Nr. 277 Erstes Blatt. Freitag den 24. November 1893 ft r 8 ....... lung B 't||8 s-Saisoii Uli Ungs-Gesehäft. ee gestickte 1 Biitietdecki blettdeckchen. rack z >/,.Pft.-Pack-, billigster, isstraße 51. ihäuse - 7 ärztlicher Seite ax&‘ Weine ?reise. weine? w1'11 len CoS«al kommende ^WeÄ chheimer weissw« »ine.__, Drt *e|riget «ichentt tighd), w Abnahme r>f* Montag*. t*t ®t*nn »rrttn bftn Anzeiger »»chenMlt dreimal btlgtlfQL Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Viertrtflhnger JHoeemorf*|irH» i 2 Mark 20 Plg. an Lringcrlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 W «edaction, Lxpedilto» und Druckerei: Kernlprrch« M- 2lintr- und Anzeigeblutt für den Tkreis Giefzen. Annatzmr von Anzeigen zu der Nachmittag* für den äLmaI.z £4« /it, J.C Alle Annoncen-Burcaux de* In- und Au*lande* nehm« folgenden tag erscheinenden Wummer bi* Corrn. 10 Uhr. | HkllllKVtllÜgt. AllMUjtNölälltk. Anzeigen für den .Vießener Anzeiger^ entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend die Schasräude zu Lich. Nachdem unter der Gemeindeschafherde zu Lich (Schäfer Christian Habermehl) die Räude festgestellt ist, haben wir diese Herde unter Sperre gestellt. Es dürfen Schafe aus vorgenannter Herde nur zur sofortigen Abschlachtung und mir mit unserer jedesmal besonders einzuholenden Genehmigung weggebracht werden. Gießen, den 21. November 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _________________v. Gagern._________________ Gießen, am 22. November 1893. Letr.: Die Vorschriften des Arbeiterschutzgesetzes vom 1. Juni 1891 über die Arbeitsbücher und die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gietzev an die Oroßh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir sehen der Vorlage der in Gemäßheit der Vorschrift unter C Ziffer VII der gedruckten Anweisung vom 26. März 1892 an uns einzureichenden Uebersicht der in Ihren Gemeinden rmrhandenen Fabriken und diesen gleichstehenden Anlagen, in welchen Arbeiterinnen oder jugendliche Arbeiter beschäftigt merken, unter Verwendung der Formulers G (s. Ausschreiben vvm 7. Februar d. I., Anzeiger Nr. 35) bis zum 15. De- crmber d. I. entgegen. Als den Fabriken gleichstehende Anlagen sind anzu- sr hen: 1. Hüttenwerke, Zimmerplätze und andere Bauhöfe, Werfte und solche Ziegeleien, über Tage betriebene Brüche u nd Gruben, welche nicht blos vorübergehend oder in geringem Umfange betrieben werden, Bergwerke, Salinen und Auf- brreitungsanstalten, unterirdisch betriebene Brüche oder Gruben. 2. Werkstätten, in deren Betrieb eine regelmäßige Verwendung von Dampskraft stallfindet und in denen durch elementare Kraft (Gas, Wind, Wasser, Electricität) bewegte Triebwerke nicht blos vorübergehend zur Verwendung kämmen. Sollten in Ihren Gemeinden Fabriken und denselben g^leichstehende Anlagen, in denen Arbeiterinnen oder jugendliche Arbeiter beschäftigt werden, nicht vorhanden sein, so ist dies binnen der oben genannten Frist berichtlich anzu- zeigen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend die Veranstaltung einer landwirthschaftlichen Ver- loosung zu Butzbach während des dortigen FrühjahcSfasel. Marktes in 1894. Das Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz hat bie Genehmigung zur Vornahme einer, mit dem am 19. März k. Js. stattfindenden Frühjahrsfaselmarkte in Butzbach zu verbindenden Verloosung von Faseln, Rindern, Schweinen, Geflügel und landwirthschaftlichen Geräthen unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 13 000 Loose a 1 Mark ausgegeben werden dürfen und (abzüglich eines Betrags von 350 Mark für Prämiirung) mindestens 70 pCt. des Bruttoerlöfes aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Zugleich ist der Vertrieb der Loose in der Provinz Ober- Hessen gestattet. Gießen, den 22. November 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ____________________v. Gagern.__ Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß Samstag den 25. November I. I. aus Anlaß des Geburtstages Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs die Geschäftsräume der unterzeichneten Behörde geschloffen sind. Gießen, am 20. November 1893. Großherzogliches Hauptsteueramt. Bornscheuer. Deutsches Reich. Darmstadt, 22. November. Bei dem gestrigen Empfang mm Bahnhof zeichnete Se. Königl. Hoheit der Prinzregent De. Excellenz den Staatsminifter Finger durch eine huldvolle Ansprache aus, ebenso den bayerischen Gesandten Graf Tauffkirchen, Herrn Jägermeister Ministerialrath Muhl und Herrn Bürgermeister Morneweg. Die Galatafel begann um 5 Uhr im Weißen Saale des Großherzoglichen Residenzschloffes und gewährte schon die Auffahrt der Herrschaften, welche durch das Portal vom Marktplatz aus erfolgte, ein glänzendes Bild. Den Ehrenplatz in der Mitte der Tafel nahm Se. Königl. Hoheit der Prinzregent ein. Höchstdemselben zur Rechten saßen: Se. Königl. Hoheit der Großherzog, Freifrau v. Messen und Se. Hoheit Prinz Albert 'zu Schleswig-Holstein. Zur Linken saßen : Ihre Großh. Hoheit Prinzessin Alix, Se. Großh. Hoheit Prinz Wilhelm. Den Platz Sr. Königl. Hoheit dem Prinzregenten gegenüber nahm Se. Excellenz Staatsminister Finger ein. Seine Königliche Hoheit der Großherzog brachte einen warmen Trinkspruch auf seinen Hohen Gast und das gesammte bayrische Königshaus aus, worauf Se. Königliche Hoheit der Prinzregent mit einem solchen auf Sc. ^Königliche Hoheit den Großherzog und das Großherzogliche Haus dankte. Die Tafelmusik hatte die Capelle des Großh. Leibgarde- Regiments unter Leitung des Herrn Hilge gestellt. Heute früh besuchte Se. Königl. Hoheit der Prinzregent die katholische Kirche und verweilte längere Zeit in stillem Gebet am Grabe der Großherzogin Mathilde, an welchem er einen Kranz niederlegte. Sodann fuhr Se. Königl. Hoheit nach dem Mausoleum auf der Nosenhöhe, wo er ebenfalls einige Zeit verweilte und dann im Herrngarten das Grab der großen Landgräfin aufsuchte. In den Vormittagsstunden besichtigte Se. Königliche Hoheit der Prinzregent unter Führung Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs die Sammlungen des Museums. Um 1 Uhr ist für die Fürstlichkeiten Luncheon im Neuen Pala-s, für die Cavaliere im Großherzoglichen Residenzschloß. Um 3 Uhr erfolgt die Rückreise nach Aschaffenburg, von wo Se. Königliche Hoheit der Prinzregent sich zu einer Jagd im Spessart nach Rohrbrunn begeben wird. Dem Vernehmen nach sind zahlreiche Ordensauszeichnungen erfolgt. Berlin, 22. November. Die Kaiserin Friedrich empfing gestern Vormittag anläßlich ihres Geburtstages die Glückwünsche der nächsten Familienmitglieder und der Hofstaaten. Gegen Mittag trafen der Kaiser und die Kaiserin aus Potsdam ein. Berlin, 22. November. Miquel soll einflußreichen Mitgliedern des Reichstages gegenüber seine persönliche Anschauung dahin ausgesprochen haben, daß es empfehlenswerth sei, die erste Berathung des Gesetzentwurfs Über die Neuregelung der Reichsfinanzen der ersten Berathung über den Reichshaushaltetat für das nächste Rechnungsjahr vorangehen oder der ersten Berathung über die Handelsverträge folgen zu lassen. — Die von der Börsenenquetecommission eingesetzte Untercommission für die statistischen Erhebungen wird am Samstag nochmals zusammentreten, um die Arbeiten definitiv abzuschließen. Im Tabaksteuergesetz betragen die nächsten Steuersätze nunmehr für Cigarren 9 Mark pro Tausend, für Cigarretten 3.50 Mk. pro Tausend, Kautabak 88 Mk., Schnupftabak 24 Mk., Rauchtabak 44 Wit. pro 100 Kilogramm. Ausland. Wien, 21. November. Das „Fremdenblatt" schreibt bezüglich der Nachricht, daß Verhandlungen zwischen den europäischen Staaten über ein gemeinsames Vorgehen gegen die Anarchisten im Zuge seien: „So wünschenswerth es wäre, daß die Staaten sich zu einer wirksamen Bekämpfung dieser verbrecherischen Partei einigten, so ist in hiesigen unterrichteten Kreisen doch nichts bekannt, daß von irgend einer Seite eine diesbezügliche Anregung bereits thatsächlich erfolgte." Paris, 21. November. In der Kammer verlas der Ministerpräsident Dupuy eine Erklärung des Ministeriums, welche besagt, das Land habe sich bei den letzten legislativen Wahlen für eine practische Politik erklärt, welche die aufregenden Fragen theoretischer Discussioncn vermeide. Die Regierung werde die auf Verfassungsrevision gerichteten Bestrebungen, die Trennung der Kirche vom Staate, die Abänderung des Wahlmodus, die Einführung einer einheitlichen, inquisitorischen und progressiven Besteuerung bekämpfen. Wir werden Niemand, der das allgemeine Stimmrecht, das Privat- eigenthum, die individuelle Freiheit und die Freiheit der Arbeit mißachtet, als Freund ober politischen Verbündeten anerkennen. Wir werden alle Doctrinen bekämpfen, welche die anonyme Alleinherrschaft des Staates an die Stelle der individuellen Bethätigung und der freien Vereinigung setzen wollen. Wir werden nachdrücklich jeden Versuch einer Agitation ober Ausschreitung aller internationalen Umsturzbestrebungen unterdrücken. Wir betrachten das Schulgesetz und das Militärgesetz als festen Besitz und werden diese Gesetzgebung durch sociale Gesetze vervollständigen, besonders in Bezug auf ärztliche Hülfe, hygienische Einrichtungen, Kinderschutz, Sparkassen, Unterstützungsgesellschaften auf Gegenseitigkeit, cooperative Genossenschaften und Arbeiter-Pensionskassen. Neueste Nachrichten. WotffS telegraphisches Correspondenz - Bureau. Potsdam, 22. November. Se. Majestät der Kaiser ist heute Nachmittag 2 Uhr 47 Min. mittelst Svnderzuges von der Wildparkstativn nach Kiel abgereist. München, 22. November. Die heutige Festsitzung der Königlichen Akademie der Wissenschaften, welcher Prinzessin Therese und Cultusminister Dr. v. Müller beiwohnten, wurde mit einigen kurzen Worten von dem Präsidenten Professor v. Pettenkofer eröffnet. Hierauf folgte die Verkündigung der Namen der neugewählten Mitglieder der Akademie. Zu corresvondirenden Mitgliedern wurden ernannt: Der Professor der Philologie Vitelli-Florenz, der Secretär des archäologischen Instituts Dr. Helbig-Rom, der Akademiker Wesselofski-Petersburg, der Professor der Physik Hertz-Bonn, der Professor der Kunstgeschichte Justi Bonn, der Professor der Botanik Warning-Kopenhagen und der Botaniker Director Dr. Treub Java. Den Schluß der Feier bildete ein Festvortrag des Professors Dr. Rüdinger über „Gehirnforschung". Genua, 22 November. Ein gestern auch hier aus- gebrochener Strike der Telegraphist en ist bereits wieder beendet. Paris, 22. November. Nach einer Meldung des „Figaro" aus Barcelona sind daselbst auf einem Baugrunde elf Bomben gefunden worden. Dieselben wurden dem städtischen Laboratorium zur Untersuchung übergeben. London, 22. November. Der „Times" wird aus Teheran vom gestrigen Tage gemeldet, daß die Erderschütterungen fortbauern. Die Stäbte Meiched unb Kaschan würben zerstört- großer Verlust an Menschenleben unb Eigenthum ist zu beklagen. Sofia, 22. November. Die Leiche des Grasen Hartenau soll mit der Einwilligung der Familie auf Staatskosten hierher überführt und in der ältesten orthodoxen Capelle beigesetzt werden. Kopenhagen, 22. November. Der König hat einen sofortigen Bericht über den Umfang der an der Westküste Jütlands durch die Stürme verursachten Unfälle einge- sordert. Zur Unterstützung der Hinterbliebenen unb der Geschädigten wurden Subscriptionen eröffnet, an deren Spitze die Prinzessin Waldemar und die Gemahlin des Ministerpräsidenten Estrup stehen. An der Börse wurden sofort 8500 Kronen gezeichnet. Außerdem werden noch weitere private Veranstaltungen beabsichtigt. Petersburg, 22. November. Auf der Newa ist starker Eisgang- die Schifffahrt gilt als beendet. Der Kalender der ersten franzöfischen Republik. (Nachdruck verboten.) Der 24. November ist ein ganz eigenartiger Gedenkkag. Hundert Jahre sind nämlich an diesem Tage verflossen, seitdem der französische Nationalconvent, dessen Bestreben dahin ging, gänzlich mit Allem, was an frühere Zeiten und besonders an das Christenthum erinnern könnte, zu brechen, für die neu entstandene Republik auch einen neuen Kalender einzuführen beschloß. Zur Grenze oder Epoche dieser neuen republikanischen Zeitrechnung nahm man die Herbstnachtgleiche des Jahres 1792 an, welche nach dem Meridian von Paris den 22. September Vormittags 9 Uhr 18 Minuten 30 Secunden einfiel. Genauer bestimmte man, daß jedes Jahr mit der Mitternacht beginnen sollte, welche der wahren Herbstnachtgleiche voranging. Man batirte demnach am 24. November 1793 die neue Zeitrechnung um ein ganzes Jahr zurück, sodaß man sich bei der Einführung derselben bereits im dritten Monate des zweiten Jahres der glorreichen Republik befand. Diese Zurückrechnung wurde damit begründet, daß der 22. September 1792 der Tag gewesen sei, an welchem das erste Decret im Namen der neuen Republik erlassen worden sei. Nach dieser republikanischen Zeitrechnung bestand das Jahr aus 12 Monaten, jeden zu 30 Tagen gerechnet. Da man aber mit diesen 360 Tagen den Zeitraum eines vollen Sonnenjahres nicht ausfüllen konnte, so wurden am Ende eines gemeinen Jahres fünf, am Ende eines Schaltjahres sechs besondere Tage angefügt. Je vier Jahre wurden zu ttner besonderen Periode, Franciade genannt, zusammengefaßt und avgeordnet, daß jedeSmal das dritte Jahr einer Franciade ein Schaltjahr sein sollte, doch sollte von Zeit zu Zeit eine Franciade nur vier gemeine Jahre und kein Schaltjahr ent' halten. Die Wochen fielen ganz weg. Jeder Monat wurde in drei Thelle und jeder Theil wieder in zehn Tage ein- getheilt, indem man alle Eintheilungen auf das Decimaliystem gründete. Die Wochentage verloren ihre bisherigen Namen und erhielten die Tage einer Dekade einfach die Bezeichnung der erste, der zweite Tag usw. So entstanden die Namen Primidi, Duodi, Tridi, Quartidi, Quintidi, Sexti di, Septidi, Octidi, Nonidi, Decadi. Der letztere Tag war der allgemeine Ruhetag. Neben diesen einfachen Zahlenbezeichnungen hatte jeder einzelne Tag im Jahre seinen besonderen Namen, der aber nicht, wie in dem alten Kalender, der Zahl der Heiligen entnommen war, sondern mit dem Landbau zusammen» hing. So führte z. B. der siebente Tag des Monat» Ven- demiaire, nach der alten Zeitrechnung der 28. September, den Namen Carottcs, d. h. Möhren (gelbe Rüben), und sollten durch diese Bezeichuung die Landleute daraus aufmerksam gemacht werden, daß es jetzt Zeit sei, die Möhren aus der Erde zu nehmen und für den Winterbedarf einzu- kellern. In Bezug auf die Namen der Monate ging man theil- weise zurück zu den Zeiten M Kaisers Karl des Großen. Schon dieser Monarch hatte es versucht, die uns von den alten Römern überkommenen Monatsnamen, welche ja theil- weise widersinnig sind, indem z. B. die vier letzten Monate September bis December ganz falsche Bezeichnungen tragen, durch deutsche Namen zu ersetzen. Er wollte für die römischen Bezeichnungen die Namen Wintermonat, Hornung, Lenzmonat, Ostermonat, Wonnemonat, Brachmonat, Heumonat, Erntemonat, Herbstmonat, Weinmonat, Windmonat, Christmonat einführen. Der neue republikanische Kalender theilte nun'die Monate in folgender Weise ein: I. Herbstmonate vom 22. September bis 22. December: Vend6miaire (Weinlese- monat), Brumairo (Nebelmonat), Frimaire (Retfmonat); II. Wlntermonate vom 22. December bis 22. März: Nivdse (Schneemonat), Ventöae (Wmdmonat), Phividse (Regenmonat)- III. Frühjahrsmonate vom 22. März bis 22. Juni: Germinal (Keimmonat), Floreal (Blüthenmonat), Prairial (Wiesenmonat)- IV. Sommermonate vom 22. Juni bis 22. September: Messidor (Erntemonat), Thermidor (Hitzemonat), Fructidor (Fruchtmonat). Da nun jeder Monat gleichmäßig 30 Tage hatte, so mußten, wie schon gesagt, um das Sonnenjahr auszusüllen, fünf bis sechs Tage zugelegt werden. Diese ErgänzungStage (jour complementaires oder sansculottides) schlossen sich als allgemeine Festtage ans Ende deS Jahres an den Monat Fructidor an. Der erste, der 17. September, hieß la fete du genie, der 18. September la fete du travail, der 19. la fete des actions, der 20. la fßte des recompenses, der 21. la fßte de ‘l’opinion. i In Schaltjahren trat als sechster Festtag la fSte de la re- volution hinzu. Dieser Kalender wurde seit dem 24. November 1793 von der republikanischen Regierung in allen öffentlichen Angelegenheiten gebraucht. Das Volk und besonders die Geschäftsleute konnten sich aber nur schwer von dem alten Kalender, der bei allen anderen Völkern im Gebrauch blieb, trennen. Man half sich daher damit, daß man den alten Kalender beibehielt und das neue Datum darunterschrieb. Gar bald mußten die französischen Machthaber aber selbst zu der Einsicht kommen, daß, wenn es ihnen auch gelungen war, die Karte von Europa einer ganz bedeutenden Revision zu unterziehen, ihnen doch die Macht fehlte, ihrem republikanischen Kalender Eingang zu verschaffen. Als daher Napoleon den Gipfel seiner Macht erstiegen hatte, genügte ein einfacher Befehl, den französischen Senat am 9. September 1805 zu dem Beschlüsse zu veranlaffen, daß der republikanische Kalender aufgehoben und vom 1. Januar 1806 an der allgemein christliche (Gregorianische) Kalender in ganz Frankreich wieder ein» geführt werde. Hat diese neue Zeitrechnung somit auch nur 13 Jahre bestanden, so erscheint doch die hundertjährige Wiederkehr bei Einführung derselben es werth zu sein, sich dieses Versuches, eine neue Zeitrechnung zur Geltung zu bringen, zu erinnern. Dr. W. Locale» unb provinzielle». \ Meße», 23. November 1893. ** Militärdienstnachrichten. Graf zu SolmS-Laubach, Sec.-Lt. von der Res. deS Leib'Garde-Hus.-RegtS., comman- dirt zur Dienstleistung bei diesem Regt., ein Patent seiner Charge verliehen. Frhr. v. Kleydorff, ©ec. - Lt. vom 1. Großh. Heff. Drag.-Regt. Nr. 23, ein Patent seiner Charge verliehen. Krcuter, Pr. Lt. vom 2. Großh. Heff. Inf.- Regt. Nr. 116, unter Stellung A la suite deS RegtS., als Comp.-Führer zur Unteroff.-Vorfchuie in Jülich, v. BurSz - t i n i, Pr.»Lt. vom Füs.-Regt. von Steinmetz (Wests.) unter Belassung in dem Commando zur Dienstleistung bei der ©chloßgarbe-Comp., in das 2. Großh. Heff. Inf. Regt. Nr. 116 versetzt. Hahn, Pr. Lt. vom 2. Großh. Heff. Jnf.-Regt. Nr. 116, zum überzähligen Hauptmann befördert. Den Pr.-LtS. v. Kropff vom 1. Großh. Heff. Inf. Regt. Nr. 115, Frhr. v. Gillcrn vom 2. Großh. Hess. Jnf. Regt. Nr. 116, ein Patent ihrer Charge verliehen, v. Hahn, See. Lt. vom Großh. Heff. Feldart.-Rgt. Nr. 25, zum überzähligen Pr.-Lt. befördert. Die Port.-FähnrichS Frhr. Reichlin, v. Meldegg, Keim vom 1. Großh. Heff. Inf.«Regt. Nr. 115, Frhr. Haller von Hallerstein vom 2. Großh. Heff. Drag. . Regt. Nr. 24, v. BoigtS-Rhetz vom Großh. Feldart.Regt. Nr. 25, zu ©ec.» LtS., © chwendy, Untcroff. vom 2. Großh. Heff. Jnf.Regt. Nr. 116, zum außeretatSmäßigen Sec.-Lt. befördert. Quast, Sec.-Lt. von der Ref. des 2. Großh. Heff. Jnf.-Regt. Nr. 116, zum Pr.-Lt., Volckmar, Sander, Heiß, Pr.LtS. von der Inf. 1. Aufgebots des Landw.-Bezirks I Darmstadt, v. Heffert, Pfaltz, Pr.-LtS. von der Inf. 2. Aufgebots desselben Landw.- Bezirks, zu Hauptleuten, Fritz, v. Hahn, Osann, Mund, Sec.-LtS. von der Ins. 1. Aufgebots desselben Landw. - Bezirks, Clemm, Sec.-Lt. von der Cav. 1. AufgehotS desselben Landw.-Bezirks, Göttclmann, Sec.Lt. von der Inf. 1. Aufgebots deS Landw.-BezirkS Friedberg, zu Pr.-LtS., D i e f f e n - b ach, Pr.-Lt. von der Inf. 1. Aufgebots deS Landw.-BezirkS Gießen, zum Hauptmann, Geiger, Fritz, Sec.-LtS. von der Inf. 1. Aufgebots desselben Landw.-BezirkS, zu Pr.-LtS., GrooS, Vicefeldw. vom Landw.-Bezirk Gießen, zum Sec.- Lt. der Res. deS 2. Großh. Heff. Jnf.RcgtS. Nr. 116, Scheel, Vicefeldw. von demselben Landw.-Beztrk, zum Sec.- Lt. der Res. des 3. Großh. Heff. Jnf.-RegtS. Nr. 117, Kraemer, Sec.-Lt. von der Res. des 2. Großh. Hess. Jnf.- RegtS. Nr. 116, zum Pr.-Lt. befördert. Krcuter, Major z. D., früher im damaligen Großh. Heff. 2. Jnf.-Regt., mit 'einer Pension und der Erlaubniß zum ferneren Tragen seiner bisherigen Uniform der Abschied bewilligt. ♦♦ Die Festschrift jur Einweihung der Johauoeskirche ist nunmehr erschienen und kann von morgen an bei Herrn von Münchow und von allen Buch- und Papierhandlungen für 1 Mk. bezogen werden. Sie enthält nach einem einleitenden Wort des Herrn Pfarrer Dr. Naumann folgende Darlegungen: 1. Die alten Kirchen Gießens. 2. Die ersten Schritte zutn Neubau der JohanneSkirche. 3. Bauplatz, 4. Geldmittel zum Bau, 5. Bauplan und Baumeister, 6. Ausführung des Baues, 7. Beschreibung der Johannes« kirche. Sodann noch ein Wort über die Einweihung selbst mit der vollständigen Fest- und Gottesdienftordnung, letztere auch mit den Gesängen, sodaß die Festschrift zugleich als Gesangbuch im Gottesdienst dienen kann. Endlich ist beigefügt ein Verzeichniß aller für die neue Kirche gespendeten Stiftungen und Gaben. ** Abänderung des Unterstütznngswohufihgesehes. Der BundeSralh hat vorgestern dem Gesetzentwurf über Abänderung des UnterstützungSwohnsitzgesetzeS seine Zustimmung er* * theilt. Der Entwurf hatte schon in der Session von 1892/93 vorgelegen und war damals in einer Commission durch- berathen worden, im Plenum aber nicht mehr zur zweiten Lesung gelangt. Die wichtigste Aenderung an dem bestehenden Gesetz ist, daß als Altersgrenze für die Fähigkeit zum selbst- ständigen Erwerb und Verlust des Unterstützungswohnsitzes das zurückgelegte 18. Lebensjahr, statt deS bisherigen 24., festgesetzt wird. Dieser Vorschlag ist aus der durch eine langjährige lebhafte Bewegung unterstützten Wahrnehmung hervorgegangen, daß bei der bisherigen Vorschrift die Heimath- gemeinden, namentlich deS platten Landes, bei dem maffen- haften Abströmen der jugendlichen Bevölkerung in die Industriestädte vielfach in unbilliger Weise zu langdauernden Armen- Unterstützungen herangezogen werden. Die bisherige Altersgrenze entsprach auch keineswegs mehr dem Lebensjahr, in welchem in der Regel, namentlich bei der Arbeiterbevölkerung, die wirthschaftliche Selbstständigkeit und die uneingeschränkte Wahl deS Aufenthaltes und Erwerbes eintritt. Im Allge meinen sand die Vorlage mit ihrem Grundbestreben, berechtigten Klagen deS platten Landes über unbillige Heranziehung zu Unterstützungen anderwärts, namentlich in den Industriestädten, hilfsbedürftig gewordener Personen abzuhelfen, im Reichstage viel Anklang. Man wird erwarten dürfen, daß die langerörterte Angelegenheit jetzt endlich zum Abschluß gebracht wird. •• Durchsuchung der Gefangenen. Da es in der letzten Zeit wiederholt vorgekommen ist, daß verhaftete Personen infolge unzuretchender Visitation und Revision Gegenstände, wie Meffer, Schecren ober Waffen :c., im Besitz behalten haben und diese Gegenstände nicht selten zum Selbstmord, Selbstmordversuch ober zu Angriffen gegen Gefangenaufseher zc. brauchen, so ist nunmehr von bem Großherzoglichen Ministerium auf eine ältere Bestimmung entschieden aufmerksam gemacht worben, daß nachlässig vorgenommene Visitationen und Revisionen unnachsichtlich disciplinäre Bestrafung zur Folge haben. — Erledigte Stellen für Militäranwärter im Bezirk des 11. ArmeecorpS. Dietz, Bürgermeisteramt, Bureaugehilfe, 600 Mk. Dillenburg, Königl. Berginspection, Kanzleigehilfe, 810 Mk. jährlich. König!. Eisenbahnbetriebsamt (Main- Weser Bahn) vier Telegraphenaspiranten, beim Dienstantritt je 1020 bis 1200 Mk. Jahresbesoldung. Mainz, Bau- und Betriebsverwaltung der hessischen Nebenbahnen im Privatbetrieb, Weichensteller, 758.40 Mk. Gehalt und 80 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Kaiserlicher Ober PostdirectionSbezirk Cassel, zwei Landbriefträger, je 650 Mk. Gehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß. Schupbach (Oberförsterei Runkel), Gemeindesörster, AnfangSgehalt 1132 Mk. — Im Bezirk der Großh. hessischen Division. Wimpfen, Großh. Ober-StaatSanwaltschaft Darmstadt, Gefangenwärter am Haftlocal zu Wimpfen, 500 Mk. jährlich, freie Wohnung, Heizung und Beleuchtung. tz Aus dem Ohmthal. 22. November. Die unbeständige, gar zu häufig wechselnde Witterung verursacht namentlich bei den Kindern häufige Erkrankungen. Vor allem ist eS die DiphtheritiS, welche wieder in verschiedenen Orten ihre Opfer heischt. Nachdem dieser Seuche im Spätherbst mehrere Zünder zu Unter-Seibertenrod erlagen, traten auch wieder tödtlich verlaufene Krankheitsfälle in Ruppertenrod, Burg- gemünben unb anberen Orten aus. ES kann baher nicht genug vor ber Ansteckungsgefahr bieser gefährlichen Krankheit gewarnt werben, bie aber leider auf dem Lande immer nicht genugsam gewürdigt wird. Wohudoch, 20. November. Bei ber heute babier abgehaltenen Bürgermeisterwahl würbe ber seitherige Bürgermeister Fatum mit 81 Stimmen wiedergewählt. Nidda, 20. November. Der Bund der Landwirthe hielt gestern im großen Saale befl „GambrinuS" hier eine öffentliche Versammlung ab, der auch ber zweite Vorsitzende deS Bundes der Landwirthe für ganz Deutschland, Herr Dr. Rösicke von GerSborf sowie ber Borsitzenbe desselben Bundes für Heffen, Herr Lucke von PaterShausen unb der Vorsitzende für Oberhepeu, Herr Gras Criola von BüdeSbeim betwohvku Mit einer kurzen Begrüßungsrede wurde die wegen des \ günstigen Wetters nur mäßig besuchte Versammlung tinc den Vorstand der ©ection Büdingen, Herrn SReinert ge. EonradSdorf eröffnet. Hierauf verbreitete sich Herr Dr. |bitf in dreiviertelstündigem Dortrage über die wirthfchvi: . Lage im Allgemeinen und die Ziele deS Bunde» in sonderen, wobei er sich hauptsächlich an die Rleingrunbbc^. wandte, bereit Gebeihen bem Bunde von ebensogroßem Jmerfis, sei, als baS der Großgrundbesitzer und sie ermahnte, vom Beitritte zum Bunde nicht abhalten zu lassen u. j. Schließlich wurden zwei Resolutionen angenommen, von ttnn die eine sich gegen den mit Rumänien bestehenden, die ar:^ sich gegen den mit Rußland zu schließenden HanbelSvent» wandte. Darmst. Ztg. Mainz, 21. November. Auch ein Gedenktag, «y 21. November 1803, Nachmittags 1 Uhr, also vor OORabre bewegte sich durch die Straßen ber ©labt Mainz ein traut Zug- auf 5 Leiterwagen, welche von Geistlichen der oerfc denen Religionen begleitet waren, saß eine Moib- unb Häufe banbe, welche Jahre lang bie ganze Gegend von Cobleaz * rechts- und linksrheinisch bi» nach Heidelberg zu, un^' gemacht hatte. Verbrechen der schänblichsten Art batte fe Bande unter ihrem Anführer, bem berüchtigten I o harrit, Bück l cr genannt Schinde rhanneS, zur AuSfichm- gebracht und wurde dieser mit 19 feiner Spießgesellen dem Richtplatz gefahren, um torten vorn Leben zum D;- gebracht zu werden. Die damalige Stadtverwaltung Im als Richtplatz ein Terrain vor bem Weisenauer Thore bt stimmt, welches heute zur „'Heuen Anlage" gehört und , VolkSmunbe noch als SchinderhanneS-Platz fe zeichnet wirb. Oppenheim, 20. November. Den Inhabern von eiarf. unb Tanzlocalen würbe burch baS KreiSamt strengster» unter sagt, ©chulkinber unb junge Leute unter 17 Jahren i ihren Localen zu bulben. Zuwiberhandlungen gegen d»s Verbot werben mit Entziehung ber Erlaubniß zur Äblilrurq von Tanzbelustigungen bestraft. * Frankfurt, 21. November. Heute Mittag ih t. Zoologischen Garten ber große Elephant eingegungt . Wührenb er seiner seitherigen Hauptbeschäftigung, dem >rr oblag, stürzte er plötzlich, al» er nach einer mach!,gen < langte, tobt zusammen. Er war gegen 50 Iahte alt unb hat länger in ber Gefangenschaft gelebt, al» die» Slephameo in unseren Breiten zu thun pflegen. E« war das älteste Xbi-r im Garten, denn er war, al» ber Zoologische Garten in M fünfziger Jahren gegrflnbet wurde, angeschafft worden. * Sonn, 22. November. Die Bonner Fahne.- f.'abrik in Bonn würbe neuerbing» burch Verleihung tii Königlich Bayerischen unb be« Königlich Rumänischen HostitO j ausgezeichnet. Die Firma, bie burch ihre Leistung*lahj,/.' in ben weitesten Kreisen bekannt ist, besitzt nunmehr 12 Hos- lieferanten-Präbikate. * Wiesbaden, 21. November. Wie baS „2Dielbabtn?r Tageblatt" melbet, hat baS Landgericht ben Einspruch bt» Amtsgerichts gegen ben Verkauf beS Ba d e - E t ablifie- ment fl an bie Frankfurter Baufirma Helfmann iür 1,105,000 Mk. aufgehoben. Der Verkauf wäre mithin per fett geworben. * Schneidemühl, 21. November. Der RegierungSpra»!- bent v. Tiedemann und ber Oberberghauptmann Freund find wegen ber Brunnen-Angelegenheit hier anrorfenb. Letzterer orbnete an, so lange feinen KieS aufzuschüttm, bie Aufschüttung nachsinkt, wozu etwa 1000 Cubikmeter Änl erfvrberlich sinb. Der Brunnenmeister Beyer hat den obnm Quell burch vier Filterrohre abgefangen, denen nunmehr klares Wasser, ca. 100 Liter in der Minute, entströmt. Nach bem Einsturz beS Brunnenschachtes sinb keine weiteren Senkungen eingetreten. • ES kommt nicht oft vor, daß eine einzige Acne einer HanbelSgesellschaft für bie Summe von 94000 Pfunb Sterling — 1 880 000 Mk. verkauft wird, wa- soeben in London geschehen ist. Die „New. River Company" wurde im Jahre 1619 gegründet. 72 Actien wurden aufgegeben. Die Einnahme ber Gesellschaft ist nie zurückgegangen, fonbern hat sich jährlich vermehrt. Sie beträgt jetzt 540000 Pfunb Sterling jährlich. Im Jahre 1873 war bie Divibenbe 1550 Pfvnf ©terling für jebe Acne, heute ist sie über 2600 Pfund Sterling. * Konstanz, 18. November. Gestern Vormittag durcheilte eine schreckliche Kunde unsere Stadt. Die Frau de» DiceseldwebelS Schlüter sand, als sie vom Wochentnarktc heimkehrte, ihr einziges •/< Jahre alte» Knäblein tobt m einem Waschzuber, ihr Mann war fort und in einem ^urüf* gelassenen Briefe zeigte er ihr an, daß er sich einer untc- baren Krankheit wegen da- Leben nehme, fein Kind tu* auch nicht mehr leben und er habe dasselbe deshalb gebracht, er bitte sie um Verzeihung. Im an Wahvn« grenzenden Schmerze durcheilte die arme Frau mit fr® tobten Kinde auf bem Arme die Wohnung, ihren tf- suchend, ber sich jedoch, wie gesehen wurde, gegen darf zu davon gemacht hatte. Bon sofort au#gd*^,tn Militär- unb Gendarmeriepatrouillen wurde bann Mittags deffw Leiche im See in ber Nähe ber Restauration Jakob ousge- funben, in voller Uniform, ben säbel itrngeschnallt Ha Mantel hatte er außerhalb abgelegt. Offenbar Legt eine rasch aufgetretene Geistesstörung hier vor, die die Beranlaffung zu diesem schrecklichen Ereigniß bildete, denn btr Obcleittc > lebten glücklich unb zufrieden unb war Schlüter einer der tüchtigsten Unteroffiziere de» Regiment» unb sehr beliebt Auf 1. December wäre er nach 12jähn'ger Dienstzeit in ber Civildienst getreten. • Für bie spiellustigen Besacher der Reitschule ,n Hannover dürfte eine Nachricht de» „Niederschief. Anz.", für welche bem Blau allerbingS bie Gewähr bleiben muß, von Jnterefft ——- • Schreckliche Folgen einer Kraftmeierei. (Siner „Kraft« le|i ^nlQQe" । ^.Inhabern 6oc chter. 6er. Wie das Landgericht den ®in|pr;i mf des Bade-LtM Baufirma Helfmar: er Verkauf wäre milk. • öech, denn er verlor achtzehn Pfennige. — DaS B art fügt L iiazu, daß der König von Sachsen, welcher sehr gern Scat junge Mann seine „Kraftleistung", die er beim ersten „Gang" auch zum Erstaunen der Anwesenden exact auSiühne. Als auptbeschästigung, hfr nach einer mad)tijo?ä er aber den zweiten Rundgang angetreten hatte und eben im Begriff war, mit dem Tische und seiner Last eine Wendung zu machen, da brach er plötzlich zusammen und ß wälzte sich in seinem Blute. Wie sich nun herausstellre, hatte li er sich bei seiner „Production einen complizierten Bruch der Kinnlade, die überdies fast vollständig auSgerissen war, und eine gewaltsame Zerreißung der Lunge zugezogen, an welcher der Unglückliche, noch ehe ein Arzt zur Stelle war, verstarb. * Bon einem spleenigen Engländer berichtet der „Rh. (S»ur." : Ein Original von einem Engländer, NamenS Mentor M., welcher seit etwa acht Tagen in einem der ersten Hotels LKiesbadens wohnt, erregt durch sein Gebühren vielfach Auf« sckien. Bei seinen Spaziergängen durch die Stadt tritt er t nicht selten an Vorübergehende mit der Frage heran : „Haben Sie heute schon gespeist?" ober „Haben Sie Hunger?" Wird erstere Frage verneint ober letztere bejaht, so läßt ber Menschensreunb durch seinen Diener dem Betreffenden ein Geldstück und eine Bibel ober ein Traktätchen überreichen. Am drei Abenden besuchte unser Engländer ein Hotel, gürtete sich einen großen Shawl um die Lenden, ließ sich von seinem Diener eine Lampe auf den Tisch, an dem er Platz genommen, strllen, sprach ein Gebet und verzehrte dann mit großem Behagen sein Abendessen, zu welchem er eine Flasche guten Rheinwein trank und dabei in der Bibel eifrig las. Viele halten ihn für einen Offizier der Heilsarmee, wie wir jedoch huren, ist er einer ber Oberen der Schottischen Mission, hat viele Jahre in Beirut, wo er mehrere christliche Schulen in das Leben gerufen hat, gelebt und soll 16 lebende Sprachen sprechen. Den letzten Sommer hat er in Bad Schmalbach verbracht. * Die Berliner Mottatsschrift „Die Frau" enthält eine Fülle von Mtttheilungen über bas Erwerbsleben der Frauen in verschiedenen Ländern. In Belgien üben, nach dem Lautlichen statistischen Jahrbuch für 1892, 1 489 174 erwachsene Frauen ein Gewerbe aus und nur 189 619 Frauen widmen stich ausschließlich ihrem Haushalte. Den Handel betreiben 101018 Frauen. 192114 Frauen haben unabhängige Stellungen inne; davon bekleiden 8731 Frauen öffentliche Stellungen, sie sind Schulvorsteherinnen, Lehrerinnen an Mittelschulen, Volksschulen und Conservatorien ober in Verwaltungen angestellt. Im Staatsbienst sinb 517 weibliche Personen angestellt. 2531 sinb als geprüfte Zahnärztinnen, Hebammen, Krankenpflegerinnen thätig. Enblich besitzt Belgien 21242 Nonnen. An ben amerikanischen Hochschulen haben sich bte Mäbchen bei den letzten Preisbewerbuugen ganz besonders ausgezeichnet. An der Universität in Chicago wurde Lora Start zur „prima“ in der Geschichte proclamirt und Alice Edwards Gratt zur „prima“ im Englischen. An der Hochschule zu Michigan eroberte eine Dame, Miß Elisabeth Cooke den Preis in der Philosophie. An der Universität Western Reserve erhielt Susanna Cutler ben Preis in der Literatur. Antonie Ely hat an ber Hochschule zu Cincinnati den ersten Preis im Lateinischen erhalten, an der Universität zu Minnesota sind die Preise in den nationalöconomischen Wissenschaften gleichfalls zwei Mädchen zugesprochen worden. An ber Universität Syracuse (im Staate Newyork) trug Cornelia Clapp den Preis in der Biologie davon. Die Hochschule von Wisconsin endlich hat dem Fräulein Mary Winston den Doctorgrad in der Mathematik verliehen. Die Zahl der selbsterwerbenben Frauen in ben Vereinigten Staaten von Amerika wächst täglich mehr an unb hat nach dem letzten CensuS eine Viertel-Million bereits überschritten. Es giebt dort 110 weibliche Abookaten, 165 weibliche Geistliche, 320 Schriftstellerinnen, 580 Journalistinnen, 2061 Künstlerinnen, 2136 weibliche Architecten, 2106 Viehzüchterinnen, 5135 staatlich angestellte weibliche Clerks, 2428 Aerztinnen und weibliche Wundärzte, 13 182 Musiklehrerinnen, 46 800 weibliche Farmer unb Pflanzer, 21071 weiblich Privatclerks unb Buchhalter, 14 463 Besitzerinnen selbstständiger kaufmännischer Geschäfte unb endlich 155 000 Schullehrerinnen. Miß Bertha Lamme aus Springfield in Ohio ist die erste Amerikanerin, die ben Rang eines Ingenieurs auf electrotechnischem Gebiet erreicht hat; sie ist an der Universität zu Ohio graduiert worden und hat jetzt eine Anstellung von ber Westing- house Electric Company in Pittsburg erhalten. Eine junge Polin, Rosalie Pawlowska, die vor Kurzem an der Pariser Universität ihre ärztliche Prüfung bestand, erhielt von dem französischen Hospital in Buenos-Ayres die Stelle des leitenden Arztes. * Eine Lnflreife über den Cetan. In 50 Stunden nach Europa zu fliegen, das ist der Überraschende Plan, den Profeffor Hazen vom Bundeswetterbureau in Washington hegt. Fliegen ist aber ganz wörtlich zu verstehen, wirklich durch die Luft soll die Reise gehen unb zwar in einem mit Schraube unbSteuerruder versehenenBallon, der 100000 Kubikfuß Wafferstoffgas enthalten soll. Profeffor Hazen, der i« ti Oetmne5=$[1. ’tin. Am Sonntag Abend spielte der Kaiser nach dem Diner einen soliden Scat mit dem Fürsten Hatzfeld-Trachenberg rb btm Jagbherrn, bem Fürsten LichnowSky. Das Point fourbe zu einem achtel Pfennig gespielt; ber Kaiser hatte sichte Ü i 9en' wSw 'brcheM^. 1 8e überTW I an hi. i?UniW ■ Mn. Dn Reginunk erberghauptmann greu_’ itegen^it hier anr feinen Kies aufzusW i etwa 1000 CubiknM mister Beyer hat fc o:, abgefangen, dem ® der Minute, eawrai. m ,tes sind keine Mrmtzv ;ber. Heute Mittq ie Elephant e^» DQr gegen 50 > lit „ ft gelebt, en. @8 «Mu der ZooloM tzamn in i- rde, angeiia^t vooxbtr. ®lt Sonntr Kahm 'bitigS burd) Strltibung I niglit^umänifditn HM >urch ihct baß tim einzige Ack .von 94000 d, tnai \* npanti" wurde im 3^ auSjejebeti. angtn, ionbern M Mr #540000 W< 7 die Dividende 1 - [i( übet 2600 ®,ITr SefternS«*!* •re Stabt. 8«- a ü« w ®*,r xm ««d W™ * “fett «nb i« r q?eftauratl°n o $ _ Säbel umg^.,.: hier oor/dted^M bilb« S'fi* unb 12j V lich QD;? «m , 616 R[.; " 1 i. "'S", ""0 uci xunig von öuojjcii, iuciu^ci |tyi u11" e bon ^enfoor ?rur: I ■ ?^lt, baS Point mit einem Pfennig zu berechnen pflegt, 'ßer und r aro®tDl 9a | \ * s^**»*'«** • an «In«» Ornfhnaiarai ffiin/r Ör abhalten, i)‘iqaoern Dor gi ^^°wt strengt-, Jcute unter 17 >l"derhanölungen flfgr ^^aubnitz zur Abis zu I vrobuction" ist am Freitag Abend in Berlin der 16jährige o'-ioni n ‘ I c'ne6 ’n der Wartenburgstraße wohnenden Maurers ’^ien be°si'eb-„?^'6:: I ,lim Opfer gefallen. Der junge Mann, welcher Mitglied 1 schließende» I f’1,c8 Athletenclubs ist, wollte zur Feier seines Geburtstages -a Haubel^ Mseinen Freunden und Bekannten eine seiner „Kraftleistungen" y ch ein lÄ iLim Besten geben. Er behauptete, daß er im Stande sei, §lUbr , enftc: : knien feiner Freunde, der auf einem Ttsche saß, dreimal derStohtä . ot90? hintereinander mit den Zähnen in der Stube herumzutragen, von bin dies allgemein bestritten wurde, so erhob er sich zu >/ saß - pichen der > • einer Wette von zehn Mark, mit der man auch allgemein an-/ ^^'d'undr l'tuioerftanben war, unb im nächsten Augenblick begann ber 'ch°"dlichs^ zwei Begleiter mitnehmen will, stützt seine Ueberzeugung von ber Möglichkeit ber Lustreise nach Europa auf ben Urnstanb, baß in ben oberen Luftschichten bie Wind» richtung stetig von West nach Ost geht. Eine Probefahrt von Denver nach Newyork soll ber Reise über ben Ocean vorangehen. * Zur Dienstboteufrage im Kaplavde. Folgenbes Inserat ist in dem in der Kapstadt erscheinenden „Cape Argus" zu lesen: „Ein Dienstmädchen, 18 Jahre alt, ihr Vater cm Deutscher, ihre Mutter farbig (Bastard Hottentottin), sucht eine Stelle. Sie ist willens, nach irgend einem südlich vom Zambesi-Lande gelegenen Theil? von Afrika zu gehen. Sie ist willig, sich im Haushalte nützlich zu machen unb verspricht, große Befriebigung zu geben. Sie versteht Handarbeit, ist eine Wäscherin, lebhaften, heiteren Temperaments und hat Kinder sehr lieb. Sie rechnet gut, spricht Englisch, Holländisch, Deutsch und Kaffir (Sixosa und Sesuto). Sie verlangt ben gewöhnlichen Lohn, sieht aber besonders auf gute Behandlung. Kein Fluchen unb Schwören, fobalb sie einen Fehler begeht, sonst könnte ihr 6 Fuß 4 Zoll großer Bruder, welcher jetzt in Maschonalanb ist unb barauf wartet, gegen Öobengula zu fechten, sich dreinmischen! Herrschaften, bie von ber sich jetzt borbietenben Gelegenheit, em gutes Mäbchen zu engagieren, Gebrauch machen wollen, werben, ersucht, sich schriftlich zu roenben an: C. S., Kieökama Hock rc." SduffsitacbridUcn» (Mttgctheilt bureb ben Agenten beS Norddeutschen Lloydes, Herrn Carl Loos in Gießen.) Bremen, 21. Noovr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Elbe, Capitän jt. v. Gössel, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am II.November vonBremen und am 12.November von Southampton abgegangen war, ist heute 4 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 21. Novbr. (Per transatlantischen Telegrapti) Der Postdampfer Dresden, Capitän B. Blanke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 9. November von Bremen abgegangen war, ist heute, 4 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen. Literatur und Ihiujt. — Soeben erschien in de- C. F. Winter'schen Druckerei in Darmstadt des Gustav AdolfS Kaleader» 41. Jahrgang 1894, Hessischer Hausfreund, 73. Jahrgang 1894. Hervorgegangen aus dem Bedürfniß Evangelischer in katholischer Umgebung wird der Gustav-Adolfs-Kalender seit dem Ableben des Begründers, des ' hiinhessischen Pfarrers Riiter, im Verein mit geachteten protestantischen Volksschriststellern aufs sorgfältigste bearbeitet. Seine Aufgabe findet er in der Förderung evangelischen Glaubens und Lebms und speciell ber Gustav - Adolfs - Sache. Der Verkaufspreis beider Kalender ist nur 25 Pfg. jährigen Blutläuse gehen nämlich in der Regel im Winter sämmllich zu Grunde, unb nur bie aus ben Herbsteiern herorgegangenen jungen Larven Haden bie Fähigkeit, ben Winter zu überstehen. Diese Larven sitzen in ben Rissen und Wunden des Stammes, der stärkeren Aeste unb des Wurzelhalses. Der Kalkanstrich beseitigt den Schädling niemals gründlich. Man reinige deshalb bie genannten Theile in der üblichen Weise und pinsele alle Risse unb Wunben bis in die Erde hinein mit einer 1 procentigen Lysollösung, schneide bie tieferen sorgfältig aus unb pinsele nochmals. Auf diese Weise gelingt es mit verhälinihrnäßig leichter Mühe unb geringen Kosten, bie überwinterte Brut sicher unb grünblid) zu vertilgen" (Dr. Fleischer). ___Schiller-Tintz, Berlin. — Die zahlreichen Freunde von „Kathreiners Kneipp« Malzkaffee* werden mit Interesse vernehmen, daß diesem besten, gefunbeften und im Gebrauch billigsten Kasfeezusahmiltel aus der „Ausstellung für Kochkunst, Armeeverpflegung rc. in Köln", sowie auf der „Allg. Deutfchcn Ausstellung von iliadrungs- und Genußmitteln in Braunfchweig" bie höchste Ausz'ichnung, bie Goldene Medaille, verliehen wurde. Seine großen fanitären und pecuniären Vorzüge heben dem Kathreiner'ichcn Malzkaffee in wenig Jahren eine allgemeine Verbreitung nicht nur in Deutfchland, ' sondern fast in ganz Europa verschafft unb seine Beliebtheit wächst von Tag zu Tag. _____________ — Ein vorzügliches Pferdesutter. Sowohl in Bezug auf Haserersparntß als auch hinsichtlich der günstigen Einwirkung auf die Gesundheit verdient bie theilweise Fütterung der Pferde mit Möhren (gelben Rüben) die Beachtung aller Pferdebesiher. zumal der Land- wirthe, da diese ja am eisten im Stande sind, Möhren zu futtern. Die Möhren haben mit anderen Rübenarien das gemeinfam, daß sie das ungemein leicht lösliche und am leichtesten verdauliche Kohlehydrat, und daneben in reichlicher Menge Protein enthalten; in ben Möhren tritt aber außerdem auch noch Stärkemehl auf. Ihre biäteliscke Wirkung bei Verbauungsstörungen ist bekannt; nebenbei wirken sie aber auch als mildes Antiparasiticum, indem sie Nematoden, besonders Spulwürmer, aus dem Dai mcanal vertreiben Helsen. An Pferde werden sie bei leichteren chronischen Katarrhen ber oberen Respirationsorgane zur Linberung bes Reizzustanbes ber Schleimhäute mit Erfolg gefüttert. Das zu gebende Quantum kann bis zu zwei Kilo pro Tag gesteigert werden — mehr ist nicht rathsam, und zeigt cintretendeS Laxlren deutlich an, daß man die gebührliche Grenze überschritten hat. Mäßige Möhrengabe übt auf die Arbeitsleistung keinen nachtheiligen Einfluß aus; ledigliche Möhrenfütterung aber würde den Nährzustand wohl ei halten, eine genügende Arbeitsleistung jedoch in feiner Weise erwarten lassen. Man darf infolge dessen bei Pferden, auf deren volle Leistungsfähigkeit man rechnen muß, die Haferrationen nicht allzu stark zu Gunsten einer beabsichtigten Möhrenfütterung beschranken. Ersatz des dritten Theiles des sonst zu fütternden Haferquantums durch Möhren dürfte aber zu empfehlen fein. Sollien aber die Pferde dabei Neigung zum Laxlren bekommen oder in ihrer Leistungsfähigkeit Nachlassen, so muß die Möhrenfütterung auf den vielten Theil der Hrserration beschränkt werden. Entsprechend klein geschnitten gibt man die Möhren gleich mit zu der Hafei- und Häckselration ober .auch vorher mit etwas Häcksel. Ulan forge aber stets dafür, daß die Möhren fauber gewaschen sind, denn die Pferde sind gegen allen Schmutz im Futter sehr empfindlich. 2Cird?lid>e Anzeigen der Stadt Gietzen. Bei der Redaction eingegangene Bücher rc.: — Wucherthum und Epeeulation. Enthüllungen über Wechfelwucher, Hypothekenwucher und Börfenwucher, wie über die Kniffe der berufsmäßigen Sp culation bei Ausbeutung des Publikums. Von A. Mentor. (Leipzig, Raimund Gerhard). Preis 75 Pfg. Katholische Gemeinde. SamSiag den 25. November: Arn Geburtstage Sr Königlichen Hoheit des Großherzogs um 9*A Uhr: Feierliches Hochamt mit Te Deum. Verkehr, Land- rrnd Volkrwirthschaft. Die Bekämpfung der Obstbaumschädlinge. (Frostspanner und Blutlaus). Ungeziefer unb parasilifche Pilze aller Art verursachen bem Gärtner und Qbstzüchter regelmäßig viel Sorge, Kummer und Schaden. 9lun fehlt es zwar keineswegs an Anpreisungen von Mitteln zur Bekämpfung der Pflanzenschädlinge, allein bei der Unzahl dieser Mittel und der allgemeinen Unbekanntschast mit der Wirkungsweise derselben ist es unvermeidlich, daß dem Praetiker, welcher sich bet der Wahl lediglich durch die Anpreisungen des Fabrikanten leiten läßt, Enttäuschungen nicht erspart bleiben. Dem abzuhelfen, sind fett drei Jahren von Dr. Fleischer-Döbeln, Prof. Dr. Sorauer am Kgl. pornol. Institut Proskau, Dr. Edler-Göttingen und bem Schreiber dieses in systematischer Weife vergleichende Versuche mit allen nur irgendwie zur Tilgung von Pflanzenschädlingen aufgetauchten Mitteln angestellt worden, worüber in der „Zeitschrift für Pflanzenkrankheiten" sowie in ben „Mtttheilungen" der Kgl. Lehranstalt für Obst- und Weinbau in Geisenheim berichtet ist. DaS übereinstimmende Urtheil lautet überraschender Weise dahin, daß wir unter Verwerfung aller anderen Präparate endlich und allein in dem Lysol (Lysolum purum der Pharmakopoe) ein sicher und zuverlässig wirkendes Vertilgungsmittel für Pflanzenschädlinge aller Art besitzen, das allen Anforderungen entspricht, welche man an ein derartiges in der gärtnerischen Praxis im Kleinen wie im Großen anzuwendendes Präparat stellen muß, da es äußerst leicht und bequem anzuwenden und zu handhaben ist und in der anzuwendenden Form weder den Pflanzen schädlich ist, noch dm mit der Anwendung betrauten Arbeiter belästigt oder schädigt; weiter ist das Lysol auch billiger als jedes andere Mittel. Diese Vorzüge haben neuerdings durch Constantin in der Academie der Wissenschaften zu Paris Bestätigung und Erweiterung erfahren. Das Lysol löst sich augenblicklich und vollständig in jedem Wasser und hält sich gelöst. Bereits die >/« procentige Lösung erweist sich durchgehends als geeignet unb hinreichenb wirksam gegen bie meisten Parasiten, ohne bie Pflanzen tigenb zu schäbigen (b. h. auf 1OO Liter Wasser 20 Gramm Lysol). Die Behandlung der Pflanzen besteht in einem ausgiebigen Bespritzen; wo ausführbar, ist das Eintauchen der Gewächse vorzuziehen. Im Großen und insbesondere zur Arbeit an Bäumen ist bie Benutzung einer Gatten- ober besgl. Spritze zu empfehlen. Ein Nachfpritzen mit Waffee hat zu unterbleiben. Das TilgrtngSverfahren ist anwendbar gegen Parasiten jeglicher Art, namentlich gegen bie Obstdaumschädlinge. Die Bekämpfung bes Frostspanners burd) Theerringe unb bet Blutlaus des Apfelbaumes durch Kalkmilch erfordert wiederholte Arbeit und ist dennoch niemals gründlich und zuverlässig. Der bekannte Pomologe ^rangoi# Luche in Flottbeck bei Hamburg hat zur Bekämpfung des Frostspanners statt deS beliebten Kalkanstrichs seit Jahren eine 1 procentige Lysollösung angewandt und dabei insofern weit bessere Resultate erzielt, als die Bäume darnach im Sommer keinerlei Raupenfraß gezeigt und durch die Lysolbestreichung die Vernarbung bezw Neubildung der Rinde viel schneller vor sich ging, sie auch ein viel gesunderes und widerstandsfähigeres Aussehen bekommen hat. Die Lyiollösuna muß genau so wie die Kalklösung Ende October ober Anfang November nach vorheriger Reinigung ber Baumstämme burd) ben Kratzer ftatlfinben. Abgesehen von bem besseren Resultate, ist bie Anwenbung von Lysol auch viel bequemet und ungleich reinlicher und schöner. „Gegen den schlimmsten Feind des Apfelbaumes, die B l u t l a u s, wird das Spritzen zwar einschränkend wirken, indem ein Theil der Thiere getöbtet wirb, aber ein burchschlagendet Erfolg wirb bei den dichten Mafien der Blutlauscolonien ohne Pinsel ober Bürste nicht zu erzielen fdn. Da nun eine gründliche Behandlung größerer Bäume in solcher Weise fast unburchsühtbat ist, empfiehlt es sich, im Sommer unb Herbst sich auf bas Bespritzen ber befallenen Bäume zu beschränken, ben Hauptfelbzug gegen bie Blutlaus aber im zeitigen Frühling zu unternehmen. Die oben in der Krone sitzenden vorGottesdienst in der Synagoge. Samstag ben 25. November: Vorabend 4°o Uhr, Morgens 9” Uhr, Geburtstagsfeier Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs, Nachmittags 3« Uhr, Sabbathausgang 515 Uhr. Gottesdienst der israelittschen Keligionsgesellschaft. Freitag Abend 410 Uhr, Samstag Vormittag 88J Uhr, SamStag Nachmittag 3°° Uhr, SamStag Abend 610 Uhr. Verlag von J. F. Schreiber In Esslingen bei Stuttgart« Dr. C. H v. Schuberts SSO« Abbildungen auf 205 Farbdrucktafeln und 375 Seiten Text Der Bau dee menschlichen <* ■ "BW 42 Tafeln ait 683 farbigen Abbildungen, III. Abteilung: Das I. Abteilung: Das Tierreich, 91 Tafeln mit 850 farbigen Abbildungen. Unübertroffenes naturgesohichtlichea Werk für Schute und Familie. lere Vorzüge di« s< r Naturgeschichte sind die naturgetreuen Illustrationen. Bilder und Texte stehen auf der Höhe der Zelt. Autoren ersten Hanges haben daran mitgearbeitet. lit 650 farbigen Abbildungen. Körpers. 0 Tafeln mit 100 Abbildungen. II. Abteilung: Das Pflanzenreich, IV. Abteilung. Bau dee Zu beziehen durch all§ Buchhandlungen. Jede Buchhandlung ist im Stande das Werk zur Ansicht vorzuleqen Vollständig in 96 Lieferungen ä 60 Pfennig. ...................... tiquetten Brief- und Packet-Sieg elmarken W fertigt n billigen Freiten die BrllMsche Druckerei, Schulet ratet 7. t« Bekanntmachung. 9725 Bekanntmachung Schafverfteigerung. Aaaaaa Mittwoch den 29. November Haveloks angekommen. 9722 Aug. Montaniis Xachf 9721 Der Vorstand. Gießen, Markt 10. Gießen, Markt 10 9723 Atlas 9728 Schellfische 9727 Emil Orbig. Cacao 812« 2. Ltork. • 9665] Ein j. fltbilb. FrLul- auS gut. 9734) Junger solider braver Menlch Nähere- in der Exped. d. Bl- Kilo-Büchsen in allen bezüglichen / 8 In Giessen vorräthig bei Emil Fischbach, Otto Schaaf, Gustav Walter, Mausburg 13. [9592 Nachmittags 2 Uhr, statt. [9735 Loos Nr. 19 hat bas Sophll' Mn gewonnen- 9732 99.80 5»/e Rt/„ >/4 und Geschäften Deutschlands. d. I, von Vormittags 9 Uhr an, läßt die hiesige Schäferei-Gesellschaft 167 fette Schafe, darunter auch schöne» Bastard-Zuchtvieh, versteigern. Eberstadt, am 21. Novbr. 1893. Interessenten auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier offen. Groß en-Buseck, am 24. November 1893. Grobherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck. ______________Meyer. Großherzogliche Bürgermeisterei Lumda. __________Schultheiß. Brtef e«a 16.17 16.131 Tucaten 16.16 1612 Lagt. S Danksagung. Bon den furchtbaren Schmerzen, die mir ein langjähriges Gichtleiden be. rettete, da« außerdem noch Lähmung meiner Glieder zur ftolge hatte, wurde ich in kurzer Zett durch den pradifdint homöopathische« «r»t Dr. eed. „olde- MM in Düsseldorf vollständig geheilt. Indem ich hiermit genanntem Herrn Doctor öffentlich meinen Dank sage, bemerke ich noch, daß ich alle andere Hülfe vergeblich in Anspruch nahm. Gevelsberg, im December 1891. I ] Gemälde-Ausstellung. O Heute beginnt der Verkauf der ausgestellten Gemälde in den Parterre-Localitäten 87 Seltersweg 87 zu Giessen. 9714 I A.: Ferd. Küdd CP. Malpr 3°/ö RetchSanleih« 31/i»/o do. 3®/e Preuß. LonsolS 3,/i*/e do. DtSconw-Lommckad^ULth. Dermstäbter Barck-LcL Dresdener Bauk-Acr. Stordd. Aopd-Lct. Wiener Lenkver.-Acl Oefi. Lredit-Act. 3teL MLtrtwrrrbohH Id. Freitag Abend 8 Uhr: Probe in der Johanneskirche. Eingang vom Thurmportal. 'Nur Mitwirkenden ist der Eintritt gestattet. Der Borsts»*. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lumda für 1894/95 liegt »om 27. b. Mts. an acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Betheiligten offen. Lumda, am 23. November 1893. Rrd.ctton: A Scheyd«. — Dnuf und verleg der »rühl'schen Druderd (yr. «dr. Pietschs ♦* Sieben Die heutige 'Nummer umfaßt 6 5dt(n Aeikgeöotenes. Fahnenstoffe, Stsngrn, Knöpfe n. 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