1893 Nr. 228 Kernsprech« H. Amts- und Anzeigeblatt für den Ttreis Gietzen. chraliskeikage: Gießener KamitienMtier jetzt ü Annahme von Anzeigen ,n bti Nachmittag« stir den solgmden Lag erscheinenden Nummer bis vorn,. 10 Uhr. Alle Annsacm-Bureaux de» In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. «■ 5 Die Antwort Bismarcks lautet: Kissing en, 19. September. An Seine Majestät den Deutschen Kaiser, Güns. Euer Majestät danke ich in tiefster Ehrfurcht für den huldreichen Ausdruck der Theilnahrne an meiner Erkrankung und der neuerlich eingetretenen Befferung, und nicht minder für die Absicht gnädiger Fürsorge für die Förderung meiner Genesung durch Gewährung eines klimatisch günstigen Wohnsitzes. Meine ehrfurchtsvolle Dankbarkeit für die huldreiche Intention wird durch die Ueberzeugung nicht abgeschwächt, daß ich meine Herstellung, wenn sie mir nach Gottes Willen überhaupt in Aussicht steht, am wahrschein- Vitprrußen. — Der Depeschen wechsel zwischen Kaiser Wil Der Todtengräber, welcher dem Hunde gefolgt war, kam ebenfalls zur Stelle. „Was gibts da?" fragte der Alte mit rauher Stimme. Mmr Anzeiger «scheint tLglich, «tt Ausnahme de« Montags. Die Gießener r-rtrrt dem Anzeiger »»cheuUich dreimal Vierletphriger JH»wae*ad»,rttoi 2 Mark 20 Pfg. «ml Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Rebection, Lxp-dui« und Drucker«: Erstes Blatt. Donnerstag de» 28. September von Ehre geträumt und nun Schande eingeheimst — sie stand jetzt nach zwei Jahren — vor dem Friedhöfe ihres Dorfes — als Diebin, — die man zwangsweise heim escortirt hatte. Sie war rasch entschloßen, — Alle hatten sie von sich gewiesen, — Alle sie gescbmäht und verspottet, so wollte sie flüchten zum Grabe der Mutter. Ihr wollte sie all das Leid, welches sie empfunden, das Weh, welches sie betroffen, klagen und die Mutter tief unten im Grabe wird sie verstehen und ihr glauben und sie nicht verstoßen, wie die anderen Leute. . DaS Mädchen schlüpfte durch das Pförtchen m den Friedhof, leise am Todtengräberhäuschen vorbei, und trat in den Raum, welcher der ewigen Ruhe und dem Frieden geweiht war. Bei jedem Windstoß bewegten sich gespenstisch die Kranze auf den Grabmälen oder knarrten die älteren Holzkreuze unheimlich. r . Dann wieder schlugen die schweren Regentropfen klatschend an die Grabsteine oder rauschten die Trauerweiden und seufzten die Aeste so seltsam, — als würden hier Geisterstimmen läut, oder als stiegen Seufzer aus den Grabern der Abgeschiedenen empor. Ein Grauen erfaßte Lore, doch ermannte sie sich rasch und schritt durch die Reihen der Gräber dorthin, wo ihr todtes Mütterchen ruhte. Jetzt stand sie vor dem Grabe, ein schlichtes Holzkreuz bezeichnete die Ruhestätte, die ganz verwahrlost war, — kein Blumenschmuck — kein frisch aufgeworfener, mit Steinen gezierter Erdhügel. Lore warf sich laut wemend darüber. „O Mutter!" jammerte sie, „höre Dein Kind, das zu Dir kommt, weil es Alle verstoßen. Du aber wirst mir glauben, wenn ich Dir sage, daß ich unschuldig bin! - O Mutter, Dein Kind ist elend, nimm es zu Dir, da es ja nicht leben kann, — schmachbeladen und ehrlos, nimm mich zu Dir, Mutter, und alles ist gut!" Da fuhr ein Hund mit lautem Gebell auf das Mädchen zu. Er war mit dem Todtengräber, der eben vom Gasthause heimkehrte, in den Friedhof gekommen, hatte die Anwesenheit eines Fremden gewittert, Lore zwischen den Gräbern entdeckt und schlug nun auf sie an. Dorische» Reich. Darmstadt, 26. September. Seine Königliche Hoheit der lvroßherzog werden morgen Mittwoch, den 27. ds. Mts. im Großh. Residenzschloß wieder Audienzen ertheilen, sowie Meldungen und Vorträge entgegennehmen. Berlin, 26. September. Kaiser Wilhelm hat nun- inehr auch seinen Jagdaufenthalt in Ungarn beendigt, er reifte am Montag Abend 9 Uhr nach herzlichster Derab- shredung vom Erzherzog Friedrich und unter den lebhaften Zurufen der am Bahnhofe versammelten Volksmenge von Mllhacs ab; der König Albert von Sachsen und der Prinz Leopold von Bayern waren bereits Nachmittags von Mohacs abgereist. Soweit bekannt, gedachte der Kaiser am Mittwoch ilbend in Swinemünde einzutreffen und alsdann sofort an Bord der „Hohenzollern" zu gehen, deren Eintreffen in Gothenburg für Donnerstag Abend angekündigt ist. In lch.erer Stadt wird Kaiser Wilhelm vom Kronprinzen von Schweden Namens des Königs Oscar empfangen werden, worauf sich der Kaiser und der Kronprinz nach Hunneberg tegeben, woselbst die diesjährigen schwedischen Hofjagden auf Llchwild ftattfinden- am Freilag trifft auch König OScar in Hunneberg ein. Nach Beendigung seines Jagdbesuches in 6dbroeben begiebt sich der Kaiser dieect nach Rominten in Wer 'Plan St0«kheiw :omme* ,nr jo» 20 p, :r Anzeiger ^4; vor, diese seine und meine Ueberzeugung schriftlich zu be« gründen. Bismarck. — Die Urwahlen zum preußischen Landtag finden laut Bekanntmachung im „Reichsanzeiger" am 31. October statt, während die Wahlen der Abgeordneten selbst auf den 7. November seftgesetzt worden sind. Angesicht- dieses so nahen Wahltermins dürfte die Wahlbewegung in Preußen sich wohl endlich lebhafter gestalten, als dies bislang der Fall war. Die Berliner Steuerconferenzen sollen nunmehr doch so weit zu einem Einverständniß zwischen den be- theiligten bundesstaatlichen Commiffarien geführt haben, daß die Vorlegung des Entwurfes eines TabaksabrikatsteuergesetzeS und des Entwurfes eines Weinsteuergesetzes in der nächsten Reichslagssession als sicher gilt. Was die Tabakfabrikatfieuer anbelangt, so haben die hierüber seitens der betreffenden Commission vernommenen Sachverständigen, wie verlautet, anerkannt, daß die in Aussicht genommenen Modalltaten für Besteuerung der Fabrikate den Interessen der Tabakbrauche nach Möglichkeit angepaßt seien. Ueber die Weinsteuer wird gemeldelt, daß bei den bezüglichen Verhandlungen die Hauptschwierigkeit in dem Interesse der süddeutschen Staaten an der Beibehaltung der Landesbesteuerung der billigeren Weine liege, doch sei schließlich auch hier eine Einigung erzielt worden, dahingehend, daß die Besteuerung für das Reich bei Wein von-.50 Mark per Hectoliter beginnen solle. Berlin, 26. September. Zur Tabak-Fabrikatsteuer wird dem „B. T." aus Hamburg geschrieben: Die Tabakintereffenten von Hamburg- Altona und Umgegend werden in diesen Tagen gegen die Tabakfabrikatsteuer entschieden Stellung nehmen. Tausende von Flugblättern, tn denen kurz auf die unausbleibliche schädigende Wirkung der projectirten Steuer hingewiesen wird, sind bereits an die Interessenten zur Vertheilung gelangt, und außerdem sollen in dieser Woche vier große Protestversammlungen stattfinden, in denen anerkannt tüchtige Redner die Materie ausführlich erörtern werden, weffen die Tabakfabrikanten und Arbeiter gewärtig sein können, wenn daS Project der Tabakfabrikat« fteuer realisirt werden sollte. . — Uebermorgen tritt die Bors en-Enq u ete - C om- mission wiederum zusammen, wie es heißt zum Zweck der Presse lebhaft erörtert. , ftreit darüber entspannen, ob der Monarch aus eigenem Antriebe oder durch äußere Einflüsse bewogen, dem Altreichs- ianzler sein theilnehmendeS Telegramm nach Kissingen zugchen ließ. Es scheint indessen, daß Diejenigen Recht haben, welche lchaupten, daß der Kaiser seinen entgegenkommenden Schritt renenüber dem Altreichskanzler ganz aus eigener Initiative pethan habe. Auch über die Rolle des Reichskanzlers Grafen Ca-privi bei diesem bedeutungsvollen Depeschenaustausch kann man verschiedenen Auffassungen begegnen- jedoch weiß die ,Nat. Ztg." durch Nachrichten von authentischer Seite be« ftimm't zu versichern, daß der Kaiser in der Angelegenheit in Feuilleton. Zwangsweise „abgeschobkn". Von Heinrich Penn. (Schluß.) Die Macht der Verzweiflung im Innern — eine furche bare Sturmnacht von außen. Der Wind pfiff eisig kalt von den eisigen Höhen her und trieb ihr den Regen ins Gesicht, daß sie sich vergebens in das Tuch hüllte. _ Ihre Kleider waren durchnäßt, ihre Füße, mit einfachen Schuhen bekleidet, staken in bodenlosem Morast, eisiger Frost schüttelte die Aermste wie im Fieber. Wo sollte sie hin? — Sie wußte es nicht. Ohne auf den Weg zu achten, wankte sie weiter, unbekümmert um die Richtung. , r . Da stand sie plötzlich an einer Mauer, ein Thor befand sich darin. Darüber ragte ein großes schwarzes Kreuz in die Luft, unter demselben stand mit großen Buchstaben geschrieben: „Saat, von Gott gesäet, am Tage der Garben zu reifen." Es durchzuckte sie, — sie befand sich am Eingänge des Friedhofes. t _ Ein kleines Pförtchen neben dem Hauptthor war offen, der Todtengräber mochte noch auswärts sein. Da dämmerte ein Gedanke in ihr empor. Im Friedhöfe drinnen, mitten unter den Hügeln von Bekannten und ehemaligen Freundinnen, befand sich auch das Grab ihrer Mutier. Ihrer Mutter, welche die schwarzen Manner vor zwei Jahren hinausgetragen und in die kalte Gruft gesenkt. Lore aber rang oben die Hände und klagte und weinte, denn sie hatte mit der Mutter das einzige Wesen verloren, an dem sie hing mit der ganzen . Liebe ihres jungen Herzens, — sie .war eine Waise. Und als der nächste Frühling die Wiesen mit frischem Grün überzog und Veilchen und Maßliebchen an das Tageslicht lockte, da schnürte Lore ihr Bündel, nahm Abschied vom Grabe der Mutter und zog in die Stadt, um sich dort nach ■ einem Verdienste umzusehen. Sie hatte Glück gesucht und Elend gefunden, vielleicht en miiHlle»"" ttotritW1 BowE”. a!:l' 6vitciL Wolffs telegraphisches Korrespondenz - Bureau. Dresden, 26. September. Die zahlreich besuchte 7. All- gemeine Lutherische Conferenz wurde heute Vormittag in bei Frauenkirche burch ben Grafen Vitzthum eröffnet. Vertreter ber Staatsregierung wohnten ber Feier bei. Professor HaShagen auS Rostock hielt ben Hauptvortrag. MohacS, 26. September. Kaiser Wilhelm ist gestern um 9 Uhr Abenbs nach herzlichster Verabschiebung ab» gereift. Erzherzog Friebrich, bie Spitzen der Behörden rc. waren anwesend. Wien, 26. September. Kaiser Wilhelm ist heute ftüh 8 Uhr 10 Minuten in Hetzendorf eingetroffen. Er wurde von dem Kaiser Franz Joses in der Uniform deS preußischen Kaiser Franz»Garde»RegimentS auf dem Bahnhofe empfangen. Beide Monarchen küßten sich zweimal unb reichten einanber die Hände. Da Kaiser Wilhelm sich jeden offt- gieflen Empfang verbeten bat, wutde er nur noch von Oberst» Jägermeister Grafen Abensperg und Traun empfangen, in beffen Begleitung er nach seiner Ankunft in Schönbrunn trotz bem Regen zur Pürsche im Thiergarten nach Lainz fuhr. Wien, 26. September. Kaiser Wilhelm ließ in ber Kapuzinergruft einen prächtigen Kranz auf ben Sarg bes Kronprinzen Rudolf nieberlegen mit der Inschrift: „Seinem theuersten Freunde dem Kronprinzen Rudolf Kaiser Wilhelm ber Zweite." Belgrad, 26. September. Eine Königliche Proklamation verkündigt bie heutige Abreise bes Königs i«s AuS» lanb unb setzt für die Dauer ber Abwesenheit beleihen den Ministerrath als RegentschaftSbehörde ein. Der Aufenthalt deS Königs in Abdazia, wo er mit Milan zusammentriffc, soll acht bis zehn Tage bauern. Newyork, 26. September. Einer Depesche der „Newyork World" auS Montevideo zufolge erneuerte das auf» ständische Geschwader daS Bombardement von Rio 1 de Jaueirs. DieForU beschossen gestern die Kriegsschiffe, die das Feuer einstellten, viele Leute wurden getöbtet. Der Corresponbent^deS „Newyork Heralb", der bie Erneuerung des Bombardements ebenfalls meldet, theilt mit, der ange» nchttte Schaden Übersteige jenen der beiden ersten Sombarbe» mems. Mehrere Fraum unb Kinder wurden getöbtet. Depeschen deS Bureau „^croQ)'. Vertin, 26. September. Die hier abgchaltene außer» | ordentliche Generalversammlung deS Vereins deutscher «Schiffswerften bat sich einstimmig gegen bie von der Reichsrcgterung beabsichtigte staatliche Ueberwachnng deS SchiffSbaueS ausgesprochen. Berlin, 26. September. Zu ben Vorlagen, welche dem Reichstage in der nächsten Session zugehen, gehört auch ber Gesetzentwurf, betreffenb Bekämpfung befl Miß» brauchs geistiger Getränke. Berlin, 26. September. Der AuSstand ber Militär- mützenarbeiter ist beendet. Die Arbeitgeber Haden fast durchgängig bie Forderungen ber Arbeiter bewilligt. Vertin, 26. September. Dem „Reichsanzeiger" zufolge erfolgte neuerdings in Berlin ein Todesfall an Cholera. Berlin, 26. September. Dem „Reichsanzeiger" zufolge fand heute Nachmittag im Reichsamt des Innern eine Sitzung des Kuratorium« der Reichsbank unter dem Vorsitze des Staatsministers v. Bötticher statt. Minister Dr. Miquel und Staatssecretär v. Posadowsky waren anwesend. Berlin, 26. September. Amtlich wird mitgetheilt, daß von den neulich eingelieferten an der Cholera erkrankten Schiffersleuten heute Nacht einer gestorben ist. Hamburg, 26. September. Heute wurden fünf Er» f ran!ung en und ein Todesfall conftatirt. Wie», 26. September. Der zum deutschen General- consul in Trieft ernannte LegationSrath Pritsch erhielt die Allerhöchste Exequatur. Wien, 26. September. DaS Amtsblatt publicirt die Ernennung des Generals v. Kriegshammer zum Reichs» kriegsminister. dekW '^r k(T 1001 M « < fhiti tiiÜtUf 8,1 lärm: cratn rt i tritt bürt Wrabttl französisch» russischen Feste stellte baß Programm der zu Ehren bes AbmiralS Avelane zu gebenden Gala» I Vorstellung fest. Dieselbe besteht auS Auszügen auS fron» 1 zösischen Opern, dann „Das Leben für ben Czaren". Zum Schluß der Vorstellung zeigt eine Apotheose ben Frieben, Rußlanb und Frankreich mit dem Schild den kaiserlichen Adler schützend. Loadou, 26. September. Die Gesellschaft „London North Western Railway" kündigte den Ausfall von 53 Zügen vom nächsten Sonntag ab. — Die Kohlenpreise sind gestern wieder um zwei Schilling gestiegen. - - • totales unö provinziellem, Gieße», 27. September 1893. Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberhesse» vom 26. September 1893. Zur Verhandlung kommt die Strafsache gegen Karl Tobias Nohl von Blofeld wegen Meineids. Die Anklage vertrat der Großh. Staatsanwalt Clement, vertheidigt wurde der Angeklagte von Rechts- anwalt Dr. Gutfleisch, als Geschworene wurden ausgeloost die Herren Wilhelm Zieg, Johann Heinrich Müller II., Friedrich öafc II., Philipp Karl Brück, Conrad Eckstein, Johannes Heinrich Scharch, Johannes Weiß III., Johannes Becker VI., Heinrich Wilhelm Alles, Georg Haas II., Rudolf Nöggerath und Heinrich Kling. Der Wirth und Metzger Karl Tobias Nohl von Blofeld steht unter der Anklage, daß er am 19. Mai 1893 zu Nidda den in der Strafsache gegen Jacob Stede II. zu Blofeld wegen Beleidigung vor Großherzog, sichern Schöffengericht zu Nidda vor seiner Vernehmung gelüfteten Lid wissentlich durch ein falsches Zeugniß verletzt habe. Die heutige Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt: Sei der letzten Bürgermeisterwahl zu Blofeld bildeten sich zwei Parteien. Karl Tobias Nohl unb Jacob Stebe von Slafelb gehörten zu ben Gegnern des früheren und wieber» gewähsien Bürgermeisters Conrad. Da Stebe verschiebene Beleidigungen gegen Bürgermeister Conrad ausgesprochen hatte, wurde öffentliche Klage gegen ihn erhoben und er vor bas Großherzogsiche Schöffengericht in Nibba verwiesen, woselbst am 19. Mai b. I. HauptverhandlungStermin ftattfanb. In diesem Termine wurde Karl Tobias Nohl als EntlastungS- zeuge nach vorauSgegangener vorschriftsmäßiger Beeidigung vernommen. Durch seine Aussage sollte der Beweis ber Wahrheit für bie Behauptung deS damaligen Angeklagten Stede, daß ber Großherzogsiche Bürgermeister Conrad vor längerer Zeit im SchwickartShäufer Wald Schwellen gestohlen Summa: 4 (2) gegen die der Socialdemokratie. Ein probates Mittel Wöchentliche Auflage über 70 000 Exemplare. * „Dies Blatt gehört der Hausfrau!“ * I iet als reichhaltigste und beste aller Hausfrauenzeituneen anerkannt, J TT A n r. 4m n TYTaI rill A A1 fl G TI Q FOD Wil 1 ** . .. r. A 1 Mk. 25 Pf. eine Menge nutzbringender Ratschläge das Bekanntmachung [8137 auf Eis im »Rebstock^. voll- [8132 Grau zu Lollar Eintrag im Linkstr. 42. • 8118 1 2 1 (1) (1) Aeilgebotenes. Schellfische erfolgte heute. Gießen, 25. September 1893. I ' Erfolg, wie zahlreiche Be- I siäti gongen erster Firmen beweisen! Louis Rothenberger, Neuenweg 22. gethan! Das Mittel erwies sich denn auch von so guter Wirkung, daß der Betreffende in einen so tiefen Schlummer sank, als wolle er daS in Folge der Schnakenplage in den vorausgegangenen Nächten Versäumte nachholen. Als der treuen Gattin, die von dem Experimente nichts erfahren hatte, am anderen Morgen das zu lange Ausbleiben des Mannes auffiel, forschte sie nach und bemerkte zu ihrem nicht geringen Schrecken ein unbekanntes Wesen im Bette liegen, erst nach näherer Betrachtung ergab sich für fic die erfreuliche Tatsache, daß dasselbe doch ihr Gatte sei, damit war daS Räthsel zur beiderseitigen Befriedigung gelöst. Mainz, 26. September. Zum Capellmeister des 118. Regiments wurde der bisherige provisorische Dirigent Ehrich ernannt, lieber das Schicksal des früheren Capell« Meisters Kern verlautet noch nichts. A Mainz, 26. September, lieber die gestrige Wahl- männerwahl zum hessischen Landtag liegen aus der diesseitigen Provinz bis jetzt aus drei Wahlkreisen definitive Ergebnisse vor und zwar aus dem Landkreis Mainz, aus dem Landkreis Bingen und ouß Alzey. Im Landkreis Mainz sind, wie schon mitgetheilt, die Wahlmänner der Centrumspartei gewählt worden, ebenso im Landkreis Bingen. In Alzey siegte die nationalliberale Partei, welche den bisherigen Abgeordneten Römer wieder auf das Schild erheben wird. Von den jenseittgen Wahlkreisen ist bis jetzt das Resultat aus den Wahlkreisen Beffungen - Roßdorf, Heppenheim - Bensheim und Seligenstadt hier bekannt geworden. In dem ersten Wahlkreis siegten die Nationalliberalen und in den beiden letzteren die CentrumSpartei. Letztgenannte Partei wird im nächsten Landtag durch zwei neue Mitglieder vertreten sein, durch Rechtsanwalt Dr. Schmitt in Mainz — für den Landkreis Mainz — und Freiherr Daehl von Koeth-Wan- scheidt — für den Wahlkreis Heppenheim-Bensheim. A Aus Rheinhessen, 26. September. Die Bevölkerung von dem bekannten Weinort Bodenheim befindet sich seit 14 Tagen in großer Aufregung, inhem der Ort ununterbrochen von großen Bränden heimgesucht wird, von denen die Entstehung noch in keinem Falle ermittelt werden konnte. Allgemein vermuthet man Brandstiftung von ruchloser Hand, doch hat man bis jetzt keinerlei Anhaltspunkte von dem oder den Thätern. Worms, 26. September. In den benachbarten Landorten wurden ausschließlich die von der nationalliberalen Partei aufgestellten Wahlmänner gewählt. Die Betheiligung an der Wahl ist eine ungemein schwache,- in Osthofen haben beispielsweise von 700 Wahlberechtigten nur 79 abgesümmt. Alzey, 26. September. Bei der gesttigen Wahlmännerwahl siegten die Nationalliberalen,- die Wahl des Abgeordneten Römer ist gesichert. in der Scharnhorststraße gebracht toorbenl Die Mordthat dürfte nicht allein auf das letzte Dorkommniß zwischen den beiden Betheiligten zurückzuführen fein. Wagemann hatte schon seit längerer Zeit einen Haß gegen Kanikowsky, weil dieser trotz seines jüngeren Alters ihn im Range überflügelt hatte. • Trier, 24. September. Die Lese an der Ober- mosel ist in vollem Gange. Der Ausfall befriedigt sowohl tn Bezug auf Qualität als auch Quantität außerordentlich. Dahingrgen zeigt sich noch wenig Kauflust. Wegen Mangel an Fäffern würde der Winzer gern die Trauben ober den Most verkaufen. Ein Abschluß von 18 Fudern Most erzielte einen Preis von Mk. 300 pro Fuder. ♦ Braunschweig, 23. September. Gestern Abend wurde hier ein Radfahrer von einem Betrunkenen angerempelt und vom Rad gerissen. Der Radfahrer, ein 26jähriger Müller Dueskop aus Ltevenau bei Torgau, ging auf den Betrunkenen, einen 20jährigen Arbeiter Frieke loS und versetzte demselben einen Stich in den Hals, welcher die Schlagader durchschnitt, so daß der (getroffene sofort eine Leiche war. Der Thäter wurde verhaftet. ♦ Dicke Freundschaft. Die lothringischen Weinbergbesitzer wollen die Erinnerung an den Besuch de« russischen Ge- chwaders dadurch festhalten, daß sie daS reichliche und aus« gezeichnete Gewächs von 1893 nach dem Namen des russischen Admirals „Vin d’Avelan“ taufen. ♦ Pari», 24. September. Wie aus Nancy geschrieben wird, wird der deutsche Offizier, der vor einigen Tagen dort eintraf, in der Absicht, als gemeiner Soldat in die Zremdenlegion einzulreten, nur noch kurze Zeit in Nancy ileiben. Er ist in einer dortigen Kaserne einquartiert und wird stteng überwacht. Wie derselbe erzählt, hat er einen seiner Kameraden im Duell getödtet und ist auS Furcht vor der gerichtlichen Verfolgung befertirt. Er wird demnächst an die belgische Grenze gebracht werben, da ihm der Eintritt in die Fremdenlegion auf Anordnung des Ministeriums deS Innern nicht gestattet worden ist. ♦ Newyork, 25. September. Die Beamten der Kansav City St. Joseph und Council Bluffs Bahn hatten ersahren, daß Räuber die Absicht hätten, einen Zug anzugreifen und sie schickten an Stelle deö regelmäßigen Zuges einen solchen mit 16 Polizisten ab. Zwei Meilen von St. Joseph griffen sechs maSkirte Personen den Zug an und es erfolgte ein scharfes Gewehrfeuer, wobei drei Räuber getödtet und zwei gefangen wurden. Einer derselben entkam unverletzt. Groß • Gerau, 23. September. Ein probates Mittel .gegen „Schnaken" hat, wie das hiesige „Kreisbl." mittheilt, em hiesiger Einwohner ausfindig gemacht,- der Mann ist, nachdem er mehrere Nächte hindurch von den verwünschten viestern dergestalt geplagt worden war, daß es ihm fast unmöglich war, die Nachtruhe zu finden, auf den Gedanken ge- l'mmrn, eine „Btene n kap pe" aufzusetzen. Gedacht — 1 Mk. 25 Pf. I pro Quartal. Bestellg. 15 Pf. enthält, wird den Abonnenten dieses Blattes der Bezug anderer Modenzeitungen kommen erspart. Der neue Jahrgang beginnt im October; es ist also jetzt die geeignetste Zeit zum Abonnement! Folgende spannende Erzählungen: Renatens Geschwister. Boman von U. von Eck. Schicksal spielen. Roman von Botho von Pressentin. Fräulein Wahrendorf. Novelle von R. Litten. Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel« der Todesfälle In der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Stehen gebrachte Kranke kommen. enthält' Gar viele Hausfrauen haben dadurch weit mehr an Ersparnissen erzielt, als Abonnement betrug. Da „Dies Blatt gehHrt der Hausfrau!“ auch eine vortreffliche lodenzi'iliing mit Abbildungen ond Sfhnittmnslein Probenummern liefert gratis und franco die Verlagsbuchhandlung Friedrich Schirmer in Berlin W. 9, Entzündliche Erkrankungen der Ath- mungS-Organe Gehtrnschlagflutz Sonstige benannte Krankheiten_______ Vermischte». ♦ Berlin, 25. September, lieber die Blutthat, die sich gestern Nachmittag in der Kaserne des Garde - Füsilier- Regiments zugetragen hat, berichten die Abendzeitungen: Der 26 jährige Sergeant Wagemann von der 11. Compagnie des Garde - Füsilier - Regiments hatte in der Nacht zum Sonntag Urlaub bis 2 Uhr erhalten, diesen aber um säst eine Stunde überschritten. Er sowohl als auch der zwei Jahre jüngere Feldwebel Kanikowsky schliefen in einer Unteroffizierstube deS ersten Stockwerks in der Kaserne. Als Wagemann gegen 3 Uhr ziemlich angetrunken eintrat, machte Kanikowsky ihm Vorwürfe und fügte hinzu, daß er ihn melden werde. Beide schliefen bann ein. Am Sonntag Morgen nahm Kanikowsky dem Wagemann, der Schießunteroffizier der 11. Compagnie war, die Schlüssel ab in der Voraussetzung, Wagemann werde Hand an sich selbst legen, weil er in Anbetracht schon erlittener Vorstrafen seine Stellung erschüttert sah. Bis um die dritte Nachmittagsstunde verhielt sich Wagemann darauf durchaus unauffällig, hatte aber, wie sich später herausgestellt hat, einen Revolver und Patronen von einer anderen Compagnie entnommen. Damit ausgerüstet, betrat er gegen 3 Uhr die Stube, wo sich der Feldwebel gerade wusch, und schoß ihm eine Kugel von hinten in die rechte Seite, sodaß das Geschoß seinen Weg nach links nahm und das Herz durchbohrte. Dann richtete der Mörder die Waffe gegen sich selbst und brachte sich einen Schuß in den Mund bei. Als Soldaten von allen Seiten herbeieilten, fanden sie Kanikowsky, der nur mit Hemd und Hosen bekleidet war, als Leiche auf dem Fußboden liegen, während Wagemann auf dem Bette lag und noch Lebenszeichen von sich gab, aber nicht mehr vernehmungsfähig war. Nach wenigen Minuten starb auch er. Die Leichen sind noch im Laufe des gestrigen Nachmittags nach dem Garnison-Lazareth ?4hauskS „Zu ■ M gjei onbft tiitotn U> * faSfttauftrt 8- si Summe iuiG Aus Aureg^ , oorenenföMv". lebenden Landls en zum TurnhM r PH. Heey für; ; bei ihm emM lers an unfern fc n im nächsten ge Gen gemeiiM- M eptember. fc: e 19. Decanalt. ulttn. Nach einen t pfantr &d)iA PnlMuuzen ein )ecan Puilmaim ahr 1892 mag §?. 120 Pfarreien M vurden burd) r:?- sthen. Die ich aus 26 335 h t. Von Erhell St. den ®ott* pCt. der Iw inrlen) Theil. fr Zaare, darum ' kirchlichen Ira. tigttungtn. Ziffer btr bmayn 7,1 B ferfonen und P von solchen ur 5 Geistlichen. 1568 M- 55t schloß rin wnri. Mrigln r Eo-el Nt R DkcMls-MM Nimrod als bisherigen Kann und fou t gegründet n*' fteienfern rin ' dessen«^ tr-n Ä>°i« «ttoih 22;®(fc jtja » X er bei«■» «ff 618 (Lut 61189^ er M“"’ M h ßtz !:;'Ss nnt6 9lobi V ' ^istrr LV' § SDZ ir« im sh i "* Wet|m "'“"«Wil., N«tfe» «Men, toeilf, ,t8 ^nb berart e “n9 gegeben .^lid in ißboben aufge^ Ganz seid, bedruckte Foulards Mk. 1.33 bis 5.85 p. Mtr. (ca. 450 versch. Disposit.l — sowie fchwar-e, weiße und farbige Seidenstoffe von 75 Pf. bis Mk. 18.65 per Meter — glatt, gestreift, carrirt, gemustert, Damaste rc. (ca. 240 versch. Qual, und 20(0 versch. Farben, DesstnS tc/j, porto- und zollfrei. Muster umgehend. J662 Seiden-Fabrik G, Henneberg (k. u. k. Hon.), Zürich. Für das ausgeschiedene Vorstandsmitglied des Confumvereins der Main- Wefer-Hütte zu Lollar, eingetr. Ge- _a_^. w w , noffenfchaft mit unbefchr. Haftpflicht, c|rca io—12 Ctr, zu verkaufen. Heinrich Bigge zu Lollar, ist Fr. Rodberg 14 Hausfrauenzeitung'. lieber den Geist, in welchem das Blatt redl- girt ist, liegen (luende tod ADertennongei vor! Man achte genau auf den Titel und vermeide Ver- wechselungen. Inserate haben nachweislich grossen Bekarrrrtmuchuug Die Rechnung über Einnahme und Ausgabe der israelitischen Reli- uonsgemeinde Gießen pro 1892/93 liegt acht Tage lang auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einsicht der Betheiligten offen. Gießen, 28. September 1893. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. M. Homberger. 8*25 1 — 1 (1) - 1 (1) 1 3 (2) 1 pro Quartal. Bestellg. 16 Pf. Erscheint wöchentlich 16 bis 20 Seiten stark. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Zeitungsspediteure und Postanstalten. Bringt Nutzen bereitet Freude' üeber den ganzen Erdball verbreitet. Jede Hausfrau, welche Geld sparen will, überzeuge sich durch ein vierteljähriges Probe-Abonnement, welches bei allen Buchhandlungen, Zeitungsepediteuren und Postau Halten aufgegeben werden kann, dass jede bummer von „Dies Blatt gehUrt der Hausfrau!“ Schiffsnachvichten. Hamburg, 23.Septbr. [Hamburg-Amerikanische Packetsahrt- Actien-Gesellschast.j Das Deutsche Dampsschtff „Sorrento", Eapttän Jürgenlen, ist am 22. September, 4 Uhr Nachmittags, wohlbehaltm tn Newyork angekommen. ,rjt m . Hamburg, 23. Septbr. [Hamburg - Amerikanische Packeis ahrt- Acttm - Gesellschaft.] Das Hamburg - Newyorker Post - Dampffchtff „Rhaetia", Eapttän Ludwig, am 10. September von hier dttect nach Newyork expedirt, ist am 23. September, 9 Uhr Morgens, wohlbehalten tn Newyork angekommen. m _ ie . . Hamburg, 26. Septbr. [Hamburg-Amerikanische Packetfahrt- Actien-Gesellschast.j Der Hamburger Doppelschrauben-Schnelldampser „Columbia", Capttän Vogelgesang, welcher am 15. September von Southampton abgegangen, ist am 21. September, 11 Uhr Abends, wohlbehalten in Newyork angekommen. Reisedauer von Hamburg bis Newyork 7 Tage 15 Stunden 45 Min. Oceansahrt von Southampton 6 Tage 14 Stunden 20 Minuten, von Queenstown aus gerechnet nur 5 Tage 23 Stunden 20 Minuten. Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle iuGießm. 38. Woche. Vom 17. September bi« 23. September 1893. Einwohnerzahl: angenommm zu 21100 (tncl. 1600 Mann Militär). SterbltchkettSziffer: 9,83°/« bezw.4,92 nach AuSfchl. der Ortsfremden Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: -Ve 30 bis 35 Gentner Aepfel trugen, sie hatten mehr Früchte inf sich als Blätter. Im Obstgeschäste ist kein Zug- die kleinen Bauern liefern den Doppelcentner Mostobst nach £anou zu 3.20 Mk. bis 3.40 Mk. Pachter Koch zu Ronne- i rgerhof, der rechtzeitig abzuschließen wußte, erhält 4.50 Mk. --4 ist ein großer Fehler bei unseren Landwirthen, daß sie >’Ü ff nicht auf den Handel verstehen und nicht ja sagen kennen, wenn eS Zeit ist. Bei einem so gewaltigen Segen r ganz Mittel- und Süddentschland kann das Malter Most- ijibft keine 10 Mk. gelten, die Leute möchten es aber haben rnid verpaffen die rechte Zeit. Auch daS ist intereffant bei -nS, daß 50 bis 100 Procent mehr geerntet werden, als s.schätzt wurde. ES gibt Leute, die sich 60 Malter schätzten rnd über 100 bekommen- also gleicht die Masse den Ausfall an Geld auS. Der Obstsegen erinnert an daS Lahr 1847, wo das Malter Aepfel zuletzt um 6 Batzen — 24 Kreuzer — 70 Pfg. verkauft worden ist. Man glaubt, I jiß' sich dieses Jahr viele Bäume erschöpfen und zu Tode I tragen werden. — Man hat bei uns schon vor 8 bis 10 Tagen aigefangen, das Winterkorn auSzustellen. Bei dem lüichttvarmen Wetter ist eS bereits sehr schön aufgegangen. Schotten, 25. September. Die Sommerfrische in ber Nähe deS AltenburgskopfeS soll nicht allein für erkrankte Lchrer, sondern namentlich für erholungsbedürftige Lehrer uni), wenn Raum genügend vorhanden, auch für Erholung, -iuhe und Erfrischung Suchende jede- anderen Standes errichtet Werden. § An« dem »reife AlSfeld, 26. September. Die Kartoffeln, mit deren AuSmachen man eben beschäftigt ist, lirfern einen reichen Erttag. Die vorjährige gute Kartoffelernte wird durch die diesjährige noch übertroffen. Wohl sind, bcsonderS auf trockenen Lagen, Kartoffeln auSgeblieben, umfo vollkommener sind aber bann die anderen gewachsen. Wegen deS ungemein trockenen Sommers hatte man auf eine solche vorzügliche Kartoffelernte kaum gehofft, um so freudiger sind -unsere Landwirthe davon überrascht. Wenn ein Jahrgang .auch noch so Vieles in landwirthschaftlicher Beziehung zu -wünschen Übrig läßt, eine gute Kartoffelernte, wie die heurige, gleicht Vieles au«, denn die Kartoffel ist neben dem Brode LvS wichtigste Nahrungsmittel. Die gegenwärttge vortreffliche -artoffelernte zeigt klar, daß die Kartoffel am besten in itofenen Jahrgängen gedeiht. § Dom oberen Vogelsberg, 27. September. Seit Be- ginn des kalendarischen Eintritts des Herbstes ist es auch wirklich Herbst hier geworden, nochmehr Herbstwetter, denn do« Wenige an Hafer und Grummet, welches noch auf dem Felde liegt, kann nicht gut nach Haus gebracht werden, da in letzter Zeit trübes Wetter vorherrscht. ES wird von den Landwirthen nichts sehnlicher erwartet, als noch einige Tage schöne Witterung, um baß noch lagernbe Grummet und Frucht nach Haus zu schaffen und dann mit dem Kartoffelausmachen beginnen zu können. Der größte Theil der Roggensaat ist hier schon beendet. Friedberg, 25. September. Heute Morgen wurden der -Sjührige Metzger Heinrich Schäfer und seine ebenso alte tzhrfrau in bewußtlosem Zustande in ihren Betten auf- gefunben; beibe waren bem Erstickungstobe nahe infolge des ans bem Ofen entwichenen Kohlengafes. Die Unglück- lidfctn, bie in« hiesige Hospital verbracht würben, wurden ratf) langen Bemühungen wieder zum Leben zurückgerufen, jebod) ist ihr Zustanb, namentlich derjenige der Frau, sehr hksorgnißerregenb. Darmstadt, 26. September. Das Resultat der gestrigen Wahlmännerwahl in Bessungen stellt sich wie folgt: $üt bie Liste Prof. Friebrich (natl.-lib.) wählten 250 Stimmen, Lifte Sparr (Soc.) 225, Liste Zeh (Antisem.) 92, zusammen 667 (bei 1395 Wahlberechtigten). In Roßborf hat eben- sall« bie Liste Friebrich die Majorität. — In Neu- en bürg wurden die 11 von ber nationalliberalen Partei .(Liste Schloßmacher) aufgestellten Wahlmänner nach hartem Kampfe gewählt. Darmstadt, 26. September. In Bensheim siegte bie nationafliberale Wahlmännerliste gegen die bes ultra- montanen Bauernvereins, in S e l i g e n st a b t bie Ultramontanen Genoffenschaftsregister Kleinkg VklMilidr ( , ____ (PorttätPros. vonHundeshagen) ’ !/«.pvn, ------ habe zu verkaufen.^ r Großherzogliches Amtsgericht. Gebhardt. 811017776] Giessen, Ende September 1893. Hierdurch beehre ich mich, Ihnen ergebens! anzuzeigen, dass ich an hiesigem Platze 3^* Sonnenstrasse 25 -M« ei Antiquariats- und Sortiments-Buchhandlung eröffnet habe, und erlaube mir dieselbe für Ihre litterarischen Bedürfnisse als billige Bezngsqneöe bestens zu empfehlen. Es wird mein Bestreben sein, stets ein sorgfältig ausgewähltes Lager in wissenschaftlicher, wie in Geschenklitterat® zu halten. Aicht vorräthige Werke werden von mir in kürzester Zeit besorgt und nehme ich Abonnements auf Zeitschriften und neterungswerke gern entgegen. 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