Hoheit der Großherzog Platz genommen, ritt ein Zug der Leib-Dragoner als Ehren-Cortöge. In mehreren Wagen folgten die Herren des Gefolges. Auf der Fahrt nach dem Großherzoglichen Residenzschloß durch die reichbeflaggte Rheinstraße wurden die beiden Fürsten enthusiastisch vom Publikum begrüßt. Bei der Einfahrt in das Großh. Refidenzschloß stieg auf demselben die Flagge Sr. Königl. Hoheit des Prinz- Regenten empor. • Berlin, 21. November. Der Bundesrath hielt am Montag eine wichtige Plenarsitzung ab. In derselben wurden vor Allem die neuen Reichssteuer-Vorlagen definitiv genehmigt und zwar vorwiegend nach den Anträgen der Ausschüsse. Die vielverbreitete Annahme, die Steuergesetzentwürfe seien schon im Bundesrathe auf größere Schwierigkeiten gestoßen und es ließe sich darum der Zeitpunkt der Erledigung dieser Vorlagen in genannter Körperschaft noch nicht feststellen, hat sich also als unzutreffend erwiesen,- wenn aber wirklich gewisse Hinderniffe existirten, so sind dieselben rasch genug überwunden worden. Wetter genehmigte der Bundesrath in seiner außerordentlichen Sitzung vom Montag noch die Vorlage über die Neuregelung des Finanzwesens im Reiche, den Gesetzentwurf, betreffend die Gewährung von Unterstützungen an Invaliden aus den Kriegen vor 1870 und an deren Hinterbliebene, die Vorlage über den Schutz von Waarenbezeichnungen, sowie die Novelle zum Unrerstützungswohnsitzgesetz. — Mit diesen unverzüglich an den Reichstag gelangten Vorlagen ist für p a r l a m e n t a r i s ch e n Berathungsstoff auf lange hinaus gesorgt und werden die ersten Lesungen aller dieser gesetzgeberischen Sachen und daneben auch die Generaldebatte über den Etat genügen, den Reichstag bis zum Eintritt der Weihnachtspause zu beschäftigen. Außerdem hat aber das Haus die neuen Handelsverträge mit Spanien, Rumänien und Serbien, welche bekanntlich auf der Tagesordnung vom Donnerstag zur erstmaligen Erörterung stehen, noch im laufenden Jahre zu erledigen, da die jetzt geltenden handelspolitischen Abkommen Deutschlands mit jenen Ländern mit Anfang nächsten Jahres erlöschen. Ob da der Reichstag in der verhältnißmäßig kurzen Frist, welche ihm bis zu den Weihnachtsserien zur Verfügung steht, in der Lage sein wird, sich auch noch mit kleineren Vorlagen, Anträgen, Interpellationen usw. beschäftigen zu können, erscheint allerdings fraglich. Nach der ersten Lesung der Handelsverträge soll übrigens nicht die Generaldebatte über den Etat, sondern zunächst diejenige über die Steuervorlagen folgen; man nimmt in parlamentarischen Kreisen an, daß diese allgemeine Debatte über die Steuerprojecte mindestens eine Woche ausfüllen würde. — Graf Eduard Bethusy-Huc, einer der Begründer der sreiconservativen Partei, ist im Alter von 64 Jahren auf seinem Gute Bankau in Oberschlesien gestorben. Der Verstorbene wirkte bon 1862 an im preußischen Abgeordnetenhause als Mitglied der von ihm mitbegründeten Partei und gehörte später auch dem Reichstage an. Seit 1880 verzichtete er auf jede parlamentarische und politische Thätigkeit. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Korrespondenz- Bureau. Rom, 21. November. Der Ministerialrath beschloß, angesichts des Ausstandes der Telegraphisten sofort mehrere Jahrgänge beurlaubter Militärtelegraphisten ein« zuberusen und diejenigen Beamten, welche den Ausstand angeregt und gefördert haben, zu entlaffen. Bezüglich der anderen Ausständigen, welche den Dienst innerhalb vier- undzwanzig Stunden nicht wieder aufnehmen, behält sich der Ministerrath vor, entsprechende Maßnahmen zu treffen. Kopevhageu, 21. November. Ein starker Sturm wüthete vorige Nacht und heute Morgen an der Nordwestküste Jütlands. Biele Fischerboote sind verunglückt und 37 Fischer ertrunken. Die Noth der Küstenbewohner ist groß. ______________ Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 28. November. Zu dem im „Reichsanzeiger" veröffentlichten Abkommen Deutschlands mir England über das Hinterland von Kamerun schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.", daß das Hinterland in finanzieller Bedeutung der Küste nicht nachstehe. Schon jetzt betragen die Einnahmen jährlich 660000 Mark. Die Sicherung der deutschen In« tereffen sei nur Nachtigall zu verdanken, wenn man auch noch langwierige Verhandlungen habe führen müssen, um England zu einer Concession zu veranlassen. Nunmehr seien aber alle Uebergriffe ausgeschlossen und Deutschland stände das Gebiet bis zum Toadsee am Flußgebiet des Schari offen. Berlin, 21. November. Der Kaiser hat Mittag« im Neuen Palais das ReichstagSpräsidium empfangen und demselben den Wunsch eines guten gesegneten Fortgangs der parlamentarischen Arbeiten ausgesprochen. Berlin, 21. November. Sämmtliche Reichssteuer« und Finanzreformgesetzentwürfe sind heute dem Reichstag zugegangen. Berlin, 21. November. Zu der Blättermeldung über die Unterhaltung des R e i ch s k a n z l e r s mit dem Abgeordneten Manteuffel wird officiös erklärt, der Reichskanzler habe in der Unterhaltung versichert, die verbündeten Regierungen und speciell die preußische Regierung seien bereit, für die Landwirthschaft zu thun, waö sie thun könnten; ferner bemerkte der Reichskanzler, ein wesentlicher Grund für die gegenwärtige Calamität liege in der Verschuldung durch Erbtheilungen, bet welchen zeitweise eine über den realen Werth hinausgehende Steigerung der Güterpreise erfolge. Berlin, 21. November. Am Donnerstag den 23. November finden in Berlin sechs große Volksversammlungen gegen die Tabaksteuer statt. Molkenbuhr, Meister, Legten, Herbert, Elm und Schmelfeld werden sprechen. Berlin, 21. November. In der heutigen Sitzung des Tabakarbeitercongresses ist eine Resolution ein« gegangen, in der auf das Entschiedenste gegen die geplante Tabakfabrikatsteuer und gegen jede weitere Mehrbelastung',deS Tabaks protestirt wird. Die Resolution, in welcher ferner der Reichstag dringend gebeten wird, alle diesbezüglichen Vorlagen abzulehnen, ist« damit begründet, daß durch die Steuer ein ConsumrÜckgang um 331/3 Procent eintreten werde, wodurch wiederum viele Arbeiter beschäftigungslos werden würden und auch der Tabakhandel geschädigt werden würde. Am Schluffe der Begründung der Resolution wird behauptet, daß die Tabakindustrie nach Annahme der Steuer in eine geradezu entsetzliche Lage gerathen würde. Köln, 21. November. Von der russisch-polnischen Grenze wird der „Köln. Ztg." bestätigt, daß der Noth st and zu nehme. Handel und Wandel stockt vollständig - auf den Märkten stehen Tausende von Kühen und Pferden, ohne Käufer zu finden. Die Landeserzeugnisse sind auf einen unerhört niedrigen Preisstand gesunken, der Wucher blüht. Man sehe recht ungeduldig dem Ausgang der Zollverhandlungen entgegen, denn in den weitesten Kreisen habe sich die Meinung festgesetzt, die gegenwärtige wirthschaftliche Noth rühre hauptsächlich vom Zollkriege her. Die Stimmung unter den Grundbesitzern ist eine recht verzweifelte. Lübeck, 21. November. Wegen Hochwassers ist der Verkehr auf der Lübeck-Travemünder Eisenbahn eingestellt. Hamburg, 21. November. Unweit Helgoland ging der englische Dampfer Electra unter; die gesammte Mannschaft wurde gerettet. Wien, 21. November. Wie die Zeitungen melden, hat die Gräfin-Wittwe Hartenau unter der Bedingung eingewilligt, daß der Leichnam des verstorbenen Grafen Hartenau nach Bulgarien überführt wird, wenn auch sie nach ihrem Tode an der Seite ihres Gatten beigesetzt werde. Wien, 21. November. Einzelne Blätter erwähnen in auffälliger Weise, daß der russische Hof seine Abneigung gegen den verstorbenen Fürsten Alexander auch nach dessen Tode documentirt, indem, trotz der nahen Verwandtschaft, von Petersburg bisher keine Beileidskundgebung eingetroffen fei. Graz, 21. November. Die Grabrede des bulgarischen Ministers Grekow machte einen tiefen Eindruck. Der Minister betonte, der verstorbene Fürst Alexander habe durch die freiwillige Niederlegung der bulgarischen Krone nach der Schlacht bei Slivnitza zum ersten Male Bulgariens Freiheit und Unabhängigkeit gerettet. Paris, 21. November. Der Kriegsminister hat 400 Begnadigungen unterzeichnet, der Justizminister 18 Begnadigungen von Schuldigen aus den Unruhen des Quartier Latin. Paris, 21. November. Im Canal La Manche wächst der Sturm immer mehr- fortwährend laufen neue Nachrichten über Schiffbrüche und Menschenverluste ein. Der telegraphische Verkehr ist glücklicherweise nicht gestört worden. London, 21. November. Nach einer Meldung des „Daily Telegraph" aus Petersburg glaubt man in dortigen ein- geweihten Kreisen, daß dem in Aussicht genommenen Besuche des russischen Mittelmeergeschwaders in Konstantinopel eine russisch-türkische Alliance folgen werde. Nelidow arbeite schon lange auf ein solches Bündniß hin. Der Vertrag würde die Verbürgung der Besitzungen des Sultans im Falle eines Krieges enthalten, während Rußland für alle Zeiten das absolute Recht der Dardanellendurchfahrt für seine Kriegsschiffe eingeräumt werde. 1893 Donnerstag den 23. November Mr. 276 Erstes Blatt Kenerat-Ztnzeiger A-rchpcech« 5L Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren Hratisbeikage: Gießener Aamittenölätter Amtlicher Theil 6tlr Aerrer W */f ober ao/j FW v. Gagern. ihen. Innahmr von Änjtigen zu bet Nachmittag« für den felgen!en Tag erscheinenden Nummer bi« Sonn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux de« In- und Äu«(anbe« nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Johannes Pfeffer von Münster ist zum Wasen- «ristcr der Gemeinden Munster und Ettingshausen ernannt »ad in dieser Eigenschaft verpflichtet worden. Gießen, den 21. November 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Schönes Logis zu txrml' „Schöllt AE IHe Gießener .tu d-7« Anzeiger n chntt'!d dreimal br^degt HE. Der Mentt Anzeiger .richetnt täglich, •d Ausnahme be« Montag«. Bekanntmachung, die Anstellung eines Wasenmeisters für die Gemeinden Münster und Ettingshausen. Ar je 3 H n rolr fist ins Ham Gießen, den 21. November 1893. 'Jetn: Den Wiesengang. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen m »W »r-tzh. Bürgermeister eie» M «reifes Soweit Sie unserer Verfügung vom 18. October l. I. — Kreiöblatt Nr. 246 — noch nicht nachgekommen sind, ninnern wir Sie an deren Erledigung binnen 8 Tagen. v. Gagern. a-ten « Preise.) mW M* .uciBittaufie««* vru«^ i» Modischen Porp eC jh unii MjJ pr® EL- öhtNisch Gr ,4A ober FranMüw (tonltl) 111 titr «/j fflolttn. Pilsum A) Wtx-.Wtt br. Röbrle,» ‘■her, isse 8, 2. st BismEroßeN.grgW le, ist ber 2. Stoch KM lern rc., sofort anbtrci en. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Arbeiten an dem SelterSthor ist ^er Verkehr mit Fuhrwerk vom SelterSthor bis zur Wolken- ,gaffe von Donnerstag den 23. l. M. an auf einige Tage gesperrt. Gießen, den 22. November 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Familien-Lcgis zu wm. olllll. Wtve.,» Ein schön möblirl»/'---' fferen Henn per-'rJ- (i neraMm. Deutsche» Reich. Darmstadt, 21. November. Zum Empfange Sr. Königl. .Hoheit deS Prinzregenten Luitpold von Bayern lütten sich an dem Bahnhof der Main-Neckar-Bahn kurz vor 2 Uhr eingefunden Se. Kgl. Hoheit der Großherzog, Se. Großh. Hoheit Prinz Wilhelm, Se. Hoheit Prinz Albert zu Schleswig-Holstein, die Generalität, sowie zahlreiche Offiziere, Se. Excellenz Staatsminister Finger, die Obersthofchargen. Auf dem Perron hatte eine lombinirte Ehrencompagnie deö Großherzogl. Leib-Garde- Regiments mit Fahne und der Regimentsmusik Aufstellung genommen, während auf dem Platze vor dem Bahnhof eine (j&cabron des 2. Großh. Hess. Drag. - Regiments (Leib- Dwag. - Regts.) Nr. 24 aufgestellt war. Die Dragoner trugen die Lanzen mit den roth-weißen Fähnchen. PräciS 2 Uhr fuhr der Sonderzug unter den Klängen der bayerischen .-lönigShymne im Bahnhof der Main-Neckar-Bahn ein. Se. ASnigl. Hoheit der Großherzog eilte auf den Salonwagen, welchem Se. Königl. Hoheit der Prinz-Regent entstieg, zu und war die Begrüßung der beiden Fürsten eine überaus herzliche. Nach Vorstellung der Herren des beiderseitigen Ätfolges sowie der anwesenden hohen Functionäre schritt Äe. Königl. Hoheit der Prinz Regent die Ehrencompagnie ab-, worauf dieselbe im Parademarsch mit der Musik defilirte. D'ie höchsten Herrschaften bestiegen sodann den vierspännigen Wrrgen, dem zwei Spitzenreiter vorausritten und setzte sich brr Zug in Bewegung. Vor und hinter dem Wagen, in wslchem Se. Königl. Hoheit der Prinz-Regent und Se. Königl. & ifen. Mliutig, 4 Zimmr, et&en.____________Stlictftwy. Bahnhosstraße 6:3. gtrxf . Näheres NeM auf, ‘Willi n »äs Bekanntmachnng, bett. Maul- und Klauenseuche zu Langd. Nachdem feit dem Erlöschen der Maul- und Klauen- Iruchr in der Gemarkung Langd Seuchenfälle nicht mehr aus- zrtreten sind, haben wir Großh. Bürgermeisterei Langd die trlaiibnife zur Ausstellung von Gesundheitsscheinen für Rind- rith, Schafe, Ziegen und Schweine, welche von Händlern msgeführt werden, ertheilt. Gießen, den 21. November 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___v. Gagern.__________________ Gießen, am 21. November 1893. 19elT.; Den Nundgang der Feldgeschworenen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen te die Grssth. Vürgermeiftereie« des «eeifes. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 3. October l. I. — Kreisblatt Nr. 237 — noch nicht nach- -gekommen sind, erinnern wir an Erledigung derselben binnen 8 Tagen. Greßener Anzeiger W fconlon, 21. November. Die englische Presse fordert allgemeine Vermehrung der Flotte, namentlich im Mittelmeere. Die Handelskammerberichte, sowie die Ergebnisse der Verwaltungen begründen eine Verstärkung der Schiffszahl. Man schätzt die Kosten dieses Flottenzuwachses auf nahezu 23'/z Millionen Pfund Sterling. Im „National Review" will der ehemalige Marineminister Hamilton nähere Einzelheiten über den Plan veröffentlichen. Petersburg, 21. November. Obschon die Ernte in Rußland in diesem Jahre sehr gut war, so haben doch die Gouvernements Olonaz für 235,000 Rubel, Petersburg für 50,000 und Nowgorod für 60,000 Rubel Getreidedarlehen zur Saat und DolkSernährung von der Regierung erbitten müffen. Localer und provinzieller, Gießen, 22. November 1898. Verzeichuiß der Geschworenen für die am 4. Tecember beginnenden Schwurgerichts-Sitzungen. 1. Ferdinand Pröscher In Schotten, 2. Philipp Rühl in Trohe, 3. Lorenz Kremer II. in Ober-Mörlen, 4. Jacob Schimpf in Butzbach, 5. Eberhard Döll in Alten Buseck, 6. Johannes Dippel in Reibertenrod, 7. Friedrich Fendt in Büdingen, 8. Gottfried Repp III. in Homberg, 9. Ernst Katz in Atzenhain, 10. Konrad Eurich in Unter-Wegfurth, 11. Heinrich Rühl in Freienseen, 12. Heinrich Leihmann in Maulbach, 13. Beigeordneter Höhler in Angenrod, 14. Dr. Gg. Ludwig Adolf Mettenheimer in Gießen, 15. Heinrich Birkenstock III. in Ranstadt, 16. Ludwig Kattrein in Gießen, 17. Heinrich Konrad Schäfer in Altenstadt, 18. Karl Wilhelm Nowak in Gießen, 19. Karl Steuernagel in Unter-Sorg, 20. Wilhelm Schmidt in Rödgen, 21. Graf Waldemar von Oriola in Büdesheim, 22. Konrad Rockemer in Schotten, 23. August Hermann in Winnerod, 24. Georg Dern VI. in Leihgestern, 25. Wilhelm Völzing IV. in Groß- Felda, 26. Ludwig Petri II. in Gießen, 27. Heinrich Konrad Schneider in Ulfa, 28. Richard Bornemann in Trais-Horloff, 29. Georg Straub II. in RüdingShain, 30. Georg Kuhl in Dorf-Gill. * * Auf das Concert Barth-Spengel möchten wir unsere Leser hiermit noch einmal ganz besonders Hinweisen, wir hatten uns schon früher darüber empfehlend geäußert und können heute auch nur der Sache Förderndes hinzusügen. Beide Künstler dürfen sich Virtuosen im besten Sinne nennen, darunter darf man jedoch im vorliegenden Falle keineswegs an das sogenannte moderne Virtuosenthum denken, das flitterartig die mangelnde Innerlichkeit durch fingerzerbrecherische Kunststückchen zu verdecken sucht und das seine Erfolge nur manueler Geschicklichkeit verdankt. Gerade das Gegentheil pflegen und bezwecken die gedachten Künstler. Der technischen Fertigkeit, der sie auch nicht entbehren und entbehren können, bedienen sie sich als Mittel zum Zweck, nicht als zum Zweck selbst, ihr ganzes Streben geht dahin, gewiffenhafte, geistreiche Interpreten unserer genialen Meister zu sein. Herr Professor Barth ist in musikalischen Kreisen zu wohl bekannt und bedarf unserer Einführung wohl nicht, dagegen entbehrt Herr Jul. Spengel dieser Bekanntschaft eher und ist es daher angebracht, von ihm einige Notizen zu bringen. Wir glauben das ganz kurz thun zu können, um ihn unserem Leserkreis am besten vorzustellen, wenn wir mittheilen, daß kein Ge- ringerer als der Altmeister Joachim mit ihm wiederholt zusammengespielt hat. So finden wir in angesehenen Hamburger Zeitungen aus ganz letzter Zeit (19. October d. I.) Notizen, welche einem Concert entstammen, wo beide Künstler zusammen wirkten, lieber Herrn Spengel, der unö ja im Moment allein iuteressirt, schreibt der berufene Kritiker Sittard: „Von diesem Beifall (den Joachim bekam) dürfte Herr Julius Spengel mit vollem Recht einen Theil auf sich übertragen, denn sowohl in beiden Sonaten (Mozart B-dur, BrahmS D-moll), wie in der technisch überaus schwierigen Phantasie (Schubert C-dur) brachte er von seinen pianistischcn und musikalischen Eigenschaften wieder einmal einen überzeugenden Beweis. ES gewährte eine ungetrübte Freude, dem Zusammenspiel der beiden Künstler zu folgen." Aber auch F. P o h l urtheilt übereinstimmend mit Vorstehendem in den „Hamburger Nachrichten": „Herr Spengel behandelte den Clavierpan mit bemerkenswerther Feinfühligkeit und namentlich für Brahms stand ihm eine reiche Scala weicher, dämmender Anschlagsnummern zur Verfügung, wie sie die Eigenart des Brahm'schen Clavierstils erfordert. Schubert und Mozart spielte Herr Spengel mit blitzblanker Sauberkeit des Passagenwerkes, mit Nobleffe und geläutertem Geschmack." Dasselbe Unheil fällt Goby Eberhardt im „General- Anzeiger" : „Herr Spengel, der in sämmtlichen Stücken den Clavierpan übernommen hatte, zeigte sich aufs Neue als äußerst feinfühliger Pianist, der mit schönem, weichem An« Anschlag eine ungemein durchgebildete Technik verbindet und dcffen musikalischer, empfindungsvoller Vortrag ausS Angenehmste berührte." — Bei solcher Uebereinstimmung dürfen wir an der wahren Künstlerschast keinen Zweifel hegen, fühlen unS vielmehr verpflichtet, daS Concertunternehmen hiermit warm zu empfehlen. * * Wie wir hören, hat sich am 20. dS. MlS. ein neuer Nalfahr-Berein in unserer Stadt gebildet, der den Namen Radsahrclub „Hafsia".Gießen führt. Vorsitzender L. Franke, Schriftführer und Kassirer PH. Meyerhofs, Fahrwart Hrch. Plank, Beisitzer C. Herber. Verein-local ist SteinS Garten. BereinSabende Donnerstag Abend 9 Uhr. ' • * Vereinfachte Gabelsberger Stenographie (System Schrey). Unter den verschiedenen Systemen der Kurzschrisr oder Stenographie ist da- die Basis bildende System von Babelsberger, welches seit 1834 veröffentlicht, da- am meisten verbreitetste und in Erkennung ihrer Bedeutung und Nutzens als facul- tativer Lehrgcgenstand an vielen höheren Unterrichtsanstalten eingeführt. Diesem Grundsystem haften jedoch noch verschiedene, zum Theil sehr empfindliche Mängel an, welche GabelS- * 1 berger selbst keineswegs verkannt, sondern die Hoffnung ge- 1 äußert, daß sein System noch namhaftere Vervollkommnung erblühen möge. DaS Problem nun, alle vorhandenen graphischen Vorzüge, sichere Lesbarkeit, Kürze und Schreibflüchtigkeit mit großer Einfachheit und daher leichter Erlernbarkeit zu verbinden, ist gelöst durch die vereinfachte Stenographie, aufgestellt von dem früheren practischen GabelSberger-Stenographen, Herrv F. Schrey in Berlin. Sofort bei dem Erscheinen der vereinfachten Stenographie trat eine sehr große Anzahl bedeutender Anhänger des GabelSberger und anderer Systeme zu denelben über, ihre großen Vorzüge anerkennend. So äußert sich, unter vielen Urtheilen früherer Gabelsbergianer, u. A. Hauptlehrer Emst Kühler in Repeln bei MörS: „Obgleich ich mich schon lange Jahre der GabelSberger'ichen Stenographie bedient habe und für mich genügend damit fertig werden konnte, so muß ich jetzt bekennen, nachdem ich nur kurze Zeit zur Erlernung und Hebung der vereinfachten Stenographie verwenden konnte, daß ich dieses System lieber als da- GadelSberger'sche an- wende." Ferner: Herr Dr. A. Stamm, Ehrenmitglied des GabelSb. Stenographen-Dereins zu Iserlohn schreibt u. A. : „Die vereinfachte Stenographie geht ganz und gar von den Grundsätzen GabelSbergerS aus, erweitert und ergänzt aber dieselben aus Grund eingehender, mehrjähriger, gründlicher Studien der gewiegtesten Kenner in überzeugender Weise. Einfachere und einleuchtendere stenographische Grundsätze kann Schlitz, 20. November. Man schreibt der „Dannft. Ztg.K» Die hiesige Firma 9g. L angb einrich, die in Schlitz unb Umgebung über 250 Arbeiter beschäftigt, stellte in Chicago ihre Fabrikate in Tischzeugen und Handtüchern in Drill, Jacquard und Damast aus. Im Jndustriepalast batte sie fo geschmackvoll becorirtet Coje ihre Erzeugnisse, sowie eine Sammlung von Flächsen und ein Spinnrad, wie el nr Schlitzerlande die Bauern heute noch in den Spinnnuben te Gebrauch haben, zur Anschauung gebracht. Hauptsächlich bewundert, und zwar in erster Linie von der Damenweb, wurden, nach einem Bericht der „Jll. StaatS-Ztg." die ae der Mittelwand der Coje angebrachten, mit blauem Seiden- Plüsch eingerahmten Servietten. ES fanden sich darunter Muster nach Motiven eines Deckengemälde- im Palazz, Borghese in Rom, ferner der berühmten Malereien 'Jiafadl in den Loggien deS BaticanS u. f. w. Durch ihre außer» ordentliche Feinheit, und kunstgemäße Ausführung zeichneten sich besonders au- zwei neue Damastgedecke im Rocoeo- und Barockstil, die auch Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit der internationalen Jury waren. Darmstadt, 21. November. Beigeordneter La Uten- fth I 5g er ist an einem KrebSleiden gestorben. Pcrmrfcbrc#. man sich nicht denken. Und so ist die vereinfachte Stenographie als daS Zeichen einer wirklich natürlichen und gesunden Entwickelung auf das freudigste zu begrüßen. — Auch in hiesiger Stadt hat die vereinfachte Stenographie schon Anhänger gefunden und wird demnächst der zweite Anfänger- CursuS unter Leitung des Herrn C. Herber beginnen, auf welchen hierdurch ganz besonders aufmerksam gemacht wird (f. Inserat). Jede gewünschte Auskunft wird bereitwilligst ertheilt und sind Gäste an den jeden Dienstag Abend siatt- findenden Uebungsabenden tm Local des „Solmser Hof" willkommen. * * Kirchliche Dienstnachrichlen. Der am 12. November von Seiner Erlaucht dem Herrn Grafen von Schlitz, genannt von Görtz auf die erledigte evangelische Pfarrstelle zu Hutzdorf präsentirte Pfarrverwalter Georg B e r n b c ck daselbst wurde von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog für diese Stelle bestätigt. * * Auf den Staatsbahnen wird an Stelle der jetzigen Westinghousebremse, die den gestellten Anforderungen nicht entspricht und namentlich im Winter einfriert, die Karpenter- bremse wieder eingeführt. * ♦ Ein Zeichen der Zeit. Unter den 396 Abiturienten der Provinz Schlesien befinden sich nur 17, die das Schulfach ergreifen (Philologie), einschließlich 2, die neben der Theologie Philologie studieren. — Auf der Universität Rostock befinden sich unter 92 Neuimmatriculierten nur zwei Mathematiker und kein einziger Philologe. * * Lebensmittel-Preise Ende October 1893. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für die Landes- statistik kosteten: Ochsenfletsch per Pfund Rindfleisch per Pfund Kalbfleisch per Pfund Schweines!, per Pfund Hammelfleisch per Pfund Gemischtes Brod Roggen- Brod Butter per Pfund Milch 1 Liter Eier 1 1 Stück Städte mtt Octrot Darmstadt 72 66 60 70 60 — 13 — 11 111-121 19 6-8 Mainz 68 50 60 70 55 13,5 12 105-120 21 6—9 Ostenbach 70 56 60 70 60 13,5 13 119-12» 21 6-8 Worms 64 56 60 68 52 12 10,5 11 104-117 17 5-8 Gießen Städte ohne 67 55 55 69 50 12 103-113 18 7 Octrot Bingen 70 60 60 70 50 12 11 108-128 19 7-8 Bensheim 60 50 60 60 60 12,5 11 113-126 17 7-8 g&t9 55 50 60 60 60 15 10 105-117 17 8-9 70 60 55 60 55 12,5 11,5 110-130 18 7-8 Alsfeld 55 40 40 58 12,5 10 100-105 20 6-7 Lauterbach 50 50 50 66 50 12 9 120 16 6 K. Ranstadt, 19. November. Der oberhessische Volksbildungsverein hat auch in hiesiger Gemeinde einen Zweigverein gegründet- er hat eine Volksbibliothek aufgestellt und vor einigen Tagen eine Volksbühne errichtet. Gestern Abend sand die erste Theatervorstellung statt, der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Vorsitzende des oberhessischen Volksbildungsvereins, Herr Dr. Leopold Ritter v. Sacher-Masoch, hielt vor Eröffnung der Vorstellung eine Rede, in welcher er den Zweck und die Bedeutung des Vereins klar machte, auch sprach er über die Thätigkeit seit der Gründung, Januar 1893. AuS letzterer Ausführung entnehmen wir: In den Kreisen Büdingen und Friedberg sind an 28 Orten Zweigvereine gegründet, 16 Volksbibliotheken und 4 Volksbühnen aufgestellt, ein Musikverein von 16 Mitgliedern begründet und mit Instrumenten bet heiligt, Stipendien für die LandeSbaugewerkschule zu Idstein (zu 100 Mk.), Haushaltungsschule zu Lindheim (zu 100 Mk.), Gewerbeschulen zu Büdingen und Nidda (zu 50 Mk.), die Ackerbauschule zu Büdingen (zu 50 Mk.), im Gesammtbetrag zu 400 Mk. auSgetheilt und für die Volksschule daS Mang'sche Telurium lunarium (55 Mk.) und ein Stereoskop (45 Mk.) angeschafft. ES sanden in diesem Zeitraum eine Vorlesung, drei Concerte und sechs Theatervorstellungen statt. Schon in nächster Zeit werden sechs weitere Volksbibliotheken ausgestellt und im Laufe deS Winters noch zwölf Theatervorstellungen und 50 Vorlesungen stattfinden. Nach dieser Darlegung fand die Vorstellung statt. ES wurden aufgeführt „Die Geschwister" von Göthe, „Einer muß heirathen" und „Nur nicht fluchen". Sämmiliche Stücke sanden den Beifall deS Publikums. DaS sichere und gewandte Auftreten und die reine Sprache der Mitwirkenden, Herr und Frau v. Sacher- Masoch, des Fräulein Jablonski und deS Herrn Förster von Nidda, zeigten die künstlerische Begabung derselben. * Fraakeoberg, 20. November. Am letzten Donnerstag Morgen stürzte die Frau deS Maurer-Bohland in Somplar beim Herunterwerfen von Fruchtgarben durch die Luke in die Scheunentenne und erlitt solch schwere Verletzungen, daß sie noch an demselben Tage verstarb. Die Verstorbene hinterläßt einen Mann mit vier unmündigen Kindern. * Berlin, 10. November. 31399 Wohnungen und (Belafit sind beim jüngsten QuartalSwechiel in Berlin unvermiethet geblieben. Umzüge haben 103 353 stattgefunden- Mieths- erhöhungen sind bei 3666 Wohnungen bewirkt worden, da- gegen sind bei 8810 MiethSermäßigungen eingetreten. A» 1. October 1892 belief sich die Zahl der Umzüge auf 99 197, der MiethSerhöhungen auf 4694, der Ermäßigungen auf 5081, während die Zahl der unvermietheten Wohnungen mtd Gelaffe 28 639 betrug. — Auch Charloltenburg hat 4916 leere Wohnungen zu verzeichnen und zwar 1144 große (Lder vier Zimmer), 1100 mittlere (über zwei Zimmer) und 2672 i kleine (bis zwei Zimmer). * Berlin, 20. November. DaS Schneefchuhlaufen in der preußischen Armee entwickelt sich stetig weiter. Neuerdings sind auf Anordnung des Krieg-Ministerium- vier Jäger- bataillone mit Schneeschuhen ausgerüstet worden, so daß jetzt insgesammt sieben Jägerbataillone mit Schneeschuhen versehen sind. * Berlin, 20. November. Auf directe Beranlaffung bei Magistrat- werden in diesem Winter wahrscheinlich aus allen größeren Schulhöfen Berlin- künstliche Eisbahnen hergestellt werden, die ausschließlich nur für die Schüler uni Lehrer der betreffenden Anstalten reservirt bleiben. D«F Schlittschuhlaufen soll hier an allen schulfrelen Nachmittagen unter Aussicht der Lehrer stattfinden. * Schneidemuhl, 21. November. Oberhauptmann Freund läßt so lange feinen KieS in den Unglück-brunnen schütten, als die Aufschüttung nachsinkt. • Ein neues „geflügeltes Wort" ist gegenwärtig in Berliner Hoskreisen vielfach in Gebrauch. Die betreffende Redensart: „DaS ist feene dumme Idee", stammt von de« Maurerparlier Lucke her, welcher im Sommer diese- Jahrtt den Bau der Miniaturfestung beim „Neuen PalaiS", weiter der Kaiser große- Jntereffe zuwendete, leitete. AIS der 8oa sich seinem Ende näherte, wurde er von dem Kaiser besichtigt, wobei der Monarch zu Lucke sagte, daß er die Absicht baW, den zahlreich bei dem Bau thätigen Arbeitern ein Festessen zo geben. Lucke platzte darauf in seiner ungezwungenen We'ie mit den Worten heraus: „DaS iS feene dumme Idee!" Der Kaiser lachte herzlich darüber und erzählte die Geschichte werter. Am Hofe bis herunter zur Dienerschaft und dem Marstall- personale, wird seitdem bei jeder paffenden ober auch nicht paffenden Veranlassung da- Lucke'sche Kraftwort angcroenlet und dasselbe ist auch bereit- außerhalb deS Neuen PalaiS in vieler Leute Munde. * London, 21. November. Die heftigen Stürme, die gestern über Großbritannien hereinbrachen, haben viele» Schaden angerichtet und viele Unglücksfälle herbeigeführt. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag erhob sich ein ungeheurer Sturmwind, Schnee fiel in großen Flocken und bedeckte bald die Straßen der Metropole mit einem weißen Mantel. An vielen Orten hob der Sturm die Dächer von den Häusern und die Straßendämme waren mit Schutt uni Mauerwerk bedeckt. Die Telegraphenverbindung mit Schottland, Irland und Wale- war zeitweilig, aber nur auf kurze Zeit, unterbrochen. In Leith zerschellten drei Fahrzeuge, wobei ein Mann umkam. In der Bucht von Joe-, Cornwall, verloren acht Seeleute ihr Leben. In Londonderty touxM die Landungsbrücke von den tosenden Fluthen fortgeriffra; im Tay bei Dundee strandete ein mit Sand beladener Segler, wobei vier Matrosen ihr Leben verloren. Der w gerichtete Schaden läßt sich noch gar nicht übersehen. den neuesten Berichten hat der Orkan, der noch jetzt forttobt, seit Jabren nicht seines Gleichen in unseren Breite» gehabt. ES will schon wa- sagen, wenn Eisenbahnzüge zum Stillstand gebracht werden, eine Locomotive in den ichomfLen Hochlanden umgeworsen wird und ein Riesendampfer, wie der Cunarde- „Lucania", sich um volle 26 Stunden verspätet. • Freiburg im Brei-gau, 18. November. Eine Familientragödie. Eine schreckliche That spielte sich gestern Nachmittag in Ihringen (Amt Breisach) ab, indem der dort wohnhafte Dr. Carl Schelldorf feine Frau durch gewaltrame- Eingießen von Gift ermordete. Dr. Schelldorf war erst kurze Zeit verheirathrt, hat stch aber in derselbe» als ein Unmensch gegenüber seiner jungen Frau gezeigt uni 1 dieselbe so mißhandelt, daß sie genötigt war, zu ihrer hier ; lebenden Mutter, Haupilehrer Epp Wwe., ihre Zuflucht zu Mrich xi . ■ Ife?,"'? |.y-Ä; AM ALK fc;l tz | *1 !” les, l"Äfe r®"!i" «■•««<«; ld 'latt*btn; Meü n9en bewirkt h*,t '9“n9cn ^getreten, t \bttNügt auf 99! ^wGgunzen ■wüteten Wohnung^ Charlottenburg ha, nb M 1144 gro6. r N Zimuin) und.. Q§ Schneeschuh, 1 sich stetig weiter •' **1 Mite die GeMMM rschaft unb bim MrL pafftabat oder auch - Kraftwort angeir'l alb des Neuen Pal^ " >>- w*1«1"®11" Ktinimto, N« * । Sonntag nh»b B 1 In 3l0l,t"' tropole mit r Sturm ble « »»«" «>' l(n6erii*”8 ml1 Lab« nur auf t- ZbreiW^ „du * 3“»' 6‘":' qn LondondttlY »»8>*Ä in mit M eben »erlortn. ,r nicht ««*”■ * fÄ 8* Je 26 ©“* JIH 18. «jÄr H M %ii*. dur« ;Jb»rf i'n, Schllb"!, nord^, in berief *rÄ? tt v-.en, und erst seit wenigen Tagen lebte sie wieder bei ihm i !tb Ihringen. Dr. Schelldorf ist verhaftet. Zu dem Mord v.d noch weiter geschrieben: Die Frau habe zwei volle Dinnden die entsetzlichsten Schmerzen ausgestanden, bis sie •in Tod erlöst wurde. Schelldorf war mit seiner Frau «i ein Vierteljahr verheirathet. Einer Corre pond nz der rßg. Ztg " aus Jhringrn entnehmen wir Folgendes: Hii einem Jahre halte sich hier der practische Arzt Dr. »tzhelldorf, welcher in Fre bürg studirt und fco.t kurze Zeit ^nctizirt hatte, niedergelassen- bald darauf führte er eine ji pe Frau aus Bötzingen heim. Die Bermögensverhälmisse jWhelldorffs gestalteten sich indessen immer ungü >tiger, wozu ! stsln Lebensweise das ihrige beitrug. Da schließlich Zwangs- «rsteigerungen erfolgten und auch ein durch einen Freiburger Anvalt den Gläubigern angebotcncr Vergleich den Zusammen- IbiJ* oeS HauShaltS nicht mehr aufhalien konnte, begab sich Li junge Frau, die einem frohen Ereignisse entgegensah, p ihrer Mutter zurück. Auf Verlangen Schelldorfs kam sie w essen schon bald darnach und zwar in Begleitung ihrer Du!ter wieder hierher. Da geschah nun gestern Nachmittag sticn 3 Uhr die Uuthat, welche nach Angaben der Mutter Ssi> folgendermaßen zugetragen haben soll: Schelldorf, der wie Wnng, nicht ganz nüchtern war, versuchte zuerst seine Frau P»it dem Messer zu iödten. und warf sie dabei auf den Boden- :|br Widerstand der Unglücklichen oder ihre Hilferufe scheinen isii jedoch von seinem Vorhaben, ihr den Hals abzuschneiden '«bgibracht zu haben. Er griff nunmehr zu Gift und schüttete .Ahr den Inhalt eines Fläschchens, angeblich Cyankali, ein. $3 ö die Mutter das Zimmer betrat, worin sich das Entsetzliche IMgikragen hatte, war noch Leben im Körper der Tochter, IMlilj kehrte dieselbe nicht mehr zum Bewußtsein zurück. Das Mtlicht erschien noch am Abend am Ort der That und der Dörder wurde nach Breisach überführt. Nach dem Berichte eines anderen Correspondenten bestellte die Frau vor Kurzem auf ltiezraphischem Wege ihre Mutter dringlichst zu sich, und gestern Nachmittag halb 4 Uhr war es, wo diese sich genöthigt sah, öffentliche Hilfe herbeizurufen. Der gerade vorübergehende Tanner Lauck (aus Hugsweier) sprang sofort herbei, und ionb zu seinem Entsetzen, Schelldorf auf der Frau knieend, in der einen Hand ein geschlossenes Messer haltend, in der :> ein mit Cyankalium gefülltes Fläschchen, dessen Inhalt n derselben einzuflößen suchte und auch wirklich beibrachte, ker Atteutäter wurde selbstverständlich alsbald von seinem Cpier weggerissen und mit Unterstützung des weiter hinzu- gekommenen Polizeidieners Stein und des Ortseinwohners Ecler in einem Nebenzimmer in vorläufige Verwahrung genau! men, später aber, nach dem Erscheinen der Gendarmerie, N'k Onsgesäugniß verbracht. Es fanden sich bald die Aerzte van Altbreisach und Merdingen ein, ihr Eingreifen konnte liaec den um 6 Uhr Abends eingetretenen Tod der Frau nicht hindern. Die Bevölkerung ist empört über die ruchlose Wt. Am Allgemeinen wird die Frau bedauert und ihr Mi leid gezollt. Schelldorf war 28, seine Frau 26 Jahre alt. * Theerbude, 16. November. Von einer verfehlten Heirathsspeculation berichtet die „Königsberger Allg. Ztg." ans Szittehmen: In der ganzen Gegend ging das Gerücht, feien aus der kaiserlichen Schatulle 1OOO Mark für das trstc Brautpaar gestiftet, welches in der neuerbauten §t. Hubertuscapelle bei Theerbude getraut würde. Schnell tu! chlossen wählte ein speculativer Jüngling unter feinen „Maulens" die geeignetste und ließ die Ehe standesamtlich schließen. Nachdlm so der Bund unauflöslich geworden, meldete er sich bei Herrn Zeidler, dem Castellan des kaiserlichen Jagdhauses und erklärte unter Vorzeigung der standes- imtlichcn Urkunde seinen Wunsch, in der St. Hubertuscapelle kirchlich getraut zu werden, um die gestifteten 1000 Mark ju erhalten. Herr Zeidler wendete sich, da ihm von der Sache nichts bekannt war, an das Oberhofmarschallamt "und erhielt natürlich alsbald die Nachricht, daß von der erwähnten 1000 Mark Stiftung nichts bekannt, auch noch nichts Näheres Iber die kirchlichen Angelegenheiten der St. Hubertuscapelle icftimmt sei. Diese betrübende Nachricht soll dem neugebackenen Hatten die ganze Freude an dem jungen Eheglück verdorben haben. Daß Gerücht von der 1000 Mark-Stiftung mag dadurch entstanden fein, daß den Eltern der ersten beiden in ter St. Hubertuscapelle getauften Kinder je 50 Mark aus her kaiserlichen Schatulle zugewiesen worden sind. * Pleß, 12. November. Hier wird der „Kreuzzeitung" zufolge gegenwärtig gegen zwei Kellner eine Untersuchung geführt, welcher ein ganz eigenartiger Fall von Wucher zu Grunde liegt. Die Landlehrer erhalten ihr Gehalt bekanntlich postnumerando, was mancherlei Unzuträglichkeitcn zur Folge hat. Die bndeu erwähnten Kellner haben nun ein Geschäft daraus gemacht, solchen Lehrern das Gehalt prä- numeranbo auszuzahlen und es dann hinterher für sich ein- zukassiren- da sie aber für diese Gefälligkeit bis 10 Mk. vom Hunde t unb quartaliter Provision genommen, so beschäftigt sich jetzt daS Gericht mit dem Fall. * Wie Theodor Wachtel Säuger wurde, wird im „N. Wien. Tgbl." so erzählt: Zu Ende der vierziger Jahre lebte in Hamburg ein Makler Namens Pfefferkorn, ein lustiger Cumpan, der mit Vorliebe in seinem Heim und zur Sommer« frische draußen im frischen grünen Wald- Quartette veranstaltete. Der blutjunge Wachtel war der „Leibdroschkenkutscher" Pfefferkorns, und bei den sommerlichen Ausflügen durfte er diesem unb seinen Freunden and) bet Herrichtung der Tafel im Freien behülflich fein. Einmal nun geschah es, daß der Tenor des Pseffetkorn'fchen Quartetts plötzlich heiser wurde, denn er war so unvorsichtig gewesen, sich in seinem koketten Höschen auf das feuchte Gras zu fetzen. Holland in Noch! Da nahte sich schüchtern der Kutscher Wachtel in Hemdärmeln feinem Chef Pfefferkorn und fragte: „Wenn Jü mi umfingen laaten wullt, denn kann t losgahn. Ich heff bat ohle Leeb all mannidjen Sünbag mit anhücrt!" Der Kunstmäcen betrachtete seinen Kutscher mit höchstem Staunen, als wäre er ein Fabelthier, unb entgegnete: „Du wullt fingen? Kennst Du benn be Noten?" „Nee, be kenn ick nid), bat geht so oock ganz goot. Mit soveel Wiitlöftigkeiten gisst sich unfereen nid) aff!" Und man lachte unb ließ Wachtel singen. Aber als bie rounberbarc, wenn auch ungeschulte Stimme erscholl, ba lachte fein Mensch mehr, und Pfefferkorn fiel seinem Kutscher um den Hals unb schrie, baß Wachtel nun fingen lernen müsse. Unb Morgens, als Wachtel in Ho zpantoffeln bastanb unb seinen Wagen wusch unb bie ganze Geschichte schier vergessen hatte, ba stürmte der eifrige Sängerfreunb auf ihn zu unb schleppte ben noch Widerstrebenbea zur Granbjean, bet besten Gesanglehrerin Hamburgs, unb während der junge Mann bei ihr Proben seines köstlichen Tonmaterials zum Besten geben mußte, befanden sich im Nebenzimmer mehrere Hamburger Sachverständige, die ihr Urtheil über das Phänomen in die Wagschale legten unb über die Zukunft des Mannes entschieden. So wurde Wachtel zum Sänger. Allerdings ist die Geschichte n cht ganz verbürgt, wenigstens nicht so wie die Anrede, bie Wachtel nach einer Troubadour- i Aufführung in Wiesbaden hielt, in bet er bem jubelnben . Publikum versicherte: „Dieser Abenb ist der schönste Tag meines Lebens." £iteratttr unö Kunft — Ein Riesengebäude deutschen Fleißes naht der Vollendung. Von Brockha«-' LonversalionS-Lexikon, dem Vorbtlde aller deutschen Werke dieser Art, ist mit dem 8. Band die Halste der 14. Auflage soeben erschienen. Der 8. Band enthält eine reiche Fülle sorgsam auSgearbeitcter zuverlässiger Artikel, die von 48 Taieln, darunter 8 Chromotaseln und 12 Karten und Plänen, und 212 Text- bildcrn tllustrtrt werden! Die Chromotaseln sind wie immer wahre Meisterwerke, mögen sie die merkwürdige Gestalt einer Giraffe oder eine noch feltsamer geformte Gruppe der Gla^fchwämme (einer Thiergattung!) oder das berühmte Goethe-Denkmal (Berlin) von Schaper oder eine kostbare Sammlung farbenprächtiger Glasfenster dorstellen. Die Karten sind vorzüglich und dem neuesten Stande entsprechend. Bei dem bunten Inhalt eines Lexikonbandes ist es natürlich nicht möglich, in einer kurzen Notiz seinen Wertb voll zu würdigen. Wie I wir hören, liegen bereits 3260 Kritiken von Brockhaus Conversations- L-xikon vor, die, mit Ausnahme von vier, überctnsttmmen in dem Urtheil, daß in den bisher erschienenen Bänden das großartige Pio- gramm der Verlagshandlung in allen Theilen musterhaft durchgesührt ist. Der Text ist klar, knapp und angenehm lesbar. Das Urtbetl der Redactton ist unbestechlich selbst bei heiklen Themen, die von der Parteien Haß und Gunst entstellt zu werden pflegen. Die illustrative Ausstattung ist unübertroffen meisterhaft. Auf dem Gebiete der Naturwissenschasten z. B. liegen nicht weniger als 96 Tafeln vor, darunter 19 Chromotaseln, aus technischem Gebiet 89 Tafeln; zur Kunst finden sich 60 Tafeln, darunter 15 Chromos; 15 landwirth- | schastltche, 12 mtlitä-tsche, 19 geographische Tafeln, in Summa i 414 Tafeln und Karten! Witviel reicher muß erst die zweite Hälfte ! des Werks tllustrtrt setn, da sie noch 77 Chromotaseln, beinahe I doppelt so viel als bisher, tnsgesammt noch 486 Tafeln und Karlen ' bringen wird! Blockhaus ConoersationS-Lexckon als WethnaLtS- gesch.nk ist ein Capita', das hundertfältige Zinsen trägt. — Georg Ebers, der Liebling der deutschen Lescrwilt, w!rd auch dieses Jahr nicht verfehlen, feine zahlreichen Freunde u> d Verehrer mit einer neuen Gabe feines nie rastenden, jugend'.tch siiichen Geistes zu erfreuen. Wie wir foebrn erfahren, erscheint demnächst in der Deutschen Ve>lags-Anstalt in Stuttgart ein Roman aus seiner Feder, bet-telt ,Ält>atra*. Wie schon dcr Titel sagt, ist die berühmte Aegypterin dieses Namens die Hauptheldin dieses Werkes, unb um ihr rneikmüidtgrS Lebensichicksal gruppirt sich ein groß artiger cuiturgeschichtlichrr Stoff, zu dessen lebensvoller Gistaltung «llerdings Niemand berufener war als Georg Ebers. Verfemt, CattO» unfc Volk-wirthschaft. Limburg, 21. November Fruchtmarkt. Rother Weiiev 12.75, weißer Weizen 12.50, Korn A 10.60, Gerste «M 9 55, Hafer JL 7 90. ___________ — Im Allgemeinen wird den Engländern nachgesagt, daß sie von ihren einheimischen Erzeugnissen, namentlich wenn es fi 1894/95 liegt vom 23. November 1893 an acht Tage auf der Burger-^ meisteret daselbst zu Jedermanns Einsicht offen. Idee, Cacao.Chocolade. 9608 J. Schulhof. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Bessingen. Kühn. 9704 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lauter für 1894/95 liegt vom 24. d. Mts. an acht Tage lang auf dem BürgermeistereiBureau zur Einsicht aller Interessenten offen. Lauter, am 21. November 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Lauter. Feldmann. 9708 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Röthges für 1894/95 Uegt vom 25. November l. I. bis zum 4. December l. I. zur Einsicht der Jntereffenten auf Gr. Bürgermeisterei Röthges offen. Röthges, am 21. November 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Röthges. Em r i ch. 9709 Aeikgeöotmes. Kalbfleisch, 48 und 50 Pfg. 9711] Metzger Schmidt Tiesenweg Mehrere Wagen Dünger sind abzugeben [9699 ____________Marburgerstraße 24. 9710] Kaffenschrank zu verkaufen. Sonnenstraße 31. empfiehlt [9713 Karl Berger. Verschluß - Cylinder vollständiger Schutz gegen jede Zugluft an Fenstern und Thüren empfiehlt Heinrich Hochstätter, 9716]_______Schloßgasse 19._______ ßelgol. Angel-Schellfische etc. frisch und billig im .Rebstock^. ^98 Christbaumconfect empfiehlt in großer Auswahl billigst die Conditorei Lud. Völl, UarkMr. 32. %led)tc Frankfurter Breudeu und Nürnberger Lebkuchen. [9629 Vermischte Anzeigen. ya /« Heute Donnerstag Vormittag Wellfleisch, A''' Abends: jK&ÄI Metzelsuppe. Restauration Bauer, _________________ Bahnhofstraße. (9712 Ein größeres Capital zusammen ober getrennt gegen erste gute Hypothek zu 4% zu verleihen. 9553________B. Katzenftein. Pelzwaaren werden gut und billig reparirt. A. Schultheis junior, Kürschnermeister, 9392] 21 Seltersweg 21. bürgerlicher Mittagstisch za 50 Pfennig. Restauration Bauer, 9050] Bahnhofstraße. Bekanntmachung. Gemäß Art. 13 der Städteordnung wird die nachstehende Bestimmung bezüglich der Stimmfähigkeit bei der Wahl der Stadtverordneten hiermit bekannt gemacht. Stimmfähig sind: 1) alle in der Gemeinde wohnenden Orisbürger, 2) alle männlichen Einwohner, welche die deutsche Reichsangehörigkeit besitzen, — unter Ausschluß der bayerischen Staatsangehörigen und derjenigen von Elsaß-Lothringen, weil dorten das Reich-gesetz vom 6. Juni 1870 nicht eingeführt ist — und seit zwei Jahren ihren Unterstützungswohnsitz in der Gemeinde erworben haben, jedoch unter der Voraussetzung, daß sie zur Zeit der Wahl 25 Jahre alt und vom 1. April des dem Rechnungsjahre, in welchem die Wahl statt« stndet, vorhergehende^ Jahres an in der Gemeinde communalsteuer« pflichtig sind. Die Stimmberechtigung jedes der unter 2) bezeichneten Stimmfähigen ist davon abhängig, daß derselbe spätesten- vor dem Schluß des Jahres, das dem Jahre, in welchem die Wahl stattfindet, vorhergegangen ist, bei dem Bürgermeister in dessen Amtslocal die mündliche Erklärung abgegeben hat, daß er sein Stimmrecht in Anspruch nehme, wobei er auch gleichzeitig Jahr und Tag seiner Geburt, den Tag, seit welchem er in der Gemeinde wohnt und den Zeitpunkt, seit welchem er communalsteuerpflichtig ist, an« zugeben und auf Erfordern nachzuweisen hat. Stimmfähige der oben bezeichneten Art, welche die Abgabe dieser Erklärung bis zum 31. December d. Js. unterlassen, können bei einer im Laufe de- Jahres 1894 nothwendig werdenden Wahl zur Stadtver« ordneten-Verfammlung oder bei einer solchen Wahl, für welche die Stimm berechtigung durch die Stimmberechtigung zur Stadtoerordnetenwahl bedingt ist, kein Stimmrecht in Anspruch nehmen. Die Abgabe der Erklärung hat auf unserem Amtszimmer Nr. 15 im 2. Stock des Bürgermeistereigebäudes zu erfolgen. Gießen, den 17. November 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 8649 G n a u t h. Louis Treff & Co. Tuchhandlung. Wallthorstrasse 17. Eingang sämmtlicher Neuheiten in 8671 vorzüglichen Qualitäten und grosser Farben-Auswahl. Dberhessische Gesellschaft für Natur- u. Heilkunde. Sitzung: Donnerstag, 2«3. November, Abends 6 Uhr, in der kleinen Aula. Vortrag: Herr Geb. Nath Prof. Dr. Streng über die 6nt< stehung des Niagarafall- und des Rheinfalls.____________________________ Oberhefsifcher Geschichtsverein. Hauptversammlung Donnerstag den 23. November, Abends 8 Uhr im Saale des Cafo Balzer. Tagesordnung: 1) Berichterstattung über die Sommerthätigkeit des Vorstandes, Rechnungs- Ablage, Neuwahl des Vorstandes. 2) Vortrag: Herr Director Dr. Landmann über das Römerkastrum Alteburg bei Arnsburg. ChrWescheerung der Kleinkinder Bewahranstalt. Am 20. December d. I soll die Christbescheerung für die Kinder unserer Anstalt stattfinden. Wir haben für beinahe 200 Kinder den Christbaum zu schmücken und den Tisch mit Gaben zu decken. Um dies zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder und bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn u. bergt., besonders aber auch an Gklb, das uns die gleichmäßigste Bescheerung für unsere Kleinen ermöglicht, zuwenden zu wollen. Eine Lifte zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu laffen: Frl. Amalie Banfa (Nordanlage 41), Frl. Sophie Bramm (Ostanlage 31), Frau Dr. Brüel (Neuen Baue 41), Frau Amtsrichter Gebhardt (Gartenstrabe 15), Frl. Emilie Langermann (Südanlage 21), Frau Pfarrer Naumann (Südanlage 8), Frau Louise Ottens (vi-marckstraße 11), Frau Auguste Schwan (Selter-weg 64), Frl. 2omfe_ Wortmann (Asterweg 16). Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen. Gießen, den 20. November 1898. Der Vorstand der Kleinkinder Bewahranstalt. Dr. Naumann, Pfarrer. Reparaturwerkstätte für Polster - und Kastenmöbel. [6542 Weißzeugschränke, Waschkommoden, Spiegel, Phantasiemöbel, Rohrsessel und Blumentische, Teppiche, Bettvorlagen, Läuserstoffe, (Sardinen- und Rouleauxstoffe, p. Ä Möbelstoffe, Linoleum, fiieferung franco jeder Bahnstation. I Permanente Ausstellung I uoUflänbig rmgtriWtkr Zimmer-Einrichtungen mit attrn Dekorationen ^4 der Möbelfabrik mit Motorenbetrieb von Gegründet 1858. Th. Brück, Gießen Gegründet 1858. Reichhaltiges Lager und Verkauf einzelner selbstgesertigter polirter und lackirter Möbel, U wie. Sophas, Sessel, Stühle, Tische, Büffets, Secretäre, (sommodeu, Kleider' und vermiet (jungen. 9624) (Ein Logt-, 5 Zimmer mit Zubehör und GartenantHeils in schöner Lage unweit den Bahnhöfen, per 1- April 1891, eventuell früher, zu oermiethen Nähere- in der (Exped- diese- Blatte-. 9339] Parterrewohnung zu oermiethen vrht-, Franksurterstraße 32 9250] Schöne Wohnung von 3 Zimmern mit Zubehör, sowie Wohnung von »wei Zimmern zu oermiethen. Asterweg 47. 912'iJ Ein schöne- LogiS zu oermiethen. S 2oth, Lchonzrnstraße 2. 8522] Kleine Wohnung zu oermiethen ____________________Hammstraße 27. 8639] Kleine- LogiS zu oermiethen. ________________Marburgerstraße 29. 62401 In meinem Neubau Stetnstraße find drei Wohnungen mit je fünf Zimmern und eine Mansarde per sofort zu oermiethen. Audr. ««ter, Steinftraße 7, II. 5866] In meinem Hause Steinstraße 9, ist der mittlere Stock, 5 Zimmer nebst Zubehör, wegen Wegzug der Frau Lim« pert pr. sofort zu oermiethen. __________Audr. ftttltt, Steinstr. 7. 4921] Da- seither von Frau Geheimrath Seitz bewohnte LogiS, 5—6 Zimmer, ist anderweitig an ruhige Leute zu oermiethen. 2. Klinket Bahnhofstraße 10. 78 -91 LogiS, 4 und 5 Zimmer nebst Zubehör, Goethestraße, zu oermiethen. 2. Huhn, Bleichstraße. 1409] Mansardenzimmer mit Cabinet und Zubehör für eine ruhige ältere Dame zu vermietb n. Zäheres Nahrungsberg 8 im NebenhauS 7 65] Logis, 3 Zimmer nebst Zubehör, per sofort zu oermiethen. WUH. Kutzschrad, KoplanSgaffe. 9239] (Ein kleines Logis per sofort an ruhige Leute zu oermiethen. Seltersweg 35. 6033] 2ndwtgsplatz 6 r Mansardenlogis im Vorderhaus an ruhige Familie zu oermiethen.____________________________ 8775] Kleine Wohnung zu oermiethen. __Bahnhofstraße 56. 9653] Neuherger. Mans -Wohnung mit allem Zubeh., Wasser!., gr. Bleichpl. mit Trockenhalle, zu oermiethen- H. Nrrckfirrhl, Asterweg 55. 7927] LchöneS LogiS zu oermiethen. __,,Schön« Ausficht". 8720] FamUien-Logi- zu oermiethen. Lhr. Noll LU. Wwe., Kanzleiberg 5. 9381] (Ein Stübchen mit Bett zu ver, miethen.__Kirchenplatz 4. Möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. [8784 Sonnenstraste 25, 1. St. 8782] Zwei ineinandergrhende möblirte Zimmer zu vermietben. Alicestraße 28. 9107] MöblirteS Zimmer mit Cabinet zu oermiethen. Neustadt 24. 9696] Möblirtes Zimmer zu oermiethen. ___The. ffrutig, Asterweg 5. 7533] 2ade« nebst Stube zu oermiethen. Karl Zimmermaua, Neuen Bäue 15. 9717] 2ade« mit oder ohne Logi» per sofort zu vermiethen. Ludwig Crth, Neuen Bäue 11. Neues Theater, Giessen. DonnerNtag den 23. Xovbr.: Zweites Gastspiel des Frl Nuscha Butze. Äusser Abonnement Mit erhöhten Preises Der Huttenbenitzer. (Le Maitre des Forges). Schauspiel in 5 Acten von Georges Ohnet. Nächste Vorstellung: Sonntag den 26. Xevember: Letztes Gastspiel des Friel Nasche Botze. Minna von Barnhelm. . Pin TInnc mlt mittlerer Wirth. LI LU HdUD schäft ist bei geringer Anzahlung billig zu verkaufen. Auch kann dasselbe an cautionSsähtge tüchtige junge Leute verpachtet werden. (97ul Refleclamen belieben ihre Offerten unter A. L in der Crved d- Bl niederzulegen. 9707] Sin l'/,iShriaer ]Z'uchtfiter BogelSber-er Rasse wird ,u kaufen ge« sucht von Bortteder Sunz Kreisen» stein, Kreis Wetzlar. Akademische Borträge 1892/93. Letzter Vortrag Dienstag den 28. d. M, präcis 8 Uhr Abends: Professor D. Baldennperger: E. Renan* Entwickelungsgang und Geschichtschreibung. EinIrittSkarten sind in der Ferber'schen Buchhandlung, Studenten- karten auch beim UniversitätS-Hau-meister zu haben.[9702 3W Steins Garten. Donnerstag den 28. -rovemder: = 3. Abonnements Coueert = Programm ä la Bilse. Ouvertüre: .Raymond' (ThomaS>, .Die luftigen Weiber* (Nicolai) Militär-Fantasie f- Violine iLsonardt), .Mein Alle- auf b« Erde!" Solo f. Piston, Fantasie a- d. Op- .Tannhäuser' (Wagner) k Anfang 8 Uhr. EntrS« »0 Pfg. 9706]Krausse. Großh. Musikdirektor Samstag, 25. Hovbr., Abends 8 Uhr, im Cafe Ebeh Feier des 32jährigen Stiftungsfestes. Gäste sind willkommen! 9703] Der Vorstand. Gemälde - Ausstellung 87 Seltersweg 87. Der Verkauf der Gemälde beginnt am 24. November und endet am 30. November Abend*. Ausgestellt sind Werke von Prof. A Achenbach A Rieger. A Burnusses, A Askevold, Ernst Meissner. Fr Lange, H. Kern, J. Birnard J Delker, A Helsa K. Kaufmann. N. Astudln. C Blnmermann, Fr Quagllo. R Alett, A Siegen, J /«eg- blot, R Derfler, J Wagner. E Volkers, A- Stademann <> v. » Die Gemälde sind elegant gerahmt und eignen sich vorzüglich zu ■ Weihnachtsgeschenken. ■ Besichtigung der Ausstellung von Morgens 9 Uhr bia Abends 8 Uhr. 9714 F. Küpper, Maler aus Düsseldorf. Sängerkranz. Zu dem am Samstag den 25. November im „(^inssors" stattfindenden Festessen liegt die Liste bei Herrn Louis Hei«, Kreuzplatz, zur Einzeichnung offen. Schluss der Liste Donnerstag den 23. November, Abends 9705 Der Vorstand. B?NönhewitzTOfensetzer, NkUkndi-k 17 empfiehlt fich zum Zehen und Reinigen jeder Art (Orfrn und Herde. Hochfeine altdeirtschc Thonöfcn in verschiedenen Farben und Mustern auf Lager. Bercinfachte -m« Kcllnerlehrling Stenographie (sdjrrq) sofort gesucht. [9700 (Kürzeste deutsche Kurzschrift). SteinS (Karten. Kessler, Roßschlächter. Alte Klinik. 9645] Ein trüchcumädche« gesucht.________________ । 9677] Orbtntl Mädchen sucht *** Nähere- tkaplanSgasie 14, p-tt_ in obiger Stenographie. Anmeldungen tDl Mite hlMln«n »M "Im« >u taffen. „ „brtnu C. Herber, Marktftraße 10. I — Prospekte und Bedingungen in Als Verwalter § suche baldigst Stellung: da in der M1 führung ft ne. übernehme auch eine lurg in einem Berwaltung-bureau. Dn- unt a. B. 1(X- an die (Ep. d. BL rrna» Als alleiniger Vertreter eiser der größte» 4-ypOtbese» frdwftn vermittele ich die Belechm, von Jmmobllien zu günftigeW der Exped. d- Bl. grati» zu haben- f9403 Dank. Meine Frau war bereits 25 Wochen an Gicht bettlägerig und mußte die furcht» barsten Schmerzen auShalten. Alle Mittel gaben keine Linderung In großer ver» zweiftung wandten wir uns an Herrn Dr. med. Volbebtng, Pract. tzamSo pathifcher «r,t i* Lüfieldorf. Derselbe stellte meine Frau in ganz kurzer Zeit vollkommen wieder her, sodaß ft; jetzt bereits vier Jahre von den entsetzlichen Leiden gänzlich verschont ist- Hiermit memen öffentlichen Dank- Crsfsld. Zmmeralherstraße. ____ Pserde zum Schlachten werden stets angekaust. [8491 ÄS.fi-r*'’ Gesucht Weile Ansänger-Sursus MÄ im Kochen hat, nach außwärtß auf KeiP nachten bei 2UU X Lohn- Angebote durch Bedingungen. £* täS* Der heutigen Nr. liegt für die^tadtamstsge eilte (Extrabeilage von »uth A Co., (fttesse», Marktplatz 3,_bei. tzkedacttoi,. >. Schevdo. — Druck und ftrrla| der Brühl 'wen 'n e, (Fr. Chr. Vterl«d^ tu dUeftm. 5>it ymtige D«m»kr umfaßt 6