Biertegichrtger A-onnementspreiA, 2 Mark 20 Psg. rat Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Marl ÖO Psg. «edaction, Expedina» und Druckerei: -chalftratzeKr.^ Fernsprecher 51. Amts« und Anzeigeblatt f5r den Areis Gieszen. Amtliche»» Theil. Gießen, den 27. September 1893. Betr.: Die Einführung der mitteleuropäischen Zeit, hier die Unterrichtszeit in der Volksschule während des Winterhalbjahres. Die Großh. Kreis-Schulcommisfion Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Bezüglich der Bestimmung der Tageszeit für den Unterricht int Winterhalbjahr empfehlen wir Ihnen, die Schule so lange Morgens um 8 Uhr beginnen zu lasten, als die Tages- lelle um diese Stunde solches gestattet. Es sind dann wie bisher Vormittags 4, Nachmittags 2 Stunden zu ertheilen von 8—12 und 1 — 3 Uhr. Wenn bei den länger werdenden Nächten in den eigentlichen Wintermonaten von November bis Februar der Anfang der Schule Vormittags 8 Uhr unthunlich wird, so empfehlen wir, den Unterricht von 8*/a—12 Uhr, Nachmittags I—31/2 Uhr zu verlegen. Lasten besondere Gemeindeverhältniste oder der Gesundheitszustand des Lehrers eine längere Pause nöthig erscheinen, beim kann der Nachmittagsunterricht, besonders in städtischen Verhältnissen, von 1 y2— 4 oder 2—4x/2 Uhr ertheilt werden. Nach dem Monat Februar wird es wieder von der früher .wtrdenden Tageshelle abhängen, wann der Unterricht um 8 Uhr Vormittags beginnen kann. ___________________v. Gagern. Bekanntmachung. die landwirchschastliche Winterschule in Alsfeld betr. Die landwirthschaftliche Winterschule Alsfeld beginnt ihren 22. Winter-Cursus Montag den 30. October. Indern wir hiermit zum Besuch destelben einladen, bemerken iniT, daß die Schule das Ziel verfolgt, jungen Landwirthen dir-jenigen Fachkenntniste, welche heute zur rationellen Be- w'.rthschastung bäuerlicher Güter nothwendig sind, in 2 fünfmonatlichen Winter-Cursen zu vermitteln. Zur Erreichung dieses Zieles lehren an der Schule 2 Landwirthschaftslehrer und 5 Hilfslehrer, außerdem ist sie mit einer reichen Lehrmittelsammlung zweckentsprechend ausgerüstet. Ausgenommen werden junge Leute im Alter von 14 bis 20 Jahren, welche das Unterrichtsziel der Volksschule erreicht haben; in den oberen Cursus nur solche, welche schon den unteren Cursus mit Erfolg besucht haben oder welche nachweisen, daß sie die Kenntnisse, welche der untere Cursus vermitteln soll, bereits besitzen. Aeltere Landwirthe können als Hospitanten ausgenommen werden. Die jungen Leute stehen während ihres Hierseins unter Aufsicht der Lehrer und müsten sich der Schulordnung unbedingt unterwerfen. Sie nehmen Wohnung in bürgerlichen Familien und können Pensionen zu 30--40 Jt pro Monat von dem Vorsteher der Schule, Herrn Landwirthschaftslehrer Leit Higer, nachgewiesen werden. Das Schulgeld beträgt für das Wintersemester 25 JL Anmeldungen sind an den Aufsichtsrath oder an Herrn Landwirthschaftslehrer Leithiger zu richten, welcher auch bereit st, speciellere Anfragen zu beantworten. Alsfeld, den 2. September 1893. Der Aufsichtsrath der landwirthschaftl. Winterschuke Alsfeld: v. Gr 0 Im an. Deutsches Reich. 1 - Berlin, 27. September. Auf den D ep esch en w ech se l j zwischen dem Kaiser und seinem ehemaligen j ersten Berather fällt zwar durch die Veröffentlichung ; des Wortlautes dieser historisch gewordenen Telegramme kein 1 wesentlich neues Licht, aber die amtliche Bekanntgabe des \ Inhaltes derselben weift doch auf die Bedeutung des Aus- } rausches dieser Kundgebungen zwischen dem Monarchen und dem Altreichskanzler hin. Ob nun noch weitere Schritte ' folgen werden, um die schwere Verstimmung zwischen Kaiser ’ und Ex-Kanzler vollständig zu bannen, bleibt zwar noch ' abzuwarten, aber die gegenseitige Wiederannäherung ist 1 durch das hochherzige Entgegenkommen des Kaisers nun • doch angebahnt. Jedenfalls berechtigt der Ton beider jetzt ! also im Wortlaut zur allgemeinen Kennlniß gelangten Depeschen ' zu der Hoffnung, daß die Aussöhnung zwischen Kaiser Wilhelm ; und Fürst Bismarck nicht in ihrem ersten Stadium stehen ' bleiben werde. i — Der Manöver- und Jagdbesuch Kaiser Wilhelms in Ungarn ist am Montag zu Ende gegangen. 1 Hieran reihte sich ein eintägiger Besuch des Monarchen beim Kaiser Franz Joseph in Schloß Schönbrunn- der Aufenthalt des deutschen Kaisers daselbst trug jedoch lediglich einen privaten Character. Am Dienstag Nachmittag reiste Kaiser Wilhelm vom Nordbahnhofe in Wien aus nach herzlichster • Verabschiedung vom österreichischen Kaiser weiter- am Spätabend des Mittwoch wurde die Ankunft des Kaisers in Swinemünde erwartet, von wo aus der hohe Herr an Bord der Aacht „Hohenzollern" sofort die Reise nach Gothenburg in Schweden anzutreten gedachte. — Die Arbeiten der Berliner Tabaksteuercommission haben endlich ein vorläufiges Ergebniß gezeitigt. Die „Süddeutsche Tabakszeitung" erfährt von angeblich zuständiger Seite Folgendes über die Grundzüge des neuen Tabaksteuerentwurfes: Er enthält eine Fakturasteuer von 40 pCt. auf Cigarren und von 100 pCt. auf Cigaretten, Schneidetabak u. s. w., ferner Herabsetzung deS Tabakzolles auf 45 Mk., Aushebung der Jnlandsteuer, Nachversteuerung fertiger Rohtabake und Fabrikate, Mckvergütung von Zoll- und Steuerdiffererenzen, Aushebung betr Controle dtzr In- landlager und Einführung der Buchdontrole bei den Tabakpflanzern, Händlern und Fabrikanten. Die von der Commission gehörten Sachverständigen sollen sich einhellig gegen diesen Entwurf eines Tabaksteuergesetzes ausgesprochen haben, deffen Aufrechterhaltung trotzdem von der Commission beschlossen worden ist. Voraussichtlich wird er jedoch im Bundesrath erheblichen Abänderungen unterzogen werden. Auffälliger Weise ist über die Grundzüge des Weinsteuergesetzes noch nichts Näheres bekannt, obwohl die Verhandlungen der betreffenden Commission schon vor einer Woche zum Abschlüsse gelangt sein sollen. — Entwurf eines Trunksuchtsgesetzes. Zu den Vorlagen, welche dem Reichstage in der nächsten Session zugehen werden, gehört auch, wie die „Voss. Zig." erfährt, der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Bekämpfung deS Mißbrauchs geistiger Getränke, und zwar in Folge jüngster Anregungen von verschiedenen Seiten, z. B. des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke, der letzten Generalversammlung der rheinisch - westfälischen Gefängniß- gesellschast u. a. Der letzte Entwurf eines Trunksuchtgesetzes, der fast allgemein abfällig beurtheilt wurde, enthielt 1) beschränkende Bestimmungen über die Ausübung der den Vertrieb geistiger Getränke bezweckenden Gewerbe, 2) das Verbot für Gast- und Schankwirthe, geistige Getränke zum Genuß auf der Stelle borgweise zu verabreichen, mit der Bestimmung, daß Forderungen für solche Getränke weder eingeklagt, noch in sonstiger Weise geltend gemacht werden können, 3) den Vorschlag der Entmündigung gewohnheitsmäßiger Trinker nach den Vorschriften über die Entmündigung von Verschwendern (§§ 621 bis 627 der Civilprozeßordnung), jedoch mit der Maßgabe, daß eine Mitwirkung der Saatsanwaltschaft in demselben Umfange stattfindet, wie sie für das Verfahren bei der Entmündigung wegen Geisteskrankheit in den §§ 595 Absatz 2, 597 Absatz 3, 602, 604, 607, 616, 619, 620 Absatz 2 der Civilprozeßordnung vorgeschrieben tst, 4) Unterbringung entmündigter Trinker in eine Trinkerheilanstalt und 5) verschiedene Strafbestimmungen z. B. betreffend die ärgernißerregende Trunkenheit an einem öffentlichen Orte, wofür Geld- oder Haftstrafe, auch Unterbringung in eine Trinkerheilanstalt angedroht wurde. — Die Entdeckung des neuen Wiener Anarchisten- complottes hat die österreichischen Socialisten veranlaßt, in einer öffentlichen Kundgebung jede Verantwortung für das Die Stein-Industrie am Rhein und Main. Von Heinrich Becker zu Frankfurt am Main. Nachdruck untersagt. I. Wie sie in alter Zeit beschaffen war. Bei meinen Wanderungen nach den Heimstätten der Bau- heine fand ich, daß der Nassauer Marmor schon in den ßeiten der Karolinger und der Hohenstaufen am Mittelrhein za Säulen und anderen Zierstücken von Bauwerken verwandt wurde. In den Zeiten des Zwischenreichs und darauffolgenden Bürger» und Bauernkriegen fielen die alten Burgen und Paläste und mit ihnen die Kunstwerke. Der Sinn der Men- scheu ließ keine Kunst aufkommen- der Marmor war für ein paar Jahrhunderte begraben. Jetzt vom 16. Jahrhundert an wirb die Marmorkunst wieder von Rom aus eingeführt, '-ber auch da erscheint sie nur im kleinen Ringe um das Land Haff au, im übrigen Deutschland war sie selten oder gar nicht vorhanden. Untersuchungen, die ich inzwischen über Die anderen Bau- sieine Gr anit, Basalt und den Sand stein anstellte, haben tin ähnliches Ergebniß gezeigt. Es waren die gleichen Ursachen, ,6ie jeder Stein-Industrie sich hemmend entgegenstellten. Die nie war die Härte des Gesteins. Der Granit ist so hart, wie unser bester Gußstahl und härter wie die Werkzeuge des Mittelalters. Der Marmor, obgleich minder hart, widerstand doch noch den unvollkommenen Werkzeugen jener Zeit. Der Sandstein war leichter zu bearbeiten, wie jene- um ihn aber in größer Menge fortzubringen, fehlten die Straßen, auf denen die Lasten zu fahren waren. Nicht selten kommt eine nachbarliche Feinhschaft hinzu, um jeder Ausfuhr eine Sperre anzulegen. So kam es, daß jeder Stein fast nur auf feinen Fundort beschränkt war und selten über diesen hinaus- lant. Das Lahnthal hatte mir gezeigt, daß kein Stein für eine | Burg, für eine Stadtmauer, selbst für eine Kirche weiter geholt wurde, als man ihn werfen konnte. Die Burg zu Runkel steht auf einem Schälstein, einem Gemisch von Quarz und Thonerde, das leichter wie jeder andere Baustein verwittert. Die Burg ist daraus gebaut, sie fallt in sich zusammen, sammt dem Felsen, auf dem sie steht. Man glaubt, die Spanier hätten sie im 30jährigen Krieg zerstört, bis vor zwei Jahren der Fürst von Wied genöthigt war, ein Stück von dem Burg-Felsen abzutragen, damit er das Städtchen nicht zertrümmere. Der Marmor stand auf Büchsenschußweite entfernt, offen da- man konnte ihn nicht bearbeiten, man mochte selbst auf die geringe Entfernung ihn nicht fahren. Burg und Dom zu Limburg stehen auf einem Marrnor- felfen. Burg- und Domwände sind (im 12. und 13. Jahrhundert) aus demselben Marmor erbaut; für die Portale, das Stab- und Maßwerk der Fenster, für die 800 Säulen im Innern reichte die Kunst nicht aus. Man holte aus dem wenige Stunden entfernten Wallmerod den Trachyt. Die Franziskaner Kirche in der Stadt baute man (im 14. Jahrhundert) ganz aus dem geringwerthigen Schalstein. Mangel an Geschick und Sorglosigkeit im Bauen ließen für die Wände nicht einmal zu dem naheliegenden dauerhaften Marmor greifen. Die Stadt Wetzlar liegt auf einem Schalstein, der Marmor daneben. Die Stadtmauer ist aus Marmor errichtet - der Dom (aus dem 13. Jahrhundert) auS glatt gemeißeltem, aber gänzlich verwittertem Schälstein. Erst zu den Thürmen am Westende nahm man (im 15. Jahrhundert) den bunten Sandstein. Der mußte auf 10—12 Stunden Weges an der oberen Lahn bei Marburg, geholt werden. Es bedurfte der Freundschaft der benachbarten hessischen Fürsten, damit diese „Kriegs- Contrebande, der Festung-Stein," passiren konnte. Wundern unS diese Verhältuiffe in dem engen Lahnthal, dann staunen wir noch mehr über die gleiche Beengung in dem größeren Mainthal. Zu Frankfurt hat man bis vor Kurzem geglaubt, weil die große Sandstein-Pyramide des Domes emporragt und seit hundert Jahren fast jedes Haus aus Sandstein hergestellt wird, die ganze Stadt fei aus Sandstein gebaut. Sorgsame Untersuchungen haben ergeben, daß das ganze alte Frankfurt bis zum 15. Jahrhundert aus eitel Basalt errichtet wurde. Selbst der Dom und die anderen Kirchen sind bis auf die Zierstücke an Portal, Fenster, Thurm-Pyramiden au5 einem blasigen Dolerit gebaut, den man innerhalb der Grenzen der Stadt im Norden von Frankfurt ausbrach. Ende deS 15. Jahrhunderts, als der Kurfürst Friedrich III. der Stadt den Sachsenhäuser Wartberg schenkte, fand man den Litorinellen-Kalk. Man baute dreihundert Jahre aus diesen geringwerthigen Steinen alle Häuser, Paläste und Kirchen. Die paar Zierstücke, die am Salhof, Taxis-Palais (Bundes-Palast) und Darmstädter Palais an Thor, Thür und Sims hervorschauen, sind aus Spessarter Sandstein. Sie ragen mit ihrem rothen Farben so leuchtend hervor, daß Niemand hinter der Tünche der Mauer-Wände ein minder edles Gestein vermuthet. Frankfurt stand an einem schiffbaren Strom- alle Geld- und Kunstmittel waren vorhanden: trotzdem hat man ein ganzes Jahrtausend mit den geringwerthigen Bausteinen sich geplagt. Hier spielt die politische Bewegung nicht die geringste Rolle. Dicht im Osten — bei Offenbach und Seckbach — saßen die Grafen von Isenburg und Hanau. Gegen die Isenburger errichtete man den ersten Bau aus Sachsenhäuser Kalkstein, die Warte. „Sie wolln mir rihe, Hasen und Vögel stein" — TLHun und Treiben der verhafteten anarchistischen Verschwörer entschieden abzulehneu. Da in der That keinerlei Anhalt-- punkte dafür vorhanden find, Last die HaLpel, Hahnel und Genossen irgendwelche Verbindungen mit der österreichischen Sociallftenpartei unterhalten hätten, so und die Führer der letzteren bei ihrer Ableugnung jede- Zusammenhanges mit der anarchistischen Verschwör er gruppe allerdings in ihrem Rechte. — Auch in Spanien ist man anscheinend einem größeren anarchistischen Complotte aus die Spur glommen, aus welche baß gegen den Marschall Marine; Campos gerichtete Bombenattentat in Barcelona hingeleitet hat. Die Untersuchung in letzterer Assaire soll das Bestehen einer durch ganz Spanien verzweigten anarchistischen Verschwörung ergeben haben, infolgedessen daß Ministerium Sagasta ausgedehnte militärische und politische Vorsichtsmaßregeln anordnete. — Das Programm der Pariser Festlichkeiten anläßlich des bevorstehenden Russenbesuches in der französischen Hauptstadt soll dieser Tage offiziell bekannt gegeben werden. Jedenfalls wird das Programm gegenüber den ursprünglichen Projecten zum Empfange der russischen Gäste verschiedene Beschränkungen aufweisen, wobei der bekannte „falt« Wasserstrahl" auS Petersburg ebenso seinen Einfluß auSgeÜbt haben mag, als die leidige Kostenfrage. Letztere hat auch auf die in Toulon zu Ehren des russischen Geschwaders geplanten Festlichkeiten eine „niederschlagende" Wirkung geäußert, denn es ist dem Touloner Gemeinderathe regierungsseitig bedeutet worden, die Regierung könne die von letzterem erbetene pecuniäre Beihilfe zu den Kosten für die Feierlichkeiten anläßlich des Empfanges der russischen Gäste nicht in der gewünschten Höhe bewilligen. Demnach werden sich auch die Touloner Ruffenfeste in vereinfachtem Rahmen bewegen müffen, trotzdem wird eS aber natürlich noch genug des FestfpektakelS in Paris wie in Toulon geben. Heucftc Uac^ricbtcit. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 27. September. Im GeheimbundSprozeß Le inert wurde heute Leinert zu 4 Monat Gefängniß unter Abrechnung von 2 Monat Untersuchungshaft verurtheilt. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Die Polizei rhetlte der Staatsanwaltschaft mit, die Anarchisten planten bei der Berurtheilung LeinertS den Justizpalaft in die Luft zu sprengen. Berlin, 27. September. Behufs Vorbereitung der Verhandlungen über den deutsch-russischen Handelsvertrag sind heute Vormittag die Vertreter der ReichS- behörden, ferner die als Beiräthe einberufenen Sachverständigen aus den Gebieten des Handels, der Industrie und der Landwirthschaft, im RetchStagSgebäude zu einer Conferenz zusammengetreten. Die Zahl der Mitglieder des Zoll-Bei- rathS beträgt achtzig. StoatSminifier v. Bötticher eröffnete die Eonferenz. Berlin, 27. September. Zwischen dem ReichSschatzamt und anderen Reichsämtern haben die Unterhandlungen wegen der Feststellung des Specialetats für das Rechnungsjahr 1894/95 begonnen. Die Berathungen zwischen dem Commissar in den preußischen Ressortministerien mit dem Finanzministerium über die EinzeletatS beginnen im October. Der Staatshaushalt wird im Januar mit Eröffnung der neuen Landtagssession zur Vorlage kommen. Potsdam, 27. September. Kaiser Wilhelm ist heute früh 7 Uyr 30 Min. bei bestem Wohlsein aus der Wildparkstation eingetroffen. Die Kaiserin war zum Empfange ihres hohen Gemahls auf dem Bahnhose anwesend. Stettin, 27. September. Bei dem am 24. d. M. verstorbenen Arbeiter Steinweg hat die bacteriologische Untersuchung asiatische Cholera ergeben. das war die Ausrede des Grafen von Isenburg, um den Bau der Warte selbst beim Kaiser in Wien zu hintertreiben. ♦) Nicht besser trieben es die Grafen von Hanau, die Ritter von Selbold und der „Landschaden von Rückingen". Gar manches Fischerboot wurde von diesen, selbst auf Frankfurter Gebiet, überfallen, die Fischer gefangen und erst gegen großes Löfegeld frei gegeben. Und schlimmer fast noch wie diese trieb eS der RetchS-Erzkanzler, der Kurfürst von Mainz, deffen Grenzen von Mainz bis dicht vor Frankfurt gingen und von Steinheim bei Hanau über den ganzen Main bis Miltenberg und weiter sich auSdehnten. Der übte die „LandeS- Hoheit auf dem Main" selbst bis in die Stadt Frankfurt hinein und führte über diese bei dem Reichskammergericht Prozeß mit der Stadt zweihundert Jahre lang, bis die franzöfische Revolution den Kurfürsten-Stuhl sammt der LandeS-Hoheit zertrümmerte. Unter diesen Umständen war eine Steinlaft auf dem Main eben so sehr dem Raub ausgesetzt, wie ein anderes Gut. Nur im tiefsten Frieden, gegen schweres Geld waren die Sandsteine vom Spessart nach Frankfurt zu bringen. Ohne Sandsteine aber, wie wäre nur eine feinere Kunst zu erwarten, wo der Marmor ein fremder Gast und der Granit nur ein todter Götze waren! Erst mit diesem Jahrhundert, als der lange Krieg, die schwere Noth, bat vielgestaltige Deutschland geeint, als die Wälle der Festen gefallen, als der Friede die Schifffahrt frei machte und die Anlage von Stein-Sttaßen gestattete, da wur- den auch den steinernen Gästen vom Speffart und Odenwald die Pforten geöffnet. Ein Kurfürst von Mainz war eS, der als PrimaS deS Rheinbundes zu Frankfurt refidirte, Freiherr Carl von Dalberg, der die Frankfurter Wälle ein! legen und neue Straßen auf ihnen errichten ließ. Durch ihn •) Vie die Nachkommen dieser Vauarasen im 19. Jahrhundert — 1883 noch — den Frankfurtern daS Wasser abqruben, Haden wir bei den Wasser- werten gesehen, al» der Fürst von Isendura-Birstein die i«runb- fhldr im Vogelsberg ankaufte, mit denm die Frankfurter ihre Wasser- leitting vergrößern wollten. Stettin, 27. September. Heute erfolgte hier eine Erkrankung cm der Cholera, welche tödtlich verlies. Hamburg, 27. September. Heute erfolgten hier sechs Neuerkrankungeu, in Itzehoe ebenfalls eine Erkrankung. Stuttgart, 27. September. In Anwesenheit des Hofes, der Minister und der Spitzen der Behörden wurde heute Vormittag die neue Neckarbrücke zwischen Stuttgart—Berg— Eanustatt eröffnet. Eine große Menschenmenge hatte sich zu dem Feftaete eingefuoden. Antwerpen, 27. September. Der Handel am hiesigen Platze erleidet durch die fortwährend ungünstigen Meldungen aus Brasilien ungeheuren Schaden. Paris, 27. September. Der „Figaro" schloß heute seine Subscription für die Russeufeterlich Seiten- dieselbe brachte etwas über 20 000 Francs ein- das Gesammt- ergebniß wird kaum mehr als 130000 Francs betragen. Madrid, 27. September. Die spanische Regierung hat die Absicht, großartige Feste zu Ehren der russischen Offiziere zu veranstalten. DaS russische Geschwader soll auf der Fahrt nach Toulon in Cadix und Cartagena anlaufeu. Aewyork, 27. September. Eine Feuersbrunst zerstörte in St. Jofeph (Missouri) einen großen Theil der Stadt. Der Schaden wird auf 5 Millionen Dollars geschätzt. tocafcs tint Gießen, 28. September 1893. Es wird uns mitgetheilt, daß die von der Großh. Regierung eingesetzte NothstandS-Commisfion für die hessischen Landwirthe bis jetzt folgende Artikel (in runden Summen) beschafft har: Sommer und Winterwicken, sowie andere Sämereien 5400 Centner, Mais 70000 „ Palmmehl 15500 „ Erdnußkuchenmehl 7000 „ Baumwollsaatmehl 700 „ Torfstreu 350 Waggon-, Superphosphat 8700 Centner, Chilisalpeter 1800 „ Katnit 2700 „ Wie man sieht, sind dies recht bedeutende Mengen, die auch zu möglichst günstigen Preisen geliefert werden konnten. So wird sich z. B. der Hauptartikel Mais auf 12.30 Mark per 100 Kilogramm ab Frankfurt stellen, und ist ein nicht zu unterschätzender Bortheil für die gesammte Landwirthschaft deS GroßherzogthumS auch dadurch erwachsen, daß durch obige Massenbezüge der Nothstandscommisfion und die dabei gesicherten Preise unreelle Preistreibereien deS Zwischenhandels in diesen Artikeln während deS diesjährigen Nothftandes überhaupt verhindert wurden. ** RuhestaudSverfetzong. Seine Königliche Hoheit der Grobherzog haben Allergnädigst geruht: am 24. d. M. den Obergüterinspector bet den Oberhessischen Eisenbahnen Christoph NtcS, auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. October l. I. an, in den Ruhestand zu versetzen und ihm auS diesem Anlaß den Character als „RechnungSrath" zu verleihen. * Militärdienstuachrichleii. Prof. Dr. Gaffkh, Stabsarzt der Reserve vom Landw.-Bezirk Gießen, zum Oberstabsarzt 2. Klaffe- — vr. Zinser, Assistenzarzt 1. Klaffe der Reserve vom Landw.-Bezirk Gießen, zum Stabsarzt befördert. ** Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberhefieu vom 27. September 1893. Zur Verhandlung kam die Strafsache gegen Adam Geyer von Merkenfritz wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Beleidigung. Die Anklage vertrat der Großh. Staatsanwalt Herr Clement, vertheidigt wurde der Angeklagte von Herrn Rechtsanwalt kam der Sandstein vom oberen Main in die Stadt. Die ganzen Straßen ring- um die Altstadt wurden auS ihm erbaut; die neuen Häuser, die innerhalb der Stadt errichtet, wurden aus ihm hergestellt, desgleichen der ganze Kranz von Dillen und Landhäusern, die als Neustadt um die älteren Stadt- theile sich legten. Es war die erste größere Wanderung von Gestein, die am Mittelrhein begann. Die Städte am oberen Main, Aschaffenburg, Würzburg, Schweinfurt, Bamberg, Nürnberg, waren alle auS diesem Gestein erbaut- sie lagen aber mitten im Sandstein-Gebirg. Von den mittelrheinischen haben nur wenige einen gleichen Stein-Import aufzuweisen. Selbst das „goldene Mainz" ist, mit Ausnahme deS DomeS und einiger Fanden an der Augustiner-Kirche, dem kurfürstlichen Schloß und anderen Bauwerken auS dem gleichen gering- werthigen Litorinellen Kalk erbaut, der auf den nahen Höhen anstand. Allein das alte WormS bietet einen Reichthum an importirtem rolhem Sandstein, wie keine zweite Stadt am Rhein. Nicht nur der Dom, die Paulus- und MartinS-Kirche und viele andere sind aus glattbehauenen Sandsteinen massiv erbaut: selbst die ganze Stadtmauer ist aus buntem Sandstein errichtet, der aus den Wormser Besitzungen am unteren Neckar, zwischen Heidelberg und Eberbach, auf dem Neckar und Rhein dahin verbracht wurde. Aber auch diese stammen auS einer Zeit, in der das Btsthum WormS über Rhein und Neckar und die anstoßenden Berge in ununterbrochenem Zusammenhang herrschte. So sehen wir, die ganze Stein-Industrie am Mittelrhein war bis zu diesem Jahrhundert nur eine HauSmannS-Arbeit. DaS Geschick in der Bearbeitung war zum Theil nur gering; wo eS größer, mehrten die winhschaftlichen, die politischen Der- hältnisse jede Ausfuhr des Gesteins. Die reichsten Städte behalfen sich bei ihren größten Bauten mit dem nothdürftigsten Gestein, daS die nächste Gemarkung lieferte. ES bedurfte stärkerer Mächte, um diese Hemmnisse zu brechen, um die Stein-Industrie wenigsten- zu dem Anfang einer größeren Zeit zu führen, an dem wir jetzt stehen. Hirschhorn, als Geschworene wurden auSgeloost dieHerre; Johann Heinrich Müller II., Philipp Karl Brück, 6tor; HaaS EL, Johannes Becker VL, Conrad Eckstein, Hermv^ Schmidt HI., Friedrich Fenchel II., Johann Schäfer Q Wilhelm Bloch, Johanne- Weiß IH., Hermann Karl Sch»^ und FriedrichKatz D. Der Eisendreher und Landwirrh 61^ Gever von Merkenfritz steht unter der Anklage, daß r am 3. Jnlt 1893 im Dalddiftrict Mühlwald der Gemarkt^ Merkenfritz den Gemeindeforstwarten Müller von WeniH während der rechtmäßigen Ausübung seine- Amte- thätbtz angegriffen, ihn vorsätzlich körperlich mißhandelt und an br. Gesundheit beschädigt, auch wörtlich beleidigt habe. — I, Frühjahr diese- Jahre- war die Ehefrau de- Adam Devf wegen Entwendung von Laub von dem ^Forstwarten Mülle- zur Anzeige gebracht worden. Al- Forstwart Müller q 3. Juli L I. auf einem Dienstgange in seinem Schutzgeb,m aus einer Schnciße zwischen den Distrikten Mühlwald wt Blckert- ftj befenb, traf er plötzlich mit Adam Gevn zusammen. Dieser war ihm, al- Müller an einer Ecke M Weges umgebogen war, nachgelaufen und rief ihm „Bleiben Sie einmal stehen." Er fragte ihn dann, ob st, Knecht noch auf der Geigerwiefe Kühe hüte. Auf die merfung, der Knecht fei noch dort, sagte Gever weiter, R wolle einmal nach seinem Klee sehen, den die SeningSet * * gehütet hätten. Müller drückte fein Bedauern hierüber et, namentlich mit Rücksicht aus die herrschende Futterns Darauf kam Geyer näher an ihn heran und äußerte: ,6« haben mich auch aufgeschrieben wegen einer Last Laub, ist Unrecht!" Al- Müller entgegnete : „Da- war noch lanct nicht Unrecht, Ihre Frau hat mehr übergemacht, al- ich aui> geschrieben habe", schrie Geyer : „Da- ist ja gelogen", nannte den Forstwarten einen infamen Lügner, rückte dicht an il: heran und bemerkte, al- der Forstwart sich tie öeletbigungc verbat: „Was willst denn Du?" Müller hatte kaum erwidert: „Aber Adam, was willst Du denn?" al- ihn Geye: unversehens an der Brust packte und zu Boden warf. Da» kniete er sich auf ihn und sagte: „Bürschchen, jetzt kann ch Dir die Kehle herumdrehen", woraus er ihm einen heftige» Schlag auf die Oberlippe versetzte, sodaß diese blutete unb anschwoll. Müller hielt den Geher, von dem er vom De.c ab in eine Fichtendickung geschleift worden war, fest und schrie laut um Hilfe, woraus der in der Nähe befintutc Wilhelm Nenn I. herbeieilte, Dieser fand den Müller a* Boden liegend und den neben ihn stehenden Geher am lr» festhaltend. Nenn sah, daß Müller im Gesicht und an tu Kleidung Blutspuren hatte. Geyer beklagte sich, er habe lei- Uhr und seine Uhrkette verloren und entfernte sich da«. - Nach feiner Darstellung deS Vorfalls hätte ihn Müller fofon ohne Weiteres angepackt und mißhandelt, worauf er ft gewehrt habe, wobei Müller wohl eine kleine Verletzung fi* zugezogen haben könne. Auch bei dieser Verhandlung konnte« sich die Geschworenen (Obmann Herr Philipp Karl Brüt!) von der Schuld deS Angeklagten nicht überzeugen, worauf auf ihren Wahrspruch „Nichtschuldig" das Gericht die Frei-1 sprechung deS Angeklagten von Strafe und Kosten au-sprach. ** Die für Octoder d. I. festgesetzte Jubiläum»- und Generalversammlung des 2577 Mitglieder zählenden hessischen LandeSlehrervereinS kann, eingetretener Hindernisse halber tu Versammlung-saal wird einer baulichen Veränderung unter - zogen) erst Anfang- Mai 1894 abgehalten werden. Dagegen findet die Delegirtenversammlung deS genannten Verein» am 28. October dfS. J-. zu Darmstadt statt. Der Vorstand deS Verein- wird der Verfammlung den Vorschlag macht:,, alle jene Lehrer, die dem „Katholischen Lehrerveretn" angehören, al- auS dem simultanen Lehrerverein auSgetreit: zu betrachten. Auch wird für den verstorbenen Redacmrr I. Schmitt ein neuer Redacteur deS „Schulboten für tyW gewählt werden. Nach der Lage der Sache zu urtbala, dürfte der in weiteren Kreisen rühmlichst bekannte 34a!? inspector Scherer au- WormS die meiste Au-sicht Hube», für den erledigten Poften gewühlt zu werben. ** Polizeiliche Beauffichtiguug der MiethSwohnuuge» ui Schlafstellen. Angeregt durch eine Interpellation deS Rumirr Mitgliedes Reinhard-WormS hatte bekanntlich die heK-e Regierung Ermittelungen darüber angeordnet, ob für Hetzen ein Bedürfniß für ein WohnungSgefetz vorliege. De stattgehabten Erhebungen der Verwaltungsbehörde erftredtra sich auf die Beschaffenheit der Arbciterwohnungen, die Vt- Nutzung ungesunder und unzureichender Räume zu ÜBotn» zwecken, auf die Bestrebungen zur Verbesserung der bestehender Zustande seitens Privater, Gesellschaften und Vereine, fiwic auf Anzahl und Zustand der Logirhäufer und Schlafstsü», Man kam zu dem Ergebniß, daß die WohnungSverhältms»« der Arbeiter in Heffm zu einem sehr erheblichen Bruchthnl den hygienischen Anforderungen nicht genügen und daß baldige Abhilfe geboten erscheine. War damit der Nachweis et btt* daß der Erlaß gesetzlicher Bestimmungen über die sanitär» Verhältnisse der MirthSwohnungen eine Nothwendigkeit ich so bot sich die Hauptschwierigkeit darin, daß e» an et«» Vorbilde für eine ersprießliche Gesetzgebung auf diesem Se- bitte vollständig fehlte, denn weder eine badische Mimsten«> Verordnung noch auch die ausländische Gesetzgebung, ti* besondere die von England und Frankreich konnte in Vettacht kommen. Der Entwurf, den die hessische Regierung de» Landftänden im Februar d. I. vorlegte, fand die Zustimmung derselben und tritt nun der Artikel 1 diese- Gesetze- a« nächsten Sonntag, 1. October in Kraft, während tie Übrigen Anikel erst am I. April 1894 ihre Wirksamkeit Übet- Der Anikel 1 besagt, daß die Gesundheit-beamten de- Staotck und die Ort-polizeibehörden, sowte die von den letzteren fc* auftragten Personen befugt seien, die zum Vermiethen bestimmten Wohnungen und Schlafstellen einer Untersuchtw- dahin zu unterwerfen, ob au- ihrer Benutzung zum Dohnen ober Schlafen Nachtheile für die Gesundheit ober Sittlichkeit zu besorgen seien. Die gleiche Besugniß steht den genannten Organen betreffs her Schlafräume zu, welche von Arbeitgebern ihren Arbeitern, Lehrlingen, Dienstboten :c. zugewieie« werden. Die Polizeibehörde kann, wenn die Wohn- oder til Mvf'pl l toi 3 S\x bnu m Nn 0rinb w« rät -ehret Mb! 5»t 8 Meter gisazt hätte, tcrabohten t a« für einer - hl h tfnw oen Urb r I'.. bce ist ' utiTflifdrt ntoeett um der Attlooimg t ^l1/» % au porteur-Cbügatumen vom 1. Januar 1861 sind zur Rück' zahlung gezogen worden: Lit. A. Nr. 50 Lit. B. Nr. 3 und 68 Lit. C. Nr. 71 Bnb von den S1/» % au porteur-Obligationen vom 1. Oclober 1888: Lit C. Nr. 20. Wir bringen dies zur Kenntniß der Jntereflenten mit dem Anfügen, daß die Verzinsung mit dem 1. Januar 1894 aufhört. Grünberg, den 26. September 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. ersuchen Sie gefl. 1246 Schusters Caffee zu 85, 90, 95 und 1OO Pfg. per */< Kilo. Verkaufsstelle Gießen: Hch. Wallach, Markt 8. H. Schuster, Von«, Dawpf-Kaffee-Brenneret, gegr. 1857. 1890r Piesporter Moselwein 1890r «eiSberger Saar wein 1891t OhtioSverger Wach« thum Puricelll Moselw- 1886r vveremmeler Rosen- berg Saarwein 1839t Riersteiner Rhetnhesi. Wein 1890r Rackenheimer Berg do. 1890t Bingener Rochusberger 60. 1889t «eisenHeimer Rhein- afluer Wein 1889t Rüdesheimer Berg do. 1889t Ofener Rothwein Ungar» wein 18b7t Martini Clsaao Bordeaux 1892t Italienischer Wermvth, Wein zur Zubereitung mit den Worten: um damit auszudrücken, daß dies Alles für einen Mann gehöre. Das Mütterlein hatte die Worte anders ausgefaßt und sott das Ganze mitsammen. Guten Appetit zur neuen Manöverkost! «-tterditoft der irrarlitischen geligimgtfellfdjRfi. Freitag Abend 5“ Ubr, SamStag Vormittag 8°<> Uhr, SamStag Nachmittag 4o° Uhr, SamStag Abend 645 Uhr. Schlafräume den gesundheitlichen Ersorderniffen nicht ent« s. rechen, nach Rechtskraft ihrer erlasienen Verfügungen die Ausweisung der in die Wohnung oder die Schlafräume aufgenommenen Personen anordnen. Der Bermiethung im Sinne IMS Gesetzes steht gleich jede Vergebung von Wohnräumen ober Schlafstellen gegen Entgelt. Die hessische Regierung hofft mit diesem Gesetze nach seiner völligen Durchführung wenigstens für die nächsten Jahrzehnte die Mittel zur durchgreifenden Verbesserung der WohnungSverhältniffe der ärmeren ' TolkSklassen in der Hand zu haben. Man wird diesen gesetz- ! lichen Anordnungen nur freudig zustimmen können. *• Automaten find steuerpflichtig, auch wenn solche in | Wirrhschasten aufgestellt sind- das hat jetzt auch daS Ober- landeSgericht entschieden. Das Schöffengericht hat an- genommen, daß die Inhaber der Locale das BerkaufSgewerbe ! vermittelst der Automaten betrieben hätten, nickt aber die Actien-Gesellschast als Eigenthümerin. DaS Landgericht ver- vrtheilte die Angeklagten in die von der Steuerbehörde an- • gk'etzten Strafen, indem es die Frage, wer das Gewerbe «jdetrieben, im entgegengesetzten Sinne wie das Schöffengericht lientschied. Die gegen daS zweitinstanzliche Urtheil eingelegte z Revision wurde vom OberlandeSgericht zurückgewiesen. -o- Aus dem Busecker Thale, 27. September. Die neuliche Mittheilung, die Ihr Berichterstatter „aus dem Rabenauer ferunbe" über das geplante Londorfer Kirchengesangfest ge- brvcht hat, können wir heute aus sicherster Quelle dahin Verve llständigen, daß daS Fest allerdings am 1. October, ttnchmittag« 2 Uhr von den genannten Vereinen (Allen- ‘boxf a. d. Lumda, Beuern, Grünberg und Londorf) in der schönen und geräumigen Kirche zu Londorf gefeiert wird. Die Festansprache hat Pfarrer Volp - Allendorf übernommen. DaS Programm, von Pfarrer Vogel-Beuern entworfen und vuSgcsührt, gruppirt sich um den schönen, unseren Gemeinden leider fast völlig fremd gewordenen Choral: Nun lob, mein Seel, den Herrn!* und gestaltet sich in seinen vier Theilen zu einem musikalischen Lobpreis des Herrn, der als Kind in der Krippe, als Lamm am Kreuz, als Sieger in der Osterglorie und als König in derHimmelS- herrltchkeit gefeiert wird. Die einzelnen Theile, durch biblische Lectionen miteinander verbunden, umfassen je zwei Lborgesänge und werden jedeSMal durch Gemeindegesang ab- ges-chloffen. DaS Ganze, dem Gebete und Responsorien -irischen dem Liturgen und der Gemeinde vorausgehen und folgen, ist im Grunde genommen eine Umsetzung und Darstellung des zweitenArtikelS in musikalisch- liturgischer Form und so ein weiterer Versuch, die so- peeannten musikalisch, liturgischen Gottesdienste immer mehr in unseren Gemeinden einzubürgern. Möge er gelingen und *if)t ohne Nachfolge bleiben in immer weiteren Kreisen? L. Lißberg, 27. September. Unser Ort hat seit lange an Wassermangel gelitten. Jetzt ist dem Mangel abge- jol fcn. Eine Firma aus Detmold hat uns einen prächtigen löt unnen und zwar 42 Meter tief durch den Basalt gebohrt. 84 war eine hochinteressante Arbeit. Zweimal brachen die hrer und blieben stecken. Der dritte, wohlgelungene Brunnen hm 8 Meter trefflichen WasserS. Wer uns vor 20 Jahren gesagt hätte, man könnte unser Basaltgebirge in dieser Weise cuechbohren und mit eisernen Röhren ausspicken, den hätte man für einen Hexenmeister gehalten. § Aus dem Kreise Alsfeld, 27. September. Eine andere grate von Erdgewächsen, die an ungewöhnlich reichem Ertrag Calsters Cheraskenhosenträger ist das Beste der Welt. Freiheit des Nückgrades. Freie beugendeBewegung. Mikado-Hosenträger, sowie alle anderen Sorten empfiehlt [7469 H. Rübsameu. Vermischtes. • Vor einen Eisenbahnzug geworfen hat sich auf dem Bahnhofe Thiergarten in Berlin der Apotbeker Max Seidel. Er hatte sich eine Zehnpfennigkarte gelöst, um sich vöm Bahnsteige aus vor einen Zug zu werfen. Als nun ein solcher ankam, führte er sein Vorhaben auS. Der Schädel wurde ihm gespalten, so daß der Tod sofort erfolgte. Bezüglich der Veranlaffung zt^dem Selbstmorde erfährt man, daß Seidel während seiner Studienzeit einen Schmiß auf die linke Kopfseite erhalten hat, der baß Gehirn bloßlegte. Wenn die Wunde nun auch geheilt ist, so hat sich doch seit einiger Zeit ein vorübergehender Wahnsinn bei S. gezeigt, der auf circa 10—12 (Str, zu verkaufen. [8132 Rodver« 14. 57 Jahre, daß Schornsteinfeger Joh. Frick dahier decret- mäßige Verwendung als Kaminfegermeister fand. Aus dieser Veranlaffung wird dem „Senior der hessischen Schornsteinfeger" vom Central-Jnnungsverbande der Schornstein' fegermeister des deutschen Reiches, und speziell von der hessischen Schornsteinfeger-Innung eine angemeffene Feier bereitet. Die 50jährige Jubelfeier konnte s. Z. nicht begangen werden. Darmstadt, 27. September. Ueber die am 25. September stattgehabten Wahlmännerwahlen zum Landtag liegen weiter folgende Ergebnisse vor: Langen. Die Majorität erhielten vier Wahlmänner der freisinnigen und fünf der socialistischen Liste. Sprendlingen. Von den gewählten Candidaten gehören drei der Candidatur Steingötter (freif.) und vier der socialistischen Partei an. Neu-Isenburg. Sämmtliche Wahlmänner der Candidatur Schloßmacher (natlib.) wurden gewählt. Dreieichenhain. Die beiden gewählten Wahlmänner gehören der socialistischen Partei an. Götzenhain. Bürgermeister Lenhardt wurde gewählt. Dietzenbach. Die socialistische Partei siegte mit geringer Mehrheit. Egelsbach. Die vier Gewählten gehören der socialistischen Partei an. Babenhausen. Bei der Wahlmännerwahl zur bevorstehenden Landtagswahl haben die Socialdemokraten eine vollständige Niederlage erfahren. Es wurden int Ganzen 116 Stimmen abgegeben, davon entfielen für den socialdemokratischen Wahlzettel nur 12 Stimmen. Heppenheim a. d. B. Die Wahlmänner für Bürgermeister Höhn (natlib.) wurden hier und in den Filialorten mit großer Majorität gewählt. Kastel. Von 715 Wahlberechtigten stimmten 226 ab. Unveränderte Zettel wurden abgegeben von den National- liberalen 75, dem Centrum 94, den Socialdemokraten 47; zersplittert 10. Kostheim. Abgegeben wurden für das Eentrum 115, die Socialdemokraten 98 Stimmzettel. Bretzenheim. Bei der Wahlmännerwahl siegten die von der nationalliberalen Partei aufgestellten Candtdaten. mehrere Sopbas, Tische, Stühle, Betten, Nachttische, SckrSnke, Spiegel, Bilder, Kückengcräthe, Porzellan, Glas, Lampen, Decken, Weißzeug, Kleidungsstücke u. s. w. [8077 I. A.: Schneider, Taxator. Staats-Eisenbahnloose mit Haupttr. v. 600.000, 400,000, 300,000, 200,000, 60,000, 30,000, 25,000, 10,000 Franc« rc Kleinster Treffer 400 Francs. »Uten existiren nicht. MonatS-Etn- I zahlung auf 1 ganze» VrigtnallooS I Äl. 4. 30 H Porto a Nachn. Gefl.Auftr. 1 a Jacob Schmid, Agent.- Gesch., Taffet. und selten vollkommen gewachsenen Exemplaren der Kartoffel- i ernte gleicht, ist die der weißen Rüben, genannt Stoppel- I rübcn wegen ihrer AuSsaat in die Roggenstoppeln. In | unserem Kreise baut man sonst diese vorzügliche Rübe nicht so häufig, wie in anderen Gegenden. In diesem Nachsommer aber wurde sie wegen des Futtermangels ganz allgemein angebaut und unsere Landwirthe haben damit sich um ein nützliches Product bereichert. Wahre Riesenexemplare von weißen Rüben erblickt man durchaus nicht selten. Eigenthümlick ist eS, daß man in hiesigen Gegenden erst ganz in den letzten Jahren auf die Rentabilität und den Nutzen dieser „Königin der Rüben", wie sie der Berliner zu nennen pflegt, aufmerksam geworden ist. Wohl wird sie immer noch meist zur Viehsütterung benützt, ungleich trefflicher aber dient sie zu Gemüse, daS im Geschmack entschieden demjenigen der Kohlrüben über ist. Ebenso liefert sie, gehobelt und eingemacht wie Sauerkraut, einen vorzüglichen Küchenartikel, der eben das Sauerkraut zu ersetzen sich geeignet erweist. Dieser über alles Erwarten günstigen Ausfall der Erdgewächse stempelt unseren sonst viel versagenden, Frees & Tasche Universitätsbuchhandlung In großer Auswahl neu angefommen: I stünder, Spitzen, Seidenstoffe und b-sondere Liste.^ t«mmle, sowie Pelüschreste für Cüps —A"^vder - ---- ------r, ml Kleider zu den anerkannt billiasten 81331 Gut erhaltener hübscher amerik. Preisen. (7984 Oftttz billig abzugeben. Lina Sahlfeld, Ludwigstraße 14. . 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Der den Vorschlag i- schen Lehrerverm' üehrerverein au^r verstorbenen 9ie: „Schulboten für! der Sache ju ui glichst tyW & miiftt N- tttrbtn. r KiWvohuM-» rpeüalion btS Äau bekanntlich die he ordnet, ob i ootW; MtzSbehbrde etftrc zerwvhnungen, ibet Räume zu» besseruug der beste- isten md ;äu|er «°d bie jr SS« Ms ftu Leid) W« r--s die Unterfutr ellen tintt $ii Benutzung vicnstb»""' # wenn wr Jeikgeöolenes. Vorzüglichen Aepfelmost 1— 1.25 1.75 1.50 2-25 1.25 1.60 _ „ 1.75 1892r Ästi spermante „ 175 frei Fracht und Octroi Gießen. Flaschen nehme ich zu 10 Pfennig das Stück frei zurück Proben werden in meiner Wein- stnbe verabreicht. Für Weine im Aaffe ’ ' - Bei größeren Bezügen Rachlaß.__________[7o34 Fussbodenanstrich aller Art, rasch trocknend und von großer Dauerhaitigkrit billiast. [5157 August Noll 11., Bahnhofstraße 51. ür die langen Winterabende bietet unterhaltende Lectüre unser [8088 Joflroal-Lesezirkel Mobiliar-Versteinerung. I Georg Orlenbach in Metzlar • d l empfiehlt folgende durchaus reine Ori- Freitag den 29. September d. I., ginaR-ktzlaschenweiner Ktachmittags 2 Uhr, sollen Grünberger-- ** 0,1 - fieatze 2811 folgende Gegenstände öffent- tch versteigert werden: die Verletzung zurückgeführt wird. Er hatte sich bereits vor einigen Tagen von seiner Frau entfernt, ohne daß sein Aufenthalt zu ermitteln gewesen wäre. Er hat die Ttutt in einem Zustande der Unzurechnungsfähigkeit begangen. * Verrechnet. Eine Anzahl Hamburger Sarghändler hatte fest auf die Wiederkehr der Cholera in größerem Umfange gerechnet und sich dementsprechend „voxgeseh^r" ;, sie blieben jedoch mit ihrem Vorrath sitzen und strhen sich zum Theil schon zur Schließung des Geschäfts gezwungen. Zur Illustrierung der „Sage* diene die Thatsache, daß kürzlich in einer Gerichtsvollzieher - Auction Hunderte solcher Särge meistbietend versteigert wurden. * Eine lustige Eiuquartieruugsgeschbchte wird aus E g g l - Ham berichtet. Ein Soldat übergab seine gefaßte Menage, Fleisch, Reis, Salz und Kaffeebohnen seinem Herbergsmütterlein zur Zubereitung mit den Worten: „Dies g'hört z'samm", M. Schäfer, Grünbergerstraße. Schellfische tuf EiS im „Rebstock*._________[8137 Mur neueste Sachen. Ie| In ttufbemßof der grüper Mühle, gegenüber der Kaserne Kasdelkuchlungs - Gegenständeu aller Art, als Kronleuchter (in den gang- , mehrjährig gelagerter in Bohlen ge- barsten Metallausführungen, Glas u. f. w.), i ar . n cm r • ! und Lärchenyotz tm Einzelnen an den Ampeln, Lyren, Wandarmen u. s. w. tn > Meistbietenden gegen Baar oder Bürgverschiedenen Stilformen und bewährter Aus-: schäft thetlungshalber öffentlich verkauft sührung, ächte Siemens-und Wcnham- w°rd«n SMWww bes °°n Lampen, die neuesten Auer'schen Gas- Glühlichte (Haupt Niederlage der Deutsche» M Rettung v. erunnlucht! Gasglühlicht'Actieugefellschaft in Berlin), sowie e Derf. 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September 1893. ti • ,Die Beerdigung ^det Samstag Nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Friedhofs aus statt. [8169 Neues Theater in Giessen. (Direktion: Adam Nein er 8.) Sonntag den 1. October 1N93: Ü i Vermischte Anzeigen. d«n 30. Levtember und Souutag den 1. Cm,brr: Gansekegeln. «« ladet ein [8168] Bdfrm. I Todes. Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten theilen wir hierdurch mit, daß unser guter Vater, Großvater und Schwiegervater, Herr Heinrich Frech I. Schneidermeister gestern Nachmittag V/t Uhr im 83. Lebensjahre sanft ent. schlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, Schmalkalden, St. Louis, 28. September 1893. Die Beerdigung findet Freitag Vormittag 10 Uhr vom Sterbe. Hause, Kaplaneigafse 9, aus statt. 8159 I. Mer'schk Buchhandlung ßonnrr Portland-ssement, anerkannt ausgezeichnete Marke, frisch angekommen. [777! A. Kröll. „Der Registrator auf Reisen". Abonnements: Parquet 30 JL, Sperrfitz 20 JL. Estrade 15»*, 1. Platz 10 Jt, find bei Herrn Gustav Gerhardt, Lindenplatz, von heute an zu haben. Indem ich da« hochgeehrte Publikum noch auf meine am 16. l. M. vertheilte Ankündigung gefl. aufmerksam mache, zeichne ich mit der vor. züglichsten Hochachtung Für Einjährige MöblirleS Zimmer z. o. »Liebig«! Turnverein. Das diesjährige Abturnen findet Sonntag den I. Oktober er. in den Vereinslocalitäten mit folgendem Programm statt: Von Nachmittags 3 Uhr an: Schau- und Wettturneu mit Concert. Eintritt frei. Abends 8 Uhr: Preisvcrtheilung und Tanz. Eintritt 40 Pfg. für das Mitglied. [8145 Der Vor*tand. Wiedereröffnung der Vereinsabende. Sonntag den 1. October, Abends S’/4 Uhr: Geschäftliche Ansammlung 8163 über wichtige Vereinsangelegenheiten. Arbeitsplan für den Winter. * * mi - ir«' | ftichtkr IlrbkuvcrdikllS. Ich suche in allen Ortschaften solide, anf&fflflt Leute, die von meiner Heiligen Schrift b. 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