385t tfit »ule ’^Mrankenijfli ' J'Ä'Ä“ kür ten theil.' Wx fife 22" 2?'^ >eMU CHE MW, Leipzig 1819. geöffnet. "Bq folger) 34 WerbeA P1SSTELLUNQ1 n LEIPZIG j L 1871 ) 8tMkS I ster Aus- ifen, bei Moment« 3410 Abends 9 Uhr $ i« «W«nsi. Giessow ils. dicht am Schlösse 1 ) gelegen, Ireich) [3171 empfohlen. ■■ - ETIÄktT 78, r, Kostenanschlägen, statischen ßhtmWtn, Fabrikanlagen nqen vonWatenten. 3652 n Fchckem tie angeführt. , Lampen, Glocken für Aahrmdrr ift, ffled)wiferr wweg 16.___ Fischer 2361 5ÄÄ AaszaYl«''» ttt. 96 »et tM»n *e|deedM«» und Druckerei: Sprecher Amts- und Anzeig-blatt für den «reis Gietzen. Hratisbeikage: Hießener Kamikirnbtätttr. Wttu in » ‘VuTern^ben eine Compagnie Jnsan.erie, eine Compagnie bcr schone Ton aus der golden . eNckwadron Kavallerie aufgeboten werden. U»»»h»e eoe Injetgew |u der Nachmtttngs ftr ba ßaltzeudni tag erscheinenden Nummer dis »er*. 10 Ufr. Bern. 22. April. Zum Empfange Ihrer Majestäten deS Kaisers Wilhelm und der Kaiserin Auguste Victoria . rv__n mn0 IX nwhArttill* Steuer-Commissariat Gießen. Amtstage: Dienstags und Samstags Vormittags von 8x/a bis 12 und Nachmittags von 2 bis 4 Uhr. gebracht werden, klingt uns 1-. ir,- - Saite der Liebe zum Herrscherpaare entgegen. Wir legen gerührten Herzens ein ganzes Volk das schöne Fest seiner Königsfamilie mitseiern: ein Wahrzeichen der mntgen Wechselbeziehungen zwischen dem Königshause von Savoyen und dem italienischen Volk. Wir alle vereinigen uns in dem Wun che, daß des Himmels Schutz und Segen auch ferner walten mögen über Eueren Majestäten und dem gesummten Königshause zum Heil Italiens und Europas. (Zum Schluß in italienischer Sprache) : Ich trinke auf das Wohl Ihrer Majestäten des Königs und der Königin von Italien!" Berlin, 22. April. Der Bundesrath hat in seiner heutigen Plenarsitzung die Vorlage, betreffend das Zusatz- Protokoll zu dem internätionalen Vertrage wegen Unterdrückung des Branntweinhandels unter den Nordseesischern auf hoher See, vom 14. Februar 1893, den zuständigen Ausschüssen Deutsche» Reich. Berlin, 22. April. Unser Kaiserpaar ist in Rom I fortgesetzt Gegenstand der herzlichsten Ovationen seitens der I freudig erregten Bevölkerung, welche sehr wohl die politische I Seite dieses Kaiserbesuches in der italienischen Hauptstadt I ,u würdigen weiß. Bet jedem öffentlichen Erscheinen werden I die Majestäten von dichtgedrängten Volksmassen mit echt süd- I ländischem Enthusiasmus begrüßt und ist es hierbei erfreu- I lieber Weise noch nicht zu dem mindesten störenden Zwischenfall I gekommen, obwohl man in den römischen leitenden Kreisen I unliebsame Ereignisse während der Anwesenheit der erlauchten Gäste aus Deutschland befürchtet zu haben schien. Am I Freitag Nachmittag wohnte das italienische Königspaar mit I den kaiserlichen Majestäten und seinen übrigen Gästen dem Derby Rennen auf dem Capannelle bei Rom bet; um 8 Uhr fand Familientafel beim Königspaare statt, um 10 Uhr er- schienen die sämmtlichen Fürsllichk-ii-n zur Fallswff AuMhrung im Argentina-Theater. Am Sonnabend wurde bei Hofe die 25. Wiederkehr des Hochzeitstages des Königs Humbert und der Königin Margarita festlich begangen. Berlin, 23. April. Bei dem gestrigen Galadiner tm Quirinal zu Rom ergriffen Seine Majestät der König | Humbert das Wort zu folgendem Trinkspruch: „Das Herz erfüllt von Freude, danke Ich, zugleich im Namen der Königin, Meinem theuren Bruder, dem Kaiser Wilhelm und Seiner erhabenen Gemahlin, der Kaiserin Augusta Victoria, sowie allen verwandten, befreundeten und verbündeten Prinzen und Prinzessinnen, welche hierher gekommen sind, um die Freuden dieser Tage mit Uns zn theilen. Ihre Anwesenheit ist Mir, Meinem Hause und Meinem Volke ein Unterpfand des Glücks! c>ch trinke auch im Nomen der Königin auf Seine Majestät den Deutschen Kaiser, Ihre Majestät die Kaiserin, auf alle fürstlichen Gäste, die an diesem Tische sitzen, sowie auf die Souveräne und Staatsoberhäupter, die heute durch ihre 23er- wandten ober durch Repräsentanten hier vertreten sind!" — Hierauf erhoben sich Seine Majestät der Kaiser Wilhelm zu folgender Erwiderung: „Euere Majestäten wollen Mir gestatleu, zunächst in Unserer Beider Namen gerührten Dank zu sagen für den herzlichen Empfang, den Euere Majestäten und die E-nwohner RomS und ganz Italiens Uns bereitet haben Ich erblicke in dieser Thatsache den erneuten Beweis Euerer Majestät persönlicher Freundschaft, welche Sie von Meinem Großvater und Meinem Vater auf Mich übertragen haben. In Beider Sinne habe ich gehandelt, als Ich hierher eilte, Meine Glückwünsche zum heutigen Feste darzubrmgen. Hand in Hand mit Unserer persönlichen Freundschaft geht die warme Sympathie, welche die Völker Deutschlands und Italiens verbindet und die in diesen Tagen mit neuer Kraft zum Ausdruck gelangt. Zugleich spreche Ich im Namen der hier vereinigten hohen Gäste den innigsten Dank aus für Sappeure und eine Schwadron Kavallerie aufgeboten werden. Von Chiaffo bis Basel werden der Oberst-Corpscommandant Wieland-Basel, der Chef des Generalstabes Oberst Keller- Bern und Oberst-Lieutenant RM-Lausanne Se. Ma,estat begleiten. Die Abordnung des Bundesrathes wird von dem General Herzog Aarau, dem Oberst-Corpscommandant Feitz- Bern und dem Hauptmann im Generalstab Gottofrey-Freiburg Deutscher Reichstag. 81. Sitzung. Samstag, 22. April 1893. Die erste Berathung des Gesetzentwurfs bett, die Bekampsung gemeingefährlicher Krankheiten wird fortgesetzt. Abg. Dr. Langerhans (bfrj: Es herrsche injßc Meinung, daß die verbündeten Regierungen eine Medttinatteform für das Reich schaffen könnten; das sei nach Lage der Gesetzgebung unmöglich. Es könne nur ein Retchsseuchengesetz geschaffen werden. Zweifelhaft könnte es sein, ob es möglichi Jet, b^ verschiedenen In der Vorlage ausgezählten Krankheiten einheitlich> zu behandeln. Sefr nothwendtg sei eine Einrichtung, von der in der Vorlage keine Rede fet. Die obligato>isch! Leichenschau. Dieselbe bestehe in einigen Btmdes- floaten, nicht auch in Preußen. Auch Scharlach, Typhus und Diph- theritiS sollten der Anzeigepflicht unterworfen halte er es für zweifellos, daß die Annahme des ReichsfeuchengesetzeS eine Reform ober doch Ergänzung her Medictnalordnung der Einzelstaaten fei. Jedenfalls sollte das Zustandekommen des Gesetzes be~ fchle^S?aaE?cretär v. Bötticher erörtert einige Ausstellungen, die Vorredner im Einzelnen erhoben. Die Verantwortung ^r die Durchführung der Schutzmaßregeln im Bereiche der Eisenbahn- Verwaltung habe dieser Verwaltung auf Grund der Erfahrungen des vorigen Jahres im Interesse de« Verkehrs überlasten werdm müffen. Von einer Verschlechterung der Stellung der Aerzte durch diese Vorlage könne keine Rede sein; er würde dazu nicht die Hand bieten. Infolge des Krankenkassengesetzes seien eine große Anzahl von Personen und Familien der ärztlichen Behandlung in Krankheitsfällen zugeführt worden, die früher derselben entbehrten. WenneS jungen Aerzten schwer werde, sich in großen Städten eine Stellung zu begründen, so liege das an dem großen Zuzuge lunger Aerzte nach den großen Städten, während es auf dem platten Lande vielfach an Aerzten fehle. Während auf Ortschaften von weniger als 5000 Einwohner im Durchschnitt je ein Arzt auf 5-6000 Einwohner komme, komme in Städten von 120 000 Einwohner und barübet ein Arzt schon auf 15-1700 Einw., ja in München, Frankfurt a. M. und Leipzig schon auf weniger als 1200. . , ._ Abg. Dr. Höffel (Rp.) tritt dem Verlangen entgegen, daß das Gesetz auf die Cholera beschränkt wird, damit würde es zu einem Gclegenheilsgesetz werden. Eine Regelung durch das Reich sei angesichts der heutigen Verkehrsentwickelung nöthig; man werde künttig auch an eine internationale Regelung denken müssen. In mancher Beziehung batte die Vorlage etwas melier «ehm können; so wäre eine einheitliche Bauordnung wünschenswerth. Dem Reichsgesundheitsamt sollten gewisse executive Besugnrste erthettt werden. Heute habe dasfelbe weder initiative noch execu'ive Macht. Ihm solche Macht gebot, fei bester als die Schaffung eines G-sundheitsraths neben dem @ClUn^bg.18£?o lr en b u b r (Soc.) monirt, daß die Vorlage die Woh- nungs- und Trinkwasterftage «ußer Spiel laste. Richt nur inHam- burg, sondern auch in anderen großnen Städten fden bte «tbetter I wohnungsoerhältnisse traurig, selbst in dem sonst gut gebauten Euerer Majestäten warme Begrüßung. Auß den begeisterten Huldigungen, die Eueren Majestäten in diesen Tagen bar- v ° ° < rjr.”... er__rtnlhprlPr bC0le®tiiffel, 22. April. Die internationale Münzconferenz, die ihre Berathungen in den nächsten Wochen wieder aufnehmen sollte, wird voraussichtlich nicht vor Ende September d. Js. wieder zusammentreten. Die belgische Negierung richtete an das Washingtoner Cabinet einen Vorschlag m diesem Sinne. Eine Antwort ist hier noch nicht eingetroffen, man nimmt jedoch an, daß die Bereinigten Staaten sich dem Vorschläge Belgiens anschließen werben. Paris, 22. April. Der M r n'.i st e r r a t h beschloß heute, den Beamten der in staatlichen Werkstätten beschäftigi en Arbeiter einzuschärfen, daß sie am 1. Mai auf ^ren P°s e zu verbleiben, und sich an keinerlei Kundgebungen zu betheiltgen ^^^atcelona, 22. April. Die Vertreter der Arbeiterge- sellfchaften beschloffen, durch Maueranschlage die Arbeiter zu einer Manifestation am 1. Mar aufzufordern. De Polizei überwacht die BergwerkSdistricte von Mazarron. Die Bürgergarde verhaftete einen 60 ko Dynamit tragenden ^"Madrid, 22. April. Aus fast allen Provinzen gehen Berichte über Regen stürme ein, die erheblichen Schaden — Seit vorigen Donnerstag besitzt Bulgarien auch eine Landesmutter, denn seit jenem Tage ist die Prinzessin Luise von Parma die Gemahlin des Fürsten Ferdinand. Die hohen Neuvermählten reisten am Freitag von Florenz nach Spezzta ab । und gingen hier an Bord des Lloyddampfer „Amphitrite , welcher nach Constantinopel bestimmt ist. Man vermuthet, daß das neuvermählte Paar dem Sultan vor der Weiterreise nach Varna, woselbst es den bulgarischen Boden zuerst betreten wird, einen Besuch abzustatten gedenkt. Amtlicher Theil. Steckbriefjurücknahme. Unser Steckbrief gegen den Taglöhner Carl Koch von Gießen in der Untersuchungssache wider denselben wegen Körperverletzung (Nr. 89 des Blattes) ist erledigt. Gießen, den 17. April 1893. Großherzogliche Staatsanwaltschaft. ________________Schilling-Tr. Bekanntmachung. Im Interesse des Publikums macht man noch ausdrücklich darauf aufmerksam, daß Reclamationen gegen Einkommen- und Capitalrentensteueransätze 1. Abteilung immer, aber auch Nemonstrationen gegen Ansätze dieser Abtheilung, sowie Reclamationen gegen Einkommen- und Capitalrentensteueransätze 2. Abtheilung möglichst schriftlich und zwar unter genauer Angabe der für eine etwaige Ermäßigung sprechenden Gründe (wenn aber mündlich, nur an den Amtstagen Dienstags und Samstags) während der gesetzlichen Frist bei dem Unterzeichneten vorzubringen sind, damit der Commission das zur Beschlußfaffung erforderliche Material demnächst unterbreitet werden kann. Gießen, den 1. April 1893. Der Vorsitzende: Süffert. überwiesen. u _ Berlin, 22. April. Die GeschästSorbnungs-Corn- I Mission des Reichstags nahm heule den Antrag des Abgeorbneten Stabthagen auf Ertheilung der Genehmigung zur strafrechtlichen Verfolgung seiner selbst an. Am Montag tritt die Militärcommission zur Entgegennahme des Berichts zusammen. Die Plenarsitzung deS Reichstages fällt am Mon- tQß ^Berlin, 22. April. Ein Artikel der „Nordd. Allgem. Ztg." mahnt, bei den weiteren Berathungen der Militär- I Vorlage fractioneüe Rücksichten zurücktreten zu lassen, nur die Sache ins Auge zu saffen. Es brauche nicht bezweifelt zu werden, daß, wenn der jetzige Reichstag die Vorlage ab - lehne, der aus Neuwahlen hervorgegangcne Reichstag anders beschließen werde, daß er sich bei Entscheidungen über Fragen der Ehre und der Sicherheit des Vaterlandes lediglich von der Vaterlandsliebe leiten lasse. Berlin, 22. April. Gestern Abend fand in den Ger- maniafälen'eine von vielen hundert Personen besuchte Versammlung selbstständiger Handwerksmeister statt behufs Gründung einer Mittelstandspartei. Es sprachen die Abgeordneten Ackermann (conf.), Bachem und Metzner (Centrum), sowie Liebermann von Sonnenberg (Antisemit). Man beschloß, eine eigene Handwerkerpartei zu gründen, welche ' auf den gesummten städtischen Mittelstand auszudehncn sei. | Hamburg, 22. April. Die schlechten Nachrichten über das Befinden des Fürsten Bismarck sind übertrieben. Der Fürst ist gestern ausgegangen und ausgeritten. Schweninger ist gestern nach Süddeutschland abgereift. Stuttgart, 22. April. Die Landtagsabgeordneten Ellrichshausen, Wöllwarth und Hermann, die bedeutendsten Vertreter des Bundes der Landwirthe, sprachen | bei der Berathung des Landwirthschafts Etats zu Gunsten i des Bundes, erklärten sich jedoch für die Handelsverträge | und gegen die Doppelwährung. I Ausland. Wien, 22. April. Anläßlich der Feier der filKernen I Hochzeit des Königs und der Königin von Italien er« I schienen die Chefs der obersten Hosämter, alle Minister, das I gesammte diplomatische Corps, viele Generale und andere I hervorragende Persönlichkeiten auf der italienischen Botschaft, gaben dort theils ihre Karten ab, theils schrieben sie ihre I Namen auf den aufliegenden Bogen, um so ihre Glückwünsche | auszudrücken. Nom, 22. April. Aus allen Theilen des Landes laufen I Telegramme ein, welche besagen, daß überall der heutige I Tag festlich begangen wurde; in den Städten haben die I Häuser geflaggt, die Börsen blieben geschlossen, in den Schulen fanden Festucte statt. Die hauptstädtische sowie die Provinzial- «reffe feiern die silberne Hochzeit des Königs paares in schwungvollen Artikeln. Die Spitzen der Behörden begaben sich Vormittag nach dem Quirinal, um dem Herrscherpaare die Glückwünsche zu überbringen; auf dem Wege dahin wurden sie von der Menge sympathisch begrüßt. Beim Empfange der Bureaus der Kammern sagte der König: „Mein Herz frohlockt, da ich mich von so viel Liebe und Anhängigkeit umgeben sehe; mit gerechtem patriotischen Stolze sehe ich am heutigen Tage als Zeugen dieser Anhänglichkeit in Rom meinen erhabenen Bundesgenossen und Freund Se. Maj. den deutschen Kaiser und seine erlauchte Gemahlin, sowie die fremden Fürstlichkeiten und Vertretungen aller Mächte, welche Italien und mir die Beweise ihrer Sympathie und Achtung geben. Das Vaterland weiß, daß ich und meine Familie ganz mit ihm und in ihm leben und daß alle unsere Gedanken einem Glücke geweiht sind. Iflt Ineeecen-Burcanr W 3u» tmt Infi anbei nebawa ■ ■»eigen für kn „»iejener ■■leiger* entgegm. Mannheim, lieberlafie man die Entscheidung über die Wobnung»- verhältatffe der Eantxtgdefcgebung und dm localen Behörden, so müffe man dafür sorgen, daß auch für die Landtage und Gemeindevertretungen da» allgemeine Stimmrecht eiogesührt werde, damit nicht die tatet-- efluten Besitzer das mtscheidmde Wort haben. Durch Reichsgeietz sei vorjuschrcibm, wie viel Raum eine Wohnung haben muß und baß überall für gesunde» Trtnkwasier zu sorgen ist. Hamb. Senator Borchard: Wenn, wie der Vorredner sage, ’/* der Hamburger Bürgerschaft au» Besitzern bestehe, fo feien doch diese Besitzer keine Bauspeculantm, und gegen die Bausveculation richte sich die neue Bauordnung. Senat und Bürgerschaft Hamburg» seien einig in dem Bestreben, gesunde WohnungSverhältaisie zu schaffm. Abg. Schrader (dfr.) begrüßt die Vorlage al» einen ersten Schritt der Rückkehr zu den Aufgaben der öffentlichen Gesundheit», pflege und de» allgemeinen Wohlergehen». Er wünsche lebhaft, daß da» Reich die Medic>nal - Reform in die Land nehme, wozu es nach der Vetsasiung berechtigt sei. An der Gesundheit eine» Landein Deutschland sei jede» andere deutsche Land tater eifert; unter der vorjährigen Epidemie in Hamburg habe ganz Deutschland xu leiden gehabt. An der Vorlage habe er zu tadeln, daß sie dem Reiche nicht gmügend weitgehmde Functionen einräume. Bei der Rinderpest sei dem Reiche da» Recht de» directm Einschreiten» gegeben; bei Seuchen, welche die Mmschen erfassen, sei da» nothwendiger. Er wünsche bringen!) da» Zustandekommen de» Gesetze»; et würde e» beklagen, wenn die Cholera wieder ausbtechen sollte und dem Reiche nicht die Befugnisie eingeräumt mären, die zur Bekämpfung der Seuche erforderlich seien. StaatSiecreiär v. Bötticher vertheidigt die Einrichtung eine» Reich»gesundheit»rathS neben dem ReichSgesundheitSamt gegen Dr. Höffel und Schrader, ©eiten» de» Hamburger Senat» eien dm Anordnungen der ReichSoerwaltung bei der Choleraepidemie nicht die geringsten Schwierigkeitm gemacht woidm. Die Vorlage wird an eine 21er Commission verwiesen. Hierauf wird Vertagung beichlossm. Abg. Frhr. o. Manteuffel (conf.) richtet an den Vräsidmtm die Anfrage, ob der Abg. Ahlwardt da» versprochene Material ein- gereicht habe. Präsidmt v. Leveho w erwidert, daß ihm der Abg. Ahlwardt nach bisher ersolglosm Verhandlungen einen Antrag übergeben habe auf Einsetzung einer 21er Commission, welche zu prüfen habe, ob und inwieweit der Inhalt der von Ahlwardt übergebenen Acten dessen früheren Beschuldigungen mispricht. Die Acten habe Ahlwardt aber noch nicht überreicht; er habe da» Hau» verlassen, um sie zu Holm, sei aber noch nicht zurückgekehrt. Auf Vorschlag des Präsidenten wird derselbe ermächtigt, .den । Antrag Ahlwardt auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu fetzm, vorausgesetzt daß inzwischen die Acim eingehm. Nächste Sitzung DimStag. Abzahlungsgeschäfte, Verrath militärischer Geheimnisse, eomt. Antrag Ahlwardt. Hcucfk Nachrichten. Wolff» telegraphische» Correspondmz-Bureau. Rom, 23. April. Gegen 10 Uhr Vormittags begaben sich Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin mit Gefolge nach der Capelle der deutschen Botschaft, um daselbst dem Gottesdienste beizuwohnen. DaS Wetter ist prachtvoll. Rom, 23. April. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin trafen um 2 Uhr 50 Min. beim Batican ein und verließen im Corte di Damaso den Wagen, wo Allerhöchft- dieselben von dem Großmeister Fürsten RuSp o li empfangen wurden. Hierselbst meldeten sich auch die vom Papste zum Ehrendienste bestimmten Majordomus Monsignore della Volpe und Gehelm-Kämmerer Graf Alborghetti und wurden durch den Gesandten v. Bülow den Majestäten vorgestellt. Im Clementino Saale wurden die Majestäten durch den Cere- monienmeister Sambuceitl und den Oberstkämmerer Azevedo empfangen. Die Adelige Leibgarde und die Schweizergarde erwiesen den Majestäten die militärischen Ehren. Der Papst ging den Majestäten bis zur Thür des Gelben Saales entgegen. Se. Mäjestät der Kaiser und die Kaiserin und der Papst nahmen hier in Sesseln Platz und verweilten etwa eine Viertelstunde im Gespräch. Darauf wurde das Gefolge Ihrer Majestät der Kaiserin in den Saal geführt und dem Papste vorgestellt. Nachdem sich sodann Ihre Majestät die Kaiserin nebst Gefolge zurückgezogen hatten, um die Sixtinische Capelle und andere vatikanische Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, verweilte Se. Majestät der Kaiser noch etwa eine halbe Stunde mit dem Papste allein. Hierauf wurde das Gefolge Sr. Majestät in den Saal geleitet und von Sr. Majestät dem Papste vorgestellt. Se. Majestät der Kaiser verabschiedete sich sodann von dem Papste, welcher Allerhöchst- demselben bi» zur Thür des Saales das Geleit gab. Um 4 Uhr 40 Min. verließen die Kaiserlichen Majestäten nach dem gleichen Ceremoniell wie bei der Ankunft den Vatikan und begaben sich gemeinsam in einem vierspännigen preußischen Hofwagcn nach der preußischen Gesandtschaft beim päpstlichen Stuhle zurück. Depeschen de» Suretu .Herold*. Rom, 24. April. An einer Säule des Capitols fand gestern eine Dynamitexplosion statt. Der angerichtete Schaden ist sehr bedeutend. Paris, 24. April. Dem „TempS" zufolge platzte gestern vor dem Feuerwehrposten deS Capitols in Rom eine Petarde, ohne großen Schaden anzurichten. London, 24. April. Der Correspondent der „Times" sagt, ein Prälat aus dem Gefolge deS Papstes theilte mit, es circulirc daS Gerücht, der deutsche Kaiser suche eine Verständigung zwischen dem Quirin al und dem Vatikan anzubahnen, waö auch zu erreichen sei, wenn Rom dem Papste wiedergcgeben würde. Auf einer anderen Grundlage zu verhandeln, dürfte verlorene Mühe sein. Main;, 24. April. Die Generalversammlung der Hessischen LudwigSbahn beschloß die Bertheilung einer Dividende von 41/« pCt., genehmigte weiter sämmtliche Anträge deS VertvaltuugSrathe, wählte die auSscheidcnden Mit- glieder wieder und Commcrzieurath valkenburg WormS neu in den VerwaltungSratb. Nom, 24. April. Bei dem gestrigen Besuche überreichte der Papst der Kaiserin ein au» den Ateliers deS Vatican» hervorgegangenes Mosaikbild der Basilika auf dem PeterS- platze. Der Kaiser schenkte dem Papste ein colorirteS photographisches Gruppenbild der kaiserlichen Familie. Der Papst, sehr erfreut, bemerkte, er werde daS Bild neben dasjenige Kaiser Wilhelms I. stellen, welches ihm nach dem Tode deS Kaisers von der Kaiserin Augusta zugesandt worden. Der Papst geleitete den Kaiser in Abweichung vom Cere- moniel durch mehrere Säle. London, 24. April. Eine im Victoriapark abgehaltene große Versammlung der GewerkichaftSvereinler nahm eine Resolution an, nach welcher die Hüller ausständigen Arbeiter unterstützt werden sollen. In Hulk fanden in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag wiederholt ernste Zusammenstöße Strikender mit der Polizei statt. Beiderseits gab es mehrere Verwundungen. Nachmittags wurde von den Strikenden ein großes Holzlager angezündet. Die Polizei-Beamten und Seeleute suchen dem Feuer Einhalt zu thun. Abends fanden abermals Ruhestörungen statt, wobei die Strikenden den Dampfer Wighi angriffen- sie wurden von der Polizei jedoch zurückgeschlagen. Cocains und provinzielle». «.eßen, 24. April 1893. •* Theater. Carl Maria von Webers „Freischütz" hatte gestern ein äußerst zahlreiches Publikum in daS „Neue Theater" gelockt. Und mit Recht das, haben wir doch wenige Opern, die derartig mit dem Gemüthe des Volkes verwachsen sind, deren Melodien in so hervorragender Weise den un* getheilten Beifall der Allgemeinheit gefunden haben. Deshalb ist der „Freischütz" ein Stück geworden, daS zu dem eisernen Repertoir einer jeden Opernbühne gehört, und wahrlich eS hieße Eulen nach Athen tragen, wollte man anfangen, von den musikalischen Schönheiten desselben zu sprechen. — Die gestrige Aufführung ließ nach mancher Seite hin zu wünschen übrig. Herr Neu sch als „Max" ließ sich gesanglich' vielleicht noch hören, wenngleich auch da die scharfe Aussprache der Zischlaute oft störend wirkte, schauspielerisch jedoch zeigte die Leistung sehr wenig Routine. Der „Max" darf, wenn er auch von Aerger und Kummer bedrückt ist, doch niemals einem geknickten Rohre gleichen und sich in allerlei unmög- lichen Stellungen auf der Bühne umherwinden. Die Part- nenn des Herrn Neusch, Fräulein Kronegold, ward als „Agathe" ihrer Aufgabe eher gerecht. Einzelne Partieen, wie z. B. das herrliche „Leise, leise" wurden mit Bravour durchgeführt, obwohl sich eine kleine Heiserkeit bei der Sängerin zeigte, die manchmal, besonders in der Mittellage daS Volle und Runde der Stimme missen ließ. Ganz allerliebst war daS „Aennchen" des Fräulein Ziemanu. Sowohl im Spiel wie Gesang gelang die Darstellung dieses ausgelassenen Backfisches vorzüglich. Auch Herr Kicker (Kaspar) verdient unser volles Lob, nur würden wir dem Herrn rathen, etwas mehr Sorgfalt auf das forte zu verwenden, indem er dabei leicht in Gefahr kommt, seine sonst recht sympathische Stimme durch ein häßliches Quetschen der Töne zu verunstalten. Tadellos war Herr Schulhofs in Gesang und Spiel als „Ottokar"- obwohl seine Partie sehr klein war, so gehörte sie doch zu dem Besten des ganzen Abends. Weniger zufrieden warenwirmit Herrn Thiemann (Cuno) und Herrn Schlegel (Samiel). Ersterer zeigte in den Einsätzen oft ganz bedenkliche Mißgriffe und Letzterer faßte seine Rolle viel zu ge- müthlich auf. Volles Lob dagegen verdient das Orchester unter Herrn Frenzels Leitung. Wenn wir in dieser Hinsicht noch einen Wunsch äußern dürften, so zielte dieser dahin, daß die Hörner noch etwas mehr abgedämpft würden, denn bei der geringen Anzahl der sonstigen Instrumente machen diese sich oft nicht gerade zum Vortheil des Ganzen laut bemerkbar. Die Chöre waren im Allgemeinen befriedigend, nur in dem Chor der Brautjungfern störte die theilweise zu breite Aussprache der Vokale. Die Wolfschluchtscene war dafür, daß man keine Maschinen zur Verfügung hatte, ja leidlich durchgesllhrt, wenngleich wir die Existenzberechtigung des Goldregens, der vom pyrotechnischen Standpunkte aus vielleicht ganz interreffant war, hier nicht völlig begreifen. ** Die 3. Ruder Regatta der Gießener Ruder-Gesellschaft findet am 30. Juli d. I. statt. Vorgesehen sind 11 Rennen, darunter eines (Vierer) um den Ehren-(Wander) - Preis der Stadt Gießen und eines (Achter) um den Ehrenpreis Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs- der vom Deutschen Ruder-Verband gestiftete „Lahn-Pokal" wird im Einser ausgerudert. Meldeschluß am 1. Juli, Nennungsschluß am 15. Juli. •• Militärpersonalnachrichten. Cel lariuS, Pr.-Lt. von der Inf. 1. Aufgebots des Landw.-Bezirks Arolsen, in die Categorie der Rest-Offiziere zurückversetzt und als solcher dem Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 wieder zugetheilt. ** Bei Beginn der stärkeren Reisezeit wird darauf hingewiesen, daß Anträge auf Bewilligung von Fahrpreisermäßigungen für Gesellschaftsfahrten miitdesteuS fünf Tage vor der beabsichtigten Fahrt bei der zuständigen Eisen- bahnbehörde eingegangen sein müssen, wenn auf Erledigung mit Bestimmtheit gerechnet werden soll. Zuständig ist in der Regel dasjenige Eisenbahn-BetriebS-Amt, in dessen Bezirk die Reiseantrittsstation belegen ist. Zu Pfingsten werden indessen Fahrpreisermäßigungen an Gesellschaften und Schüler in Begleitung von Lehrern nicht gewährt. ** Während bei unS zur Zeit eine hochsommerliche Temperatur herrscht, kommen aus Rußland Meldungen von starken Schneefällen. AuS Petersburg wird gemeldet: „Nach Meldungen auö KoSlow ist die Bahnverbindung mit Tambow und Worenesch durch Schneeverwehungen unterbrochen. Unweit KoSlow blieb ein Personenzug im Schnee stecken und seine Insassen wurden mit Pferden nach KoSlow geschafft. AuS Nischnh - Nowgorod wird ebenfalls starker Schneefall und die Wiederherstellung der Schlittenbahn telegraphiert- selbst in Sebastopol auf der Krim ist Schnee gefallen." Hoffentlich bleiben wir von dieser Bescheerung verschont; aber ein tüchtiger Regen wäre dringend nothwendig. Die trockene Witterung hält nun schon seit fünf Wochen an. Der Getreidemarkt. Der Getreidemarkt stand in der abgelaufenen Berichtswoche ersichtlich unter dem Einflüsse der ungünstigen inländischen Saatenstandsberichte, die flau lautenden amerikanischen Getreideberichte vermochten diese» Einfluß so gut rote gar nicht zu paralysiren. Die Tendenz war demnach im Allgemeinen eine ziemlich feste, welche Stimmung namentlich im Roggen- und «eizengeschäft durch anziehende Preise zum Ausdruck gelangte- auch die Umsätze waren Anfang- recht lebhafte, später gestalteten sie sich allerdings etwa» schwächer. Hafer dagegen war meisten» vernachlässigt, er verkehrte zu sinkenden Preisen und bei schwachen Umsätzen. An der Berliner Productenbörse notirren: Weizen per 1000 K logramm von 150—158 Mk , Roggen von 128—134 Mk, Hafer von 144—159 Mk., Gerste von 115—175 Mk. •• Die Heften im Kriege 1870—71. Da» „Militär- Wochenblatt" enthält in einem zu Gunsten der Militärvorlage geschriebenen Artikel Mittheilungen über die Verluste im Kriege von 1870/71, wie diese in solcher Vollständigkeit noch niemals in die Orffentlichkeit gekommen sind. Wir entnehmen d esem Artikel folgende Hauptzahlen: E- fielen auf dem Schlachtfelde und starben an ihren Wunden auf deutscher Seile 1881 Offiziere und 26,397 Mann - verwundet wurden 4239 Offiziere und 84,304 Mann. vermißt wurden 127 Offiziere und 12,257 Mann. Der Geiammrverlust beträgt also 6247 Offiziere und 123,453 Mann. Unter den Vermißten müssen die sogenannten „Noch Vermißten", d. h. diejenigen, über deren Schicksal bi» zum Jahre 1882 keinerlei bestimmte Nachricht eingegangen war, zu den lobten gerechnet werden- ihre Zahl belief sich auf rund 4000. Unter Zurechnung dieser, sowie der 17,105 Köpfe, welche die Armee während de» Kriege- an Krankheiten verloren hat, sind rund 49,400 Deutsche für das Vaterland gestorben. Die Franzosen dagegen verloren rund 2900 Offiziere und 136,000 Manu durch den Tod, wovon 17,663 in deutschen Lazarethen starben. Berechnet man den Antheil der durch feindliche Gewalt Ge- töbteten in ben einzelnen Truppengattungen, so ergiebt sich, daß die Infanterie ganz unverhältnißmäßig mehr zu leiden hatte, al» die andern Waffengattungen. Es fielen von der Infanterie, wenn man die Durchschnittsstärke zu Grunde legt, 4,47 pCt., von der Cavallerie 1,40 pCt., von der Artillerie 1,28 PCt. und von den Pionieren 0,37 pCt. Sondert man die einzelnen Kontingente von einander, so ergiebt sich, daß die Hessen für die Herstellung der Einigung de» Deutschen Reiche» daS meiste Blut bezahlt haben, e» fielen von ihnen 5,97 pCt., von den Bayern 5,58 pCt., von ben Sachsen 5,40 PCt., von ben Preußen 4,85 pCt., von ben Badensern 3,76 pCt- unb von ben Württembergern 3,51 pCt. Eine sehr große Anzahl beutscher Soldaten mußte nach bem Kriege als invalibe erklärt werben. Bi» Ende 1884 wurden - fttttlintg, 6i|tmt Sems itett Leibgarde R« > HbmaM ot vonW von ir. einem Grab an einer Schmu Icnnte dir Klein MMwo Gi des Ereditve Ludwig Volk Tagetot Heuchel! . ’S Medaille B^L-och» • GnMt l w'i' ;00 °-'bi tö in 5 ,.che°. Ma»"« Sc:«»-' U"» ® «der He f“4'1 r:.rr W»* \ fern ein» «rtianiit Muc 69,895 Unteroffiziere und Mannschaften im mobilen deutschen Heere von 1870/71 als krieg-invalide anerkannt. Es sind dies 6,28 pCt. aller überhaupt mobil gewordenen deutschen Soldaten. ** Maikäfer. Die kürzlich ausgesprochene Voraussicht auf einen starken Maikäfers lug in diesem Jahre scheint ich zu bestätigen. Trotzdem die Waldbäume noch sehr wenig Laub zeigen und namentlich da- junge Eichenlaub, die Lied- lingöspeise der braunen Schädlinge, noch völlig in den Blatt- knospen verborgen ist, konnte man an den beiden letzten warmen Abenden schon sehr zahlreiche Maikäfer besonder- in den Wäldern bemerken, wie sie in ihrer bekannten Unbeholfenheit ummend und brummend die Luft durchzogen, um al-balb läppernd gegen die Bäume anzusl regen unb auf beut Erbboben m rasselnden Laub sich wiederzufinden. Nach kurzem Aufenthalte aber treibt den braunen Burschen der LiebeSdrang wieder in die Höhe, bis er nach völligem Eintritt der Dunkel- heit sich an einem Blatte zur Ruhe nieberiäßt. Die meiste Freude an den Maikäfern hat die Jugend, welche eine ganze Anzahl verschiedener Abarten unterschetdet je nach Größe, Farbe, Behaarung :c. Selbst als Speise findet der Maikäfer, besonders Kops und Dorberleib, eine Anzahl Liebhaber, welche behaupten, daß diese Theile Nußgeschmack hätten. Kein Freund deS gefräßigen braunen Burschen ist bagegen ber Vanbmann unb ber Forstmann. Beide hassen ihn, Oa er sowohl im Larvenzuftande als Engerling, wie auch als Safer ihren Pfleglingen bedeutenden Schaden zufügt. Das beste Mittel, feinen Schädigungen entgegenzuarbeiten, ist Sammeln ber Käfer durch Abschütteln ber Bäume in ber Morgenfrühe, sie geben ein ausgezeichnete- Futter für Schweine unb Hühner. In vielen Gegenben, namentlich wo Rübenbau betrieben wirb, werden von ben Communen Prämien auf ba- Einsammeln unb vernichten ber Schüblinge au-gefetzt, was befonber» durch bie Kinber mit Vorliebe besorgt wirb. f Tonbringen, 21. April, vor einiger Zeit geneth bem hiesigen Schafhirt beim Hüten ein Schaf in die Vumba. ber Schäfer bemühte sich vergeblich, biese» an- Trockene zu bringen unb konnte zuletzt nur noch dem armen Thtere ben Kopf mit ber Schäferschtppe über Wasser halten. Da kam ein Schornsteinfeger hinzu, ber auf be» braven Schäfer» vergebliches Bemühen aufmerksam geworben- ohne Säumen versuchte er zuerst mit ber Leiter bem Schäfer behilflich zu sein, al» bieS nicht ging, sprang er in» tiefe kalte Wasser und brachte ba» werthvolle Thier an» Lanb. Dermifcbtc*. ♦ Lübeck, 22. April. Ein heute au» bem Gesängniß entlassener Glasergeselle kam heute Nachmittag wegen einer Unterstützung zu bem Gesängnißgeistlichen Pastor Becker unb gab aus denselben fünf R e v o lv e r s ch Ü sf e ab. Der Pastor ist schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Der Attentäter ist verhaftet. Ans Bayern, 21.-ipril. In vil»hof en in Nieder- bayern erweckt ber Tob eines braven jungen Mädchen» allgemeine» Mitgefühl. Die 19)ährige Fischer-tochter Kreszenz Gerhatinger hatte vorige- Jahr in der Pfingstwoche einen Spenglergehilfen vom Tode be» Ertrinken» in ber BilS mit eigener Lebensgefahr gerettet, aber babei fo viel Aufregung Mrillii Heinrich (i 6* kt Sm 2j .-fterbenen « Wübd beerbt. N Antrag t von dem Franksur ttznr unb ? WtoA Lchm IlRä ditiser, ni "Ät Dr. T M wert nch«öbel oder -'Norbert, Termin: Alltag den Dorwitta " melden unb am , Heinrich •JW» L * Jpm veych ^>eßen, \v ^robh. h _______, ____3 Mi M < Rte '"bericht. h später °uch di,' , butd) «-Sb-Ä “*->Ayä v «,-Ä . * ÄTgä; **»*!•» ®r 1 Stan. s.'1"1"«« ’""■ Der fc *1 Mit,, '23,453 $ *‘n* fe !,=" Jahre 188» ',■ ’ 1' Nr, wVL'“2 tanerld «fr Ä* « *, 5 hr8"' Sf.’*** Mm * » >" m M R MberjältnlSnäL L *" * 17 XT bil IM htr fol“n» 1/2°. und von den Pio' Dan _b« einzelnen Lontinaenle bQB die Hessen sür die ‘n9 desDeutschenReicheS t Men; cs fielen von ihnen M p§t., von den Sachsen PCt., von den Badensern rltembergern 3,51 p. Bis Ende 1884 wurden "Masten im mobilen deutschen egsinvalide anerkannt. Es sind Pt mobil gewordenen deutschen lich ausgesprochene Voraussicht f(ug in bieftm [feint iie Waldbäume noch sehr wenig 16 sungr Eichenlaub, die Ueb- singe, noch vMg in den Blatt- man an den beiden letzten warmen }t Maikäser besonders in den n ihrer bekannten Unbeholfenheit e Hilft durchzogen, um alsbald nzufliegen und auf dem Erdboden erzufinden. Nach kurzem Aus- men Burschen der Liebesdrang 1Qd) völligem Eintritt der Dunkel- t Ruhe niederlabt. Die meiste it die Jugend, welche eine ganze i unterscheidet je nach Größe, als Speise findet der Maikäser, bt« eine Anzahl Liebhaber, welche Geschmack hätten. Kein Freund .nist dagegen der Landmnn . mir auch als «azer «z» den rusiiat. Das beste Mttel, mznarbcken, ist »In hiswsj Ä»“— gt wird. t «°ch dM «™ " ’ja to &bt,-T6 W"61ä|1,$ ““ n «”i b!6 bn( S«M!« e!r w •"’aSta H®4 "’s «** W*"' et ins ^cht"' Hrfäng"^ «. h-»" ‘“L tbltL n j^-jstlichen R $et$aVot *S« «jl jungen » ^es- '&5&* und Schrecken auSgesianden, daß sie seit dieser Zeit krank war und nun als Opfer ihres Muthes gestorben ist. Die Rettungs-Medaille war ihr für ihre edle That bereits zuerkannt, aber noch nicht ausgehändigt worden. • Paris, 22. April. Ein großes Schadenfeuer äscherte heute Morgen ein Kaufhaus in der Rue Rivoli nahe beim Rathhause ein. DaS Feuer ergriff mit reißender Schnelligkeit die Treppe; drei Frauen kamen in den Flammen um. Gegenwärtig ist man des Feuers Herr geworden. * Englische Reclame. Als vor einigen Tagen in der englischen Kammer die feierliche Diskussion über Homerule begann, brachten die Saaldiener plötzlich eine große, mit Weißblechschachteln ungefüllte Kiste in den Saal; jede Schachtel trug die Adresse eines Abgeordneten. Man kann sich denken, welche Aufregung sich der ehrenwerthen Herren beim Anblick dieser 700 verdächtigen Schachteln bemächtigte, die auf ein Haar den in London sattsam bekannten Dynamitschachteln glichen. Man dachte an eine neue Pulververschwörung, die vielleicht von den Schülern des Guy Fawkes, die sich heute Ravachol und Matthieu nennen, angezettelt war. Nachdem aber die furchtbaren Schachteln vorsichtig geöffnet worden waren, verloren sich alle Befürchtungen. Jedes Schächtelchen enthielt nämlich — ein halbes Pfund Kaffee und die Geschäftskarte eines Kaufmannes, der den britischen Gesetzgebern das aromatische Product der englischen Colonien zum Geschenk machte. * Petersburg, 17. April. Gestern feierte Fräulein Eugenie SemjonowSkaja, die Tochter des Semjonow- schen Leibgarde-Regiments, ihre Hochzeit mit dem Lieutenant RidanSki. Die jetzt 19jährige junge Dame wurde nach dem Abmarsch der Garden von Plewna in der Nähe von Honkiö von Soldaten des genannten Regiments halberstarrt in einem Graben gefunden. Um den Hals trug das Kind an einer Schnur eine türkische Goldmünze. Erst in Adrianopel konnte die Kleine ordentlich gekleidet werden. Dann nahm sie Dr. Klerow mit nach San Stefano und später brachte sie eine russische Pilgerin nach Petersburg, wo sie aus Kosten des Regiments bei dem Redacteur Popowizkt untergebracht und erzogen wurde. Das Kind wurde orthodox gelaust; Taus- pathen waren Dr. Klerow und die Herzogin Eugenie von Leuchtenberg. Später besuchte Fräulein Eugenie Semjonows- kaja das Nikolai-Institut. Im Vorjahre lernte sie im Bade ihren jetzigen Galten, den Lieutenant Ridanski, kennen. Die Semjonow scheu Regimentsväter gaben ihrer Regimentstochter eine ansehnliche Mitgist in die Ehe. * Moskau, 22. April. In einer öffentlichen Badeanstalt zersprang gestern ein Dampfleikungsrohr. Die anwesenden Badegäste suchten sich durch die von ihnen ringe» schlagenen Fenster ins Freie zu retten, wobei neun Personen verletzt wurden, darunter vier schwer. * AuS der „Wuuderwelt" für Chicago! Ein riesiger Steinkohlenblock wurde vergangene Woche von einem englischen Steinkohlenbergwerke aus nach dem Alexandra-Dock zu Liverpool transportirt, um von da nach Boston verschifft und auf die Chicagoer Weltausstellung gebracht zu werden. Das Stück wiegt nicht weniger wie 12 Tonnen, besitzt mithin etwa ein Volunzen von 15 cbm; um den Block im Schacht au6» zumeißeln, wurden fast neun Monate gebraucht; es sollen sich die Kosten der Förderung des Transportes nach Amerika rc. auf ziemlich 1000 Pfund, also 20,000 Mark belaufen. Schift-nachrichten. (Mttgethellt durch den Agenten des Norddeutschen Lloydes, Herrn Carl Loos in Gießen.) Bremen, 21. April. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer T rave, Capitan R Sander vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 11. April von Bremen und am 12. April von Southampton abgegangen war, ist heute, 7 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, Land- rrnd Volkrwirths^afi. •rftnfrerti, 22. April. Fruchtpreise. Weizen X 1680, Korn X 14.20, Gerste X 14.10. Hafer X 14 50, Erbsen X 17 60, Linsen JVJ OUO, Wicken X 15.(0, Sein X CO 00, Aartoffeln X 3.00, Samen -äQ—. Ipielplarr der vereinigten Zrankfurter Ltadtthester. Opernha«». Dienstag den 25. April: Oberon- Mittwoch den 26 April: Traoiata. Donnerstag den 27 April: Regimentstochter. Ehemann vor der Thür. Freitag den 28. April: Lucia. Die Puppenfee. Samstag den 29. April: Die lustige« Weiber. Sonntag den 30. April: Carmen. Gcharrsptelhav». Dienstag ben 25. April: A tempo. Der eingebildete Kranke. Mittwoch den 26. April: Heimath. Donnerstag den 27. April: Der Talisman. Fretlag den 28. April: Der Tal iSman. Samstag! den 29. April: A tempo. Frauenfarn p f. Sonntag den 30. April: Der Geizige. Tartüffe. Montag den 1. Mai: Der Talisman. Versäumen Sie nicht den Glückszug! Sie finden solchen dargeNellt bet den hiesigen LoosvcriauislcUcu auf den Plakaten der bereits nächste Woche zur Z'edung gelangende» Darmstädter 1 Mark-Lotterie, wie da» schnaubende Dampfroß mit den schweren Geldläcken auf den Waggons dahinsäirt. Wohin, das wird die launige Göttin Fortuna bestimmen. (Hoffentlich kommt davon auch etwa« zu uns! Anm. d. SetzerS.) Wichtig für Hausfrauen. Beruh. Curt Pechstein, Wollwaarenfabr. in Mühlhausen i. DI»., fertigt aus Wolle, alten gestrickten, gewebten und anderen reinwollenen Sachen und Abfällen haltbare und -ediege«O Stoffe für Dame«, Herren und Kinder, sowie Stoffe |« Portiören Iti den modernste« Muster« bet billigster Preis» stell««« und schnellster Bedienung. Annahme und Musterlager in Sietzen bei l19* L. Mühlhausen, Bismarckftrahe IO. mit [9676] Gleichzeitig empfehle mein großes Lager in Heinr. 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Auf Antrag des für den Heinrich Göbel von dem Königlichen Amtsgericht Frankfurt a. M. bestellten Pflegers und Bevollmächtigten des Johannes Schmuck und der Katharina Pfeifer, nämlich des Rechtsanwalts Dr. Sieger zu Frankfurt am Main werden genannter Heinrich Göbel oder feine etwaigen Erben aufgefordert, sich so gewiß spätestens zum Termin: Montag den 2«. Juni 1893, Vormittags 9 Uhr, zu melden und auszuweisen, als sonst hiernach Heinrich Göbel für tobt erklärt und wegen des ihm zugefallenen Erbtheils nach den Anträgen des Pflegers verfahren werden wird. Gießen, 19. April 1893. Großh. Heff. Amtsgericht. Emil Schmall, Frankfurter Hof. — Hessischer Hof Bekanntmachung. Mittwoch den 2«. ds. Mts., Abends 8«/, Uhr, findet Generalversammlung des Creditvereins zu Heuchelheim, E. G. m. u. H., bei Wirth Ludwig Bolkmann III. statt. Tagesordnung: 1. Vekanntgebung der Jahresrechnung, 2. Festsetzung der auszuzahlenden Dividenden. Heuchelheim, am 24. April 1893. Der Aufsichtsrath. (?: (ö' Keilgeöotenes. Stadt. Schlachthaus. Freibank. [3891 Heute und morgen: Ochfensieifch, tiicht ladenrein, per Pfd. 45 Pfg. Schorers Familienblatt. ♦ Reichster Inhalt — Glänzende Ausstattung. Farbige Kunst- und Extra-Beilagen. ▼ Wöchentlich eine Nummer. Preis vierteljährlich ♦ 2 JU ober in 18 Heften jährlich zu 50 H bei allen Buchhanblungen unb Postanstalten ▲ (PostzeitungScatalog Nr. 5824). X Probe-Nummern umsonst unb frei auch von berj Verlagshanblung. Berlin BW. 4«, Deffauerstraße 4. ▼ Bald ausverkauft«Darmstädter LSJS General-Agentur Lud. Hüller & Co. in Nürnberg und Berlin. Hier zu haben bei allen Loosverkaufsstellen. [3848 Eis-Abonnement. Ich beehre mich, mitzutheilen, baß bas Abonnement auf Cry st all - Block - Eis dem ♦ 1. Mai ♦ beginnt und werden meine Preislisten in den ersten Tagen zur Ausgabe gelangen. Mit dem Bezug von Eis kann auch jetzt schon begonnen werden. 3938] Gute Sorte Kartoffel« zu ver- kaufen. Masfiag. 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Anton Felle gteomtlten Der L'cof M &6idt Vcagt in btnflti btt n niit aibtr .Ich bin bei pkvchrn p sr -• »rt«V sagte frtibt, mit die1 •rnnyltit bi» j ffl iiotl sich in d Im betGeses & Wrang, auf I ,8q8 heiht kt Pehtimnath. la Lachtr «IW>: «Der Herr .ir Lieutenant h - Rabatt, ba bt "b aon Niemand titMtftfl l , Hcdimitte S«erfk*Mfl Ans W Ne. 247«/ far%Xr247»t/ An « l- ., Satten da! -'LL-Mitte e^?K ^ri OtHi ----11 Ril| bi w22? bit WoMlrn de, ”*n ticrft, anders •uerlH: ^dtzha-, ^ichk, Z ?!"- rü. lchraok, ( ^er-tair, L'^'ch Mt,", i e3* 8. Ubm fiot -'rch Norddeutscher Lloyd 4744 Bremen Beste Retsegelegenheit. Nach Rewyork wöchentlich dreimal, davon zweimal mit Schnelldampfer«. Nach Baltimore mit Postdampfern wöchentlich einmal. Oceanfahrt mit Schnelldampfern 6—7 Lage, mit Postdampfern 9—10 Lage Nähere Auskunft durch 2286 I. M. Schulhof, Gießen. Ifidor Schulhof, Friedberg. Julius Karl, Grünberg. lkdkusvttßchttuugs-keseUlchaft ;u teipsig 1830. (htbt 1890: vahahofstratze 40. Theodor Hönbach Bei den 38 deutschen Lebensversicherung» - Gesellschaften waren Ende vorigen Jahre» zusammen 4500 Millionen Mark versichert. Diese Nies«. Ziffer zeig!, welche Ausdehnung die Lebensversicherung m Deutschland bereits genommen hat. Die Lebensversicherung ist em Segen für Jedermann: Niemand kein Kaufmann, kein «ewerbtreibentzer, kein Landwirth, kein Beamter sollte daher verfäumen seinen Berficherangdantrag zu stellen 711 Die Lebeusversicheningd i-esellschasl zu Leipzig 'st bei günstiasten Versicherung» bcdingungen (ilaoutechUtarkkit funfzährlger Polsie« eine der q ritzten und billigsten Leben-Versicherungsanstalten TeuttchlaadS Alle Ueberfchoffe sollen bei ihr den versicherten za. Nähere Auskunft ertheilen die Gesellschaft, sowie deren Vertreter Müller & Sch wäre, in «iehe», Vallthortzraße 25, 86 End« 1891: 94 Millionen E"d« 1E lOZMillionea^L (alte Leipziger) auf Gegenseitigkeit gegründet V,r»am»g,. »st.- - »nd« 1890: ’* 336Millioneu^. Pnbt 1891: 359 Millionen^ Owb« 1898: 383 Millionen^ •n«in« Merstch«r»»g». temmrw ; H« »ibt 1890: 61 Millionen JL bt« »art 18 'l : 66Millionen JL bt< Ond« 18 4: 72 Millionen je 187.80 141.00 148.40 11980 104.12 286 54 104.40 3802 Mällel« «O «lrection._ 3924] Die bekannte Person, welche vergangenen Mittwoch den Shaw! auf Trep- pinger« Bleiche mttn, w. ers, dens. innerb 3 Lag, das, ab.ug., da s Strafantr gest^w.; 8936] Gebrauchte Badewanne zu kaufen gesucht. Wolkengasse 20, I । » X Hredf. thLt. j. Mann der gute Bezieh zu Fabriken und < X größ Vrivatverbrauch unterh..fmd lohnende« v rdienst durch die (3932 Vertretung einer ersten »Siner Großhandlung in «udrrohiin. Gest. Frc ^Off rtrn unt I. ü 17V8 an Haaeeneteln L Vogler. A 8, Kolo W50 z>rtO *2.80 61 40 S) Gau- und Kreisfest. Der Vorstand. 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Lorenz. heute Abend 10 Uhr nach längerem Leiden im Alter von 46 Jahren sanft entschlafen ist.