Mittwoch den 27. September 893 Erstes Blatt Nr. 227 AintS- iiiifc Anzeigeblatt für den Ureis Gieren chralisbeilage: chießener Jamikienbtätter. Schmidt. e BuOanvtuvS idt potM Unnah m r von Anzeigen zu bei Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Sonn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Burcaux de» In» und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. kzeM 1893. Der ftefevtt Knzeiger «scheint täglich, ■tt Ausnahme de» Montag«. Die Gießener ye*UU*6(4(fet »erden dem Anzeiger Lschentlich dreimal deigelegt. vi-covl 6 362-2 196j ii*j! 6$^ ss-e Wiesbaden. 25. September. Die Nachmittagssitzung des Verbandes deutscher Gewerkvereine wurde wegen vorgerückter Zett und unter dem Hinweis, daß sie nur informatorisch für den Vorstand sein soll, ohne die beab- ichtigte Eingabe an die Regierung beendet. Der Vorstand wird nochmals eine neue Arbeit über die Gewerbekammern mit Berücksichtigung aller heute berührten Punkte unfertigen und einer späteren außerordentlichen Versammlung vorlegen. Dresden, 25. September. Gestern starb hier der Ober- »ostdirector a. D. Geheimer Postrath Zschüschner. Der verstorbene war 1870 bei Sedan als Chef der Feldpost im großen Hauptquartier thätig. tldes SB 40.6® b.m -L ct .8> ■4> Bekanntmachung, betreffend die landwirthschastliche Winterschule des laudwirth- söaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen zu Büdingen. Winter-Cursus 1S93/94. Der Unterricht der landwirthschaftlichen Winterschule zu Klingen beginnt in diesem Jahre Donnerstag den - November 1S93 und wird Ende März des kommenden Jahres geschloffen. Die Anstalt, zunächst für die Befriedigung des Bildung«, brvirrfniffes des mittleren und kleinen Landwirths bestimmt, wir!» den Schülern neben der Fortbildung in den Realfächern du Grundlage für den rationellen Betrieb der Landwirtschaft übermitteln. Es erstreckt sich der Unterricht auf Ackerbaulehre, Viehzucht, Obstbaumzucht, landwirtschaftliche Betriebslehre, Kolkereiwesen, Schreiben, Rechnen, Mathematik, Deutsch, allgemeine Naturkunde, Verfaffungs- und Verwaltungslehre. Ler diesbezügliche Lehrplan ist nach dem von der Groß- hrrzoglichen Regierung für die landwirthschaftlichen Winter- sckulen festgestellten Unterrichtsplan entworfen und erstreckt sich «uf zwei Wintercurse. ES bestehen daher zwei zusammen- .(lebürmc Klaffen. Zum Eintritt in die untere Klaffe sind die Absolmrung Jber Volksschule und einige Kenntniffe des practischen Betriebs .der Landmirthschast Vorbedingung. In die obere Klaffe ifönnen nur solche junge Leute ausgenommen werden, welche entweder bereits im Vorjahre die untere Klaffe einer land- ^irthschaftlichen Winterschule mit Erfolg besucht, oder sich doch -anderweitig die in derselben zu erwerbenden Kenntmffe ange- rignet haben. Rach jedesmaligem Schulschluß empfangen die Lchüler der unteren Klaffe ein Interims-, die der oberen Älaffe ein Abgangszeugniß. Dann soll ebenso wie früher auch in dem Wmter-Cursus 1898/94 den in den vorderen Jahren aus der Anstalt ent« laifenen Schülern gestattet werden, unentgeltlich an dem Unterricht von speciell landwirthschaftlichen Fächern in der 1. Klaffe noch einmal Theil zu nehmen, so daß dieselben zur ^Weiterung resp. größeren Gründlichkeit ihrer landwirthschaft- -lihen Kenntnisse noch einen dritten Cnrsus absolviren. Unterrichten werden außer den beiden Landwirthschafts- Ichrern Andrae und Hey, KreiSveterinärarzt Schmidt, Lehrer i. P. Freimann, Geometer I. Klaffe Balser, Lehrer Auch und Becker. Der Unterricht wird durch eine Sammlung werthvoller Lehrmittel unterstützt. Auch wird durch zahlreiche -lbcursionen nach nahegelegenen mitteten und größeren Guts- mrlhschaften und Hoftaithen, nach größeren Obstbaumschulen Md gewerblichen Etabliffements, durch Feldmeßübungen und Feldtaxationen, durch Besichtigung von zweckmäßigen Wiesen- anlagen und Drainagen, die practische Seite im Unterricht bis anders berücksichtigt werden. Die Unterrichtsstunden sind so gelegt, daß Schuler aus solchen Ortschaften, welche nicht weit von Büdingen oder in der Nähe der Oberhessischen Eisenbahnen liegen, zu Fuß oder per Bahn täglich den Weg hin und zurück machen tonnen. Diejenigen Schüler aber, welche in Büdingen Woh- MNg und Kost nehmen wollen, können solche zu mäßigen Preisen erhalten. r. t L. Vom Besuche der Fortbildungsschule sind bie Schuler 'der landwirthschaftlichen Winterschule entbunden. Das Schulgeld beträgt für jeden der beiden Curse nur 12 Mark. Anmeldungen sind schrifttich oder mündlich an die Mit- gtieber des Aufsichtsraths ober ben Dirigenten bet Anstalt, rmittelnnQ band dental hilten luLeipt festeilen in Ber r, Dresden, Dubs aemeäT „l Amtliche-' Theil. Gießen, ben 25. September 1893. Hetr.: Die Herbstübungen im Jahre 1893; insbesonbere die Berechnung der Servis«, Fourage- und Vor- spailnvergütungen. Das Grobherzogliche Kreisamt Gietze« an die Oroßh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Nachdem bie rubr. Hebungen beenbet sinb, sehen wir der alsbalbigen Vorlage ber Ihnen von ben Truppen er« teilten Quartierdescheinigungen, Vorspann- unb etwaigen Fourage Quittungen entgegen. Die Bescheinigungen über verabreichte Marschverpflegung find, sofern die Vergütung hierfür von dem Truppentheil zur Gevieindekaste gleich bezahlt worden ist, nicht hierher einzusenden, sondern dem Gemeinde-Einnehmer mit der nötigen Einnahme-Anweisung zu übergeben. v. Gagetn. em, öet auch le Sprech wird baldigst ll rc : gewandte, anftfö;. ins, die perfect inkt und mit fonft. hv) ift. Lrugnisieuü^ senden unter Mal' „Gießener Anzeige' vtrheir- Mm |fl* vt. rchenvlah 9- 4 Wochenauff. n Poaizeit-Ven, ! Humors ■ er droh jede i Einsend.v,2b 3| Heft durch die le München, Gtoßh. Landwirthschaflslehrer Andrae, zu richten. Auch I sind dieselben zu anderweitiger, bezüglicher AuSkunftSertherlung gern bereit. , Büdingen, den 7. September 1893. Der Aussichtsrath: Klietsch. Andrae. Knaf. Hahn. Mäset. Deutsche» Reich. Berlin, 25. September. Noch während im Reichstage das Schicksal der Militärvorlage schwebte, traten ziemlich bestimmte Gerüchte auf, denen zufolge die Reichsregierung überaus beträchtliche Neuforderungen für die Marine zu stellen gedächte. Jetzt heißt es nun in der Angelegenheit weiter, diese Neuforderungen würden zwar den Reichstag in seiner kommenden Session noch nicht beschäftigen, re würden aber in der nachfolgenden Zeit doch nicht aus- ileiben. Die Höhe der betreffenden Summe soll eine so große ein, daß selbst in konservativen und nationalliberalen Kreisen ernste Widersprüche gegen die Bewilligung solcher bedeutenden Ausgaben bestünden, namentlich in Hinblick darauf, daß schon die Beschaffung der Mittel für die Militärreform große Schwierigkeiten verursache. Jedenfalls müffen erst bestimmtere Angaben über den wirklichen Umfang der signalisirten Neuforderungen für die Marine abgewartet werden, ehe sich über die Nothwendigkeit und Zweckmäßigkeit dieser abermaligen Ausgaben zu militärischen Zwecken urtheilen läßt. — Herr Dr. Miquel ist nunmehr von seinem sommerlichen Urlaub wieder nach der Reichshauptstadt zurück- gekehrt ; es muß sich jetzt bald zeigen, inwiefern der gewichtige persönliche Einfluß des Leiters der preußischen Finanzen endlich ein lebhafteres Tempo in den Berliner St euere onfe- renzen veranlassen wird. Bis jetzt scheint eß noch immer nicht, als ob dieselben trotz ihrer schon wochenlangen Dauer zum baldigen Abschluß gelangen sollten, zum Mindesten will es in der Tabaksteuercommission noch gar nicht recht vorwärts gehen, obwohl inzwischen die Commission eine ganze Reihe von Sachverständigen vernommen hat. Die Schwierigkeiten, welche sich genannter Commission barbieten, sind aber auch ungemein große und es könnte den verschiedenen Herren Finanzministern nur angeratben werden, ein paar Mal bei ben Sitzungen der Tabaksteuercommission zu gaftiren. Sie dürften dann vielleicht einsehen, wie viel leichteres Spiel sie in Frankfurt a. M. mit ihrer Conferenz gehabt haben, als die jetzt in Berlin versammelten kleineren Finanz- und Steuergötter, die nun im Schweiße ihres Angesichts ausarbeiten sollen, was die maßgebenden Excellenzen seinerzeit in Frankfurt einfach beschlossen haben! — Zu dem fraglichen Anschluß Schwedens an den Dreibund schreibt, wie aus Christianta berichtet wird, „Dagbla^et": „Ein Norweger im Auslande, der Verbindungen in diplomatischen Kreisen hat, versichert uns, daß in diesen wenig Zweifel darüber herrscht, daß zwischen Schweden und Deutschland eine förmliche Allianz abgeschloffen ist und daß Schweden die Einverleibung von Finnland wie von Norwegen zugesichert sein soll. Deutschland will ein „starkes" Scandinavien schaffen, verbündet mit dem „großen Vaterland". In diplomatischen Kreisen meine man, daß ein allgemeiner europäischer Krieg seit 50 Jahren nicht so nahe vor dem Ausbruche gestanden habe wie jetzt. Man halte sogar einen Winterfeldzng nicht für unwahrscheinlich." Das Blatt, das einen Anschluß Schwedens an den Dreibund für sehr gefährlich für Norwegen hält, fügt hinzu: „Ein Mitglied des Sverdrup'fchen Ministeriums hat auch feiner Zeit dem Redacteur dieses Blattes mitgetheilt, daß im Staatsrathe Andeutungen darüber gefallen seien, daß eine Verabredung zwischen den Höfen in Berlin und Stockholm getroffen ober baß man jedenfalls eine solche zu treffen im Begriff sei." Wiesbaden, 25. September. Die Hauptversammlung des Verbandes deutscher Gewerbevereine wurde heute im Bürgersaale des Rathhauses durch den Borsitzenden Berghausen mit einer Begrüßung der Versammelten und der Vertreter ber verschiedenen Regierungen eröffnet. Erschienen sind: für Hessen-Darmstadt Reg -Rath Hesse, für Württemberg Oberreg.-Rath Schnicker, ferner Reg.- Rath Platz (Stuttgart), Prof. v. Stockbauer (Nürnberg), Prof. Beißwanger (Reutlingen), Reg.-Affeffor Kandel (Wiesbaden) 2C. Oberbürgermeister v. Jbel begrüßte Namens der Stadt und der städtischen Behörden bie Gäste, Baurath Winter im Namen bes Centralvereins für Nassau. Dlrector Romberg (Köln) verliest ben Jahresbericht. An ben Bericht Berghausens über bie zu errichtenden Gewerbekammern knüpft sich eine lange lebhafte Debatte über den Regierungsvorschlag in Betreff ber Fachgenofsenschaften unb Hanbwerkerkammern, die nach 1 Uhr vertagt wird. Berufe, ' W., gewährt Actien-Gesellechr, 1.016,250.- her Unfälle unter de J« nach Wunsch de d®r ^gezahlt,. PramienzahloM 'WnWelstungefl |J Zeitdauer. 'erabfolgt, sowie jede essen. ® |a|)ß wöchentlicH --erscheinend g ro Quartal. fl »täg. erscheinend -I.'ick tarnuf i £atrntl)rtoTj)l 'pichen htm < RinXlN.gAi t»t ches btt 3ti leubieü, m II taderihm gefüllt chremn Magazi l^tJtr ans fdm I thflneangeL ‘trbrta. Da« •rtJer, alle Boi itü Sarnisonvt ' 6t. 3it Ibn hn Vau ’hngen stürzt •üin labt und - 0 , . P . ... bxii ön btr w bem flfer* aIa« " bet ub die' •iiitn, ®ei der ir ^^itnommcnen Umma »nlehen Lil L 3h • « M , Mt Wo, * iMtUj ein ntC( essen konnte befördert werd: ihr Wasser L klicherweise ging >as neue Weik k:- v°ln 12^d8 k I« l,Mk isich nicht 1 des lUchx^ ( 3t,8! R;;* cin* und ausfteiq^ S,-Ä ? rr ^uhsabrikanten ht?5?ie Btti Mitte Da« Berliner J- ■meine PreiSerhv' << Ski« g begründet, bah Rohmaterial niii re besonders fev Jni U>enn die Mei- ttW in berf: Lindern, jetzt gibt es zwei Klassen, der zweite Lehrer kommt ir aller Nähe. Herr Baumeister Damm in Büdingen machte dis Pläne, Herr Baumeister Jeckel in Ortenberg besorgte die Ausführung. Den schön gelegenen Bauplatz, 300 Quadrat« i reter, gab das Pfarrgut pro Quadratmeter zu 40 Pfg. her. ES ist jetzt noch der Schulhof zu planiren und mit Sand i mb Kies einzuebnen. Der Bau begann am 1. Mai 1892 mb ist am 1. October 1893 fertig. DaS schöne SchulhauS ^reicht dem Dorfe zu Schmuck und Ehre. IA Mainz, 24. September. Unter dem Vorsitz des Herrn Dr. Richter-Pforzheim fand heute dahier der diesjährige Parteitag der „deutschen Volkspartei" statt. Derselbe war oan ca. 150 Parteimitgliedern besucht und zwar von Delegirien ou8 Hessen, Württemberg, Baiern, Baden und Preußen. Von bekannteren Personen waren anwesende die Reichstagsabge- ordneten Payer - Stuttgart, Conrad Hausmann - Stuttgart, Moller-Göppingen, Landtagsabgeordneter Friedrich Hausmann- ^etuttgaTt, die früheren Reichstagsabgeordneten Sonnemann- Frankfurt, Köhl-Würzburg, Dillinger-KarlSruhe, Grohe-Ham- ßtrch. Die übrigen Reichstagsmitglieder der Partei haben ihre Abwesenheit entschuldigt. Namens des engeren Partei- «aSschusses erstattet Payer nach Constituirung des Vorstandes unb Kenntnißgabe des KasienberichteS Bericht über die Lage bet Partei und die Thätigkeit der Fraction in einzelnen vor- gekommenen Fragen, wobei er eS als eine erfreuliche That- fache bezeichnete, daß die Partei in stetem Fortschritt begriffen sei. Als Sitz des engeren Parteiausschusses wurde wiederum 6tuttgart bestimmt und sämmtliche bisherigen Mitglieder vikdergewählt. Die Mitgliederzahl des weiteren Ausschusses durde von 12 auf 18 erhöht und als Ort des nächstjährigen Parteitages Aschaffenburg bestimmt. Im Anschluß an den Nericht Payers über den Reichstag wurde auf Antrag von Dr. Strauß-Constanz folgende Resolution einstimmig angenommen : Der Parteitag der deutschen Volkspartei erkennt in bet Einführung neuer directer Steuern einen Versuch, die Sofien der Heeresvermehrung auf den Mittelstand und die unbemittelten Klaffen der Bevölkerung abzuwälzen; der Parteitag fordert daher die Vertreter der Partei auf, die in Aussicht genommene Reichssteuer auf Tabak und Wein, sowie überhaupt alle auf die Besteuerung von Verbrauchsgegenständen abzielenden Vorschläge auf das Entschiedenste zu bekämpfen — im Interesse des Volkswohlstandes, der Production und der staatlichen Gerechtigkeit. ;n. Da ben bt 'eit treiben, mti hrt würben, so! iabt gepumpt wer die Leitungen in ■ men. Mit ber - plan fertiggestell! • egonnen werben. D- Ztg. v ©rüflid; @ör^d)t ikt unb tarn , WmM aub \tXMa ichlietzlich zenealogiit seine Stelle tritt k Freiherr Heinrich m tel „Ches bei ang in bei Otcki ber. Bei der kir: al«VersaMlmi: rkasse zu Drter.tr smann zu Goiu- j gewählt. TW i: pänben eines all: Vepsnischtes * Kal», 24. September. Ein großer Feuerschein erhellte gestern Abend kurz nach 11 Uhr eine über der Stadt Köln schwebende große Wolke. Es war, wie man alsbald wahr- uabm, der Widerschein eines starken Brandes, der allem Anscheine nach auf der rechten Rheinseite ausgebrochen war. Gleich darauf wurde auch von Deutz aus Großfeuer gemeldet. Mit sämmtlichen verfügbaren Fahrzeugen rückte das Gesammt- Feuerwehrcorps nach der Mülheimerstraße aus, dort war daS zwischen dem Güterbahnhofe Deutzerfeld und dem alten Fort XIV. gelegene Fouragemagazin der Garnisonverwaltung, welches die Strohvorräthe für das Deutzer Cürassier-Regiment enthielt, in lichten Flammen. An eine Rettung des bis obenhin gefüllten, etwa 90 Meter langen und 30 Meter breiten Magazins war nicht zu denken und es galt nun, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Es herrschte großer Wassermangel. Bis heute Mittag dauerten die anstrengenden Arbeiten. DaS ganze Magazin brannte bis auf den Grund weder, alle Vorräthe, 4000 Ctr. Stroh, wurden vernichtet. Die Garnisonverwaltung nimmt Brandstiftung an. * St. Johann, 25. September. Das Chorgewölbe ber im Bau begriffenen katholischen Kirche in Uchtelfangen stürzte ein und begrub 3 Arbeiter. Von diesen ist einer tobt und einer schwer verletzt. * Marburg, 25. September. Die Fernsprechein- richt u n g ist heute Morgen 7 Uhr dem öffentlichen Verkehr übergeben worden. * Berlin, 25. September. In der Kaserne des Garde- Füsilier-Regiments erschoß gestern der Sergeant Wagemann den ihm vorgesetzten Feldwebel Kanikowsky und beging alsdann Selbstmord. * Gardelegen, 25. September. Im nahegelegenen Calbe zerstörte eine Feuersbrunst das Haus des Kaufmanns Hermann. Die vollständig verkohlte Leiche des Besitzers wurde hinter dem Ladentische aufgefunden. * Von den Stuttgarter Kaifertageu. Nach der Parade am Freitag trat der Kaiser sehr eilig in seine Gemächer unb fragte einen der dort stehenden württembergischen Hofdiener: „Ist Caprivi da?" Der wackere Schwabe, der die etwas hastig gestellte Frage falsch verstanden hatte, ertoiebertc: „Noi', Majeschtät, ka Briese sind net do. De Poscht wird erst um Zwei austrage". Dem Kaiser soll dieses Mißverständniß viel Spaß gemacht haben. * Civil uud Militär. Der Kaiser erließ eine Cabinets- Ordre, worin er es übel vermerkt, daß die Reserve- Offiziere bei feierlichen Anlässen, Paraden ?c. sich ihrer Uniform wegen von Schutzleuten nicht behindern ließen, aus den Reihen des Publikums vorzutreten, während das übrige Publikum den Anordnungen der Polizei folgen müsse. Die Reserve-Offiziere sollten hier gerade mit gutem Beispiel vorangehen. * Ein schreckliches Geschick ereilte vor einigen Tagen den gesuchtesten Kinderarzt der Stadt Pre ßburg, Dr. Bela Bökh. Er kehrte von einem Besuch bei einem an Diphtheritis erkrankten Kinde heim. Ehe er noch Zeit gefunden hatte, sich umzukleiden und zu desinficiren, lief ihm fein Söhnchen entgegen und küßte den Vater trotz aller Abwehr des letzteren. Zwei Tage später erkrankte das Kind an der mörderischen Seuche, die es auch hinwegraffte. Der unglückliche Vater verlor darüber den Verstand, verfiel in Tobsucht und starb unter den fortwährenden Rufen: „Ich habe mein Kind getödtet!" ♦ Die Banber-ilt'sche Yacht. Die Yacht, in welcher der New - Yorker Millionär Van d er b il t in den nächsten Wochen nach Europa kommen wird, ist wohl das schönste Schiff, welches irgend ein Privatmann für den eigenen Gebrauch besitzt. Es ist 300 Fuß lang und besitzt 2400 Tonen Wasserverdrängung- die Maschinen geben 4500 Pferdekräfte. Der Empfangssalon dehnt sich über die ganze Breite des Schiffes aus. Er ist in Weiß und Gold gehalten im Stile Louis XVI. Die Möbel sind mit rothem Sammet gepolstert. Die reiche Bibliothek befindet sich in Schränken aus Wallnußholz. Das Schlafgemach der Frau Vanderbilt hat eingelegte Arbeit von Gold und Elfenbein. Die Vorhänge und Ueberzüge bestehen aus alter rosafarbener Seide Louis XIV. Das Wohnzimmer ist mit Mahagonh-Möbeln ausgestattet und hat grüne Sammetvorhänge. Zwei weitere Gemächer sind im Empirestil gehalten in blauer Nuance. In dem eleganten Badezimmer besteht die gesammte Badeeinrichtung aus plat- tirtem Silber, selbst die Thürdrücker sind versilbert. In den Zimmern spielen electrische Vorrichtungen eine Hauptrolle, damit unverzüglich die Befehle befolgt werden können. Die Yacht ist in Birkenhead bei Liverpool gebaut und hat bedeutend mehr als 2 Millionen Mark gekostet. Verkehr, Land- nnd Volkswirryschast. Sieße», 26. September. Marktbericht- Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr Pfb- X 0,90-1,00, Hühnereier per Stück 6—7 4, 2 Stück — 4, Ääfe pr. St. 5—8 4, Ääfematte pr. St- 3 4, Erbsen vr- Liter 18 4, Linsen pr. Liter 30 4, Tauben pr. Paar X 0,50—0,70, Hühner pr. Stück X 0,85—1,10, Hahnen pr. St. X 0,50- 0,90, Enten pr. St- X 1,40 bi« 1.60, Ochsenfleisch pr. Pst» 62—dß 4. Kuh- und Rindfleisch pr. Psd. 50-56 4# Schrot? fleisch pr. Psd. 60-70 4, Kalbfleisch pr. Psd. 48-52 4, Hammel- fleisch pr. Pfd. 40—60 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00—7,00 X, Weißkraut pr Stück 8-15 4, Zwiebeln pr. Eentner 6,50-7,00 X, -Nttlch pr. etter 16-20 4 Enteneier pr. St. — 4, Zwetschen Ctr. 3,50—5,00 X - A«r Gesunderhaltung unsrer BtehbestLnde. Dec diesjährige große Mangel an Futter ist es nicht allein, welcher die Erhaltung unserer Viehbestände gefährdet, die geworbenen kleinen Mengen Heu haben auch bejüglich ihrer Qualität wenig Werth und wirken vermöge ihrer fehlerhaften Zusammensetzung nachihellig auf die Gesundheit der Thiere. Bei der anhaltenden Dürre konnten die Futterkräuter während ihres WachSthumS zu wenig mineralische Bestandtheile au8 dem Boden aufnehmen, die Pflanzen wachsen in solchen Jahren selbst unter günstigen Bodenverhältnissen fast- und kraftlos empor, finb schwer verdaulich unb besonders arm an phoSphor- saurem Kalk, der zur Bildung des Knochengerüstes der Tbiere unumgänglich nothwendig ist; der Mangel kann 20 biS 30 pCt. betragen. Noch mehr zeigt das Futter von sauren, torfigen ober moorigen Wiesen, aus welches wir in sehr trockenen Jahren besonders angewiesen find, diesen Mangel an knochendildcnen Salzen, der sich bei jungen Thieren als Knochenweiche, bei älteren als Knochenbrüchigkeit, Rhachitis bemerkbar gemacht. Es sind dieS Krankheiten, die nach traurigen Erfahrungen in manchen Gegenden unter gleichen WitterungS- verhältniffen ganz enorm große Opfer gefordert haben und auch in diefem Jahr hier und da ihren Einzug halten werden. Durch rechtzeitiges Verfüttern von phosphorsaurem Kalk aus M. Brockmanns Fabrik in Leipzig-Euttitzsch kann man diesen Krankheiten wirksam begegnen. Vorzüglich verwerlhet sich der phoSphorfaure Kalk bei der Auszucht deS Jungviehs, indem er »ur Kräftigung des Knochengerüstes beiträgt, was auch bezüglich der Schweinezucht und der Aufzucht der Ferkel Geltung hat. Bei Milchfehlern, beim Nicht- buttern der Milch, beim Nachlassen der Milch wird M. BrockmannS phoSphorsaurer Kalk mit vielem Erfolg angewendet. ES ist ja bekannt, daß eine gute milchende Kuh eine bedeutende Menge phoSphor- fauren Kalk abgiebt, der ersetzt werden muß, soll die Kuh ihre gute Eigenschaft behalten. Ferner bewirkt dieses Mittel, daß das Verkalben der Kühe verschwindet, auch der Abgang der Nachgeburt ein normaler ist. Wollen die Hühner nicht legen, so gebe man ihnen phoSphorsauren Kalk, und sie werden zur Freude der Hausfrauen ihre Pflicht erfüllen. — Ein guter Futterkalk darf nur auS Knochen hergestellt sem, und zwar wird in M. BrockmannS Fabrik ausschließlich bestes Rohren- knochen-Material zur Fabrikation seines phoSphorsauren KalkeS unter voller Garantie verwendet. Dieses Fabrikat wird durch die Magensäfte leicht löslich und verdaulich, während die minderwerihigen Mineral-Präparate vom Thier nicht assimilirt werden, demselben vielmehr Beschwerden verursachen, also nicht empfohlen werden können. — Die Allgemeine Versorgungs-Anstalt t« Karlsruhe hat, gleich einigen anderen Gesellschaften im Anfchlusse an die Lebensversicherung eine Jnpalidiiätsoersicherung eingeführt, mittelst beten bte Lebensversicherten gegen mäßige Zusatzprämien sich für den Fall ihrer burch Krankheit ober Körperverletzung verursachten Erwerbsunfähigkeit bte Freiheit von weiterer Prämienzahlung sichern können- Der Prospect spricht die Hoffnung aus, baß bie neue Einrichtung manchem sorglichen unb vorsichtigen Manne ben Entschluß, sein Leben zu versichern, erleichtern unb so bazu beitragen werbe, ber Lebensversicherung immer neue Freunbe zu gewinnen. LpieLpilM der vereinigten frankfurter Ltadttheater- Opernhaus. Mittwoch ben27.September: Flick unb Flock. Donnerstag ben 28. September: Rigoletto. Freitag ben 29 September: Flick und Flock. Samstag den 30. September: Königin von Saba. Sonntag den 1. October, Nachmittags 31/» Uhr: Fledermaus. Abends 7 Uhr: Aida. Montag Den 2. October: Der Bajazzo. Cavalleria rusticana. Schauspielhaus. „ . Mittwoch den 27. September: Talisman. Donnerstag den 28. September: Lolos Vater. Freitag den 29. September: Lolos Vater. Samstag den 30. September: Iphigenie auf Tauris. Sonntag ben 1. October, Nachmittags 3'/, Uhr: Der Hüttenbesitzer. Lolos Vater. Montag ben 2. October: Mabame Mongobin. Frauen und Jungfrauen S Hoher Haut kann zu ihrem Toileticgebrauche nichts Besseres ange- rathen werben, als bet Gebrauch ber DoeeiUgS Seife mit der Eule. Der hohe Werth bieser Toilette-Seife besteht nicht allein bann, baß sie fein parfümtrt, seht gut reinigt, sich äußerst sparsam vermascht, sonbern hauptsächlich barin, baß sie ber Haut Fett zuführt, nicht an- greist, nicht brennt, bie Geschmeibigkeit erhält unb baß sie, je langer angeroanbt, besto günstigere Erfolge in Bezug auf Schonhett und Zartheit ber Haut bewirkt. Obgleich bie beste aller besseren ©elfen ist sie boch schon für 40 Pfg. käuflich. Engros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen. [4555 KönigM Hch'i m unb Höchsten i nad) DaroiM am Bahnhof i ljitb ihre Huldig' MtnWtn W- mcher NckM ; sich bei ßuaw A* N" «f dn ber ®»6 ' L ibere@i>1,ablin9/1 U«w 9 spreche^/ 4 4000 Aultiatf|U ’il Bekanntmachung Bei der in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung M genommenen planmäßigen Verloosung der in diesem Jahr zur Abtragung kommenden städtischen 3»/zv/yigen Obligationen auf Inhaber des 1893er Anlehenö sind folgende Stücke gezogen worden, nämlich: von Lit. L Nr. 31. 49. 127. 203. 205. und 223 ä. 2000 = 12000 X. „ „ M „ 9. 30.192. 215. 217. 308. 313. und 354 .......L 1000 „ = 8000 „ „ N „ 8. 111. 117. 125. 132. 221. 239. 310. 442. 557. 563. 569. 575. 581. 587. und 595. . . ä 500 „ = 8000 „ „ 0 „ 85. 156. 169. 210. 216. u. 276. ä 200 „ ---- 1200 „ „ P „ 103. 222. 227. 267. 272. 277. 321. und 344......ä 100 „ = 800 „ zusammen — 30000 «X. Wir bringen dies mit dem Anfügen zur Kenntniß der Besitzer der sorbemerkten Schuldverschreibungen, daß die Einlösung derselben bei der Stadtkasse in Gießen, „ dem Bankhause Aron Heichelheim in Gießen und „ der Mitteldeutschen Creditbank in Frankfurt a. M. erfolgt und die Verzinsung mit 1. Januar 1894 aufhört. Gießen, 22. September 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 8089 N Trommeln. — Pfeifen. — Trompeten. ▼ Harmonikas, Zithern, Violinen, Flöten, ▼ sewle alle Instrumente In grösster Auswahl zu Fabrikpreisen Io der Instrumentenfabrik und Handlung ▼ * Ernst Challier (Rudolphs Nacht)., Giessen. ♦ Illustrirte Preisverzeichnisse gratis und franco. [7826 Bekanntmachung. Die im Herbst dieses Jahres leihfällig werdenden, sowie die gekündigten städtischen Triebviertel — 212 Stück, sollen Montag den 2. Oktober an Ort und Stelle anderweit ver- pachtet werden. Zusammenkunft Vor- mittags 9 Uhr am „Schützenhos". Gießen, den 26. September 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 8097 Mobiliar-Versteigerung. Freitag den 29. September d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen G-ünberger. stratze 28II folgenbe Gegenstänbe öffentlich versteigert werben: mehrere Sophas, Tische, Stühle, Betten, Nachttische, Schränke, Spiegel, Bilder, Küchengeräthe, Porzellan, Glas, Lampen, Decken, WeißzeM, KleibungSstücke u- s. w- [8077 I. 21.: Schneider, Taxator. Keikgeöotenes. Vorzüglichen Aepfelmost empfiehlt [8096 M. Schäfer, Grünbergerstraße. Zu verkaufen ein brauner Wallach, 7 bis 8 Jahre alt, complet gefahren unb geritten- [8091 Näheres LubwigSplatz 5, UI. Holzverkauf. Die als Auskunftsbehörden in nachstehendem Verzeichniß angeführten Forstverwaltungen wünschen nachverzeichnetes Holz aus dem Holzerntejahr 1893/94 vor der Fällung auf dem Submissionswege zu verkaufen, haben hierzu Termin auf Montag den 2. October, Nachmittags 2 Uhr im Lenz'schen Felsenkeller zu Gießen angesetzt und laden die Herren Käufer zur Betherlrgung em. Die Gebote sind verschloffen, für jeden Verwaltungsbezirk auf ein besonderes Blatt, spätestens bis zum 1. October Abends an das Fürstliche Forftamt zu Büdingen einzuretchen und können sich auch auf Theile der einzelnen Loose erstrecken. Am 2. October werden Offerten nicht mehr angenommen. . Die gewünschten Maße, sowie die Art der Aufarbeitung sind in der Offerte naher anzugeben. . Durch Einreichung der Offerten unterwerfen sich die Käufer rechtsverbindlich den von jeder Forstverwaltung festgesetzten Submissionsbeding- ungen. Die Bietenden bleiben 3 Wochen an ihr Gebot gebunden. Gegen genügende Sicherheit kann Zahlungsfrist bis Martini 1894 gewährt werden. „ „ . _., Auskunftsbehörde: Gräfl. Obersörsterei Arnsburg bei Lich: Eichen: 50 fm Schwellenholz, 50 fm Grubenholz (Revier Arnsburg), Fichten: 50 fm Bauholz, 80 fm Derbstangen, 50 rm Celluloseholz, Kiefern: 120 fm Grubenholz (Revier WerningS). Auskunftsbehörde: Gräst. Obersörsterei Laubach: Buche«: 400 fm Schnittholz, Fichten: 50 fm Bauholz (Distr. Hubberg), 50 fm Derbftangen (Distr. Hauenberg). * Auskunftsbehörde: Großh. Obersörsterei Laubach (aus den Gemeindewaldungen Lardenbach, Laubach, Nonnenroth, Röthges, Rupperts, bürg und Wetterfeld): Eichen: 10 fm Schwellenholz, 70 fm Bauholz, 280 fm Grubenholz, Kiefern: 142 fm Bauholz, 200 fm Gr benholz, Fichten: 10 fm Schnittholz, 158 fm Bauholz (theilw. Randfichten), 50 fm Gerüftstangen, 2000 Stück Hopfenstangen. Auskunftsbehörde: Fürftl. Oberförsterei Sich: Eichen: 130 fm Schwellenholz, 400 fm Grubenholz, Fichten: 600 fm Bauholz (Diftrict Meilbach 9b), Kiefern: 25 fm Grubenholz (Distr. Schwarzekuh). [8085 20 15 10 5 a*r Neuheiten ^ermann l{at)z Itaufurtur- und Wodelvaareu Mäusbnrg 5 Mäusburg 5 7891 Adam Reiners. rltbuc 8087 Korbflasche Liter ä Neltermweg 53. Selternweg 53. ür die langen Winterabende bietet unterhaltende Lectüre unser [8088 Waare.) Louis Hellmold. tober zu vermiethen. 5755] Di- Parterrewohnung unt> ygu tonW die Beletage Lstanlage 29 find ans > 78TO] Eine tüchtiae Kindergärtnerin 1. Oktober zu vermiethstt. noch England gesucht. rltähereS bet NLHereS bei Agent K. Klees, Frau Director Pascoe. 8083] Güdanlage lS. Gesucht Phil. Wagner. 7770 8036 früher Geschwister Meier. mtethen. Gießen, den 23 September 1893. ic 8. 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