sverein. ilttag 'n* "W »M Bier. soll ihlholtg isr < G. lod) kMch. U8W Aepfelwiin Prch». W iessow rs w bei ent- AUSSTELLUNG' LEIPZIG j V 1879, 7 ischer M7 2361 1 rs u. Ammer- 1 L Neuenweg 30 » ckGwmwer. xjßotjt*.--- Malt, yssgg »«ebt*1*8 "• a k Uhr bi. W*'«lli Itilltf* -.iS'*' ,8O‘/o -zSS». 1i --hl orsetten sitzenden Formen' chenS besorgt. 'rein. norden. 1 Mark, »fr. 123 Drittes Blatt. Sonntag den 28. Mai 1893 Der #U|mt Jhqeiier •rietet lSgltch, ■tt lulnabmt bei MontogS. Dir Gießener WewttUxlUUtt »erden dem Anzeiger Mschentlich dreimal dd^legt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger. Bierteljiihriger A-anne mentaard» i 2 Mark 20 Pfg. «N vrmgerlohn. Durch die Post bqege 2 Mark 50 Pfg. Rrihichon, ExpedNSa» und Druckerei: >4>(Hr<|c9i.li Fernsprecher 5L Aints- und Anzeigeblntt süv den Kreis Gietzen. | Gratisbeilage: Gießener Isamikienökätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den fallenden Dag erscheinenden Nummer bi» vorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Burraux bt» In- und AuSlande» nehm« Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger" entgegen. politische Wochenschau. Gießen, 27. Mai 1893. Die Wahlbewegung befindet sich nunmehr in vollem Flusie. Innerhalb der beiden Parteien, in denen die Ansichten der Parteigenossen sich schroff gegenüber standen, ist die erforderliche Klärung mittlerweile vollzogen worden. Und zwar ist nicht allein in der seitherigen „deutschfreisinnigen Partei", sondern auch im Centrum, um ein oft wiederholtes Wort Richters anzuwenden, ein „entschiedener Ruck nach links" erfolgt. In der Centrumspartei hat man zur Gewinnung einer festen Position am längsten Zeit gebraucht. Zunächst scheint das Centralcomitee bei der Abfaffung des allgemeinen Wahlaufrufes auf gewisse Schwierigkeiten gestoßen zu sein. Es verlautete sogar eine Zeit lang, daß den einzelnen Abgeordneten in ihrer Stellungnahme zur Militärvorlage von Parteiwegen völlig freie Bahn gelassen werden solle. Der zu Beginn dieser Woche herausgekommene Wahlaufruf hat indessen diese Ansicht als irrig erwiesen. Er bezeichnet die Gegnerschaft gegen die Militärvorlage und den etwa gleichbedeutenden Antrag von Huene als „daß Feldzeichen des Centrums" in der beginnenden Wahlschlacht und characterisirt die geplante Armeeverstärkung als eine „bleibende übermäßige Belastung des nothleidenden Nährstandes für den Wehrstand bis zur Erschöpfung vor dem Krieg". Diesem allgemeinen Wahlaufruf des CentralcomiteeS hat sich trotz allen entgegengesetzten Bemühungen von kirchlicher Seite die Bertrauens- männer-Bersammlung der schlesischenCentrumspartei ohne Rückhalt angeschlossen. Demgemäß sind auch die zwölf zumeist schlesischen Abgeordneten des Centrums, welche für den Antrag Huene gestimmt haben, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, nicht wieder aufgestellt worden. Dagegen hat in Westfalen der frühere Reichstagsabgeordnete Freiherr v. Schorlemer-Alst den Versuch gemacht, einen Theil der Partei auf die Seite der Regierung hinüberzuziehen. Nachdem dieser Versuch in der Vertrauensmänner-Versammlung des westfälischen Centrums in Münster, wo er zunächst in versteckter Form unternommen wurde, fehlgeschlagen ist, wendet sich Freiherr v. Schorlemer mit einigen Gesinnungsgenossen nunmehr in einem besonderen Wahlaufruf gegen das Provinzial- und Centralcomitee. Bei den Polen, welche bekanntlich für die Militärvorlage eingetreten sind, vollzieht sich dagegen mehr und mehr eine Schwenkung nach links. Es hat sich nämlich gezeigt, daß nur vermittelst des Fractions- zwanges in der polnischen Fraction (welcher übrigens bei keiner anderen politischen Partei in Deutschland eingeführt ist) eine ganz geringe Mehrheit die ganze Partei zu ihrer regierungsfreundlichen Abstimmung hat bringen können. Angesichts dieses Umstandes verlangen die polnischen Wähler jetzt vielfach von ihren Candidaten die bindende Erklärung, keinesfalls für den Antrag Huene einzutreten. Auch bei den Freisinnigen scheint bis jetzt die entschieden bei ihrer von vornherein aufgestellten Forderung der Innehaltung der Prä- Nachrichteu über den Saatenstand im Grotzherzogthum Hessen um die Mitte des Monats M a i 1893. Zusammengestellt bei der Großherzoglichen Oberen landwirthschastltchen Behörde. * 30% Klee, 10% Wetzen, f 30% Weizen, ft 3% Wetzen mußten umgepflügt werden. Bemerkungen: Aus sämmtlichen Berichten geht hervor, daß die anhaltende Dürre sich in der nachtheiligsten Weise geltend macht. In den Bezirken, in welchen die Vegetation wegen der wärmeren Lage frühzeitiger sich entwickelt, wird von kommenden Niederschlägen eine Besserung der Ernte-Aussichten kaum mehr erhofft; dagegen dürste in den höheren rauheren Lagen (z. B. Erh.-Bez. Lauterbach) ausgiebiger Regen noch Vieles gut machen können. Die Wintergetreidearten sind in vielen Erhebungsbezirken in der Entwickelung sehr stark zurückgeblieben, in manchen haben sie empfindlich Roth gelitten; nur in ganz wenigen besonders feuchten Lagen befriedigt der Stand einigermaßen. Die Sommergetretde- arten gingen bis auf vereinzelte Ausnahmen sehr unregelmäßig auf und bleiben in der Entwickelung stehen. Heber den Stand der Kartoffeln läßt sich noch wenig sagen, da sie in den meisten Bezirken erst aufgehen; die jungen Triebe der Frühkartoffeln sind in tiefen Lagen zum Theil erfroren. Der Stand des Klees und der Wiesen zeigt, abgesehen von einigen sehr feuchten Lagen, ein betrübendes Bild; in den höheren und trockeneren Lagen ist Alles ausgebrannt. In der Mehrzahl der Bezirke ist die Befürchtung einer bevorstehenden großen Futternotb leider sehr begründet. Die Weinberge haben in den kalten Nächten vom 4. bis 6. in einigen Bezirken (Alzey, Ingelheim, Mainz, Nieder-Olm, Wöllstein), besonders in tiefen Lagen vom Frost gelitten. g- Provinzen Saatenstand Note 1 — sehr guter, 2 — guter, 3 — mittlerer, 5 — sehr geringer Stand. 4 — geringer, unb 1 Q Win- Som- Win- Som- Win- Som- w 1 E E Erhebungsbezirke. ter- mer- ter- mer- ter; mer- 1 : £ 2 8 Wiese i Weizen Spelz Roggen 1 o tf) Provinz Starkenburg. 1 K«iS Bensheim......... 1 — 1 — 2 — 2 2 — 5 2,5 _ 2 U Darmstabt......... 2 — 2 — ! 3 — 1 — _ — 4 4 — 3 ff Dieburg......... 2,5 1,5 1 — — 2,5 — 3 3 — 4 5 — 4 ff Erbach.......... 3 — 2 — : 3 — 4 4 — 4 5 — 5 tl Groß-Gerau........ 2 — 1 — — 3,5 4 3 3,5 — 4,5 4 — 6 ff Heppenheim........ — — 3 — 3 — 3 3 — 5 5 — 7 II Offenbach*......... 3 — — 3.5 — 2,5 3,5 2 5 I 5 — Durchschnitt für Starkenburg 2,2 1,5 2 — , 2.9 4 2.9 3.1 — 4,5 4,3 — Provinz Oberhessen. 8 Kreis Alsfelb.......... 3 — — — 2 — 3 3 — 5 5 _ 9 ii Büdingen......... 2 3 — — 2 — 2,5 2,5 — 3,5 3,5 — 10 ii Friedberg**........ 4 3 j — — 3 — 3 3 — 5 5 — 11 M Gießens......... 3 — 3 — 3 3 — 4 4 — 12 II Lauterbach......... 3 3 — — 3 — 3 3 — 5 4 — 13 II Scholten......... 3 3 — — 3 3 4 4 — 5 ’ 5 — Durchschnitt für Oberhessen 3 3 — 2.6 3 3 3 — 4,5 4,4 — Provinz Rheinhessen. 14 Lanbw. Vereinsbezirk Alzey...... 2 — _ _______________________ 1 3 — 4 — 5 — 3 15 „ Bingen..... 4 — — — ' 3,5 — 4 4 — 4,5 5 3,5 16 „ Flonheim .... 3 — , — — 4 — 4,5 4,5 — 5 4 3 17 „ Ingelheim .... 2 — — — 2,5 — 3,5 3,5 — 4 4 1,5 18 „ Mainz..... 4 — — — 2 — 3 3 — 5 5 1,5 19 „ Nieder-Olm-ffi- . . 3,5 — — — 3,5 — 4 4 — 5 5 ; 2 20 „ Oppenheim.... 2 — — — 3 — 3 3 4.5 1,5 21 n „ Osthofen .... 2 — — — 2,5 2,5 — 2,5 3 — 3,5 — 2 22 „ Pfeddersheim. . . 2,5 3 3 — — 2 3 2 4 i 4 2 23 „ Wöllstein .... 2 — —— — 2 — ‘ 2,5 4 2,5 4 3 3 24 „ Wörrstadt .... 3 -— 1 — — 3 — 4 0 - ' 2 25 1» „ Worms..... 3 — 1 3 — 1 3 — 3 3 4 4 3 Durchschnitt für Rheinhessen 2,7 3 3 — 2,9 — 3,3 3,5 — 4,5 4,2 2,3 Durchschnitt für bas Großherzogthum 2,6 2,5 2,5 — 2,8 3,5 3 3,2 — 4,5 4,3 2,3 Waldhcimath. Eine Frühlingsgeschichte von Emil Peschkau. (Nachdruck verboten.) „Am Waldrand steht das Forsthaus. Ein Bau, halb Holz, halb Stein, ergraut von Alter, mit weit vorspringendem Giebel und einem Wetterhahn auf dem Firste. Zur Rechten ein Gärtchen, zur Linken ein Birnbaum mit weitschattenden Aesten, dahinter die schwarzen, im Winde sich leise wiegenden Fichten. Sitzt man aus der Bank neben der Haus- thüre, so gleitet der Blick über ein weites, sonniges Thal. Blaugrüne Haferfelder wechseln ab mit goldigen Streifen Korns, das Bächlein schimmert aus dem Grün der Wiesen hervor und halbverborgen unter schwerbeladenen Obstbäumen gewahrt man die Häuser des Dorfes mit ihren weißen Wänden und rothen Ziegeldächern ... Oft sitz' ich und starr' in die blaue Luft und dann kommt mir das Bild. Und dann seh' ich wohl auch einen Buben mir rothen Wangen und zerzaustem Kopfhaar durch die Felder schlendern oder den Bach durchwaten, ich sehe ihn, wie er die Krebse hinter den Steinen und Baumwurzeln hervorholt, wie er unschlüssig vor dem erdbraunen Wiesel steht, das sich vor ihm in der Radfurche des Weges verborgen hat, oder wie er seine Leim- Ruthen stellt in den Dornhecken der Haide. Und dann seh' ich einen alten Mann unter dem Birnbaum sitzen mit verwitterten Zügen und weißem Haar. Dann ist's mir, als wäre ich der Bube wieder und müßte an sein Herz fliegen — ach es ist ja Alles ein Traum! Vorbei, für immer verloren, und müde zieh' ich weiter mit der Wunde im Herzen, Sie nimmer heilen will. Wer dich wieder hätte, Wald- Seimath! . . " Bis hierher harte der Mann gelesen, dann nahm er die große Hornbrille von der Nase und fuhr sich unmuthig über die Augen. Wann hatte er geweint in seinem Leben? Und nun wird er doch nicht über solches Geflunker . . . „Nichts als Lügen," murmelte er vor sich hin, „nichts als Windbeuteleien. Es soll mir aber auch nichts von dem Kram mehr ins Haus kommen. Geschichten, um das Weibervolk zu rühren, und das — schreibt ein Mann. Ein solches Handwerk treibt ein Mann! .. ." Er klappte das Buch zu, verschloß es in einer Schublade und sprang auf. Ein mächtiger Seufzer drang aus seiner Brust. „Es wird warm," sagte er zu seiner Entschuldigung. Dann trat er vor das Fenster, öffnete die Flügel und holte tief Athem. Da lag das Thal breit und sonnig — die Wiesen grünten, das Bächlein schimmerte und die Häuser hatten noch immer ihre weißen Wände und rothen Ziegeldächer. Die Obstbäume aber waren wie überschneit mit weißen Blüthen und der Morgenwind trug den Duft der Traubenkirsche aus dem Gehölz herüber. Er preßte die Lippen aufeinander und dachte einen Augenblick an den Buben, der an das Herz des Greises flog. Der Mann rührte doch nicht blos der Weiber Herzen! . . . Und jetzt klangen die Glocken vom Dorfe herüber und luden zur Andacht ein. „Waldheimath," sagte er leise . . . „Wer hat ihn denn daraus vertrieben??..." Es waren viele Jahre her, daß er die Heimath, das Vaterhaus verlassen. Er war des Försters einziges Kind, die Freude seines Lebens und — sein Leid. Von der Forstschule zurückgekehrt, erklärte er dem Vater, daß er dem Drange seines Innern folgen, daß er Künstler, Dichter werden müsse. Der alte Förster war einer von den Leuten, die nicht begreifen konnten, daß es ein Verdienst sei „Lügen zu fabri- ziren".^ „Wenn ein armer Teufel am Wirthshaustische Schnurren erzählt, um zu einem Abendbrod zu kommen, ober ein Einarm, der zu keiner anderen Arbeit tauglich, mit seiner Fiedel von Haus zu Haus zieht — meinethalben," pflegte er zu sagen- „aber ehrlicher Leute Kind, das was Rechtes gelernt hat, soll auch was Rechtes werden. Wozu ist denn das Geschreibsel nütze? Nur um Andere verrückt zu machen ober sie von nützlicher Arbeit abzuhalten. Meinetwegen ein Hanbwerker, ber sich im Schweiße seines Angesichts ernährt, aber kein Federfuchser, kein Federfuchser!" . . . Umsonst bat Heinrich, umsonst flehte bie Mutter zu Beiben. Der Alte blieb fest unb Heinrich wäre nicht sein Sohn gewesen, hätte er nicht bie Thüre hinter sich zu'geschlagen unb wäre gegangen für immer. Jahre lang hörte ber Förster nichts mehr von bem Sohne. Dann las er eines Tages den Namen Heinrich Roller in seiner Zeitung. Es war nur Ehrenvolles, was von bem jungen Dichter berichtet würbe, unb bem Vater klapste das Herz rascher vor Freude. Dann aber verfinsterte sich sein Gesicht wieder, er zerknitterte das Blatt mit den Händen und stieß ein mürrisches: „Faselhans!" hervor. Dann vergingen wieder Jahre, ohne daß er ein Wort von Heinrich vernahm. Als aber bie alternbe Frau ihre Nichte zur Stütze ins Haus nahm, ba brachte biese eine Kiste voll Bücher mit unb unter biesen Büchern waren mehrere, bie den Namen Heinrich Roller auf dem Titelblatte trugen. Elise war von der Mutter in das Geheimniß des Hauses eingeweiht worben unb sie verbarg beshalb bie Bücher vor dem Alten. Diesem aber spielte ber Zufall boch eines in, bie Hänbe unb zum ersten Male in seinem Leben beging ber Förster eine unrebliche Hanblung. senzstarke verharrenden Gruppe unter Eugen Richter, Virchow, Träger, Munckel u. s. w. dem kleineren diplomatisirenden Theil unter Dr. Barth und Professor Dr. Haenel den Vorsprung abgewonnen zu haben. Die Kluft zwischen beiden Gruppen dal sich besonders erweitert, seitdem Dr. Barth in seiner Wochenschrift die Erklärung abgegeben hat, daß liberale Parteien in Militärfragen im FractionSiniereffe auch dann nach- geben müßten, wenn sie die Forderungen der Regierung sachlich für ungerechtfertigt hielten, weil die Erfahrung lehre, daß in Militärconflicten die widerstrebenden Parteien leicht eine Einbuße erlitten. Bis jetzt hat die freisinnige Dolks- partei (Eugen Richter) in etwa 70 Wahlkreisen Candidaten mit guten oder mittleren Aussichten aufgestellt, die „freisinnige Vereinigung" (Dr. Barth) etwa 25 Bewerber dieser Art. Von den 67 ReichStagSwahlkreisen, welche im aufgelösten Reichstag von der freisinnigen Partei Dertreten waren, sind bis jetzt 42 von der „freisinnigen Volkspartei", 13 von der liberalen Vereinigung besetzt. Drei Wahlkreise sind zwischen beiden Fractionen streitig, in zweien haben sich die Candidaten vorläufig noch freie Hand gewahrt und in sechs ist eine Entscheidung noch nicht getroffen. In Ungarn hat sich die Unabhängigkeitspartei gespalten. Die kleinere Hälfte unter Eöivös will getreu ihren demokratischen Idealen die freisinnige Politik des Ministeriums Weckerle unterstützen, die größere Gruppe unter Fusth dagegen will ihre Oppositionsstellung auch gegenüber den freisinnigen Kirchengesetzen Weckerles nicht aufgeben. In Italien ist es in Folge der Ablehnung des Justizbudgets zu einer MinistercrisiS gekommen. An Stelle des bisherigen Justizministers Bonacci ist Eula in das Cabinet eingetreten und außerdem das Schatzamt von dem Finanzministerium getrennt und das letztere Gagliardo unterstellt worden. Im Uebrigen ist Alles beim Alten geblieben. Vermischtes. * Ausbruchsichere Zellen. Die Schlauheit und die Gewandtheit, womit sich Sträflinge ihrer Haft zu entziehen versuchen, machen die Herstellung vollkommen ausbruchsicherer Zellen immer schwieriger. Einem findigen Amerikaner, Mr. Claske, ist es jedoch gelungen, eine Zellenconstruction zu ersinnen, die den Freiheitsgelüsten des geriebensten Ausbrechers ein unüberwindliches Hinderns entgegenstellen dürfte. Die Zelle selbst ist in gewöhnlicher Weise möglichst ausbruchssicher hergestellt- in ihr befindet sich aber ein aus Röhren gebildeter Käfig, der dem Verbrecher zum Aufenthalte dient. Diese Röhren sind mit unter Druck stehendem Wasser gefüllt und so miteinander verbunden, daß sie ein die Seiteuwände die Decke und den Boden des Käfigs darstellendes, fortlaufendes Röhrennetz bilden, das von der Hauptleitung beständig mit Wasser gefüllt erhalten wird. In der Hauptleitung ist ein Ventil eingeschaltet, das so lange geschlossen bleibt, als das Rohrnetz unverletzt ist, Wasser also nicht ausfließen kann. Sobald aber der Verbrecher eines der Rohre durchbricht, fließt naturgemäß das Wasser aus, das Ventil öffnet sich und setzt hierbei ein Alarmsignal in Thätigkeit. Der Wächter wird hierdurch aufmerksam gemacht, daß der Verbrecher feinen Käfig durchbricht und kann die Flucht verhindern, selbst trenn der Käfig bereits durchbrochen ist, da der Verbrecher nicht mehr die genügende Zeit hat, auch die den Käfig umgebende Zelle zu öffnen. Der Verschluß der THUre des Käfigs besteht aus einem hohlen Riegel, der durch den Wasserdruck in seine Verschlußstellung gebracht wird. Zerschneidet der Verbrecher den Riegel, so fließt Wasser aus und das Alarm- signal ertönt, schiebt er aber den Riegel zurück, so muß er hierbei den Druck des Wassers überwinden, diesen also verstärken. Die Verstärkung des Wafferdrucks öffnet nun wiederum ein Ventil, wodurch das Alarmsignal berhätigt wird und ruft den Wärter. * Eia drolliges Völkchen sind die Bewohner deS kirchlosen Dörfchens Uebelroda bei Immelborn a. Derra: DaS Licht der Welt erblicken sie in Uebelroda, getauft werden sie in Salzungen, zur Schule gehen sie nach Immelborn, zum Confirmandenunterricht nach Barchfeld, zum Abendmahl nach Wildprechtroda, ihre Weiber holen sie sich aus Kaltenborn und begraben laffen sie sich in St. Wendel bei Salzungen. * Kindlich. Mutter: „Hier hall Du Dein unzerreißbares Bilderbuch, Hans, und dann spielst Du etwas mit dem kleinen Brüderchen!" Hanß: „Ist Fritzchen auch unzerreißbar, Mama?" Univerptäts - Nachrichten. Darmstadt. Herr Ernst Reichel, technischer Dtrector der Maschinenfabrik von Nagel & Rämpi in Hamburg Uhlenhorst wurde alS Nachfolger von Herrn Pros. Strtbeck für das Fach der Maschinenkunde an unserer technischen Hochschule berufen. (Herr Prof. Strtbeck hat einen Ruf an die rechn. Hochschule zu Dresden angenommen.) Marburg. Herr William Tilley aus Sidney, der vor zwei Jahren an der Universität Gießen immatricultrt war, wurde zum Lector der englischen Sprache ernannt. — Kaiserliche Dörpt'sch!e Universität in Jurjer (Dorpat). — Als ein Curiosum, einzig in seiner Art, dürfte da» russische Universilätsstatut für Dorpal, das mit dem nächsten Jahre xur Einführung kommt, gelten. Bevor die almu mater einen von Der Liebe zur Wissenschaft beseelten Jüngling an ihren neuen Busen drückt und ihm den Wethckuß eitheilt, muß das — Photogramm des zu Jmmatriculirenden in drei Exemplaren, mit eigenhändiger Unterschrift versehen, eingereicht werden. — In anderen Vorschriften wird es für nölb'g erachtet, von den Studirendcn die Beobachtung von Anstand und Höflichkeit zu fordern. Dec Ausdruck des Beifalls ober der Mißbilligung den Docenten gegenüber tn den Auditorien ist tn keinem Falle und in keiner Form erlaubt. Zur bestimmt festgesetzten Zeit muß Jeder sich auf seinem Platze befinden! Der Besuch der Vorlesungen ist zur Pfl cht gemacht! Tabakrauchen auf den Treppen zum Eingänge in die Universität verboten! Innerhalb der Universität wird keine Handlung zugelaffen, bie einen corporativen Character trägt, überhaupt sind alle Hanblungen verboten, die einen öffentlichen Character tragen ober bet AuSbruck von Vereinigungen sind, wie z. B. Deputationen, Anschlägen von Bekanntmachungen seitens der otublrenben, Theilnahme an Versammlungen, die von der Obrigkeit verboten find zc. — O alte Burschenherrlichkeit, wohin bist du verschwunden/ ... 0 jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum — (Vielleicht kommt noch die japanesische Bestimmung hinzu, daß die Stubirenden In ihren Zimmern nicht rauchen unbntdjt Alkoholika trinken dürfen; Abends müffen sie von 8 Uhr an zu Hause bleiben.) — Die ordentlichen Doctorpr omotionen in der juristischen Facultät werden im deutschen Reiche verhältnißmäßig selten erworben. So fanden z. Z. tn Gießen im Jahre 1887/88 zwei, in den zwei darauffolgenden Jahren 1888/89 und 1889/90 keine, in den Jahren 1890/91 und 1891/92 je eine Promotion statt. Das gleiche minimale Verhältntß waltet bei den übrigen deutschen Universitäten mit Ausnahme von Göttingen, Heidelberg, Jena, Leipzig. Bei diesen lautet das Zahlenverhältniß während der oben angegebenen Jahre wesentlich anders. Für Göttingen: 41, 31, 21, 31, 45. Für Heidelberg: 89. 85, 102, 73, 79. Für Jena: 81, 61, 66, 62, 62. Für Leipzig: 59, 70, 75, 100, 105. Der Gründ dürfte darin zu suchen fein, daß bet 17 Facultäien eine drucksähige wissenschaftliche Arbeit gefordert wird, bet den 3 übrigen aber nicht. Das Dorkommen von Viehseuchen in Hessen während des Monats April 1893. Milzbrand wurde festgestellt in Semd, Kreis Dieburg, am 25., in Rothenberg, Kreis Erbach, am 24., in Hattenrod, Kreis Gießen, am 6., in Steinfurth, Kreis Friedberg, am 2. und 12., und in Wohnbach, Kreis Friedberg, am 25. April, jedesmals bet einem creptrten Rindotehstücke. Rotz. In Herrnsheim, Kreis WormS, stehen zwei Pferde wegen Verdachts der Ansteckung unter polizeilicher Beobachtung. Er steckte das Buch zu sich, mit der Absicht, es der Eigenthümerin nicht wieder zurückzugeben. Draußen im Walde, unter den hohen, verschwiegenen Bäumen, öffnete er eS und blätterte neugierig in dem Bändchen. „Will doch einmal sehen", murmelte er spöttisch, „was so ein Faselhans zusammenspintisirt". Er las und las weiter, biß er zu Ende war mit dem Buch; erst widerwillig und dann mit immer steigendem Jntereffe. Dann las er diese und jene Stelle wieder und es geschah ihm dabei, daß er sich bewegt und gerührt fühlte, daß sich ihm etwaö vom Herzen löste und er danach offener, herzlicher, freudiger wurde. Langsam dämmerte ihm eine Ahnung heran, daß dieses scheinbar zwecklose Geschreibe nicht ganz ohne Nutzen sei, und je mehr er daß Buch des Sohnes auf sich wirken ließ, desto mehr kam cS ihm zum Bewußtsein, daß ein solches Dichtwerk sogar einen hohen, erhabenen Zweck habe: daß es unsere Seelen läutert, sie daS Gute lieben und das Böse hassen lehrt, daß cS uns befreit von dem trüben Dunst, mit dem das Leben unsere Häupter umhüllt, und uns wieder neue Hoffnung verleiht, neuen Muth zum Kämpfen giebt. Er dachte daran, wie er als Knabe einen solchen Tröster in der Religion gesunden und wie er ihn von dem Augenblicke an entbehren . mußte, da er -ben Glauben verlor. Sind die Dichter nicht die Priester, die Denen zur Seite stehen, die der Kirche entfremdet sind? . . . Aber baß Buch gewann immer mehr Herr über ihn und heute am FrÜhlingßsonntag, hatte er seine Morgenandacht daraus geschöpft — um eß dann wieder unwillig, in seine alten Zweifel verfallend, wegzulegen. Jetzt nahm er die Flinte von der Wand, hing sie über die Schulter und trat inß Freie. Da hörte er Waldmann, den braunen Hühnerhund, ein heftiges Freudengeheul auSstoßen und sofort accompagnirten die übrigen Bewohner deS Hundestalleß. Er pfiff, aber Waldmann, der als alter HauSgenoffe daß Vorrecht genoß, frei umherspazieren zu dürfen, kam nicht wie sonst herbeigesprungen. Er heulte nur stärker und daß feine Ohr beß Försterß merkte eß bem Gebell wohl an, baß baß Thier babei heftige Sprünge machte. Tin seltsames Zittern befiel seine ©lieber unb fein Herz begann stärker zu schlagen. Sein Weib unb Elise waren noch in ber Kirche — ihnen konnten bie Freubenbezeugungen nicht gelten. Der GeHilfe hatte einen Auftrag erhalten — eß mußte also ein Fremder sein, ber baß Sträßchen entlang schritt, baß an ber Rückseite beß Försterhauses entlang führte. Ein Frember ... Er zitterte stärker unb zog sich nach ber Haußthüre zurück, währenb baß Gebell beß Hunbes näher kam unb nun auch beutlich die Schritte eineß ManneS vernehmbar wurden. Unb ba kam er nun, von bem Hunbe umsprungen, selber um bie Ecke unb streckte bem Alten bie Hanb entgegen. Der aber blieb stehen, starr wie eine Bilbsäule. Die nüber« sprcchenbsten Gefühle zermarterten sein Herz, aber als ber Frembe nun raschen Schrittes herankam, ba siegte bie Freude, er faßte, eine Thräne im Auge, die dargebotene Hand unb zog sich nicht zurück, als ber Ankömmling nun ben Arm um ihn schlang und ihn an seine Brust zog. Also fein Lügner! Das war eß, was immer unb immer fort in ber Brust beß Alten klang, währenb bie Beiben unter bem Birnbaum saßen unb Heinrich von feinem Weltleben erzählte. Er hatte Alleß gefunben; Gelb, Ehre Ruhm — nur ben Frieben nicht. Tausende von Menschen hatte er kennen gelernt, hunderte davon in seinen Büchern geschildert. Aber sie alle waren seinem Herzen fremd geblieben — sie alle durchschaute er, kaum daß er ihnen nahe getreten war. Nur bie Schlechten, die Egoisten unb Heuchler, bie Jntri- guanten unb Gauner, bie Mobepuppen unb Dirnen, bie er in seinen Büchern bezeichnet, hatten ihre Mobelle im Leben; bie herzerquickend Gestalten — sie entstammten alle seiner Phantasie. „Nur zwei," sagte er, in tiefeß Sinnen verloren, „zwei, bie ich immer unb immer roicber fdjilberte, hab ich gekannt, geliebt — Vater unb Mutter — Du kannst mir eß glauben!" — „Ich weiß eß," fiel ihm ber Alte inß Wort, „ich hab' eß erst heute Früh gelefeit." — „Du hast — ?" „Ja, Elise hat Deine Bücher inß Hauß gebracht unb eineß bavon hab' ich gestohlen unb studirt." „Elise?" „Ach so — Du weißt nicht. Der Onkel Wolfgang starb — wir haben sein einzig Kinb zu unß genommen." „Daß kleine Ließchen?" „Klein ist sie just nimmermehr. Auch viel zu gebilbet Die Maul- unb Klauenseuche ist erloschen in Erzhausen, Kreiß Darmstadt, Groß-Bieberau und Zeilhard, Kreis Dieburg, in Neustadt. Mühlhausen und RaUbad), KrerS Erbach, in Astdeim unb Enelden, Kreis Groß-Gerau, in Heppenheim unb Hirschhorn. Kreis >?epvmheim. in Klein-Linden, und Heuchelheim. .'kreiS Gießen, tn Angenrod, KreiS Alsfeld, in Marienborn, Hrtnchen und Bleechendach, Kreis.Büdingen, tn Über-Roßbach und Osten heim. Kreis Friedberg, in Nieber-Olm, Krets Main», in Albig, Kettenheim, Lchafbausen, Onenheim und Framersheim, Kreis Alzey, tn Schorn«heim Gabsheim und Wolfsheim, Kreis Oiwenheim. und tn Monsheim und Hamm, Kreis Worms. • Die Seuche herrscht fort in GinSheim unb Mörfelden. Kreis Groß-Gerau, in Hattenrod, Kreis Gießen, in Echzell, Kr Büdingen, in Ruppertsburg. K>eis Scholten, tn Stadecken, Kreis Main», in Gensingen. Kreis Bingen, unb in EnShetm, Wörrstadt, Bechtolsheim und Ilnbenbetm, Krets Oppenheim. Die Seuche wurde im Monat April sestgestellt unb war am Schluffe desselben wieder erloschen in Darmstadt, in Michelstadt und Stockheim, KreiS Erbach, in Gießen. Ettingshausen unb Cbn» Bessingen, KreiS Gießen, in Nieder-Mockstadt, Kreis Büdingen, In Rodhetm unb Nieder-Weisel, KreiS Friedberg, tn Tautenheim unb Köngernheim, KreiS Alzen, in Dietersheim, KreiS Btnaen. in Wmters- heim, Krets Oppenheim, und in Neuhausen unb Mölsheim, Kreis WormS. Die Seuche wurde im Monat Aptil festgeftellt unb herrschte am Schlüsse beffelben noch fort tn Eppertshausen unb Semd, Kreis Dieburg, tu Erbach, Würzberg und Beerfelden, KreiS Erbach, in Mönchhof, KreiS Groß-Gerau, in Wimpfen. KreiS Heppenheim, in tannen, KreiS Offenbach, in Garbenurch, Aldach unb ang-Göns, KreiS Güßen, in Homberg a. b. O., Erbenhausen. Ober-Gleen und Heimertshausen, KreiS AlSfeld. tn Engelthal und Allenrod, Kreis Büdingen, inHaarbeim. Ober Eschbach, Lteinfuith und Etammheim, KreiS Friedberg, in Gonterskirchen, Kreis Schotten, in EderSheim, Kreis Main», in Planig. Heimersheim, Obernheim. Zohenheim unb Nieder-Wiesen, KreiS Alzey, in Gau-AlgcSheim unb Nieder Ingelheim, KreiS Bingen, in Gau Bickelheim, Biebelnheim, Nierstein unb Friesenheim, KteiS Oppenheim, unb in Offstein, Monzernheim, Ober FlörSheim und Heßloch, Kreis Worms. Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Alten-Buseck, Stangenrod unb Saasen, KreiS Gießen, in Bernofelb, Krets AlSfeld, tn Lißberg, Bingenheim und Tubmrob, Kr. Büdingen, und in Bad-Nauheim, Kreis Friedberg. ^erfebr, £anO* in- Volf»wirtschaft, - Lebensverficherungs und Ersparniß - Bank in Stuttgart. Der Rechenschaftsbericht für ba* adgctaufenr 38. Se. schäfisjahr ist dieser Tage erschienen. Er weist auf, daß diese Gesellschaft, eine der größten deutschen LebenSoerstcherungsgesellschasten, auch im Jahre 1892 ein sehr günstiges Srgebniß erzielt hat. sowohl htnstchtlrch des Btutiozugangs von neuen Versicherung^ Anträgen unb Aufnahmen alS auch deS ReinzuwachfeS an Versicherungen hat dieses Jahr alle vorhergehenden weit übertroffen. Es würben 6162 Versicherungsanträge übtr 40303900 Capital beantragt (tunb 5Vt Millionen mehr als 1891) unb davon angenommen 5226 über 32 873 100 Jt Der Reinzuwachs betrug 3064 Policen, 2665 Personen unb 22 588 009 Versicherungssumme. Der Gesammtversicherun^.'stand ist baburch auf 59 849 Personen gestiegen, bie mit 68 008 Policen über 366 261 639 JL Capital versichert sind. Der Sterblichkeit , verlauf war ein sehr günstiger, eS wurde ein Gewinn durch Mtndri sterbltchkeit von 1 128 778 erzielt. Der Bankfonds ist ;u -l'. in J?9pot^0 Hörgernp?r Meter und per Gentner. (Sie rot 5 §tr. franco ans Haus. Schafböcke o Andr. Euler, bleiben und Louis Lony, Bahnhosstr 27. 4812] Ein gut erhaltenes eisernes Spalier nebst Steine« zu verkaufen. __________________Dammstraße 39 48cn] Gut erhaltener Kinderwagen zu verkaufen. Wolkengasse 13. Dermictßungen. 4810] LogiS, 6 ger. Zimmer mit Zubehör zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d Bl.________ 4133] Logis, kl. u. größ, neu berger., gl. beziehb, zu verm tn Neuen Bäue 20. 4809] Kleines Fawilienlogis zu ver- miethen.______________Wolkengasse 13. 4813] Dammstraße 39 ist der mittlere Stock per 1. Juli 1893 zu vermiethen. 4822] Mansardenwohnung, 4 Zimmer nebst Zubehör, iu vermiethen- __Trapp, Steinfkraße 39. 1683] Zweiter Stock zu vermiethen. Heinrich Stühler, Wolfstraße 16. 4290] Eine Wohnung, 4 Zimmer mit allem Zubehör, sofort zu vermiethen H Ruckstuhl UL, Asterweg 50. 4291j Im Hause Marktplatz^: Wohnung im 2. Stock sür M. 800, sowie ein möbl. Zimmer zu verm. 21. 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Hunge Mitttuoc Elseck, S Tvnners Mamzlo Tamsta Allmbo TienSta LellerSl Jnheide^ Tonnen Robhm 2« 5*11’ «U -u-nad' pontag QflJöhclftoffc und Portieren w WB sind in neuer großer Auswahl eingetroffen. 2914 Ernst Bloedner, Seltersweg. Die Maul- und Klauenseuche tfi erloschen in Erzhausen, KrciS Darmstadt, Groß-Biebrrau und Zeilhard, Kreis Dieburg, in Sieustadt, Mühlhausen unb Kailbach, Rrn« Erbach, in Ast heim und Erfelden, KreiS Groß-Gerau, in Heppenheim unb Hirschhorn. KreiS >? epp m heim, in Klein-Linden. und Heuchelheim, KreiS Gießen, in Angenrod, KreiS Alsfeld, in'lUarienborn, Hatnchcn und Bleichendach, KreiS.Büdinaeo, In ber-Roßbach und C tim beim, Kreis Friedberg, in Aieder-Llm, Kreis Mainz, in Slbig, Kettenheim, Lchafdausen, Essenheim unb Framersheim, Kreis Alzey, in Schornsheim i^abi- bdm unb WolsShestn, KreiS Oppenheim, unb in MonSdeim unb Hamm. Kreis Worms. • Die Seuche herrscht fort in GinSheim und Mörfelden, Krei» Groß-Gerau, in Hattenrod, KreiS Gießen, in Echzell, Kr. Büdwgen, in Ruppertsburg, AieiS Schotten, in Stadecken, Kreis Mainz, in Gensingen. Kreis Bingen, und in EnSheim, Wörrstadt, Bechtolsheim und llnbenbetm, KreiS Cppenbeim. Die Seuche wurde im Monat April festgestellt unb war enx Schluffe deffelben wieber erloschen in Darmstadt, in Mchelsiadt unb Stockheim. KreiS Erbach, in Gießen, Ettingshausen unb Cbcr= Bessingen, Kreis Gießen, in Rieder-Mockstadt, KretS Büdingen, in Rodhetm und -'lieber Weisel, KreiS Friedberg, in Dauienbeim unb Köngernheim, KreiS Alzen, inDietersheim, KreiS Binaen. in WmterS- beim, KreiS Oppenheim, und in Reuhausen unb Mölsheim, KreiS WormS. Die Seuche würbe im Monat April feftgeftelll unb herrschte am Schlüsse beffelbcn noch fort in Eppertahousm und Semd, Kreis Dieburg, tu Erbach, Würzberg unb Beerfelden, Krei» Erbach, in Mönchhof, KreiS Groß-Gerau, in Wimpfen, Kreis Heppenheim, in langen, Kreis Offenbach, in Gardentiich, Aldach und L ong-GinS, KreiS Gleßm, in Homberg a. d. C., Erbenhausen, Cber^een unb Heimertshausen, KreiS AlSfeld, in Engelthal unb Allenrod, KreiS Büdingen, in Haarheim, Ober Eschbach, Steinfuith und Stammdeim, KreiS «rriedderg, in Gonterskirchen, Kreis Schölten, in vcxitbcioi, KreiS Mainz, in Planig, Heimersheim, Cbetnbeim, Zotzmheim unb Rieder-Wiesen, Kreis Alzey, in Gau-Alge-Heim und Rieder Ingelheim, KreiS Bingen, in Gau-Bickelheim, Biebelnheim, Rierstem unb Friesenheim, Kreis Oppenheim, und in Offstein, Monzernheim, Ober FlörSheim unb Hetzloch, Kreis WormS. Die Räude gilt als vorhanden unter den Scharen in Alten-Buseck, Stangenrod und Saaten, Kreis Gießen, in Bcrn-sreld, Kreis AlSfeld, in Litzderg, Bingenheim und Dudenrod, Kr. Büdingen, unb in Bad-Nauheim, Kreis Friedberg. Abendmahl Vllpau5 Kalten« Wendel bei Unser Caudidat, Herr Meinert aus Konradsdors?DW wird sich in folgenden Versammlungen seinen Wählernk^eS Beifalls |ur bestimmt finben! Der »krauchen auf ! Innerhalb dre einen ' Handlungen der AuS^uz.1 Tit werten V* k*i<| BörfeVVoehe»deriedt von E. W»sserwehleben, Kandgeschäfl. Die Unterbrechung, welche der Börsenverkehr durch daS Pfingstfest erfuhr, hat auf die Geschäftslust begreiflicher Weise lähmenden Einfluß ausgeübt. Die Speculation sowohl als das Publikum verharrten während der ganzen Woche in der reservirten Haltung, welche sie schon vor den Feiertagen eingenommen hatten. Einerseits ist diese Theilnahmlosigkeit auf den Mangel von äußerer Anregung zurück- ruführen, andererseits mag dabei die Nähe des Ultimos mitbestimmend gewesen sein, da bei dem jetzigen den Vormonaten gegenüber theuren Geldstand die Prolongation der laufenden Engagements voraussichtlich größere Opfer auferlegen wird. Von den auswärtigen Plätzen wurden am Dienstag durchweg mattere Notirungen bc- peschirt und dementsprechend setzten auch an der Frankfurter Börse die Course auf ermäßigtem Niveau ein, auf welchem späterhin die Schwankungen bei den meisten SpeculationSpapieren sich auf Bruchtheile beschränkten. Selbst die Nachricht, daß der Lieferungsvertrag das Kohlenfimdikats endgültig fürp893/94 mit der preußischen Staatsverwaltung zu Stande gekommen sei, erzeugte nur vorübergehende Anregung und steigende Notirungen auf dem Bergwerksmarkte. Denn dieser erste Abschluß deS Kohlen-VerkaufsoerUnS entspricht durchaus nicht den überschwenglichen Erwartungen, die an dessen Wirksamkeit geknüpft worden waren. Der bewilligte Preis ist niedriger als in den Vorjahren und bei vielen Zechen zweiten Ranges dürfte er gerade nur zur Deckung der Selbstkosten ausreichen. Zudem kam die Meldung, daß eine Einschränkung von 20 Procent der Förderung in Aussicht genommen sei, und da auch die Angelegenheit Ler Zeche Königin Elisabeth noch immer nicht geklart ist, so gingen die ohnehin sehr mäßigen Avancen rafch wieder verloren. Einen wetteren Grund zur Verstimmung bildeten auf dem Fondsmarkte die stark fallenden Course der griechischen Anleihen. Trotz der Versicherungen aus Athen, daß der Betrag für den Juli-Coupon schon bereitgestellt sei, tauchen täglich Gerüchte auf, nach welchen Griechenland seinen Verpflichtungen nicht mehr Nachkommen ober diese nur zum Thetle erfüllen könne, dergestalt, daß es den Coupon statt in Gold, nur in Papier-Drachmen einlösen werde. Die ZinSverkürzung wäre auch in letzterem Falle eine recht erhebliche, ba daS Golbagio gegenwärtig 70 Procent beträgt. Daß ber griechische Staat bei der Lage feiner Finanzen und dem hohen Goldcours den Dienst feiner Anleihen unmöglich auf die Dauer leisten kann, haben wir an dieser Stelle schon wiederholt betont unb die jüngsten vergeblichen Bemühungen, eine neue Anleihe unterzubringen, sind noch in Jedermanns Gedachiniß. Ob es trotz alledem dem neuen Ministerium gelingen wird, sich ein ausreichendes Goidguthaben im Auslände zu beschaffen, muß daher abgewartet werden. Außer diesen Befürchtungen trug daS Mißtrauen, das man dem Londoner Markte entgegenbringt, noch dazu btt, die Geschäflsunlust zu erhöben; man glaubt, daß die nächste Liquidation dort abermals Geldoertheuerung und neue Fallimente Hervorrufen werde. Angesichts dieser trüben Aussichten vermochten die zum so und sooielten Male austauchenden Meldungen über ein angeblich rascheres Voranschreiten ber deutsch-russischen Handels- Vertrags-Verhandlungen und über eine Zusammenkunft deS deutschen Kaisers mit dem Czaren nur wenig Einfluß auf die Gesammt-Tendenz auSzuüben. Immerhin bewirkten sie aber sowohl eine mäßige Courserböhung der russischen Noten als auch eine Steigerung der Orientanleihen um ein Procent, wobei allerdings noch mitspricht, daß die SaatenstandSnachrichten aus Südrußlanb eine freundlichere Phu- siognomie zur Schau tragen. Aus gleicher Ursache lagen auch Rumänier recht fest. Italiener haben von der Losung der MinisterkrisiS nur wenig profitirt. Oesterreichiscbc unb ungarische Renten waren behauptet, ebenso die dreiprocentigen deutschen, während die breieinbalbprocentigen eine Kleinigkeit nachgegeben Haden. Der Bankenmarkt weist nur wenig Veränderung auf, da sich der Verkehr in sehr bescheidenen Bahnen hielt. Tie leitenden deutschen Werthe schließen annähernd auf dem Stand der Vorwoche- von den österreichischen verzeichnen nur Creditactien einen Verlust von einem Gulden, was sich durch den Stücküberstuß erklärt, der sich, obgleich die osficielle Ultimo Requttrung erst Anfang nächster Woche beginnen wird, doch beute schon h rau-gestellt hat. Dn eint txottttoxtn, siine Goütgtt »che den? Pserde.Äiissu toie f« sagten traten angebl echelt -erH Eoffage, . bullen liefern ^bierr nach H vnanl 8‘öubti der $ braucht ti ^utLbefitzer" Lausten b( sieben nach Jnjvisch dir beider .”ar dem Zch “ .Unerri e«v $d)ul( =“'■ 31« bi jum t TW Mübki p^g * ber aU SÄ' M e Hc "verpool auf Konradsdorf bei Selters (Kreis Büdingen) als i^reirr.,» . _ a. Werra: -es tauft werden Immelborn, Bringe hiermit mein neu ausgestelltes Billard von Jürstenweger Sohn, Mainz, in empfehlende Erinnerung. 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