1893 Nr 20 Amts- ttttb Anzeigeblatt fßr den Kreis Gissten Kratisöeitage: Gießener Kamitienökätter. «"',-1","°^Z”“n° Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Deutsches Reich •taurant. Feuilleton Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. vom Kaiser befohlene Ord- Vermählung der Prin- der Budget-Commission des Dienstag den 24. Januar Die Gießener Iiamikien k kälter »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal tzeigrlegl. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, »it Ausnahme de» Montag». 18,000 Mk., welche zur Einstellung von zwölf Deckosfizieren und 49,764 Mk., welche für die infolge der Befestigung Cuxhafens nothwendig werdende Vermehrung der Marineartillerie gefordert waren, gestrichen. Berlin, 21. Januar. Wie das Kaiserliche Gesundheitsamt mittheilt, sind im Laufe der letzten Tage im Regierungsbezirke Schleswig in einem Orte des Kreises Pinneberg drei Erkrankungen vorgekommen, von denen eine tödt- lich verlief. Halle, 21. Januar. Professor Kochs Untersuchungen deS gesammten Saalewassers unterhalb Nietleben bestärkten den Verdacht, daß dasselbe Cholerabacillen enthalte und ist ein Verbot, betreffend die Benutzung zum Trinken und Kochen, zu erwarten. Die Gesammtzahl der Erkrankungen war bisher 63. Todesfälle kamen 19 vor. Neu erkrankt sind 17 Personen, darunter eine Beamtenfamilie der Anstalt. Halle, 21. Januar. Die „Hallesche Zeitung" meldet: Amtlich sind in der Irrenanstalt zu Nietleben bis heute Mittag 66 Erkrankungen und 22 Todesfälle festgestellt. Die Stadt Halle und das Dorf Nietleben sind noch vollständig seuchensrei. Alle gegentheiligen Nachrichten sind durchaus unbegründet. Hamburg, 21. Januar. Das Gewerkschafts-Cartell gibt die Zahl der hiesigen Arbeitslosen auf 4900 an. Nürnberg, 21. Januar. Der Inhaber einer der größten Hopfenfirmen, Commerzienrath und Magistratsrath Stephan Hopf, ist gestorben. Vierteljähriger Avonnementsprei»» 2 Mark 20 Pfg. mU Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redoctton, Expedition und Druckerei: AchnlstratzeAr.». Fernsprecher 51. Gießener Anzeiger" entgegen. Der Bankier war gegangen- in tiefes Sinnen verloren stand Arloff am Fenster- so hatte er denn die Geliebte verloren, sie mußte eines Anderen Weib werden, der nicht im Entferntesten an sie heranreichte. Arme Isa! Und sie opfert sich ja doch umsonst! Wenn der Bankier wegen Wechselfälschung Volkert verhaften ließ, half es diesem ja doch nichts, ob ein oder zwei gefälschte Papiere vorgezeigt wurden. O, aber er kannte das geliebte Mädchen zu gut, um nicht zu wissen, daß sie nun erst recht, als Tochter eines Verbrechers, ihm ihr Wort versagen werde. Immer wieder mußte er an ihre blauen, süßen Augen denken, an das blasse, liebliche Gesichtchen, welches er zum Abschiede geküßt. ,/Jsa, Isa! Wie soll ich leben ohne Dich! Ich kann nicht 1" Seine bebende Hand riß den Revolver hervor, knackend spannte er den Hahn, doch noch drückte er nicht ab. Ein Selbstmörder! In Gedanken sah er den schmucklosen Sarg vor sich, den man hinaustrug, ohne Gottes Segen, ohne Musik und Trauergeläut- weder Helm noch Schärpe hatte man ihm darauf gelegt, scheu weichen seine Kameraden bei Seite, denn Prmz Arloff war ein Selbstmörder! Er war zu feige gewesen, das Leben mit seinem schweren Leide zu tragen und hatte es selbst beendet. Nein! Fest entschlossen legte der bleiche Offizier die Waffe bei Seite, nachdem er den Hahn abgespannt- das wollte er nicht. Wenn schon glücklos, ehrlos durfte er nie werden, um seines Namens, seiner selbst willen. Und was würde Isa sagen? Das schwache Weib nahm klaglos ihr schweres Schicksal hin und er wollte es von sich schleudern? Langsam nahm er die Brieftasche hervor, um die welke Rose, welche darinnen lag, glühend an die Lippen zu pressen - Donna Bella hatte ihm in dieser furchtbar ernsten Stunde Leben und Ehre gerettet. (Fortsetzung folgt.) öffentlicht die Hofansage aus Hoffestlichkeiten, sowie die nung der Feierlichkeiten bei der zessin Margarethe von Preußen. Berlin, 21. Januar. In Reichstags verhandelte man über den Marinetat. Dabei wurden 4050 Mk., welche behufs Anstellung eines Auditeurs, Ausland. Wien, 21. Januar. An dem diesjährigen im September bei Preßburg stattfindenden Kaisermanöver werden fünf Corps theilnehmen. Wien, 21. Januar. Rumänien hat bei der österreichischen elanfche und Commuval- edingMgen 1620 f, MW 7. igkn von Wem Wagenden Arbeiten empfiehlt m Witiwe, Glaserei. MWM ließen und Umgegend empfehle trägen und bin zur Ertheuung itoM'NA IUM 80% bei tbk-M°rkck. M' Auszahlung ** uis Bühl, Gieße«- MWortzchSL--- Irrwege. Novelle von F. von Pückler. (18. Fortsetzung.) Sausend flog der Schnellzug dahin, der Residenz entgegen- an einem Coupöfenster der zweiten Klasse saß Herr v. Waldstein und blickte sinnend auf das immer deutlicher hervortretende Gewimmel von Häusern, Thürwen und Schornsteinen. Sein Arm war bis auf eine leichte Unbeholfenheit wieder völlig hergestellt, auch sonst sah er wohl aus, wenn schon sehr ernst, — so ernst wie niemals in all den Jahren, da er seinen blonden Liebling besessen. Nun ihm derselbe genommen, war auch der Lichtblick seiner Existenz erloschen. „Meine Isa," dachte er bei sich selbst, „wie ich mich freue, sie zu sehen, mit ihr zu plaudern, wie einst im Walde. Aber sie ist verändert, nicht mehr wie damals ein fröhliches Kind! Sie fühlt sich nicht glücklich und ich verstehe, weßhalb. O, könnte ich das Kind retten — Alicens Kind — ich gäbe mein Leben dafür! Vielleicht ist jener Mann zu erkaufen! Vielleicht reise ich neben Isa heim! Aber keine Luftschlöffer, Alfred! Da hält der Zug und nun voran!" Auf dem Bahnhofe herrschte ein buntes Gewühl und Waldstein mußte sich Mühe geben, durchzudringen- gerade, als er unten vor dem Portal in eine Drösche steigen wollte, ging klirrend ein Cürassieroffizier vorbei und der Angekommene sprang in die Höhe. „Prinz Arloff! In der That, das nenne ich günstig! Freue mich, Sie wiederzusehen, fahren Sie mit mir ins Hotel? Aber wie sehen Sie aus?" „Wie ein Mann, der soeben seinen Abschied eingereicht hat und mit einem Fuße in Afrika steht." „Durchlaucht! Wie ist es möglich, Sie, der solideste , reichste aller Offiziere! Was in aller Welt steht dahinter?" „Wenn Sie cs nicht wären, Herr von Waldstein, ich Berlin, 21. Januar. Der heutige „Reichsanzeiger" Der- Anlaß der bevorstehenden Mtt acht Woche« der sich Snmelöenhen ul) r. len Theil. 'stens Tamstag den ri der Lchremtzri. Decker. Der Vorstand : Schlosser. Gießener Anzeiger Kmerat-Mnzeiger. Stellungnahme des Centrums auf frühere Anträge desselben, die noch über diese Vorlage hinausgingen, und befürwortet demgemäß die Vorlage im Allgemeinen. . Abg. Kasselmann (na«.): Die Nothwendtgkeit und Nützlichkeit der Abzahlungsgeschäfte werde allgemein anerkannt, ebenfo das Bedürsniß zur Beseitigung dabet hervorgetretener Mißstände. Er erachte es als einen Vorzug bet Regierungsvorlage, daß in derfelbm dem Drängen auf Beschränkung der Abzahlungsgeschäfte auf noth- wenbifle Bedarfsartikel nickt staltgegeben worden sei, ebensowenig wie dem Drängen auf ein Verbot des Auffuckens der Kunden durch Reisende der Abzahlungsgeschäfte. Im Großen und Ganzen könne er sich mit der Tendenz der Vorlage vollständig einverstanden erklären. Auch er sei ein Freund der Vertragsfreiheit, aber wenn dieselbe zu Mißständen führe, durch welche öffentliche Interessen geschädigt würden, so sei ein Eingreifen der Gesetzgebung angezeigt. In bestehende Gesetz- und Rechtsverhältnisse werde durch die Bestimmung der Vorlage betreffend den Eigenthumsvorbehalt nicht ewgegr fien. Daneben enthalte freilich die Vorlage eine Reihe nicht unbedenklicher Bestimmungen, sodaß eine gründliche commisstonelle Vorberathung nöthig^sti. £u^auer (Soc.) erkennt an, daß Schädm im Abzahlungsgeschäft vorhanden feien; irrthümlich aber fei die Annahme, oatz die Kundfchoft der Abzahlungsgeschäfte nach Unterdrückung der letzteren sich dem Handwerkerstände zuwenden würde. Die Regierungsvorlage schieße über das Ziel hinaus. Die Abzahlungsgeschäfte seien vornehmlich Denen ein Dorn im Auge, die es nickt gern sthen, daß stck die Arbeiter mehr Bedürfnisse aneigneten, als ihre Vorfahren hatten. Der Vertrieb der Nähmafchinen auf Abzahlung, der hier w sehr gepriesen wurde, habe dagegen allerdings zur Forderung der Hausindustrie, deren Umsichgreifen die ungünstigen Ar beiter Verhältnisse verschulde, beigetragen. Schäden entständen namentlich dadurch, daß in den Abzablungsgefchäften alle möglichen Gegenstände verhandelt würden, bezüglich deren die Verkäufer jeder Fachkenntniß ermangelten. Nicht so unsympathisch sei ihm die Forderung, daß das Herumreifen von Agenten für Abzahlungsgeschäfte verboten werden mochte. Auf Abzahlung arbeiteten übrigens die weitaus meisten Handwerker und nicht nur, wie man vielfach anzunehmen scheine, nur die eigentlichen Abzahlungsgeschäfte. Die Aufrechterhaltung des Eigenthumvorbehalts fei dringend nöthig. Aber auch die Vorlage enthalte eine Reihe von Bestimmungen, durch welche die Geschäftsinhaber schwer geschädigt würden. Es gebe doch auch unter den Kunden schwindelhafte Elemente. Man verbessere die Lage der arbeitenden Klassen, dann werde das Abzahlungewesen von sebst aufhören. Slaatssecretär v. Bötticher: Vorredner habe der Vorlage eine ganz falsche Bedeutung beigelegt. Die Regierung sei weit davon entfernt, das Abzahlungsgeschäft unmöglich zu machen; es sollen nur Auswüchse beseitigt werden. Die Frage sei schwierig; die Lösung, welche sie durch die Vorlage gefunden, entspreche den Interessen beider Contrahenten. So ganz reinlich und zweifelsohne gehe es im Abzahlungsgeschäft nicht immer zu. „ Abg. Lucius (Rp.) weift darauf hin, daß bei dieser Debatte ein Mitglied der socialdemokratischen Fraction den Standpunkt des Unternehmers vertreten habe. Er (Redner) sei sonst nicht für ein gewaltsames Eingreifen der Gesetzgebung in den freien Verkehr, er müsse aber anerkennen, daß hier ein solches Eingreifen nöthig sei. L'oiicert, n, Militär asd fremde» __65 Waffenfabrik 20,000 Carabiner und Repetirgewehre eigener Construction bestellt. Belgrad, 21. Januar. Anläßlich der Aussöhnung der Eltern des Königs Alexander war die Stadt gestern Abend festlich beleuchtet und heute beflaggt. Paris, 21. Januar. Die heute anläßlich der hundert- jährigen Wiederkehr des Todestages König Ludwigs XVI. in mehreren Kirchen der Stadt und den Provinzen veranstalteten feierlichen Messen verliefen ohne jeden Zwischenfall. Deutscher Reichstag. 27. Sitzung. Samstag, 21. Januar 1893. Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärt Abg. vr. v. Fr ege fconL), daß ihm Anstand und Erziehung verbieten, auf den in seiner Abwesenheit bei Berathung der Bötsensteuernovelle von Singer gegen ihn erhobenen Angriff in dem Tone zu antworten, in dem der Angriff erfolgte. Er behalte sich eine sachliche Klarstellung, zu der er überreiches Material habe, für eine andere Gelegenheit vor. Abg. Singer (Soc.) will antworten, wird aber vom Vl«Präsidenten Grafen Ballestrem bedeutet, daß eine Debatte über eine vor Eintritt in die Tagesordnung gemachte Bemerkung nicht zulässig sei. Auf der Tagesordnung steht zunächst erste Berathung des Gesetzentwurfs betr. die Abzahlungsgeschäfte. Abg. Ackermann (cons.) erkennt es dankbar an, daß die Regierung an die Materie herangetreten sei, findet aber, daß die Vorlage nicht weit genug gehe. Die Abzahlungsgeschäfte sollten auf bestimmte Maaren beschränkt, insbesondere sollten Schmucksacken von dem Betriebe dieser Geschäfte ausgeschlossen werden. Auch sei dem Unwesen der Agenten, welche für Abzahlungsgefchafle das Land durchziehen, ein Ende zu machen und der Hausirbetneb von dem Umherz-ehen im Abzahlungsgeschäfte zu trennen; diese Agenten führten meist Wahren mit sich und würden damit Hausirer. Der Gegenstand könne übrigens nicht erschöpfend im Plenum behandelt werden, weshalb er Verweisung an eine 21er-Commission beantragt Abg. 2B ollm er (dfr.) erklärt sich gegen eine Beschränkung des Abzahlungsgeschästs auf nothwendige Bedarfsartikel; das widerstrebe der ganzen modernen Entwickelung. Heber den Zwischenhandel habe drr Vorredner etwas antlqu rte Ansichten. Aus den Kreisen des großen Publikums, das durch die Vorlage geschützt werden solle, seien keine Klagen über die Abzahlungsgeschäfte laut geworden; die Anregung zu dieser Vorlage hätten ©eroerbtreibenbe gegeben, welche in den Abzadlungsgeschästen unangenehme Concurrenz sehen. Durch die Möbelabzahlungsgeschäfte werde den Leuten die. Eheschließung erleichtert. Beseitige man die'e E leichterung, so fördere man indttect das Concubmat. Gewiß befiänbtn auch beim Abzahlungsgeschäft Mißbräuche, aber diese seien derart, daß man deshalb Gesttze machen müsse? Diese wirkten immer als ein zweischneidiges Schwert. Seine Freunde könnten der Vorlage nicht zustimmen, mit der eine erste Bresche in die Freiheit d»s Handels gelegt werde. Abg. Frhr. v. Buol (Clr.) verweist zur Kennzeichnung der biffe mir die Zunge ab, ehe ich auch nur eine Silbe davon sagte, aber — Sie sind Donna Bellas väterlicher Freund — ich habe sie heute zum letztenmale gesprochen." „Kommen Sie mit mir, Prinz, ich kann Sie verstehen, einstmals mußte ich Isas Mutter aufgeben, weil sie jenen — Schurken liebte, der nun die Tochter auf die heißen Bretter des Circus führt." „Ja, er ist ein Schurke," knirschte Arloff, „ich habe ihm vorhin einen Fußtritt versetzt." Lange saßen die beiden Männer zusammen, endlich trennten sie sich mit einem langen Händedruck. „Ich will sogleich zu Isa," sagte Waldstein, „wir sehen uns Abends im Circus wieder, lieber Prinz, nicht wahr?/ Als Arloff in sein Zimmer trat, fand er Bankier Müller, einen der größten, solidesten Geldmänner der Residenz, seiner wartend. „Durchlaucht werden gütigst meine Anfrage entschuldigen," begann er nach höflicher Begrüßung, „ich komme, um zu fragen, ob Sie diesen Wechsel gegengezeichnet haben?" „Ich unterzeichne niemals einen solchen, mein Herr- aber bitte, zeigen Sie ihn mir." Der Bankier zog ein Blatt hervor und reichte es dem Prinzen, der erstaunt den Kopf schüttelte. „Es ist ein Falsum," rief er sogleich, „besonders sieht man es daran, daß mein Vorname Curt hier mit „d“ endet, während ich ihn stets mit „t“ schreibe." „Ich ahnte es wohl, Durchlaucht, und werde unverzügliche Schritte thun, jenen Mann, der mir den Wechsel präsen- tirte, gefänglich einziehen zu lassen." „Darf ich fragen, wer es ist?" „Der Circusdirector Volkert. Eine sicher auch von Ihnen gekannte Persönlichkeit." „Ich vermvthete. So stehen seine Angelegenheiten schlecht?" . , . r „Sehr schlecht. Der Mensch spielt und trinkt, fönst könnte er mit den Einnahmen, die ihm seine Tochter verschafft, wohl auskommen. Doch vergeben Sie mir, Durchlaucht, daß ich Sie so lange aushielt- es war mir sehr angenehm —" te" sh*. W (M •d 18N- tlfSt 1890; X61WWM ' biltnbties*. tztzMiou^ 72 wall«” •* JH 'HA M 186O-69 : - 1810-79' Ul i88rt:Si ffnbt vorigen »Hk; ’rf A StOwter 1° 711 •äsS"' RllMl Abg. Stadthagen (Soc.) vermipr ein- 'leihe no'.hwendigcc Bestimmungen in der Vorlage. T-.x Besitzer des .'^za^lungSgeichäfts muffe für die Angaben seiner Agenten verantwortlich ft in; dem Käufer muffe strls ein Eremplar des Contracts ausgekändigt werden; die (Sonoentionalftrafe müsse beseitigt werden; der Käufer müsse wenigstens dann das Recht haben, von dem Vertrage zurückzutreten, wenn er einsehe, daß er hereingelegt worden :c. Allen MttzdiäuchlN werde allerdings kein Riegel vo geschoben werden können, hätten dieselben doch ihre Wurzel tn der ganzen heutigen Ordnung. Abg. Schrader (bfr.): Die Vorlage bedürfe einer gründlichen Correciur, wenn der Zweck derselben erreicht und das anständige Abzahlungsaeschäft ausrechterhallen werden soll. Die Vorlage wird an eine 21er-(sommtfnon verwiesen Montag; Gvchergesetz, einheitliche Zeit, Vorlage betr. Derrath militärischer Geheimnisse. — Am Donnerstag beginnt die Einzel- derathung des Etats. Norrcste 2Tac$rfcbteih WolffS telegraphisches Eorrespondenz-Bureau. Berlin, 22. Januar. Heute Nachmittag ist Prinz Friedrich Carl von Hessen, der Bräutigam der Prinzessin Margarethe von Preußen, hier eingetroffen und im Königlichen Schlöffe abgestiegen. — Heute Abend 7 Uhr ist bei den Majestäten größere Familientafel, an welcher fast sämmtliche hier anwesende fürstlichen Gäste theilnehmen. — Heute Nachmittag 5 Uhr trifft der Grobherzog von Hessen mit Prinzessin Alix, Abends bald nach 8 Uhr der Erbgroßherzog von Sachsen mit Gemablin hier ein. — In der Begleitung des am 24., Abends 9*/2 Uhr, hier eintreffenden Großfürsten-Thronfolgers von Rußland befinden sich Generaladjutant Graf Touchkine, der General ä la suite Fürst N. Dolgoruckt und der persönliche Adjutant Hauptmann Fürst Rohoubey. In Eydtkuhnen wird der Großfürst vom Ehrendienste, Generalstabschef Graf Schlieffen II. und Oberst Frhr. v. Bülow, Commandeur des Kaiser-Alexander-Garde-Grenadier-Regiments empfangen und nach Berlin geleitet. Ehrendienst und Dienerschaft sind gestern Abend nach Eydtkuhnen abgereist. Berlin, 22. Januar. Gestern und heute fanden hier unter Vorsitz des Abgeordneten v. Schenckendorff Sitzungen des Central-Ausschusfes zur Förderung der Jugend- und Volksspiele in Deutschland statt, die aus allen Theilen Deutschlands zahlreich besucht waren. Seitens des Unterrichts-Ministeriums wohnte Geh. Regierungsrath Köpcke der Versammlung bei, welcher die lebhafte Sympathie des Ministers Dr. Bosse übermittelte, die Militär- Verwaltung war durch den General-Jnspecteur des Militär- Erziehungshauses, General der Infanterie v. Keßler und den Commandeur des Cadettencorps General v. Amann vertreten. Neben einer Reihe die innere Arbeit fördernden Berathungs- gegenständen kamen zur Verhandlung: Die Stellung des Ausschusses zur deutschen Turnerfchaft, Abg. v. Schenckendorff- Inwiefern nützen die Jugend- und Volksspiele der Armee, Sanitätsrath und Abgeordneter Dr. Graf und Dr. med. Schmidt-Bonn - Die Fortschritte der Bewegung auf statistischer Grundlage, Geheimer Ober-Regierungsrath Blenck- Die neuere Sonntagsruhe und die Volksspiele, Schulrath Platen- Magdeburg und über die Einrichtung von Wettspielkämpfen durch den Ausschuß, Prof. Dr. Koch, Braunschweig. Sämmtliche Verhandlungsgegenständc führten zu eingehenden Debatten. An der Debatte über den Einfluß der Spielbewegung auf die Wehrfähigkeit des Volkes beteiligten sich in anerkennender Weise auch die Vertreter der Militär-Verwaltung. Rewyork, 23. Januar. (Privatdepesche.) Bei einem gestern in der Nähe der Station Alton erfolgten Eisenbahnunglück explodirten gleichzeitig 3500 Gallonen Petroleum. Die Häuser Altons sind voller Verwundeter. Bis jetzt sind acht Todte und 94 Verwundete, davon elf sterbend, gezählt. Nom, 23. Januar. (Privatdepesche.) Gestern Abend explodirten zwei Höllenmaschinen, eine in der Claudiusstraße und eine in der Via Borgogna. Die Fenster und Möbel der betroffenen Häuser sind zertrümmert. Als Ursache des Legens der Höllenmaschinen wird Rache vermuthet. totales unb provinzielles. Gießen, 23. Januar 1893. — Zur Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers findet in hiesiger Garnison am 26. d. Mts. Abends zwischen 8 und 9 Uhr Zapfenstreich, am 27. zwischen 6 und 7 Uhr Rcveillc auf folgendem Wege statt: Neue Kaserne, Sicher-, Grünberger-, Ludwigs-, Alice-, Frankfurterstraße bis zur Wohnung deS Garnison-Aeltesten, von hier sodann Seltersweg, Wallthorstraße, Brandgasse, nach der Zeughauskaserne. — Am 27. um 7 71 Uhr früh wird ein Clwral vom Thurm der Stadtkirche geblasen. Um 9 */2 Uhr findet Gottesdienst in der katholischen, um 93/t Uhr in der evangelischen Kirche statt. Hieran schließt sich um l l'/z Uhr Parade auf OSwaldsgarten, bei welcher Plätze für Zuschauer offen gehalten werden. Um 2 Uhr findet ein Festessen im Clubgebäude statt. Die Compagnieen des Regiments Kaiser Wilhelm halten ihre Festlichkeiten am Abend deS 27. in folgenden Localen ab: Leib-Compagnie (Safe Leib, 2. Compagnie Lenz'scher Felsenkeller , 3. Restauration „Zum goldenen Löwen", 4. Restauration „SckützenhauS", 5. Turnhalle des Turnvereins, 6. Lahn- ftein, 7. Restauration Pfau, 8. Lonys Bierkeller, 9. Restauration Schiffenberger Thal, 10. und 11. Steins Garten, 12. Compagnie Restauration Postkeller. — Die Einwohnerschaft dürfen wir wohl bitten, zur Feier von Kaisers Geburtstag ihre Häuser mit Fahnen rc. zu schmücken. — Die Eisenbahn - Direetion (rechtsrheinisch) macht be» fannt, daß in ihrem Bezirk vom 1. Februar ab Signale mit der Stationsglocke nicht mehr gegeben werden, fortan erfolgt die Aufforderung zum Emsteigen durch Abrufen in den Wartcsälen. — Einen Schneesturm, wie den am SamStag Mittag plötzlich aufgetretenen, erlebt zu haben, können sich wohl wenige auö unserer Einwohnerschaft erinnern. Der Niederschlag war stoßweise so dicht, daß den auf der Straße befindlichen Personen kaum das Athmen ermöglicht wurde, Luft und Licht schienen zeitweise wie abgeschnitten. Nach Berichten von auswärts ist die Anhäufung der durch den Sturm herbeigeführten Schneemaffen derartig, daß Verkehrsstockungen, besonders auch bei den Eisenbahnen, eintraten. Merkwürdig an dieser Witterungserscheinung ist, daß der Schneesturm von einem Gewitter begleitet gewesen, von dem man zwar hier wenig verspürte, deffev Anzeichen aber, Donner und Blitz, an vielen Orten bemerkt wurden. An den gegenwärtigen Winter mit seiner großen Kälte und seinem Schneereichthum wird man noch lange denken. — Theater-Verein. Von bestunterrichteter Seite erfahren wir, daß die für Januar geplante Theateraufführung aus geschäftlichen Gründen abgesetzt werden mußte. Dafür bietet uns der Vorstand im Februar zwei Abende; am Donnerstag den 9. spielen die alten Frankfurter Freunde, am Mittwoch den 22. die Mitglieder des Darmstädter Hoftheaters. Für diese beiden genannten Spiel- abende sind feste Abschlüsse erzielt worden, so daß wir, wenn nicht ganz Unvorhergesehenes eintritt, zwei hervorragend genußreichen Abenden entgegensehen, die zu hoch intereflanten Vergleichen Gelegenheit bieten. Wir können uns nicht versagen, der Geschäftsleitung des Theatervereins unsere ganz besondere Anerkennung für ihre Thätigkeit auszusprechen, zwei so hervorragende Körperschaften in einer so kurzen Zeitspanne zu Gesammtgastspielen zu gewinnen, ist ein voller Erfolg und manch andere größere Stadt dürste uns um dieses Vorkommniß, oder besser gesagt Ereigniß beneiden. Hoffen wir nun noch, daß auch bei der Wahl der Stücke ein gleich glücklicher Stern walten möge. K. Theater. In ihrem fünfactigen Lustspiel „Krieg im Frieden" stellen uns Moser und Schönthan ein Stück aus dem Leben dar, wie es frischer und natürlicher nicht gedacht werden kann. Das Manöver hat das Militär in eine Gegend geführt, deren weibliche Bewohner insgesammt diesen Zeitpunkt nur herbeigesehnt zu haben scheinen, um die ganze Gluth ihrer liebeSbedürstigen Herzen über die ankommenden Soldaten auszugießen. Vorzüglich ist dabei die Beobachtungsgabe der beiden Autoren, die sich sehr oft nur in Kleinigkeiten zeigt, deren Wirkung aber unübertrefflich ist, so z. B. das Gebühren der beiden Backfische beim Herannahen des ersten Lieutenants, die eine sagt, mich kleidet der Hut ' bester, die andere, nein ich bleibe unbedeckt, das steht mir schöner u. s. w. Nun das Stück ist den Gießenern ja nicht mehr fremd, gehört es doch hier, wie an allen Bühnen mit Recht zu jenen, die sich in jeder Saison auf dem Repertoir finden. Die Wiedergabe desselben am gestrigen Abend war, was das Einzelspiel anbelangt, eine vorzügliche. Unser Gast Herr W. v. Hoxar hatte die Stelle des Reif-Reiflingen übernommen und führte sie in einer wahrhaft grandiosen Weise durch. Die Rolle dieses blasierten leichten Lebemannes führt leicht zur Uebertreibung und wirkt dann unangenehm. Doch der gestrige Reiflingen zeigte davon nichts, einfach und natürlich in Haltung und Sprache und eben dadurch brillant in der Wirkung. Zwei allerliebste Figuren waren die beiden Backfische „Ilka und Else" (Frau Director Reiners und Fräulein Kroll), deren Spiel ebenfalls unser uneingeschränktes Lob gespendet sei. Herr Martiensen gab den General, eine ungemein schwierige Rolle, wirklich meisterhaft. Zum Schlüsse sei noch Herr Rupp (Henkel) lobend erwähnt, dessen Erscheinen schon wahre Beifallsstürme entfesselte. Die übrigen Mitwirkenden thaten sämmtlich ihre volle Schuldigkeit. Schade war es deshalb, daß bei diesen guten Einzelleistungen das Ensemblespiel nicht in derselben Weise klappte, des Oefteren machten sich Stockungen bemerklich, vielleicht wäre ein weiteres „Pröbchen" hier von großem Nutzen gewesen. Das Publikum war in ziemlich großer Anzahl erschienen, allerdings hätten die guten Plätze noch etwas dichter besetzt fein können; sollte da vielleicht das vorausgegangene Concert eingewirkt haben? — Neues Theater. Wir wollen nicht verfehlen, auf das morgen, Dienstag, den 24. Januar, stattfindende Benefiz für Fräulein Sabine Brii nner besonders aufmerksam zu machen. Fräul. Brünner hat für ihren Ehrenabend ein sehr beliebtes Stück „Die Waise ans Lowood" gewählt, welches Stück ihr sicher großen Erfolg und ein volles Haus verschaffen wird. Mittwoch, den 25. Januar, auf Wunsch Vieler, zum letzten Male „Die Orient reife". — Auszeichnung. Am 12. Januar wurde der Karoline Uhl aus Ober-Schmitten, in Diensten der Familie Theobald (Hotel Trapp) zu Friedberg i. W. die silberne Medaille des Ludwigs-Ordens verliehen. — Am Montag fand in Darmstadt eine Versammlung der jungen hessischen Barbiere und Friseure statt, welche sehr zahlreich aus allen Theilen des Landes besucht war. ES wurde unter dem Vorsitze des Herrn Herrmann in Offenbach, nachdem sich sämmtliche Anwesenden gegen die jetzt bestehende Sonntagsruhe in den Wintermonaten ausgesprochen hatten, auf Vorschlag des Vorsitzenden beschlossen, eine Petition an Großh. Ministerium einzureichen um Gewährung einer längeren Geschäftszeit in den Wintermonaten. — Eine Zone strengster Kälte, so schreibt die deutsche Seewarte am Mittwoch, erstreckt sich von Südsrankre.ch, nordostwärts über Deutschland nach der Odermündung hin. Clermont meldet als tiefste Temperatur 20, Mülhausen 22, München 25, Bamberg 28, Chemnitz 21, Swine- münde 30 Grad unter Null. In Berlin sank das Thermo- meter in der Nacht zum Mittwoch bis auf 22 Grad. r. Grohen-Bufeck, 22. Januar. Heute fand die in diesem Blatte angekündigte Versammlung der Mitglieder und Freunde deS „O b e r h esf i s ch e n O bst b a uv er e in S" zu Großen-Buseck im zahlreich von einheimischen und auswärtigen Gästen besuchten Brück scheu Saale statt. In der Versammlung dielt Herr Landwirthschaftslehrer Reich eit von Friedberg einen intereffanten, lehrreichen Vortrag über „Pflege und Schnitt junger Obstbaume". Der Vortragende erörterte zu- nächst die vor der Verpflanzung junger Obst bäume nöthigen Wurzelschnitte zwecks Ausschnitts kranker Wurzelrheile und der sich an der Schnittfläche aus dem Cambiumfafte neu- bildenden, zur Ernährung so nothwendigen Saugwürzelchen, verbreitete sich dann über Herstellung des Pflanzloches, die Beschaffenheit, Art und Weife der bei der Pflanzung zu verwendenden Erde und ging darauf über zur Erklärung der zur Erzielung einer schönen Krone vorzunehmenden Schnitte, wobei durch zahlreiche zeichnerische Darstellungen den Zuhörern die Auffaffung des vorgetragenen Stoffes erleichtert wurde. Nach dem Vorträge forderte Herr Dr. med. Böckler die Anwesenden auf, sich behufs Beitrittserklärung zum Ober- hessischen Obstbauverein in die aufgelegte Liste einzuzeichnen. K. Aus dem Niddathal, 21. Januar. Auf die große Kälte, die seither herrschte, in unserem Thale 23—240Rv folgte heute ein so starkes Schneegestöber, mit Blitzen und Donnern verbunden, wie man cS hier noch nid)t erlebt hat. Der Schnee liegt so hoch, wie er seit Menschengedenken noch nicht gelegen hat." t Büdiugeu, 22. Januar. Dor einiger Zeit bezog eine hiesige Familie einen Papagei aus Hamburg, welcher einige Tage nach seiner Ankunft verendete. Baid darnach wurden der Besitzer des Papageis, ein Messerschmied, seine Frau und Kinder, von einer Jnfeetionskrcwkheit befallen und auch Personen, welche in der Familie verkehrten, sowie die Ehefrau eines Hausfreundes, der den Vogel auSgestopft hatte, sind erkrankt. Der Messerfchmied ist vor einigen Tagen feinen Leiden erlegen und die übrigen Erkrankten sind noch nicht außer Lebensgefahr. In hiesigen Kreisen ist nun die Ansicht verbreitet, der Papagei habe den AnsteckungSkeim eingeschleppt. Ob dies begründet oder nur Dermuthung ist, mag von zuständiger Seite entschieden werden- jedenfalls dürfte aber das Vorkommniß zur Vorsicht beim Bezug von Sachen aus inficirtcn Gegenden mahnen. — Diebach am Haag, 21. Januar. Heute wurde unser neugewählter Bürgermeister Friedrich Gerth IV. als O r tS - gerichtsvorsteher und Standesbeamter verpflichtet und in seinen Dienst eingewiesen. Darmstadt, 19. Januar. Die RevisionS-Verhandlung gegen die von dem Schwurgericht zum Tode verurtheilten Angeklagten Schreck und Stramm findet am 6.Febr. vor dem Reichsgericht in Leipzig statt. Als Gründe der Einsprache werden u. '21. geltend gemacht, daß bei der Schwurgerichtsverhandlung Artikel aus dem „Frankfurter Gencral'Anzeiger" vorgelesen wurden und nicht die Redacteure persönlich vorgeladen waren, daß die Verhandlung bis zum Sonntag gedauert habe und hauptsächlich, daß bei dem zweiten Protokoll der Geschworenen nicht die Abweichungen zwischen diesem und dem ersten Protokoll erkennbar waren. Darmstadt, 19. Januar. Man erinnert sich wohl noch jenes Unfalls, der vor wenigen Jahren auf dem Perron der Main-Neckarbahn zu Darmstadt sich ereignete, indem bei der Dunkelheit ein Herr Pfalz von Stuttgart, der den Abort aufsuchen wollte, in einen offenen Schacht stürzte und infolge einer hierbei erlittenen Gehirnerschütterung starb. Seine Wittwe hat die Main-Neckarbahn gerichtlich belangt. Die Beweiserhebungen hatten das Resultat, daß die Bohn sich im Vergleichswege entschlossen hat, der Hinterbliebenen als Entschädigung eine Capitalabfindung von 60000 Mk. auSzuzahlen. nn. Darmstadt, 22. Januar. Ein ganz eigenthiim- licher ©tri Ec ist feit einigen Tagen in einem Orte unseres vorderen Odenwaldes auSgebrochen (Wersau). Zu den Dienstobliegenheiten der dortigen Lehrer gehört u. A. auch die Verpflichtung, daß sie im Winter für das nöthige Feuer in ihren Schulen zu sorgen und dasselbe während den Unterrichtsstunden zu unterhalten haben, da cS an einem Schuldiener mangelt. Bei der nun seit einigen Tagen herrschenden strengen Kälte scheint diese Verpflichtung den Herren Lehrern sehr schwer gefallen zu sein, denn sie wandten sich beschwerdeführend an den Gemeindcrath. Dieser hat jedoch ihrer Beschwerde nicht nur nicht entsprochen, sondern sie auf ihre Verpflichtung hingewiesen und die Bestellung eines Schuldieners abgelehnt. Infolge dieses Beschlusses weigerten sich die Lehrer, die Heizung der Schule weiter u besorgen, so daß die Schule auögesetzt werden mußte. Darob große Freude unter der Schuljugend. In gewissen interefsircuu Kreisen ist man nun gespannt, wie dieser Strike zu Ende geführt wird. Darmstadt, 22. Januar. Der von 31 Abgeordneten em gebrachte Gesetzantrag auf Ermöglichung der freu erbe ftattung geht in neun Artikeln dahin: Anstalten zur Verbrennung von Leichen dürfen in der Regel nur auf den Fried- Höfen der Gemeinden errichtet werden. Zur Errichtung an anderer Stelle ist die Genehmigung unseres Ministeriums des Innern und der Justiz erforderlich. Der Betrieb der Anstalt untersteht der Ueberwachung der Gemeindebehörde. Jede Leichenverbrennung muß von einem Beauftragten desjenigen, der den Petrieb der Anstalt übernommen hat, ober wenn dieser der Gemeinde zusteht, von einem Beauftragten der letzten geleitet werden. Keine Verbrennung darf erfolgen ohne eine von der OrtSpolizei ertheilte schriftliche Genehmigung. Diese Genehmigung soll nur ertheilt werden, wenn 1. die Feuerbestattung von dem Verstorbenen selbst angeordnet worden ist oder von denjenigen, die für die Bestattung zu sorgen haben, gewählt wird, und 2. durch amtsärztliche Leichenschau und die etwa erforderliche Oeffnung der Leiche festgestellt worden ist, wodurch der Tod des Verstorbenen eingetreten und der Verdacht eines gewaltsamen TodeS ausgeschloffen ist, sowie eine Bescheinigung hierüber vorgelegt wird. Nach Beendigung der Verbrennung wird die Asche sorgfältig gesammelt, in eine geeignete Aschen-Urne geschüttet und barm verschloffen. Die Urnen müssen außen die Dor- und Zunamen des Verstorbenen, beffen Asche sie enthalten, tragen und au8 widerstandsfähigem Stoffe bestehen. Die Aschen-Urne wird ' demjenigen übergeben, der für die Bestattung Sorge ge- , die um 1336 begann. I Bürgermeister Moritz begrüßte die erschienenen Gießener Bau zu erweitern. Man | Herren mit warmen Worten, indem er auf die historischen versteigert werden: Conditorei Bettler Louis Hellmold. mtethen- 5974 = 4,35 fm, Nadel: 185 Fichten-Reiser-Stangen I p* Bismarckstratze 14 [140 Walthers im der Punsch-Essenz. [150 742 Sonnenstratze 25. vermischte Anzeigen. Rullmann. 626 Aermietl-ungen. S Husten MAGGI5 129] In meinem Neubau in der Stein- straße sind Logis von 5 Zimmern zu ver- Aeikgeöotenes. Cognac 117 75 rm Buchen- u. 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Kett, Eltville a Rh pro Flasche Mk gehören schon der Bauperiode an, Damals beschloß man den ganzen Bau zu erweitern, kam aber im Wesentlichen nicht über die Verlängerung des Langhauses um zwei Maßjoche hinaus. Das letzte Joch sollte zwei große Fayadenthürme mit einer Zwischenhalle tragen. Der Nordthurm blieb liegen, der Südihurm wurde bis zur Plattform vollendet- die unschönen Kästen wurden nach dem Brande von 1561 ausgesetzt. Die alten romanischen West- thürme sollten weggebrochen werden, blieben aber stehen, weil der Baueifer unter den Kriegswirren, denen Wetzlar ausgesetzt war, allmählich versandete. — Dann ging es an eine Besichtigung des Aeußeren mit einem primitiven Strebemaß und den Lausgängen. Südlich wurden die Portaloruamente erläutert. Wie wir hier vcrwegnehmen wollen, erklärte Herr Dr. Matthaei in seinem späteren Vortrag, daß er zunächst die Zuhörer in kurzen Zügen bis au die Stelle führen wolle, wo der Wetzlarer Dom tn die Baugeschichte eingreist. Er wies nach, wie sich die gesammte Bauentwicklung um das Problem deS Stützens und Lastens dreht und wie der gothische Stil diese Aufgabe löst durch eine stärkere Betonung der strebenden Kräfte. Diese Ideen kommen von Frankreich und wie die Arnsburger Kirche ein Denkmal der burgundischen Richtung der Nudimentärgothik ist, so ist die Wetzlarer Stiftskirche in ihren Südosttheilen ein Denkmal des nordfranzösischen Einflusses. Nachdem die von dem Chronisten Chelius aufgebrachten Geschichten von der Entstehung der Kirche als irrig erwiesen wurden, ging der Vortragende zu der Frage über, ob in Wetzlar die Gothik früher aufgetreten sei, als in der Elifabethenkirche zu Marburg. Er erklärt, daß die bisher aufgestellte Reihenfolge fchou deshalb nicht ganz richtig sein könne, weil die Elisabethenkirche in Marburg im Wesentlichen auf St. Seger in Solffons zurückgehe- jedenfalls gehören die genannten Theile der Marienkirche in Wetzlar zu den frühesten Spuren der in Deutschland auftretenden Gothik. Dann wurde über die weitere Baugefchichte im 19. Jahrhundert berichtet. Die Frage, ob eine Restauration des Domes wünfchenswerth erscheine, verneinte der Redner. Es seien so viele angefangene Baupläne, daß die Ausführung eines von ihnen die übrigen erheblich benachtheiligen würde. Gerade das Jneinandergreifen verschiedener Bauperioden mache den Dom zu einem der interessantesten Werke Deutschlands. Dagegen dürfe mau nichts unterlassen, um das Vorhandene zu erhalten, besonders sei in dieser Beziehung viel an den Westtheilen und den Gewölben gerhau. Tas Vorhandensein der im Inneren errrichteten Scheidewand zwischen dem evangelischen und dem katholischen Theil der Kirche beklagte der Redner vom künstlerischen Standpunkt aus und schloß mit dem Wunsche, daß die Entfernung dieser entstellenden und den freien Ueberblick hemmenden Wand recht bald er- 1 möglich! werde. — Nach Besichtigung des Domes versammelten sich die Theilnehmer in dem Saale des „Römischen Kaiser". Hier eröffnete Herr Pros. Buchner in Vertretung des am Erscheinen verhinderten Vorsitzenden die Sitzung. Herr Jagd-Verpachtung. Donnerstag den 16. Febr. l. I, Vormittags 10 Uhr, soll auf dem Bürgermeisterei-Bureau die der Gemeinde Reinhardshain zustehende Wald- und Feldjagd auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. Reinhardshain, 23. Januar 1893. Gr. Bürgermeisterei Reinhardshain. I. E.: [743 Graulch, Beigeordneter. 741] Von einer alten gut eingeführten Lebens • VerficherungS • Gesellschaft wird ein Haupt-Agent unter äußerst günstigen Bedingungen für sofort gesucht. Gest. Offerten unter L 6 227 befördert die Annoncen - Expedition von Haase«« 1tein & Bögler, rr.«G., Frankfurt a. M. __ 7491 Zuverläffia« Nrau od. Müd- cheu tagsüber auf sofort gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Brerrrcholz- Versteigerung in den Wstdungen der Stadt Lich. Mittwoch den 25. Januar I. 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Schwurgerichtsverhandlung merai-Anzeiger" vorgelesen lersönlich vorgeladen waren, tag gedauert habe und haupt- Zrotokoll der Geschworcnm i diesem und dem triten rabical beseitigt. In Beuteln L 35 Jin Gießien Bit Dame, bestehend aus DrebeS LWallenfels, Drogerie, Markt - ■ Küche, zu vermietben. 282,5 rrn Buchen-, Eichen- u. Nadel- Stöcke. »L wt w* direkt aus der Sabril allo aus erster Hand v von Elten & Keussen, Crefeld, DF Ld B I in jedem Maajj su beziehen. Man verlangt VVIWWII* Muster mit Angabe des Gewünschten. Süd-Anlage miethen._________Louis Hellmold. empfiehlt täglich frisch Berliner Pfann« 130] Zwei Zimmer, Cabinet und Küche kuchen, Kreppel, Kaffee« unb Thee« mit Wasserleitung alsbald zu vermiethen gebäck. — Anfertigung von Cremes , im Eckhause Asterweg 50. und Gefrorenem in vorzüglichster Qua- Ruckstuhl 11. 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Januar. Die vielbesprochene und die viel umkämpste Bürgermeisterwahl ist heute durch eine zweite Wahl zum Abschluß gebracht worden. Als Sieger ging aus der Urne der schon bet der ersten Wahl gewählte Kandidat, Hem.- Johannes Müller, mit einer Majorität von 11 Stimmen hervor. Stockstadt a. Rh., 15. Januar. Der von Hehl fchc Förster, Herr Bauer, schoß gestern aus dem Gute Schmittshauscn einen ungewöhnlich starken Seeadler, eine in hiesiger Gegend große Seltenheit. Der „Oberhessische Geschichtsverein" in Wetzlar. Durch ungünstige Umstände mancherlei Art war der seit lange geplante Ausflug des Oberhessifchcn Geschichtsvereins nach Wetzlar immer wieder verzögert worden und als der Tag (Sonnabend) -endlich gekommen war, verhinderte dräuender Schneesturm eine regere Betheiligung, wie sie sonst wohl zu erwarten gewesen wäre. Um so zahlreicher waren die Wetzlarer Herren erschienen, um den Verein und seine Bestrebungen aus eigener Anschauung kennen zu lernen. — Zunächst wurde unter der fachmännischen Führung des Herrn Dr. Mathaei der Dom besichtigt. Da die sonst empseh- lenswerthe Betrachtung eines Kunstwerkes nach Grundriß, Aufriß und Querfchnitt sich bei dem complicirten Wetzlarer Dom nicht gut durch führen lasse, schlug der Führer die historische Reihensolge der Bautheile als Leitmotiv vor. Man begann mit dem sogen. Heidenthurm, d. h. mit den stehen gebliebenen Westthürmen der im 12. Jahrhundert vollendeten romanischen Kirche. Das Wesen romanischer Bauweise wurde daran erläutert. Die jetzige Ornamentik der Vorhalle zwischen den Thürmen verdankt ihr Entstehen einem Anbau, indem später, wie an dem Steinwerk deutlich zu erkennen ist, Stücke aus verschiedenen Bautheilen hier eingesetzt und miteinander verbunden wurden. Alsdann wurde der nächstälteste Bautheil, der Chorschluß, besichtigt. Die Westjoche .des Chorhauses und der südliche Flügel des Querhauses zeigen srühgothische Formen und in den Fenstern ein noch einfacheres Maßwerk, als die Elisabethenkirche zu Marburg. Das Aeußere dieser Bautheile weist besonders deutlich auf nordsranzö- sische Muster (Noyon und Soissons) hin. — Im Inneren wurden die symbolisirenden Consolenornamente erklärt. - Im Langhaus wird uns deutlich, daß die Nordseite mit ihrem Maßwerk und freier profilirten Rippe einer glänzenderen Periode der Gothik angehört. Der nordwestliche Vierungspfeiler, sowie der prachtvolle leider entstellte Lettner fst. deutscher „ „ „ 4 favrz. , „ „ , 1 50 von bestem Geschmack und Gehalt empfiehlt die 656 Adler-Drogerie Seltersweg 39. Han erinnert sich wohl noch fahren auf dem Perron der ftabt sich ereignete, indem lz von Stuttgart, der den offenen Schacht stürzte und GchrnerMirrung stard. iaxbatyi gerichtlich belangt 13 Resultat, daß dir jen hat, der Hinterbliebenen talabsindung Don 60000 , Ein ganz eigenthüm- in Tagen in einem Orte usgebrochen (Wersau). Zu ligen Lehrer gehört u. A. i Winter für das nothlge n und dasselbe während den t haben, da es an einem nun seit einigen Tagen scheint diese Verpflichtung gefallen zu sein, denn sie n den Gemeinderath. W E nicht entsprochen, sondm L unb di- WM Infolge dieses WW SSÄT« *!ä- äAbs *‘tr Ja -'K- j'tf sJsäFj «•tS Jett«1'“ * •*5 Flur I Nr. 961 — 19 Meter Hofraum mit Stall auf dem Asterweg, Flur I Nr. 962 — 125 Meter (Srabgartm daselbst, „ r Flur I Nr. 968 — 56 Meter Hofralihe daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 23. Januar 1893. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A-: Bogt. 752 __-.TM —TT T Tin mittlerer Stock per 1. April anderweit HUSTENSTILLERk^rmkt^_______M bestbewährteä Hustenmittel. 501] SchSn- M-m,«den - Wohnung, 3 Zimmer (2 mit Cabinet) nebst allem Zubehör und Wasserleitung per 15. April District Langebuchen. Lich, am 17. Januar 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich- Walz. 627 Jagd - Dttpachtung. Die der Gemeinde Nidda in dasiger Gemarkung zustehende Feld- und Wald-Jagd — ca. 930 Hectar Feld und 52 Hectar Wald — soll Donnerstag den 26. l. Mts., Vormittags 9 Uhr, im Rathhaussaale an den Meistbietenden auf 6 Jahre verpachtet werden. Nidda, den 17. Januar 1893. Großh. Bürgermeisterei Nidda. 687] Ein gutes Zugpferd zu verkaufen, 5« oder djährtges, unter drer die Auswahl. Fuhrunternehmer H. Herz Verger, Rodheimerstraße 6. Apfelsinen in prachtvoller Waare, ä. Stück 8 empfehlen Drebes & Wallenfels, 584] 21 Marktplatz 21. vermischtes. * Frankfurt, 20. Januar. Ein zehnjähriger, seit mehreren Tagen vermißter Schulknabe wurde, wie der Polizeibericht meldet, gestern Abend unter der Umermainbrücfe erfroren aufgefunden. * Hamburg, 20. Januar. Die Behörde verbot, wie die .„Hamb. Nachr." melden, den betreffenden Rhedereien, zukünftig farbige Mannschaften anzumustern. * Augsburg, 20. Januar. Die Mechanische Baum vc'll- spinnerei und Weberei Augsburg schließt mit einem Gewinn von 851 744 Mark und schlägt eine Dividende von 230 Mark vor. * Augsburg, 20. Januar. Die Aetienziegelei Augsburg schließt mit einem Reingewinn von 9 287 Mark und beantragt 8pCt. Di vidende. Verkehr, Land- und volkswirLyfchnst. Grünberg, 21. Januar. Fruchtpreise. Weizens 1620, Korn JtOOOO, Gerste JL. 15.00, Hafer JL 14.00, Erbsen Jt 00.00, Linsen vfc 00.00, Wicken 00.—. Lein JL. ——, Kartoffeln JL — —, Samen J6 —._____________________ Kpielpla« der vereinigten Aankfurter ^taMheatrr. Opernhaus. Dienstag den 24. Januar: Lucia. Hierauf: Puppen fee. Mittwoch den 25. Januar geschlossen. Donnerstag den 26. Januar: Tannhäuser. Freitag den 27. Januar- Die Hermannsschlacht. Samstag den 28 Januar: Basti en und Bast renne. Hieraus: Entführung aus dem L-erail. Sonntag den 29. Januar, Nachmittags 3Vs Ubr: Fledermaus. Abends 7 Uhr: Liebestrank. Hierauf: Ballet. Montag den 30. Januar: Don Juan. Schauspielhaus. Dienstag den 24 Januar: Weh dem, der lugt. Mittwoch den 25. Januar: Galeano. Donnerstag den 26. Januar: Doctor K lau tz. Freitag den 27. Januar geschlossen. Samstag den 28. Januar: Die Journalisten. Sonntag den 29. Januar, Nachmittags 31/0 Ubr: Ortentreise. Abends 7 Uhr: Zwei glückliche Tage. Montag den 30. Januar: Zwei glückliche Aage. Dienstag den 31. Januar: Minna von Barnhelm. AirchNcheAnzeigen Ser evang. Gemeinde. Bibel stunde am Montag den 23. Januar, Abends 8 Ubr, in der Kleinkinderschule; Marcus Gap. 3, Bers 20: die Desen göttlicher Erbauung und menschlicher Sünde; Verwandtschaft tm Himmelreich. Pfarrer Dr. Naumann. Hderhrsßsitzk Mnbahnrn. Die Lieferung von Betriebs- und Werkstättematerialien für die Zeit vom 1. April 1893 bis 1. April 1894 soll vergeben werden Lieferungsangebote sind spätestens bis zum 6. Februar l. I., Vormittags 10 Ubr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, an uns einzusenden. Bedingungen nebst Materialien - Ver- zeichniß können gegen Franco-Einsendung von 65 J durch unsere Kanzlei bezogen werden. Gießen, den 12. Januar 1893. 710] Großherzogliche Direction. Kreppel t4«nd» Ed pr Hennings 1414] SetterSweg 14» 744] Möblirtes Zimmer an einz. Herrn ~... .... oder zwei Arbeiter z. v. Weidengasse 6. ~ ttdler«Drogerie SetterSweg 39. | i27j Möblirtes Zimmer, eoent. mit <♦ Cabinet, mit 1 oder 2 Betten an 1 oder ll* Herren zu vermiethen.^ MLuSvurg 7. Scheitholz i Ladeu Ä5Ä empfiehlt billigst l279 raum und Keller zu vermiethen. K. 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Bei der Geldsülle deS offenen Marktes und dem günstigen Stand der Wechselcouric kann dieser Schritt aber kein Bedenken erregen, und er hat daher allgemeine Billigung erfahren. Die Rentencourse habm bei dielen finkenden ZknSfätzm weiter angezogen; namentlich bei deutschen Anleihen ist die« der Fall, da die neuen Emissionen ver» muthltch noch einige Zeit aus fich warten lassen werden, und da ;u gleicher Zett auch Paris eine etwas berubialere Haltung zur Schau trug, fo find auch die internationalen Rentenwerthe gebessert. Musikal. Hausfreund Plättrrf. auszewählie Lalonmusik. V. Jahrgang. Monatlich 2 Lummern (mit leit» Beilage). Preis pro Quartal 1 X 388) Ankauf von MSbeln und HauShaltungsgegenttLnden. 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ES sollte Niemand unterlaßen, sich durch eine Probe von der Gute dieses Genußmittels ersten Ranges zu überzeugen. Preis: 40 Pfg. das V2 Kilo - 20 Pfg das ’/* Kilo. Allein berechtigter Fabrikant ist: August Feine, Mainz. »M Prämiirt mit goldenen Medaillen und Diplomen. ■■ Zu haben in Gießen bei Herren: L. Kalkhof Wwe., Gustav Walter und Hch. Zell. [277 Weitere Verkaufsstellen werden gerne errichtet. Vorträge im Gewerbverein. Dienstag den 24. Januar, 8 Uhr Abends im Saale des Cafe Balzer: Vortrag des Herrn Reuter, Secretär der Großherzoglichen Centralstelle für die Gewerbe, über. „Die Einheitszeit nach Stundenzonen" nnii spkliell über „Die Mitteleuropäische Zeit". Auch Nlchtmitglieder des Gewerbvereins sind zu diesem Vortrag freundlichst eingeladen. Coursbericht vou E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 23. Januar 1893. Schlußes mit 1 Uhr 15 Mtn. Börse»wothe«deriche von E. WasserNehleben, Bankgeschäft. In der Erwartung einer baldigen Veröffentlichung der Prospecle für die österreichisch - ungarischen Convei sionen hat die Börse ihre feste Haltung in der abgelaufenen Woche fast ohne Einschränkung bewahrt. Der Kaufbegehr trat namentlich in den btiben ersten Tagen stark hervor nnb führte zu einer weiteren Erhöhung ber Courfe von speculativen Actien. Man hat tiefen Kaufbegehr vielfach mit Deckungen zu erklären gesucht, unb in ber Thal werden diele wohl auch eine Rolle dabei gespielt haben, daS beweisen schon die bekannt gewordenen Zwangsdeckungen der vergangenen Woche. Indessen scheint dieses DeckungSbedürfntß doch einigermaßen überschätzt zu werden, denn die vorhergehenden Liquidationen mit ih en finkenden Deportiätzen hatten doch unzweifelhaft eine starke Verminderung der Baisseengagements nachgewiesen, und wenn jetzt die Course so nachhaltig in die Hohe gehen, so liegt die Dermuthung nahe, daß Metnungskäufe eine bedeutende Rolle dabei spielen. Ob das Eine ober bas Andere ber Fall ist, wirb für die Be- urtheilung der Stabilität des Eoursntveaus nicht ganz bedeutungslos sein, denn naturgemäß würden die Course bei dem gegenwärtigen hohen Stand um so leichter wieder rückgängig werden, je mehr die Hausseengagements überwiegen. Jedenfalls ist indessen das Eine erfichtltch, daß die Beweflung wieder vollkommen speculaliv ist. Man treibt die Course aus ein einzelnes Geschäft hin, von dem man sich günstigen Einfluß auf Factoren verspricht, die zu ändern bisher nicht in der Macht Der Börse lag. Die wirthschastltchen Verhälmisse aber, auf welche zuletzt doch Alles ankommt, haben sich keineswegs gebessert, sondern ber unglückliche Strtke in ben Kohlenrevieren hat sie jebenfalls weiter verschlechtert unb bei ber beftänbig drohenden Gefahr eines erneuten Ausbruchs der Cholera ist wenig Gutes für sie zu et hoffen. Die gefürchtete Seuche ist ganz plötzlich mit großer Gewalt in einer Irrenanstalt bei Halle aufgetreten. Wenn das bei —20° R. pafsiren kann, welche Aussichten blühen uns bann, wenn bte Temperatur erst roteber ebensoviel über ben Nullpunkt gestiegen ist ? Der Strikc in ben Kohlenrevieren ist fast vollkommen beigelegt unb im Montanmarkt war bte Stimmung daher fortgesetzt fest. Die ungewöhnliche Kälte, die einen starken Kohlenoerbrauch bedingt, bat bieselbe weiter begünstigt, unb in der Thal scheinen sich auch die Kohlenpreise für sofortige Lieferung etwas gebessert zu haben. Ob indessen der Str'ke irgendwelche wesentliche Verschiebungen der Adsatzverhältnisse hervorgerufen hat, wird sich erst in einigen Tagen feststellen lassen. Die Wahrscheinlichkeit spricht dcttür, baß bieS nicht ber Fall ist, baju war ber Strike zu kurz unb nicht ausgedehnt genug und so wird vermuthlich Alles beim Alten bleiben. Der Versuch des jungen Khedioen von Egypten, einmal auf eigene Faust zu regieren, hatte am Mittwoch eine kleine Abschwächung zur Folge, bte aber bald überrounben würbe, weil man roteber bte Dalutaregultrungsoperattonen in bas Treffen führte unb auch bte Nachricht verbreitete, die österreichische Crebitanstalt würbe eine Filiale in L'onbon errichten. Die Letzteren stiegen baher nochmals auf ben höchsten Cours ber Woche, aber bte deutschen Actten konnten schon nicht mehr folgen, und alS am nächsten Tage die Verhandlungen über bte Börsensteuer im Reichstag begonnen, würbe bte Tendenz allgemein roteber schwächer. Die Verband langen zeigen jebenfalls, rote ungemein populär bte Vorlage ist, unb baß bte Mehrzahl ber Herren Abgeorbneten mit einer burch keinerlei Sachkenntniß getrübten Unbefangenheit — wie Singer richtig bemerkt, — sich darüber vernehmen lassen, so wird die Vorlafle jedenfalls Gesetz roerben. Die Börse mag sich baher bei Zetten auf die veränderten Verhältnisse einrichten. Sie zeigt freilich hierzu noch kemerlei 'Jteifluna, denn die geringe Abschwächung, die an den beiden letzten Tagen sich vollzog, kann der Wichtigkeit ber Vorlage nicht angemessen erscheinen. Vorläufig erweisen sich bie bevor- sichenben Finanzgeschäfte unb die dunklen Anbeutungen über ben russischen Handelsvertrag als viel zu starke StimulationSmittel für die speculativen Kräfte der Börse, als bah besonnene Stimmen dagegen Gehör finden könnten. Je länger man indessen die Rücksichtnahme auf die kommenden Verhältnisse dinauSzögert, um so einschneidender wird die endlich nothwendige Reaction weiden. Die Abschwächung der letzten Tage bat die anfänglich erzielten Avancen nicht gänzlich verwischen können. DiSconto find zwar von ihrem höchsten Stand etwa % wieder zurückgegangen, schließen aber immer lVs% über dem vorwöchmtlichen "Niveau. Die übrigen deutschen Banken sind wieder auf ben Vergleichs,.ours zurückgesunken, unb nur bei Tarm- ftäbter ist batüber hinaus ein kleiner Verlust entstauben. Crebit zeigen aber noch 4 fl. Gewinn, unb auch bie übrigen Wiener Actien schließen burchweg besser. Der Markt bei TranSpoitwert.e bleibt etwa« vernachlässigt, vielleicht auS Anlaß der Verkehrsstockungen, welche die scharfe Kälte mit sich bringt. Buschtherader Haden von dem oorwöchenttichen Gewinn einen kleinen Theil wieder abgeben müssen. Eourse ber Frankfurter Börse CteaMMUibe«. Kaiser-Panorama, Bahnhofstraße 23, Ccke LSweugaffe. 720] Die^e Woche einzig existirend: Die Nordlandsfahrt Kaiser Wilhelm II. nach Norwegen. U. A : Das Kaifirsch'ff in ben Lofoten, am Nordc"v, sowie Dampfer „Nordland" in Westerfjord, Linderfjord, prachtvoll: »Die Meere-brandung an der Küste Norwegens mit fliegenden Seemöven rc." Diese Ansichten find auf VllerhSckrsteu Wunsch auf dem Begleitdampfer »Nordland" gemacht unb nur in meiner Pano- rama-Verbindiinfl ,,> s^n_____________ Verloren am Samstag Abenb bei bem Stiftungsfest des Krssgervcrelns ein Pat.-Perlm.- Manschetlentuopf. [7570 Abzug geg g. Belohn im lkafb Lett». 570| Wer lehrt doppelte Buch- führung? Offerten nebst Preisangabe xub N an bie Esped d. Bl. Aushülfsstelle Näheres________Schloßgassc Nr. v. 633| Ein cauttonSfähiaer Kaufmann sucht einen Vertrauensposten. (Derselbe würde auch ein altrenommirtefl, rentables Geschäft Übernehmen). • Offerten sub X Y, ev. mit GehaliSang., oU die Exped. d. Bl Gießener Eis-Verein. Tie Cisbahn bleibt bis auf Weiteres geschloffen. 753_________________________Der Vorstand. Versicherung gegen Unfälle aller Art, in und äusser dem Berufe, beim Reiten, Fahren, Jagen, Radfahren u. e. w., gewährt die Frankfurter Transport-, Unfall- □. Glas-Versicherangs-Actien-Gesellschaft in Frankfurt a. M. Grund-Capital Mk. 5,000,000.— Capital-Reserve Mk. 1,016.250.— Die Gesellschaft versichert gegen die Folgen körperlicher UnfäUe unter den vorteilhaftesten Bedingungen zu äusserst mässigen Prämien, je nach Wunsch des Versicherungsnehmers mit oder ohne Rückgewähr der eingezahlten Prämien und garantirt bei sehr ausgedehnten Rcspectfristen für Prämienzahlung überraschend hohe, von vornherein feststehende Entschädigungsleistungen im Invaliditätsfalle, bezw bei Verlust von Gliedmassen. Reine-Unfall-Versicherung auf beliebige Zeitdauer. Prospecte, Antragspapiere etc. werden unentgeltlich verabfolgt, sowie jede gewünschte Auskunft bereitwillige! ertheilt von dem Vertreter: [747 Adolf Bieler, Westanlage 45, Giessen. Carl Solms, Spcnglermeister und Installateur, Sonnenstratze 1. Medicin -Bitter. 6901 Suche für Gießen u. Umgeaend zum Verkauf meines rodtb. Mediciu- BitterS welcher von 132 Aerzten untersucht und attestirt, einen cautiontzfäbigen General - Vertreter. Die Kunden werden mit übergeben. Köln, tm Januar 1893. Julius «chützendorf. Tüchtige Verkäuferin sofort gesucht. Offerten unter Chiffre R C an die Erp d- d. Bl. erbeten. [482 657) In meinem Medtctnal-, Drogen-, Chemikalien- und Farben^ Geschäft ist eine Lehrlingsstelle 1« besetzen, jetzt oder später. .____________________Otto Schaaf. 745) Sof ein Mädchen ob fyrarr zur Aush. f. ein St ges. Seltersw. 2, eine Tr. 751J Dienstmädchen mit guten Zeugnissen gesucht.Marktplatz 2. Tüchtiger pserdebursche sofort gesucht. Wo? sagt die Exped. d Bl. [748 660) Ich suche für sofort ein zuver- lässtgetz Mädchen, welches gut kochen kann. Nur solche mit guten Zeugnissen können sich melden bei Fabrikant Heine. Schirmer, Marburgerstraße 4. ~~666J Eintüchtige» Mädchen, welches gut bürgerlich kochen kann, sowie in allen Hausarbeiten erfahren ist, sofort gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl._________ 722] Tommi» gesucht tür ein Manu- facturwaaren-Gefchaft in Marburg. Offerten unter Chiffre R E an die Exved b- Bl. erbeten 13./L 20./I. Cenre vom 13./I. 105.45 105.45 4l/^/oPortug^-A. 88 u.89 28.85 107.— 107 15 5% amort. Serb. Gold- 104.25 104 60 Rente .... 7690 88.20 88 40 50/0 SerbischeEisenbahn- 97.80 98 — Hyv.-Obl. L. A. . 77 90 97 60 97.80 4-/o Schweb. Oblig.l880r 102 95 98.50 98 65 l°/o Türken cono. Ltt. D. 20.85 5®/o Ärgcnt Gold - 8nL 44.20 56.40 56 60 d. 1887 ... 97.40 97.55 3i/i% Egypt. priv. Anl. 94.20 —•— Gisendadv-PeiorttLta«. 40/0 Pfälz. LudwigSbahn (Bexbach) . . . 103.85 104.05 5°/o Südbahn Lombarden 40/0 do. do. 104.55 96.90 104 85 96.80 , Hessische LudwigSb. 3°/o do. do. 63.50 64.— 68 69 garant. . 102.75 102.75 4°/o Prag-Duxer Gold . 100.10 100.20 , Elisabethb. steuerfrei , Rudolf Gold (Salzk.) 100.95 101.25 Gold .... 100.85 101.30 , Franz-Josef Silber 82.40 82.35 5% Oeftr. Staatsdahn . 108.10 108.30 M/o ftaatl. garant. Jtal. 56.70 56 85 4% do. do. 101.— 101.30 Eisenbahn . . 3% do. do. 3% Lioorneser . . . 64.35 64 10 I.—VHTEmiss. 81.80 81.80 4o/g Russ. Südw -Eisend 94.70 95.05 So/g do. ErgänzungSnetz 5°/o Nordwestbahn Gold 79 40 107.85 79.30 108 40 4o/g WladttawkaS garnt. 40/0 gar. Sardin.Sec.stfr. 93.50 79.05 94.20 79.8* »isenb a-n-Vletie«. LudwigShafen-Bexbach. Hessische LudwigSbahn. 221.70 222.10 I Galiz.CarlLudw.-B.-«ct. 1845/, 1847, 110.10 11025 Orst Nordw.-Bahn Ltt.v. 196'/, 196-/, Pfälzische Nordbahn . 114.20 113 70 Gotthardt..... 153 — 151.40 Lübeck-Büchner . . . 140.50 139 — Jtal. Mittelmerr . . 100.30 100 65 Bontvetien. Deutsche ReichSbank . 147 60 148 10 Dresdener Bank. . . Mitteldeutsche Creditd. . 138.70 138 80 Berlin. Handelsgesellsch. 136 60 136 50 96.10 96.10 Deutsche Bank . . . 154.70 153.50 Wiener Bank-Verein . 88»/, 997, DeutscheGenosienschftSb. Württemd. Vereinsbank 123.30 123.60 v.Soergel,ParrifiuSLCo. 116.50 116 50 Deutsche VereinSbank . 103.40 104.20 Audustrie-Aetie«. Bmding-Brauerei . . 160.— 160 — Deutsche VerlagSanstalt 179.— 178.80 Stern- do. (Oberrad) 135.20 136.— Farbwerke,oorm.Meifter, 288.— 283.— Bad. Anilin- il Soda- Lucius 4 Brüning. fabrtk .... 282 80 282.95 RiebecfscheMonianwerke 161 50 162.— Htbernia Bergw.-Ges. . 107.25 108 80 Bochumer Gußstahl 115.60 117.55 Pfandbriefe. 40/0 Franks. Hyp.-Pfdbr. 4"/oDeuttcheGrundschld.- 102 — 102.— v. 91 ab . . . 103.— 103.— Bk.-Pfandbr. 3^/oFrnkf.Hyp.-Pfdbr. 96.50 96.50 3V»Yo do...... 97.— 97.— 4o/oPreuß^>yp.-Act^Bk.- Pfandbr. . - - 102 30 102 30 3V °/o Rhein. üyp^Bank- Pfandbr. . . . 95 95 96.— 40/o VrnItz. Centr.-Bod.- Cred.-Psandbr. btv 97 20 97 50 4"/ Meininger Psandbr. 101.— 101.— 4°/# do. do. unkündbar bis 1900 102.— 102.— 1885 ..... 101.45 101.35 Soose. Dtftr. 1860t fL500=ßoofc 128.80 128 80 Braunschweig. 20 Thlr^ 104.60 „ 1854v fl. 250-- „ 128.10 128.25 Loose .... 104.70 40/0 Meininger Prämien- 3°/0 Oldmburger Loose. 127 — 128.4* Psandbr. . . . 129.35 130.80 3l/»»/oKöln-MtndnLoose 132.80 133.50 «marUanische Gisendadn-DondO. 8o/vChic.Milw.f.St.Paul 40/0 Chicago Burlington Prt., rückzahlb. 1910 . 113.90 115.35 "Nebraska 1927 . . 84.30 85.95 50/oChtc.MUw.f.St.Paul 4Vi% California Pacif. 107 10 Prt., rückzahlb. 1921 . 107.20 107 30 I. M., rückzahlb. 1912 60/oPacifwfMtssouri ccn» 107.10 6°/o Centr. Pacif. l.Mrtg. 108 80 108.50 rückzahlb. 1896 . . —.— 104.30 soltbated I. M. r. 1920 Diverse Obligationen. 50/0 Buderus-Obligat. 104.— 104.30 40/0 Stsenbahn-Rentmb.» Obligat. . . | 100.40 100.46 3 pCt. RetchSanlethe 86 50 4 pCt. Ung. Gold-Rente 96.70 37r vEt. do. ICo 40 5 pCt. Jtal. Rente 91.60 3 pCt. Preuß. ConsolS 86.70 3 pCt. Portugieim 2150 37, pEt. do. 100.80 4 pCt. Griech. MonopoUAnl. 5660 DtSconto-Command^Anth. 18190 Lomb. E--B.-Ac1. 79.87 Darmstädter Bank-S.ct. 132 80 Buichcherader E^-B^Act. 386 87 Dresdmer Bank-Act. 138 40 Elbthal-Bahn-Act. 196 87 diordd. Lloyd-Act. 93 GO Gotthard-Bahn-Act. 151.40 Wiener Bankver.-Sci 99 62 Schweizer 3iordost.»B^Lct. 102 30 Oeft. Credit-Act. 270.76 Mainzer L.-B.-Act. 11020 Jtal. Mittelmeerdahn Act 100 00 Marienburger E.-B^Lct. 59 70 Gelfenk. Bergw^Lct.' 132.001 Ber. KönigS-Laurah^Aet Tendenz: fest. 94.40 Ätbarttea: Tchesd». — Druck unb Lerlag der Brühl'schev Druckern Fr. Ehr. Pietsch) in Dießen.