Rr. 72 Erstes Blatt Samstag den 25. März 1893 Fernsprecher &L inen. Amts- und Anzeigeblatt für den Äveis Gietzen. P Gratisbeilage; Hietzener Aamitienblätter e 8 wmr treues tdt w kerfchule «anahmr von Anzeigen zu der Nachmttlag» für den f«l,enden lag erscheinenden Nummer bi« vorm. 10 Uhr. iden ist. vcIe-Club. Die Gießener »»«ikienSttiter Sarden dem Anzeiger »Kchenilich dreimal d «gelegt. Der #teltxet Anzeiger «rscheini täglich, e* Ausnahme btt Montag«. Neueste Nachrichten, Wolffs telegraphisches Correspondmz-Bureau. Bern, 23. März. Der „Bund" meldet, der deutsche Kaiser nehme den Weg nach Rom durch die Schweiz. Mit der Gotthardbahn seien bereits Unterhandlungen im Gang betreffend die Führung eines Extrazuges. Loudon, 23. März. Auch die Universität Oxford hat Virchow heute den Doctorgrad verliehen. Es wurde ihm ein höchst enthusiastischer Empfang bereitet. Christiauia, 23. März. Die drei Matrosen von ber „Thekla", welche wegen Kanibalismus an Norwegen Alle Annoncen-Burraux de« In» und Auslandt« nthmm Anztigtn für ben „Gießener Anzeiger" entgegen. vierteljähriger JWe*eem<«U»rde a 2 Mark 20 Pfg. ■* Bringerlohn. Durch die Post btjefe 2 Mark 50 Pfg. Aedaction, tpebHUa und Druckerei: Strasse 34 [2808 v. Lande OöbeNt-^ ^Haltung erfahre^ Nit gut« 3»«* mrckstraße llJt, saäächen ;r L M an die Meßmer Anzeiger Keneral-Mnzeiger. M 'f>l jche ßDC^ msI Abg. Frhr. v. Manteuffel (cons.) unterstützt den Antrag | Ballestrem. Es sei nöthig, die Untersuchung sofort vorzunehmen, I um zu beweisen, daß es unzulässig, unerhört ist, hier Beschuldigungen zu erheben, die nicht sofort bewiesen werden tonnen, (lebhafter I aII Abg. Rickert (dsr.) hält sofortige Untersuchung für nöthig. I Wenn Ahlwardt das nicht wollte, hätte er gestern seine Zunge im I Zaume halten sollen. , „ m -.,11 Abg. Ahlwardt: Er habe gestern mit vollem Bewußtsein I diese Angriffe ausgesprochen; er habe erklärt, sie actenmäßig zu be- I weisen, und daß die Acten 618 zu einer gewissen Zeit werden vor- I gelegt werden. Er werde den Zeitpunkt innehalten. Well gestern I ein bezüglicher Wunsch geäußert wurde, habe er sich Mühe gegeben, I die Acten zu beschaffen, sei aber außer Stande, sämmtliche Acten- I stücke früher, als versprochen, beibrtngen zu können. Nach den Oster- I serien seien sie zusammen, sie werden einzeln einlaufen. Bis dahin I müsse die Sache vertagt werden. (Gelächter. Zuruf: Nein!) Er I könne sich auf Weiteres nicht einlassen. Er könne auch vorher die I Acten dem Präsidenten zur Untersuchung nicht belassen. (Gelachter.) I Abg. v. Marquardsen (natl.) stimmt dem Anträge Ballestrem I zu. Es könne dem Ankläger nicht in die Hand gegeben werden, I Beweise beizubringen, wenn es ihm aefalle. (Beifall.) I Abg. Rickert (dfr.) wünscht, daß die Commission auch Ahl- | warbt vernehme; der werde doch wissen, waS in den Actenstucken I stehe, die noch fehlen. Abg. Merbach (Rp.) verlangt Namens seiner Freunde un- I bedingt schleunige Untersuchung; der Reichstag sei sich und dem I Volke schuldig, daß hier anders verfahren werde wie in Volksver- I sammlungen. Auf eine Bemerkung des Abg. Wisser (lib.) erklärt Präsident I v. Leoetzow, daß wenn Jemand ein Actenstück auf den Tisch des I Hauses niederlege, er darüber zu disponiren habe. (Beifall.) Der Antrag des Grafen Ballestrem wird nahezu einstimmig I angenommen. Das Haus vertagt sich. , tri , , I Nach Wiederaufnahme der Sitzung berichtet Abg. Graf I Ballestrem (Ctr.) Namens der Vertrauensmänner des Hauses I üb-r die Prüfung der von Ahlwardt beigebrackten Actenftücke. Den I Vorsitz habe Präsident v. Leoetzow geführt; von den Actenstucken sei I eingehend Kenntniß genommen. Adlwardt sei ausgefordert worden, I einzelne Schriftstücke zu bezeichnen, die seine gestrigen Behauptungen I beweisen sollten; Ahlwardt habe das nicht vermocht. Er habe erklärt, I daß zu einem Beweise das ganze Material erforderlich sei, das er I erst nach einigen Wochen zusammenbringen könne. Die Vertrauens- I commtssion habe einstimmig beschlossen, zu erklären, daß die vor- I gelegten Actenftücke durchaus nichts enthalten, was die vom Abg. I Ahlwardt gestern aufgestellten Behauptungen unterstütze, daß sie nichts I Wlt-n, w-S ein 1-higes oder früheres Mitglied des Reichstags oder eines Landtags ober ein jetziges oder früheres Mitglied der I Reichs- oder einer Landesregierung belasten konnte. Ahlwardt habe I Behauptungen aufgestellt, wonach er Material besitze, welches die I schwersten Beschuldigungen glaubhaft erscheinen ließen. Aufgefo, dert, Beweise betzubringen, habe er dies nicht vermocht. Der Reichstag habe alle Rücksichten auf die Geschäftslage bei Seite gesetzt und habe heute eine Sitzung abgehalten, nur um Ahlwardt Gelegenheit zu «eben, seinen Beweis zu führen. Wenn ein Mitglied des Reichstages solche Beschuldigungen vorbringe, wie es Ahlwardt gethan, könne er dies nur thun, wenn er die Beweismittel sofort zur Hand habe. Wenn er aber solche Beschuldigungen vorbringt, ohne die Beweise bereit zu halten, zu einer Zeit, daß Wochen darüber ins Land gehen müssen, ehe eine Klarstellung möglich ist, so ist das ein Benehmen, wie es bisher, Gott sei Dank! noch nicht vorgekommen sei. (Lebhafter Beifall.) Dies sei die einhellige Auffassung der Commission. Abg. Ahlwardt: Als er gestern provocirt worden sei, habe er gesagt, er könne beweisen, daß bei der Dotirung des Invaliden- | fonds schlimme Sachen volgekommen seien, wodurch das deutsche Volk schwer geschädigt worden. Er habe erklärt, daß er das Material beim Wiederzusammentritt des Reichstags vorlegen werde und in der Commission habe er die Namen aller der Personen mitgetheilt, in deren Händen sich die einzelnen Actenftücke befinden. Da es ihm nicht möglich gewesen sei, auch nur einige Stunden Aufschub zu erwirken und da es die Commission ablehnte, sich in Permanenz zu erklären (Gelächter), müsse er erklären, daß ihm die Möglichkeit der Beweisführung abgeschnitten worden sei. (Widerspruch). Abg. Richter: Ahlwardt sei nicht provocirt worden, er habe bei der Berathung des Jnvalidensonds in der zweiten Etatslesung das Haus durch die schwersten Beschuldigungen provocirt. In den vorgelegten Acten sei überhaupt nichts über den Jnvalidensonds enthalten. Ahlwardt habe sich in der Commission auf ein Pamphlet Rudolf Meyers von vor 16Jahren berufen; dieAnschuldigungmMeyers seien aber schon damals von einer Commission des Hauses geprüft und als unhaltbar erkannt worden. Ahlwardt wende immer die elbe Metbode an: die schwersten Beschuldigungen und dann der Versuch, die Beweisführung zu verschleppen. Das sei der Segen des Parlamentarismus, daß er kurzen Proceß wache und einen Ahlwardt in seiner ganzen Haltlosigkeit und moralischen Beschaffenheit darstelle. (Beifall). Abg. Frhr. v. Manteuffel (cons.): Der gestrige Beschluß des Hauses lag im Interesse Ahlwards selbst Derselbe habe aber nicht die Spur eines Beweises erbracht. Wenn etwas faul im Staate sei, so hätten alle Parteien ein Interesse daran, die faulen Punkte festzustellen, aber derartige Ausstreuungen, die nicht unter Beweis gestellt werden könnten, seien der faulste Punkt. Ahlwardt halte «ne Behauptung für erwiesen, wenn er dieselbe wiederholt habe. (Heiterkeit. Bestall^^schichte sei gestern ganz plötzlich über ihn gekommen. (Heite kcit.) Er habe sich gestern alle Muhe gegeben, das Material herbeizuschoffen; es sei Alles geschehen, was möglich war. Die Gerechtigkeit hätte v rlangt, ihm die kurze Zeit zu gewahren, die er beanspruchte. Er habe immer nur für bte volle und reine Wahrheit gekämpft. Zuruf: Für 75 Pf. Entree! (Lacken), er habe das Bewußtsein, die traurige Entwickelung der Zeit erkannt zu haben und werde fortfahren, dagegen zu kämpfen. Die Eorruption sei jetzt soweit gediehen, daß von allen Seiten klar erkannte Dinge nicht erreichbar seien. So etwas von Vergewaltigung, wie er hier erlebt, sei ihm noch nicht vorgekommen. , . , _ . Präs. v. Leoetzow erklärt, daß Ahlwardt lederzeit das Wort erhalten habe, wenn er eS verlangte. Abg. vr. Lieber (Ctr.): Die größtmögliche Eorruption sei, daß im Reichstage die schwersten Anschuldigungen obne sofortige Beweisführung erhoben würden. Das Parlament sei Ahlwardt gegenüber schon sehr nachsichtig gewesen, indem eS ihm die lange Frist von 24 Stunden einräumte; es konnte sofortige Beweisführung verlangen. Die Commission habe die fernere Entgegennahme von Beweismitteln keineswegs abgelehnt, sondern ihn auf den Präsidenten verwiesen, der auch ferner Beweisstücke annehmen werde. DaS Vorgehen Ahlwardts, solche Beschuldigungm aufzustellen und die BewttS- führung wochenlang hinauszuschieben, so daß währenddem die »e= schuldigungen durchs Land und über die Grenzen des Vaterlandes hinausgehen; ein solches Vorgehen läßt sich parlamentarisch gar nicht würdigen. Wenn er es um Ahlwardt für der Muhe werth hielte, würde er einen Ordnungsruf riSfiren. Um einen Ahlwardt aber kaufe er sich keinen Ordnungsruf. Abg. Ahlwardt verwahrt sich dagegen, daß er Beschuldigungen ausgestellt habe, die er nicht beweisen könne. Er habe die Beweise, , müsse aber kurze Zeit haben, um sie herbeizuschaffen. ES sei leider weit gekommen, daß die Juden unser Volk so weit corrupiren konnten, daß kein Mensch, der gegen die Juden auftrete, Recht bekomme. Abg. vr. Lieber: Er werde sofort nach Wiederaufnahme der Sitzungen beantragen, daß Ahlwardt Gelegenheit gegeben werde, weiteres Beweismaterial beizubringen. Wenn Ahlwardt sage, er habe Grund zu sittlicher Entrüstung, so empfinde er Mitleid. Jedenfalls müsse sich der Reichstag in dieser letzten Sitzung vor der Vertagung noch neue Beschuldigungen verbitten. (Beifall.) Abg. Stöcker (cons.): Die sittliche Entrüstung gegen Ahlwardt sei nicht am Platze. Jeder Mensch müsse es Ahlwardt ansehen, daß er nicht im Stande ist, politische Geschäfte in höherem Style zu fuhren. Ahlwardt treffe nicht die Schuld, daß er zu solchem berufen worden sei, sondern, die, die ihn gewählt. Die deutsch-sociale Partei habe ihn I nicht gewollt, er sei aber trotzdem gewählt worden, wie ia auch Fus- angel, trotzdem, daß ihn das Centrum nicht wollte, gewählt^worben ei. Die Schuld liege an denen, die das allgemeine Wahlrecht schamlos gemißbraucht und das Volk gewöhnt hätten, auf alle Lügen zu Horen. Ein Fehler war, daß nicht gleich anläßlich der ersten Ahlwardt schen Broschüre eingeschritten worden sei; es hätte das schon geschehen müssen, als die Broschüre gegen Bleichröder erschien. *■< Abg. Ahlwardt: Er habe stets Beweise für seine Behauptungen gehabt. Stöcker habe blos die Gelegenheit ergriffen, um hier den Lohn von der conservativen Partei einzuheimsen. x . Abg. Ricklrt: Stöcker habe Ahlwardt erst abgeschlachtet, dann entschuldigt; die Entschuldigung sei aber bei Ahlwardt auf unfruchtbaren Boden getanen. Die Leidenschaften seien von Stöcker und Gen. aufgestachelt worden. Sie ernteten jetzt, was sie gesät. I Abg. Zimmermann (Antisem.): Seine Freunde ständen per I Sache genau so kritisch gegenüber, wie irgend ein Mitglied des Hauses. | Fr selbst habe Ahlwardt abgerathen, solche Beschuldigungen zu er- I heben, wenn er nicht sofort Beweise dafür habe. Aber daß Dinge I vorgekommen seien, die nicht zu entschuldigen seien, sehe man au8 I Glagaus Buch. Er frage jetzt nur, ob es zu den Gepflogenheiten I des Hauses gehöre, daß der Schriftführer Schmidt die für den I Präsidenten bestimmten Actenftücke dem Finanzminister vr. Miquel I D°tIe02lbg. Stacker: Ahlwardt sei in Friedeberg gewählt roorben, I weil er gegenüber dem Freisinnigen das kleinere Uebel war. Abg. Ahlwardt: Er habe sich um das Mandat beworben, I weil er hier im Reichstage eine Nothwendigkeit sei. Die Juden I hätten für den Freisinnigen, die Deutschen für ihn gestimmt. I Abg. Richter bezeichnet Stöcker als ein par nobile fratrum. Präsident v. Leoetzow ruft Richter zur Ordnung. Abg. Rickert: Aus hohem Munde sei die antisemitische Be- I megung als Schmack bezeichnet worden. Es sei in der That eine I Bewegung der Barbarei. > . Abg. Liebermann von Sonnenberg: Das Wort von ver I Schmach sei jüdische Fälschung. . , I Abg. Schmidt (dsr.): In dem Stocker'schen Proceß .fei fest- I gestellt, daß das Wort thatsächlich gefallen sei. I Abg. Stöcker: Die Feststellung beruhe nur auf der Aussage I eines Synagogenvorstehers. Abg. Richter: Der Synagogenvorsteher stehe ihm hoher als I ein Hofprediger, von dem das Gericht festgestellt, daß er einen fahr- I lässigen Falscheid geleistet. Abg. Stöcker erklärt das für unwahr. Abg. Ahlwardt beantragt Einsetzung einer Eommlsfion, welcher I Richter ben Beweis für feine Behauptung liefern solle. I Abg. Richter verliest das in dem Proceß Bäcker ergangene I Urtheil, in dem von einem unvorsichtigen Eide Stöckers die Rede ist. I Nach scharf persönlichen Auseinandersetzungen zwischen Abgg. I Liebermann von Sonnenberg, Ahlwardt und Richter be- I dauert Graf Ballestrem im Schlußwort, daß die Discussion so I weit abgeschweift sei. Der Tag habe aber bewiesen, daß Recht Recht I bleibe. Der Rest des Etats wird angenommen. Nächste Sitzung am 13. April. Interpellation Menzer betr. I Tabakbau, Novelle zum Wuchergesctz.___ Nachricht hn> Bröde; Deutsches Reich. Berlin, 23. März. Der Kaiser und die Kaiserin erschienen am 22. März, als dem Geburtstage weiland Kaiser Wilhelms L, früh im Mausoleum zu Charlottenburg und legten an der prachtvoll geschmückten Ruhestätte des unvergeßlichen Monarchen einen herrlichen Kranz aus Lorbeer, Veilchen und Rosen nieder. Nach Berlin zurückgekehrt, statteten die Majestäten dem Palais Wilhelms I. einen Besuch ab und verweilten sie hier kurze Zeit im Sterbezimmer des verewigten Kaisers. — Auch das preußische Abgeordnetenhaus hat am Mittwoch nach Erledigung zahlreicher Petitionen seine Osterferien angetreten- die nächste Sitzung findet am 11. April statt. — DaS Herrenhaus muß vor Beginn seiner Osterferien noch den Etat erledigen. — Der aas dem Bochumer Prozesse so bekannte Re- dacteur FuS angel ist bei der Reichstags - Ersatzwahl in Olpe-Arnsberg mit großer Mehrheit von den Centrumswählern dieses Wahlkreises gegenüber dem offiziellen Centrumscandidaten Boese gewählt worden. Mit der Entsendung Fusangels in den Reichstag frontirt das Gros der katholischen Wählerschaft in Olpe-Arnsberg demnach direct gegen die Centrumsfraction, ein Vorgang, der vielleicht nur die Einleitung zu einer tiefergehenden Spaltung in der Centrumspartei bedeutet. — Die Internationale Sanitäts-Conferenz in Dresden hat in fünf Plenarsitzungen die Generaldebatte über das ihr vorgelegte Programm erledigt. Die Verhand- langen ergaben die völlige Uebereinstimmung unter den hauptsächlich in Betracht kommenden Staaten. Zur rascheren Förderung der Conferenzarbeiten sind drei Commissionen zur Erörterung der Einzelfragen gebildet worden. — Der deutsch-spanische Handelsvertrag sollte am Mittwoch oder Donnerstag unterzeichnet werden, liebet seinen Inhalt liegen jedoch noch keine zuverlässigen Mel- dungcn vor. ___ Deutscher Reichstag. 73. Sitzung. Mittwoch, 22. März 1893. (Ausführlicher Bericht). Die Tribünen sind überfüllt. Am Bundesrathstische: Reichskanzler Graf Caprivi, Finanzminister Dr. Miquel, die Staalssecretäre Frhr. v. Marschall, v. Bötticher, v. Maltzahn u. A. Vor Eintlltt in die Tagesordnung erklärt Präsident v. Leoetzow, den Abg. Ahlwardt nach Durchsicht der stenographischen Belichte nachträglich zur Ordnung rufen zu müssen. (Beifall.) Der Abgeordnete hat gesagt, daß in diesem Hause auf allen Selten Leute sitzen, die ihr Vaterland oerrathen, in der Hoffnung, den Juden einen Brocken abzulockcn. Diese Aeußerung kann nicht scharf genug gerügt werden. Was Ahlwardt gestern wegen Vorlegung von Acten- stücken gesagt, war so wenig klar, daß ick eine Beleidigung der Mitglieder der Regierung oder des Hauses darin nickt erblicken kann, obwohl ich jene Aeußerungen lebhaft bedauere. (Beifall.) Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreten. Zunächst werden einige Rechnungsfachen erledigt. Hierauf wird die dritte Berathung des Reichs haus Halts beim Jnvalidenfonds fortgefthtch ^^gang einzelner Titel bemerkt Abg. Richter (dfr.), er hätte erwartet, daß Ahlwardt heute versuchen würde, fein BeweiS- material beizubrtngen. Präsident 0. Leoetzow erwidert, er könne doch Ahlwardt nicht ba,U Abg.N Rich ter: Dann conftatire ich, daß Ahlwardt mit feinen Beweisen angeblichen Ist. (Zuruf: Hier ist er ja!) Abg. Ahlwardt betritt die Rednertribüne und erklärt, er habe sein gesarnrntes Material, welches über zwei Centner wiege, heute nicht beibringen können. Dasselbe befinde sich großenthells nicht in feinem Besitz. Einen Theil desselben habe er einem Andern anver- traut der weil auch bei ihm Haussuchungen abgehalten werden, es einem Dritten wettergegeben habe. (Abg. Dr. Barth ruft: Wir verlangen ja nur —) Sie haben gar nichts zu verlangen! Er habe einige Acten hier und lege sie auf den Tisch des HauseS nieder. (3uruf: Gerieten!) Nein, das hat keinen Zweck. Die Acten müssen im Ganzen durchstudirt werden. Er habe sich verpflichtet, das ganze Material beizubringen und werde, wenn er nach Wiederzusammentritt deS Reichstags Gelegenheit dazu erhalte, die Sache im Ganzen erörtern. Man scheine große Angst vor den Beweisen zu haben (Rufe: Angst vor 3|nen Ballestrem (Ctr.) beantragt, daß sich das Haus sofort um eine Stunde vertage, damit die Vertrauensmänner des Hauses, der Sentorenconvent zusammentreten, sofort die Actenftücke prüfen und darüber ans Plenum Bericht erstatten laffen. Abg. Richter proteftirt gegen eine Aeußerung Ahlwardts, wonach dieser vom Hause provocirt sein will. Ahlwardt habe mit feinen Anschuldigungen provocirt. Dem Anträge deS Grafen Balleftrern stimmt er zu, will aber deshalb die Sitzung nicht aus- gesetzt^wissen.^war^t mteberbolt, daß die Prüfung bcr oorgelegten Acten keinen Zweck habe, so lange nicht das ganze Material beb gebracht sei. Die Acten hier seien zwar an sich wertbvoll, aber ohne den Zusammenhang unverständlich. Er bitte, ihm die nothige Zeit zu lassen, die ganzen Acten her beizuschaffen. Sie sollen zur Stelle kommen, sobald dies möglich sei; auf Weiteres könne er sich absolut nicht einlassen. (Lachen.) - Semester gesechls rben vom 22. bi? g 25 öffentM MG m. l-Curatormw. öasthm u. Bügeln c rNoltt, WehsteinM. gefmrve Mttthm« ht in drei Wochen oie llung. :r ggpeb d- Bl ie für ersten April st ü iwti «Miete 3to' erbitte an Herrn Snflfl er, Lonystraße 20. . 6otM. Tape««", Altceftrche 24. Lmrlrtstlini-rsM rta-i pjy AlteJUinfc MggW 8. «til, vtt« Reuen SLie^ ÄnäiWfl^4' Lchillcrstraß^b. ausgeliefert wurden, sind außer Verfolgung gesetzt und frei« gelassen. Moskau, 23. März. Das Stadthaupt Alexejew ist heute Morgen halb vier Uhr seinen Verletzungen erlegen. — Der Generalgouverneur von Moskau, Großfürst SergiuS, welcher sich seit einiger Zeit in Petersburg aufhielt, hat sich gestern von dort hierher zurückbegeben. Deveschen bei Bureau .Herold*. Berlin, 23. März. Die conserva tive Partei beabsichtigt, sich neu zu organisiren und ernannte eine Commission, welche sich mit der Dorberathung dazu beschäftigen soll. Mitglieder der Commission sind v. Manteuffel, v. Lirn- burg-Stirum und Mehnert. Berlin, 23. März. Heute sand im CultuSministerium unter dem Vorsitz des DireciorS der Medicinalabtheilung, Bartsch, eine Conferenz von Vertretern der betheiltgten Ministerien statt, welche über die Maßregeln, falls die Cholera wieder auSbreche, berieth und die Grundsätze über die zur Abwehr der Seuche erforderlichen Kosten vereinbarte. Spandau, 23. März. Ahlwardt hat gestern Abend Hierselbst in einer Versammlung des antisemitischen Verein- gesprochen, welche sehr zahlreich, meistens von Beamten der königlichen Behörden und Arbeitern aus den Milltärwerkstätten, besucht war. Er betonte, er halte alle im Reichstage vor- gebrachten Anklagen aufrecht und werde den aelenmäßigen Beweis liefern. Nach Schluß der Rede AhlwardtS wurde ihm vom Hauptmann a. D. Herter ein Lorbeerkranz aufs Haupt gesetzt. Görlitz, 24. März. Gestern Nachmittag sand eine zahlreich besuchte Protest Versammlung freisinniger Land- wirthe gegen den „Bund der Landwirthe" statt. Der Reichstagsabgeordnete Wisser sprach unter ungeheurem Beifall, eine von ihm vorgeschlagene Nesolut'on wurde einstimmig angenommen. Paris, 23. März. Der „GauloiS" veröffentlicht einen Bries ReinachS, worin dieser sich beklagt, daß LessepS ihm gewisse Summen nicht auSzahle. Reinach droht mit einem Prozeß, welcher einen ungeheuren Seandal nach sich ziehen würde, da er sich nicht ruiniren ließe. Die Erklärungen Bourgeois' auf die Interpellation Millevoye werden mit Spannung erwartet. Zehn Depulirte nehmen an der Dis- eussion theil. Das „Journal des Debats" und andere Zeitungen halten die Lage des Cabinets der Interpellation gegenüber für sehr schwierig. Der „Figaro" sieht den Sturz de- CabinetS voraus. Saint Dio, 23. März. Große Vorbereitungen wurden zum Empfange der Leiche JnleS Ferrys getroffen. Die Stationsgebäude sind schwarz ausgeschlagen. Eine Tribüne ist an der Grust errichtet, wo Ferry neben seinem Vater und seiner Mutter beigesetzt wird. Stockholm, 23. März. In hiesiger Umgegend sind in letzlec Zeit 234 Erkrankungen an Influenza vorgekommen. Localer und provinzieller. Gießen, 24. März 1893. ♦ ♦ Herr Professor Dr. Carl Bogt ist von Genf zu kurzem Aufenthalt in Frankfurt a. M. eingetroffen. * * Verfügung über die Bahnhofsuhren. Der „Reichs- onzeiger" schreibt: Aus der zum 1. April d. I. bevor« stehenden Einführung der mitteleuropäischen Zeit als gesetzlicher Zeit in Deutschland erwächst den Eisenbahnen die Ausgabe, dem richtigen Gange der Stationsuhren eine erhöhte Fürsorge um so mehr zuzuwenden, als zahlreiche Ortschaften gewohnt und darauf angewiesen sind, ihre öffentlichen Uhren nach den Eisenbahn Stationsuhren zu stellen. Bisher ist es vielfach üblich gewesen, daß nur die auf der Bahnseite angebrachten Stationsuhren die richtige Zeit angeben, dagegen die Uhren aus der Zugangsseite der Stationen im vermeintlichen Interesse des Publikums einige Minuten vorgehen zu lassen. Die Ortsbehörden wiederum haben nicht selten aus übertriebener Vorsicht ihre Uhren noch einige Minuten vorgestellt, sodaß Unterschiede von zehn und mehr Minuten zwischen der richtig gehenden inneren Bahnuhr und den Uhren in den Ortschaften bestanden haben. Nach Inkrafttreten deS neuen Gesetzes, daS Uebereinstimmung in den Angaben der öffentlichen Uhren im ganzen Reiche verlangt, sind derartige Abweichungen von der gesetzlichen Zeit nicht zulässig. Im westlichen Reichsgebiet muß künftig ein Vorgehen der öffentlichen Uhren auch deshalb sorgfältig vermieden werden, weil die mitteleuropäische Zeit schon ohnedies je weiter nach Westen desto mehr gegen die sogenannte mittlere Sonnenzeit voraus ist, und dieser Unterschied durch ein Vorgehen der Uhren noch vergrößert werden würde. DaS ReichSeisenbahnamt hat deshalb die Eisenbahn- Verwaltung darauf hingewiesen, daß fortan ein Unterschied in den Zeitangaben der Uhren auf der Zugangsseite der Stationen und der Uhren auf der Bahnseite nicht mehr bestehen darf, daß vielmehr alle StationSnhren übereinstimmend und genau nach der gesetzlichen Zeit gerichtet werden müssen« * * Herbstübungen. ES verlautet, daß die diesjährigen Herbstübungen der Großh. Division in der Umgebung von Gießen abgehalten werden, und daS hiesige Regiment während der Dauer der Uebungen in Gießen verbleibt. * * Die Spitzbuben werben mit jedem Tage frecher. So sind in der vorletzten Nacht in der Südanlage ver- schiedene Dachkau del rohre abgerissen und entwendet worden. Außerdem wurde in den Keller eines Schutzmanns eingebrochen und aus demselben einige Flaschen Wein rc. entwendet. * * vlnmenpflege in Arbeiterfamilien. Nach dem Vorgänge deS Garten bauvereins in Darmftadt, sowie der Bereinigung von Blumeitfreunden in einer Anzahl anderer J Städte des Reiche- hat der Erfurter Verein der Blumen« , freunde und Kunstgärtner im Frühjahr vorigen Jahres an \ Kinder der Volksschule — hauptsächlich also an Arbeiter- 5 kinder — 1200 Blumenstöcke leihweise überlassen, um so den kleinen Leuten eine Anregung zur gärtnenfeben Ausschmückung ihrer Wohnungen zu geben. Bei der Rücknahme dieser Blumenstöcke im Herbst konnten an 90 pCr. der Kinder zur Belohnung für besonders gute Pflege derselben kleinere Prämien — Bücher, Spielsachen u. s. w. — vertheilt werden. Da der eingeschlagene Weg augenscheinlich großen Anklang gesunden hat und bereit- beginnt, gute Früchte zu tragen, insofern als die Freude an ter Blumenpflege sich in Arbeitetkreisen merklich zu heben beginnt, hat der Verein kürzlich wieder ein größere Anzahl solcher Blumenstöcke den Kindern zur Pflege übergeben. ß Handwerkerschnle. Wir machen auch hier noch besonders aufmerksam auf die im Schulhause Afterweg 25 sich befindende Ausstellung der im verflossenen Wintersemester von den Bau- und Handwerkerschülern gefertigten Zeichnungen und schriftlichen Arbeiten. Mancher Vater wird durch den Besuch dieser ^Ausstellung vielleicht eine Richtschnur für die Zukunft seine- Sohnes finden. — Se. Konigl. Hoheit der Großherzog trafen gestern Nach« mittag 6 Uhr mit dem Münchener Schnellzuge in Stuttgart ein, von dem Könige, den Prinzen, dem Ministerpräsidenten, der Generalität mit militärischen Ehren empfangen. Der König geleitete den Großherzog nach dem Residenzschloß- er wurde lebhaft vom Publikum begrüßt. Im Schlosse war Begrüßung durch die Königin und die Prinzessinnen. Abend- ist Festvorstellung im Hoftheater. — Militärdienstnachrichten. Prinz Friedrich Karl von Hessen Hoheit, See.-Lt. ä la suite des 1. Garde- Drag.-Regts. Königin von Großbritannien und Irland, mit der Berechtigung zum Tragen seiner bisherigen Uniform, zu den Offizieren L la suite der Armee versetzt- v. Biege- leben von der Reserve des 1. Großherzoglich Hessischen Dragoner-Regiments (Garde-Dragoner Regiments) Nr. 23, v. Schwertzcll von der Res. des 2. Großh. Hess. Drag.- RegtS. (Leib Drag.-Regts.) Nr. 24, Windecker von der Cav. 1. Aufgebots des Landw.-Bezirks Gießen, Michel von der Cav. 1. Aufgebots des Landw.-Bezirks Mainz — zu Pr.-LtS. befördert. Klump, See.-Lt. von der Inf. 2. Aufgebots deS Landw.-Bczirks I. Darmstadt, Ufinger, Sec.- Lieut. von der Feld-Art. 1. Aufgebots des Landw.-BezirkS Mainz — der Abschied bewilligt. Die Unteroffiziere Frhr. Haller v. Haller st ein vom 2. Großh. Hess. Drag. Rgt. (Leib-Drag.-Regt.) Nr. 24, v. Voigts-Rhetz vom Großh. Hess. Feld Art.'Regt. Nr. 25 (Großh. Art.-Corps), — zu Port.-Fähnrichs befördert. — Bund der Landwirthe. Dem Vernehmen nach ist es in der am 16. ds. Mts. in Berlin stattgehabten Ausschußsitzung des „Bundes der Landwirthe" gelungen, die Interessen der süddeutschen Landwirthschaft in solcher Form zu wahren, daß nunmehr jeder süddeutsche Landwirth vertrauensvoll dem „Bund der Landwirthe" beitreten kann. Der Mitgliedsbeitrag ist auf 5 Pfennige pro Morgen, aber nicht unter Mk. 1.— und nicht über Mk. 100.— festgesetzt. Die für Samstag den 25. März d. I., Nachmittags 3 Uhr in der Stadthalle zu Mainz stattfindende Versammlung wird, nach den bereits ausgegebenen Eintrittskarten zu urteilen, außerordentlich stark besucht werden, da an derselben jeder Landwirth theilnehmen kann. — Bei dem schönen Wetter, das nunmehr gekommen ist und die Natur auS dem Winterschlafe erwachen läßt, gibt es auch Bekümmerniß. An den Bäumen lockt die Sonne nicht nur das frische Grün, sondern auch an denselben nistende Raupen heraus. ES ist darum die höchste Zeit, daß Gartenbesitzer mit aller Energie gegen die Raupenplage vorgehen. Hauptsache ist, alles alte, an den Bäumen hängende und auch umherliegende Laub, wie auch abgeschnittenes Holz zu sammeln und zu verbrennen, weil diese die meisten Raupennester beherbergen. Wird jetzt nichts gethan, so wird die in diesem Jahre zu erwartende Obsternte schon im Keime durch das überhandnehmende Ungeziefer vernichtet. — Ostereier zu färben. DaS Färbemittel bringe man mit Wasser aufs Feuer, lasse eS etwa 5 Minuten kochen, lege alsdann die Eier hinein und nehme sie nach 5—8 Minuten aus der kochenden Brühe wieder heraus. Man färbt grün mit einer Handvoll frischer Roggensaat oder frischer Spinat- blätter, gelb mit Zwiebelschalen und Safran, strohgelb mit Mandelschalen, citroncngclb mit Brennnesselwurzeln, rotb mit Pernambukwurzeln, violett mit den getrockneten Blumenblättern der schwarzen Malve, blau mit Blauholzspänen und braun mit Krapp. Legt man Blätter von Petersilie, Schafgarbe oder dergleichen auf das Ei, bindet sie mittel- Leinwandlappen fest und kocht sie in der Pernambukholzflüssigkeit, so erhält man bunte Eier mit weißen Blättern. Schneidet man Figuren aus Zwiebelschalen und bindet diese auf die Eier, so bekommt man rothe Eier mit gelben Figuren. Zarte- Rosa bis Purpurroth erhält man aus mehr oder weniger gepulverter Cochenille. Marmorirt färbt man mit gezupften ©eiben» flöckcheit, welche am Ei feftgebunben unb in Wasser gekocht werben. Blau färbt man mit Lackmus, wozu ein Körnchen Soba gefügt werden kann. Auf so gefärbten Eiern lassen sich mit verdünntem Essig rothe Zeichnungen anbringen. — Dolmetscherdienst. Da- Auswärtige Amt hat dem Seminar für orientalische Sprachen eine Notiz, betreffend die Dolmetscherlaufbahn, mitgetheilt, welche die für die Einberufung von Referendaren zum Dolmetscherdienst an den kaiserlichen Gesandschaften und Consulaten maßgebenden Grundsätze wie folgt barlegt: „Für ben Eintritt in die Carriöre als Dolmetscher Eleve gilt zunächst al- Bcbingung, baß ber Bewerber außer grünblicher allgemeiner Bilbung eine ausreichende Kenntniß der französischen unb englischen Sprache nachweist, sowie baß er bie Fähigkeit besitzt, in frembe Jbiome sich leicht unb schnell hineinzuleben. Die Bewerber aber müssen nicht bloß Befähigung für Sprach- ftubien, sonbem auch Brauchbarkeit für ben praktischen Dienst besitzen. ES gilt beShalb für ben Dienst der Dolmetscher- । Eleven die Regel, junge Juristen einzuftellen, welche wen gftenS daS erste Examen btftanbm haben. Außerdem wirb verlangt, baß ber Bewerber feiner Jndioualnät nach geeignet erscheint, inSbesonbere eine kräftige Körperconstituno» besitzt, welche eine Gewähr dafür bietet, daß er bie Beschwerben be- Klimas ohne Nachtheil zu ertragen vermag - auch wird vorausgesetzt, baß er seine Militärbienstpflicht er- füllt hat. Fall- ber Bewerber allen biefen Vorbedingungen genügt unb dienstlich ein Bedürsniß vorhanden ist, erfolgt die Annahme für den Dienst al- Dolmetscher-Eleve unter ber Bebingung, baß er sich verpflichtet, von dem Zeitpunkte ber Dollenbung seiner AuSbtlbung ab dem Reiche mmbcf::n6 zehn Jahre zu bienen, ober aber, wenn er innerhalb bitter Zeit auf seinen Antrag an- dem Dienste ausscheidet, bie auf seine Entsendung unb AuSbilbung verwendeten Kosten zurück- zuerstatten. UebrigenS erwächst keinem Bewerber durch die Zulassung als Dolmetscher-Eleve ein Anspruch auf definitive Anstellung im Reichsdienste. Nachdem das Seminar für Orientalische Sprachen in Berlin eröffnet worben ist, sollen künfttghin Aspiranten für ben Dolmetscherdienst des Aul- roärtigen Amts, welche die am Seminar einzuführende Prüfung bestanden haben und im Uebrigen den vorstehenden Bedingungen und Anforderungen entsprechen, bei eintretenben Vacanzen oder anderen Aspiranten vorzugsweise berücksichtigt werden." + Lich, 23. März. Gestern unb heute fanb bie Entlass ungSprüfung an Großh. Präparanden-Anstalt bahier burch bie Herren ©eminarbirector Schäfer au- Friebberg unb schulrathBüchner auS Gießen statt, ©ämmtlichen Abiturienten, 24 an ber Zahl, wurde bie Reife zum Eintritt in da- Schullehrer Seminar zuerkannt. *•* Butzbach, 23. März. Vom herrlichsten Frühling-- wettet begünstigt, konnte man ben heute hier abgebaltenen Diehmar kt zu einem ber besten hier abgebalteren Märkte zählen. Faselochsen und Rindvieh, sowie Schweine waren sehr zahlreich aufgetrieben unb war der Absatz besonder- bei den beiden ersten Gattungen em flotter zu nennen. Daß auch die Qualität dieser beiden Biehgattungen eine gute war, konnten wir bei der stattgehabten Prämiirang constatiren. Die Bewohner der Umgegend waren in ©chaaren heute Hierher geströmt unb bachte vielleicht mancher, sich gleich seinen Gewinn bei ber auch gleichzeitig stattfinbenden öerloofung mitzunehmen, boch war diese- Glück sehr Wenigen beschieben. § Ober Ohmen, 23. März. Ein Mutterschaf de- hiesigen ©chasbesitzer- Philippi brachte gestern ein ganz sonderbares Junge zur Welt. Dasselbe hatte sieben Beine, zwei Schwänze und einen Kopf. Offenbar stellte das Geschöpf zwei in einander gewachsene Lämmer bar, bei denen ber Kopf des einen, wie ersichtlich, in die ©eite des anderen gewachsen war. Noch kurz nach der Geburt lebte da- Geschöpf, daS der hiesige Schäfer heute nach Grünberg dem stellvertretenden Veterinärarzt von Gießen überbrachte. D Vom Sogeilberg, 23. März. Der Frühling hat vorgestern nicht nur seinen kalendarischen' sondern auch seinen wirklichen Einzug gehalten, obgleich sein Rock noch ciSbezavft war Die Temperatur ist mit dem Gestrigen ganz erheblich gestiegen und eS ist wirklich warm geworden. Ueberall knospets unb keimt-. Die ersten Veilchen blühen unb Schneeglöckchen läuten ben Frühling ein. Au- bem Walbe schallt ber reizenbe Frühlingsgesang der Drossel. Neues Leben regt sich überall. Die Überaus strenge Macht deS Winters scheint nach dem letzten Gefecht feiner Nachhut mit den jungen Truppen des Lenze- endlich gebrochen zu fein. Nur oben im Gebirge liegen noch ansehnliche Schnee» reste von den haushoch ausgeschippten Schneernassen an den Hohlwegen unb Schluchten, Trümmer von ber zusammengebrochenen Macht be- gewaltigen Winter- 1893. A Mainz, 23. März. In ben hiesigen Actienbrauereien, ber „Mainzer Actienbrauerei", der „Rheinischen Brauerei", ber „Mcyer'schen Actienbrauerei" unb ter „Actienbrauerei Schöfterhos-DreikönigShos" haben heute Mittag die Bierbrauer unb theilweise auch die Hülföarbeiter die Arbeit niedergelegt. Mitte Februar hatten die dem „Verband der deutschen Brauer" angehörenden hiesigen Bierbrauer, 113 an der Zahl, den Brauereibesitzern eine Reihe von Forderungen unterbreitet, welche neben Lohnerhöhung auf eine Aeitderung der Arbeitszeit, sowie auf eine anderweitige Regelung ber Kost- unb Logisverhältniffe abzielten. Die Actienbrauereien haben diese Forderungen rundweg abgeschlagen, worauf in einer gestern Abend abgehaltenen Versammlung ber Gehülsen bat Ult'matum gestellt würbe, wenn um 12 Uhr heute Mittag bie festgesetzten Forberungen nicht bewilligt, gemeinschaftlich bie Arbeit niederzulegen. W e vorauSzufehen war, blieben die Brauereien auf ihrer ablehnenden Stellung unb fo erfolgte denn heute Mittag ber angedrohte Schritt der Ge- Hülsen, denen sich die HüisSarbeiter theilweise anschlossen. Die wenigen hier noch bestehenden Privatbrauereien dürften von der Bewegung unberührt bleiben, indem deren gering- zähligeS Arbeitspersonal zum größten Theil nicht bem Brauerbunb angehört und in den Privatbrauereien im Allgemeinen wesentlich andere Berhältmsse bestehen, al- in ben hiesigen Actienbrauereien. Bingen, 22. März. Am Schluffe deS Schuljahre» 1892/93 war die Großh. Realschule (Director Dr. Salier) von 256 Schülern frequentirt, darunter 155 Einheim sche. 67 Nichthessen u. f. w., ferner der Confefsion nach 198 Katholiken, 65 Evangelische, 68 Israeliten. Neben bem Director wirkten noch 12 Lehrkräfte an der Anstalt. DaS neue Schuljahr beginnt am 11. April b. I. — Dem Programm sind pädagogische und localgeschichtliche Beiträge von dem Director und den Lehrern Gottfried Erckmann unb Dr. Siegmund Feist beigegeben. __________ DermHAtc». - Hanau. 21. März. Ein merlroürbi ger Fall von Adoption, ber schon mehr an Kindesraub grenzt, Äh m *lr J‘ 11 *■ !««»<« t '"5“* in bi„ a' “niet Rlch ^“"te it iZS?:ai ln8Wei t V1'1"' »' M » " “i inert" ™ -Ich ggj )Qs ~' 8tfinttioe °° ®'®>Wr fü «fc >' b.ct e|ntretenben b-lWchtjg, ■lz fand die E^, ^"-Anstalt dahin ws Friedberg L 'chen Abitur,enten, rUl >n das Schul- *n Hwjj, Wr adgeha^rnen gehaltenen Mailte Schweine waren M bejonders bei r" nennen. Dax ltn eine gute war, Ulung constatiren. n Schaaren heute r/ sich gleich leintn dendeu Wtrloofung wenigen beschirdrn. tterschns brtz tzchnu ün ganz satte sieben Beine, ittttte das Geschöps 'üv, bei denen der Seite des anderen Geburt lebte das ach Grünberg dem überbrachte. Der Frühling bat andern auch srmn h sÜN ÄvL UL'* em Gestrigen gar warm geworden tcn Veilchen blühen g ein. Aus de« sang der Drossel, -ans strenge Macht echt seiner Nachhu, ldlich gebrochen zn ansehnliche Schnee- Schnemajsw an itr Don der zu- Vinters 1893. Actienbrauereien, lischen Brauerei^ r „ilctienbrauner ^ag die Bierbrauer itbeU ruebn- rbanb der deutscher ,U3 an der Zahl, Zungen unterbreüci, derung der Arbeit»' N der Kost- unb ubrauereien haben woraus in einer der Gehülsen °as Uhr heule Mittag it, gemeinschast'ch sehen mr. blieben Wellung und s° cr> le Schritt der @1 ä** sr»* hes S*1"' ’■ ■ 155 v"™. 138 bt® ■1 Beiträgt »»’ *4 er 8°" ereignete sich am Sonntag Mittag auf dem hiesigen Ostbahnhos. Ein hiesiger Goldarbeiter unterhielt sich daselbst mit seinem Bruder, während sein blondgelocktes hübsches Söhnchen munter umherlief, als ein fremder gurgekleideter Herr zu ihm trat und dem Vater die Bitte aussprach, er möge ihm das Kind schenken. Dieser willigte scherzhafter Weise ein, dachte jedoch nicht im Entferntesten daran, daß der Fremde davon Gebrauch machen würde. In der weiteren Unterhaltung mit seinem Bruder vermißte er plötzlich seinen Sohn. Er eilte hinaus auf den Perron und bemerkte noch rechtzeitig, wie der Fremde mit dem Kind in ein Coupö 1. Klasse des zur Abfahrt bereit- stehenden Wiener Schnellzuges einstieg. Sofort riß er beide zurück und nur dadurch blieb ihm sein Söhnchen erhalten. Der Fremde wurde verhaftet. » Kugelsichere Brustpanzer. Ueber die bereits kurz erwähnte epochemachende Ersindung des Mannheimer Schneidermeisters Dowe theilen wir noch Folgendes mit: „Es handelt sich nicht um ein präparirtes Tuch, aus welchem die ganze Uniform eines Soldaten gefertigt werden soll. Es ist eine Wehr, welche die Brust, den Leib und die edelsten Körpertheile des Soldaten schützen soll. Es dürfte demnach die Erfindung als ein sogen. Schutzpanzer bezeichnet werden, der sich jedoch von den bisher bekannten Panzern dadurch unterscheidet, daß das Aeußere desselben mit dem gleichen Tuche, aus welchem die Uniform des Soldaten gefertigt, überzogen ist. Das, was sich unter dem Stoffe befindet, ist Geheimniß des Erfinders. Auf diesem Panzer sind auch, der Uniform entsprechend, die Knöpfe aufgenäht. Bestimmt ist derselbe nur für den Krieg und er ist so angefertigt, daß er bequem auf der Uniform des Soldaten befestigt werden kann, und zwar dergestalt, daß er an den Achselklappenknöpfen eingehängt und an den Hüften durch weiter an der Uniform anzubringende Knöpfe befestigt wird. Auf diese Weise liegt die Schußuniform, deren Gewicht höchstens 6 Pfund betragen soll und infolgedessen von den Soldaten leicht getragen werden kann, bequem an und ermöglicht auch dem Soldaten, sich frei bewegen zu können, indem Arme und Beine frei sind. Die Schießversuche halten zum Ergebniß, daß alle Geschosse, mit Ausnahme desjenigen aus dem z. Z. bei der deutschen Armee in Gebrauch befindlichen kleinkalibrigen Gewehr, in dem Stoffe sitzen blieben und förmlich wie Brei zerdrückt wurden. Bei einem zweiten Versuche von Unteroffizieren der 10. Compagnie des Grenadier-Regiments blieben die neuen Geschosse plattgedrückt in der Masse sitzen. Um jedoch auch conftatteren zu können, in wie weit der Soldat durch den Anprall der Kugel in Mitleidenschaft gezogen werden kann, war unter dem Schutzpanzer, der übrigens elastisch ist, ein weicher Stoff befestigt. Da hat man nun die Wahrnehmung gemacht, daß auf 400 Meter Distanz durch den Anprall der Kugeln der unterlegte weiche Stoff etwa zwei Milimeter tief an jener Gegend, wo der Schuß in den Panzer eingedrungen, eingedrückt war. Es ist daher anzunehmen, daß der in die Brust- gegend auf den Panzer getroffene Soldat wohl etwas in Mitleidenschaft gezogen wird und vielleicht mit einem „blauen Mal" davon kommen könnte. Auf eine Distanz von 100 oder 200 Meter, wo das neue Geschoß ebenfalls in seinem Laufe durch den Stoff gehemmt wird, dürfte nach Urtheil Sachverständiger der Anprall des Geschosses seine Wirkung dahin auSüben, daß der Soldat unbedingt umgeworfen, vielleicht auf einige Zeit ohnmächtig, jedoch nicht getödtet wird. * Mannheim, 21. März. Der kugelsichere „Panzer", die Erfindung des hiesigen Schneidermeisters Dowe], wurde von einem Berliner Consortium angekauft. Dowe erhielt eine namhafte Baarsumme und wird außerdem an dem etwaigen Gewinn participiren. * Ein vorsichtiger Bräutigam. In einer Berliner Kirche fand dieser Tage eine Trauung statt, die unter den zahlreichen Trauzeugen ein besonderes Interesse erregte, da die Braut, welcher zwei Schwestern als Braut- ober Kranz- jungfern zur Seite standen, die dritte der Schwestern war, mit welcher der Bräutigam vorher verlobt gewesen. Erst hatte es ihm die jüngste angethan, doch wurde das Verlöbniß wieder gelöst, dann kam die zweite Schwester an die Reihe, aber auch mit ihr wurde der eheliche Bund für dieses Leben nicht geschlossen. Schließlich erschien bann bie älteste ber drei Schwestern bem wählerischen Bräutigam als bie rechte unb warb auch wirklich vor ben Altar geführt, währenb bie tieiben Schwestern unb Ex-Bräute, augenscheinlich ohne Groll im Herzen, als Brautjungfern sich in ber Rolle ber „zärtlichen Verwandten" gefielen. * Humor im Krankenhause. Ueber einen tragi-komischen Vorfall im Krankenhause in Llegnitz berichtet ber „Lieg- nitzer Anzeiger": Eine hiesige Küchenfee hatte sich einen bösen Finger zugezogen unb war infolge besten gezwungen, um Aufnahme im städtischen Krankenhause nachzusuchen. Hier verschlimmerte sich ber Zustand so sehr, baß sich ber Krankenhausarzt zur Amputation bes Fingers gezwungen sah. Unter Assistenz eines zweiten Arztes würbe bie Amputation in voriger Woche vollzogen unb das Mäbchen chloroformirt. Die Dosis war vielleicht etwas zu stark gewesen, benn bie Patientin erwachte nicht sobalb aus ihrem tobtähnlichen Zu- staube. Berschiebene Mittel waren schon probirt unb bie Aerzte begannen bereits ängstlich zu werden, als sich einer zu dem Ohre des Mädchens neigte und ihm zurief: „Marie, die Soldaten kommen!" Unb siehe ba, bas half. Die Beherrscherin bes Kochlöffels schlug mit einem Male ihre Augen auf unb schaute verwunbert ihre Umgebung an. * Zur Geschichte des Taschentuches. Sollte man eS glauben, baß vor weniger als einem Jahrhundert, bis zu ben Zeiten ber Kaiserin Josephine, ber ersten Gattin Napoleons L, in Frankreich ein Taschentuch positiv als ein un- anftänbiger Gegenstanb betrachtet wurde? Nicht eine Dame hätte es gewagt, sich eines solchen in Gegenwart von Fremden zu bedienen. Schauspieler unb Schauspielerinnen, bie sich unter« stauben, blese Sitte zu verletzen unb in tragischen ©eenen Taschentücher gebrauchten, um sich bie Augen zu wischen, würben vom Publikum sofort unbarmherzig ausgezifcht unb ausgepfiffeu. Es würbe sogar als unanftänbig betrachtet, bas Wort „Schnupftuch" im Gespräche anzuweubeu. Bei ber Vorstellung eines ber Shakespeare'scheu Dramen in ber Übersetzung von Alfreb be Viguy, welcher zuerst sich erbreifte, biefen burch bie Sitte so streng verpönten Ausbruck zu gebrauchen, fanb im Theater eine Eruption allgemeinen Unwillens statt. So blieb bie Sachlage, bis Josephine auf ber Scene erschien. Die erste Gemahlin bes corsikauischeu Cäsars war eine sehr schöne Frau, bie aber ein häßliches Gebiß hatte. Um bleses ihr Gebrechen nach Kräften zu verbergen, trug sie stets in ber Haub ein elegantes, kleines Taschentuch mit kostbaren Spitzen, welches sie häufig mit einer graziösen Bewegung an ben Muub führte. Selbstverständlich/ baß bie Gesellschaft nicht ermangelte, bem Beispiel ber ersten ton- angebenben Dame zu folgen, unb bas Taschentuch hörte mit einem Male auf, ein unanftänbiger Toiletteu-Gcgenstanb zu sein, dessen Erwähnung sogar verboten war. * Fast unglaublich klingt eine von der „S. Z." gebrachte Mittheilung über eine Leistung auf dem Fahrrad. Darnach hat der deutsch englische Meisterschaftsfahrer auf bem Hochrabe, Herr Max Burow in Berlin, Auhaltstraße, in ber Nacht zum Dienstag eine Wette burch eine ganz erstaunliche Leistung auf bem Vclozipeb glänzend gewonnen. Es war in Folge einer Wette von zw'ei beutscheu unb zwei englischen berühmten Sportsleuteu ber Preis von 20,000 Mark ausgesetzt, wenn er im Staube wäre, bie Strecke Berliu- Magbeburg hin unb zurück in 8 1/2 Stunden (zurück bei Nacht) zurückzulegen. Herr Burow nahm bie Wette an unb hat bie vorgeschriebene Strecke glänzeub unb in guter Sonbltion in 7 ©tun ben 54 Miu. 35 ©ec. zurückgelegt. Er hat Berlin Montag Abeub um 11 Uhr verlassen unb traf Dienstag Früh um 6 Uhr 54 Miu. wieber daselbst ein. Der kühne Fahrer hat viel unter bem schlechten Wetter zu leiben gehabt, trotzbem hat er bie Fahrt glänzeub bestauben. Viele Wetten waren abgeschlossen, baß er bie feinige nicht gewinnen würbe. * Auf dem Wege nach Sibirien. Einem Telegramm aus Moskau zufolge würbe ein Zug von Verbannten auf bem Marsche nach Sibirien unweit TomSk von einem furchtbaren Schnee sturm ereilt. Von 374 Personen erreichten nur 91 unversehrt ihren Bestimmungsort. Unter ben Um« gekommenen befinben sich 6 Frauen, 4 Kinber unb 62 politische Verbrecher. * Mehr kann man nicht verlangen. Im Würzburger „Stabt- unb Laubboteu" sucht ein „Mäbchen, bas nähen unb bügeln, sowie Unterricht in Klavier, Guitarre, Violine unb Trompete (!!) ertheileu kann, sofort ober bis Ostern Stelle zu größeren Kindern ober sonstige passeube Stelle." Also Magb, Kiubermäbcheu, Zofe unb Musiklehrerin auf vier Instrumenten in Einer Person. Dcrfebr, Land- unö Volkswirtschaft. Herborn (an ber Köln-Gießener Eisenbahn), 23. März. Auf ben heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 488 Ochien, Kühe und Rinder und 476 Schweine. Der nächste Markt ist am 10. April l. I. Limburg, 22. März. Fruchtmarkt. Rother Weizen JL 13.60, rodfcer Weizen Jt —, Korn JL 10.60, Gerste JL 9.50, Hafer v* 7.60, Erbsen JL —. kirchliche Anzeigen der Stadt Giehen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag Palmarum, 26. März: Landes-Buß- und Bettag. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schlosser. Abends 6 Uhr: Pfarro. Dr. Grein. Kinderkirche Nachmittags 2*/> Ubr: Pfarrer Schlosser. Nach den Gottesdiensten Collecte für hilfsbedürftige in ländische evangelische Gemeinden unter vorwiegend katholischer Bevölkerung. Am Gründonnerstag unb am Charfreitag: Beichte und heiliges Abendmahl in dem Hauptgottesdienst. Am Ostersonntag besondere Collecte für die Armen der Gemeinde, am Ostermontag Collecte für die Kirchenkasse zur Vermehrung des Capitaloermögens der Gemeinde Am Ostermontag, Nachmittags 2 Ubr: Vorstellung unb Prüfung ber Confirmanden aus berJohannesgemeinde. Katholische Gemeinde. Sonntag den 26. März, Palmsonntag. Samstag: Nachmittags um 4 Uhr unb Abenbs um Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 8/*6 Uhr an Gelegenheit zur hl- Beichte; um 6 Uhr erste hl. Meffe; um 7 Uhr Austheilung ber hl- Kommunion; um 8 Uhr zweite hl. Messe; um 8/<10 Uhr Hochamt. Vor bem Hochamt finbet bie Palmweihe statt. Abenbs um 6 Uhr Fastenprebigt; barauf Faftenanbacht. Anmerkung: Samstag Nachmittag von 5 Uhr an unb Sonntag Vormittags von 8/<6 Uhr an wirb ein fretnber Priester im Beichtstühle Aushülse leisten. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag ben 25. März: Vorabenb 680 Uhr, Morgens 880 Uhr, Nachmittags 3°° Uhr, SabbathauSgang 7°° Uhr — Soeben erscheint — in zweiter, gänzlich nenbearbeiteter Auflage: BREhms Volks- und Schulausgabe von Richard Schmidtlein. Tierleben " ' " " -...... ' Mit 1200 Abbildungen im Text, i Karte und 3 Chromotafeln. 52 Lieferungen zu je 50 Pfennig — 30 Kreuzer oder 3 Halbfranzbände zu je 10 Alk. =6 Fl. ö. W. Die erste Lieferung rur Ansicht. — Prospekte gratis. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. Zu beziehen durch die Ferbcrf'che Univ.-Buchhandlung in Gießen. Erfolg durch Annoultn erzielt man nur, wenn die Annoncen zweckmäßig abgefaßt und typographisch ange- messen ausgestattet sind, ferner die richtige Wahl der geeigneten Zeitungen getroffen wird. Um dies zu erreichen, wende man sich an die Annoncen-Expedition Rudolf Mosse, Frankfurt a. M., von dieser girma werden die zur Erzielung eineS Erfolges erforderlichen Auskünfte kostenstei ertheilt, sowie JnseratewEntwürfe zur Ansicht geliefert. Berechnet werden lediglich die Original-Zeilenpreise der Zeitungen unter Bewilligung höchster Rabatte bei größeren Aufträgen, so daß durch Benutzung dieses Institutes neben den sonstigen großen Vortheilen eine Ersparniß an Jn- serationskosten erreicht wird. Vertreter in ließen: Heinrich Wallach. 746 Holz-Versteigerung. Dienstag den 28. d. Mts. kommt in dem hiesigen Pfarr- und Kirchwald folgendes Holz zur Verweigerung: 1. 11 Eichenstämme mit 3,55 fm, 2. 1 Buchenstamm mit 0,54 „ 3. 140 Nadelholzstämme m. 27,39 „ 4. 1080 Nadelholzstangen I., II., III. und IV. Kl. mit 39,50 fm, 5. 66 rm Eichen« und Buchen- Scheit- und Knüppel, 6. 51 rm gemischtes Stockholz, 7. 61 rm Nadelholz. Scheit- und Knüppel, 8. 18 rm Nadelnutzholz, 8. 167 rm Nadelholz-Reiser. Der Anfang ist Morgens 10 Uhr im Pfaffenberg. | Bemerkt wird noch, daß die Nadelholz-Stämme und -Stangen erst Nachmittags zur Versteigerung kommen. Crumbach, 23. März 1893. 2834 Wagner, Bürgermeister. Bekanntmachung. Die Grundliste 'über die zum Eintritt in die Pflichtfeuerwehr ver-1 pflichteten Personen (Jahrgänge 1867 bis 1858), sowie das Verzeichniß ber, hiervon für die Zeit von Anfang April 1893 bis 1. April 1894 für die Pflichtfeuerwehr in Anspruch genommenen Personen (Jahrgänge 1867 bis 1862) liegen während acht Tagen, vom Erscheinen dieser Bekanntmachung ab gerechnet, auf unserem Bureau — Zimmer Nr. 15 — zu Jedermanns Einsicht offen. Es wird dies unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß während dieser Offenlegungsfrist Einwendungen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Listen, sowie Befreiungsansprüche auf Grund der Ortsfeuerlöschordnung vom 12. Juli 1892, auch Wünsche hinsichtlich der Eintheilung in eine bestimmte Abtheilung der Pflichtfeuerwehr mündlich oder schriftlich bei uns vorgebracht werden können. Gießen, 23. März 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.[2847 illüstr.Familienblatlm.Bioorr.Novellen, belehr. Aufsätzen u.GratlsIwilaina: Lieder. Kavier- o. Vielinstüfke. Unsikästhftik elf. (Preis 1 ‘/«jährl.) I’robe-Xrn.gratüu.frsakod. jele Buch-n. Ha?ik»lh. ■. T.V<=rJ-ger Carl GrÖnin"PF. St !lf taart. Concursverfahren. Ueber das Vermögen der Restaurateur Schray Wittwe von Gießen wird heute am 23. März 1893, Vormittags 11 Uhr, das Concursverfahren eröffnet. Der Agent Jean Boeck zu Gießen wird zum ConcurLverwalter ernannt. Concursforderungen sind bis zum 20. April 1893 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfaffung über die Wahl eines anderen Vewalters, sowie über die Bestellung eines Gläu- bigerausschuffes und eintretenden Falls über die in § 120 der Concursord- nung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Donnerstag d. 27. April 1893 Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. ] Allen Personen, welche eine zur Concursmaffe gehörige Sache in Besitz 1 haben oder zur Concursmaffe etwas ; schuldig sind, wird aufgegeben, nichts ‘ an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Be- friedigung in Anspruch nehmen, dem j Concursverwalter bis zum 20. April 1893 Anzeige zu machen. Großh. Amtsgericht zu Gießen. Gebhardt. 2852 Jeilgeöotenes. Eierfarben 10 Pfg. [2791 Robert Stahl, Stenstadt 23. 2840] Täglich frische a«d Teefische in auter Eisoerpackung empfiehlt | __ E. Dort, Wallihorftrahe 45. 'Frührosakartoffeln s 1 verkauft Ä. Wallenfels II. im früher l^nders'schen Hause (Stadtkaffe). Luchhandlung. 2366 Nähere Auskunft durch [2838 □OOOOOOOOOOOODOOOOOOOOOOOO 2836] 0 0 ntwerpe JjEATlMTlBT. ss Dermielöungen mit in »et« 284b Bergerstraße 45. B®1* Wer Sprachen kennt, isitenkarten olländifch Da Böhmisch, com- 114. JO Gel senk. Vergasset. lectionen tz 1 x «rtWxnti6c»Bt 3 *L>- Frankfurter Van? .Disc-Hl Sgt. MAGGI5 o o V7 »0 93 50 22.40 64 70 Suppenwürze kann den F»ra- iffnber Ne. M werden In jeder Schriftart und Papiertorte angefertigt hi der I W. CdmiHof, Stehen. Astdor Schulhof, Friedberg. Julins Karl, Grünberg. Disconto-Eommanb^Lnth. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankvrr.-Lct Oest. Eredtt-Sci. Ital. Mtttelmeerbckhn Act idjntUc Fahrten gute 8m>Rtflunfl, billigste Vrrrke 0 0 v. 97.13 ♦00 36 •J09Ä IM.10 109.70 112-50 66(0 sofort trocknend und geruchlos von jedermann leicht anwendbar. । 2887) Sine Stube. Küche. 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