iffW 1893 Mittwoch d« 26. April Wt. 97 Amts« und Anzeigrblatt für den Kreis <Üi«izcn. Bemerkungen Bezeichnung der Kaffe Kaiser Wil- wie wie wie Fettilleton unter Ziffer 1. unter Ziffer 2. unter Ziffer 2. Gensdarmerie durchzogen die Das Militär Neueste Nachrichten» Wolffs telegraphisches tzorresvondenz-Bureau. Berlin, 24. April. Der „Reichsanzeiger" theilt mit, die gestrige Unterredung deS Kaisers mit dem Papste habe eine Stunde gedauert. Ordn.- Nr. lernt*« eoe »„zeig«, »u der ÄadjndttH« ffc d« fe^btn lag erscheinenden Nummer Ml vor*. 10 UK Allgemeine Arbeiter-Kranken- und Sterbekaffe zu Großm-Linden 8ierl«ltLhri,« 2 Mart 20 Mg. *■ Vriagerlohn. Durch die Poft bez-D» 2 Kart 50 P^ Rebadian, tnxbWa« und Druckerei: >4eC|t«i«1k.1. S-reiprech« 6L stellte die Ruhe wieder her. Arbeitertrupps Straffen, wurden aber auseinandergesprengt. 1 Kranken- und Sterbekaffe zu Heuchelheim । Kranken- und Sterbekaffe zu Watzenborn-Steinberg Kranken- und SterbekaffL^zu. | Garbenteich । Kaufmännische Kranken« und I Begräbniffkaffe Gießen 1 Kranken- und Sterbekaffe zu ! Rödgen i Kranken- und Sterbekaffe zu Verzeichniß der im Kreise Gießen zugelaffenen eingeschriebenen Hülfskaffen. Anton war mit einem Male der Held einer, wie unter diesen Umständen erklärlich, etwas stürmischen Begrüßungs- und Dankesscene. Nur Hedwig hielt sich still abseits, sie hatte ja seiner Zeit ihrem Dank schon Ausdruck gegeben. Endlich legten sich die Wogen der Erregung und Anton gewann Zeit, an seine Mission, die Ueberreichung des Armbandes an Hedwig, zu denken. Er trat auf das junge Mädchen zu und sprach, sich tief verbeugend: „Mein gnädiges Fräulein, ich erscheine heute vor Ihnen als einBote des Schicksals, nicht nur, um dem Geburtstagskinde meine unterthänigsten Glückwünsche darzubringen, sondern auch, um" — hier brachte er das Armband zum Vorschein und ein Ruf der Ueberraschung ward rings laut — „dieses Kleinod wieder an seinen rechtmäßigen Platz zu bringen." Damit ergriff er sanft Hedwigs Arm und legte um denselben den Silberreif. Dann blickte er verstohlen auf den Geheimerath, was dieser wohl zu der etwas eigenmächtigen Erweiterung seines Auftrages sagte; aber der nickte ihm stilllächelnd zu. Nun wollten alle die Geschichte wissen, wie, wo, wann und unter welchen Umständen das Armband in die Hände deS Herrn Anton Feller gekommen. Aber der Papa wehrte ab: „Bei Tische, Kinder, bei Tische, sonst kommen wir heute Überhaupt nicht zum Essen, und ich, ich muß gestehen, ich habL einen rechtschaffenen Hunger." Es war ein fröhliches Mahl, das nun folgte. AntonS Leidensgeschichte des heutigen Tages gab ergiebigen Stoff zur Unterhaltung und namentlich der alte Herr Geheimerath war in aufgeräumtester Stimmung. Mit seiner Tischnachbarin Hedwig sprach Anton direct sehr wenig und doch hatten beide als dann nach langer Sitzung die Tafel aufgehoben wurde, das Gefühl, als hätten nur sie beide miteinander gesprochen, An-land. — In Belgien herrscht im Allgemeinen wieder Ruhe. Nur hier und da zittert die in den belgischen Arbeitermaffen kaum erst wieder gedämpfte Erregung durch kleinere Ausschreitungen in einzelnen Gegenden, wo noch gestrikt wird, nach, doch sind diese Nachklänge des jüngsten großen Arbeiterausstandes in Belgien von keiner Bedeutung mehr. Einstweilen hat sich also die belgische Arbeiterschaft mit dem politischen Zugeständniß, welches sie durch den jüngsten Strike von der Kammer erpreßte, dem Mehrstimmensystem, zufriedengegeben. Ob diese Stimmung unter den belgischen Arbeitern lange anhalten wird, das ist freilich eine andere Frage. vrr kritische Tag. Eine Examensgeschtchte von Edgar Reinhold. (Schluß.) Als dann draußen, vor dem Portal des Polizeipräsidiums, Anton wartete, daß sein liebenswürdiger Wohlthäter ihn verabschiede, wandte der Geheimerath sich plötzlich zu ihm : „Nehmen Sie ohne Umstände eine Einladung an, die Ihnen ohne Umstände geboten wird, und speisen Sie bei mir zu Mittag. Auf Silber wird Ihnen nun zwar nicht servirt werden, aber Sie kennen ja den Grund, weßhalb nicht. Wir haben eine kleine Familientafel heute, da meiner Tochter Hedwigs Geburtstag ist, derselben, die das Armband verloren hat. Das mögen Sie ihr dann selbst überreichen, das wird einen freundlichen Eindruck auf sie machen. Die Kleine ist etwas abergläubisch und hat heute früh — warum werden Sie denn mit einem Male roth? Die Hitze? Ja so! Also Sie kommen mit?" — — Eine etwas gedrückte Stimmung herrschte unter den Gliedern der geheimräthlichen Familie Lange, die in dem Speisezimmer -versammelt waren und der Ankunft deS pater familias warteten. Hedwig, das Geburtstagskind, das heute in das zwanzigste Lebensjahr getreten, ein lieblicher Blondkopf mit treuherzigen blauen Augen, sonst voll heiterer Fröhlichkeit und schelmischer Neckerei, ließ heute das Köpfchen hängen; der erste Tag im neuen Lebensjahre hatte zu düstere Vorzeichen gebracht. Mama Geheimeräthin saß mit der älteren Tochter Helene, der Gattin des Hauptmanns v. Wald, auf dem Sopha und sandte dem entschwundenen Silber ein stimmungsvolles Klagelied nach. Hauptmann von Wald, der Deutsches Reich. Berlin, 24. April. Herr Ahlwardt hat endlich seine berühmten „Acten" auf den Tisch des Reichstages nieder- gelegt. Trotz der proclamirten vorläufigen Geheimhaltung in der Affaire weiß die „Freis. Ztg." bereits zu berichten, daß das Ahlwardt'sche Actenmaterial aus Nummern der Gehlsen'schen „Eisenbahn-Zeitung" und der „Reichsglocke" ans den siebziger Jahren, sowie auS ganz untergeordneten Blättern und Schriften mit Rechnungen, Briefcopien usw. bestünde; dies Alles betreffe die Verhältnisse der rumänischen Eisenbahn-Gesellschaft und der Berliner Disconto-Gesellschaft in den siebziger Jahren. Offenbar würde der eventuellen Reichstagscommission zur Prüfung der Ahlwardt'schen Docu- mente hierdurch eine sehr undankbare und unangenehme Aufgabe erwachsen. Berlin, 24. April. Die Socialdemokraten haben schon jetzt für die event. neuen ReickStagswahlen etwa 120 Candidaten aufgestellt. Gießen, den 24. April 1893. Betr.: Verminderung der Raben, rabenartigen Vögel und Eichhörnchen. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gietzeu ** die Grstzh. Bfttamndfktrtc* des «reifes. Soweit Sie unserer Verfügung vom 6. Marz d. I. — Kreisblatt N. 57 — noch nicht entsprochen haben, erinnern wir Sie an baldige Erledigung. v. G a g e r n. Die Mitglieder sind von dem Beitritt zur Gemeinde- Krankenversicherung nicht befreit. Die Mitglieder sind hiervon befreit. wie unter Ziffer 2. wie unter Ziffer 2. Alle Rtmiecen-BurtaHF H In- «nd InK anbei nehm* lejtigee fttt den ,®ie|entr »n»titz«r" entgtgte. Schwiegersohn, hatte es längst aufgegeben, durch krampfhafte Witze die Stimmung zu verbeffern und lehnte in einer Fensternische. Auch er war etwas verstimmt, denn er hatte Hunger. Er hatte bestimmt darauf gerechnet, daß um zwei Uhr gegessen würde, und nun war es bereits halb drei. Diese UnpÜnkt- lichkeit des sonst von ihm hochgeschätzten Schwiegervaters ärgerte den Hauptmann sehr. Nur Willy, der fünfjährige Sprößling des Wald'schen Ehepaares, war munter und tummelte sich vergnügt in der Stube umher. Da hörte man Plötzlich, daß vor dem Hause ein Wagen hielt, der Hauptmann sah durchs Fenster und rief: „Da kommt Papa mit einem Herrn in Frack und Cylinder l" „Nicht möglich! Papa wird doch heute keinen Fremden herbringen!" Alles eilte ans Fenster, aber es war nichts mehr zu sehen, als der langsam abrollende Wagen; die Herren waren bereits ins HauS getreten. Da öffnete sich die Thür und herein trat mit seinem Begleiter der Geheimerath, aus dessen Gesicht die schmunzelnde Vorfreude einer zu bereitenden Ueberraschung lagerte. Die Ueberraschung sollte zunächst ihm selbst zutheil werden. Hedwig hatte den Fremden kaum erblickt, als sie über und über erglühte, einen leichten Schrei ausstieb und heimlich ihrer Schwester zuflüsterte: „Helene, siehst Du nicht?" Und auch Frau Helene sah. Rasch trat sie auf den ganz faffungslos dastehenden Amon zu und ergriff seine Hand. „Welche unverhoffte Freude, Sie wiederzusehen. Da- mals, als Sie meinen Heben Buben vor einem schrecklichen Schicksal bewahrten, war ich im Augenblick zu erschüttert, um Ihnen danken zu können. Wie freue ich mich, daß ich das nun doch noch kann. — Papa, Mama, lieber Mann, das ist ja der edle Retter unseres Willy," wandte sie sich dann an die Uebrigen. ist in den Kasernen consignirt. Rom, 24. April. Ihre Majestäten der Helm und der König Humbert, sowie die hier anwesenden italienischen und fremben Fürstlichkeiten verließen heute Vormittag 8l/4 Uhr zu Pferde, von einem zahlreichen und glänzenden Stabe gefolgt, den Quirinal, um sich zur Truppenschau nach der Piazza d'Armi auf den Prati di Castello zu begeben. Die Fürstlichkeiten nahmen ihren Weg durch das Zentrum der Stadt. Auf allen dorthin führenden Straßen stand eine Kopf an Kopf gedrängte Menschenmenge, die un- geachtet des bewölkten Himmels herbeigeströmt war, und bereitete den Majestäten begeisterte Ovationen, die sich ununterbrochen immer von Neuem bis zur Piazza d'Armi fortsetzten. Ihre Majestäten die Kaiserin Augusta Victoria, die Königin Margherita und die Königin-Wittwe Maria Pia, ferner die Großfürstin Wladimir, sowie die Prinzessinnen des italienischen Königshauses folgten gegen 8^ Uhr in elf Wagen, von der Bevölkerung ebenfalls mit begeisterten Zurufen begrüßt. Die Bevölkerung ist in so großer Zahb hatten. Graz, 24. April. Streikende Maurer, etwa 1200, versuchten nichtstrikende von der Arbeit abzuhalten und von den Gerüsten zu vertreiben. Die Wache schritt ein; drei Wachleute wurden mit Steinen verwundet. I Wieseck __________ I ____________________ Bekanntmachung. betreffend Maul- und Klauenseuche zu Hermannftcin. Zu Hermannstein, Kreis Wetzlar, ist die Maul- und Klauenseuche auLgebrochen und Stallsperre angeordnet worden. Gießen, den 22. April 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Der •talcatr «scheint täglich, t* WUnahmt bd Montags We Meßmer BeeUl<*IMUet *«Sm brm Anzeiger »Schmtltch dreimal '.tigtltgl Meßmer Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. Berlin, 24. April. Der „Reichsanzeiger" sagt in einem Artikel über die Romreise des Kaiserpaares, dieses sei mit der Ausnahme in Rom in hohem Maße zufrieden. Die freundschaftlichen Gefühle und Gesinnungen des italienischen Königspaares theile die ganze Bevölkerung, welche keine Ge- leaenheit vorübergehen läßt, um dem Kaiserpaare ihre Hul- digung darzubringen, die bei dem lebhaften feurigen Temperament des Südens oft in einer für den Nordländer ungewohnten Weise zum Ausdruck komme. Berlin, 24. April. Gegenüber der Kritik, welche em Artikel der „Hamburger Nachrichten", überschrieben: „DaS d i e s j ä h r i g e M u st e r u n g s g e s ck ä f t", an der diesjährigen Musterung übte, widerlegt der „Reichsanzeiger' durch eine eingehende Beleuchtung der vorgebrachten Thatsachen die Behauptung, daß die Minderwerthigkeit des zur Durchführung der Militärvorlage erforderlichen Mehr an Diensttauglichen nachgewiesen fei. Die von dem Verfasser deS Artikels an- geführten Fehler haben auch bisher die Einstellung zum Waffen- dienst nicht ausgefchloffen, die Einstellungen entsprechen auch durchweg sowohl der Rekrutirungsordnung von 1875, als der Heerordnung von 1888, insbesondere aber der Instruction von 1858, aus Grund welcher die Armeen ausgehoben wurden, die drei Kriege siegreich führten und in deren letztem, an Anstrengungen reichem, einen in der Kriegsgeschichte bis dahin nie erlebten günstigen sanitären Zustande aufzuweifen 2tmtlid?er Theil. Bekanntmachung, betreffend eingeschriebene Hülfskaffen. Das nachstehende Verzeichniß der im Kreise Gießen zugelaffenen eingeschriebenen Hülfskaffen wird mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nur die Mitglieder derjenigen Kaffen von der Verpflichtung, der Gemelnbekranken- Versicherung ober einer nach Maßgabe des Krankenversicherungsgesetzes errichteten Krankenkaffe anzugehören befreit finb, denen auf ihren Antrag Seitens Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz nach § 75a des Gesetzes die Bescheinigung ertheilt ist, daß sie, vorbehaltlich der Höhe des Krankengeldes, den Anforderungen des § 75 des Gesetzes genügen. Gießen, den 22. April 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Aonftadi ■>T\ Ein kruckW; nWti M in schöner Lage »u vermielhen. ___________Loberstrahe »I, UsMvüzimMrmtttt^h» rfiov zu verwitthm. Neue Löberftraße 1L 1L_ H21 Schön möblirteö Zimmer brn Selterrweg.^, 768] Freundlich mobUtttÄ‘u "mietben. 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Lebensjahr erreicht, fo können sie nur alsdann aus der Schule entlassen werden, wenn sie ein ärztliches Zeugn ß darüber vorlegen können, daß sie wegen Sränklichkeit re. mit dem sechsten Jahre die Schule nicht be» suchen konnten. Sännen Eltern diese- Zeugniß nicht vorlegen, so müssen die Sinder ein weitere- Jahr die Schule besuchen. In bezeichneten Fällen sehe man sich also jetzt mit diesen Zeugnissen vor. 26. April. Der „Standard" meldet, auf die des Papstes wegen der guten Beziehungen des der Kirche in Deutschland habe der Kaiser geant« Fortdauer der Beziehungen hänge Haltung deS EentrumS im Reichs- nach dxn Straßen, welche die Fürstlichkeiten paifiren, sowie nach der Piazza d'Armi geströmt, daß die übrigen Theile der Stadt ganz verödet erscheinen. Bei der Ankunst auf dem Paradefelde nahmen Ihre Majestäten der Kaiser Wilhelm und der König Humbert in der Mitte deS ExercierplotzeS Aufstellung, ihnen gegenüber die Offiziere außer Dienst, welche sehr zahlreich erschienen waren. Die Infanterie defiiirte im Schritt, die Bersaglieri im Laufschritt, die Cavallerie und Feldartillerie im Galopp. DaS Hauptinteresse erregte die Gebirgsartillerie, bei welcher von je sechs Mauleseln ein zerlegbares Geschütz getragen wurde. Seine Majestät der Saiser sprach wiederholt seine hohe Anerkennung über die Haltung der Truppen und den Verlauf der Parade auS. Zum Schluß derselben bildeten die Truppen ein offenes Carr6 und brachten den Majestäten ihre Huldigungen dar. Auf dem Rückwege von dem Paradefelde wurden den Allerhöchsten Herrschaften auf- Neue enthusiastische Kundgebungen dargebracht. Um 11 Uhr 80 Min. trafen Ihre Majestäten wieder im Quirinal ein. CocciUs und provinzielle». Sieben, 25. April 1893. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordnete» Donnerstag den 27. April 1893, Nachmittag- 4 Uhr pünktlich: 1. Mittheilungen. 2. Gesuch deS ev. Pfarramt- der Lucasgemeinde Gießen um Ueberlassung eines Local- im Realgymnasium für die Abhaltung der Sitzungen ihrer Gemeindevertretungen. 3. Die RevisionSbemerkungen zur Löber- schen StistSrechnung pro 1891/92. 4. Rechnungsabschluß der für daS Jahr 1892 bei der Ortskrankenkasse Gießen versicherten unständigen Arbeiter. 5. Herstellung von Cemenr- ausflußrinnen in Cementsohlsteinen läng- der Dieseck von der Gartenstraße bis zur Bahnhofstraße. 6. Ausführung deS Voranschlags des städtischen GaS- und Wasserwerks für 1892/93; hier: Uebertragung der Ausführung einiger Straßen- rohrleitungen aufs Etatsjahr 1893/94. 7. Verwaltung deS städtischen GaS- und Wasserwerkes ; hier: Erlaß einer Polizei- Verordnung betr. die Benutzung und den Schutz der Wasserleitungen und der öffentlichen Pumpbrunnen. ** Neues Theater. Zum ersten Male wiederholt ging gestern Abend L'Arronges „LoloS Vater" über die Bühne. Wir haben bei der Erstaufführung des Stückes dasselbe eingehend besprochen und können unS heute darauf beschränken, zu constatiren, daß alle Anstände, die wir damals hatten, beseitigt waren, sodaß der Gesammteindruck deS Ganzen ein sehr zufriedenstellender war. Nochmals lobend erwähnt zu werden verdienen die vorzüglichen Leistungen des Fräulein Hoffmann und Herrn Hertzog, denen wiederholter Beifall auf offener Scene zu Theil ward. Leider war das Haus nicht so gut besucht, wie es die treffliche Vorstellung verdient hatte. ** An den Helme» der hiesigen Schutzmannschaft ist an Stelle des durch ein L markirten NamenSzugS deS Großherzogs Ludwig IV. der Namenszug des Grobherzogs Ernst Ludwig in Form der ineinander verschlungenen Buchstaben E und L angebracht worden. ** Die anhaltend warme und trockene Witterung hat bereits so nachhaltig auf das Wasser eingewirkt, daß schon seit einigen Tagen in der Lahn flott gebadet wird. ** Unfall. Gestern Nachmittag gerieth in der Markt- straße ein kleines Mädchen unter den anscheinend leeren Karren eines nach der Neustadt zu fahrenden Bäckerjungens. Das SHnb scheint ohne ernste Drrletzungen davon gekommen zu sein. Angesichts derartiger Unfälle würde eS sich empfehlen, daß Wagen und hochbeladene Karren nur gezogen und nicht gedrückt werden dürften, damit der Fahrende die Fahrbahn übersehen kann. * ♦ Verhaftet wurde gestern ein 16jährigeS Bürschchen wegen eines schweren Sittlichkeitsverbrechens. * ♦ Zu die hiesige Klinik gebracht wurde gestern ein Mädchen, welches in Ehringshausen (Kreis Wetzlar) durch einen Bahnzug schwer verletzt wurde. ♦ * Wassermangel. Daß nicht nur Bäche und Flüsse in Folge der anhaltenden Trockenheit in ihrem Wasserstand auf ein Minimum gekommen, welches sie seit Jahren nicht erreicht, sondern auch die Quellen anfangen, in ihrer Ergiebigkeit nachzulassen, ist an manchen Orten für die Behörden Veranlassung geworden, den Einwohnern möglichste Sparsamkeit im Wasserverbrauch zu empfehlen. So erläßt der Oberbürgermeister zu Marburg folgende Bekanntmachung: In Folge anhaltender Trockenheit hat der Zufluß zu den Quellen der städtischen Wasserleitung wieder empfindlich abgenommen und ist die Stadtverwaltung daher genöthigt, um einer Wasser- calamität vorzubeugen, für die nächste Zeit wieder da-Reservoir NachtS von 11 dis 5 Uhr abzusperren, um das nöthige Wasserquantum für den Hausbedarf der Einwohner anzufammeln. Jede Benutzung des Wasser- aus der Leitung zu gewerblichen Zwecken, zu Neubauten, zu Springbrunnen, jedes Begießen der Gärten, besonders mittelst eines Schlauches direcr aus der Leitung, ist verboten und würde die Verwaltung genöthigt fein, denen, welche diesen Verboten entgegen handeln, den Weiterbezug deS Wassers gänzlich abzufchneiden und die Privatleitung abzusperren. DaS Gau Schützenfetz deS Gaue- Hessen findet in diesem Jahr in Marburg statt. * • Leichenfnnd. Bei der Dorlarer Brücke in der Gemarkung Garbenheim sind gestern die Leichen zweier junger Mädchen in der Lahn gesunden worden. Dieselben haben offenbar gemeinsam den Tod gesucht, da sie noch bei ihrer Landung sich umschlungen hielten. Dermuthlich handelt eS sich um die beiden Mädchen Elisabeth Hütter und Margarethe Kolb von Wetzlar, deren Verschwinden in No. 91 dS. Blattes angezeigt wurde. Die Motive der schauerlichen That sind bis jetzt unaufgeklärt. * * Berichte über bedeutende Waldbrinde erscheinen jetzt so häufig und kurz aufeinander folgend in den Zeitungen, hat lediglich ein gestern Mittag aus dem hiesigen Güterbahnhofe auSgebrochener Brand dadurch eine größere Ausdehnung gewonnen, wie eS auch nur der großen Trockenheit zuzu- schreiben ist, daß der Holzboden deS Fußwege- der Eisenbahnbrücke durch einen einer Lokomotive entflogenen Funken gestern Nachmittag auf einer ziemlichen Strecke in Brand gerieth. Beide Brände wurden rasch gelöscht, doch richierc der erstere ziemlich beträchtlichen Schaden an. Waldbrände haben gestern in der ganzen Umgegend stattgefunden. In verschiedenen Forsten ist behördlicher Seit- wegen der Feuer»- gesahr das Rauchen verboten worden. Sckartshanfe», 22. April. Bei der am heutigen start- gefunbenen Bürgermeisterwahl würbe Landwirrh Georg Heinrich Lehr mit 65 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Bab-Nanhei»i. 20. April. Gestern Abenb waren auf Einlabung be- Turnvereinsvorstandes eine Anzahl Herren aus den verschiedenen hiesigen Vereinen zusammengetreten, um mtt diesen gemeinsam die erste Eomitäsitzung obzuhallen. In erster Linie haben sich die einzelnen Ausschüsse gebildet und haben somit die Vorarbeiten zu dem am 25. Juni d. I. in unseren Mauern stattfindenden 21. Turnfest des Gau eS Hessen begonnen. Weitere Sitzungen der Ausschüsse sind anberaumt, auch gehen bereit- in einigen Tagen die ersten Rundschreiben an die au-wärligen Turn- vereine ab. Friedberg. 24. April. Als ein kleines Mädchen am Tage vor der jetzigen Schulprüfung von feiner Tante gefragt wurde: „In was werdet ihr denn morgen geprüft/ gab eS zur Antwort: „Ei unne im große Saal." Darmstadt, 24. April. Der DerwalkungSrath der Hessischen LudwigSbahn hat eine vom Professor L a b a n d- Straßburg verfaßte Denkschrift über die Verstaatlichung der LudwigSbahn an die Landtagsabgeordneten versandt. Darmstadt, 24. April. Der Tag deS Besuchs des GroßherzogS beim Dresdner Hof ist noch nicht fest bestimmt, möglicherweise findet er schon vor dem 14. Mai statt. A Halb, 8u Depeschen des Bureau „Herold'. Berlin, 24. April. In der BundeSrathSsitzung vom SamStag wurde dem Gesetzentwurf betr. Feststellung deS Nachtrags zum Rei chShauShaltungSetat für 1 89 3/9 4 zugestimmt. Berlin, 24. April. In der MilitärcomMission wurde heute der von Abg. Gröber abgefaßte Bericht verlesen. Kriegsminister v. Kaltenborn-Stachou war anwesend. Abg. Richter (bfr.) beantragt, mehrere Anlagen, welche Mittheilungen der Regierung enthalten, auS dem Bericht fortzulassen, da die Commission dieselben nicht berathen habe. Nach kurzen Bemerkungen Gröbers, Bennigsens (natl.), Hammersteins (conf.) und Liebers ((Str.) zieht Richter seinen Antrag zurück. Mittwoch findet die letzte Sitzung der Militärcommission statt. Die zweite Lesung der Militärvorlage im Reichstage beginnt am 2. Mai. Berlin, 24. April. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge ist die vielfach verbreitete Behauptung, der Kaiser habe dem Reichskanzler Blankovollmacht für die Auflösung des Reichstages zurückgelassen, unwahr. Berlin, 24. April. In einer gestrigen Versammlung der Setzer und Buchdrucker sprach der ReichStags- «bgeordncte Molkenbuhr (Soc.) über die Nothwendigkeit einer gewerkschaftlichen Agitation. Eine Resolution wurde angenommen, welche besagt, die Buchdrucker möchten ihr Möglichstes thun, ihre Organisation zu kräftigen und dahin zu wirken, daß die noch nicht der Organisaticn angehörenden Collegen sich derselben anschließen. Berlin, 25. April. Es verlautet, die Einführung des Dowe'schen kugelsicheren Stoffes in der deutschen Armee fei von der Regierung abgelehnt worden, weil die Kosten zu bedeutend seien und auch die Herstellung einer die Gewebe durchdringenden Kugel möglich sei. Berlin, 25. April. DaS „Berliner Tageblatt" meldet auS Rom, eS bestätigt sich, daß der französische Botschafter am Sonntag Abend eine Stunde beim Papst verweilte. Thorn, 25. April. Zwischen strikenden Erdarbeitern und der Polizei fanden Zusammenstöße statt; die Polizei mußte militärische Hilfe requiriren. Die Rädelsführer wurden verhaftet. München, 24. April. Der große liberale Wahlausschuß für den Landtag stellte das Programm fest, welches gegen die Socialdemokratie, die Ultramontanen und die Antisemiten entschieden Stellung nimmt und die Forderung des allgemeinen directen Wahlrechts aufrecht hält. Demnächst findet eine große Versammlung statt, worin das Programm endgiltig genehmigt werden wird. Würzburg, 24. April. In einer großen Bauern- Versammlung, welche gestern stattfand, wurde nach einer Als dann etwas später Hedwig auf den Balcon trat und dort an dcn Blumen sich zu schaffen machte, gesellte sich Anton zu ihr. „Sind Sie sehr böse aus — mein Armband?" sagte das junge Mädchen, sich tief auf eine vollblühende Rose neigend. Anton antwortete mit^einer Gegenfrage, die Hedwig gar nicht herzugehören schien: „Können Sie Karten legen, gnädiges Fräulein?",: Hedwig sah verwundert in die Höhe. Anton aber fuhr fort: „Ich will eö gestehen, vorgestern habe ich eS gethan, eS lag dicht neben mir ein großer Schreck, aber unmittelbar darauf folgte die Herz-Neun. Kennen Sie die Bedeutung dieser Karte — Hedwig?" Tief beugte sich der Kopf des jungen Mädchens auf die Blumen und der Arm, der den Stengel gefaßt hielt, der Arm mit dem Silberreif bebte leise. „Hedwig!" Da hob sie sachte ihr Antlitz und mit glücklichem Lächeln den jungen Mann ansehend, sagte sie: „Ja, ich kenne sie!" Dann war sie verschwunden. Heute Abend waren diese beiden, Anton Feller und Fräulein Hedwig, nicht mehr sehr gesprächig. Vierzehn Tage später war Anton Feller Referendar und offizieller Bräutigam. Der alte Bierzwerg aber ist er nicht mehr. Er selbst sagt, er wisse jetzt erst, baß er lebe, ber Tag ber Krisis habe zu seinem Heile entschieben. Seine alten EorpSbrüber siub anberer Ansicht; wenn sie auf ber Kneipe von ihrem ehemaligen Senior leben, sagen sie: „Bier- zwcrg ist alt geworben." Anton Feller lächelt darüber. Er weiß eö ganz genau, bei einem jeden von ihnen wirb ber kritische Tag kommen, wo auch er beginnt, „alt", b. h. vernünftig zu werben, unb dann wünscht er einem jeden, er möge so glücklich werden, wie er selbst cfl ist, er, Anton Feller, weiland RechtScandidat. heftigen Rebe des Agrariers Freiherrn v. Thüngen der Anschluß an den Bund ber Landwinhe beschlossen. Triest, 23. April. Gestern fanb bei der Aufführung der „Rantzau" im Teatro politeama eine irredentistische Demonstration statt. DaS Publikum verlangte stürmisch den italienischen KönigSmarsch. Bon den Galerien wurden zahlreiche Margarethenblumen geworfen. Die Vorstellung wurde polizeilich unterbrochen und einige Verhaftungen vorgenommen. Madrid, 25. April. Die Minister ber Justiz, beS Kriege» unb beS Innern fordern in einem Circular die Behörden auf, jede Kundgebung am 1. Mai zu untersagen. Itouii ftirrfjer ^Mlt als n »«* «: * Verbiet Mir Vermischte». * Frankfurt, 20. April. Zwischen franksurtischem unb französischem Aepfelwein würbe jüngst ein eigenartiger Wettstreit ausgesuchten. Eine hiesige Aepfelweinkellerei unb eine französische sandten ihre auf Flalchen gezogenen Probucte in Kisten nach La Plata, Adelaibe, Dera-Cruz, MabraS und Port Elisabeth. Der Wein hatte mehrfach See- unb Lanbreisen burchgemacht bei ganz verschiedenen Temperaturen. Dor Kurzem zurückgekommen, wurde er zur Prüfung der Jury in Rouen vorgelegt. DaS Ergebniß war, daß ber französische Aepselwein auf der Reise stark gelitten hatte unb keinen Geschmack mehr zeigte. Dagegen hatte der Frankfurter „Hohenastheimer" in keiner Weise an Qualität verloren. Es fungirten nur Franzosen alS Preisrichter. ♦ Höchst, 22. April. In einer Haftzelle deS hiesigen Gefängnisses hat sich dieser Tage folgendes heitere Stückchen zugetragen. In der fraglichen Zelle befand sich eine Frauensperson mit ihrem Säugling. Al» der Gefangenen- Aufseher an die Zelle kam, sagte ihm die Perlon, sie befürchte, baß ihr Kinb, welches voll rother Flecken fei, krank sei. AIS ber Beamte mitleidigen Herzens an da» Lager de» Kindes treten wollte, sprang das Frauenzimmer zur Thür hinaus, verriegelte dieselbe von außen unb entfloh in ber Richtung nach Nieb. Durch ihr Laufen erregte sie jedoch Aufsehen, würbe festgehalten unb in baS Gefängniß zurückgebracht. Als man sie in die Haftzelle sperren wollte, fanden die Transporteure zu ihrem nicht geringen Erstaunen darin den Gefangnißwärter, allerdings nicht in sehr fröhlicher Laune. • Haoau, 21. April. Die Frau eines hiesigen Gold- arbeiterö, welche gestern den ganzen Tag gewaschen halte unb habet bem Gerstensaft orbentlich zu sprach, wollte wahrscheinlich noch einen Zug auS ber Branntweinflasche rhun, wobei sie bitfelbe aber mit einer Salzsäureslasche verwechselte unb hieraus trank. Die schrecklichsten Schmerzen stellten sich ein, brei Aerzte waren alsbald zur Stelle. Der Zustand ber Frau gilt als hoffnungslos. * Altenkirche» im Westerwalbe, 23. April- beuie Morgen steht unser Stäbtchen in Flammen. Die brückenbe Hitze ber letzten Wochen hatte Dächer und Brenn material so auSgedorrt, daß ein plötzlich entstandene» Feuer sich in einer einzigen Stunde über 65 Wohnhäuser unb eben- soviel Nebengebäude erflredte. Nur durch dao Einreißen einiger Gebäude und da» «bbrechen von Dächern war tl überhaupt möglich, den Brand einigermaßen einzuschränken. Unsere schöne evangelische Kirche, deren Glocken noch im brennenden Thurme Sturm läuteten, ist ein Trümmerhaufe. Weit über 100 Familien sind obdachlos, zum Theil ohne Mze! Ml$ Frei Hatte un K-i-fl * Wen™ P, Di' <■$*=! äS» auf die !- deal vier S LL"' ter Stadl eine tUlenma^' Hlben sind vers-h' -tir ennzen 3111 llttt tietn Ott, , Verhalts .»oOO Öinrohntr, Lh ft nngiM ti fUltn und Tanni ki St eine Stty von risaitt scm-rion rintn leihe» 3" den führen überall b hrjuchnett Prom Dtuin eine statt! Mt Stadl wird ersten nächster Ui Die Mann feuervehr, w ffimer, Biud Aamrniaufruf w' Gießen, SM) Aujsoi Die Mnunflt unb Urbtitfli füi änfhtiilt aui bem nagtet - 1. i sind, ioötü bitt t alsbald i ftunt-Xirectoren Achen. den 1 Großherzoglich, __kch Mittwoch 6 Natmit *tki im tzirk Wil: Bibel aller A tir unb I gilt UT.b 1 fujf Md <#u>en > di, M «li, u, ."Mm w M bitten Srn»k» M,,„ luf SSää' °°> 25. guni d „7* W dn A»z- *b-* ™ <4 "blt ««teixiiyi tim. ’ "" Kita Mich!, m n9 "on seiner Tante gefragt ln ®orOen geprüft," gab es 'oße Saal." Der Verwaltungsrath der : vom Professor Laband- über die Verstaatlichung der geordneten vnsandt. >er Tag des Besuchs des ler Hof ist noch nicht fest schon vor dem 14. Mai statt. H die anhaltende Trockew beängstigender Weise. Sv auf dem hiesigen Güterbahn- rch eine gröhere Ausdehnung der grasten Trockenheit zuzu- des Fußweges der Eisenbahn- motive entflogenen Funken t/emllchen Strecke in Brand rasch gelöscht, doch richtete Schaden an., Waldbrande mgrgend stattgefunden, ^n cher Seits wegen der Frurrs« irden. chtes. Zwischen franksurtischkm wein wurde sängst etnti> Eine hiesige Aepselweinkellnn ihre aus Flaschen gezogener, Plata, Adelaide, Bera-Sru.), Der Wein hatte wehrsach Sec- qanz verschiedenen TeMra- *w6,.tn'u,Ä Das Ergedniß war, daß cc leite tat gelittra h°« wd sagte ihm w * krank voll rother y _ bt8 taitt h- * @ < jastzeste sperr ^tQun(n ***’ . -SS ganzen Tag » fltt wahr- S'Ajsr.* ^23 iK« t' t,n von uschMw irie' ein ^L\\ ohne äI* Leben-mittel, denn meist ist mnr das Leben mit Mühe gebettet worden. Die Roth ist groß. • Dresden, 21. April. Einer größeren Wucherergesellschaft, die sich namentlich mit der Ausbeutung von Offizieren nnd Beamten befaßte, war man vor einigen Wochen Hierselbst auf die Spur gekommen. Schon damals waren verschiedene bisher angesehene Personen verhaftet worden, von denen der Getreidehändler Nagel im Gesängniffe seinem Leben ein Ende machte. Neuerdings sind in dieser Angelegenheit noch der Kaufmann Kenne und der Tapezierer Zeidler Hierselbst verhaftet worden. ♦ Bonn, 24. April. Gestern Abend schlug der Kahn, in dem vier Studenten von einem Ausflug nach hier heimfuhren, in der Nähe des Trajects um, drei erreichten schwimmend das Ufer, der vierte ertrank infolge eine- Krampfansalls. London, 25. April. Die Polizei entdeckte im Gentrum der Stadt eine künstlich construirte, mit Uhrwerk versehene Höllenmaschine in der Wohnung zweier Fremden. Die. selben sind verschwunden, als sie sich entdeckt hielten. •r. Luftkurort Laasphe. In die Reihe der Luftcurorte ist feit einigen Jahren auch das lieblich im oberen Lahnthal gelegene Städtchen Laasphe eingetreten und es gibt wohl selten einen Ort, der vermöge seiner hohen und doch geschützten Lage, seiner ozonreichen Lust und seiner vorzüglichen sanitären Berhältnisie sich bester dazu eignete. Der Ort hat 2200 Einwohner, liegt 320 Meter über dem Meeresspiegel und ist ringsum eingeschlosten von dichtbewaldeten, mit Eichen, Buchen und Tannen bestandenen Höhen. Die Lahn nimmt bei LaaSPhe eine Anzahl von Nebenbächen auf, wodurch eine Reihe von Thälern hier zusammenmünden und der Gebirgs- formation einen selten abwechselungsreichen Character verleihen. In den Thälern, wie auf die umltegenben Höhen führen überall bequeme, schattige, reichlich durch Wegweiser bezeichnete Promenadenwege, an welchen der hiesige Gebirgsverein eine stattliche Anzahl von Ruhebänken aufgestellt hat. Die Stadt wird überragt von dem Schloß Wittgenstein, in dessen nächster Umgebung sich besonders schöne Promenadenwege und auch zwei Pensionen befinden. Eine Anzahl guter Hotels, wie auch Privatlogis in der Stadt bieten außerdem den Kurgästen preiswürdige Aufnahme, wahrend in den Ge- schäften derselben alle Bedürfniste zu befriedigen sind. Zwei Aerzte und eine Apotheke befinden sich am Ort. Sportliebhabern bietet sich Gelegenheit zur Ausübung der Jagd und Forellenfischerei. Auf der Bahn Marburg-Creuzthal, welche zwei Bahnhöfe in LaaSphe hat, verkehren täglich in jeder Richtung fünf Züge mit birecten Anschlüssen nach allen größeren Städten Deutschlands. Zu jeder näheren Auskunft ist der Vorsitzende des dortigen Gebirgsvereins, Major a. D. Geisler, bereit. verkehr, Land, «nd volk»n>irthichaft. »tetze«, 25 April- Marktbericht Aut dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Md. A 1,00-1,15, Hühnereier per Stück 5—6 X 2 Stück — Käse pr. St. 5—10 X Käsematte pr. 6t 3 X Erbsen vr. Liier 18 4, Linsen pr. Liter 32 X Tauben pr Daar A 0,60- 0,90, Hühner pr. Stück A 0,90-1 20, Hahnen pr. 6t A 1,10-1,70, Enten pr. 6t A 1,60 diS 1,80, Ochsevfleisch pr. Md 66—72 X Kuh- und Rindfleisch pr. Md. 50-56 H, Schweine, fleisch pr. Pfd. 60—70 X Äalbflctfd) pr. Pfd. 50-56 H, Hammelfleisch pr. Pfd. 40 - 70 X Kartoffeln pr 100 Kilo 3,50—4,50 A, Weißkraut pr Stück 5-12 4, RöiebHr pr. Eesttner 12,50—0.00 A, Misch p-. Liter 12-18 A, Enteneier pr. Et. 6—7 4, Gänseeier 10-12 X Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort ,u Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfaden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur achten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt, «erdrückt man die Asche der achten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Die «eidenfadrik G. Henneberg;, (K. u. K. Hoflieferant) Zürich versendet gern Muster von ihren echten Seidenstoffen an Jedermann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke oorto- und zollfrei ins Haus. 1970 — AerzUiche ««»lafsungen üder stzlugges patentirteu Myrrhen-Ercmer Sehr acehrter Qtrr! 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MtS. entlasten werden, Haden Cimer, Binde und Abdruck der Ortsfeuerlöschordnung beim Namensaufruf wieder abzuliefern. Gießen, den 25. April 1893. Der Branddirector. 39691 Schmandt. Mittwoch den 26. April, Nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'fchen Saale ver- fteiflert: . _ Möbel aller Arten, darunter 1 Secre- tir und 1 Silber schrank, Wirthstische und -Stühle, 1 Schleudermaschme. 1 fupf Kessel, 8 Bände Meyers Eono-Lexicon, 1 Stoßkarren, 1 Sommerwagen, 3 schw Wagen u- a- Geißler, 3964 Gerichtsvollzieher. Aufforderung. Die Rechnungen über Lieferungen und Arbeiten für die Universitäts- Institute aus dem abgelaufenen Rechnungsjahr — 1. April 1892/93 — sind, soweit dies noch nicht geschehen, alsbald bei den betreffenden In- ftitus-Directoren einzureichen. Gießen, den 17. April 1893. Großherzogliches Univ.-Rentamt. Schmitt.3692 Louis Lind. Kirchenplatz 10 empfiehlt als anerkannt vorzügliche Biere: Brauerei Hildebrand, Pfungstadt: Kaiferbräu per Fl. 25 H. «Brauerei Textor, hier: la. 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