Nr. 71 Freitag den 24. März <893 Der Ok-e«er Auzeiger rrschnnl täglich, edt Auinahmk bei Montags. Die Gießener Wamtkioßktlter »erben brat Anzeiger »Gchentlich breimal beijelegt. Gießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. BieNeljährlger >6»e*e*exi$»trt» t 2 Mark 90 PI,. ■* Brutgerle^a. Durch die Post bqa,ai 2 Mark 50 Pfg. Rebaction, ®n>ebtme unb Druderet: X.fUr.p Mr.l Fernsprecher 5L Zlints- unb Anzeigeblutt für ben Kreis (Siefeem Amtlicher Theil Ich hielt Sie für eine Annahme von Anzeigen zu ber Nachmittags für ben felgenbm Ta, erfcheinenben Nummer bis Borm. 10 Uhr. Waffensendungen sind an die Adresse: Aichmeister Baumann, Gießen, zu richten. Gießen, den 22. März 1893. Großherzogliches Aichamt Gießen. Der Vorstand: Reuting. Sprache zu vervollkommnen." (Fortsetzung folgt.) Deutscher Reichstag. 73. Sitzung. Mittwoch, 22. Marz 1893. (Vorläufiger Bericht.) Anwesend sind der Reichskanzler Graf Caprivi, Finanz- mtnister Miquel, die Staatssecretäre v. Mar sch alt und d. Maltzahn. von denen sich die Menschen gewöhnlich unterhalten, wenn sie sich zum ersten Male sehen. „Ah, Sie kneipen also auch noch Natur?" rief da Plötz, lich ein jovial aussehender älterer Herr dem jungen Manne zu, und erstaunt blickte seine Begleiterin auf, denn er antwortete auf die deutsche Anrede im reinsten Deutsch: „Ja, der Abend ist so wunderschön, daß es unverantwortlich wäre, sich schon in die dumpfe Sabine zu begraben." „Ja, namentlich wenn man hier oben so angenehme Gesellschaft haben kann," meinte der alte Herr im Weitergehen mit einem verständnißvollen Blick auf das junge Neueste Nachrichten» WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 22. März. Der Cardinal Fürstbischof Kopp wurde Mittags vom Kaiser in feierlicher Audienz empfangen. Durch eine königliche Gala' Equipage wurde der Cardinal aus dem „Hotel Royal" abgeholt und ebenso dorthin zurück- gesührt. Berlin, 22. März. Etwa fünftausend Schneider haben Deutsches Reich. Metz, 22. März. Wegen des heutigen Geburtstages weiland Kaisers Wilhelm I. wurden von den hiesigen Regimentern und einer größeren Anzahl Vereine viele prachtvolle Kränze an den Stufen des Katser-Wilhelm-Denkmals niedergelegt. Ausland. — Inmitten der in Frankreich durch den plötzlichen Tod Jules Ferrys hervorgerufenen Erregung hat am DienStag der Panama-Bestechungs-Prozeß gegen Carl v. Lesseps, Blondin, Baihaut, Fontane u. s. w. seinen Abschluß gefunden. An genanntem Tage wurde vom Gerichtshöfe das Urtheil gesprochen- daffelbe lautet gegen Leffeps auf ein Jahr, gegen Blondin auf zwei Jahre und gegen den ehemaligen Bauten- minister Baihaut auf fünf Jahre Gefängniß. Baihaut wurde überdies zu Verlust der Ehrenrechte und zu 750,000 Francs Geldstrafe verurtheilt, außerdem erkannte der Gerichtshof gegen alle Drei auf Zahlung eines Schadenersatzes, dessen Höhe der Staat festsetzt, an die klagenden Civilparteien und zur Zahlung einer Summe von 375,000 Francs an den Liquidator Monchicourt. Die sechs übrigen Angeklagten sprach der Gerichtshof infolge des auf „Nichtschuldig" lautenden Wahrspruches der Geschworenen frei. Man mag diesen richterlichen Spruch als gerecht betrachten, dennoch wird er die öffentliche Meinung Frankreichs schwerlich ganz befriedigen, weiß man doch hinlänglich, daß noch andere Leute, als die jetzt Verurteilten, vor die gerichtlichen Schranken gehört hätten. Bekanntmachung. Nach dem mit dem sl. April d. I. in Kraft tretenden Neichsgesetz vom 19. Mai 1891, betreffend die Prüfung der Läufe und Verschlüffe der Handfeuerwaffen, dürfen derartige Waffen nur dann feilgehalten oder in den Verkehr gebracht werden, wenn ihre Läuse und Verschlüffe nach den Vorschriften dieses Gesetzes in amtlichen Prüfungsanstalten geprüft und mit Prüfungszeichen versehen sind. Für die z. Zt. vorräthigen oder in Gebrauch befindlichen Handfeuerwaffen findet diese Vorschrift keine Anwendung, wenn diese Waffen mit dem Vorrathszeichen versehen sind und außerdem an denselben keine Veränderung des Kalibers oder Verschlusses vorgenommen wird. Es liegt deshalb im Interesse aller Besitzer von Handfeuerwaffen, solche noch vor dem 1. April d. I. mit dem Vorrathszeichen versehen zu lassen. Die Anbringung des Vorrathszeichens erfolgt frei von Gebühren und Kosten, jedoch werden etwaige Ausgaben für Fracht, Porto, sowie sonstige Ausgaben für Transport und Verpackungsmaterial bei Einsendung von Waffen von den Antragstellern bei Rücksendung der Waffen durch Postnachnahme zurückerhoben. An allen Wochentagen bis zum 1. April d. I. wird von 8 bis 12 Uhr Morgens und von 2 bis 6 Uhr Nachmittags die Stempelung von Handfeuerwaffen im Aichlocal in Gießen auf Antrag durch den Aichmeister Baumann vorgenommen. Steckbrief. Schliestner, Georg, Sohn des Jakob Schließner von Lechgestern, 20 Jahre alt, Taglöhner, welcher durch Urtheil der Strafkammer Großh. Landgerichts dahier vom 28/30. Juli 1891 wegen Körperverletzung in eine Gefängnißstrafe von vier Monaten verurtheilt worden ist, hat sich der Verbüßung dieser Strafe durch die Flucht entzogen. Man ersucht um Fahndung, Festnahme und Nachricht hierher. Gießen, den 16. März 1893. Großherzogliche Staatsanwaltschaft. Schilling - Tr. Mädchen. Diese aber lachte laut und herzlich auf. „Nein, das finde ich aber zu köstlich!" rief sie aus, „unterhalten wir uns da mit einem wahren Feuereifer auf Englisch und sind doch beide ein paar ganz gute Deutsche! Es ist zu komisch! Hätten Sie dem Herrn nicht deutsch geantwortet, an Ihrem Englisch hätte ich nimmermehr Ihre Landsmannschaft erkannt." „Ebensowenig ich die Ihre. ganz richtige Engländerin. Und nun sind Sie gar nicht „genuine“. Aber wo haben Sie denn Ihr ausgezeichnetes Englisch gelernt?" „O, ich bin mehrere Jahre in England gewesen und habe sehr viel Umgang mit Engländern gehabt, daher mag es wohl kommen, daß ich die Sprache leidlich spreche." „Sie sind mehrere Jahre in England gewesen? Wie ist das möglich? Sie sind ja noch so jung, mein Fräulein !" „O, ich bin nicht so jung, wie ich aussehe- außerdem kann ich Ihnen ganz einfach erklären, wie die Sache sich verhalt. Ich habe einen älteren Bruder, der in England verheirathet ist, und nachdem ich die Schule verlassen, brachte ich längere Zeit bei ihm zu, um mich in der englischen Zunächst werden NechnungSsachen erledigt. Hierauf wird die EtatSberathung fortgesetzte Beim JnvaltdenfondS ergreift auf Anregung Richters Aba. Ahl warbt daS Wort und erklärt, er könne nur wenige Actenstücke vorlegen, welche ohne eine Verbindung mit den übrigen fehlenden unverständlich seien. Der Rest sei sofort nicht zu beschaffen. Auf Antrag des Abg. Graf Ballestrem (Etr.) tritt ber Seniorenconvent unter dem Vorsitz des Präsidenten v. Levetzow sofort^usammen.^^ z^^stücke und der Vernehmung Ahlwardt» wird die Sitzung aus eine Stunde auSgesetzt. Die Sitzung wird um 3 Uhr 15 Mtn. wieder ausgenommen. Abg. Gras Ballestrem (Ctr.) und die Vertrauensmänner, unter dem Vorfihe v. Levetzows, haben die von Ahlwardt dei- gebrachten Documente geprüft und davon eingehende Kenntnttz ge- nommm. In dem Urtheil stimmen die Herren überein, daß Ahl- wardt der Aufforderung, einzelne Actenstücke zu bezeichnen, welche geeignet seien, feine gestrigen Angaben zu bestätigen, nicht nachzu- kommen im Stande war. , . . Abg. Ahlwardt erklärte, die vorgelegten Actenstücke seien allein nicht geeignet, die gestern gemachten Angaben zu bestätigen, erst mit den andern noch herbeizuschaffenden Actenstücken werde die« m50li®toGommiffion hat beschlossen zu erklären, daß Ahlwardt» Actenstücke durchaus nichts enthalten, was die BLauptungen dchelbur unterstütze oder was frühere und gegenwärtige Mitglieder deS Reichstags, der Retchsregterung oder der deutschen Landesregierungen zum Mindesten belaste. Wenn Jemand, insbesondere ein Reichstags- mitglied, solche Beschuldigungen vorbringe, könne er die» nur thun, wenn die Beweismittel sofort auf den Tisch deS Hauses ntedergelegt WUr Abg. Ahlwardt (mit Zischen empfangen) versucht eine Rechtfertigung seines Verhaltens und erachtet die Möglichkeit einer ferneren Beweisführung für abgeschnitten. Abg Richter (bfr.) bestätigt die Ausführungen BallestremS über das Commissions-Ergebnitz. . Die Abgg. v. Manteuffel (cons.) und Lieber (Ctr.) ver- urtheilen das Verfahren AhlwardtS. Letzterer erklärt, er würde in der Characterisirung dieses Verfahrens einen Ordnungsruf rtskiren, wenn ibm Ablwardt fovtel werth wäre. Abg. Ahlwardt greift mehrfach in die Debatte zu seiner Ver- thetdiAnVrDebatte betheiligen sich Rickert (bfr.), Brömel (bfr.), Stöcker (cons.), Zimmermann (Ctr.), Liebermann von Sonnenberg (Antisemit). Feuilleton. Eine Reisebekanntschaft. Novelle von Fred. Vincent. (Nachdruck verboten.) „Blissingen!" Der Kölner Schnellzug war eben eingefahren und ein Strom von Passagieren ergoß sich nach dem bereitliegenden Dampfer, der sie hinüber nach der Küste Albions bringen sollte. In dem Salon der ersten Klasse drängte sich alles nach einem kleinen Schalter am äußersten Ende desselben, wo gegen Vorzeigen des Billets die Nummern für die Sabinen ausgetheilt wurden. Etwas abseits von dem Gedränge stand ein junges Mädchen, in einen einfachen grauen Reisemantel gehüllt, und schaute mit fast ängstlichen Augen auf die Menschenwogen um sie her. Sie schien allein zu sein, denn ein männlicher Begleiter hätte ihr wohl das Handgepäck abgenommen, das sie noch immer unschlüssig festhielt. Da trat ein Herr, der sie schon seit einiger Zeit beobachtet hatte, auf sie zu und höflich den Hut ziehend, fragte er in englischer Sprache: „Erlauben Sie, mein Fräulein, daß ich Ihre Nummer für Sie besorge?" Die junge Dame schaute zu ihm auf, als wisse sie nicht recht, ob sie das Anerbieten als Höflichkeit oder Impertinenz aufnehmen sollte - doch nach einem Blick in seine treuherzigen braunen Augen antwortete sie ebenfalls auf englisch: „Wenn ich bitten darf, mein Herr," und reichte ihm ihr Billet hin. Der Herr wußte sich gewandt durch das Gedränge hindurchzuwinden und erschien bald mit der versprochenen Nummer in der Hand. „Ich hoffe, es ist eine gute Cabine," sprach er, ihr Billet und Nummer reichend. „Erlauben Sie, mein Fräulein, daß ich sie Ihnen aufsuchen helfe und Ihr Gepäck trage?" Diesmal zögerte sie nicht. Mit einem freundlichen: „Ich danke sehr," übergab sie ihm Plaid und Schachteln und I tberließ sich seiner Führung. 1 3b 7» <• • r Jb • 7 Z CS- ZZlfFZZ^ßrxZfZZI Alle Annoncen-Bureaux bei In. unb luilanbei nehm« Hransoeiiage: Hlehener Aamillenol.aR.ler. I Anzeigen für ben „Gießener «nze.ger- entgegen. Bald war die Cabine gefunden und nachdem das Gepäck auf die betreffende Coje niedergelegt worden, stiegen die beiden wieder in den Salon hinauf. „Und nun, mein Fräu- lein," fragte der freundliche Begleiter der jungen Dame, „darf ich Ihnen vielleicht etwas zu essen besorgen?" „Essen? Ich werde nichts essen, ich fürchte mich zu sehr vor der Seekrankheit," entgegnete sie rasch. „Sie fürchten sich davor? Sind Sie denn schon öfters auf der See gewesen und kennen diese angenehme Empfindung ?" „Gewiß- schon mehrere Male. Und stets hat mich das abscheuliche Hebel vom ersten bis zum letzten Moment gequält, so daß ich mir fest vorgenommen habe, ganz gewiß nichts mehr an Bord eines Schiffes zu essen." „Aber daS ist ganz verkehrt, liebes Fräulein. Sie müssen essen, um der bösen Krankheit zu entgehen, außerdem sind die Schiffe dieser Linie so gut und die See so ruhig, daß Sie ganz gewiß nicht krank werden. Kommen Sie, verlassen Sie sich auf meinen Rath und nehmen Sie ein kleines Souper mit mir ein." Das junge Mädchen hatte schon so viel Vertrauen zu ihrem liebenswürdigen Begleiter gefaßt, daß sie ihm an den Tisch folgte und ganz gegen ihren vorher gefaßten Entschluß sich das Abendessen schmecken ließ. „Und nun, mein Fräulein, wollen Sie sich schon in Ihre Cabine zurückziehen oder darf ich Sie noch ein wenig auf das Deck begleiten? Es ist erst elf Uhr, wenn wir also noch eine halbe Stunde spazieren gehen, können Sie noch immer lange genug schlafen, denn vor sechs Uhr kommen wir doch nicht drüben an, trotzdem der „Prinz Hendrik" das beste Schiff dieser Linie ist." „Ich bin ganz bereit, noch ein wenig frische Luft zu genießen, und da ich nun doch einmal angefangen, mich Ihrer Leitung anzuvertrauen, so will ich es auch ganz thun." So gingen sie denn hinauf und promenirten auf dem Deck und unterhielten sich von der See, von dem Wetter, von dem Mond und den Sternen und^von allen den Dingen, die Arbeit eingestellt. Bisher bewilligten 26 Geschäfte ihre Forderungen. Dresden, 22. März. Die Internationale Sani- tätS-Conferenz erledigte in fünf Plenarsitzungen die Generaldebatte über das vorgelegte Program«. Behufs rascher Erledigung der Arbeiten wurden drei Commissionen gebildet, welche sich mit den Einzelfragen zu beschäftigen haben. In den Hauptsachen herrscht unter allen vornehmlich in Frage kommenden Staaten völlige Uebereinstimmung. Graf Szecsen, erster Secretär der hiesigen österreichisch-ungarischen Gesandtschaft, wurde zum Mitglied des SecretariatS ernannt. Bern, 22. März. Die Bundesversammlung nahm das neue Gesetz über die Organisation der BundeSrechtS- pflege an, wodurch das Bundesgericht vollständig reorgani- sirt und dessen Aufgaben bedeutend erweitert werden. Nom, 22. März. Die „Agence Stefan!" veröffentlicht daS Programm der Festlichkeiten während des Aufenthaltes des Deutschen Kaiserpaares inJtalien. Am 20. April Ankunft in Rom; 21. Wettrennen, Galavorstellung im.Argen- tina-Theater- 22. Galadiner im Quirinal- 23. Hofconcert; 24. Parade in Prati di Castello; 25. Reiterfest, Ball bei dem Bürgermeister Duca Sermoneta; 26. Gartenfest im Quirinal; 27. Abreise nach Neapel; 28. Rundfahrt im Golf; 29. AuSflua nach Pompeji; 30., Nachmittags, Abreise nach Spezia; 1. Mai Ankunft in Spezia, Frühstück an Bord der „Savoia". Depeschen des Bureau .Herold'. Berlin, 22. März. Professor Virchow wurde gestern in Cambridge zum Ehrendoktor der Universität der Naturwiffenichaften ernannt und demselben das bezügliche Diplom feterlichst verliehen. Berlin, 22. März. Nachrichten aus Athen zufolge ist das Befinden der Kronprinzessin Sophie kein günstiges. Die Nachricht von dem tragischen Ende Marie Webers soll sie in große Erregung gebracht haben. Die Kaiserin Friedrich wird im nächsten Monat in Athen erwartet. Berlin, 22. März. Der Cardinal Bischof Kreme ntz wird in den allernächsten Tagen ebenfalls in Berlin erwartet. Berlin, 22. März. In den antisemitischen Kreisen des Reichstages ist die Ansicht verbreitet, Ahlwardt werde von den gestern im Reichstage erwähnten elf Actenstücken, welche beweisen sollen, daß daS deutsche Volk um 100 Millionen Mark betrogen worden sei, nur sechs bis sieben Schriftstücke herbeischaffen. Berlin, 23. März. ReichstagSabgeordneter Singer tSoc.) mußte, wie verlautet, wegen hochgradiger Nervosität zu einer Heilanstalt Zuflucht nehmen. Berlin, 23. März. Nach Schluß der gestrigen Sitzung des Reichstags wurde Ahlwardt von einem zahlreichen Publikum vor dem Gebäude mit Hochrufen empfangen. Er begab sich sofort nach einem nahen Restaurant, wo seine Freunde in großer Anzahl versammelt waren. Ahlwardt wurde aufgefordert, eine Rede zu halten, lehnte dies jedoch wegen der gehabten Anstrengung bei der Debatte im Reichstage ab. Friedeberg, 22. März. Die Conservativen des Wahlkreises Friedeberg-Arnswalde sagten sich gestern in einer Versammlung von Ahlwardt los und drückten ihr Bedauern aus, ihn zum Abgeordneten gewählt zu haben. Barmen, 22. März. Auf der Strecke Wetter-Witten stürzten heute Morgen 2000 Gubifmeter Felsen auf die Geleise, als gerade ein Güterzug passirte. Die Loco- motive und zwölf Wagen wurden total zertrümmert und ein Beamter schwer verletzt. NavenSburg, 22. März. Reichstagsersatzwahl. Bisher wurden für Remboldt (Centrum) 9000, für Sauter (Demokrat) 3500, für Müller (liberal) 700, für Tauscher (Soc.) 400 Stimmen gezählt. Ein Oberamt fehlt noch. Die Wahl Remboldts ist sicher. Paris, 22. März. Das Schwurgericht verurtheilte Lefseps zu einem Jahr Gefängniß und 600 Frcs. Geldstrafe, Blondin zu zwei Jahren, Bai haut zu fünf Jahren Gefängniß, 750000 FrcS. Geldstrafe und Rückzahlung von 375000 FrcS. an die Civilpartei. Die Uebrigen wurden freigesprochen. Paris, 22. März. Nach dem UrtheilSspruch in dem Panamaproceß wurden die drei Verurtheilten nach der Conciergerie zurückgeführt, von wo aus sie zum Gefängniß gebracht werden. SanSleroy wurde um Va9 Uhr in Freiheit gesetzt. Fontane hat Paris verlassen und wird wahrscheinlich Cottu in Tyrol einholen. Die übrigen freigesprochenen Angeklagten kehren nach Hause zurück. Madrid, 22. März. Die Blätter sprechen von Schwierigkeiten, die in den Berhandlungen zwischen Deutschland und Spanienbetrefföder Handelsverträge entstanden wären. Deutschland soll bezüglich deö Alkohols unannehmbare Forderungen an Spanien gestellt haben und zu große Vortheile auf die Antillen und Philippinen verlangen. Der Minister des Auswärtigen hatte gestern eine längere Unterredung mit dem deutschen Botschafter. Moskau, 22. März. Gestern wurde das Stadthaupt Alexejewa ermordet. Ein gewiffer Adrianow schoß demselben mit einem Revolver in den Leib, woran ersterer kurz nach der That starb. Wie verlautet, liegt ein Racheact vor. Stuttgart, 23. März. Resultat der Reichstags- Ersatzwahl im siebzehnten württembergischen Wahlkreis. Rembold (Centrum) 11,560, Sauter (Volkspartei) 5423, Müller (nationalliberal) 813, Tauscher (Socialdemokrat) 541 Stimmen. Locale» und provinzieller. ____ Meßen, 23. März 1893. *♦ Der Landmirthschaftliche Verein für die Pravin, Oberhesien hielt gestern Vormittag in SteinS Garten unter dem Vorsitz des Herrn Grafen Friedrich von SolmS- Laubach, Erl., eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Zweck der auf Antrag von 72 Mitgliedern einberufenen Versammlung war die Beantwortung der Frage: „Welche Stellung nimmt der Verein zu den Beschlüffen der Bereinigung Deutscher Landwirthe, welche sich am 18. Februar dsS. IS. in Berlin constituirt hat." Nach dem in der Versammlung der Landwirthe in Berlin am 18. Februar ausgestellten Programm ist der Zweck der Vereinigung aller deutschen Landwirthe die Zusommenschließung aller land- wirthschaftlichen Interessen ohne Rücksicht auf Besitzstand und polüische Parteirichtung, Wahrung deS Einflusses der Landwirthschaft auf die Gesetzgebung, dem entsprechend Vertretung in den parlamentarischen Körperschaften, Agitation gegen Herabsetzung der Getreide- und Biehzölle, Einführung der Doppelwährung, Bildung von LandwirthschaftS- kammern, Schonung der landwirthschaftlichen Nebengewerbe, in bäuerlicher Beziehung Revision der Arbeiterschutzgesetzgebung, Errichtung von Heimstätten u. s. w. — Die Verhandlungen deS Oberhessischen Vereins wurden sehr eingehend in Bezug auf die ausgestellten Forderungen deS Bundes der Landwirthe geführt, auch von den einzelnen Rednern dargelegt, inwiefern man mit einzelnen der Forderungen sich nicht einverstanden erklären könne (BimetalliSmuS, Heimstättengesetz u. s. w.). Dagegen wurde sowohl von dem Herrn Vorsitzenden in seiner Eröffnungsansprache, wie von den folgenden Rednern die Nothwendigkeit betont, daß angesichts deS in der Landwirthschaft herrschenden NothftandeS ein Zusammenschließen aller deutschen Landwirthe, ohne Rücksicht auf Süd oder Nord, Groß- oder Klein-Grundbesitz, dringend geboten sei. So dankbar man den Regierungen, dem LandwirthschaftSrathe u. s. w. sein könne für ihr Arbeiten zu Gunsten der Landwirthschaft, so segensreich die bereits bestehenden landwirth- schaftlichen Vereinigungen für ihre Mitglieder gewirkt, so sei doch eine Besserstellung deS. Landwirths, eine gerechte Vertretung seiner Jntereffen nur auf dem Wege der Selbsthilfe, also deS Zusammenschluffes aller deutschen Landwirthe, zu erreichen. Handel und Gewerbe schlössen sich behufs Wahrung ihrer Jntereffen auch zusammen, also könne man eS der Landwirthschaft nicht verargen, wenn sie daffelbe thue. Der Herr Vorsitzende gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Bund der Landwirthe auch im Kreise des landwirthschaftlichen Provinzial- vereinS viele Anhänger finden möge, ohne daß dadurch die Nährmutter der Provinz, der Verein, in Stich gelassen werde. Nachdem von den einzelnen Rednern, u. A. Graf Oriola, Gutsbesitzer Meinert-Conradsdorf, West er nach er-Lind- heim, v. Owen-Hungen, Sch lenke-Gießen u. s. w., zu Gunsten deSZusammenschlusses derLandwirthe gesprochen, brachte Herr M einert eine Resolution ein, in welcher im Allgemeinen dem Berliner Programm, im Uebrigen aber einzelnen Punkten deffelben nur bedingt, bezw. unter Vorbehalt zugestimmt wird. Diese Resolution veranlaßte eine längere Berathung, an welcher sich außer den oben bezeichneten Herren noch die Herren Provinztaldirector Freiherr v. Gagern zu Gunsten einer von ihm selbst verfaßten Resolution, KreiSrath v. Gr ol- mann-Alsseld, Kreisrath vr. Brad en-Friedberg, Kammerrath Weber-Laubach, letzterer ebenfalls zu Gunsten einer von ihm verfaßten Resolution, beteiligten. Von den drei zur Abstimmung gebrachten Resolutionen gelangte diejenige des Herrn Meinert zur Annahme; sie lautet nach Vornahme einiger kleinen Aenderungen wie folgt: „Die heutige General-Versammlung deS „Landwirihschast- lichen Vereins Oberhessen" e>klärt ihre volle Uebereinstimmung mit den Beschlüffen, welche die Vereinigung deutscher Land« wirthe in Berlin am 18. Februar d. I. gefaßt hat, insoweit dieselben nicht mit den landwirthschaftlichen Verhältnissen der Provinz in Widerspruch stehen und erklärt fich mit der Bewegung in der vollen Ueberzeugung einverstanden, daß der Bund geeignet ist, die zwischen Groß- und Kleingrundbrsttz thatsächltch bestehende Interessengemeinschaft gleichmäßig zu fördern. Die Versammlung spricht weiter die Anffcht aus, daß mit Rücksicht auf die taßungsgemäß beschränkten Aufgaben des .landwirthschaftlichen ProvinzialvereinS der letztere die weiter einzuleitenden Schritte einer auS eigener Initiative der Landwirthe zu berufenden constituirenden Versammlung überlassen muß. ES wird allen Landwtrthen ausv Wärmste empfohlen, sich der Bewegung anzuichließen. Insonderheit werden die Vorsitzenden der BeztrkSvereine gebeten, thatträstig im Bezirk ihreS Vereins dafür zu wirken." Vor Schluß der Versammlung richtete Herr Graf Friedrich von Solms-Laubach, Erlaucht, noch die Aufforderung an die Landwirthe, an der auf SamStag den 25. März, Nachmittags 3 Uhr in der Stadthalle zu Mainz stattfindenden Versammlung der Landwirthe von Baden, Heffen, Hessen- Nassau, Hessen-Cassel,Baden,WüNtenberg und Elsaß Lothringen theilzunehmen, mit dem Bemerken, daß Einlaßkarten bei ihm in Empfang genommen werden könnten. — Herr KreiSrath HaaS von Offenbach, Vorsitzender des Landwirthschaftlichen Vereins von Starkenburg, forderte zum Schluß die Landwirthe auf, nunmehr auch für daS, was beschlossen, thatkrästig ein- zutreten. — Die Versammlung war auS allen Theilen der Provinz sehr zahlreich besucht. ♦* Die Einführung der mitteleuropäischen Zeit und die Fabrik- oder Arbeitsordnungen. ES ist neuerdings wiederholt die Frage aufgeworfen worden, wie eS sich vom 1. April ab nach Einführung der mitteleuropäischen Zeit bezüglich der in den (Fabrik-) Arbeitsordnungen aufgeführten Paufen verhalte, ob die dermalen hierfür angesetzten Zeiten beizubehalten oder ob die Pausen verhälwißmäßig zu verlegen feien. Die Frage ist jedenfalls dahin zu beantworten, daß sich ein vorzeitiges Abändern der Arbeitsordnungen in diesem Sinne durchaus nicht empfiehlt und daß eS unzweckmäßig ist, schon jetzt Aenderungen bestimmt zu treffen. ES ist vielmehr ruhig abzuwarten, in welcher Weise sich ein Bedürfniß hierzu entwickelt. Unter allen Umstanden empfiehlt sich wenigstens ein Abwarten bis zum Erscheinen des neuen Sommer-FahrplaneS, dessen Ausgabe im Monat Mai erfolgen wird. Die Einführung der neuen Zeiteintheilung wird sich übrigens leichter gestalten, als dies mehrfach angenommen wird. Man denke nur an diejenigen süddeutschen Staaten, in denen die mitteleuropäische Zeit bereits seit 1. April 1892 eingeführt ist. Dort dachte schon nach einigen Tagen gar Niemand mehr daran, daß man überhaupt vorher eine andere Zeiteinteilung, gehabt hatte. Und so wird eS auch bei unS fein. Man hegt auch bi: Hoffnung, daß in den ersten Wochen behördlicherseits wegen unterlassener Verlegung der Pausen und dergleichen ein Eingreifen nicht erfolgen wird, doch wird hierbei diejenige Bestimmung nicht berührt, welche besagt, daß Arbeiterinnen in Fabriken an Vorabenden der Festtage nicht nach halb 6 Uhr Nachmittags beschäftigt werden dürfen. Die Beschäftigung muß demnach vom 1. April an um halb 6 Uhr mittel« europäische Zeit endigen. •• Seiten» der Preußischen StaatSbahnverwaltungen soll im gegenseitigen Interesse deS Publikums und der Eisenbahnen, sowie zur Hebung deS Verkehrs die Auslegung von Anzeige- büchern in bestimmten Schnellzügen stattfindcn und an Unternehmer vergeben werden. Zu diesem Zwecke sind die in Frage kommenden Züge nach VerkehrSrichtungen in Gruppen gelheilt, für welche daS Recht der Auslegung von den Königlichen Eisenbahn-Directionen zu Berlin, Frankfun a. M. und Köln (rechtSrh.) vergeben wird. — Auch die Ausnutzung von Waud- flächen in den Wattesälen und Vorfluren der Stationsgebäude zum AuShang von Privatbekanntmachungen und Geschoss« anzeigen innerhalb deS Eifenbahn-DirectionSbezirkS Hannover soll für die einzelnen Stationen an Unternehmer verpachtet werden und sind hierfür die betreffenden Königlichen Eisenbahn- BetriebS-Aemter zuständig. ** DaS Panorama erfreut sich fortwährend eines guten Besuches, namentlich in den Abendstunden. Von heute (Freitag) ab und die ganze Woche durch kommen die Hauptstraßen Berlins und Potsdam- zur Ansicht, der Dom, daS Mausoleum, die FriedenSkirche, die Siegessäule u. f. w. Ferner die Trauerfeierlichkeiten von Graf Moltke, sowie daS Mausoleum in Kreisau und sein LieblingSausenthalt dortselbft mit der Sedaneiche. Diese Serie, welche hier zum ersten Mal zur Ausstellung kommt, soll eine sehr prächtige fein. — DaS Colossal - Gemälde, welches sich eines zahlreichen Besuches zu erfreuen hat, ruft durch feine vorzügliche Plastik und Technik die allgemeine Bewunderung bei den Besuchern hervor, und empfehlen wir den Besuch auf das Angelegentlichste, zumal das Bild nicht mehr lange ausgestellt bleibt. — Se. Konigl. Hoheit bet Großherzog trafen am Dienstag Abend zum Besuche des Münchener Hofes in München ein, auf dem Bahnhofe vom Prinzregenten und fämmilichen bayerischen Prinzen empfangen. Nach herzlichster gegenseitiger Begrüßung fuhren der Prinzregent und sein hoher Gast in das Residenzschloß, woselbst der Großherzog Wohnung nahm. Am Donnerstag Mittag reiste der hessische Monarch nach Stuttgart weiter, um auch dem dortigen Hofe einen Besuch abzustatten, am Freitag Nachmittag gedenkt der Großherzog dann von Stuttgart auS in Karlsruhe einzutreffen. — Der 10. deutsche Geographeutag findet in der Zeit vom 4. bis 10. April (Osterwoche) in Stuttgart statt. Die feierliche Eröffnung ist am 5. April, Vormittags 10 Uhr im großen Saale des KönigSbaueS. Vorträge werden gehalten am 5., 6., 7. April. Am 8. April findet die Besichtiguog der wissenschaftlichen Sammlungen Stuttgarts, am 9. April ein Ausflug in bad Gebiet der schwäbsicheu Vulkane bet Metzingen-Urach, am 10. April Ausflug nach Oberfchwabeu unb bem Bodenfee statt. 4- Aus dem Busecker Thal, 21. März. In der ersten Hälfte der verflossenen Woche spürte man an allen Ecken und Enden unseres lieblichen ThaleS den „sanften, süßen Hauch" deS lieblichen Frühlings. Der heitere, warme Sonnenschein, die üppig grünenden Saaten und Wiesen, bad Jubilieren ber gefiederten Sängerschaar unb bad fich in Felb unb Wald allenthalben regende, fröhliche Leben stimmte so freudig, daß man aus vollem Herzen in bad FrÜhlingdlied einstimmen mochte: „Die linden Lüste sind erwacht, sie söuseln unb wehen Tag unb Nacht, sie schaffen an allen Enben, nun muß sich alle-, alles wenden." Die Wendung kam, aber in anberm Sinne; beim in ben letzten Tagen ber vorigen Woche kam noch einmal ber tückische WinterSmanu unb hüllte allein seine Leichendecke. Die Aequinoctialstürme peitschten die Schneegestöber wild durch einander. Diese unb die wieder eingetretenen nächtlichen Fröste ließen ben Landmann nicht ohne Besorgniß an feine, in ber Vegetation schon weit vorgeschrittenen Saaten benken; denn „Märzenschnee thut Frucht und Weinstock weh". Indessen ist man aber bis jetzt in ben Kreisen ber Lanbwirthe ber Ansicht, daß ber Witterungswechsel keinerlei Schaben gebracht. Der Schnee ist roleber vollständig zerronnen, und ber heute mit prächtigem Wetter officiell einziehcnbe Frühling berechtigt ben Landmann zu freubigerem Hoffen, wenn auch bie leichten Nachtfröste noch fortbauern. § Bermuthshain, 22. März. Nachbem bie gegen die hiesige Bürgermeisterwahl erhobene Reclamati on durch den Kreiö-AuSschuß deS Äreifed Lauterbach als unbegründet verworfen wurde, ist die Wahl deS Herrn Heinrich Oechler I. als Bürgermeister von Seiten Großherzoglichen KreiSamtS Lauterbach gestern beftätigt worben und wird derselbe morgen verpflichtet unb ben 27. März in seinen Dienst eingewiesen. § Ober Ohmen, 22. März. Hier wurde ein Bursche wegen versuchter Nothzucht verhaftet. Darmstadt, 21. März. Die Generalversammlung der Bank für Handel undIndustrie, die gestern hier tagte, ettheilte einstimmig Decharge für bie GeschäftSleitung in 1892 unb setzte bie Divibenöe, wie vom AussichtSrath und ber Direktion vorgeschlagen, auf 5. \ Moltke, sowie dar -ausenthalt dortselbs! fr hier zum erster, sehr prächtige sein, h eines zahlreichen e vorzügliche M j bei den Betern ins das Anzeiegent- ausgestellt bleidl. i irasen am Dienstag 6 in München ein, n und sammtlichen rzlichster gegenseitiger । sein hoher Gas! in rzog Wohnung nahm. 'fifit Tonart nach : Hofe einen Besuch ntt der Grv^erzv» inzutressen. sinder in der P n Stuttgart sm. , Vormittags 10 llhi Vorträge werden zr findet die Besichtige ttgarts, am 9. M abischen Vulkane V.\ ,g nach Oberschtvaben irz. In der ersten man an allen Ecken >tn „sansten, süM Der heitere, wannt ten und Wiesen, das und das K W6 che Leben siimte s» in das Frühlings >ed ,nb erwacht, sir iüusel" an allen Enden, m Sendung kam, aber ° ,en der vorigen M * ™»r-°" •“ pürme pttt14«" 1' Slefe °»d di-«-'- « M L°»dm°° 5 eoetation «•« « .SW*“ !$! d°°de-W^ if,Ä" nit jtäW® ,, ’ it« 8»*"" i s' •lamal’0 ri; ।al§ U"Äftr L 9;55: bie 8*51892 M'^nnd 111 iil Mittheilung, daß der jüngst in Frankfurt verstorbene Rentner Leopold Goldschmitt — ein geborener Mainzer — der Stadt Mainz M. 36000 zu wohltätigen Zwecken vermacht hat. Der Testator habe die Verwendung des Vermächtnisses ganz dem Ermessen des Oberbürgermeisters und der Beigeordneten anheimgegeben. — In derselben Stadtverordnetensitzung kam auch die jüngst begonnene, von der ganzen Bevölkerung auf da- Schärfste verurtheilte statistische Wohnungsaufnahme zur Sprache. Es wurde anerkannt, daß der vorhandene Fragebogen viel Unverständliches enthalte, dabei wurde aber auch die Wichtigkeit einer Wohnungsaufnahme in sanitärem Interesse betont. Aus Rheinhessen, 22. März. In sammtlichen um die Stadt Alzey herumgelegenen Ortschaften ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und zwar hat dieselbe eine solche Verbreitung angenommen, daß nicht nur Gehöft-, sondern Gemarkungssperre angeordnet werden mußte. Aufruf und Bitte an alle wahren VolkSfreunde, dem oberhessischen Verein für Volksbildung zum Zwecke der Errichtung weiterer Volksbibliotheken Spenden an Büchern oder Geld zukommen zu lassen. Auch die kleinste Gabe wird mit wärmstem Dank entgegengenommen. Dr. Leopold von Sacher Masoch. Lind heim, Oberhessen. ■ ■■■■■- . ■ 1 ■■ ---------------- . • " " verMischter. ♦ Frankfurt a. M., 21. März. Gestern Abend sind in den Frankfurter Akkumulatoren - Werken (Hanauer Landstraße) zum ersten Male vermittelst einer sinnreichen, von Herrn Director Pollak gemachten Erfindung, Akkumulatoren unmittelbar mittel st Wechsel ström von einer Wechsel. strommaschine der Firma Drown, Boveri u. Co. geladen worden. Die Vorführung, der eine Anzahl Electrotechniker, u. A. auch Herr Stadtbaurath Lindley, beiwohnten, erwies sich als ein voller Erfolg des neuen Verfahrens. ♦ Karlsruhe, 22. März. Der Raubmörder Weyell aus Appenheim, welcher im vorigen Jahre den Holzhändler Schneider aus Freiolsheim ermordete und beraubte, wurde heute früh 6% Uhr im Hofe des Amtsgerichts durch den Scharfrichter Müller aus Ladenburg hin gerichtet. Der Mörder starb ohne Zeichen der Reue. ♦ Berlin, 21. März. Die ersten Kibitzeier trafen gestern hier in Sandmanns Auctionshalle ein. Es wurde der bisher noch nie erreichte Preis von 7 Mk. 50 Pfg. für das Stück erzielt. * Berlin, 21. März. Berlin hat von heute ab einen Ausstand der Schneidergesellen. In vier gestern abgehaltenen Versammlungen ist der Strike proclamirt worden. Die Schneider verlangen 25 Procent Lohnaufschlag. Bewilligt haben bis jetzt nur elf Geschäfte- die Zahl der Ausständigen läßt sich noch nicht übersehen. * Berlin, 22. März. sDem „B. T." zufolge wird bei dem Beginn der nächstjährigen Klassenlotterie nicht nur die Zahl der Loose um 35,000 erhöht, sondern auch ein neuer ZiehungSplan angewendet werden, durch welchen eine Verschiebung der Gewinnchancen bezweckt wird. * Dresden, 21. März. Der König empfing heute eine größere Anzahl der auswärtigen Delegirten zur Sanitäts-Conferenz. Dieselben wurden darauf zur Hoftafel geladen. * München, 16. März. Ein tragisches Zusammentreffen hat sich nach der „Augsb. Abdztg." bei dem plötzlichen Tod der Hofstabsveterinärs-Gattin Sondermann ergeben. Die 52jährige Frau verschied auf der Straße, als sie von einer Gesellschaft heimkehrte, am Herzschlag. Auch Herr Sondermann kam auf dem Heimweg in der Begleitung von Freunden an jene Stelle und erkundigte sich, was es gebe. Eine Frau liege am Boden, wurde geantwortet. ES sei bereits nach den Sesselträgern geschickt worden, um dieselbe in's Krankenhaus zu schaffen. Herr Sondermann näherte sich, ergriff die Hand der Frau, deren Gesicht abgewendet war, und sagte dann: „Die Frau ist schon tobt, da hilft nicht- mehr". Nun wendete man das Gesicht nach oben, und da erkannte Herr Sondermann seine eigene Gattin. ________________________________ verkehr, Land- unfc Volkswirtschaft, — Nach den statistischen Ermittelungen de« Verein» deutscher Eisen- und Ltahlindustrieller belief sich die Rohetsenproductioo des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburg) im Monat Februar 1893 auf 351,842 Tonnen, darunter Buddelroheisen und Spiegel- eiscn 120,237 To., Bessemerroheisen 26,725 To., Thomasroheisen 156 662 To. und Gießereiroheisen 48,218 To. — Die Production im Februar 1892 betrug 378,700 To., im Januar 1893 373,641 To. Vom 1. Januar bis 28. Februar 1893 wurden producirt 725,483Io. gegen 787,075 To. im gleichen Zeiträume des Vorjahres. Schiffsnachrichten. — Der Postdampfer „Switzerland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 21. März wohlbehalten in Philadelphia angekommen. «attteOkttH örr israelitischen KeligümspeseUschafl. 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März 1893. Der Abtheilungs-Baumeister: _________Hentzen._______2656 Verdingung der Zimmerarbeiten nebst Materialltefer? itnci zur Herstellung von 19 hölzerne« Drücken unt rvrückenabdeckungcn der Eisenbahn - Neubauflrecke Niederwalgern—Weidenhausen : rund 14,6 cbm Eichenholz, 8,2 cbm Kiefernholz, 346 qm Buchen- u. Kiefernbohlenbelag und 290 kg Schweißeisen zu Schraubbolzen eingetheilt in zwei Loose. VerdingungStermin: Donnerstag, de« 6. April 1893, Vormittags Veli Uhr. Zeichnungen und Lageplane liegen während der Dienststunden im Amtszimmer des Unterzeichneten zu Einsicht aus. Verdingungsunterlagen können von dort gegen kostenfreie Einsendung von 80 Pfg. bezogen werden. mWÄ 1893. Der Abtheilungs-Baumeister:_____ Hentzen. 12697 Vollsast. Schweimkäse, Vtime sowie feinsten Kmbnrger Sardelle« und Sardine« [2815 empfiehlt I[2814] C. Both 11. empfiehlt O. Both 11., Wallihorstr. 5. Das Holz liegt in den Distr. Bruchdell, Platte und Kopf, im Gemeindewald von Krofdorf-Gleiberg. Krofdorf, den 22. März 1893. 2800 Der Bürgermeister: Kleine. Freitag den 7. AprU, Nachmittags 2>/» Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Friedrich GrooS u- Ehefrau in Gießen gehörige Hofratthe: bietend versteigert. |2804 Oeznlise- und Obst- Emil Fischbach. HOB Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 4 Uhr vom Sterbehause, Dammstrasse 34, [2808 aus statt. [2824 2791 2797] Alicestraße 25. 2635] Ein Arbeiter kann billig Logis [1L07 Grabenstraße 10- erhalten- Giessener Bicycle-Club. Giessen, 22. März 1893. 2807 wieder frisch eingetroffen. 2790] Beerdigung: Freitag Nachmittag 4 Uhr. empfiehlt C. Roth II. Serie: [2809 In Aermietyungen. Rohleder, Eisengießerei, Riegelpsad. W Grabenstraße 9 W « * •» 1 «ravenitrage v qpwe Mill 01101*1111110 t* ist der zweite Siock, 4 Zimmer mit Äu« JJI Ult Ult lllUll l 4 behör, per April zu vermiethen- [2801 . _/ ,, 1 \ 2819] Schöne Wohnung, sechs Zimmer 4 Q Olk/t gute Qualität, mit Balkon, zu vermiethen. 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