schreiner. N«. Her. Meiner. onfjeffeOt. '"Mitt: zier, irer. ^^ißbindx^ ftt. K bnfc w,.. 9=4,** m btj ß^et tn LnMLgstz»/,^ t *nmefo Zimmerleute, Nmermaler, Stukka- Sürtler, Mechaniker, are sind zu erhaltm hule, Damstadt, «MWr. len. t zur Knzeichnung in teilen wir unseren n Qarmffabt ge* e non 30 Fahrkarten ib drei TM. m der Fesikarte'. ein- ^tstempels zur Mck- i Mittags unb zu ms haben wir m re darauf reflectiren» ng eines dieser Züge Der Vorstand. 1246 ffee i/( Kilo. , Markt 8. rei, gegr 1857l Strasse 51. w** ,rll,‘11 i «.»• f ÄH* tattung. f itt'ljrhrU» ♦ 50 A rnstalten f sch ♦ m. 176. Dri A4etzr»er A,zet-er «rfcheint täglich, •tt Äuenobme bt8 Montags. Die Gießener SU*iriex»UHtt «erden dem Anzeiger »Hchrntüch dreimal bttg<ügL Samstag de« 29. Juli Gießener Anzeiger Keneral'-Mnzeiger. 1893 Vierteljähriger AA-»»e«e»ta»r«4» i 2 Mark 20 Pjg. ort» Bringerlohn. Durch die Post bezog«» 2 Mark 50 P^ Redaction, Trpedteaa« und Druckerei: S<»tftr«tze $1.1« Fernsprecher 5L 2lmte* unb 2lnzrigebl«tt für den Ureis Gietzen. ea». . ■■ ■■■—■■ ... Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den salgertdm Dag erscheinenden Nummer bi» vorm. 10 Udr Gratisbeilage: chiehener Iamilienbkätter MWWW—»R^>»> ■iii«i । in»—« Alle Lnnoncen-Bureaux beS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. MM———WHIMBWÖ Airrtlicher Theil. Gießen, den 26. Juli 1893. Betr.: Die Ausführung der Landesfeuerlöschordnung, hier die Theilnahme der Eisenbahnarbeiter an den Feuerwehrübungen. DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen sm die «rptzh. vürgermeiftereieir deS «reifes. Nach Entschließung des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 22. l. M. zu Nr. M. I. 21137 verfügen wir hiermit, daß die auf die Bahnpolizei verpflichteten Eisenbahnbediensteten bezw. Arbeiter im Allgemeinen nicht von den Hebungen und Hülfeleistungen der Pflichtfeuerwehr befreit sind. Dieselben gelten vielmehr im Falle des Nichterscheinens nur dann als entschuldigt fehlend, wenn sie während der Zeit der Uebung oder Hülfeleistung thatsächlich als Bahnpolizeibeamte (Bahnwärter, Weichensteller zc.) verwendet waren, welche Thatsache durch entsprechende Bescheinigung der Bahnbehörden nachzuweisen ist. Sie wollen sich in Zukunft hiernach bemesien und die in Ihren Gemeinden wohnenden auf die Bahnpolizei verpflichteten Eisenbahnarbeiter entsprechend bedeuten. _______________I. V.: Dr. Melior._______________ Bekanntmachung. Jacob Siegel in Gießen hat die Concession als Dienstmann mit der Nr. 17 erhalten. Gießen, 27. Juli 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutsches Reich. Berlin, 27. Juli. Der am vergangenen Montag mit der Landung in Kiel beendigten Ostseefahrt Kaiser Wilhelms ist nach nur kurzer Pause die schon angekündigte Englandsfahrt des erlauchten Monarchen nachgefolgt. Auch letztere Reise trägt durchaus den Character einer Erholungsreise und hat nichts mit Politik zu schaffen, doch läßt sie durch den geplanten sechstägigen Aufenthalt Kaiser Wilhelms am sommerlichen Hoflager der greisen Königin Victoria auf der Insel Wight immerhin die fortdauernde Herzlichkeit erkennen, welche zwischen den einander so nahe verwandten Höfen von Berlin und London obwaltet. Die Kaiserin begleitet diesmal ihren hohen Gemahl nicht nach England, sie hat sich vielmehr von Kiel aus nach Schloß Wilhelmshöhe bei Kassel zu einem Besuche der daselbst weilenden kaiserlichen Kinder begeben. — Der Kaiser nahm in Kiel kurz vor Antritt seiner Reise nach England den Vortrag des Staatssecretärs des Auswärtigen, Freiherrn von Marschall, entgegen. Vielleicht wird man in der Annahme nicht fehlgehen, daß diese Audienz mit der eingetretenen kritischen Wendung in den zollpolitischen Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland zusammengehangen hat. — Für Deutschland steht der unvermeidlich scheinende zollpolitische Bruch mit Rußland im Vordergründe des Tagesinteresses. Das Inkrafttreten des neuen russischen Moximalzolltarifs, welche Maßnahme sich zweifellos ganz besonders gegen Deutschland richtet, zum 1. August, rückt den Ausbruch eines deutsch-russischen Zollkrieges in unmittelbare Nähe, da die deutsche Regierung auf den brutalen Vorstoß des östlichen Nachbars jedenfalls mit Repressivmaßnahmen antworten wird. Bereits ist denn auch der Bundesrath aus seinen kaum erst begonnenen Sommerferien wieder nach Berlin zurückberufen worden, um sich über etwaige Repreffalten gegen Rußland als Antwort auf deffen Vorgehen mit dem Maximalzolltarif schlüssig zu machen. Im Uebrigen soll man in den leitenden Berliner Kreisen entschlossen sein, den drohenden handelspolitischen Streit mit dem Czarewitsch mit Ruhe und Festigkeit anzufechten. Ungewiß ist es noch, ob die für den Herbst angekündigte Fortsetzung der deutschrussischen Handelsvertrags-Verhandlungen auf commissarischem Wege in Hinblick auf die veränderten Umstände stattfinden wird, wenigstens könnte man sich von diesen Verhandlungen nicht mehr viel versprechen. — Russischerseits wird natürlich alles Mögliche versucht, um den üblen Eindruck, welchen das Manövriren mit dem Maximaltarif nicht nur in Deutschland, sondern auch anderwärts im Auslande macht, zu verwischen. U. A. bringt der offizielle „Negierungsbote" in seiner Nummer vom 25. Juli einen längeren Artikel, welcher diesen Schritt der russischen Regierung nach Kräften zu beschönigen und als unbedingt nothwendig hinzustellen sucht. Bezeichnend für die Handlungsweise Rußlands gegen Deutschland ist aber die Wiener Meldung, wonach der russische Maximalzolltarif gegenüber Oesterreich Ungarn nicht zur Anwendung kommen solle, — dies würde allerdings „tief" blicken lasten! Nun, Deutschland kann dem wirthschafllichen Kampfe mit Rußland mit einer gewisten Gelassenheit entgegensehen, denn für ersteres gibt es hierbei gewiß nicht so viel zu verlieren, wie für die Gegenpartei, das wird man an der Newa vielleicht schon bald merken. Ausland. Den Mittelpunkt der europäischen Tagespolitik bildet noch immer der Streit zwischen Frankreich und Siam. Derselbe erhält einen ernsteren Anstrich, seitdem die beiderseitigen diplomatischen Beziehungen abgebrochen worden sind und sich Frankreich nun anschickt, einen kräftigen Vorstoß zur See gegen Siam zu führen. Zu diesem Zwecke ist französischerseits die Besetzung der im Golfe von Siam gelegenen Inseln, weiter der Inseln Kong und Rongsanlem bei Cap Samit beschlosten worden, welche die Stützpunkte für die ferneren Operationen der Franzosen bilden sollen. Außerdem stellt der „Matin" eine militärische Action in Aussicht, behufs Vervollständigung der Blokade von Siam und Besetzung der in dem französischen Ultimatum geforderten Territorien. Inzwischen beginnt sich aber in der siamesischen Frage eine ganz neue Wendung zu markiren, durch die Einmischung Chinas. Der chinesische Geschäftsträger in Paris soll den Minister Develle darauf aufmerksam gemacht haben, daß Siam kein Gebiet besitze, welches bis zum 23. Grad nördlicher Breite reiche. Dies heißt mit anderen Worten, China betrachtet die betreffenden Ländereien als sein Eigen- thum, die Franzosen werden nun also in ihren Forderungen gegen Siam einen Pflock zurückstecken müssen, wollen sie es nicht mit dem chinesischen Coloß zu thun bekommen. — Die Aufsehen erregende Meldung englischer Blätter, wonach drei russische Kriegsschiffe an den Flottenmanövern vor Toulon Theil nehmen würden, erfährt jetzt von Petersburg aus ein Dementi. >— Der bevorstehende internationale Socialisten- congreß in Zürich verspricht zahlreich beschickt zu werden. Die Züricher Cantonsregierung soll in Hinblick auf den Con- greß besondere Vorsichtsmaßregeln angeordnet haben, dieselben dürften sich indesten als überflüssig erweisen. Jedenfalls werden Staat und Gesellschaft von heute auch durch den neuesten Socialistencongreß noch lange nicht aus den Angeln gehoben werden. Neueste Nachrichten. Depeschen de? Bureru „Herold". Berlin, 27. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Gesetze, betreffend die Feststellung des zweiten Nachtrages zum Reichshaushaltsetat für das Etatsjahr 1893—94, ferner ein Gesetz, betreffend die Aufnahme einerAnleihe zumZweckederVerwaltung des Reichsheeres. Schueideumhl, 27. Juli. Die durch die Erdsenkungen geschädigten Bürger bitten in einem Gesuche um Genehmigung einer Brunnenlotterie. Der Magistrat schließt sich dem an. Kastel, 27. Juli. Kaiserin Auguste Victoria ist heute Vormittag hier eingetroffen. Eisenach, 27. Juli. Hier werden gelegentlich der in den nächsten Tagen erfolgenden Durchreise des Fürsten Bismarck große Feierlichkeiten geplant. Paris, 27. Juli. Seit zwei Tagen nimmt das zweite Artillerieregiment bei Poitiers Schießübungen mit Melinit vor- die Wirkungen des durch electrische Funken erzielten Feuers sind schrecklich. Es soll beschlossen sein, Melinit einzuführen. Paris, 27. Juli. Weitere zwei Kreuzer sind auf ergangene Ordre des Kriegsministers nach Siam abgegangen. Paris, 28. Juli. Der „Presse" zufolge ist ein neuer Scan dal im Ministerium des Aeußeren entdeckt. Der Artikel fordert eine energische Bestrafung der Beamten, welche sich bestechen ließen, oder der Verleumder. Paris, 28. Juli. Die Nachricht, Carnots Zustand benöthige eine schmerzhafte Operation, rief im Publikum allgemeine Bestürzung hervor. London, 27. Juli. Die Dockarbeiter stellen am nächsten Montag die Arbeit ein. Petersburg, 27. Juli. Infolge einer Verordnung des Verkehrsministers werden auf sämmtlichen Eisenbahnstationen in den baltischen Provinzen die Tafeln mit deutscher Aufschrift durch solche mit russischer Aufschrift ersetzt. Petersburg, 27. Juli. Von der Nachricht, daß ein russisches Escadre nach Toulon gehe, um mit der französischen Flotte zu manövriren, ist nur richtig, daß ein russisches Geschwader eine Uebungsfahrt in das mittelländische Meer macht. Newyork, 27. Juli. Der hiesige siamesische Gene- ralconsul erklärt, Siam sei unfähig, einen Krieg mit Frankreich zu führen, wenn es nicht von einer anderen Macht unterstützt werde. Die siamesische Flotte, welche unter dem Befehl eines dänischen Admirals stehe, sei sehr klein, aber tapfer und zum Widerstand entschlossen. Sitzung der Stabtverorbneten am 27. Juli 1893. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Georgi, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, Emmelius, Flett, Grünewald, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Helfrich, Heß, Homberger, Jughardt, Keller, Löber, Orbig, Petri, Simon, Schmoll, Scheel, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels. Herr Oberbürgermeister Gnauth brachte nach Eröffnung der Sitzung ein Schreiben der hiesigen Rudergesellschast zur Kenntniß der Versammlung, worin diese diejenige Mannschaft bezeichnet, welche bei der Ruder-Regatta am 30. Juli um den von der Stadt Gießen gestifteten Wanderpreis startet. Aus der hierauf vorgelegten Uebersicht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben des Realgymnasiums und der Realschule für 1892/93 ist ersichtlich, daß diese Rechnung einen günstigen Abschluß gefunden- sie beläuft sich in Bezug auf die Ausgaben auf 80243 Mk. gegen den Voranschlag von 84 458Mk.auch der städtische Zuschuß erreichte nicht die veranschlagte Höhe, er blieb mit 24 358.78 Mk. um 2492.22 Mk. gegen den Voranschlag von 26 751 Mk. zurück. Die sachlichen Ausgaben erhöhten sich infolge der Heizungskosten für die neue Turnhalle um 223 Mk. Die Firma C. W. B. Fernie hat um Erlaubniß zur Erbauung eines Kuhstalles, einer Waschküche und einiger kleiner Stallungen bei ihrem Beamtenwohnhaus am Bergwerke nachgesucht. Es wird auf Antrag der Baudeputation beschlossen, nur den auf größere Stallungen bezüglichen Theil des Gesuches zu befürworten, dagegen die kleinen Stallungen wegen ihrer Stellung zum Hauptgebäude zu beanstanden. Das Gesuch des Corps Starkenburgia um Erlaubniß zur Erbauung eines Corpshauses an der Wilhelmstraße konnte der Baudeputation nicht vorgelegt werden. Es wird daher, den Beschlüssen über ähnliche Gesuche entsprechend, beschlossen, das Gesuch zu befürworten, sofern die Gesuchsteller sich zur Erfüllung folgender Bedingungen verpflichten: 420 Mk. Sicherheitsleistung zum Straßenbeitrag, Herstellung von Zugängen durch die Liebigstraße bezw. Leihgesternerweg, Abtretung des zur Fortsetzung der Wilhelmstraße erforderlichen Geländes zum üblichen Preis. Die Abschließung des für Unterrichtszwecke nöthigen Schulgartens der Stadtknabenschule nach dem Spielplätze hm ist von den Herren Oberlehrern für nothwendig erachtet worden- es wird beschlossen, entlang dem von der Kirchstraße aus nach dem Schulhause des Alicevereins führenden Wege ein Lattenspalier int Kostenvoranschlage von 130 Mk. anzulegen. Bei Berathung des laufenden Budgets am 26. Januar d. I. wurde beschlossen, einen Theil der für die Aufführung einer Mauer am südöstlichen Ende des Friedhofs vorgesehenen Kosten abzusetzen, weil über eine allenfallsige Vergrößerung des Friedhofs nach der Oberhessischen Eisenbahn hin noch kein Beschluß gefaßt war. Infolge dieses Beschlusses wurde der vereinigten Friedhofs- und Baucommission die Frage vorgelegt, ob eine Vergrößerung des Friedhofs nach dieser Seite hin vorgenommen oder zur Anlage eines zweiten Friedhofs geschritten werden solle. Nach den inzwischen gepflogenen Verhandlungen der bezeichneten Deputation ist die Vergrößerung technisch ausführbar, auch trotz der ziemlich hohen Kosten für Gelände, bezüglich dessen es sich um werthvolle Gärten handelt, billiger, als die Anlage eines zweiten Friedhofs, weil ein solcher doppelte Anlage- und Verwaltungskosten usw. erfordern würde. Trotzdem hat sich die Deputation gegen Vergrößerung des jetzigen Friedhofes Ausgesprochen, weil eine solche die Entwicklung der Stadt hindere. Emer Bebauung des Nahrungsbergs, der allenfallsigen Anlage eines Straßenzuges vom Schiffenbergerweg entlang der Oberhessischen von den ihren Vorbildern.. Die sie hauptsächlich den Freundschaft und der Religion steht sie punkt, trotzdem nähert Bahn nach der Sicher« und Grünbergerftraße würde die Vergrößerung deS Friedhofs hinderlich sein, wie sich desien Lage übrigens schon der bisherigen Entwickelung der Stadt hinderlich erwiesen habe. Bei Anlage eines neuen Friedhofs würde in erster Linie der Süden Gießens in Betracht kommen, weil ein Drittheil aller Beerdigungen von den Kliniken aus erfolgt. Das Gelände, etwa zwischen Leihgefternerweg und dem Berg« werk, ist landwirthschaftlich nicht werthvoll, bietet auch für die Bebauung keine günstigen Aussichten. Sollte sich das Gelände dort als ungeeignet erweisen, so würde ein anderes Stadtende in Berücksichtigung zu ziehen, event. die Sladt bezüglich der Friedhöfe in zwei Zonen zu theilen sein, auf welche Weise der alte Friedhof noch 10 bis 15 Jahre mit benutzt werden könnte. Die Baudeputation hat aus all diesen Erwägungen beantragt, von der Erweiterung des Friedhofs unter allen Umständen abzusehen, den 'östlichen Theil der Abschlußmauer auSzufÜhren und am Leihgefternerweg Bodenuntersuchungen vorzunehmen. — Herr Löb er ist dafür, daß der neue Friedhof am Nordende der Stadt angelegt werde, vielleicht am Galgen« berg, dort sei das Gelände billig. — Herr Oberbürgermeister Gnäuth bemerkt, daß die Commission gern bereit gewesen, für daS Nordende etwas zu thun, doch sei das Gelände am wurde in Alsfeld als der ersten unter den hessischen Städten durch den Augustinermönch Thilemann Schnabel, den Freund und Schüler Luthers, eingeführt. Luther selbst berührte die Stadt auf seiner Reise nach Worms. Philipp der Groß- müthige war öfters in Alsfeld. - Im dreißigjährigen Kriege hatte Alsfeld schwere Drangsale zu bestehen. 1636 fiel der fünfte Theil der Bevölkerung der Pest zum Opfer. Das Jahr 1637 brachte eine gewaltige Hungersnoth. Das bekannteste Ereigniß dieser ganzen Schreckenszeit aber ist die Belagerung der Stabt durch den niederhessischen General Geiso und ihre tapfere Vertheidlgung durch den Oberstlieutenant Paul Seidtler und den Bürgermeister Conrad Haas, denen der Pfarrer Georg Eberhard Happel würdig zur Seite stand. Auch im siebenjährigen Krieg hatte Alsfeld schwere Lasten zu' tragen. — Herr Privatdocent Dr. Strack von Gießen sprach hieraus über eine Alsfelder Dichterin des vorigen Jahrhunderts. ES war dies Johanne Marie Elisa« bethe Merk, geb. Neubauer. Als Tochter deS Gießener ProfefforS Neubauer und desien Gattin, geb. B e n i g n e war sie 1733 oder 1736 geboren. AuS ihrerJugendzeit ist wenig bekannt, wir wissen nur, daß sie einen Jugendfreund besaß, den Anne« rüder SchullehrerSsohn Johannes Lampe, der auch später ihre Schriften herausgegeben hat. Um daS Jahr 1760 ver- heirathete sich Johanne mit dem AmtSphysicuS Franz Christian Merk zu Alsfeld, dem Stiefbruder des Freundes Goethes. Sie wurde Mutter eines Kindes und starb am 5. November 1773. Ihre Werke umfasien zwei Gedichtsammlungen und vier Sammlungen von Versuchen in prosaischen Stücken. ! Sie auf Seiten der Vorläufer der klassischen Periode, w,e Klopftock und Gellert, mit welch Letzterem sie wahrscheinlich Gebieten der R e l i g i o n, der der Natur. In Behandlung auf sireng bibelgläubigem Stand- Cocoles und provinzielle-. Gießen, 28. Juli 1893. M Oberhesfischer Geschichtsvereiu. In Ergänzung des uns in der vorletzten Nummer gebrachten Berichtes über die Entschließungen gründeten sich alle auf die Ordnung des Gottesdienstes. Die Versammlung erklärte hierauf nahezu einsttmmig ihren Beitritt zu dem von der Commission gefaßten Beschluß. Die Bedürfnißfrage bezüglich des von dem Herrn G. Heb streit (Wallthorftraße) gestellten Gesuches um Er« laubniß zum Ausschank von Cognac und Liqueuren wird bejaht, desgl. bezüglich der Gesuche deS Herrn I H. Rumpf (Kaplansgasie 10) und Herrn W. Schrimpf iLöwengasie 2) um Ertheilung der Concesfion zum Wirthschaftsbetriebe. persönlich bekannt ** Domchor Conkert. Die seitherigen empfehlenden Berichte in unserem Blatte über die bedeutenden Leistungen der Mitglieder deS Berliner Domchors fanden in dem Concett am Mittwoch in „SteinS Saalbau" ihre volle Bestätigung. Die Feinheit der Schattirung, das Jneinanderflechten der einzelnen Stimmen, die nirgends gestörte Reinheit der Intonation, die jugendsrische Färbung der Tenöre, die phäno« menale Tiefe der zweiten Bäsie, alles das forderte uneinge« schränkte Bewunderung allen Hörern ab und muß jeder Sängervereinigung als nachahmenSwertheS Vorbild gelten. AuS dem reichen Programm ein oder das andere Werk als besonders gelungen zu bezeichnen, halten wir bei dem großen künstlerischen Erfolg für durchaus nicht geboten- ebenso wenig wollen wir an den durchweg erprobten Chorwerken unsere kritische Feder versuchen. Wir lasien daher hier nur der Vollständigkeit halber das Programm folgen: „(\bone Jesu" üon G. P. Palestrina- „ES ist ein RoS' entsprungen" von M. Prätorius- Sologesang: Recitativ und Arie für Tenor aus dem Oratorium „Die Schöpfung" (Herr Holdgrün) von Jos. Haydn,- „Ruhn in Frieden" von Fr. Schubert- Motette (achtstimmig) von E. Grell,- „Am Traunsee" von C. Jsenmann,- „In den Alpen" von Fr. Hegar,- Sologesang für Baß: Arie aus der Oper „Die Zauberflöte" (Herr Kulicke) von W. Mozart; Villanella alla Napolitana (Madrigal aus dem 16. Jahrhundert) von B. Donati- Duett für 2 Tenöre: „Kein Feuer, keine Kohle" (die Herren Neubauer und Viol) von G. Henschel,- „Noch ist die blühende, goldene Zeit" von C. von Perfall- „Am Rhein" von M. Bruch. Bei dem großen Interesse nun, welches die vorzüglichen Chorleistungen hervorriefen, hatten die Solisten einen schweren Stand und bei aller Hochachtung deS Gebotenen müssen wir den Chorgesängen unbedingt den ersten Platz in unserer Werthschätzung einräumen. ** Regatta. Das bevorstehende Sportfest und die allabendlichen UebungSfahrten der Mannschaften, unter welchen wir gestern diejenige der Rudergeiellschaft „Speyer" als ersten fremden Verein bemerkten, üben bereits eine gewaltige Zugkraft aus- viele Hunderte von Zuschauern füllen allabendlich den Bootplatz und die Tribüne. Die Leistungen der zum zweiten Vierer genannten Gießener Senior-Mann« schäft sind nahezu tadellos, auch der Dollen-Vierer und der Achter gefielen uns gestern recht gut, der Einsatz ist in beiden Booten energischer und gleichmäßiger geworden, auch soll ganz guter Record erzielt worden sein. Der erste Vierer dagegen hat durch Erkrankung des Schlagmanns nunmehr kaum noch Aussicht auf Erfolg gegen die erste Seniormann, schäft der Frankfurter „Germania"- trotzdem wollen die Herren versuchen, mit einem Ersatzmann des Starten noch zu ermöglichen. — Das Daimler-Motorboot ist heute Vormittag eingetroffen und wird wohl gegen Abend „vom Stapel" gelassen werden können. — Die Programme, welche (in Heftsorm, 20 Seiten stark) im Druck befindlich sind, werden vom Samstag Vormittag ab in den Billet-Verkauss« stellen zur Ausgabe gelangen. Vereinsausflug nach Alsfeld machen wir noch nachstehende Mittheilungen. Bei dem Besuch des RathhauseS wurde auch das durch den Verein geordnete städtische Archiv einer Besichtigung unterzogen, wozu Herr Dr. Ebel von Gießen die nöthigen Erläuterungen gab. Das Archiv umfaßt ca. 450 Pergament- und Papierurkunden, dazu eine große Zahl — etwa 200 — RechnungSbücher des WeinhauseS, des Kirchenbaues, des Hospitals u. s. w., sowie Gerichts- protocolle. Biele Stücke sind in früherer Zeit verloren gegangen oder entwendet worden- daß aber ein der Ueberlieferung nach vor dem 14. Jahrhundert stattgehabter Brand alle bis dahin reichenden Documente vernichtet habe, ist ins Reich der Fabel zu verweisen. Die älteste vorhandene Urkunde ist aus dem Jahre 1330, die jüngste aus 1661. Der Inhalt der Urkunden besteht zum größten Theil aus Kauf- und Pfand- vertrügen, Anleihen u. dergl., nur ein kleiner Bruchtheil bildet Beiträge zur Geschichte der Landgrafen, deS Adels und des Landes. Wenn auch die Urkunden im Einzelnen nicht von Belang sind, so ist doch ihre Gesammtheit hochgeschätztes Material für die Wirthschaftsgeschichte der Stadt Alsfeld im Besonderen und der oberhessischen Städte im Allgemeinen. Schon bei oberflächlicher Durchsicht vermögen wir zu erkennen, welcher Wohlstand in Alsfeld von der ältesten bis in die neueste Zeit hinab geherrscht hat. Einzelne der wichtigeren Urkunden wurden während dieser Ausführung vorgezeigt. — Der Vortrag des Herrn Reallehrers Schilling von Alsfeld beleuchtete in knapper und gedrängter Darstellung folgende Punkte: Die erste sichere urkundliche Erwähnung der Stadt finden wir im Jahre 1222. Ihr Name „Adeles- felt" ist als „Feld des Adels" zu erklären. Gleich bei seinem ersten Auftreten erscheint Alsfeld als hessische Stad, unter den thüringischen Landgrafen, nach Erlöschen des thü« ringischen Mannesstammes geht es in den Besitz des brabantisch- hessischen Hauses über. Seine Pfarrei gehörte zur Diöcese Mainz. An der Spitze der Stadt stand in der ersten Zeit der Schultheiß als landgräflicher Beamter, ihm zur Seite zwölf Schöffen, die schon im 15. Jahrhundert auf Lebenszeit bestellt gewesen zu sein scheinen. Ihre Bestellung geschah zweifellos durch Selbstergänzung (Cooptation). Als Burg besaß Alsfeld eine große Anzahl Burgmannen, unter denen viele Adelige der Umgegend dienten. Wie andere Städte, sollte auch Alsfeld nicht von inneren Kämpfen verschont bleiben. Durch das System der Selbstergänzung des Schöffen- collegiums war es den Angehörigen desselben leicht, ihre Blutsverwandten zu Schöffen zu machen, die dann als solche ihre Sonderzwecke verfolgten. Gegen die Herrschaft dieses Patriciats machte sich mit Erfolg eine Opposition immer mehr geltend und in der Mitte des 14. Jahrhunderts sehen wir in Alsfeld eine zweite Körperschaft am Regiment theil- nehmen, den Rath mit dem Bürgermeister, welch letzterer bald an die Spitze der genannten städtischen Verwaltung tritt, während der Schultheiß sich auf seine Stellung als Richter und landesherrlicher Rent- und Aufsichtsbeamter zurückzieht. Zu den Schöffen und dem Rath traten später noch die „Vier aus der Gemeine", d. h. vier von den Zünften gewählte Männer, die an den Sitzungen der Schöffen theilnehmen, Rechnungen mit abhören und bei Vertheilung von Schoß und Maibete Stimme haben. — In dieser Zeit des Mittel« alters blühte in Alsfeld Handel und Gewerbe. Die Stadt kam zu Wohlstand, der von den Landesherren gar oft zu schwer empfundenen Anleihen benutzt wurde. Zeitweise war Alsfeld die Residenz einzelner Landgrafen. — Die Resormatton sie sich Lessing, indem sie Milde und Duldsamkeit predigt und alle aus ReligionSeifer verübten Greuel verabscheut. In der Freundschaft preist sie daS Glück, das treu ergebene Zuneigung gewährt. Auf dem Gebiete der Natur siebt ihre Dichtung an der Wurzel unserer heutigen Naturbetrachtung, sie ist die erste, die die Reize einer Mondnacht besingt, wie eS unsere jüngeren Dichter ge« than haben. Die Liebe als solche hat sie nicht besungen, ob eS aber nur Freundschaft war, waS sie für den von ihr verherrlichten, im dreißigjährigen Kriege gefallenen Offizier v. M. in S. gefühlt hat, mag dahingestellt bleiben. Allein Allem ist der Grundton ihrer Dichtungen die „Empfindsamkeit". Zu ihrer Zeit scheint sie Anerkennung gefunden zu haben, denn sie war Ehrenmitglied der deutschen Ge'ell« schast zu Göttingen und Erlangen. Originell ist sie nicht, aber sie steht auf der Seite, wo wir den Fonschritt der Dichtkunst finden. Einen Vergleich mit der Karschin, der „deutschen Sappho", braucht sie nicht zu scheuen, fie ist ihr ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen. Seine intereffanten Ausführungen illustrirte Herr Dr. Strack mit zahlreichen Citaten aus JohannenS Werken. — Beide Vorträge lohnte reicher Beifall. ’• ’M, @ war. Auch Aoung gehön zu Stoffe ihrer Dichtungen entnimmt — Die „Verbindung Wingolf" feierte gestern ihr 41. Stiftungsfest. Nach einem solennen Frühschoppen auf dem Gleiberg fand baß gemeinsame Mittagsmahl in der Restauration Bavaria statt- alsdann vollzog sich Nachmittags die Feier der Grundsteinlegung des DereinShaufeS in tfer verlängertenLiebigstraße. Abends fand großerCommerS in Steins Garten unter Theilnahme verschiedener student. Corporationen, Ehren- und Festgäste statt. ** Helgoländer Sommers der alten Herren deS Sofener 8. C. Im vorigen Jahre war bekanntlich auf Anregung des Hamburger akademischen Clubs ein großer CommerS der alten Herren des Kösener 8. 0. in Aussicht genommen, welcher am 1. October in Helgoland abgehalten werden sollte. Au- allen Theilen deS Reichs waren die Anmeldungen zahlreich eingegangen, denn der Gedanke einer solchen Zusammenkunft auf der jüngsten deutschen Erwerbung in der weiten Nordsee hatte in den Kreisen ehemaliger CorpS Studenten mächtigen Widerhall gefunden, und wenn etwa- geeignet gewesen wäre, die Sympathie für die von Hamburg auSgegangene Anregung zu erhöhen, so war eS der Umstand, daß die Hamburg- Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschast die Festtheilnehmer eingeladen hatte, auf ihrer Fahrt elbabwärtS bei dem vor Brunshausen ankernden Schnelldampfer Fürst Bismarck Halt zu machen, baß Schiff zu besichtigen und auf diesem größten und schnellsten deutschen Dampfer einen Frühschoppen einzu« nehmen. Als bann später die große Epidemie Hamburg Age A "ersteig |M i. Zit, V S.BS : ' Wlfl d™ loo e«. , Mtiflerun/ ’ Dorant 66« ■ * 115 ift «”b d>° -ht gekommen, resp. bie Zeitsrage wäre hier nicht erörtert worben. Diele J Stabtverarbneten. Versammlung heute^be/halb me I 8e»efen, bie bie Petition veranlagt hade nbemsie bn Stunbenzeiger ,n luriftischer Weise vorwär - ge ückt'' ohn" Befragen ber «-«Mission. Man sehe setz, ben Lblnriff b- d.e Versammlung, nachbem ^bie"^ rch "gefpr-L n nicht mehr abändern könne. — f1Crr in Ä ? ’ ' *’"2n 'rf,'tcr n,d" Mi-ksicht aus den Gon--, dienst genommen hatte, bie übrigens burch bas Gesetz vor. g-schned-n ifi. d« sei mit ber Petition nicht ander, »er. *ab“'* ""ben, lote von Anfang an mit allen bie Sonntag«, biell'of".'" 9clt"fia<<" : die ersten Hctenftiide enthttUen btefelben Anfragen an den Nirchenvorstanb rote die letzten, MMMi Dienstag den Ä V ^aale bti alUn $ Aufräumung von in der Gemarkung Ift». Mir., oeranschl gtlheill in Mi Sooft steigert werden. Giesen, am 27. I Grogh. Bürgemeii Gnau^ ’Änyboit auf Liefe isentutr Ttcinko kahlen I. Sorte - 10. •■lußiifl 1893 ver rochen. Srogh. Gm'chtsschr __ Kohlhey ftönigli4c6ifcnbä Hannove «ttMugi 8,1 eroerung eon 1‘Ä06,M ei»« in vnslh öij jum 2Q eon j( 75 vv ivL ®°n "Ns ben 22. 3 IvUtlg * Reljgj ’WpÄ d-r. ( 8 gewährt. V? bo$ I Qn der Tur,-^ bt6 e "ste R1. Mietet LrK: tSjlÄ > der btn3 S'funbtn ;*** , En 'N dem Concw k * NitiZ «' Mtit btt 3ai ' J®«/ «e ba k°-dm- umin-t, 1 *b ""d Mh jtbtt 'S“ ^°-b«d gelten. öa§ andere Werk als en wir bei dem großen 9'M'n; ebenso wenig en Chorwerken unsere aaher hwr nur der Mgrn: ,/Ojbone Jesu* w entsprungen" von J und Arie für Tenor (Hm Holdgrün) von von Fr. Schubert- jN Traunsee" von V- Hegar- Sologesang e Zauberslöte" (Herr ila, alla Napolitana ert) von B. Donati- / feine Kohle" (die NN; M ift tie Matti „Am fRW nchr nun, rvel^etz dir m, hatten die Solisten chachtung des Gebotenen :gt den ersten Platz in Sportfest und die r Mannschaften, unter ergesettschafl „Speyer" üben bereits eine ge- . von Zuschauern Mn nbüne. 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Die Ballin'sche Rhederei hat ihren prächtigen Dampfer „Cobra" zur Verfügung gestellt und so braucht das Programm des diesjährigen Festes voraussichtlich in keiner Weise von dem für das Vorjahr in Aussicht genommenen abzuweichen. ** Ein renitenter Bettler, welcher die ihm eine Gabe Verweigernden insultirte, verursachte bei seiner Festnahme in der Bahnhofstraße einen großen Auf lauf. Sich brüstend, daß er schon dreimal im Zuchthaus gesessen, schlug er dem ihn verhaftenden Schutzmann in's Gesicht und konnte nur mit vieler Mühe in das Haftlocal gebracht werden. § AlLfeld, 27. Juli. Bei der am 22. d. Mts stattge- fundenen Reichstagsnachwahl wurden nach amtlicher Bekanntgebung im Ganzen 10443 gültige Stimmen abgegeben. Hiervon erhielt Maler B i n d e w a l d (antis.) 4761 Stimmen, Professor Dr. Backhaus (national!.) 3814 Stimmen, Wilbrandt (freis. Vereinig.) 1570 Stimmen und Brand (soclald.) 291 Stimmen - zersplittert waren 7 Stimmen. Die Stichwahl zwischen Bindewald und Prosefior Dr. Backhaus ist aus Mitwoch, den 2. August, festgesetzt. Darmstadt, 27. Juli. Ein brennender Wagen. Auf der Staatsstraße Darmstadt-Eberstadt gerieth gestern Nachmittag 11/2 Uhr kurz vor Eberstadt eine mit Papierabfällen beladene, nach Pfungstadt bestimmte Rolle in Brand. Mit Ausnahme von einigen Säcken, welche noch abgeworfen werden konnten, wurde die ganze Ladung ein Raub der Flammen, welche hoch über den Wagen ausschlugen. Der kohlende Wagen wurde rasch nach Eberstadt gefahren und an dem ersten Hause mit Hilfe eines aus der feit voriger Woche in Betrieb befindlichen neuen Wasserleitung gespeisten Schlauches gelöscht. Das Ereigniß lockte eine große Menge Schaulustiger an. Mainz, 26. Juli. Um die ausgeschriebene Stelle eines Capellmeisters beim 118. Infanterie - Regiment haben sich 52 Bewerber gemeldet. — Bei einer Zwangsversteigerung in einem Orte bei Mainz wurden für 4 schöne Pferde — 222 Mk. erlöst, die Taxe war 1700 Mk., wegen Futternoth konnten viele Landwicthe nicht bieten. Mainz, 26. Juli. Die hiesige Armee-Conserven- sabrik hat den Auftrag, in den durch die Futternoth betroffenen hessischen Kreisen etwa 1000 Ochsen bei den Land- wirthen anzukaufen und zu verarbeiten. WormS, 27. Juli. Mit dem Beginn der nächsten Woche erhalten die Mannschaften des hiefigenBataillons täglich einen Schoppen Kaffee mit Zucker, und zwar zu dem Preise von 3 Pf. per Schoppen- an zwei Tagen in der Woche kostet der Kaffee überhaupt nichts. Diese Einrichtung wurde um deswillen getroffen, weil man den Soldaten ein billiges Getränke verschaffen wollte, für welches sie seither 10 Pf. per Taffe bezahlen mußten. △ Mainz. 27. Juli. Wie die „Mainzer Nachrichten" mittheilen, trifft Kriegsminister General v. Kaltenborn- Stachau heute Abend in Begleitung des Commandanten des 11. Armeecorps hier ein. Nach dem genannten Blatte handelt es sich bei dem Besuche um eine Festungs-Jnspection und Kasernenneubauten. — Der Generalarzt der deutschen Armee, Dr. von Coler, weilt schon seit einigen Tagen in der hiesigen Stadt und unterzog das neue Militärlazareth, sowie verschiedene Kasernements in den Außenforts einer Besichtigung. — Nach einer Meldung der „Weinzeitung" hat der preußische Handelsminister sämmtliche Handelskammern telegraphisch benachrichtigt, daß nach Mittheilung der russischen Regierung der russische Maximaltarif am 1. August Deutschland gegenüber in Kraft tritt. — Dem gleichen Blatt zufolge ist die Absicht, eine Schaum- w ein st euer einzuführen Seitens der Reichsregierung noch nicht aufgegeben.' Schiffsnach richten. — Der Postdampfer „Switzerland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 26. Juli wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Verkehr, Land- nnd Volkswirthfchaft. Herborn (an der Köln-Gießmer Eisenbahn), 27. 'Juli. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 407 Ochsen, Kühe und Rinder und 359 Schweine. Der nächste Markt ist am 2t. August l. I.__________________________________________________ Tttrehliche Anzeigen der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. 9. Sonntag nach Trinitatis, den 30. Juli: In der Stadtkirche: Vormittags 91/2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heiliges Abendmahl im Hauptgottesdienst. Nachmittags 2>/, Uhr: Gottesdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Markus gern ein de. Pfarrverwalter Dr. Grein. Kinderkirche Vormittags 11 Vi Uhr: Pfarrer Schlosser. In der Fricdhofscapelle: Vormittags 81/» Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 21/, Uhr: Gottesdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Lucasgemetnde. Pfarrer Dingeldey. Vormittags UV, Uhr in der Klelnkinderschule: Zusammen, Fünft der neuconfirmirten Knaben aus der Johannes gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. Sonntag den 30. Juli, 10. Sonntalg nach Pfingsten: SamStag: Nachmittags um 41/« Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6'/, Uhr erste hl. Meffe; um 7«/e Uhr Aus- tHeilung der hl. Communion; um 8V2 Uhr zweite hl. Messe; um 10 Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittags um 2 Uhr Christenlehre; darauf Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 29. Juli: Vorabend Uhr, Morgens 8» Uhr, Nachmittags 4*> Uhr, Sabbathausgang 815 Uhr. «otttsdiruft der israelitischen Keligionsgesellschaft. Freitag Abend 7“ Uhr, Samstag Vormittag 8” Uhr, SamStag Nachmittag 4°° Uhr, Sabbathausgang 9°° Uhr. Die Seiden-Fabrik 6. Henneberg (kuXHoti.), Zurich sendet direkt an Private: schwarze, Weitz- u. farbige Seidenstoffe von 75 Pf. bis Mk. 18.65 p. Meter — glatt, gestreift, carrirt, gemustert, Damaste rc. (ca. 240 versch. Qual- u. 2000 versch. Farben, DessinS rc-) porto- und zollfrei. 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Mir., veranschlagt zu 800 JL, getheilt in zwei Loose, öffentlich versteigert werden. Gießen, am 27. Juli 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. _________Gnauth._____6592 Angebote auf Lieferung von 290 Centner Steinkohlen — Nußkohlen I. Sorte — sind bis zum 10. August 1893 verschlossen einzu- xeidjen. Großh. Gerichtsfchreiberei Lich. __________Kohlher) er. 6613 Königliche Eifenbahndireetion Hannover. Verdingung der Lieferung von a. 100 000 Stück eichenen und 50 000 Stück kiefernen «ahn- schwellen, b. 4000 Stück eichenen Weichen- schwellen in verschiedenen Längen- Lieferzeit vom Tage der Zuschlags» ertheUung bis 1. October 1894. Zeit für die Eröffnung der Angebote am Dienstag den 19. September 1893, Vormittags 10 Uhr. Zuschlagsfrist bis zum 20. October 1893. Bedingungen nebst Angebotbogen zu a und b werden gegen postfreie Einsendung von je 75 H von uns abgegeben- Hannover, den 22- Juli 1893. 6612_______Materialien Bureau. Heu-Versteigerung. Samstag den 29.Juli 1893, Vorm. 11 Uhr, zu Gießen im Güter-Bahnhose der Main- Wefer-Bahn versteigere ich im Auftrage der Firma »Ignatz ÄUitt* in Fürth i. W. auf Gefahr und Rechnung eines Dritten, gemäß Art- 343, 346 u- ff. H.G.Bs.: circa 100 «tr. frisches österr. He«. Versteigerung vorauSs. bestimmt. Engel, 6606________ Gerichtsvollzieher. Heue holländ. Vollhäringe empfiehlt [6500 W M. Noll, Ederstraße 2. Dienstag den 1. August, Mittags 2 Uhr, werden im Pfandlocale zu Gießen, Seltersweg Nr. II, bestimmt versteigert: eine Bettstelle mit Federbett, ein polirter ehr guter Tisch und eine Waschcornrnode- 6596s_______4kemmer, Pfandmeister. Wersteigenmg Dienstag den 1. 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Während der Legalta GROSSES CONCERT, ausgeführt von her ganten Capelle des Znl.'Lgts. Kaiser Wilhelm, unter perfirnL Leitung des Herrn Mullkdirertar C. Kranke. ■■■■■■■■■ Restauration auf beiden Lahnufern. Programm: Samstag den 29. Inti, Abends 8 Hthr: Gesellige Zusammenkunft am Boothaus der Gießener Rudergesellschast (Fesrplall). Sonntag den 30. Suli, Morgens 8V2 2Lhr: „Vorrennen“ >gegen Vorzeigung der Regatta-Eintrittskarten freier Zutritt). 'NatH- mittags 3 Mr (pünttlich): REGATTA. Abends 7 Mr: Preisvertheilung auf dem Festplatze. Abends 8V, Abr: Reunion mit Concert in fämmtlichen Räumen von „Steins Saalbau". Preise der Plätze: 9Zumenrter Tribünenplatz im Vorverkauf Mk. 2.—, an der Kasse Mk. 2.50, Festplatz am Bootshaus im Vorverkauf Mk. 1.20, an dcr Kaffe Mk. 1.50. Feftplatz auf der Schürz'schen Bleiche: Im Vorverkauf und an der Kaffe 30 Pfg. Linden- itinirittLbaril'N im llnmrhmif • Samstag den 29. Juli, Abends 9 Uhr, bei Herren: Ernst Balser, Mäusburg, Wilh. fritsch, Seltersweg. Daniel Heil, VJllUlllönUUUl IUI UUlUUnuui . platz, Adolf Geisse, am Kreuz, H. Hettler, Südanlage. — Beikarten zu Mitglieder-Paffc-Partouts sind mm ermäBigten Preise von 75 Pfg. ä Person nur bei Herrn G. Ph. Fillmann, Marktstraße 17, bis Samstag den 29. Juli, Abends 9 Uhr, in Empfang zu nehmen. Der Zutritt ohne Karte ist Niemand gestattet! QO' Näheres durch die Tagesprogramme. 6543 bestrenommirter Fabrikat empfiehlt zu Fabrikpreisen [5751 Ernst Bloedner. Frisch eingetroffen: la. neue holl. Vollhäringe „ „ marinirte Häringe „ „ Kartoffeln „ „ Zwiebeln bei A. fit G. Wallenfels, 6347]__________Markt 21.________ 65491 Ein flroftcr wachsamer Hofhund ab,ufteben. ü^Qb- MLnner«Badeanü»lt. Baumstützen billig bei [6129] Andr. Euler. Prima Heu (teiu holländisches) per Ctr. Mk. tz. im Waggon fco. Bahnhof Gietzcn. Proben können bei mir eingesehen werden. Nächste Sendung trifft Anfang nächster Woche ein. 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Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß gestern früh unser innigstgeliebtes Kind Emilie im Alter von 4 Jahren nach kurzem aber schweren Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist. Gießen, den 28. Juli 1893. Die tieftrauerndcn Hinterbliebenen: Julius Wagner und Frau. _ .Die Beerdigung findet Samstag Nachmittag 5 Uhr vom Lelchenhause bei Friedhofes aus statt. [6597 Zug-Jalousien 6230 Ein freundliches LogiS für eine kle'ne ruhige Familie zu vermiethen. Neustadt Nr. 28- 6033, Ludwigiplatz 0r Manfarden- logiS im Vorderhaus an ruhige Familie zu vermiethen. Regatta der Gießener Ruder Gesellschaft Sonntag den 30. Juli, Nachmittags 3 Uhr. Eintrittskarten im Vorverkauf zu ermäßigten Preisen von Mk. 2.— für nnmmerirten Tribünenplatz (Kafsen- preis Mk. 2.50), Mk. 1.20 für den Feftplatz am Boothaus (Kasscu- preis Mk. 1.50) sind bis zum Samstag Abend erhältlich bei den Herren Ernst Balser, Wilh. Fritsch, Daniel Heil, Adolf Geisse und H. Hettler. — Programme zur Regatta ä 25 Pfg., sowie Karten zum Festplatz auf der Schürz'schen Bleiche ä 30 Pfg. ebendaselbst. Auf den Namen lautende Beikarten zu THtglieber * Passe - partoute zum ermäßigten Preise von 75 Pfg. ä Person sind nur bei Herrn G. Ph. Fillmann, Marktstraße 17, bis Samstag Abend 8 Uhr erhältlich. Der Zutritt ohne Karte ist Niemand gestattet. Eingang zu den Festplätzen nur von der Neustadt aus. — Der Weg an der Schwarzlach ist gesperrt. 6598]___________________________Das Finanz-Comitö. Gesellschaftsverein. Alle ans der Bibliothek entliehenen Bücher find spätestens bis Montag den 31. Juli zurück zu liefern.___________ Ter Vorstand. Spar- und Leihkaffe Gießen. Heute, Samstag den 20. Juli, fällt der Zahl- tag aus.____________________________________ms Mannergesangverein „Liederkranz". Samstag den 29. d. M., Abends 8 Uhr: JamUien-Abend im Wlosophenwald (?eib). 6599]__________________________________Der Vorstand. MM Wohnung unb GMstsmm befinden sich von hente ab Frankfurterstratze 1. , G. Nauheimer. Einem verehrl. Publikum zeige hiermit die Eröffnung meiner neu hergerichteten Restaurations-Localitäten „Zum Kometen“ am OSwaldSgarten mit Ausschank eines vorzüglichen Pfungstädter Export- biete« ganz ergebens! an. Hochachtungsvoll ____Gießen, den 28. Juli 1893. Karl R ü h I. [6595 Die Geburt eines gesunden Giessen, den 27. Juli 1893 zeigen hiermit höflichst an Wilh. Hornberger u. Frau 6604] Ein reinl. «üdche« fflr tot miitaaS gesucht. Wo? fagt die Exped. 6608) ttne 8nutrn* ober SUHt, für Morgen« -«sucht. «ahichofstnche 12, II. 66931 Sludeultsche Korporation sucht für nächstes Eemeffer dn Offert, unt- l! L 11 an die Lxped. h. Bl. 65^ß] E. Stud. sucht e Offert eub H 66 an bi< Expetz. d. Bl. «--«kN.»: * - »nid Sn.d«n Ihr. Sßl.tft) to HirSaL