mit Logii 1°06oöfo»o «’Mhi o 'kaufl . ^letzen. § EDe Anzeigen. W-'Morama, 23, 8- legung eines Glsetzen'wurfs. welcher den Consumvereinen die Abgabe van Maaren an Rtchtmitglieder schlechthin und unter Straf-Androhung verbietet. Durch den Sßaarenoeifauf der Consumoereine an Richt- mitglteder würden die Gewerbetreibenden schwer geschädigt und die Schank-Concesstonsbestimmungen umgangen. Allerdings sei den Consumvereinen schon jetzt die Abgabe von Maaren an Richt-Mitglieder untersagt; aber besetz Verbot sei nutzlos, weil die Strafbestimmung fehle. Abg. Hitze (Ctr.) begründet den von stinen Freunden eingebrachten Gesetzentwurf, welcher den Maarenverkauf der Consumoereine an Richtmtlglleder mit 150Mk. Geldstrafe bedroht und dteConsum- vereine bezüglich des Verkaufs von Bier und Branntwein den Be- stimmungm über die Schankconcession unterwirft. Abg. Clemm (ntl.): Der Cenlrumsantrag würde den Consumvereinen den Todesstoß versetzen, denn wo sollen sich für diese Verkäufer finden, wenn dieselben unter eine stete Strafandrohung von 150 Mk. gefüllt werden. Die Consumvereine wirkten sehr nützlich. Reellen Geschäften hätten dieselben nicht geschadet, aber allerbings hätten sie zur Preisreaulirung sehr viel beigetragen. Sehr wohl- thätig wirkten die Consumoereine besonders auf dem Lande. Durch die Unterdrückung der Consumoereine schade man besonders dem Mittelstände. Freilich entsprechend besteuert müßten die Consum- veretne werden. Abg. Stolle (Soc.) bekämpft die Anträge unter Berufung auf bie Entwickelung der Consumvereine im Königreich Sachsen. Ein aut geleiteter Consumoerein werde allerdings Concurrenz den kleinen Ladenbesttzern machen können, aber das thue doch jedes mit größerem Capital arbeitende Geschäft. Diese zu beschneiden, daran denke Niemand. Der Consumoerein sei von socialer Bedeutung, freilich nur als Palliativmittel. Werden die Anträge angenommen, so werde niedergerissen, was Hunderttausende fleißiger Hände aufgebaut haben. Für die Behauptung, daß die Consumvereine die Concesfions- beftimmungen umgingen, sei kein Beweis erbrachr. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp). Die Consumvereine wirken unter gewissen Verhältnissen sehr wohlthätig. weshalb auch nicht daran gedacht werde, dieselben zu unterdrücken. Aber andererseits sei nicht in Abrede zu stellen, daß durch diese Vereine den kleinen Gewerbetreibenden großer Schaden zugesügt werde. Dem werde durch die Anträge begegnet. Der Eifer, mit dem Stolle für die Consumvereine eingetreten sei, erkläre sich daraus, daß bei diesen Vereinen die Socialdemokraten domtnirten. Abg. Dr. Schneider- Rordhausen (dsr.) kann die vorgeschlage- nen Beschränkungen nicht für berechtigt anerkennen, die Handwerker seien gar nicht Gegner der Consumoereine, denn sie gehören selbst in großer Zahl denselben an. ES handle sich hier um ein Klein handelsschutzgefetz. Aber solle man die Kleinhändler auf Kosten der Arbeiter, die sich zu Consumvereinen zusammenthun, schützen? Wolle man das Gesetz ändern, so streiche man das Verbot deS Waaren- verkaufs an Nichtrnitglieder. Abg. Dr. Buhl (natl). Die Annahme des Antrags Ackermann würde namentlich die landwirthschastlichen Consumvereine treffen. Ein solcher Verein mit Molkerei-Genossenschaft würde unmöglich gemacht, die großen Consumoereine aber mit fabrikmäßigem Betrieb würden sich einfach in Actien-Gesellschaflen umwandeln und so dem kleinen Handelsgewerbe noch mehr Concurrenz machen als bisher. Er beantragt, in dem Anträge Ackermann zu sagen: Ten steuerfreien Consumvereinen ist die Abgabe von Maaren an Nicht- mitglieber unter Strafandrohung zu verbieten. Abg. Schenk (bfr.) roenbet sich eingehend gegen die Anträge, welche bie Consumoereine schäbigten, ohne bem Kleinhandelsgewerbe zu nützen. Hierauf wirb ein Vertagungsantrag angenommen. Morgen 1 Uhr: Etat: Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Corresponbenz-Bureau. Berlin, 25. Januar. Der Großfür ft-Thronfolger machte Vormittags bem Kaiser, der Kaiserin und den Mitgliedern des Kaiserhauses, sowie den fremden Fürstlichkeiten Besuche, empfing später deren Gegenbesuche und nahm Nachmittags mit dem König von Sachsen an der kaiserlichen Früh« stückstafel Theil. Der König von Sachsen empfing Vormittags den Reichskanzler. Berlin, 25. Januar. Der Großfür st-Thronfolger fuhr heute bei dem Reichskanzler vor und gab seine Karte ab. Berlin, 25.Januar. Die Civiltrauung der Prinzessin Margarethe mit dem Prinzen von Hessen fand heute Nachmittag 4 Uhr statt. Daran schließen sich die Übrigen Feierlichkeiten. Berlin, 25. Januar. Nachmittags 4*/2 Uyr wurde die kirchliche Trauung des fürstlichen Brautpaares durch den General-Superintendenten Dryander in der Schloßcapelle vollzogen, wohin sich das Brautpaar, Kaiser und Kaiserin, die zahlreich anwesenden Fürstlichkeiten, nachdem die Kaiserin auf dem Haupte der Prinzessin die Prinzessinnenkrone befestigt hatte, in feierlichem Zuge begeben hatten. Dem Brautpaare schritten Hofchargen voran, hinter ihm folgte die Kaiserin Friedrich, geleitet vom Kaiser und dem Landgrafen von Hessen, darauf die Kaiserin Auguste Victoria, geleitet vom König von Sachsen und dem Großsürst Thronfolger von Rußland, hierauf die Landgräfin von Hessen, geleitet vom Herzog von Edinburg und dem Großherzog von Baden. Dryander hielt die Traurede über den Confirmationsspruch der Braut: „Dienet einander Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen, als guter Haus- Halter der mancherlei Gnade Gottes." Während des Ringwechsels gab die Artillerie im Lustgarten 36 Salutschüsse ab. Hiernach folgte große Cour im weißen Saale, wonach Cere- monientafel im Rirtersaale war. Der Kaiser brachte die Gesundheit des Brautpaares aus, worauf das Musikcorps des ersten Gardedragonerregiments Tusch blies. Hieran schloß sich der herkömmliche Fackeltanz im Weißen Saale. Die Domgemeinde, in der das königliche Schloß liegt, hatte dem Brautpaar eine Bibel verehrt. Berlin, 25. Januar. Gutem Vernehmen nach genehmigte der Kaiser durch Cabinetsordre, daß das an der Schloß- fr e i h e i t gelegene fiscalssche Grundstück, wo sich das Restaurant Fritz Helms befindet, der Stadtgemeinde Berlin übertragen werde. Dadurch wird die baldige Regelung des Kaiser Wilhelm- Denkmalplatzes ermöglicht. Halle, 25. Januar. Geheimrath Pettenkoser bemerkt in einer Zuschrift an die „Saalezeitung" auf die Frage, ob er hierherkommen werde, der Ausbruch der Cholera in Nietleben biete ihm nichts Neues. Er erinnere ganz an den Ausbruch in der bayerischen Gefangenenanstalt Laufen im November 1873, und es sei zu hoffen, daß diese wie jene, wie heftige Ausbrüche zu thun Pflegen, sehr bald erlöschen werden, ohne sich zu verbreiten. Karlsruhe, 25. Januar. Die Leichenfeier für Vincenz Lachner ging unter zahlreicher Betheiligung der Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden vor sich. Neapel, 25. Januar. Die Universität wurde infolge Unbotmäßigkeit der Studirenden geschlossen. Depefchen Des Bureau „Herold". Berlin, 25. Januar. Der Kaiser verlieh dem Großfürst - Thronfolger die Kette zum Schwarzen Adlerorden. Berlin, 25. Januar. ' Bei dem gestrigen Stiftungsfest des „Vereins zur Beförderung des Gewerbe- f leih es" führte Handelsminister v. Berlepsch aus, er sei überzeugt, die langen Jahre des Schutzzolles hätten die Ucber- production herbeigeführt. Er gehöre nicht zu den Verur- theilern deS Schutzzolles und glaube, der Uebergang zum Schutzzoll sei rechtzeitig erfolgt. Die Schutzzöllner müßten sich sagen, die Industrie würde durch den Schutzzoll so erstarken, daß sie ohne gesteigerten Export eine Schädigung erleide, deßhalb sei die nothwendige Folge der Abschluß der Handelsverträge, ohne welche die Calamität weit größer werde. Die Handelsverträge trügen schon gute Früchte. Die In« dustrie müsse den Hebel nicht bei der Massenproduction ansetzen, sie müsse eine Verfeinerung der Leistungen anstreben. Berlin, 25. Januar. Heute Vormittag fanden vier Versammlungen von Arbeitslosen statt. Singer, Bebel, Liebknecht und DreeSbach hielten Ansprachen und protestirten in den schärfsten Ausdrücken gegen den Handelsminister, welcher gegenüber einer Deputation von Arbeitslosen erklärt, es existire kein Noihstand. ES wurden Resolutionen angenommen, worin der Achtstundentag verlangt wird und gegen den Lohn von 2 Mark als zu wenig protestirt wird, welche die Stadt den angestellten Arbeitslosen zahle. Berlin, 26. Januar. Die österreichische Regierung ordnete infolge des erneuten AuSbruchS der Cholera an, daß die von Halle a d. S. und Hamburg kommenden Reisenden einer fünftägigen Beobachtung an der Grenze unterliegen. Nietleben, 25. Januar. Gestern erkrankten 13 Personen, eine Person starb. Die Gesammtzahl betragt 105 Erkrankungen und 33 Tobte. Köln, 25. Januar. Ein Telegramm der „Kölnischen Zeitung" aus Petersburg bezeichnet die Stellung deS Barons Mohrenheim als ernstlich erschüttert; man glaubt an seine baldige Abberufung. Wien, 25. Januar. Don bestinformirter Seite wird die Nachricht über dic Verlobung des Fürsten von Bulgarien mit einer bayerischen Prinzessin als erfunden bezeichnet. Budapest, 25. Januar. Der Abgeordnete U g r o n inter» peUirte darüber, daß ein Oberst deS in Karlsburg garni- sonirenden Regiments zwei Bataillone strafweise bei 22 Grad Kälte zu einer Marschübung commandirte, wodurch 114 Mann Hände, Füße, Ohren und Nasen abfroren, und verlangte exemplarische Bestrafung deS Obersten. London, 25. Januar. Die Influenza tritt in einer Reihe von Provinzstädten heftig auf. In der abgelaufenen Woche kamen in London 17 Todesfälle an Influenza vor. Brussel, 26. Januar. Der belgische Großorient erläßt ein energisches Manifest zu Gunsten deS allgemeinen Stimmrechts. Belgrad, 26. Januar. In der Provinz wird tie Aussöhnung des Königs Milan mit seiner Gattin glanzend gefeiert. Eine wahre Fluth von Glückwunsch-Adressen wurde nach Paris und Biarritz gesandt. Der königliche Konak in Kragujeracz wird für die Königin Natalie her- gerichtet. Warschau, 25. Januar. Der Gouverneur ordnete die Abhaltung von Wintermanövern an. Bogota (Columbien), 25. Januar. Eine Arbeitermenge machte Angriffe auf diejenigen ZeitungSbureauS, welche verleumderische Artikel veröffentlicht hatten. Sie zerstörten die Maschinen, töbteten fünf Setzer und verwundeten zwei Redackeure rödtlich. Alsdann versuchten sie die Hauser in Brand zu stecken. Schließlich wurden sie durch Militär zurück« geworfen. Mehrere der Angreifer wurden verwundet. ES haben zahlreiche Verhaftungen stattgefunden. Cocaks un- provinzielle». Tießen, 26. Januar 1893. — Empfang. Seine Königliche Hoheit der Großh erzog empfingen am 24. d. Mts. in Berlin u. A. den Major Feldt vom Nebenetat des Großen Generalstabes, ä la suite des Infanterie - Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessischen) Nr. 116. —er. Im evangelischen Arbeiterverein hielt am 15. d. M. Herr Dr. Matthaei einen Vortrag, in dem er etwa Folgendes ausführte: Der Reichthum eines Landes hängt nicht allein ab von den Rohproducten, die es erzeugt, sondern auch von der Art ihrer Bearbeitung. Man hat gesagt, Deutschland sei arm, das war nicht immer so. Es gab eine Zeit, wo unser Vaterland neben einer angesehenen politischen Stellung auch einen großen Reichthum besaß, im 15. und 16. Jahrhundert, was zum Theil daran lag, daß wir einen Arbeiter- und Handwerker Stand hatten, der Weltruf besaß, da er es verstand, das Nohproduct in geschmackvoller Weise zu verarbeiten. Auch werthloses Material gewinnt durch die edle Form und diese giebt ihm das Kunst-Handwerk. Redner gab darauf einen Ueberblick über die Entwicklung deS Handwerks im Allgemeinen und conftatirte, baß daS Handwerk erst etwa um i 1300 zur Bliithe kam und besprach darauf die Innungen. ! Von dem Leben des Einzelnen im Handwerk wissen wir leider nicht viel- erst um 1600 etwa hat Rector FristuS in Alten bürg einiges von den Handwerks-Gebräuchen zusammengestellt, von denen Redner einzelnes, daS sich aus das Schmiedehandwerk bezog, vorlas. Durch die Pflichttreue und den innigen Zusammenhang des Handwerks wurde besonders auch das Kunst Handwerk gehoben. Sprecher führte nun aus, daß die Kunst auch für uns ein Bedürfniß ist, besprach die einzelnen Arten des Kunsthandwerks und zeigte Proben ihrer Erzeugnisse in Abbildungen vor. Zu einer solchen Bliithe wie im 15. und 16. Jahrhundert aber gehört zweierlei, einerseits Leute, die die Sachen machen können — und die gabs damals, wo auch die Künstler in inniger Beziehung zum Handwerk standen, und anderseits ein kunstverständiges und kaufkräftiges Publikum- daß auch dieses vorhanden war, belegte Redner durch Vorlesung eines Schreibens des italienischcn Edelmanns Enea Silvio Rccolomini, des späteren Papstes Pius II. Von die,er Höhe stiegen wir herab durch den 30 jährigen Krieg. Der durch diesen eingetretene Verfall wurde geschildert. Wesentlich dazu bei trug auch die Trennung in die beiden Confessionen und der dadurch bedrängte, theil« weise Wegfall des Kirchen Schmucks. Schlimmer aber war noch, daß, während wir kraftlos darniederlagen, Frankreich durch die weise Politik eines Mazarin und Colbert, bad Publikum und das Handwerk herangezogen halte, sodaß, während im 16. Jahrhundert Frankreich wie alle Welt bei uns kaufte, nunmehr die Sache umgekehrt wurde. Einige Zweige des Kunsthandwerks allerdings standen auch im 18. Jahr hundert bei uns in Blüthe, so besonders die Porzellan-Manu- factur. Aber nun kämme« wieder die Kriege der sriedericia- nischen und der napoleonischen Epoche. Erst nach 1870/71 wandten die Regierungen ihre Aufmerksamkeit auch wieder dem Kunsthandwerk zu- freilich mußte Reulaux 1876 in Philadelphia jenes bekannte Unheil fällen, aber so hart eS war, aber eS hat genutzt, wie ein Operationsschnitt, der auch weh thut, segensreiche Folgen hat, sodaß wir jetzt in einigen Fällen die Franzosen aus dem Felde geschlagen haben. Aber an einem fehlts noch, nämlich an einem kaufkräftigen und vor Allem auch kunstverständigen Publikum und daS gilt es heranzubilden. Dazu regen sich auch schon allerlei Bestrebungen. In den Schulen sucht mm die Kinder durch den HandarbeitS Unterricht zu interrftren, auf diese Weise wirb daS Dilletantenthum gepflegt, daS so wichtig für daS Kunst Berständniß ist. Und daS ist von einer bedeutenden volkS- wirthschastlichen Bedeutung. BiS jetzt strömen jährlich Millionen , ctrnnfreitfi die boffentlicb in absehbarer Zeit im Lande I stehende, mit Einführung der Mitteleuropäischen Zeit zu be- «. <«>* ... ,1*. w.™ >■««•.»[*"»•; ",»'Ä SS Si£,"Ä/’Ä SSLL.L'* SÄ«Ä*> w* >*■«»“!: «- “ ülslst ,, in Metz da- Bekanntmachung Jeitgeöotenes. Großh. Ortsgericht Gießen. Großh- Ottsgericht Gießen. 491 [475 | I A-: Bogt. I. A: Bogt. 274 488 I. A.: Bogt. I. A: Bogt. övinzteller. 26. Januar 1893. : Hoheit der Großherz,, Berlin u. A. den Ma>n i Generalstabes, ä la suite I« Wilhelm (2. Großh. Die städtische Sandgrube im District Sandberg an der Rödgener Straße soll Samstag, den 28. Januar 1893, Vormittags 11 Uhr auf dem Bürgermeisterei BüreauZimmerNr. 15 auf drei Jahre zur Ausbeutung verpachtet werden. Die Verpachtungsbedingungen können schon vorher ebendaselbst einge- Bekanntmachung, betreffend die Heichelheim'sche Stiftung. NachwtevorwirdderHollLnd. TabakvonB. Becker in Seesen a.H. allen ähnlichen Fabrikaten vorgezogen. 10 Pfd. lose in Beutel fco-SMk. Nr. 3 — entgegengenommen. Gießen, den 27. Januar 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. G n a u t h. Freitag den 10. Februar1893, Nachmittags 21/» Uhr, Krammetsvögel zu haben bei H. Klotz, Mäusburg 17. Frisch geschossene Hasen, sowie [817 Raufbolde sind verhaftet. Bingen, 24. Januar. Als zweiter Beigeordneter für die Stadt Bingen wurde Herne der bisherige Inhaber dieser Stelle, Frans Anton Brilmayer, m.edergewählt. Flur 35 Nr. 116 — 869 Meter Acker auf die Tanne, Flur 35 Nr- 117 — 869 Meier Acker daselbst, Flur 35 Nr- 118 — 869 Meter Acker daselbst, Flur 35 Nr. 118s/10 — 325 Meter Acker Flur 35 N?118», io — 362 Meter Acker daselbst, Flur 35 Nr 118° io — 225 Meter Acker — Freitag den 27. d. Mts., Kaisers Geburtstag, bleiben die Postschalter wie an Sonntagen geschlossen. — Festgenommen. Ein vor einigen Monaten nach Verübung eines Betrugs von hier nach Amerika flüchtig gegangener hiesiger Schuhmacher, der aber wieder nach Deutschland zurückgekehrt war, wurde in Frankfurt verhafiett Ebenso erging es einem von hier nach Verübung eine» Gelddiebstahls flüchtigen Schriftsetzer- denselben erreichte in Leipzig das Schicksal, der Polizei in die Hände zu fallen. — Verhaftet wurde gestern Abend auf der Brandstelle bei der Universität em hiesiger, der Pflichtfeuerwehr angehöriger Einwohner, der sich den Anordnungen der Aufsichtsbehörde nicht fügte. Inwieweit die Mitteleuropäische Zeit mit ihrem Beginn (1. April) in die öffentlichen wie Privatverhältnisse eingreifen wird, ist noch nicht abzusehen, Redner glaubt aber, daß man sich in die neuen Verhältnisse leichter finden werde, als vielfach angenommen werde. Auch General-Feldmarschall Graf Moltke hat in seiner Reichstagsrede über die Mitteleuropäische Zeit die durch sie im bürgerlichen Leben hervorgerufenen Störungen als gering, aus strategischen Gründen die neue Zeitbestimmung aber für unerläßlich bezeichnet. Herr Reuter bemerkte im weiteren Verlauf des Vortrags noch, daß die Mitteleuropäische Zeit ihre stärksten Gegner noch in den Astronomen habe, welche u. A. die Theilung des Tages in 24 Stunden anstatt in bisherige zwei Mal 12 Stunden forderten- man könne danach um 18 Uhr aufstehen, um 24 Uhr Mittag halten- die Sche.dung des Tages würde um 24 Uhr (= 12 tthr Mittags) erfolgen. Diese Art Zeitberechnung werde übrigens vielfach im inneren Eisen- bahndienst angewendet. Gegen die Mitteleuropäische Zelt' sei die Gießener Ortszeit um 25 Minuten zurück, so daß man sich nach dem 1. April bequemen müsse, Bureau-, Arbeits-, Schulstunden u. s. w. anstatt bisher 7 aus Va8/ anstatt 8 auf ^9 Uhr festzusetzen In dieser Beziehung hofft Redner für die neuen Verhältnisse auf das Entgegenkommen aller im öffentlichen Leben, besonders im Verkehre maßgebenden Personen. Dem Vortrag wurde am Schlüsse der lebhafte Beifall der Anwesenden zu Theil. — Feuer. Gestern Abend gegen Va7 Uhr wurde den Bewohnern unserer Stadt Großfeuer durch Stürmen vom hiesigen Stadtthurm gemeldet. Daß es sich in der Thal um ein bedeutendes Feuer handelte, bewies der weithin leuchtende Feuerschein. Es brannte das neben dem Universitätsgebäude in der Ludwigstraße gelegene, vor einigen Jahren neu errichtete chemische Laboratorium. Bei Ankunft der hiesigen Feuerwehren stand der ganze D-chstuhl der südwestlichen Seite schon in Flammen - auf der südöstlichen Seite brannten bis zum Beginn der Löscharbeiten auch die in den oberen Stockwerken gelegenen Hörsaale, k Nach angestrengter beinahe dreistündiger Arbeit wurde man Herr des Feuers und der größere Theil der Löschmannschaften konnte abrücken. Durch das rasche thatkrästige Eingreifen konnte der Faeadenbau vollständig isolirt und erhalten werden. Auf dem Brandplatz waren an erster Stelle anwesend Herr Pcovinzialdirector von Gagern, Herr Oberbürgermeister Gna u t h und Herr Branddirector Schmandt. Das Eingreifen der benachrichtigten Feuerwehren der Nachbarorte Wieseck und Heuchelheim war bei deren Eintreffen nicht mehr nöthig. E ne große Zuschauermenge wurde durch Militärcordon und Schutzmannschaft abgehalten. Die Entstehungsursache des auf der südwestlichen Seite zuerst bemerkten Feuers soll aus die H-ene- rungsanlagen zurückzuführen sein. Instrumente, chemische Flüssigkeiten wurden zum Theil in die Aula des Untversitätö- gebäudes gerettet- daß auch ein Theil chemischer Substanzen verbrannte, konnte man an zeitweise aufsprühenden bunten Flammen bemerken. Der angerichtete Schaden sowohl im Innern wie am Aeußeren des der Stadt zur Zierde gereichenden Gebäudes ist beträchtlich. — Zur Beachtung. Bei dem gegenwärtigen Than- wetter machen wir diejenigen Hausbesitzer, vor deren i Häusern sich Cement- oder Asphalt-Trottoirs befinden, darauf . aufmerksam, daß das Abeisen auf diesen nicht mit harten und scharfen Instrumenten als Brecheisen, Beilen rc. geschehen darf- die hierdurch entstehenden Beschädigungen fallen dem betreffenden Hausbesitzer zur Last. Am besten läßt sich Eis und Schnee durch Aufthauen mit Viehsalz lösen, woraus man das Trottoir einfach abkehren oder abschwenken kann. statt. — Im Gewerbeverein sprach vorgestern der Secretär der Großheczoglichen Centralstelle für Gewerbe, Herr Reuter, über die Einheitszeit nach Stundenzonen und über die Mitteleuropäische Zeit. Das wegen der mit dem 1. April d. I. eingeführt werdenden Mitteleuropäischen Zeit allgemein beachtenSwerthe Thema hatte eine große Zuhörerschaft herbeigezogen. Nach einleitenden Worten, m denen der Redner den Lauf der Erde um die Sonne, die Wirkung der Sonnennähe auf die Erde, den Unterschied zwischen Sonnentagen, Sternentagen und bürgerlichen Tagen . -insoweit erläuterte, als die Kenntniß der hierbei zu beobachtenden Vorgänge nicht als allgemein verbreitet vorauszusetzen war, ging er zunächst auf die Erklärung der Stundenzonen über. Um die Lage jedes Ortes auf der ganzen Erde nach einer bestimmten Zone (Meridian) festsetzen zu können, hat man den Aequator in 360 Zonen getheilt. Nach dieser Ein- theilung liegen z. B. Gießen, Frankfurt, Darmstadt im 9. Meridian. Die frühere, vor Anwendung der Uhren (Sonnen-, Sanduhren, Räderuhren), nach Tag und Nacht geschiedene Zeiteintheilung entsprach der fortschreitenden Kultur nicht mehr und so erfolgte die Theilung des Tages m 24 Stunden. Damit war aber noch nicht erreicht eine Zeitgleichheit zwischen von einander weit entfernten Orten, denn die jeweilige Ortszeit richtete sich nach dem Momente, m welchem die Sonne den Meridian passirt, unter welchem der betr. Ort liegt. Gleiche, nach dem Stande der Sonne zu firirende Ortszeit haben nur diejenigen Orte, die in einem und demselben Längengrade liegen, während die Zeit unter den im selben Breitengrade liegenden Orten differirt. Während es z. B. in Bremen, Heidelberg, Rottweil, Genua, welche Städte unter einem Längengrade liegen, um dieselbe Zeit Mittag ist, weisen die Orte Trier, Kreuznach, Würzburg, Bamberg, Pilsen, Lemberg, Tarnopol desto größere Zeitt unterschiede auf, je weiter sie nach Osten liegen. Nach Westen zu geht die Gießener Uhr vor, nach Osten nach. Die vom Vortragenden an vielen Beispielen erläuterten Zeitunterschiede zwischen Orten, Ländern und Erdtheilen machten sich mit dem steigenden internationalen Verkehr, bei der Schnelligkeit, mit welcher man heutzutage von einem Ort zu einem weit entfernten gelangen kann, mehr oder wemger unangenehm fühlbar und war es natürlich, daß das Verlangen nach Regelung der Zeitbestimmung gewissermaßen ein internationales wurde. Mit gleicher Zeitbestimmung ging zunächst England vor, welches für seinen Verkehr die Greenwicher Zeit einsührte; es war das im Jahre 1844, Griechenland folgte 1884, Italien 1866, Oesterreich-Ungarn 1891. Nach der neuen Zeitbestimmung, von welcher sich u. A. Frankreich ausschloß, wurde nun auch Greenwich als Anfangsmeridian angenommen, nachdem die ursprüngliche Eintbeilung des Aequators von 360 Graden in 24 Meridiane, also je 15 Grade (Zonen) in einen Meridian, umgewandelt wurde. Der dem Anfangsmeridian von Greenwich nächstfolgende Meridian . in östlicher Richtung beschreibt die Linie Stargard-Görlitz, I und die Ortszeit dieses Längengrades soll als Mittel- i europäische Zeit angenommen werden. Was die bisher be- 21. d. M. Er schilderte in großen Zügen die Persönlichkeit dieses echt deutschen, frommen Mannes, der auch ein Jahr lang in unterem Lande war, als erster Redacteur der j^igen Darmstädter Zeitung, indem er auch viele interessante und schöne Stellen aus seinen Gedichten und Briefen mitthelttc. Da nun der 21. d. M. zugleich der hundertste Jahrestag der Hinrichtung Ludwigs XVI. war, so besprach Redner, wiederum an der Hand von Stellen von Claudius Werken, eingehend dessen Stellung zur französischen Revolution, zum Schluffe darauf hinweisend, daß im Grunde genommen, heute in Frankreich die Verhältnisse nicht anders liegen, als vor der ersten französischen Revolution. Nach Beendigung des intereffanten Vortrags, den der Redner gelegentlich fortzufetzen gedenkt, durch Besprechung von Claudius Bedeutung als Dichter, sprach Herr Prof. St amm noch über einige Nachkommen Claudius. Schwiegersohn und Enkel, Buchhändler Friedrich Perthes in Hamburg und Professor Clemens PertheS in Bonn, sind beide ebenso deutsche Männer gewesen wie Claudius. Jener wurde z. B. durch Napoleon I. geächtet, dieser hat seiner Zeit auf die Noch der Handwerksburschen hingewiesen und den Anstoß zur Gründung der Herbergen zur Heimath gegeben. — Nächsten Sonntag den 29. Januar findet Familienabend int Lenz'schen Felsenkeller Aus obiger Stiftung sind am 27. April d. Js. die Ijalbiä^rißen - Zinsen mit 525 89eW/100 - 53 Meter Grab- Flur 50-71 Nr. V/io - 35074 Meter _______ _______ . 8lur 1 3Ur 50-?«Ä- 80 W Nur 40 & 40;& - 303 Mrtr F,ur 40 Nr. 303 M-.-r -ff-w«ch SbkÄMert werten, öffen'l.ch ^stb^nd «rt werden, weifrtietenb «W werten. °W»,?KLe7S'' i ■ @UBät^.0Ä8®ie6en. acii shttöetetn hielt am 15. UL lg, in dem er etwa Folgendes » Londes hängt nicht allein 1 erzeugt, sondern auch von in Hot gesagt, Deutschland o. Es gab eine Zeit, wo lehenen politischen Stellung m 15. und 16. Jahrhundert, : einen Arbeiter- und Hand« s besah, da er es versiM, : Weise zu verarbeiten. Such -ch die edle Form und diese Redner gab baiaiif einen des fyanbwefö im Allge- Handwerk erst etwa um :ad) daraus die Innungen. Handwerk wissen wir leider Rector Frisius in Alten- ebräuchen zusammengestellt, y auf das Schmiedehandwerk ■reue und den innigen Zu- e besonders auch das Kunsi- mhrte nun aus, daß die m ist, besprach die einzelnen iclqte Proben ihrer Erzeuger solchen aebört zweierlei, ewerseus ’Li - °"d * nmgn B-ii-hm» i™ 5™ , vorhanden rvar, 9 T, .,L> he?j italienischen nt8 '» herab dur» de» Sen in ««'1"' " w«d-. stund'" "“L*««“' , bet sti-d-'E « die ««'.„aA 18101» Veenrisehtes. Frankfurt a. M., 25. Januar. Eine von über 500 Personen besuchte Versammlung des jüngst gegründeten „Patriotischen V e r e i n s Fr a n k f u r t" beschloß einstimmig folgende an den Reichstag zu sendende Resolution: „Zur Sicherheit des Deutschen Reiches und zur Sicherstellung des Friedens halten wir die Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht auf Grund der gesetzlichen zweijährigen Dienstzeit für die Fuß- truppen und die fahrende Artillerie für unbedingt erforderlich. Wir geben feinem Abgeordneten unsere Stimme wieder, der durch Ablehnung der 'Militärvorlage das Vaterland Gefahren ausfetzt. Die Sicherheit des Vaterlandes steht uns höher, als das Interesse irgend einer Partei." * Fulda, 22. Januar. Dem Dienstmädchen eines Metzgermeisters dahier waren beide Hände erfroren und mußten ihm dieselben am vorigen Donnerstag im Landkrankenhause hier abgenommen werden. * 600 000 Mark soll ein Berliner Industrieller meiner drei Tage und drei Nächte (?) hindurch dauernden Spielpartie verloren haben. Einer der Mitspieler, ein kleiner Agent, hat danach nicht weniger als 120000 Mark gewonnen. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 28. Januar: Vorabend 4»° Uhr: Feier deS GevurtStageS Tr. Majestät deS Kaisers, Morgens ti80 Uhr, Nachmittags 3«> Uhr, Sabbathausgang 530 Uhr__ . 1 Kaufmännischer Verein Männer-Turnverein. Delicatessenhandlung. nächst dem Ludwigsplav. [826 Deichselglocken (528) ■ MERKUR Minik gesucht 819 empfehlen 8201 Emil Orbig. miethen. 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