1893 Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis (ßiefjen* Hratisöeitage: Hießener Kamilienblätter I meiner, Giesse: a end J5 71 hemDl ierM ergebet I,„ahme von Lnjeigrn -u der Nachmittag» für bm filgnibm Lag erfdjeintnbtn Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. 1 1 1 1 wird für die leere Flasche zurückvergütet. Der Wchemr An,et,er richeint täglich, et Lu»nahme des Montag». Die Gießener er*en dem Lnzeiger »ltzmtlich dreimal beigelegt. Korbflasche » •n allgemeineruug des Badens waren die Kreuzzüge; denn durch diese wurden die Abendländer mit den Gebräuchen und Sitten der Morgenländer bekannt. Von dieser Zeit an, etwa im 12. Jahrhundert entstanden in vielen Städten Badestuben, und wurden dieselben sehr bald so beliebt, daß das Bade» in ihnen zu den Hauptfröhlichkeiten des Lebens gehörte; es wurde sogar Sitte, am Tage vor einem hohen Kirchenfeste ein Bad zu nehmen, auch Braut und Bräutigam zogen vor der Hochzeit unter zahlreichem Gefolge zur Badestube. Die Fürsten machten diese Badestuben zu einträg- lichen Regalien und verliehen den Städten das Recht, Badestuben anzulegen, welche verpachtet wurden. Der deutsche Bürger und selbst der Bauer legten sich zu dieser Zeit in ihren Häusern ein Badestüblein an, welches gewissermaßen als Salon galt. Hier wurde mit guten Freunden gebadet und getrunken. Doch mit der Zeit wurde das Badeleben ein zu freies und zum Theil lockeres, die Badestuben kamen immer mehr in Verruf, und der Besuch derselben verminderte sich bedeutend. Trotzdem erhielt sich die Sitte bis zum 30jährigen Krieg, der wie so viele gute Einrichtungen auch die Gewohnheit des Badens vernichtete. Letzen von Porzeili- sckleidungen, llmim r und dauerhasltk LiMischcn Zwecken verwendet, jeder römische Soldat mußte schwimmen lernen. Die warmen Bäder kamen bei den 515t ömcrn erst später auf, und zwar durch die Griechen über- Nachdem im späteren Kaiserreiche die altrömische <.Msachheit verschwunden war, nachdem Luxus und Verschwen- tihtng die geraden Sitten verdrängt hatten, entstanden zu btiejtr Zeit jene großartigen Bäder, deren Trümmer noch heute i ii|erc Bewunderung erregen, Bauten, die durch ihre Aus- dtchiiilng undPracht die unsrigen weit überragen. Die Thermen djr4Kaisers Diokletian umfaßten eine Bodenfläche von 125000 qm mit einem Schwimmbassin von 1700 qm. Zur Zeit des iMrs Konstantin zählte Rom 456 Volksbäder, und wurden tliglidi nicht weniger als 750000 cbm Wasser verbraucht. Atzrgleichen wir damit unsere Bäder! Betrachten wir z. B. LHiimund, welches eines der größten Schwimmbassins be- idjtet. aianbbrlileibnngen Mil - ad Herden. egt werden und ö an unseren I. Sten, bei welchen - *96] Der Bor- Alle Allnoucm-Bureaux be» In- unb Au»lanbe» nehme» Anzeigen für bra „Gießener Anzeiger" entgegen. »er, eröffnen wirih-i-;- • ?n Corse im kautm. SehieL- Anmeldungen nehmen w von 6—8 Uhr Abends in egen. Hm. W. Herberts ' MN ’ w 2, j en auch Nichtmitg,j„, lng, vorgesehen, in < n foU: Wrung; Biertelfährtger >le«ee«(st»FteUl 2 Mark 20 Pfg. orit Bringerlohn. Durch bie Post 2 Mark 50 Pfg. Rebachon, Lrprditi«» unb Druäerer: -ch» ßr«te Mr.7. Fernsprecher 51. S Georg Coste’s Fussboden-Glanzlacken, ■ aus bestem Rohmaterial bereitet, verbürgt frei von giftigen Farben und werth- ■ losem Colophonium oder Erdschellack_____ IA I sofort und geruchfrei trockn _ Sie geben dem Fussboden einen sehr gefälligen Glanz, lassen B‘Chüberbobnern. Strichfertig in 6 verseh. Farben, in Blechdoe.. die zugl. als Anstreichtopf verwendb Engro^-bager bei A. & G. Wallenfels. Giessen. 8128. 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Badestuben sind i r$t das unentbehrliche Zubehör besserer Wohnungen gewor- aen, »ffentliche Badeanstalten werden jetzt in größeren und mittleren Städten angelegt, um der gesammten Bevölkerung, cm wie reich, die Wohlthat warmer und kalter Bäder zu- bänglich zu machen. Daß das Bad das beste und unentbehrlichste "Jtittel zur Pflege des Körpers ist, das haben schon die Reiben alten Culturvölker, die Griechen und Römer erkannt; ioir staunen, wenn wir von den großartigen Badeeinrich« tWgeu dieser Völker hören, bei ihnen war das Baden hoch entwickelt. Bei den Griechen galt das kalte Baden in Flüssen uS salzreichen Meeren als Lebensbedürfniß und zugleich als tceligiöfe Pflicht. Zu Zeiten Alexanders des Großen kamen aann bie warmen Bäder in den Häusern und öffentlichen ^QbfQiiftalten auf. Wir lesen in der Geschichte, daß den ankommenden iheunbcn und Gästen vor Allem warme Bäder bereitet wurden, :iei Grieche lagerte sich nicht zum Mahle, bevor er sich nicht fallet, und sein Bad befand sich im Inneren seines Hauses. 'Die Bade- und Schwimmhallen der alten Griechen standen iscrislens in engster Verbindung mit den Turnhallen und Turnplätzen. Nachdem des Ringens, Werfens und Spielens ^gnetti» 252 Zweites Blatt. Donnerstag den 26. Oktober sitzt; es umfaßt 290 qm uud hat eine Grundfläche von 1100 qm. Die einzelnen Räume einer römischen Warm-Badeanstalt waren folgende: das Apodytcrium, Raum zum Aus- und Ankleiden, auch zum Abkühlen, das Frigidarium, ein Zimmer mit einem Bassin zum Kaltbad, das Tepidarium oder laue Wasserbad, das Lakonikon oder Schwitzbad uud endlich das Caldarium oder warme Luftbad, welches zugleich als Massageraum diente. Uns sind aus der Zeit, da die Römer ihre Herrschaft nach Deutschland, Germanien, ausgebreitet hatten, auch einige Ueberreste von solchen Bauwerken geblieben z. B. in Baden- Baden, Badenweiler u. s. w. — Es ging mit diesen Bauwerken der Römer wie mit allem, was der verschwenderische Luxus der römischen Kaiser in unvergleichlicher Größe geschaffen hatte, Unsitten drängten sich ein, der eigentliche Zweck des Badens wurde in den Hintergrund gedrängt, so daß die öffentlichen Bäder mehr als allgemeine Vergnügungsorte betrachtet wurden. Wir finden aber die Einrichtung des Badens nicht nur bei den alten Griechen und Römern, sondern bei allen Völkern des Orients, das Bad war bei ihnen mit dem Cultus verknüpft. Die muhamedanische Religion hat das Bad mit in ihre Sitten und Gebräuche ausgenommen, sie schreibt ihren Be- kennern die sorgfältigste körperliche Reinigung vor und verordnet zu diesem Zweck wiederholte tägliche Waschungen und Bäder. 1 n ln das (Sn J01 * ZK ZP ° b" Statuten Ieisgebotenes. ' Bonigs-Reia -Stärke, 1 Jeioe rtroffenee Fabrikat «nm Stärken dar ’.ITbühe, empfiehlt d i Rmil Fischbach. Mit dem Rückgang des Römerreichs geriethen die Badeanlagen im Abendlande mehr und mehr in Verfall, und bald war von öffentlichen Badeanstalten keine Rede mehr. Die Araber errichteten zwar im 8. Jahrhundert in dem Theil Spaniens, der von ihnen erobert war, Badeanstalten, doch die Spanier zerstörten nach Vertreibung der Araber diese Bäder, denn die Sitte des Badens war ihnen fremd. Ein Freund des Bades war Karl der Große, er hat So ist es gekommen, daß es mit dem Badewesen bei uns in Deutschland bis in die neueste Zeit übel bestellt war und theilwcise noch ist. Einen Aufschwung hat es in diesem Jahr- hundert genommen, und ganz besonders seit der Hygiene- Ausstellung in Berlin und der Unfallverhütungs-Ausstellung ebendaselbst. Es ist dieser Aufschwung namentlich den Bemühungen tüchtiger Aerzte zu verdanken, die die Er- kenntniß verbreitet haben, daß besonders das Bad das körperliche und geistige Wohl aller Menschen fördert. Wie im Anfang schon erwähnt findet man m besseren Wohnungen meistens Badestubcn und in allen größeren uud mittleren Städten werden jetzt öffentliche Badeanstalten angelegt. In jüngster Zeit haben fick) diese Bestrebungen eines stets wachsenden Erfolges zu erfreuen gehabt, welche besonders der ärmeren Bevölkerung die Wohl- thaten warmer und kalter Bäder zugängig machen wollens denn gerade bei dieser ist ein gesteigertes Bedürfniß vorhanden, sich zu baden und nicht nur im Sommer, sondern es muß auch im Winter hierzu Gelegeuheit und zwar billige geboten werden; im Sommer ist ja in vielen Orten Gelegenheit zu Flußbädern geboten. Denken wir an den Arbeiter, der fast immer im Staub und oft im Schweiße arbeiten .muß, dieser hat noch viel mehr das Bedürfniß nach Reinigung und Erfrischung als der Wohlhabende. Deshalb ist es als ein großer Fortschritt zu betrachten, daß man eben in allen Städten mit dem Bau von Volksbädern und Stadtbädern beginnt; so baute vor einigen Jahren die Stadt Köln das prachtvolle „Hohenstaufenbad" ferner Stuttgart, Offenbach, Mainz, Nürnberg, Heilbronn, Bochum, Düsseldorf, Remscheid, Duisburg, Essen, Werden und viele andere haben zum Theil große Badeanstalten errichtet, zum Theil sind solche im Bau begriffen. Auch auf vielen Werken und industriellen Etablissements sind Badeanstalten errichtet worden, solche eigene Badeanstalten befinden sich unter vielen anderen auf dem Eschweiler Bergwerksverein bei Aachen, dem Kruppschen Gußstahlwerk in Essen (mit über 200 Brausen), dem Kölner Bergwerksverein in Altenessen, und andere mehr. Auch die Reichs eisenbahnen in Elsaß-Lothringen folgen diesem Beispiel, so haben die Bahnhofswerkstätten Saargemünd (7 Brausebäder und 6 Wannenbäder), Mülhausen (15 Brausebäder und 9 Wannenbäder), Schlettstadt (5 Brausebäder und 4 Wannenbäder), Diedenhofen (7 Brausebäder und 4 Wannenbäder), und andere für ihre Arbeiter eigene Badeanstalten eingerichtet, und alle erfreuen sich einer eifrigen Benutzung, welches am besten zeigt, wie das Baden zu einem Bedürfniß geworden ist. Manche dieser Bäder sind mit großem Kostenaufwand in's Leben gerufen worden, alle aber werden die aufgewaudten Mittel reichlich lohnen und den Erbauern die Gewißheit geben, daß wohl nichts mehr zu dem Wohle ihrer Arbeiter beitragen wird als gerade diese Bäder. Letztere Bäder wurden von der Firma H. S ch a f f st ä d t hier ausgeführt. Auch der Staat, besonders die Militärbehörde, hat anerkannt, daß für den Soldaten auch im Wiuter, wo keine Flußbäder genommen werden können, Badegelegenheit geboten werden muß und sind deshalb jetzt in allen Kasernen Brausebäder eingerichtet. (Fortsetzung folgt.) tiSlft Weißwein, per Llr- von 50—70 H Gebinden v 25 Lir. an, garant eig. Ateltrung« 13484 Korenz Eder, Weinbergbesitzer, Wörrstadt, Rbeinbessen______ "71)93] Jeden Dom eiStag treffen frische H-chllstsche, rabltan und Backfische bei ♦H>il Eommerlad, Grünb?rgerstr. 47. Kämmte Hömgk, Rollmöpse Äiidinkn, Süldliiige, Sprotten. J. M. Schulhof. in bei Turnhallen und auf den Turnplätzen genug war, st» mußte den mit Staub und Schweiß bedeckten Turnern riaf Bad eine Erquickung sein. Der Turntag wurde in der mit einem Bad beschlossen. — So schreibt der LSchiiststeller Lucian hierüber: -- v------- T „Nachdem wir unsere Hebungen im Gymnasium gemacht große Badeanstalten gebaut, von denen wir noch jetzt Ueber- iL'otkn, entfernten wir uns, ich und Philinos, nachdem wir uns | reite finden (Aachen). Von größtem Einfluß auf die Ver- zMr roch int warmen Bade hatten begießen lassen; die an- | Cteteii aber tauchten in das kalte Bad mit dem Kopfe zuerst | tilmn uud schwammen unter dem Wasser hin. Nach Beendi- I ösung dieses wandte sich der eine dahin, der andere dorthin, | imd jeder ging seinen Geschäften nach." J Bei den Römern wurde das Schwimmen nur zu krie- Doppel-Essig hergestellt aus pasteurisirtem 3fach. Burgunderessig und Essigsprit, übertrifft an Güte, Feinheit und Haltbarkeit jeden von anderer Seite in den Handel gebrachten Doppel-Essig. Zu nachstehenden Preisen halte ich denselben bestens empfohlen. Emü Fischbach. Beiderwand. 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