Sonntag den 26. Februar 1893 Amts- und Anzeigeblutt für* den Aveis GietzeZ^ Hratiskeikage: chießmer Aamilienötätter - Anstalt zu sorgen und lH0n< *on Sn,eigen jü der Nachmittag« für bte fMfmbtn log erscheinenden Nummer bi« vor». 10 llhn. Die Giehener Si**tctt*irau«i »erden dem Nnzeigrr »Ichentlich dreimal .fijtltgL ■wehr Abends 8V2 U^t elsenWers ie unb etättutlbv jiesigen Lladttatis» iere§ £ durch ein Vertrauensvotum der Kammer von Neuem gefestigt worden. — Dagegen ist die Existenzfähigkeit des Cabinets Giolitti in Italien durch die fortgesetzten Angriffe Crispis neuerdings wieder in Frage gestellt. — Die Vereinigten Staaten haben nunmehr die erforderlichen Schritte eingeleitet, um Hawai zu annectiren. politische Wochenschau. Hießen, 25. Februar 1893. In der vergangenen Woche war das politische Interesse vornehmlich der neuen schutzzöllnerischen Vereinsbildung, welche von einem Theil der Mitglieder der conservativen Partei am Ende der vorigen Woche vollzogen worden ist, und der Reichstagswahl in Liegnitz-Goldberg.Haynau zugewandt. Der Ausfall der letzteren hat die Hoffnungen, welche man sich im Hinblick auf die Arnswalde-Friedeberger Wahl auf Seite der Antisemiten vielfach gemacht hatte, als unzutreffend erwiesen. Allerdings sind die conservativen Stimmen diesmal zum größten Theil auf den Antisemiten Übergegangen, wie dies bei der Haltung der conservativen Partei zu den Antisemiten von vornherein zu erwarten war. Aber die Summe der jetzt abgegebenen conservativen und antisemitischen Stimmen (7 901 etwa) überholt die Stimmen- zayl der Antisemiten und Conservativen im Februar 1890 (5 173) nicht gerade erheblich, obwohl die Antisemiten ihre ganze Agitationskraft schon seit Wochen auf den Wahlkreis Licgnitz verwandt haben. Andererseits sind die freisinnigen Stimmen von 10 240 diesmal auf 10 664 gestiegen, so daß die Wahl des freisinnigen Candidaten wie im Februar 1890 in der Stichwahl außer Zweifel steht. Verloren haben nur die Socialdcmokraten, die 1890 etwa 200 Stimmen mehr zu verzeichnen hatten. — Der n e u e c o n s e rv ativ e V e r e i n hat vorläufig ein rein wirthschastliches Programm zur Unterlage. Hervorhebenswerth von den aufgestellten Programmpunkten ist besonders die Forderung, daß die bestehenden Brot- Zölle nicht weiter ermäßigt und keine Handelsverträge mit Rußland, Rumänien und ähnlichen Ländern abgeschlossen werden sollen. Außerdem werden namentlich die Einführung der Silberwährung und die Beseitigung des Markenzwanges und eine Revision der Arbeiterschutzgesetzgebung befürwortet. — Die Zolleinnahmen des Reiches sind nach der letzten veröffentlichten amtlichen Statistik im Januar dieses Jahres um 9 Millionen gegen den gleichen Monat des Vorjahres zurückgegangen. Auch der Geschäftsverkehr hat im Januar keinen Aufschwung erfahren, das ergiebt sich ziemlich deutlich daraus, daß die Reichseinnahmen aus der Stempelsteuer bei Kauf- und Anschaffungsgeschäften um fast öO OOO Mk. und die Stempelsteuer auf Werthpapiere um 260000 Mk. hinter den gleichen Einnahmen im Januar des vorigen Jahres zurückgeblieben sind. — In Sachen der neuen Militärvorlage ist eine wichtige Klarstellung erfolgt. Als in der Militärcommission die Berechnung der Mehrkosten der Militärvorlage zur Berathung stand, bemerkte Eugen Richter, daß gewisse Mehrkosten, welche erforderlich seien, wenn die verlangte Heeresverstärkung zu einer Vermehrung der Kriegsformationen nutzbar gemacht werden solle, bei der Berechnung der Kosten der neuen Vorlage gar nicht berücksichtigt seien. Daraufhin wurde seitens der Militärverwaltung die Erklärung abgegeben, daß eine Vermehrung der Kriegsformationen überhaupt nicht beabsichtigt werde. Das heißt also, daß künftig im Kriege nicht mehr Truppen aufstellbar sein sollen, als seither. Die neue Heeresvorlage würde also lediglich den Erfolg haben, daß andere, etwas jüngere Mannschaften an die Stelle der bislang Kriegsdienstpflichtigen treten würden. In Preußen ist der Jahresbericht über die Ausführung, welche das Gesetz in Betreff deutscher Ansiedlung in Polen im Jahre 1892 gefunden hat, dem Abgeordnetenhause kürzlich zugegangen. Im Ganzen sind im Betriebsjahr 1892 acht größere Güter, darunter drei aus nichtpolnischer Hand von der Ansiedlungscommission angekauft worden. Für Bewlrth- schastung der noch nicht weiter verkauften Güter hat der Staat 1891/92 1 040000 Mk. Zuschuß geleistet. Neu hinzugekommen sind im letzten Betriebsjahr 174 Ansiedler. Im Ganzen sind seit dem Bestehen des Gesetzes (1886) 1146 deutsche Ansiedler mit ihren Angehörigen eingezogen, eine kleine Zahl im Ver- hältniß zur Gcsammtbevölkerung von Polen und Westpreußen, welche mehr als 3 Millionen beträgt. In Frankreich ist die durch den bekannten Vorstoß Cavaignacs erschütterte Stellung des Ministeriums Ribot Lirrtrllähriger >6oentmft*tea unb Druckerei: Fernhrecher 51 Deutsches Reich. Berlin, 24. Februar. Der Kaiser und die Kaiserin trafen am Donnerstag Mittag 12x/2 Uhr in Neustrelitz ein, um daselbst dem Großherzoglichen Paare von Mecklen- burg-Strelitz den angekündigten offiziellen Gegenbesuch abzustatten. Der Großherzog und die Großherzogin, sowie die Erbgroßherzoglichen Herrschaften empfingen ihre erlauchten Gäste auf dem Bahnhose. Bei der Fahrt durch die geschmückten Straßen nach dem Residenzschlosse wurde das Kaiserpaar von der Bevölkerung enthusiastisch begrüßt. Nach stattgefundeuem Familienfrühstück reisten die Majestäten Nachmittags 4 Uhr nach Berlin zurück. Der erscheint täglich, eit Ausnahme de« Montag«. Nr. 49 Blatt Nit, te« mit «ÜLStoi. Meßmer Anzeiger Keneral-Mnzeiger. G-b-^E * Ms- I der gestimmter Zache vnngci-d 1554 nörair**- m AM in Mchenbic tß unser« i tbierbmerei. mergcMn H, ßack8tahl 1 Deutscher Reichstag. 50. Sitzung. Donnerstag, 23. Februar 1893. Der Handelsvertrag mit Egypten wird in dritter Lesung definitiv angenommen. t Sodann wird die Berathung des Etats des Innern beim Kaiserlichen Gesundheitsamt fortgesetzt. Abg. Dr. Baumbach (bfr.) begründet seinen Antrag auf Zulassung der Frauen zur Approbation als Arzt. Die öffentliche Meinung nehme in immer günstigerer Weise Stellung zu der Frage. Die württembergtsche, badische und hessische Kammer hätten sich zu den in seinem Antrag ausgesprochenen Wünschen wohlwollend gestellt und selbst das zu rapiden Fortschritten sonst wenig geneigte preußische Abgeordnetenhaus habe bezügliche Petitionen der Regierung zur Erwägung überwiesen. Zweifel an der Capacität der Frauen seien nicht gerechtfertigt. Redner beruft sich zum Beweife hierfür auf Bebels Buch „Die Frau", ferner auf Sappho, aus Frau Düse :c. Prof. Leyden habe den Frauen zwar den zur Leitung der Patienten nölhigen Character abgesprochen; aber darin irre er, wie auch Bebel irre, wenn er den Frauen der bemittelten Stände den sittlichen Ernst abspreche; der Einwand, das Heraustreten der Frau in die Oeffent- ltchkett sei unwetblich, die Frau solle „das heilige Herdfeuer" hüten, sei hinfällig, wenn der „Herd" fehle. Die Erwerbsfähigkeit der Frau müsse erweitert werden. Man fürchte die Concurrenz der billigeren Frauenarbeit, aber die niedrigen Löhne der Frauen hätten ihren Grund in der Beschränkung des Arbeitsfeldes der Frauen. Die besondere Befähigung der Frauen zum ärztlichen Berufe erhelle aus dem, was ste als Krankenpflegerinnen leisteten. Die Anwesenheit weiblicher Studenten in den Hörsälen wirke erziehlich. Staatssccretär v. Bötticher: DaS Reich habe mit der Sache nichts zu thun. Die Reichsgefetzgebung hindere nicht, daß Frauen die Heilkunde ausüben. Sie schreibe vor, daß zur Erlangung der Approbation als Arzt daS Reisezeugniß von einem Gymnasium und die Bescheinigung des ärztlichen Untversitätsstudiums beigebracht werden muß. Der Antragsteller müsse also fein Bestreben dahin richten, daß in den Einzelstaatcn den Frauen Gelegenheit zum Gymnasial- und zum ärztlichen Universttätsstudium gegeben werde. In das Reichsgeseh könnte höchstens noch die Bestimmung ausgenommen werden: „auch Frauen können zur ärztlichen Prüfung zugelassen werden." Damit wäre aber für die Frauen nichts gewonnen, so lange sie nicht die nöthigen Zeugnisse beibringen können. Abg. Dr. Hartmann (conf.): Seine Freunde ständen dem Anträge nicht als unbedingte Gegner gegenüber, aber das Reich könne in der Sache nichts thun. In den Einzelstaaten sei die Stimmung für das Verlangen des Antrags günstig und auch der preußische Eultusminister siebe diesem Verlangen wohlwollend gegenüber. Damit möge sich der Antragsteller trösten. Hier fei der Antrag abzulehnen. Abg. v. Bar (bfr.): Man könnte weibliche Personen» zur Prüfung auch dann zulassen, wenn ste auf außerkeutschen Universitäten, so in Zürich oder Bern, studirt hätten. Das Gymnasial- Reifezeugniß könne jetzt schon ohne die Vorbedingung des Gymnasialbesuchs erlangt werden. In allen anderen Culturstaaten könnten Frauen die Approbation als Aerzte erlangen, weshalb nicht auch in Deutschland! Die künstliche Schranke, welche nun einmal in dem Wortlaute der Prüfungsordnung bestehe, müsse aufgehoben werden. Staatssccretär v. B ö t t i ch e r: In der Reichsgefetzgebung bestehe eine künstliche Schranke jedenfalls nicht. Gegen die vom Vorredner vorgeschlagenen Ausnahmen spreche, daß gerade von der medicinischen Wissenschaft großer Werth auf die Vorbildung gelegt werde. Und wie wolle man denn eine ungleiche Behandlung der Frauen und Männer in diesem Punkte rechtfertigen? Unsere Aeizte seien schon jetzt bemüht, jeden Zuzug aus dem Auslande fernzuhalten. Er sei den Zielen des Antrags nicht feindlich und wisse auch, daß in einzelnen Staaten die Unterrichtsminister bereit seien, der Sache näher zu treten. Man möge sich also an die rechte Schmiede wenden. Abg. Dr. Endemann (natl.): Seine Freunde flehen der Frauenfrage wohlwollend gegenüber, wollen sie aber nur als Zwcck- mäßigkeitsfrage schrittweise gelöst sehen. Lasse man die Frau einfach zur Approbation zu, so liege die Befürchtung einer Vermehrung des wissenschaftlichen Proletariats nahe. Viele männliche Aerzte hatten schon einen schweren Kampf ums Dasein zu führen. Es wäre ein gewagtes Experiment, Hunderte von Aerzten einfach aufs Pflaster ' zu werfen. I Abg. Bebel (Soc.): Seine Freunde verlangten Zulassung der ' Frauen zu allen wtssinschaftllchen Studien und Berufen. Man.folle sich nicht auf den Standpunkt der Concurrenzfurcht stellen. Die Arbeiter müßten ja auch die Eoncurrenz der Frauenarbeit aushalten. Der Antrag sei nicht werthlos, denn wenn er angenommen werde, Amtlicher Theil. Gefunden: 1 Radkragen, 1 Kaputze, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Zwicker, 1 Cilinderuhr nebst Kette, 1 Paar Handschuh, 1 Vorstecknadel und 1 Schieber von einem Meß- Instrument. Gießen, den 25. Februar 1893. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. so liege darin für die Einzelstaaten eine moralische Röthigung, für die Frauen die Vorbedingungen zu schaffen, unter denen fie die Approbation erlangen können. Auch könne der Bundesrath ohne jeden Schaden für die medicinische Wissenschaft bestimmen, daß für deutsche Studirende das Studium in der Schweiz al« vollberechtigt angesehen werde. Jene Bestimmung habe ja schon früher einmal bestanden. , , „ ., _ Abg. Dr. Höffel (Rp.) erklärt sich principiell gegen die Zulassung der Frauen zum ärztlichen Berufe, für den sie nicht geeignet feien, da bei ihnen daS Empfinden überwiege. Auch liege kein Be- dürfniß vor, wie das Beispiel Nordamerikas zeige. m rr Abg. Rickert (bfr.) weist auf bte Berechttaung beS Wunsches ber Frauen hin, in gewissen Krankheiten von weiblichen Aerzten be- hanbclt zu werben. r , L . Auf Antrag beS Aba. Rickert wirb schließlich ber Antrag Baumbach von der Tagesordnung abgefetzt, um mit den zu dieser Frage eingegangenen Petitionen zusammen berathen zu werden. Das Capitel Gesundheitsamt wird genehmigt. Beim Reichsversicherungsamt wünscht Abg.Rösicke (lib.) Vorlegung der amtlichen Berichte der LandesverficherungS- anstalten, bedauert daS Ausscheiden 50 staatlicher Betriebe auS einer Berufsgenossenschaft und vertheidigt fodann die Thätigkeit der Be- rufsgenofsenfchaften auf dem Gebiete der Unfallverhütung gegenüber früheren Aeußerungen des Abg. Wurm. Bayr. Bundesbevollmächtigter Geh. Ratb Land mann kann die Befürchtungen des Vorredners wegen des Ausscheidens einer größeren Anzahl staatlicher Betriebe auS der Tiefbaugenosfenschaft nicht «heilen, da diese Genossenschaft finanziell günstig gestellt sei. Abg. Wurm (Soc.): Seine neulichen Angriffe hätten sich gegen die Arbeitgeber gerichtet, die Schutzvorrichtungen unterließen, weil ste Geld kosteten. Wo Schutzvorrichtungen vorhanden seien, werde viel durch Ueberanstrengung der Arbeiter gesündigt. ES fei eine fchärfere Controle nöthig. , .. Abg. Merbach (Rp.) weist darauf hin, daß verschiedentlich die von den Arbeitgebern angebrachten Schutzvorrichtungen von ben Soclalbemokraten bei ben Arbeitern lächerlich gemacht worben feien. Abg. Vollrath (bfr.) bemängelte, baß gewisse Privatbeamte von zum Theil akabemischer Btlbung zur Unfallversicherung heran- gezogen worben seien. t . ,, Staatssccretär v. Bötticher: Auf Antrag werbe in solchen Fällen Abhilfe geschaffen. Abg. Auer (Soc.) beschwert sich über Falle von Verschleppung der Rentm-Feststellung. . ,, . Staatssecreeär v. Bötticher erwidert, daß solche Fälle seden- falls nicht im Sinne des Gesetzes lägen. Abhilfe könne bei einer Revision des Gesetzes erfolgen. Weiterberathung morgen. Außerdem Postdampfer-Novelle. 51. Sitzung. Freitag, 24. Februar 1893. Die Novelle zum Reichsbeamten-Kautionsgefetz wird in dritter Lesung definitiv angenommen. t Sodann wird die Berathung des Etats des Innern beim Reichsverficherunasamt fortgesetzt. Abg. Schmidt (frf.) weist darauf hin, baß bre unteren Behör- ben vielfach die Arbeiter für Versäumnisse beim Einkleben der AltcrS- nnd Jnvaliditätsversicherungsmarken verantwortlich machten, was dem Sinne des Gesetzes nicht entspreche. Redner weist dann die Behauptung Wurms zurück, daß der Socialdemokratie die ganze Versicherungsgesetzgebung zu verdanken sei. Friedr. Harkort habe schon in den 40er Jahren derartige Forderungen ausgestellt. Die social- demokratische Agitation wirke nur als Hemmschuh. Man halte die Partei daraufhin für eine staatsgefährliche- das fei sie nicht, zumal fo lange sie parlamentire. Er kenne feine Pappenheimer. Sie wähl- ten focialdemokratisch und stimmten als Mitglieder von Kriegervereinen begeistert in das Hoch auf ben Soifer ein. Wenn Wurm behaupte, bie Unfallrenten würben nur „burch Zwang- ausgezahlt, so stehe bies mit ben Thatfachen in Wiberspruch. Staatssicretär v. Bötticher: Wenn sich setzt bie Parteien um bie Urheberschaft ber socialpolitischen Gesetzgebung stritten, fo entnehme er daraus, baß biefe Gesetzgebung boch nicht fo schlecht fein könne, wie von diesen Parteien früher behauptet würbe. Das von Schmibt bemängelte Verfahren einzelner Polizeibehörden entspreche nicht bem Geist des Gesetzes. Er werbe bie Regierungen baraus aufmerksam machen unb um Erlaß entsprcchenber Anweisungen ersuchen. Abg. Hofmann (Soc.) beschwert sich über verschiebene Fälle unrichtiger Ausführung ber Veistcherungsgesetze. So hätten selbstständige Meister, die freiwillig versichert gewesen und ihre Beiträge gezahlt hätten, schließlich auf Grund älterer sächsischer Gesetze keine Rente erhalten. Es sei nicht selten für Rentenempfänger schwierig, sich bei der Post zu legitimtren. Auch kämen Unterschlagungen von Arbeiterbeiträgen durch Arbeitgeber vor. Staatssccretär v. Bötticher: Letzteres könne ber Arbeiter in übern Falle controliren. Auf bte Legitimirung bes Rentenempfängers bei ber Post könne nicht verzichtet werben. Die selbstänbigen Haus- gewerbetreibenben anlangenb, fo würbe auf Abstellung bes gerügten Uebelstanbes bei einer Revision bes Gesetzes Bebocht zu nehmen fein. Abg. Dr. Buhl (nl.) wünscht, boß wenn eine Berufsgenossenschaft bie Entfchäbigung ablehne, sie wenigstens bem Arbeiter mittheile, welche Genossenschaft entschädigung-pflichtig sei. Staatssecretär v. Bötticher erroibert, er beabsichtige bei ber Revision bes Unfallgesetzes bte Sache so zu orbnen, baß bie Berufsgenossenschaft, welche bte Entschädigung ablehnt, den Anspruch derjenigen Genossenschaft übermittelt, bie fie für verpflichtet hält. Abg. Bebel (Soc.) bestreitet Marbach gegenüber, baß bie Social- bemofraten im Reichstage Unfallverhütungsmaßregeln forderten, außerhalb bes Hanfes aber dieselben in ben Augen ber Arbeiter lächerlich zu machen suchten, unb fragt bann an, wie es mit ber versprochenen Novelle zum Unfallgesetz stehe. Das Gesetz muste auf Hanbwerk, Hanbelsgeschäste rc. ausgcbchnt werben. Staatssecretär v. Bötticher erroibert, baß bic Novelle ausge- arbeitet sei unb baß er bie Ausdehnung bes Gesetzes auf Hanbwerk unb Kleingewerbe beabsichtige. Man werbe aber gut thun, sich nicht zu überstürzen, ba noch fortgesetzt Erfahrungen gemacht würben, bte zu Correcturen Anlaß gäben. t , n Abg. Schrabcr (frf.) wünscht, baß bet ber Revision besUnfallgesetzes vorgeschrieben werbe, baß bie Schiedsgerichte bte Parteien, ■- .........U.'.-IIJL— il. .. "■ O » . 1 XDt Knnonccn«Buttauj M Ja- un> InÜeHbt« nehm« Äajcigt* für den „Gießener Nnzeigrr' entgegen. in r™*”- rV-SSram 32. S*is»r.s ML |e, belle Werkstätten Nahnes fabt 78, eine Treppe. ■e Anzeigen. u-Au end. IM Maß Iter in Nürnberg eArmchklin und außer dem Hause. Tandgaffe 50. AreibgehW-sücht twtt. : Exyrd. d. U. Wges DitnstmäS-m GMrrgerstraßc 15. eanstalt. unjere Anstalt für das ^'Jahresbeitrag gezahlt ienerin Elise Werner, i der Anstalt mittheilen, n diesem Jahre freund« Zeugen und Sachverständigen selbst -nhören. Honmtlich werd« die Novelle vorher rechtzeitig veröffentlicht- , StaatSsecretär v. Bötticher: Zu erwägen werde sein, ob nicht La» Schiedsgericht auch al» EtnigungSamt zu romen hab«. Abg. Goetz (nl.) wendet fich «egen die Art, in der Wurrn gestern wieder einmal alle Unternehmer „in die Pfanne grauen habe. Die Unternehmer hätten viel und ste hättm e» flern SÄ« genossenschasten hätten sich der Ausgabe der Unfallverhütung mit Luft Unb m° (Socj führt Beschwerde darüber, daß den Arbeite^ häufig die (Erlangung der Rmte sehr erschwert werde. Die hau»- industriellen Arbeiter, besonder» die Hausweber, mußten unter da» ^^ayer. Bundetzbevollmächtigter Geh. Rath ßenbmonn: la» Reichsversicherungsamt gehe bei Bemesiung der Renten so wett als <8 ^Ab^Äner ?ltb°"wiederholt sein Derlangennach Ausdehnung der Altn»- und Invalidität-Versicherung auf selbständige kleine Land- Wkta6fl. Rösicke (ltb.) weist die Vorwürfe gegen die Berufsg«- nostmschasten wegen der Rentenseststellungen zurück. Nur «twa26^, aller von den Arbeitern angefochtenen Rentenbescheide wurden in reichische Botschafter, am Montag Frecher v. Loe empfangen werden. ___ Depeschen de» Bureau .Herold^. Berlin, 24. Februar. Der Kaiser hat dem Reichskanzler Grafen Caprivi zu seinem SeburiStage einen Ehrensäbel verliehen. . Berlin, 24. Februar. Die Commission deS Reichstag» zur Borberathung der lex Heinze nahm heute da» Gesetz mit 13 gegen 8 Stimmen an. CS kann nach dem Gesetz bei der Berurtheilung, wenn die That von besonderer Rohheit, Bosheit und Ehrlosigkeit zeugt, auf Verschärfung erkannt werden, die in harter Lagerstätte besteht, sowie in Nahrung von Wasser und Brod. Wien, 24. Februar. Erzherzog Albrecht feiert am 4. April d. I. sein 30jährigeS Jubiläum als österreichischer Feldotarschall. zweiter Instanz geändert. .. StaatSsecretär v. Bötticher weift Wiper dmaus hin, daß die facultatioe JnvalidttätSverstcherung der landwlrthschastlichen Kleingewerbetreibenden, soweit sie unter 2000 Mark Einkommen haben, bereit» auf dem Wege der Landesversicheruna zugelassm W- Da» Kapitel RetchsoerficherungSamt und der Rest de» Lrdtna- rium» werden genehmigt. t l,. Beim Extraordlnarium und zwar beim Titel A uSstattung de» RetchStagdgebäudes bedauert Abg. Zimmermann (Antis), daß da» zur Vergoldung de» Kuppelbaues des neuen ReichSiagSge- bäude» verwendete Blat^old vom AuSlande bezogen sei, die heimische Industrie hätte dasselbe ebenso gut liefern können. StaatSsecretär v. Bötticher: Die Arbeiten seien an einen deut- schm Industriellen vergeben; die Reichsregierung kann nicht contro- Ihren, woher dieser sein Material beziehe. Aus Anregung deS Abg. o. Staufsenberg (srs.) erklärt Staat»- secretär v. Bötticher, daß sich di- RetchStagsbaucommtssion setz nur auf da» Rothwendigste beschränken werde, um ^m Gebäude eine würdige Ausstattung xu geben. Der Reichstag werde dann über die weitere Ausstattung oe» Gebäude», zu welcher Künstler au» ganz Deutschland herangezogen werden sollen, noch zu beschlirtzen baben Beim Nordostseekanal (7. Rate) bemängelt Abg. Casselmann (nl) die Verwendung ausländischen Material». StaatSsecretär v. Bötticher erwidert, daß, wenn den Untn- nehmern der Bezug schwedtschm Granit» versagt worden wäre, sie erheblich höhere Preisforderungen hätten stellen müssen. Abg. Molkenbuhr (Soc.) beklagt die Beschränkung der Schift- fahrt auf dem Etderkanal, wodurch viele Neine Schifter geschädigt würden. Man möge diese entschädigen, wozu Million Mark au»- StaatSsecretär v. Bötticher erklärt, e» sei möglichste Rücksicht auf die kleinen Schifter genommen worden. Der Rest de» Etat» des Innern wird genehmigt. Der Präsident bemerkt, daß der Etat des Innern in 18 Sitzungen erledigt sei. (Heiterkeit.) Morgen: Antrag Rtntelen betr. Verjährung in Strafsachen, Postdampfernovelle, Wahlprüfungen. Neueste Nachrichten. Wolff» telegraphische« Eorrespondmz-Bureau. Berlin, 24. Februar. Dem von dem StaatSsecretär Bötticher veranstalteten Abendessen wohnte der Kaiser, der um 68/< Uhr erschien, bei. ES nahmen u. A. Theil: StaatSsecretär Stephan, Knltusminister Bofte, der Präsident deS Reichstages und deS Abgeordnetenhauses, der Vicepräsident b>.4 Herrenhauses, v. Manteuffel. Der Kaiser unterhielt sich lebhaft mit den Anwesenden. Die Festlichkeit währte bis zum späten Abend.' Berlin, 24. Februar. Die Militärcommission trat heute in die Specialberathung des Antrages Richter über die sinanziellen Lasten der Militärvorlage ein und erörterte die einmaligen Ausgaben. Richter beantragt, 104 Millionen Mark als Kosten für die Unterbringung der Truppen cinzustellen. Oberst Erfflin g erklärte, von der hierfür zu fordernden Summe würden innerhalb der nächsten fünf Jahre nur wenige Hunderttausend Mark zu Vorarbeiten gebraucht werden, der Rest werde erst innerhalb 20 Jahren nöthig. Der Antrag Richter wurde in einer von Dr. Lieber vorge- schlagenen Fassung angenommen, wonach die Heeresverstärkung neben den einmaligen Ausgaben 104 Millionen Mark für die dauernde Unterbringung der Truppen erfordern würde, deren Verwendung nach zwei Jahren beginnen und etwa in 20 Jahren vollendet sein würde. Ferner wurde ein Antrag Richter angenommen, wonach die Casernirung noch nicht casernirter Truppen 37 Millionen erfordern würde. Sodann beantragte Bennigsen, in § 2 der Militärvorlage statt 711 Bataillone Infanterie zu setzen 538 Bataillone und 173 unvollständige Ersatzbataillone und letztere nur so lange formircn, als die zweijährige Dienstzeit festgesetzt bleibt. Fortsetzung morgen. Berlin, 24. Februar. Ahl warbt ist heute aus dem Gefängniß entlaffcn worden und zwar zwei Stunden früher, als man erwartet hatte, so daß eine Anzahl junger Leute und deutscher Studenten, die ihn empfangen wollten, zu spät kamen. Er wurde dann in die Germaniasäle geleitet, wo eine Versammlung seiner Anhänger ihn erwartete. Musik begrüßte ihn mit einem Ahlwardt-Marsch. Man trug ihn auf taS Podium, wo ihn Rechtsanwalt Hertwig und der Reichstagsabgeordnete Werner in Empfang nahmen und zu feiner dort aufgestellten Familie sührten. Liegnitz, 24. Februar. Amtlich festgestelltes Ergebnis der Reichstags-Ersatzwahl. ES wurden23,579Stimmen abgegeben, davon erhielt Rentner Iungfer-Liegnitz (frei- sinnig) 10,667 , Rechtsanwalt He r twig- Charlottenburg (Antisemit) 6586, Kühn (Socialdemokrat) 4956, v. Roth- kirch (conservaliv) 1363. Der Rest der Stimmen war zersplittert. Demnach Stichwahl zwischen Jungfer und Hertwig. Paris, 24. Februar. Der Cassation»Hof wie» nach langer Berathung die von den Angeklagten Charles Leffep», Fontane und SanS-Leroy eingelegte Beschwerde gegen den Beschluß der Anklagekammer ab und verwies die Angeklagten vor die Geschworenen. 9tam, 24. Februar. Der Papst muß wegen einer leichten Erkältung aus Anordnung deS Arzte» heute und morgen da» Zimmer hüten. Sonntag werden wieder die Audienzen beginnen. Am Sonntag wird der öfter- Der „Loldatenhandel" im vorigen Jahrhundert. Gießen, 24. Februar. Dor überfülltem Saale hielt Herr Hauptmann Weimer in der gestrigen Sitzung des Oberhessischen GeschichtS- Vereins seinen angekündigten Dortrag über den sogenannten Soldatenhandel des vorigen Jahrhunderts. In der Einleitung gab Redner zunächst einen Ueberblick über die verschiedenen Stimmen in der Literatur, die den „Schacher mit Menschen- fleisch" aufs schonungsloseste verurtheilten, und führte dann in kurzen Zügen die Entwicklung des Heerwesens vor Augen. Dadurch, daß da» Volksheer deS beginnenden Mittelalters allmählig zum Söldnerheer wurde, schwand auch das Nationalbewußtsein der Truppe. AlS schließlich die Heere zu stehenden wurden, bestanden sie immer noch zum größten Theil auS geworbenen Soldaten und nur zum geringsten Theil auS Landeskindern. Infolge deffen focht der Soldat im allge- meinen nicht für sein Vaterland, sondern nur für den Fürsten, zu deffen Fahne er geschworen. Von diesem Standpunkt auS betrachtet, gewinnt der „Soldatenhandel" ein etwas ver- ändertes Aussehen. Er war eben ein Kind seiner Zeit und will als solches beurtheilt sein. Die meisten Subsidientracte, wie man jene Verträge nannte, schloß England mit deutschen Staaten. In Deutschland kannte man die Lage Englands, das immer viel Geld, aber keine Truppen hatte, sehr gut; deshalb machten die deutschen Fürsten ein gutes Geschäft, als England beim Ausbruch des nordamerikanischen Befreiungskampfes auf die Suche nach Hilfstruppen ging. Redner beschränkt sich der Größe des vorhandenen Stoffes halber auf die Darstellung der Verträge, die zwischen England und Braunschweig und vornehmlich zwischen England und dem Landgrafen Friedrich II. von Hessen - Cassel geschloffen wurden. Der Herzog von Braunschweig verpflichtete sich, 3964 Mann Jnsanterie und 336 Dragoner auf seine Kosten auszurüsten. Dafür erhielt er für jeden Fußsoldat 30 Kronen, außerdem so lange der fljicg dauerte, jährlich 139000 Kronen, die auch noch eine gewisse Zahl von Jahren nach Friedensschluß gezahlt wurden. Der Führer der Braunschweiger war der Freiherr Friedrich Adolf von Riedesel-Eisenbach, über deffen sowie seiner Truppen Schicksale in Amerika Redner einen kurzen Ueberblick gab. Mit Hessen-Cassel hatte England schon seit 1687 Subsidientracte geschloffen. Der Vertrag, den Georg III. zur Führung des Kampfes in Amerika mit Friedrich II. einging, bestimmte die Zahlung von 450000 Kronen für 12 000 Mann. Er durfte erst dann gekündigt werden, wenn die letzten Truppen nach Hause zurückgekehrt waren, auch blieb einjährige Kündigungsfrist Vorbehalten. Die hessischen Unterhändler hatten diese günstigen Bedingungen erlangen können, weil der Landgraf Geld hatte und warten konnte, die Engländer aber Truppen brauchten und nicht warten konnten. Die Form des Vertrags war ein Schutz- und Trutzbündniß. Im Ganzen gingen 17 000 Mann heften - caffelischer und 2400 Mann hessen-nassauischer Truppen (in Hanau regierte der Erbprinz von Caftel) nach Amerika. Auf dem Schlachtfelde bewährten sie den alten Ruf der hessischen Armee; ihre Verluste waren bedeutend. An deutschen Hilfstruppen waren inSgesammt ca. 30000 Mann nach den englischen Colonien eingeschifft worden, 17 000 kehrten davon zurück. Aber die hohe Verlustziffer wird durch den Umstand gemindert, daß sehr viele der AuS- gerückten freiwillig in Amerika zurückblieben und tüchtige Bürger der Vereinigten Staaten wurden. Die Summe, die England für alle diese Hilfstruppen zahlte, belief sich nach heutigem Geld auf 720 Millionen Mark. Die Geschichte hat wegen dieses „Menschenhandels" hauptsächlich den Landgrafen Friedrich II. von Heflen-Caftel verurtheilt. Der Vortragende suchte nachzuweisen, daß dieser Fürst das Odium, das auf ihn gefallen ist, in nicht höherem Maße verdient, als alle anderen der kleinen Landesherren, die dieselben Verträge geschloffen haben. Im Gegentheil, wenn man für einen der Betheiligten Entschuldigungsgründe finden kann, so für Friedrich II. Abgesehen davon, daß die Heere großentheilS geworbene Heere waren und den Fürsten daS Recht zustand, KriegSbündnifte zu schließen, mit wem sie wollten, war der Landgraf bei Abschluß dieses Vertrags im Einvcrständniß mit seinen Ständen. Außerdem war er der Schwager Georgs III. von England, deffen Schwester er zur Frau hatte. Neid und Mißgunst haben daS ungünstige Unheil über Friedrich II. gefällt, wozu nicht wenig die übenriebenen, oft unwahren Schilderungen Seume» beige- tragen haben. Der schwere Vorwurf, Friedrich habe feine Offiziere angewiesen, die Truppen möglichst inö Feuer zu führen, weil für Tobte und Verwundete mehr gezahlt wurde, beruht auf einem gefälschten Brief. Der in vorzüglicher Form gebotene, hochintereftante Vortrag fand laute Anerkennung. Daß die Meinungen über den behandelten Gegenstand noch sehr getheüte waren, bewies die lebhafte DlS- cusfion, an der sich außer dem Vortragenden vorzugsweise die Herren Profeffor Buchner, Dr. Ebel, Professor Franks Dr. Matthaei, Dr. Reßling und Gutsbesitzer Schlcnke be- theiligten und in der die Geister heftig aufeinander platzten. Wir glauben, daß der Vortragende seine Absicht, den Land» grafen Friedrich II. nicht weiß zu waschen, sondern nur gerecht beurteilen zu lassen, erreicht hat. Denn thatsSchlick bat dieser nichts anderes gnhan, als waS viele andere deutschen Fürsten auch gNhan haben — warum also ihn ganz bc- onderS veruNheilen? Dann aber hat er von dem „Sündengeld" den besten Gebrauch gemacht. Er erließ seinen Unter- thanen größere Steuern und machte sein Land schulden- ret, zur großen Befriedigung seiner Stände. Den Ueber- chuß verwendete er zur Hebung des Gewerbefleißes, der Wiftenschasten, der Künste. Bon ihm rühN die Bermehruug der heute ziemlich bedeutenden Bildergallerie und die Erbauung deS Museums in Caftel her. Ueberhaupt war, wie ein hessischer Geschichtsschreiber hervorhebt, seine Regierung wohlthätig und auch beliebt. . Von unserem heutigen Standpunkt ist natürlich der Abschluß eines „SubfidienttactateS-, wie er vor hundert Jahren geschah, durchaus zu verwerfen. Tempora mutentur et dos mutamur in illie. DaS Kriegswesen hat den Kreislauf vollendet, daS Söldnerheer ist wieder zum VolkSbeer geworden, wenn auch in anderer Form, wie e» ehedem war. Die Zeiten, da der Deutsche für fremden Gold blutete, sind Gott sei Dank vorüber; wenn er heute zu den Waffen greift, so thut er'S nur noch zum Schutze deS eigenen HerdeS, zum Schutze de» geeinten Vaterlandes. y< Localer unö ^provinziellem Ließen. 25. Februar 1893. ♦* Ständchen. Die König!. Hofopernsängeriu Frau Marie Wittich aus Dresden traf gestern Abend in ihrer Vaterstadt ein, um in dem morgen stattfindenden Concert des ConceN-Bereins mitzuwirken. Der „Sängerkranz" benutzte gerne diese Gelegenheit, um der so gefeierten Künstlerin am gestrigen Abend ein herzliches Willkommmen durch ein wohlgelungenes Ständchen entgegen zu bringen. Die großartige Prachtserie Wien mit der Mufik- und Theaterausstellung übt im Kaiser Panorama eine große Anziehungskraft aus, so daß Herr Schmidt diese Ausstellung noch bis Donnerstag Abend verlängert hat. E» ist auch leicht erklärlich, bei dieser Serie liegt eben daö Großarttge in der natürlichen Darstellung de» großstädtischen Leben» und Treibens, welches sich in den Straßen Wien» und aus der MusikauSstellung bietet. Dieselbe ist in solcher Gesammtheit eben einzig, cS sollte Niemand versäumen, sich in deren Anschauung zu vertiefen, zumal da- Panorama seine Saison hier bald beendigt. ♦ ♦ Die Kalte nimmt im Norden wieder zu und scheint auch uns näher zu rücken. In Danzig herrschte vorgestern 7 Grad Kälte, in Memel bereit» wieder 21, ebensoviel in Moskau; Kopenhagen meldet 14, Stockholm 18, Petersburg 22, Haparanda 25 Grad Celsius. Hamburg hatte 14 Ctm. Schneehöhe. ♦ ♦ Die 18. Generalversammlung deS Deutschen Verein» für öffentliche Gesundheitspflege findet definitiv in der Pfingst- woche vom 24. bis 28. Mai in Würzburg statt. ♦ ♦ Die Wortgebühr für Telegramme aus Deutschland nach Kamerun beträgt 10 Mk. 10 Pfg.; die Beförderung findet über England, die Eastern-Kabel und St. Vincent statt. • • Der Hauptgewinn der Kölner Tombau • Votierte (75,000 Mk.) fiel auf No. 304 306. An dem Gewinn sind nicht weniger wie 100 Personen beteiligt, da daS L00S aus. Antheilscheine gespielt wurde. * » Der Aussichtsrath der Bank für Süddeutschland hat beschlossen, der auf den 21. März einzuberusenden General Versammlung der Actionäre die B e r t h e i l u n g einer Dividende von 3,70 pEt. oder 11.10 Mk. per Actie für daS Geschäftsjahr 1892 — gegen 4,75 pCt. für 1891 — vorzuschlagen. —Auszeichnung. Dem Grohh. Bürgermeister Feldmann zu Lauter wurde auS Anlaß seine» am 7. d. MtS. stattgehabten 25jährigen Dienstjubilaumö da» allgemeine Ehren- zeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste" verliehen. nn. Darmstadt, 24. Februar. Zweite Kammer der Stände. Die Verhandlungen werden um l/t 10 Uhr eröffnet. Aus der Tagesordnung steht zunächst die Petition de» WohnungSauSschusseS der Arbeiterschaften deS Hauses Cornelius Hehl zu WormS, die poli- zeiliche Beaufsichtigung der Miethwohnungen und Schlafstellen betreffend. Nach der Annahme der Gesetzesvorlage in gleichem Betreff in der zweiten Kammer beantragt der Ausschuß, die Petition für erledigt zu erklären, welchem Anträge da» Hau» beitritt. — ES folgt der Antrag de» Abg. Haa» auf Erbauung einer Nebenbahn Gernsheim, bezw. dem Gern»- Heimer Hafen über Hahn und Eschollbrücken, sowie unter thunlichster Berücksichtigung von Crumstadt nach Pfungstadt im Anschluß an die bestehende Nebenbahn Eber stadt-Bahnhos Pfungstadt alsbald die nöthigen Vermessungen und Veranschlagungen vornehmen und an die Stände dem nächst und jedenfalls noch in der gegenwärtigen Landtag»- periode wegen der Ausführung eine Vorlage gelangen zu laften. Seitens der Kammer wurde einstimmig defchloffen, Großh. Regierung zu ersuchen, da» beantragte Bahnproject daldthunlichst zu prüfen und je nach dem Ergebniß der Prüfung Vorlage an die Stände gelangen zu laffen. — Der Abg. Hermann hat einen Antrag auf Errichtung eine» Amtsgericht» in Reichelsheim i. O. eingebracht. Der Ausschuß beantragt Ablehnung. Der Antragsteller begründet seinen Antrag in eingehender Weise und hebt die Mtßstände und Fährlichkeiten hervor, welchen die Qdenwälder Bewohner UUes. VD lieh ;-te: •jÄft "ÄS •'Wf Mr, Hit f'int SHeg/erung .*** d-r 1 " "» Nfcm ,®m mutantnr ■Jtn N din Snij, f!»« Wfjjm ~e‘eW'» Mr. ®»tl> blutete, fot 1 oen Waffen greift, 3cne" Herdes, • TrdiM IM. »pernfängerin §rau ^rn Abend in ihrer "tfindenden Eoncert »Sängerkranz" be- zefeicrten Künstlerin ommmen durch rin ingen. rerr mt der Musik- nnviama eine große idt diese Ausstellung hat. U qi auch den das Grohartige städtischen Lebens ifotn Wiens und auf n solcher Gesaoimtheit imen, sich in deren ivrama seine Saison wieder zu und scheint ' herrschte vorgestern r 21, ebensoviel in n 18, Petersburg 22, arg hatte 14 6tm. )es Deutschen Vereins !finitiv in der Pfingst« ,burg statt. me aus Deutschland jg.) die Beförderung tern-Kabel und tr Dowbai/12ottttie । bem Gewinn find ät, da daS LovS auf. hauptsächlich im Winter ausgesetzt seien, wenn sie zu einer Verhandlung auf daS jetzige Amtsgericht vorgeladen seien. Für den Antrag sprechen noch die Abgeordneten Mohn- berger, Breimer, Schröder, Scheerer und Muth. Der Ausschußantrag findet mit 20 gegen 16 Stimmen An« nähme. — Zwei Gesuche, das der vor dem 1. April 1891 in den Ruhe st and getretener Beamten mit Gleichstellung mit den nach dem 1. April 1891 in den Ruhestand tretenden, sowie dasjenige einer Anzahl pensionirter Lehrer um Erhöhung ihrer Ruhegehalte, genehmigt die Kammer einstimmig nach dem Ausschußantrage in bejahendem Sinne, beschließt dagegen ferner, einem Gesuche der in Land« städtchen und größeren Orten angestellten Lehrer um Auf« besierung ihrer Gehalte keine Folge zu geben. — Für die Erbauung eines Gebäudes für die Großh. Centralstelle für die Gewerbe wird von Großh. Regierung eine Gesammtsumme von 354,000 Mk. gefordert. Der Ausschuß beantragt, als erste Baurate für das laufende Budget 154,000 Mk. zu genehmigen. Dieser Antrag findet einstimmige Annahme im Hause. — Damit ist die Tagesordnung erledigt und vertagte sich die Kammer bis zum 7. März. Darmstadt, 21. Februar. Im Auftrag der Großh. Regierung werden dem „Tagbl." zufolge voraussichtlich die Herren Geheime Baurath Professor Schmitt und Professor Landsberg die Weltausstellung in Chicago besuchen. Worms, 24. Februar. Wie die „Wormser Zeitung" meldet, hat die hiesige Filiale der Pfälzischen Bank mit mehreren Wormser Capitalisten eineBodencreditanstalt unter der Firma Hessische Hypothekenbank gegründet. " verrutschtes. * Amsterdam, 24. Februar. Während eines Manövers der Artillerie auf dem Polygon explodirte eine Granate, welche dein Lieutenant Chevalier die Kinnlade abriß und weiter drei Kanoniere schwer verwundete. Sämmtliche Betroffenen wurden in das Hospital überführt. * Berlin, 24. Februar. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." erfährt, sandten die Erben Bleichröders an den Oberbürgermeister 100,000 Mark zur sofortigen Vertheilung an Arme. * Bayreuth, 24. Februar. Im Steinbruche Boxberg wurden fünf Arbeiter verschütttet. Drei davon sind tobt, die anderen wurden verletzt. Wtissug aus den Standesarutseeglfteerr der Stadt Gieße«. Aufgebote. Februar: 22. Friedlich Köhler, Fuhrmann dahier, mit Sophie Dorothea Köhler zu Kirtorf. 23. Paul Walther Seeger, Kaufmann zu Melsungen, mit Amalie Karoltne Luise Klara Kröll Hierselbst. 23. Peter Gerber, Schuhmacher dahier, mit Elisabeth Becker zu Krofdorf. 23. Johannes Dechert, Bremser dahier, mit Anna Beckel za Selters. Geborene. Februar: 13. Dem Mehgermeister PouiS Sack eine Tochter, Elisabeth. 14. Dem Vtcefeldwebrl Ludwig Zehfuß eine Tochter. 15. Dem Kaufmann Fets Etlinger eine Tochter, Mali. 16. Dem Taglöhner Johann Konrad Will ein Sohn, Karl Heinrich. 17. Dem Briefträger a. D. Wilhelm Dapper ein Sohn. 18. Dem Taglöhner Georg Fischer ein Sohn. 21. Dem Schreiner Georg Pfaff eine Tochter. 21. Dem Mechantkus Wilhelm Karl.Adolph Graf ein Sohn. 22. Dem Schlosser Karl OSkar .Weißbach eine Tochter, Elisabeth Ottilie Emilie. 22. Dem Regimentsschuhmacher Andreas Karl Kräußltch ein Sohn. 23. Dem Schlosser Albert Franz Otto ein Sohn, Ernst Willy. 24. Dem Steinhauer Wllhelm Sttllger eine Tochter, Wilhelmine Katharine. Gestorbene. Februar: 17. Antonie Grasmück, 2V< Jahre alt, Tochter des früheren Schutzmanns Wilhelm Adam Grasmück dahier. 18. Marie Helene Katharine Ochs, 1 Jahr alt, Tochter von Rathsdiener Johs. OchS dahier. 19. Ein Kind männlichen Geschlechts, 19 Stunden alt, Sohn von Taglöhner Georg Fischer dahier. 20. Marie Brück, alt 4>/r Jahre, Tochter von Schlaffer Heinrich Brück zu Niederscheld. 20. Friedrich Kramm, 58 Jahre alt, Privatmann von Bad-Nauheim. 21. Marie Stephan, 3*/« Jahre alt, Tochter von Briefträger Heinrich Stephan dahier. 21. Johann Fries, 70 Jahre alt, Lanowirth von Burg bei Herborn. 21. Elisabeth Kling, 7 Monate alt, Tochter von Schaffner bet der Köln-rechtsrheinischen Eisenbahn Reinhard Kling dahier. 21. Emil Ludwig Htnkler, 30 Jahre alt, Etsendreher dahier. 21. Anna Maria Wild, 2 Jahre alt, Tochter von Kutscher Georg Wild dahier. 22. Elisabeth Belloff, 19 Jahre alt, Tochter des verstorbenen TaglöhnerS Johanne- Belloff dahier. 22. Ernst Valentin Ferdinand Karl Seibert, 5 Monate alt, Sohn von Schuhmacher Hermann Seibert dahier. 22. Anna Elisabeth Schäfer, 7 Monate alt, Tochter von Kaufmann Carl Schäfer dahier. 22. Ottilie Elisabethe Marie Sigle, 2 Jahre alt, Tochter von Schlosser Christian Sigle dahier. 22. Robert Brömer, 44 Jahre alt, Kaufmann zu Frankfurt a. M. 23. Johannes Peter, 50 Jahre alt, Fabrikarbeiter dahier. 23. Franz Kölle, 3 Jahre alt, Sohn von Schneidermeister Otto Kölle dahier. 24. Johannette Freitag, 7 Jahre alt, Tochter von Bergmann Philipp Jacob Freitag II. zu Niedergirmes. 24. Minna Georgi, geb. Budden, 70 Jahre alt, dahier, Wittwe von Pfarrer Karl Georgi. - . ........ ..... BS .!■, 1 Auszug aus -en Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Matthäusgemeinde. Den 19. Februar. Christian Karl Wahl, Magazinsoerwalter in Gießen, und Charlotte Barbas, Tochter deS verstorbenen Bremsers Gustav BarbaS. MarkuSgemetnde. Den 19. Februar. Gelbgießer Philipp Heinrich Schwan, ein Wittwer, und Emma Karoltne Johanna Hermine Ockel, Tochter des Octroierhebers Wilhelm Ockel zu Gießen. Jobannesgemeinde. Den 18. Februar. Johann Heinrich Winter, Fußgensdarm zu Darmstadt, und Katharina Kraus, Tochter des verstorbenen Ackermanns Johann Jost Kraus zu Ammenhausen. Den 22. Februar. Heinrich Klemmrath, Bäckermeister, ein Wittwer, und Christine Emilie Caroline Franz, geb. Gail, Wittwe des Schreiners Carl Franz. Getankte. Matthäusgemeinde. Den 19. Februar. Dem Laternenwärter Friedrich Schäfer eine Tochter, Elisabeth Wilhelmine Lina, geboren den 14. Januar. Denselben. Dem Fuhrmann Philipp Ltch eine Tochter, Marte Katharine Eltsabetha, geboren den 13. Januar. Markusgemetnde. Den 18. Februar. Dem Taglöhner Philipp Schmidt eine Tochter, Luise Marte, geboren den 18. Januar. Den 19. Februar. Dem Wtrth Georg Ludwig Jochem ein Sohn, Rudolph Georg Theodor Heinrich, geboren den 6. Januar. Den 21. Februar. Dem Wetnhändler Ferdinand Schott ein Sohn, Karl Wilhelm Hans, geboren den 30. December 1892. Den 22. Februar. Dem Stationsasststent Karl Borchers eine Tochter, Luise Wilhelmine Else, geboren den 22. Januar. Lukasgemetnde. Den 18. Februar. Dem Gastwtrth Ludwig Spuck eine Tochter, Elise Margarethe, geboren den 7. Januar. JohanneSgemeinde. Den 19. Februar. Dem Hilfsheizer Friedrich Nikolaus Peil ein Sohn, Friedrich Philipp Carl, geboren am 5. Januar.; Denselben. Dem Dtenstmann Jakob Ferber ein Sohn, Heinrich, geboren am 15. Januar. Den 22. Februar. Eine Tochter des am 10. Mai 1892 verstorbenen Bäckers LoutS Klemmrath, Luise Emilie Christiane, geboren am 24. December 1892. Beerdigte. Matthäus gemeinde. Den 18. Februar. Peter Gernand, Bahnwärter i. P., 82 Jahre alt, gestorben den 15. Februar. Markusgemetnde. Den 23. Februar. Ludwig Emil Hinkler, gen. Schnecko, Eisendreher, alt 30 Jahre, starb den 21. Februar. Johannesgemetnde. Den 23. Februar. Elisabethe Belloff, Tochter des verstorbenen Taglöhners Johannes Belloff, alt 19 Jahre, starb am 22. Februar. Verkehr, Canö» und Volksrvirthschaft. Gieße«, 25. Februar. Marktbericht. Aut dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,90—1,00, Hühnereier per Stück 5-6 4, 2 Stück - 4. Käse pr. St. 5-8 4, Käsematte pr. St- 8 4» Erbsen vr. Liter 24 4, Linsen pr. Liter 30 4, Tauben pr. Paar X 0,70—1,00, Hühner pr. Stück X 1,00—1 20, Hahnen pr. St. X 1,40-2.00, Enten pr. Et. X 1,70 bis 2,00, Ochsevfleisch vr. Pfd 65-72 4, Kuh, und Rindfleisch pr. Pfd. 60-56 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 60-70 4, Kalbfleisch pr. Pfd. 40-50 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 40 -70 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,50-5,00 X, Weißkraut pr Stück5-12 4, Zwiebeln pr. Eentner 12,00-0.00 X, Milch pr. Liter 12—18 4, Enteneier pr. St. 6 4 — lieber »Die Hebung der deutschen Industrie, speeiest ^/JF*“*"',**"* Ehoeoladen'vranche" schreibt der Gen-Anz. für Delicatessen-Handlungen in seiner Nr. 3 unter Anderem Folgen- des: »Ein objectioer Vergleich zwischen deutschen und ausländischen Fabrikaten, den wir jüngst in unserem Laboratorium aussühren lußen, laßt gar keinen Zweifel darüber, daß die ausländischen Fabrikate vor den deutschen keinen Vorzug haben, im Gegentheile zeichnen sich speciell die deutschen Cacaopulver durch ihren geringen Aschengehalt und schönes Aroma vortheilhaft aus. In dieser Beziehung wollen wir den unfern Lesern bekannten Bergers Germania- C a c a o besonders erwähnen. Wenn wir uns erinnern, welche bösen Erfahrungen mehrere unserer Leser mit ausländischen Fabrikaten im vorigen Jahre machen mußten, daß sie durch den Verkauf holländischen Cacaos nicht nur geschäftlichem Schaden, sondern auch noch Anklagen wegen Vergehen gegen das Nahrungsmittelgeseh auSaes.tzt waren, bann dürfte es sich wohl empfehlen, das deutsche Fabrikat durch entsprechende Aufklärung des Publikums in immer weiterem Maaße etnzuführen." Eingesandt. Gießen, 25. Februar 1893. Die beiden Verbindungswege zwischen der Südanlage und dem Selterswege, sowie die verlängerte Goethrstraße, wie die Fortsetzung der Plockstraße, befinden sich zur Zeit in einem trostlosen Zustande. Es kostet keine kleine Mühe, durch den hier angehäusten tiefen Koth sich hlndurchzuarbeiten. Sollte e8 nicht angebracht sein, die beiden Wege, die zu den häufigst begangenen der Stadt gehören, mit haltbarem Material (aber ja nicht mit dem so rasch in Brei sich auflösenden Lahnkies) auszusüllen, oder, was noch räthlicher wäre, zu pflastern? Die Stadtverwaltung würde sich durch ein Entgegenkommen nach dieser Richtung gewiß den Dank zahlreicher Benutzer J>tr beiden Verbindungswege verdienen! H. Einsender dieses erlauben sich auf einen Uebelstand hinzuweisen, der geeignet ist, die öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen. Bet der städtischen Knabenschule an der Nordanlage wird seit einigen Tagen der Strahen-Morast aus der Stadt abgeladen, welcher die Keime vieler Krankheiten in sich birgt und welches Verfahren, bet der Choleragefahr, die gegenwärtig herrscht, vollständig santtäts- wtdrig ist. Wenn man bedenkt, daß ein solcher Choleraheerd für die vielen Spaziergänger, welche tagtäglich die Anlagen passiren, geradezu beängstigend und für die Gesundheit der angrenzenden Bewohner gewiß nicht von Vortheil ist, ganz abgesehen von den vielen Kindern der Knabenschule, die ihre Erholungszeit in einer solchen verpesteten Lust zubringen rnüffen, so glauben Einsender dieses, daß eS nur eines Hinweises bet hoher Behörde bedürfe, um solchen Unannehmlichkeiten sofort abzuhelfen. Mehrere Anwohner. Briefkasten. □ Aus dem oberen Vogelsberg. Die Geschichte von der aufgehängten Schnitzbank ist mindestens 25 Jahre ati. Sie passirte in dieser Zeit fast alle deutschen Bundesstaaten und ist nun endlich auch im Vogelsberg angelangt. — Die Gefahr bei Verwundungen, sei es durch Verbrennung, Verbrühung, Schnitt, Ritz oder sonstwie und bei Geschwüren ist stets, daß Schmutz in die Wundstelle etndringt und hierdurch Eiterungen, ja Blutvergiftung hervorgebracht werden. Es ist deßhalb ein Gebot der Vernunft, da die meisten Verwundungen unvorhergesehen und plötzlich geschehen, dieselben stets sofort mit größter Vorsicht zu behandeln und eine Dose des nach einem patentirten Verfahren (in Deutschland unter Nr. 63592) hergestellten Apotheker Flügges Myrrhen - Cr«me, stets im Hause zu haben. Derselbe ist nach den Berichten der medicniischen Autoritäten durch seine antiseptischen, neubildenden und heilenden Eigenschaften das ernpsehlenswertheste Wundhetlmittel. Um stchvor Täuschung zu bewahren, sei hervorgehoben, daß der ächte Flügge'sche Myrrhen-Cröme nur in fertig verpackten Dosen ä Mk. 1.— verkauft wird, deren Umhüllung als Schutzmarke einen weißen Halbmond mit Stern in rothem Feld sowie den Namenszug A. Flügge trägt. Erhältlich in Gieße« in alle« Apotheke«. Apotheker A. Flügges Myrrhen-Cröme ist der paten- tirte ölige und verdickte Auszug M Myrrhenharzes. [1793 Unübertroffen in Feinheit u. Milde u. seit zwölf Jahren bewährt Holland Tabak 10 Pfd. lose in B-utel frco. 8 Mk. nur bei B. Becker in Seesen a. Harz. 280 it p wberufenden Gennal- theilung einer 10 Mk. per Actie für 75 pCt. fir l891 "" mrmeister Feldman" -°s allgememe Ehm Ihrige treue W ,fite der m Vtw W tr- »i* gegenmar"9 zu wn,tt8 11 ndi dein W „ Der Verrichtung $et uni «‘‘i®11’* Holzversteigerung im Gambacher Gemeindewald. A. Brennholz. Donnerstag den 2. März: 59 Raummeter Buchen- und Eichen-Scheiter, 87 „ „ Eichen- und Nadel-Knüppel, 86 „ „ und Eicken-Stöcke, 5000 Buchen-, Eichen- und Nadel-Wellen. B. Bau- und Nutzholz. Ireitag den 3. März: 87 Eichen-Stämme von 15—53 Zentimeter Durchmesser, 8—14 Meter Länge — 54,41 Festmeter, 45 Kiefern- und Fickten-Siämme von 15—37 Zentimeter Durchmesser, 7 bis 20 Meter Länge — 35,00 Festmeter, 5 Bucken-Stämme von 41—48 Zentimeter Durchmesser, 7—9 Meter Länge — 6,22 Festmeter, 12 Eichen-Derbstangen — 1,09 Festmeter, 159 Fichten-Derbstangen — 9,26 Festmeter. Die Zusammenkunft an beiden Tagen Vormittags 9 Uhr am Pohlgönser Weg, nahe dem Eisenbahnübergang bei der Linde. Gambach, den 22. Februar 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Gambach. Reuhl. [1818 Freitag den 3. März, Nachmittags 3 Uhr, versteigere ich im Pfandlocal gegen Baar- zahlung: 1 Sopha, 1 ovalen Spiegel, 1 Küchenschrank, und nach dem in der Flett'schen Hofraithe: 2 schwere Arbeitspferde. Gießen, den 25. Februar 1893. 1809 Mulch, Pfandmeister. Ieilgeöotenes. 100 Mstter Kartoffeln Verschiedener Sorten zu verkaufen. 1815 Licherstraße 5. I Frühjahrs-Saatgut Domäne Hof Rheinfelden, Post Wallerstädten, Etat. Groß-Gerau, empfiehlt an 1787 Saafgtlniit: (grannenroerfenbe) Gerste, Beseler Hafer; ferner an Saetkartoffeln: Imperator, J««o u. bin. anbere Sorten, welche ich als Versuchsansteller ber beutschen Kartoffelkulturstation anbaue Preisliste u. Getretbemuster gratis u. frco. H. Schudt, Domänen-Pächter. Versteigerung. Dienstag de« 28. Februar d. I., Nachmittags 2 nhr, versteigere ich Schloßgaffe 9 dahier, auf Antrag bes Verwalters ber Gastwirth L Löwen- stein'schen Concursmasse: 8 vollftSnbige Betten mit und ohne Sprungfeber - Matratzen, 1 Sopha, 2 Kleiberschränke. 1 Tisch, 1 Schreib- fecretar, 1 Stanbuhr, 1 Waschkomobe, 1 Nachtschränkchen, 1 Consolchen, 1 Hängelamge unb 2 Bilber, sowie 1 Cassaschrank. Versteigerung findet ficher statt. 1813 Born, ___________________Gerichtsvollzieher- Dienstag, 28. Februar 1893, Vormittags 9V< Uhr beginnenb, lasse ich babier 6 Pferbe, 18 Stück Rindvieh, 2 Llufer, Wagen, Schiff und Geschirr, sowie eine Schmiede-Einrichtung und allerlei Hausgeräthschaften öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung, oder Einstellung solventer Bürgen, zur Versteigerung bringen. 1804 Bernsdorf (Station der Kölbe-Laaspher- Bahn), 25. Februar 1893. Heinrich ElooS. Wollene und wasserdichte Pferdedecken, Arbeiterschlas- decken billigst bei [1795 Louis Wittich II., Neustadt 6. 1827] DaS -a«S, große Mühlgasse Nr. 33, mit Hoftaum, Scheuer und Stallung, ist zu verkaufen ober auch ganz, sowie getrennt zu verrniethen. Zu erfragen bei Wilhelmine Kreiling, große Mühlgaffe 33, ober JustuS Kreiling, Auf ber Bach 4. 800] Täglich frische Schellfische, Labliau Zander, empfiehlt E. Dort, Wallthorstraße 45. Qj I Ri timi- md GmbßeiigesGfi I. Atzbach Grünbergerstr. 10 GjtßtN Grünbergerstr. 10 empfiehlt sich zur Anfertigung und Lieferung von Bausteinen jeglicher Art, sowie in 1838 GrMkllkmlm!». Mlniumenten in Marmor, Granit, Syenit, rothem und grauem Sandstein. Bildhauerarbeit in Marmor und Sandstein. Erhabene und vertiefte Schriften. MariiMtilchpktten nnb ValMchaiiMe, sowie aller in dieses Fach einschlagenden Marmorarbeiten. jiefernug von schwanen und weißen Glasplatten mit erhabener und vertiefter Schrift. Sämmtliche Arbeiten werden nur von bestem Material gefertigt und billigst berechnet. Kalkmehl, zu Desinfectionszwecken vorzüglich geeignet, liefert zum Preise von Mk. 60 pro 10,000 Kilo franco^Waggon Kalkwerk 136] die Gewerkschaft I Raab «en., Wetzlar. Berger’s Germania-Cacao frischen Ausschnitt verschiedener Torten und Kuchen, sowie Spritzkuchen, Theegebäck, Krapfen, Wiener Plunder, Wiener Fein- und Kindcrzwicback, Polnisch Gebäck und amerikanischen Schnellkuchen empfiehlt in feinster Güte -e ^837 Wiener Feinbäckerei W* Stein’s Garten. 'M Dienntrtg den 2S. Februar: VI. und letztes Abonnements-Concert. PROGRAMM. Ouvertüre „Traum eine» Jünglinge* (Westmcyer). Ouvertüre ,F.in Sommernacht»- trauma (Mendelevohn). Larghetto a. d. C-moll-Sinfonie (Spohr). Cooeert f. d A iolme (in Form einer Geeangsecenel (L. Spohr), Violiaen-Solo Herr Langenhagen, etc. II. Th eil. R. Wagner: Kaiser - Manch. Ouvertüre z Op. .Rienii*. Rügen, hör „Tannhäuser*. Tonbilder a. d. ..Walküre*. (1804 Anfang präci« 1 »S I hr.________________Entree 50 PI. V erseh, önerung’sverein. Ordentliche Gentralversammlung Dienstag den 28. Februar, Abends 8 Uhr» im Cafe Balzer. Seltersweg 46* 8. 8. vorm. H. M. Jughard. [1826 daß die Zahlgasse wackelt- Watzenborn. Milder Kaiser-Panorama, Bahnhofstraße 23, 9dt Löwengaste. Wegen des zahlreichen Besuchs und großen Beifalls bldbt bis Donnerstag Abend ausgestellt die unübertroffene Pracht-Serie: Wien und die Musik- Für Constrmanden! Größte Auswahl in fertigen Anzügen aus Buckskin- unb Kammgarn - Stoffen. Hemden in allen Qualitäten. Tchivarze Cachcmired in verschiebenen Qualitäten bei billigsten Preisen. [1792 Marktstr J. Schmücker Marktstr. Ev. Kirchen-Gesangverein. Geistliche Musikaufführung in der Stadtkirche Freitag den 3. März, Abends 8 Uhr. Programm folgt. Eintritt frei. 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Lieferungen ganzer Aussteuern Don Bett- und Leibwäsche werben übernommen. 1823 ■ Taschentücher in großer Auswahl. ■ Das Sticken und Zeichnen derselben wird rasch und billigst besorgt. schaft-kutscher. Näheres in der Erped. d Bl.__ 1338) 4—5000 Mark werden gegen hypothekarische Sicherheit zu leihen gesucht. Näh. bei S. Katz, Asterweg 10 ♦♦ in reicher Auswahl ♦♦ bei E. Trenckmann, 1788 Buchhandlung, Sonuenstratze 5. am Kanzleibcrg. Specialität: Blitzableiteranlagen und Prüfungen. 1802] Meiner w Kundschaft, Behörden und Privaten zur ocfl Nachricht, daß mit dem Prüfen der «»lagen begoin.cn bade. Dasselbe geschieht mit neuestem Apparat. Widerstands m«sser und Controlduch. wonach jeder Laie im Stand« ist, sich selbst von der Güte seiner Leitung zu über, zeugen- — Mache hauptsächlich auf ältere Etseniritungen auf» merksam. J. L. Postweiler. Frankfurt a. M. Bank für Süddeulschland. Wir bringen hierburch zur Kenntniß, baß mir demnächst neue Hundert Hark-Noten unseres Instituts ausgeben werben, welche batirt vom 1. Januar 1892 und mit den Facsirniles der Unterschriften des RegierungS-Commiffärs „von Pren*chen‘* und des DirectorS „Parcus“ versehen sind. Im Format stimmen sie mit denjenigen der Reichsbanknoten überein (159 auf 102,5 Millimeter). Im Uebrigen if: hie Zeichnung der gegenwärtig in Umlauf befindlichen Roten, — mit Ausnahme einiger, durch die Verkleinerung des Formats bedingter Aende- rungen und einer Aenderung des Musters des Untergrundes der Vorderseite, — im Allgemeinen beibehalten; die bisherige grüne Farbe des Untergrundes bat durch Beifügung einer weiteren Farbe einen gelblich braunen Don erhalten. Die Unterschrift des Controleurs „Krebs“ befindet sich auf der Vorderseite unten in der weiß gehaltenen Zahl „1OO“. 1835 Darmstadt, 22. Februar 1893. Die Direction. Die trauernde Familie Schäfer. 1822 Für die vielbewiesene Theilnahme durch lieberfenbung der so zahlreichen Blumenspenben sagt herzlichen Dank Tagesordnung: Jahresbericht. Rechnungsablage. Besprechung der im laufenden Jahre aus- 1841___________________________ ;uführenden Arbeiten.___ Evangelischer Arbeiterverein. M o n t a g, den 27. Februar, Abends H < Ht)t: Mitgliederversammlung Vortrag des Herrn Pfarrer Fr. Naumann aus Frankfurt a. M.: „Was trennt uns von der Lociatdriiiokratik?" 1883_______________________________________Der Vorstand. Gesangverein Harmonie. 2onnkag den 26. Ffebruar, Abends 7 Uhr. Familienabend im „Kronprinz". 1819 Der Vorntand. Heffenlliche IMsversamrnluiig. Am Dienstag, den 28. Februar, Abends 8 Nhr^ im Saale des Cafe Leib. Tagesordnung: Die neue Militärvorlage. Referent. Herr Paal, Hannover. NB. Zur Deckung der Tageskosten wird ein freiwillige» Entree erhoben. 1820 Der Erklärung1! Meiner werthen Kundschaft theile ich hierdurch mit, daß ich vor wie nach kein Köhrle-Bier sondern Helles Tortmnnbcr Löwenbräu und dunkles Bier au» der Ffreihcrrl. Aiedesel'fchen Burg-Brauerei Lauterbach führe. — (Gleichzeitig mun ich mein Bedauern ausdrücken, daß die Firma Geb r. Röhrle zu solch überstüssigen Annoncen ihre Zuflucht nimmt, indem ich seit meinem Austritt aus der Brauerei ihre Biere meiner Kundschaft weder angeboten noch verkauft habe. 1836 P. Geisel, Flaschenbierhändler, Ostanlage 3. Stiftungen und Geschenke zur inneren Ausstattung der neuen Zohanneskirche. Nachfolgend verzeichnete Stiftungen und Gaben für unsere neue Kirche sind uns weiter angemeldet, bezw. übergeben worden: 1. Von Frau Steuerrath Schuster Wittwe: Die 2 kleineren Fenster am Seitenschiff der Kirche, nach der Südanlage zu, in Glasmalerei, zum Preis von 400 Mk. (Bettag ist bezahlt.) 2. Von Herrn Negierungsrath Dr. Eduard Hesse in Darmstadt , „am Geburtstag seines unvergeßlichen Vater», 20. Februar": baar 30 Mk. 3. Von einem Mitglied desKirchenvorftandeS: baar 200 Mk. 4. Von Herrn Gastwirth Philipp Schwinn: baar 30 Mk. Für diese Geschenke und Stiftungen sprechen wir auch auf diesem Wege unseren herzlichen Dank aus. Gießen, am 25. Februar 1893. Der evangelische Kirchenvorstand. 1834 Dr. Naumann. Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 25. Februar 1893. SchlußcvurO 1 Uhr 15 Mtn. 3 pEt. ReichSanleihr^ 3«/s vEt. do. 3 pCt. Prcuß. Eonsol» 3>/a pEt. do. 88.00 IC 135 88.00 101.45 4 pCt. Ung. Gold-Rente 5 pCt. 3tat Rente 3 pCt. Portugiesen 4 pCt. Griech. Monopoi-AnL 97.20 9320 21.3t 61.60 LtSconlo-Commend.'Nnlh. 191.30 Lomd. E.-B.-Act. 92.50 Darmstädter Bank-Act. 141.00 Bufchtherader E^-B.-Act. 3M.Ö0 Dresdener Bank-Act. 151.70 Eldthal-Bahn-Act. 204.00 Nordd. Lloyd-Act. 102 50 Gotlhard-Bahn-AcL 155.00 Wiener Bankver^Slct 105.00 schweizer Rordost-'B^Aet. iott.se Qeft. Eredtt-Acl. 271.00 Mainzer E.-B.-Sct. lll.HO Ital. Mittelmeerbohn Act 102.40 3D?erttnburger L^V^Acl. 61 CO Geftenk. Bergw^Act. 148.301 Ber. KSnigS-Laura-^Utt. 107.00 renden?: fest. ReichSbemk-DiSeont 3 pCt. — Frankfurter ««nk.DiScont 3-CL SW Der Börsen • Wochendericht de» Herr« G. WassersGlebe« mutzte wegen für die nächste Kr. »urückgestellt werb««. ütbeerton: A. Schevda. — Truck vnh t-nleg her << tübl’lcuen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) ta Gießen Die brnti^r Kummet »msatzt 10 Sette».