1893 Freitag den 27, October Erstes Blatt «Ar. 253 Gratisbeilage: Gießener Kamilienblätter. rv>iw v. Gagern. Iniahme von Lnzrigen zu bcr Nachmittag» für bcn Micnbcn Lag erschrinenbrn Nummer bi» vorm. 10 Uhr. 8] Eine Wohnung Neueste Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin. 25. October. Der Bundesrath beschloß, die in der Session des Reichstages 1892/93 unerledigt gebliebene Vorlage, betreffend die Abänderung des Gesetzes über Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen, unverändert wieder vorzulegen. Iie\l t\0SEN& von :t Liittid in •berursel am TaoiiiM iehlt in grer Amhl ige, gut bewundte W stäfflee, Zwrjobitbuit oobstitriBcbirek. in•• Formen, sowie Rosen- imme und RosenbOsche, en beschickten AuesteW- (JbttWn, V tuxMmx &. 'M. Erete Preise. Itinp Ausland. __ Seit Montag ist im österreichischen Abgeordnetenhause die große Redeschlacht um die Wahlreform im Gange. Sie wurde durch die bündige Erklärung des Grasen Taaffe, die Regierung gedenke unter allen Umständen an den Grundzügen ihrer Wahlreform - Vorlage festzuhalten, eingeleitet- dann begannen die einzelnen Redner aus dem Hause, die Stellung ihrer Partei zur Wahlresorm darzulegen. Hierbei erklärten sich die Generalsprecher der Conservativen, der Polen und der Deutschliberalen, entsprechend den Beschlüssen der drei großen Clubs in der Wahlreformfrage gegen die Regierungsvorlage, womit man deren Schicksal als besiegelt betrachten kann. Indessen kommt es bei der augenblicklichen parlamentarischen Lage zunächst nicht auf diese vorauszusehende Niederlage der Regierung an, den kritischen Punkt bilden vielmehr die Prager Ausnahmeverordnungen- doch wird die entscheidende Abstimmung über dieselben wohl erst in nächster Woche stattfinden. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 25. October. Gutem Vernehmen nach hat sich der Finanzminister Miquel in einem Privatgespräch dahin geäußert, die Regierung könne auf die Liebesgabe an die Branntweinbrenner nicht verzichten. Der Reichsschatzsecretär müsse mit neuen directen Einnahmequellen füv» das Reich rechnen, nachdem ihm die Gelegenheit, den Reichssäckel mir Matricularbeiträgen zu füllen, nicht mehr gegeben sei. Berlin, 25. October. Der „Reichsanzeiger" meldet: Nach einer vom Reichseisenbahnamt ausgestellten Ueber- sicht betrugen die September-Einnahmen aus dem Personenverkehr 32 516 893 Mark oder 5 618 666 Mark mehr als in dem gleichen Monat des Vorjahres. Aus dem Güterverkehr resultirten 75455371 Mark oder 5206382 Mark mehr als im Vorjahre. Berlin, 25. October. Die hier anwesenden Finanz- minister setzten heute die Beratungen fort und es wird angenommen, daß die Conferenz heute beendet ist. Berlin, 25. October. Der „Reichsanzeiger" meldet aus Tilsit zwei Neuerkrankungen an Cholera, aus Stettin eine Erkrankung und zwei Todesfälle früher Erkrankter. Berlin. 25. October. Infolge der bekannten Verhaftungen von Fahrbeamten der Stettiner Bahn ist auf letzterer ein empfindlicher Mangel an Fahrpersonal eingetreten. Sämmtliche Hilfsbeamte und Hilfsbremser sind zur Führung der Züge herangezogen. Berlin. 25. Ocrober. Der gestern als choleraverdachttg eingelieferte Schiffer ist an der asiatischen Cholera gestorben. Köln. 25. October. Socialdemokratischer Parteitag. In der Nachmittagssitzung wurde die Anwesenheit von sechs Solinger Genossen beanstandet, weil nur drei von den übrigen Kreisen zugelassen worden waren. Aus der hierauf folgenden Discussion ergab sich, daß die alten Streitigkeiten in Solingen fortdauern, weshalb auch die Entsendung von je drei der sich befehdenden Parteien erfolgte. Eine siebengliedrige Commission soll entschließen, welche drei von den sechs Genoffen ausgeschieden werden sollen. Abgeordneter Auer sagt in einem Resums über die gestern und heute fit1 Alle Lnnoncrn.vurraux be» In- und AuSlanbe» nehm« Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger" entgegen. Berlin, 25. October. Nach einem bei dem Antisklaverei- Comitö eingelaufenen Bericht bestand der Dampfer „Hermann v o n W i ß m a n n" am 12. August auf dem N y a s s a - See mit gutem Erfolge seine Probefahrt. Trotz der Ungeübtheit des Personals machte der Dampfer bereits acht Seemeilen in der Stunde. Berlin. 25. October. Das kaiserliche Gesundheitsamt macht folgende Cholerafälle bekannt: In Ragnit (Ostpreußen) starb ein Arbeiter an Cholera- in Tilsit kamen zwei Neuerkrankungen vor. In Stettin wurde bei einer am 18. d. M. erkrankten Person Cholera festgestellt- von den früher Erkrankten starben zwei. In Stepenitz (Kreis Kammrn) kam eine Neuerkrankung vor. Bei einem Schiffer, der auf einem die Havel abwärts kommenden Flußfahrzeug bei Plötzensee im Schleusenwege des Berlin-Spandauer Schifffahrts-Canals erkrankte, wurde im Krankenhause Moabit Cholera nach- gewiesen. . Berlin, 25. October Die heutige Sitzung der medi- cinischen Gesellschaft gestaltete sich zu einer nachträglichen glänzenden Huldigung für den Ehrenpräsidenten Virchow anläßlich seines jüngst gefeierten 50jährigen Doctor-Jubiläums. Virchow wurde, als er auf den bekränzten Präsidentensitz zuschritt, von der Versammlung, die fast alle Aerzte Berlins und sämmtliche Professoren und Do- centen umfaßte, stürmisch begrüßt. Professor Bergmann überreichte ihm mit einer huldigenden Ansprache eine Adresse der medicinischen Gesellschaft - Professor Rindfleisch-Würzburg überreichte eine Adresse der Würzburger Facultär und Professor Ponfik- Breslau überbrachte die Glückwünsche der dortigen Facultät. Diese beiden Schüler Virchows hielten dem Meister zu Euren SSotu’dge über Wissenschaft-^ Themata, die aus die grundlegenoen Entdeckungen Virchows zurückgreisen. Virchow antwortete auf sämmrliche Ansprachen persönlicher und wissen- schaftlicher Natur. Gegen 9 Uhr aber verabschiedete er sich, denn der Gelehrte verwandelte sich in den Volksmann, den eine Wähleroersammlung rief. Berlin. 25. October. Die „National-Zeitung" bezeichnet auf Grund sicherer Erkundigungen die Blättermeldungen über die Stempelsteuer-Vorlage als bloße Combinationen. Unzweifelhaft werde eine Erhöhung der Börsensteuer in erster Reihe beschlossen werden, eine Vorlage, betreffend die Abänderung der Besteuerung der Börsengeschäfte, sei aber bisher wederbeschlossen, noch ausgearbeitet. Für die Emissionssteuer bestehe keine Neigung. Eine allgemeine Reichsquittungssteuer werde erwogen. i s Mmr mit oto j -rt anderweit zu veE ■e Wkmist im __l Ludwi-sM 6* t Vorderhaus an tu& P Deutsches Reich. Darmstadt, 25. October. Seine Königliche Hoheit der SroßHerzog empfingen heute den Generallieutenant z. D. ».Lhappuis, den Major Cramolini, Bataillons-Com- Mdeur im Infanterieregiment Graf Werder (4. Rheinisches) 30, den Premierlieutenant v. Stülpnagel vom : 3. Großh. Infanterieregiment (Leibregimenr) Nr. 117, com- ganbirt als Adjutant zum Bezirkscommando II Darmstadt, W Premierlieutenant Frhrn. v. Ricou vom Naffauischen U>arüllerie-Regiment Nr. 27, den Pfarrer Drescher aus -Lc-ipertheim, den Fabrikanten Wecker aus Offenbach, den viioersitätsdiener i. P. Hofmann aus Gießen. Berlin. 25. October. Ein hoher fürstlicher Gast weilte Mr Tage am deutschen Kaiserhofe, Erzherzog Albrecht h.,ii Oesterreich. Der erlauchte Herr hatte sich von Lnsden aus, wo er als Vertreter des Kaisers Franz Josef dn Militär-Jubelfeier des Königs Albert beiwohnte, direct „ncdi Berlin, resp. Potsdam begeben- die dem berühmten Feldherrn am kaiserlichen Hofe bereitere Aufnahme war von 'drimders auszeichnender und glänzender Art. Wie erinner- Ity ist Erzherzog Albrecht vom Kaiser Wilhelm kürzlich zum preußischen Generalfeldmarschall ernannt worden und aus Wtnt äußerlichen Anlaß dürfte wohl der jüngste Besuch des sicgers von Custozza in Berlin erfolgt sein. Jedenfalls Wiiribet aber der Vorgang erneut die Intimität der Bedungen zwischen den Höfen von Berlin und Wien und Äs $,r»«”w= 8u -MLl. M J’WlllI 3* äD. Tanz-Utieli^*- sportkoaten). h*“ bester An^ Giessen, NeN* Amtliche* Theil. Sieben, 23. Dctober 1893. ;3ttr.. Die Anlegung von Kirchen-, PsarrbefoldungS- und Stifiungs-Capitalien. Das Grvtzherzogliche Kreisamt Gietzeu au die evang. Kirchenvorstände des Kreises. Indem wir Sie auf das nachstehende Ausschreiben Oder-Consistoriums Nr. 13 (Verordnungsblatt Nr. 11) .-juimerfmm machen, empfehlen wir Ihnen dessen genaue Be- »J iE-^^ beleuchtet hiermit zugleich aufs Neue das innige Freundschasts- verhältniß zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn in erfreulicher Weise. — Die Berliner Conferenz der deutschen Finanzminister scheint bestimmt zu sein, die letzte Feile an die neuen Steuerreform-Vorlagen zu legen, bevor dieselben ihren parlamentarischen Jnstanzengang beginnen. Wenigstens verlautet, nicht nur der Weinsteuer-Entwurf werde von den Herren berathen, sondern es sei ihnen überhaupt der ge- sammle Plan der Reichsfinanzreform zur endgiltigen Formu- lirung unterbreitet worden. Im Ganzen sollen dem Reichstage vier Vorlagen dieser Art zugehen- eine derselben bezwecke, wie weiter versichert wird, die Regelung des finanziellen ! Verhältnisses des Reiches zu den Einzelstaaten und sei daher allgemeiner Natur. Die drei anderen Vorlagen beziehen sich dem, Vernehmen nach auf die bekannten Steuerobjecte und ind'vom preußischen Finanzminister im Einverständnisse mit rem Reichsschatzamte ausgearbeitet worden. — Die Noth stand sdeb a'tt en -in der bayerischen Abgeordnetenkammer führten am Dienstag insofern zu einem vorläufigen Ergebnisse, als das Haus die Regierungsvorlage über die Maßregeln zur Beseitigung des Futtermangels genehmigte. Alsdann trat das Haus in die Be- rathung der Centrumsanträge, betreffend die Agrarreform, ein, worüber die Verhandlungen am Mittwoch '.fortgesetzt wurden. — Aus Friedrichsruh kommt der „Augsburger Abendzeitung" von sehr gut informirter Seite die Nachricht, daß das Befinden des Fürsten Bismarck ein ganz vorzügliches ist, insofern, als die Besserung immer noch im Fort- schreiren ist. Das Aussehen is. int Allgemeinen wieder ein frischeres geworden, nur sind die Furchen in dem Antlitz noch tiefer gegraben und lassen die Augen noch mehr herv^rtreten- die Haltung ist nur wenig gebückter geworden, dagegen ist noch immer eine gewisse Behinderung des rechten Armes bemerkbar. Von den Familienmitgliedern befindet sich nur die Gräflich Rantzau'sche Familie m Friedrichsruh. Täglich unternimmt der Fürst eine längere Spazierfahrt oder auch einen Spaziergang in den Wald. Dresden, 24. October. Das „Dresdener Journal" meldet: Der König erwiderte am Sonntag auf die vom Prinzen Georg verlesene Adresse der sächsischen Armeedepu- tation Folgendes: „Wir feiern heute gewissermaßen meine goldene Hochzeit mit der Armee und ich bin dieser meiner Jugendliebe rreu geblieben - die Armee war in guten und schweren Tagen stets dieselbe, immer gehorsam, pflichtbewußt, treu und hingebend. Daß ich diesen Tag heute unter mannigfachen Ehrenbezeugungen verleben kann, verdanke ich nur der Armee- besonders habe ich die Zugehörigkeit der Armee zu mir empfunden in schweren Tagen. Ewig unvergeßlich werden mir sein die Zurufe aus Ihren Reihen, nicht von Offizieren, sondern von gemeinen Soldaten auf dem Rückzüge von Königgrätz. In glücklichen Tagen habe ich sie ja auch oft gehört, aber von einer siegreichen Armee erklingen sic von selbst. So bin ich verwachsen mit der Armee, die mir stets nur Freude gemacht — so soll es bleiben für alle Zeiten!" I] Wohnung ju oetwiölr k KUH. Langt,«Ml | Frdl. Mcmi -Ächz. 13 i aettn, zus. ober gdttrolp? tz. SrUd, perl i] Schönes W,2Linmtl jubehör, an ruhige &uli il________WMoisp )] Kleine? Logi? ju «irr' I] Kleine Wohnung __ ] Loaystrahe 2C mmer tc., zu vem^___ LJ Kleines Logis * ¥ Hichmer Anzeiger W Aeneral-I^nzeiger. ' Amts- und Anzeigeblutt ffir den Kräf <6ie^en. O. C. 5244. Darmstadt, 23. September 1893. 4rtr. Die Anlegung von Kirchen-, Pfarrbesoldungs- und StiftungS. Capitalien. Das Grotzh. Ober-Consistorium an die Grosth. Kreisämter. In dem Ausschreiben Großh. Ministerinms des Innern .jtib der Justiz vom 16. Juni d. I. zu Nr. M. I. 16200, vfc unter Absatz III, Nr. 4, am Ende bestimmt: „Die entsprechenden Anträge zu a und b bei der Hauptstaatskasse und dem Ober-Consistorium sind auf Anregung der Kirchenvorstände von den Kreisämtern zu stellen." . Diese Bestimmung wird vielfach dahin ausgelegt, als »Mßieir auch die betreffenden Werthpapiere selbst durch Vermittelung de.' Kreisämter an uns gesandt werden, - »«durch überflüssige Schreiberei, Verantwortung und ßorto veranlaßt würden. Diese Auslegung ist irrig. Dte i5etiDu.nQ kann direct an uns erfolgen und es genügt dann n*iibtg, wenn der Kirchenvorstand in seinem an das - LreiSLMt gerichteten Bericht (vergl. auch V Nr. 1 des Aus- Höhens) auch mittheilt, daß er das betreffende Papier be- Ihp Setzung außer Verkehr, beziehungsweise Zurückgabe in iitn Verkehr, direct an uns gesendet habe. Dr. Gold mann.________________ Steckbrief. Der unten näher bezeichnete Rekrut Ludwig Weller, ' Akob VI. Sohn, des Landwehrbezirks Gießen hat sich der t Stellung entzogen. Sämmtliche Civil- und Militärbehörden werben dienftergebenst ersucht, gefälligst auf denselben ein iDoiiaine8 Auge zu haben, ihn im Ergreifungssalle zu arre- ittn und an die nächste Militärbehörde abliefern zu laffen. Signalement: 1) Name: Ludwig Weller, Jakob VI. -5o6ii, 2) Geburtsort: Heuchelheim, 3) Kreis: Gießen, -n Geboren: 16. Mai 1871, 5) Größe: 1 m 68 cm, -H) Religion. Evangelisch, 7) Stand oder Gewerbe: Dach- 8) Besondere Kennzeichen: Keine. Gießen, den 23. October 1893. Caspary, -Akrstlieut. z. D. und Commandeur des Landwehrbezirks Gießen. führte Discusfion, daß man ein wenig 'gar zu viel von dem Parteivorftande verlange und wenn nicht allen Wünschen entsprochen werden könne, so solle man sich hierüber nicht wundern. Er vertheidigt in ausführlicher Weise die gegen die Redactiou des „Vorwärts" geschleuderten Angriffe und sagt bezüglich deS neugegrüuderen Centralwochenblattes, die Ausgestaltung desselben müsse eine derartige sein, daß eS speciell allgemeine Parteifragen erörtere- zur Agitation auf dem Lande könne dieses Blatt nicht benutzt werden. Bei einer späteren Abstimmung über diesen Punkt entschied die Versammlung in diesem Sinne. — Fell Leipzig führt den Vorsitz. Reichstagsabgeordneter Singer gibt einen Bericht über die parlamentarische Thätigkeit der Fraclion, welchen er mir den Worten einleitete: ES sei zu verlockend für die heuchlerische Thätigkeit des CentrumS, wenn er einen längeren Vorttag halte. Er beschränkt sich deshalb und mit Rücksicht auf den bereits bekannten und im Druck erschienenen Bericht auf eine kurze Fassung, welche in kurzen Umrissen die Thätigkeit der Fraction bespricht und nach dessen Schluß eine Resolution angenommen wird, worin der Fraction das Vertrauen des Parteitages ausgesprochen wird. Die Versammlung habe keinen Anlaß, gegen die Thätigkeit der Fraction Einwendungen zu machen, letztere soll? fortfahren, mit allen Kräften für die Interessen deS Proletariats einzutreten, geleitet von dem Grundsatz, daß die parlamentarische Thätigkeit Mittel zum Zweck und nicht Selbstzweck sei. Im weiteren Verlauf wird ein Antrag eingereicht, die Fraction solle im Reichstage die Regierung auffordern, eine Arbeitslosenstatiftik aufnehmen zu lassen. Der Antrag wurde der Fraction zur Berücksichtigung überwiesen. Ein Antrag um Beseitigung des Impfzwanges, sowie ein Antrag, den Reichstag zu ersuchen, für die obligatorische Einführung des Achtstundenarbeitstages einzutreten, werden abgelehnt. Desgleichen spricht man sich gegen einen Antrag betreffs Verstaatlichung des Getreidebaues und des Getreide- Handels aus. Ein Antrag der Frankfurter Genossen, die Fraction zu beauftragen, für die einheitliche Regelung deS Gewerbeinspectorats und die Anstellung von weiblichen In- spectoren zu sorgen, wird der Fraction zur Erwägung überwiesen. Graz, 25. October. Gräfin Hartenau, die Gattin des ehemaligen Fürsten Alexander von Bulgarien, wurde von einem gesunden Töchterchen entbunden. Paris, 25. October. Die Gala-Vorstellung in der großen Oper ist auf daS glänzendste verlaufen. Beim dritten Acte des „Faust" besuchte Avellan Carnot in der Loge- auch Canrobert kam hinzu. Dieser sagte, er sei durch das Fest sehr gerührt, welches ein franco-russisches Bündniß bedeute. Carnot begleitete selbst Canrobert an seinen Platz und war von dem Besuch sehr gerührt. Während des folgenden Actes erhob sich Avellan und zollte Beifall, worauf iämmtliche Anwesenden, Orchester und Künstler inbegriffen, eine Ovation darbrachten. Bei der Schlußscene sah man eine Allegorie, bestehend in einem schwarzen Adler, welcher unter seinen Fittigen russische jnb frQnaöfifdje Soldaten beschützt und sich über einer Figur, Rußland und Frankreich darstellend, erhob. Avellan sandte Kußhände nach allen Richtungen, was unbeschreiblichen Enthusiasmus hervorrief. Um 12*/2 Uhr war die Vorstellung beendet. Auf der Hinfahrt zum Bahnhof riefen die Russen: „Es lebe Paris, auf Wiedersehen!" Am Bahnhofe waren etwa 10000 Personen anwesend. Die Frauen umarmten und küßten die Russen ab. Um 1 Uhr 45 Minuten nahm Avellan von den Notabilitäten Abschied. Als er den Admiral Gervais noch erblickte, umarmte er denselben. Sodann brachten zwei Züge die Russen nach Toulon. Paris, 25. October. Während seiner Anwesenheit in Paris erhielt Admiral A v e l a n nicht weniger als 17 000 Briefschaften, davon stammten 10000 von Frauen, welche ihn um Rendezvous, Locken und Autogramme baten. — Gestern stand eine Frau, welche sich aus russischen Fahnen Hemd und Kleider gefertigt hatte, an der Brücke von Clichy, wo sie den Vorbeizug der Russen nach Versailles abwartete. Beim Rahen derselben stürzte sich die allem Anschein nach Wahnsinnige mit dem Rufe: „Russen sehen und sterben! Es lebe Rußland!" in die Seine, aus welcher sie als Leiche herauSgezogen wurde. London, 25. October. Die Königin richtete an den Herzog von Koburg das Ersuchen, die vom Prinzgemahl an den Herzog Ernst gerichteten Briefe, welche sich im Koburger Familienarchiv befinden, ihr zu überlassen. Die Königin beabsichtigt, diese Papiere ihrer Sammlung politischer Dokumente im Buckinghampalast einzureihen. Petersburg, 25. October. Be>m Schluß ber Hy- giene-Ausstellung verlangte das in großen Massen in den Ausstellungsräumen angesammelte Publikum stürmisch, daß die Musik die Nationalhymne und die Marseillaise spiele, welchem Verlangen schließlich stattgegeben werden mußte. Darmstadt, 26. October. Prinz Heinrich von Preußen trifft morgen zu längerem Besuche hier ein. Berlin, 26. October. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, soll mit Einführung der Tabakfabrikatsteuer, zur Verhinderung einer ungemessenen Speculation, eine Nachsteuer für Tabaksabrikate in Aussicht genommen sein. Die Höhe dieser Nachsteuer stehe noch nicht fest. CocaU* und provinzielle-. Äiefcen, den 26. October 1893. • * Milde Stiftungen in Gießen. Nach einem am 1. September d. I. abgeschlossenen Verzeickniß bestehen in Gießen 42 Stiftungen mit einem GesammtstiftungScap'tal von rund 400 000 Mk. einschließlich deS WertheS von Liegenschaften. Haben diese Stiftungen auch alle den Hauptzweck, mit ihren ZinSerträgnissen wohlthätig zu wirken, so sind ihre Bestimmungen bezw. die Erfordernisse der Bewerbung um sie doch sehr verschieden. Nachstehend führen wir die Namen der Stiftungen bezw. ihrer Stifter, die einzelnen Stiftung»« Sittwe. 2756 Mk. 97 Pi. Für hiesige bedürftige Wittwen und sonstige Arme. — 2) Baist, Theophil. 185 Mk. 42 Pf. Kleidungsstücke für ein armes fünfjähriges Mädchen. — 3) v. Baumbach. 767 Mk. 58 Ps. Früher Brodver- theilung, nunmehr Baarunierstützung an Hülfsbedürfrige. — 4) Friedrich Bender sche Stiftung. 2000 Mk. An hiesige Arme ohne Unterschied der Gonfeffion nach Bedürftigkeit und Würdigkeit zu vertheilen. — 5) Friedrich Bücking- Stiftung. 43 477 Mk. 81 Pf. (Ende 1892/93). Zehn Gaben an bedürftige und würdige Bewohner Gießens, Familienhäupter oder einzeln stehende Personen ohne Unterschied der Religion - insbesondere sollen Leute berücksichtigt werden, welche unerwartet und unverdient in Noth gerathen sind und einen tadellosen Lebenswandel führen, namentlich auch sogenannte verschämte Arme, welche öffentliche Armenpflege nicht in Anspruch nehmen. Eine Gabe an den Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege, eine desgleichen an die Kleinkinder- Bewahranstalt. — 6) Curfchmann-Stiftung. 2394 Mk. Vollständige Bekleidung von einem oder mehreren armen Kindern der hiesigen Gemeinde. — 7) Ebel, Karl I. 17 142 Mk. 90 Pf. Anschaffung von Bekleidungsgegenständen für hiesige arme Kinder. — 8) Engel-Stiftung. 4285 Mk. 71 Pf. An zehn arme und würdige Familien. — 9) Felsing'sche Stiftung. 4285 Mk. 71 Pf. An zehn in Gießen geborene würdige Arme zu gleichen Theilen. 857 Mk. 14 Pf. Fünf würdigen Wittwen zu gleichen Theilen. — 10) Flinsch> Karl August. 500 Mk. An Stadtarme, meist an zwei bedürftige Personen. — 11) Gail, Georg Philipp Erben. 1028 Mk. 57 Pf. Je 10 sl. an einen armen Wittwer ober eine arme Wittwe, 5 sl. an ben bravsten armen Lehrling. — 12) Commerzienrath Georg Carl Gail'sche Stiftung. Enbe 1892/93 25 394 Mk. 51 Pf. An zwei bebürftige da- hier wohnende Familien ober auch allein stehenbe Personen. — 13) Gaßner, Auguste, geb. Frech, Wittwe bes Notars Dr. E. Gaßner. 4000 Mk. Die nach Unterhaltung dreier Grabstätten erübrigenben Capitalzinsen sind je zu 300 Mk. anzusammeln, die bann an eine ohne Verschulden zurückgekommene Handwerkerfamilie gegeben werden sollen. — 14) Stabt Gießen. 150 Mk. Unterstützung bedürftiger Eheleute, welche ihre golbene Hochzeit feiern. — 15) Hast, Chr. Gerhard. 5142 Mk. 87 Pf. Gleichmäßig an zehn bedürftige Familien. — 16) v. Haxthausen, Freifräulein Minka. 2000 Mk. Gleichheitlich an vier der ärmsten und würdigsten Familienväter ober Mülier in Gießen. — 17) Heichelheim'sche Stiftung. 50000 FrcS. Abwechselnd an eine christliche und an eine israelitische würdige Familie ober Person, bie in Gießen wohnt unb besten bedürftig ist- solche Personen sollen bevorzugt werden, die in ihrem Berufe — sei es als Kaufleute oder Handwerker — unverschuldet in mißliche Verhältnisse gerathen und denen durch die Gabe nach menschlichem Ermessen geholfen werden kann. — 18) H e nr y, Kar o li ne. 5820 Mk. Nach Ableben ober Verzicht eines auswärts woh- nenben, besonbers benannten Fräuleins ist bezugsberechtigt eine Jndustrielehrerin, zunächst bie bebürftigftc. — 19) Hopfner, Geschwister. 413 Mk. 29 Pf. unb 124 Mk. Vertheilung nach ben für bie Schott'sche Stiftung (f. Nr. 35) gettenben Grund- sätzen. — 20) Hosmann'sche Stiftung. 171 Mk. 43 Pf. An eine arme Familie. — 21) Kirsch, Karl Lubwig. 2571 Mk. 43 Pf. An bebürftige, im Wittwenstanb lebende Gießener Bürger und Wittwen. — 22) v. Krug, Karoline und Vr. Carl von Nidda. 6000 Mk. An hiesige Stadt- arme.— 23) Labroisse, Louis. 857 Mk. 14 Pf. Fünfzehn Gaben Brennmaterial an arme Familien ohne Unterschied der Confeision. — 24) Rabbiner Dr. Levi'sche Stiftung. 2000 Mk. Ein Dritttheil an zwei Arme der hiesigen israelitischen Religionsgemeinde, ein Dritttheil an zwei israelitische Arme der Provinz Oderhesten, ein Dritttheil an zwei hiesige christliche Arme. — 25) L ö b e r' s ch e Stiftung. 51458 Mk. 3 Pf. (Ende 1892/93). In vier Gaben an Wittwer und Wittwen, welche in Gießen geboren sein, einen guten Ruf besitzen, fortwährend einen gesitteten Lebenswandel führen und wahrhaft dürftig sein müssen. Nur Handwerker oder Wittwen von Handwerkern sollen zu den Vortheilen der Stiftung zugelasten werden. — 26)Lony, Friedrich sen. 4129 Mk. 93 Pf. An die Armen der Stadt Gießen. — 27) Meyer, Geheimrath. 814 Mk. 28 Pf. An eine ober zwei arme Familien. — 28) Pistor, Emil I. 500 Mk. Für Stadtarme. — 29) Plock'sche Stiftung. 110910 Mk. (Ende 1892/93). Dem Hospital zur allhier gewöhnlichen Verpflegung armer in Gießen geborener MannS- unb Weibspersonen, welche burch kein lüberlicheS unb verschwenberisches Leben in * • Ter Gewerbverei» wird in diesem Sinter ernt fr. hafte Thätigkeit entfalten. Dor Allem beabsichtigt er Mitqliedern eine Reihe der interessantesten Dorträge zu die den verschiedensten Gebieten angehören. Den Reigen Herr Realgymnasiallehrer Geiger eröffnen mit bem «*. zeitgemäßen Thema: „Die Vorherbestimmung beS Settnr Gerabe eben, wo so viel von Falb» kritischen Tagen qtrttr unb geschrieben wirb, erscheint unS die Behandlung solchen Themas reckt angebracht. Darum verfehlen wir «ich unsere Leser jetzt schon darauf aufmerksam zu machen, uv», wehr, als hier von berufener Seite gezeigt werden wbA, was von den verschiedenen „Wetterprophezciungcn" zu halte» und von welchen Factoren bie Witterung abhängig ist. ’* lieber eine folgenschwere Unsitte der Kindermäbch, schreibt ein Arzt: ES geschieht recht oft, daß der Arzi , das Shranfenbett von Kindern im Alter von einem halbe» bis zwei Jahren gerufen wird, die plötzlich von beltin Krämpfen befallen sind, ohne daß die Mutter bie Urfa* ju nennen vermag- ben forgfäliigen Fragen deS Arzu» gelingt eS aber bald, festzustellen, baß daS mit der AvGcki tetraute Kindermädchen burch häufige brehende Bewege."-; drs KinbeS bie Krankheit hervorgerufen hat. Daß not Beendigung beS Tanzes baS kleine Wesen das Köy'chn, hängen läßt, hat sie nicht bemerkt, bis bald barai; fr Krämpfe eintraten, welche daS Leben deS Kinde», rt-.t stets bei Krämpfen in diesem zarten Alter, bis auf kl äußerste gefährden. Ebenso verwerflich ist das Schänken mit kleinen Kinbern im Arme. Auch hier treten äbnlttfrr Symptome auf. * * Besteuerung der Eisenbahn . Frachtbriefe k Eckon . i längerer Zeit hatte bie „Köln. Ztg." gelegentlich angt^.-r, daß zu ben Deckungsmitteln für bie burch bie HcereSvermedi.i?: entstehenben Mehrausgaben auch ein ReichSstempe! 'ur die Eisenbahn-Frachtbriefe in Aussicht genormt: Die „Köln. Ztg." frischt ihre frühere Mittheilung wieder c.. unb weist barauf hin, baß ein solcher Stempel längst in Frankreich, Englanb (6 Pence), Oesterreich - Ungarn 11 m b 5 Kreuzer) unb in anberen Staaten besteht. * • Postanweisnngsgebühren. Auf Antrag de- Borstande» deS Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller an den Staatssecretär im Reichspostamt, belr. bie Derbilligun§ der Postanweisungsgebühren und des Poß^ a u f t r a g S p o r t o S, hat daS Reich-postamt ad'.ehnmd geantwortet. * • Zn Amerika verstorbene Hessen. Lstoria: Jakco Freeß, 55 Jahre alt, aus Weinheim (bei Alzey)- Brooklnn: Valentin Lenz, 28 Jahre alt, auS Heppenheim a. d. B., New-Jork: Maria Wagner, geb. Millert, 36 Jahre alt, aus Mörlenbach- Fresch Pond: Friederika Vöber, geb. Fröhlich, 32 Jahre alt, auS Gießen. -u- Lollar, 24. October. In Ihrer gestrigen Nummer brachten Sie eine Notiz auS Ruppertenrod über örilfm un gen in der Jnsectenwelt. Auch hier in Lollar liegt eine ungewöhnliche Erscheinung vor und zwar ia dem ganz außerordentlich massenhaften Auftreten einer fldhen Zfitgtv. art. DaS kleine — als Kornfliege erkannte—Znsect erschien vor einigen Wochen in den Räumen eines nicht direei am Felde liegenden Hauses und zwar in so enormen Massen, baß baburch eine wirkliche Plage entstand. Täglich wurden mit Hülfe von Insektenpulver so viele Fliegen vernichtet, daß ganze Schaufeln voll zusammengekehrt wurden, ohne indessen eine wesentliche Verminderung der Plagegeister herbeizuiühren. Ist einer der Leser im Stande, ein einfaches unb durch- greifenbe- Mittel gegen das Auftreten ber Kornfliege angebe» zu können, so wäre Einsender dankbar dafür. L. Grüuiugea, 25. October. Am Sonntag ben 22. Cctobtr hatten wir bie Freube, ben Srcretär beS Obech. Obstbau- Vereins, Herrn Reich eit, Friebberg, in einem 2*/,stündigen bedürftige evangelische Gießener mit je 1, 2 ober bochsten 3Mk. — 40) Wilson, Peter, Eheleute Kinder. 20000M» Für Bedürftige irgend welcher An, ohne Ansehen der Q™, fesfion, Staats- oder Stabtangehörigkeit, ober für bte von der Stiftungsverwaltung der Zuwendung der tungszinsen für bedürftig bekunden sind. — 41) Dolf Tobenwart, Antoniu». 2290 Mk. 20 Pf. arme Leute, welche in Gießen wohnend sind und sich einschreiben lassen, zu gleichen Theilen, soviel deren hauSan» Leute von einem guten, ehrbaren und unsträflichen Dandel sind. — 42) Zimmermann, Maria. 171 Mk. 43 «« An eine Wittwe ober Jungfrau. capitalien und ihre Bestimmung an. 1) Arnstein, Sara Armuth gerathen sind und unentgeltlich ausgenommen werben sollen. — 30) v. Rabenau, Frau, geb. v. Seiz. 1714 Mk. 29 Pf. An Arme unb siech barnieberliegenbe Kranke bürgerlichen Standes zu ihrer besseren Verpflegung. — 31) Reiber, Georg, Bürgermeister. 685 Mk. 71 Pf. Sinb für bie hiesigen Armen zweckmäßig zu verwenben. — 32) Schmib, Leopold, Professor. 700 Mk. Einem Armen ohne Unter- schied ber Religion. — 33) Schmib, Elisabetha. 7855 Mk. 89 Pf. Vier Gaben an bedürftige, unbescholtene, ledige Dienstmädchen im Alter über 50 Jahre, sofern sie in Gießen (eben; dort Geborene erhalten den Vorzug. Vier Gaben an arme Wittwen, deren Ehemänner in Gießen gewohnt haben. 36 Mk. jährlich zum Ankauf von Schuhen für arme Schulkinder (derzeit durch Vermittelung der Curschmann-Stiftung). — 34) Schmidt, Philipp, Metzger. 2000 Mk. An arme Waisenkinder. — 35) Schott, Ph. Wilh. Heinrich. 17 142 Mk. 90 Pf. Unter bie anwesenben Armen - bedürftigen Verwandten soll em Ansehnliches in ihre Wohnung geschickt werden. — 36) Schulhof, Herz. 770 Mk. An die Armen der Stadt Gießen (derzeit in ben DispositionS- fonb ber Armenbeputation). — 37) v. Senkenberg, Karl, Freiherr. 1714 Mk. 29 Pf. An eine arme Familie. — 38) Ungenannt. 600 Mk. Für arme Angehörige der evangelischen Gemeinde Gießen, die erkrankt sind unb beson- berer Stärkung und Erquickung bebürfen. — 39) Weissen- bach. (Professor Dr.) Stiftung. 514 Mk. 29 Pf. An Vortrage zu hören. DaS Thema beS Vortrag» lautete: „Was hat ber Obstbaumzüchter währenb be» Herbste», ft? WinterS unb bes Frühlings an seinen Obstbäumen zu :bun.' Referent wieS barauf hin, baß eS eben bte Zeit fei ober jtft bie Zeit beginne, baß man ben Boben um ben Odstkaum gehörig lockere, bamit der Sauerstoff ber Luft unb die Aoner- kälte ben Boden gehörig zersetze, um so bie unlöslichen HPK ben Wurzeln aufnahmefähig zu machen. Je größer, je tiefer bie Baumscheibe hergestellt werbe, desto bessere Dienste leiste man bem Baum. GraS- und Kleeboden unter dem Bau» nehme letzterem eine Menge nothwendiger Nährstoffe weg, sodaß er unter solchen Umständen nur spärliche örnten unb schlechte Früchte erzeugen könne. Wie ganz ander» gtttaltc sich jedoch daS Aussehen, wie reichlich seien die Ernten und wie herrlich die Früchte, wenn man der tiefumgearbeiteten Baum scheibe Jauche, Compost, Mist oder künstlichen Dünger — Chilisalpeter, Thomasmehl, Kainit re. — gebe, je mehr, desto besser, lobtbüngen könne man keinen Baum, aber einen lobe»* canbibaten wieder mit Dung zu voller Tragkraft bringen. Wolle man sich die Arbeit etwa» abkürzen, bann grabe man Dungringe — ipatenbreite Ringe von 60 bi» 70 cm. Tiefe unter ber Asttraufe »deS Baume» — und fülle sie mit Dünger, ober: man grabe al» Nothbehelf einige tiefe Löcher und sübre hierdurch den Wurzeln die nöthige Nahrung zu. Referent ermähnte die Anwesenden, sie sollten ihre werthvolle Jauche nicht auf Kleeäcker verschwenden, da der Klee >a allen nöthige» tti » c L.- «■>’* Li«i'ito''' - ■ - aetornmtn, ar Mts l«'«« Mii tiitn io LV.mr Qreilamte fiderbe bereit, W "ird. «if**‘* 2i ttt Berger W . tbfrtr üntfburg. M w.t._ tat'ntung W rr(r8itd)t M ica. Die 9rabu j il rtattlidlt Ma t an^öit W Idßtr. — Tidlt tot d '.uifijig, ouidt m t c »ifiht dilla ftt ; lei ft» ein s:o.itaLpaihttb gan . besonders yi zu jcM bal anhaltende t t »ornsaot ist nun tf nnn votttnbtt. D ienrig-wannt Wittern milm wie im Ftühl u * 8tttn ran'6 war aräbt hlbft nod) fHv. 5pälherSst nam eufl'cnmwi, benn baS e> tiiate Fuiteryslanze k i'.tr. zlnti e 1 alte ThrviK bei Pimmtr, |o daß tS1 geregnet hat. \ Milder in Brand gei Obi ftQtten. Jacodi an a-s dem Felde. Den Fr.’ ;rjntnb; eS gal nen Sommer ' - a w ior -Üi.«3-»; c» «onbern r aOf , n ,tr A.. lat < I-' J ■ /' Jfl siitbeodta o«kt em angenehmer er fonnte weiden. Wil Jahr eintreffen M’lnl, 24. £ to» Stetig Di kränkelte, h * fetoba unbemerkt xo; ,4f &*, woht w-t am vorigen Fr *»• J±tn Sinwohnersch °bztfnchy bis I circa t-mlich hca btt r - "lassen unb hat !"' ^'°°"en gestürzt. ^'^»eistUmgekom d'-'nW, iu, 22. Oe v°n: • Hanner bQ .% L- $'Wmn1rtul °n I Mter an l 7 ■ ewannl. fjj» tau.*’ '*•’ ll j» £» *'■ (i"' ’ :r, ^"1 »ic $ 1 * t Air i n St.'2*. V v ' 8 der d' obtt für ' ’» finfcS !,* toofoehb fins 1 LDr 7^; SSftgS . X *;•*%■ LM ZK ÄÄÄ /.. das mit btt > 9Q* drehende £,..' TW* N. 5)c?. e,"c Wesen das 6i§ bald dam- ' ^ben des Mts. W An, M J «»JW ift daS tzk ?uch hier tuta:;- >hn-Frachtbriefe? ^8-" gelegentlich '*e durch die Hee«§^ ein Reichssteai.-! in Aussicht gem ihere MtthetluiiM e. » solcher Stein.-' üch . Oestnreich.II.-xl >aten besteht. Huf Antrag Mtetii unö Jubuftriidtr m be bett, bie Werbilii^ ihren und bu L Mch ; hcha. Astoria. , heim (bei Alzey),- Bieelx aus Heppenheim i. i. f geb. Millert, 36 IM t nd: Friederika Löbn,: ehen. In Ihrer gestrigen uppertenrvd über 6t»' : 11. Auch hier inN vor und zwar ■- -- .[treten einer fWW ege erkannte - >n men eines W dm in Io je entstack M wurden, oW* ?MgeMer W* ein einsaches und dck txttin der KorHestM-- mtbar dafür. Sonntag 6en 22. UiO' toetär des M* am« d-s f »,-.°d be« 4«»Ni U • ’Är 8let60 i«»»♦! d-»«« Äb«***; It. M S°"^ KS"' K ckstoff auS der Luft nehme, sondern sie den oft gar gi hungrigen Obstbäumen geben. Bei Besprechung der tztlmmpflege legte Herr Reich elt dar, warum bie Stangen lei ;ungen Bäumen an der Süd- und Südwestseite ihren Platz tzalen sollen, weshalb man die Stämme kalke, die Ritzen »«schmiere, die Borke abscharre und man die jungen Stämmchen »tit mit Stroh, sondern mit Dornen oder Drahtgeflechte uagcbe. Zur Kronenpflege und zur Kronenbildung übergehend, ewchnte er die Zuhörer, die Bäume nicht des Holzes wegen «szuputzen, sondern nur um das unnütze Holz aus der Krone z, entfernen Alle Astabschnitte sollen glatt ausgeführr, an ter richtigen Stelle (Astring) geschehen und die Schnitt« fftK mit Theer überstrichen werden, damit die Luft nicht yrtJrenb einwirke. An eine junge Baumkrone stellte er die fcerung, daß sie sechs Triebe habe, fünf Seitenzweige und en.-ti Leitzweig. Da tüchtige Obstbaumzüchter auch nur solche LNmmchen zum Verkaufe anbieten, solle man endlich ablassen tjoi herumziehenden Händlern Schundwaare zu kaufen. Nt erent erklärte nun noch auf sehr verständliche Weise den Kunenschnitt bei Setzlingen und hoffte, daß bald die Zeit binnen möge, daß jeder Baumzüchter seine Bäume so heran- bilten könne, rote sie jetzt als Muster nur an den Staats- slragen zu sehen seien. — Die Zuhörer sind gewiß zur Ani.cht gekommen, daß man von Seiten des Obstbauvereins DDdi gar Vieles lernen kann und daß es deswegen gut sei, Ulsters einen so fach- und sachkundigen Redner zu hören. Gelegenheit ist ja jeder Gemeinde geboten, bittet nur M eurem Kreisamte um einen Vortrag, und gern ist die Sehihrbe bereit, bahin zu wirken, baß euerem Verlangen nach- ßikommen wirb. Muscheuheim, 24. October. Auf einem Hange oberhalb Itr Berger Mühle, zwischen dem Castell Alteburg unb dem SKcfler Arnsburg, läßt Graf Friedrich zu Solms-Laubach unter der Leitung des dicht dabei beschäftigten Herrn Ko f ler matt einer Kirche suchen, welche der Sage nach dort gestanden Laben soll. Die Grabungen des ersten Tages förderten in der Thot stattliche Mauerreste zutage, die recht wohl einer Kirche angehört haben können und nun weiter verfolgt werden sollen. — Dicht vor dem Castell, in der bürgerlichen Nieder- Caifimg, wurde in den drei letzten Tagen eine größere tömifd)e Villa freigelegt. Au8 dem Ohmthal, 25. October. Die überaus fchünenSpätherbsttage kommen derLandwirthschaft noch gan; besonders zu gute, weil die Bestellung der Wintersaaten durch das anhaltende Regenwetter sich sehr verspätet hatte. Dr Kornsaat ist nun beendigt und auch die Saat des Weizens ist meist vollendet. Das junge Korn geht recht gut auf. Die [anni;-warme Witterung läßt die Wiesen noch einmal grün □Derben wie im Frühling. Die Weide ist reichlich vorhanden unb bas Wetter ermöglicht ihre ausreichende Benutzung. Ja, aan mäht selbst noch Gras in den Wiesen. So kommt der [||ne Spätherbst namentlich wegen dem Futtermangel doppelt »iQfoinmen, denn das Vieh kann durch Weide und noch üppig mchsende Futterpflanzen bei Grünfutter erhalten werden. In Bielern gleicht das Jahr 1893 dem Jahr 1540, von dem eine alte Chronik berichtet: „Es war ein überaus heißer Sommer, so daß es von Walpurgis bis Jacobi kein einziges Mal geregnet hat. Die Hitze war dergestalt groß, daß die Wider in Brand gerieten. Die Heuernte ging geschwind jon petten. Jacobi war nicht das geringste mehr von Früchten mf dem Felde. Den Herbst wurde der verbrannte Rasen schön grünend,- es gab eine gute Weide für das Vieh, das >Act (HbtbeLBebniÄct iigg» Theater - V er ein. von M. 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