Freitag dm 28. Juli Nr. 175 Erstes Blatt 1893 Amts- und Anzeigeblutt für den Äreis Gieren I Hratisöeikage: Hießener Kamitienötätter. Banalmt von Anzeigen zu der Nachmittag» für dm falgentzm Tag erfcheinmdrn Nummer btt Borm. 10 Uhr. Nkdacrion, lifpeMn»! und Druckerei: -«mlSrahe Fertcsprcchcr 5L Bifrtfliäbriycr JkltunrrnraUntetAi 2 Mark 20 Pfg. mt# Bringerlohn. Lurch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener 7l«xt(lenl(ittte». .. r Marburg, 26. Juli. Vor einigen Tagen wurde der hiesige Bahnmeister Pfaue in Untersuchungshaft genommen und zwar unter dem Verdachte, in Treysa, seinem früheren Stationsorte, Unterschlagungen begangen zu haben. Dem gerichtlichen Urtheile hat Pfaue nun gestern dadurch vorgegriffen, daß er sich im UntersuchungSgesängniß erhängte. Hagen i. W., 25. Juli. Ein gräßliches Unglück ereignete sich hier in der Gußstahlsabrik von Eicken & Co. Ter Gießer S. glitt bei der Arbeit auS und fiel gerade vor die Oeffnung des SchmclzosenS. In demselben Augenblicke ergötz sich das weißglühende Metall aus dem Ofen und verbrannte den Mann derart, daß er einige Stunden darauf seinen Geist aufgab. * München, 23. Juli. Bor dem Militärgericht wurde 'in Gemeiner eine» Cavallerie-Regiments wegen verschiedener Diebstähle und Betrügereien zu 10 Monaten Gefängniß und Versetzung in die zweite Soldatenklaffe verurtheilt. Wie nach den „M. N. N." actenmäßig conftatirl wurde, sind dem Ber- urtheilten vom Wachtmeister auf Befehl des EScadronSchef so große Löhnungsabzüge für verlorene und beschädigte Dienftgegenftände gemacht worden, daß er alle 10 Tage nur 70 Pf., also 7 Pf. für den Tag erhielt. Der Soldat, der von zu Hause keine Unterstützung hat, wußte sich deshalb nicht mehr zu helfen und gerieth auf die Bahn deS Verbrechens. * Zum Brunnenungläck in Schneidemuhl führt ein erfahrener Fachmann, Heinrich Becker auSFrankfurt a. M., in der „Deutschen BaugewerkS-Zeitung" aus, daß man sich über die eigentliche Ursache der furchtbaren Cataftrophe vollkommen getäuscht habe. Man habe den Wafferstrom für den unterirdischen Durchbruch fälschlich als von einem der vielen Seen, auS denen die Küddow entspringt, ausgehend gehalten. Deßhalb wollte man den Brunnen verstopfen, um den Mund des großen SeecanalS zu schließen. Schon die Entfernung von 20 Stunden, dann aber die 13 Meter tief durchbohrte feine Sandschicht mußten belehren, daß hier weder ein Zirknitzer See, noch eine Adelsberger Grotte vorhanden lei. Die Bohrungen bei Sperenberg, wie die in Schlesien, haben ergeben, daß hier der Meergrund über 1000 Meter unter dem Erdboden liegt. Ein Pommerscher See würde in dieser ungeheuren Meerstraße gleich einem Waldbach in der Wüste spurlos verschwinden. Becker erklärt daS AuS- strömen der ungeheuren Wassermenge vielmehr mit der eruptiven Wirkung der in der Tiefe angesammelten Gase und beruft sich für diese Anschauung auf Erfahrungen mit Brunnen, die in Oberdeutschland im alten Main- und Rheinseebecken gebohrt wurden. Vor einigen Jahren ließ ein Offenbacher Fabrikant für seine Eisfabrik einen Brunnen bohren. Nach 10 Meter Sand kam er auf eine Thonschicht, die bis 250 Meter reichte - bei 275 Meter, in einem Sand- stein-Conglomerat, brach der Bohrer. Danach quoll trübes, warmes, schwach salziges Wasser hervor. Hier war der Boden des alten Mainsee — ehemaliger Meerboden erreicht; auf der Grenze von Thon und Sandstein sammelte sich das trübe Wasser- die angesammelten Gase, insbesondere die aus dem verwitterten litorinellen Kalk gelöste Kohlensäure, trieben den Quell auf 275 Meter an die Oberfläche. Bei Darmstadt bohrte man in dem alten Rheinsee auf 92 Meter Tiefe, um einen Brunnen für die Wasserwerke zu gewinnen. Man tra auf Sand und dünne Thonfchichtcn, bis man in einer feinen Kiesschicht reines Wasser fand. Man war noch lange nicht auf dem Meeresgrund, denn noch kein einziger Zwiesel war zu sehen. Als man die Quellen zu vermehren suchte und noch fünf andere Brunnen auf 60 Meter Tiefe bohrte, senkte sich der Wasserspiegel in dem ersten Brunnen. Die Gase hatten fünf Ventile, durch die sie entwichen- das Wasser strömte nach den fünf Oeffnungen, die Spannung war gemindert, der Druck geringer geworden. Ein drittes Beispiel ist der „große Sprudel" in dem Soolbad zu Nauheim in der Wetterau. Auch dieser wurde an dem Rand des alten Rheinsees, an dem Ostfuße des Taunus gebohrt. Man kam durch Geröll und Thon, dann durch Marmor und Thonschiefer. Bei 138 Meter brach der Bohrer. Am dritten Weihnachts- morgen 1847 wurden die Nauheimer aus dem Schlafe geweckt. Ein Erdbeben hatte ihre Häuser gerüttelt, der Bohrer war aus der Mündung gefahren, eine Quelle war emporgesprudelt, die sofort einen starken Bach bildete. Man faßte die Quelle in ein vier Zoll starkes Rohr. Nun trieb sie 90 Fuß hoch empor, in einer Cascade von Schaumkugeln. Man wollte aber die Quelle in ein stärkeres Rohr fassen und senkte ein zweites in einiger Entfernung hinab, 154 Meter tief. Die neue Quelle sprang in dreizölligem Rohre 20 Fuß hoch über dem Boden- der „große Sprudel" aber versiegte bis auf eine kleine Quelle, die noch einige Fuß über dem Boden sich erhebt. Danach empfiehlt Becker auch für Schneidemühl nicht gänzliche Verstopfung der Quelle, sondern die Bohrung einer größeren Anzahl von Brunnen, durch welche die Gase unschädlich entweichen können. Die jetzige Ruhe würde sonst nur so lange dauern, bis die durch den bisherigen Ausfluß stark verminderten Gase wieder in Menge gesammelt sind. Dann würden diese stärker hervorbrechen und aus der 70 Fuß hohen Röhre größere Verwüstung anrichten als bisher. * Wesel, 24. Juli. Im Rhein wurde bei den Bagger- arbeiten ein altes Kriegsschiff bloßgelegt. Man will versuchen, den Rumpf ganz zu heben. * Militsch (Schlesien), 25. Juli. Bei einer vom Praus- nitzer Gesellenverein veranstalteten Vorstellung von MoserS „Sonntagsjäger" ist der 21jährige Kaufmann Hantke vor den Augen der Zuschauer erschossen worden. * Neuenahr, 24. Juli. Um eines S p i e l b a l l s willen hat heute früh der Hausdiener eines hiesigen Hotels sein Leben gewogt und verloren. Der Hausdiener hatte am Trinkbrunnen einige Flaschen mit Mineralwasser gefüllt und bemerkte im Vorübergehen am großen Sprudel, daß ein Kinderspielball in der Umgebung desselben lag. Er setzte über die Umzäunung, sprang die ziemlich hohe Mauer hinab, holte sich den auf dem Parquet liegenden Ball und warf ihn in die den Sprudel umgebende gärtnerische Anlage hinauf. Bei dem Versuche, wieder emporzuklimmen, verlor er in der dicht qualmenden Kohlensäure, die aus dem Strudel aufsteigt, die Besinnung und fiel auf die Steinfliesen zurück. Nach einiger Zeit wurde er erstickt aufgefunden. * Stuttgart, 25. Juli. Bei den Schießübungen deSOlga - Regiments bei Poppenweiler wurde ein unweit deS SchießstandeS arbeitender Weingärtner durch eine verirrte Kugel erschossen. * Hirschsprung, 26. Juli. Postassistent Eckardt auS Diedenhofen, 24 Jahre alt, stürzte gestern vom Hirschsprung- Felsen- er war sogleich todt. ' AuS rhüriogeu, 24. Juli. Zwischen Oßmannstedt und Apolda ist eö einem seit 2 Jahren fahnenflüchtigen Pionier der Garnison Dresden, welcher in Freiburg i. D. aufgegrissen worden war, gelungen, seinen Transporteuren zu entkommen. AlS der Zug, Abends 10 Uhr, sich in voller Fahrgeschwindigkeit besand, entsprang er durch ein Abort- fenster. Obwohl die Carpenterbremse seitens des begleitenden Feldwebels sofort in Function gesetzt wurde und der Zug in wenigen Secunden zum Stehen gebracht worden war, konnte der Entflohene, trotz eifrigen Suchen-, nicht gefunden werden. Die beiden Transporteure waren beinahe bei ihrem Abspringen vom Zug noch während der Fahrt von dem auf dem Nebengeleise entgegenkommenden Personenzug überfahren worden. e @8 lebe die Statistik! Dixse nützliche Wissenschaft findet, wie zu erwarten, in Chicago ein auSgiebigeS Feld. So hat ein von der Zahlenwuth ergriffener Mensch folgende Berechnung angestellt: Ein Besucher der Ausstellung, der dieselbe täglich während der ganzen Eröffnungsdauer besucht und jedem^ Gegenstände im Durchschnitte nur fünf Minuten widmet, würde 22 Jahre brauchen, ehe er herumkommt. * Sine neue Vlüthe deS BereinSwesenS wird auS der Provinz Sachsen mitgetheilt: In Schönebeck bei Magdeburg ist, um einem dringend empfundenen Bedürsniß zu genügen, ein „Verein zur Wahrung der Interessen der" Pensionäre gegen brutale Ausbeutung seitens der Kostgeber" in« Leben gerufen worden. ♦ Die gefürstete Grafschaft Tyrol hat verfassungsmäßig -um österreichischen Heere nur ein Regiment, die berühmten Kaiserjäger, zu stellen. Um dieses Vorrecht zu bewahren^ aber zugleich doch die allgemeine Wehrpflicht durchzuführen, hat man das Regiment allmälig auf immer mehr Bataillone gebracht. Die steigende Bevölkerungsziffer ist die Veranlassung, daß die Kaiserjäger jetzt wieder v er neue Bataillone erhalten. Die bisherigen Feldjägerbataillone 3, 14, 18 und 27 treten in den Verband des Regiment-, daS mit seinen 16 Bataillonen, 64 Feld- und 16 Ersatzcompagnien daS stärkste Regiment der Welt ist. * Gebirgsdeutsch. Fremder (zum Hirtenbuben): „Junge, gieb hier Obacht! Wenn Du eine Gesellschaft von Damen den Berg heraufkommen siehst, so sagst Du mir- gleich- ich bin im Wirihshaus." — Bube (nach einer Weile in daS WirthShaus hereinspringend): „Jiaza kimmenS — sieben Mann, lauter Weibsbilder!" Schssf-nach richten. — Der Postdampfer .FtteSland" der „Red Star Linie" tn Antwerpen ist laut Telegramm am 24. Jult wohlbehalten In Newyork angekommen. Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Acttm-Gesellschaft. — Postdampfer „Rugia", von Newyork nachlHamburg zurückkehrend, hat am 25. Jult 9 Uhr Morgens Scilly paffirt. Postdampfer „Kehrwieder", von NeworleanS nach Hamburg bestimmt, wnom 25- Juli 8 Uhr Morgens Ltzard passtrt. Postdampfer «Allemannia", von Hamburg nach West-Indien unterwegs, ist am 1-5. Jult 2 Uhr Nachmittags von GrtmSby nach Havre wettergegangen. Verkehr, Land- und Voikswirthschast. Limburg, '26. Jult. Frucht markt. Rother Wetten 14.05, weißer Weizen A 13.80, Korn A 11.90, neues A 11.30, Gerste A 00.00, Hafer A 9.00, Erbsen A —. Da« Dorkommtn von Dithseuchen in Hessen während des Monats Juni 1893. Milzbrand wurde festgestellt in Bellersheim, KretS Gießen, am 25. Juni bet einem crepirten Pferde, in Unter WtdderShetm und Echzell, Kreis Büdingen, am 25. und 29., tn Assenhetm, Kreis Friedberg, am 29. Juni bet je einem crepirten Rinde. Rauschbrand wurde festgestellt tn Kaulstoß, Kreis Schotten, am 25. Junt bet einem crepirten Rinde. Rotz. In Herrnsheim, Kreis WormS, stehen zwei Pferde wegen Verdachts der Ansteckung unter polizeilicher Beobachtung. Dte Maul- und Klauenseuche ist erloschen tn GinSheim, Bauschheim und WolfSkehl.n, Kreis Groß-Gerau, tn Lehnhetm, Erbenhausen, Ober-Gleen und Heimertshausen, Kreis Alsfeld tn Echzell und Altenstadt, KretS Büdingen, in Ober-Erlenbach' Stammheim und Melbach, Kreis Friedberg, tn Alzey, Zotzenheim und Pfaffm-Schwabenheim, Kreis Alzey, in Ober-FlörShetm, Hehloch und Heppenheim a. d. W., Kreis WormS. Die Seuche herrscht fort In Lampertheim, Kreis BenSheim, in Grünberg, Kreis Gießen, und tn Hutzdorf, Kret» Lauterbach. Dte Seuche wurde tm Monat Junt festgestellt und war am Schluffe desselben wieder erloschen in Nauheim, Kreis Groß Gerau, in Kohden, KieiS Büdingen, in Engelstadt, KretS Bingen, und tn Dolgesheim, 5kretS Oppenheim. Die Seuche wurde tm Monat Junt festgestellt und herrschte am Schlüsse desselben noch fort tn Heppenheim und Ktrschhauscn, Kreis Heppenheim, in Allendorf a. b. Lda. und Ovenhausen, jtrett Gießen, und in WonSheim, Kreis Alzey. Die Räude gilt als vorhanden unter den Schasen In Alten-Buseck und Saasen, KretS Gteßen, tn Ltßberg, Schwickartshausen unb Himbach, KretS Büdingen, tn Bad-Nauheim, KretS Friedberg, und tn Wallenrod, KretS Lauterbach. Tas Gewerbegericht. (Fortsetzung und Schluß.) 1. Die Besetzung des Gewerbegericht-. Das Gewcrbegericht verhandelt und urtheilt in der Regel in der Besetzung durch einen Vorsitzenden und zwei Beisitzer — ein Arbeitgeber und ein Arbeiter. Die Bestimmung der Beisitzer und deS Monats, während reffen sie zuzuziehen sind, erfolgt für jede- Jahr im Vorau» durch das LooS, welches vom Vorsitzenden in öffentlicher Sitzung gezogen wird. Ist ein Beisitzer verhindert, so ist an seiner Stelle der ür den vorausgegangenen Monat bestimmte Beisitzer zu- zuziehen. Das Amt der Beisitzer ist ein Ehrenamt. Die Uebernahme kann nur verweigert werden au» olgenden Gründen: a. anhaltende Krankheit, b. Geschäfte, die eine häufige lange dauernde Abwesenheit vom Wohnorte mit sich bringen, c. ein Alter über 60 Jahre, Maggi 59 'S^SSl’guwe der 8 hJ (u rtz hu» babtlh el t«Aw . lidi « ßiifU”1'8 löfung des A Kündigung ot Zeugnis^/ b. ibn 6 aU8 dem Arv auf dasselbe c. über die Arbeitern uni Sin d. über bi' nahm' einer selben Arben xer Zuständigkeit Streitigkeiten der retten Arbeitgebern tim Beschäftigung ai tn ton den Arbeügel iabnfatt beschränkt ist. i-e bte von den Fat .^arbeiten, unterstehe fcirhit; auf diejenige, ftofft und halbsabrika Migkeit dagegen ni Endlich fei dem Ipothdtn und Hande btn unter der SRIliti HMstigt sind, bit 2 keine Anwendung fit 3.' 3m Allgemeinen fyrfabrtn vor bin l'it Rlagt /'chrMch nchrMreiberS münblid und zwar wird der G auS der M der Gew ressammlung bestimm An ordentlichen Parteien auch ohne vc Ladung vor Gericht er| kitta begehren. Rechtsanwälte ur Äendit gewerbsmäßig «ächtrgle und Peistän Fernere wesentli gerichilichen Zerfahren M Einreichung AMS ju tnn von M den SerichtSschrei Ebenso werden all Rechtsmittel ftattfir Mellt. T°sern durch die ” unteren Kwtag den i tormittagi 11 ‘ Nm tzWjch .*•*«« dir. ■ bestimmt — tzo kn. #eJ beinah, h9-^be« f ?*>*' ,6,‘» Äs*» t-ner $'««8-». der Aussi-st 0 röÄ^fbn tte nur jünc JW 1 er htr'5 ^wuten öefJ?0D1D11- -■"»'S* ®««U J't ift bte SBeranlafiunn »I r?" ” "*• m,t. seinen 16 "Pinien das ftärfitt Lauben)-. „N8t, von Damen Du mirs gleich; ich ’ emer Weile in dar kimmens - fie6m p »Red Star Linie" tn L 3uli wohlbehalten in Men-Gesellschaft. rk nach!Hamburg Mück- s Sctlly pGrt. Post- >ach Hamburg bestimmt, :b paifirt. Postdampser ndim nnlewegs, ist am Wp nach Havre weiter: linkt. Rother Weizen L1190, nmes -t 11.30, t idjtti m Hchn ti 1893. llerShelm, Kreis Gießen, , Uvter-Mdersheim und n Astenheim, Kreitz Fried'. Rinde. Kaulstoß, Kreitz Schotten, rm8, stehen zwei Pferde ,etlicher Beobachtung, t nlofchen in Ginsheim, oh-Gerau, in Lihnhetm, »Haufen, Kreitz Altzseid, gen, in Lber-Erlenbach, ra, tn Alzey, Zohmheim a Ober-Mlsheim, yeßloch heim, Kreitz Bensheim, tn Kreitz Lauterbach. I sestgestellt und war am !h!im Kreitz Groß'«' bt, Kreis Singen, und In i ffftaefttöi und herrschte Tort* S”B tüs V«? ericht. M) £w» ** (»iner Stelle der ',„W. * ” s?«*- bringen/ 6585] etatt« Pönny billig zu verlaufen. Tiefenweg 18. ein: 1.50 // em- 3.— // bis 20 Mk. einschließlich . . . von mehr als 20 Mk. bis 50 Mk. schließlich....... von mehr als 50 Mk. bis 100 Mk. schließlich....... Im Allgemeinen gelten dieselben Grundsätze, wie im Verfahren vor den Amtsgerichten. Insbesondere kann jede Klage schriftlich eingereicht oder zu Protocoll des Gerichtsschreibers mündlich angebracht werden. Eine Gerichtsschreiberei wird nämlich errichtet und zwar wird der Gerichtsschreiber und dessen Stellvertreter aus der Zahl der Gemeindebeamten durch die Stadtverordnetenversammlung bestimmt. An ordentlichen Gerichtstagen können die streitenden Parteien auch ohne vorherige Klage, Terminbestimmung und Ladung vor Gericht erscheinen und Verhandlung ihrer Streitigkeiten begehren. Rechtsanwälte und Personen, bte das Verhandeln vor Gericht gewerbsmäßig betreiben, werden als Proceßbcvoll- mächtigte und Beistände vor Gericht nicht zugelaffen. Fernere wesentliche Unterschiede gegenüber den amts- gertchtlichen Verfahren sind ferner folgende: Nach Einreichung der Klage erfolgt die Ladung des Gegners zu dem von dem Vorsitzenden anberaumten Termine durch den Gerichtsfchreiber. Ebenso werden alle Urtheile und Beschlüsse, gegen welche ein Rechtsmittel stattfindet, von Amtswegen den Parteien zugestellt. Sofern durch die Zustellung eine Frist gewahrt oder die Verjährung unterbrochen werden soll, tritt diese Wirkung, 7. Endlich ist das Gewerbegericht verpflichtet, auf Ansuchen der Staatsbehörden oder des Vorstandes der Gemeinde Gutachten über gewerbliche Fragen abzugeben. DaS Gewerbegericht ist zum Schluß auch berechtigt, in gewerblichen Fragen, welche die seiner Gerichtsbarkeit unterstehenden Betriebe berühren, Anträge an Behörden und an die Stadtvertretung zu richten. Gar mannigfach findet also das Gewerbegericht Gelegen heit einzugreisen in das gewerbliche Leben; möge es dem neuen bei unS ins Leben tretenden Gerichte beschieden sein, die Eintracht zwischen Arbeitgebern und Arbeitern stets zu erhalten und zu befestigen und immerdar zum Segen und im Sinne gesunder Weiterentwicklung unseres gesammten Gewerbestandes zu richten und zu wirken! Mögen darum auch Arbeiter und Arbeitgeber bei der bevorstehenden Wahl eingedenk ihrer Wichtigkeit sein und den Gang zur Urne sich nicht verdrießen lassen. d. sonstige besondere Verhältnisse, die von der Stadtverordneten - Versammlung als begründet erachtet werden. Die Beisitzer erhalten jedoch für jede Sitzung, der sie beigewohnt haben, eine Entschädigung für Zeitversäumniß im Betrage von 2 Mk.; eine Zurückweisung derselben ist un- statthaft. L Ein Mitglied des Gewerbegerichts, das sich eine grobe Verletzung seiner Amtspflicht schuldig gemacht, kann auf An- trag deS KreiSamts durch das Landgericht seines Amtes entsetzt werden. _, f2, _ Ein Mitglied deS GewerbegerichlS, hinsichtlich besten Umstände eintreten, welche die Wählbarkeit zu dem von ihm bekleideten Amte nach Maßgabe deS Gesetzes ausschließen, ist durch den Kretsausschuß seines Amtes zu entheben. 2. Zuständigkeit des Gewerbegerichts. DaS Gewerbegericht ist ohne Rücksicht auf den Werth des Streitgegenstandes (d. i. auf die Höhe der eingeklagten Lohn- ober sonstigen Forderung oder des eingeklagten Schadensersatzanspruches) zuständig für Streitigkeiten: a. über den Austritt, die Fortsetzung ober die Auflösung des Arbeitsverhältnisses, sowie über die Aushändigung ober den Inhalt des Arbeitsbuches ober Zeugnisses, b. über die Leistungen und Entschädigungsansprüche aus dem Arbeitsverhältnisie, sowie über eine in Bezug auf dasselbe bedungene Conventionalstrafe, c. über die Berechnung und Anrechnung der von den Arbeitern zu leistenden Krankenversicherungsbeiträge und Eintrittsgelder, d. über die Ansprüche, welche auf Grund der Ueber- nahme einer gemeinsamen Arbeit von Arbeitern desselben Arbeitgebers gegeneinander erhoben werden. Der Zuständigkeit des Gewerbegerichts unterliegen ferner alle Streitigkeiten der unter a. bis d. aufgeführten Art zwischen Arbeitgebern und solchen Hausgewerbetreibenden, deren Beschäftigung auf die Bearbeitung oder Verarbeitung der von den Arbeitgebern gelieferten Rohstoffe oder Halb- sabrikate beschränkt ist. Insbesondere die Cigarrenarbeiter, die den von den Fabrikanten gelieferten Tabak zu Hause verarbeiten, unterstehen deßhalb auch der Gewerbegerichtsbarkeit; aus diejenigen Hausgewerbetreibenden, die die Roh- ft off e und Halbfabrikate selbst ankaufen, erstreckt sich die Zuständigkeit dagegen nicht. Endlich sei bemerkt, daß aus Gehilfen und Lehrlinge tn Apotheken und Handelsgeschäften, sowie auf Arbeiter, die in den unter der Militärverwaltung stehenden Betriebsanlagen beschäftigt sind, die Bestimmungen über die Gewerbegerichte keine Anwendung finden. 3. Das Verfahren. wenn die Zustellung demnächst erfolgt, bereits mit der Einreichung oder der Anbringung des Antrags oder der Erklärung ein. Die Zustellungen erfolgen durch den Rathsdiener oder durch die Post in gegenüber der gerichtlichen Zustellung vereinfachter Form. v , .. Erscheint in einem Verhandlungstermin eine der beiden Parteien nicht, so kann die erschienene Partei Versäumniß- urtheil erwirken. Gegen dies Versäumnißurtheil kann die Partei, gegen die es erlaffen, binnen drei Tagen seit der an sie bewirkten Zustellung des Urtheils die Erklärung abgeben, daß sie Einspruch einlege. Mit dieser mündlichen ober schriftlichen Erklärung gilt der Einspruch als bewirkt. Das Versäumnißurtheil muß die Eröffnung enthalten, in welcher Form und Frist der Einspruch zulässig ist. Vor Allem soll das Streben des Gewerbegerichts auf möglichst gütliche Begleichung, jedenfalls möglichst schnelle Entscheidung der Streitigkeiten gerichtet sein. Zur Vornahme eines Sühneversuchs kann deshalb im ersten, auf die Klage angesetzten Termin die Zuziehung der Beisitzer unterbleiben, ja es kann auch der in dem Sühneversuch allein thätige Vorsitzende Entscheidung erlaffen, wenn beide Parteien solche beantragen. Bezüglich des Näheren auf das Gesetz selbst verweisend, sei nur noch erwähnt, daß von der Ladung von Sachverständigen vor das Gericht abgesehen werden kann, wenn schriftliche Begutachtung angeordnet wird. 4. Rechtsmittel finden gegen Urtheile des Gewerbegerichts nur statt, wenn der Werth des Streitgegenstandes den Betrag von hundert Mark übersteigt. Im Uebrigen erfolgen Berufung und Beschwerden nach den Bestimmungen der Reichs - Civilproceß- Ordnung an das Landgericht, wie solche in den zur Zuständigkeit der Amtsgerichte gehörigen bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten zulässig sind. Der Lauf der für das Rechtsmittel bestimmten Nachfrist beginnt für jede Partei mit der an sie bewirkten Zustellung und, sofern — wie dies zulässig auf die Zustellung verzichtet wird, mit der Verkündigung des Urtheils. r r 5. Die Kosten der Einrichtung und Unterhaltung des Gewerbegerichts trägt die Stadt, insoweit dieselben nicht aus den bei dem Prozesse zu erhebenden Gebühren und Strafen bestritten werden können. Die Kosten des Verfahrens sind sehr niedrig Eingesandt. Gießen, 27. Juli 1893. Die Angriffe des Herrn Orbig auf die Seitens des Gewerbevereins ausgestellte Liste zum Gewerbegertcht sind uns sehr lehrreich; sie beweisen, wie unbequem das einmuthige Voraehen unseres Gewerbestandes gewissen Leuten ist, die gewohnt sind, durch die Uneinigkeit der bürgerlichen Parteien ihre Schistlem glatt zum aiel zu bringen. Wir wollen uns durch diese Klagen einer gekrankten Unschuld nicht beirren lasten, einmüthig in der für uns wichtigen Angelegenheit zusammenzustehen. Welche Saiten die Herren Socialdemokraten aufziehen, wenn sie die Majorität auf ihrer Seite haben, beweist folgende, gnade jetzt aus Berlin in den Blättern verbreitete Nachricht: „Die hiesigen nichtsocialdemokratischen Beisitzer des Gewerbegerichts haben sich zur Wahrung ihrer Interessen zu einem Verein zusammengeschlossen, um den focialdemokratischen Arbeitnehmer - Beisitzern, die schon feit längerer Zeit vereinigt sind, die Stirn bieten zul können. Der Uebermuth der Socialdemokraten, welche die Mehrheit im Gewerbegericht haben, soll groß fctnl" Lernen wir Arbeitgeber und Arbeiter aus dieser Erfahrung, beugen wir rechtzeitig solchem Uebermuth vor und wir werden keinen Schaden zu beklagen haben! Die ferneren Werthsklaffen steigen mit je 100 Mk., die Gebühren mit je 3 Mk. Die höchste Gebühr beträgt 30 Mk. Schreibgebühren kommen nicht in Ansatz, für Zustellungen nur die Auslagen. Bei Versäumniß« und Anerkenntnißurtheil wird nur eine halbe Gebühr, bei Vergleich keine Gebühr erhoben. 6. Das Gewerbegericht ist ferner berufen als Einiguugs- amt bei Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitern über die Bedingungen der Fortsetzung und Wiederaufnahme des Arbeitsverhältnisses (d. h. bei Ausständen — Strlkes) einzugreifen. Bet diesem im Gesetze näher geregelten Verfahren soll es neben dem Vorsitzenden mit 4 Beisitzern, Arbeitgeber und Arbeiter in gleicher Zahl, besetzt sein. Ob und wie weit es den Gewerbegerichten gelingt, in dieser Richtung segensreich zu wirken, muß die Zukunft lehren, jedenfalls ist die Gefahr vorhanden, durch ihr Eingreifen bei Strikes daß Vertrauen auf ihre Unparteilichkeit für immer zu untergraben, während ihr Einfluß nur selten so weit reichen wird, den Streit endgiltig zu schlichten. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemesten am 27. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 16'/,, Lust 17 Grad. Rübsamen'sche Badeanstalt. im Wertste . . Mk. 1.— Wichtig für Hausfrauen. Beruh. Curt Pechstein, Wollwaarenfabr. in Mühlhausen i. 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Die allgemeine Stimme der hiesigen Presse nach der Premiere, daß es sich hier um eine wirkliche scentsche Sehenswürdigkeit handelt- und daß die Theaterleitung mit der Aufführung von „Flick und ^lock und „Amor" in dieser prächtigen Form einen Haupttreffer fm«e Herbst-Saison gemacht hat, scheint sich zu bewahrheiten. Fast alle decorativen Verwandlungen, sowie die einzelnen choreographischen Nummern finden jedeSmal lebhaftesten Applaus und der vielbesprochene „Serpentinen-Tanz" muß sogar wiederholt werden. Unter diesen Umftänben werden die Aufführungen von „Flick und Flock und „Amor" auch nach Eröffnung der Opern-Saison am ersten August, wenn auch nicht allabendlich, fortgesetzt werden. »echte englische ßöeviots und Kammgarne, Buxkin und Melton, Cheviot, 3 Mk. 1.75 Pfg. bis Mk. 9.75 Pfg. per Meter versenden jede beliebige einzelne Meterzahl direct an Private. Burkin-Fabrik-Depot Oettinger & Co., Frankfurt a. M. Neueste Muster-Auswahl franco in« Haus. (1503 Freitag den 28. 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Gießener Ru-ergcsellschaft. «JÄRSÄSUw 3C* REGATTA % mit Rudern um den Ehrenpreis Lr. slönigl. Hoheit des (Yrotzherzogs Ernst Ludwig von Heffen und be^ithein. . Unter Betheiligung folgender Vereine: I. Rudcrverein „Brema" Bremen. 2. Ruderverein Cassel. 3. Frankfurter R. (S. „Germania". 4. Frankfurter Ruder-Club 5 SrdnfrHrt^ R „Sachseuhauseu". «. Ruder-Club Hamm i. W. 7. Kölner Ruderverein 1877. 8. Ludwigshafener »ubSSe"9. 10. Ruder-Wki-llichaft Speyer. 11. Schweinfurter R.-C. „Franken". 12. (tzichener Rudcr-wesellschaft ^uoervere.u. D-Hrriid dir firgilti GROSSES CONCERT, aisgrfriljrf oau brr ginim «ajrrUr bta Jaf.-Egfs. fiaifer wilhkl», nnftr ptrfinl. frifnng hts Hrrri ÄJiSkbirrrtir «. fir«6r. Restauration auf beiden Lahnufern. 6543 Der Unterzeichnete erfüllt hiermit die traurige Pflicht, seine lieben A. H. A. H. und I. A. 1. A. von dem am 24. Juli zu Pölzig erfolgten Ableben seines lieben alten Herrn Der Acad. Naturw. Verein zu Giessen 6572 I. A.: K. H. Weisser, stud. phil. X X ordentl. Professor an der Universität zu Jena im Alter von 35 Jahren. Giessen, 27. Juli 1893 Die Beerdigung findet Samstag den 29. d. Mts, Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, 6573) Das Arbeiter-WahlcomitA 6578 Rchicti»*; 1. eUfgbe. nn> Ctrl«, der »rübl’fdim Druckerei (Fr. LH». Biitf») tn Giehen. Anfang «/,8 Ihr. 6580 Entree 50 Pfg. KraUNRC, Groeah. Mueikdirector. 6570] /- Ahr: Reunion mit Concert in sämmtlichen Räumen von „Dteins Jaalbau". üri Saale des Cafe Leib, bestehend in: (Fonrnt, drtlamtmscheil Portrigcn und önj * d«rs°n 2« Pfg. _ in. as Fent-Comite. Concerthaus Lahnstein. mäbl. Zimmer un/vabin-t^mit Freitag dcu 28 ^higer Lage. Offert, mit H ^l,u ' "bcnds pracis y29 Uhr : DrelSana. »«d A 10 an die Exped. d. Bl de. «rufe f<6en Slre.dj.CuanJ^°^DUng geSHCht. . 5. m, ।s sää■ns ------ 4 erved. d Bl. ,u richten. .......... | Küfer gesucht. Arbeiter - Sommerfest Die trauernde Mutter Wiliielmine Schwan, geb. Yburg. rödes - Anzeige Heute Nacht 121/. Uhr starb dahier nach langem Kranksein mein einzig geliebter Sohn Di*- Eduard Schwan Bahnhofstrasse 54, aus statt. U577 Di« Nummer mmfatzt < Geltem. , von Sroßh. - Sä ta I. ««ÜHiwRaüi ' ♦ AuS'lände aus vorh 3. Vtittäge der Kreise 4. Äapitaljinjen «. $ito8 I. Einnahmen des chem! 8. effatzposten 11. Lgiogewinn 12. Zurückempsangene Rt 1 14. Wölbungen 16. Tiaten und (W 16. BotenlShn und Bei 17. Für Bureaugegenst 19. Unterhaltung von! 19. Mau von Mi 20a. Beitrag zu den Mmlvnpflegunc 21. Ronen der chemische 22. Uneindringliche Pof 53. Auszuleihende Ni; :4. IgiO'StM Msv! Tie gelammte Eim Tie gejammte Au! mb dieser Wt: 1. in baarem Borr 2. in liifuidirten 3: 3. in Vorlagen Gleiche Summ Gienen, den 22, Ter Rechner der -Wirt, ohne daß me Aenderung ergeben I Varmfiabt, den j Troßherzogliche w Gemäßheit del $ raWdniuto wird Äenntnife gebracht. ’M en, den 25. £tt Vorsitzende des \ von Großh. Mmmg der lkreiskass 3 6^ dtt Genirt ’ Zinsen Sft*** töt?® iiti^enbe