1893 Samstag den 23. September BiertrliS^rtger X j >e0*xtmtnt*iiTClsl W 2 Mark 20 Psg. mit Amts- und Anzrigeblatt sur den ICrets Gisszen Bekanntmachung, für vom »erden dem Anzeiger ■*4rotlid> dreimal d««elegl.. die beben Der Oietzener Anzeiger ericheint täglich, ett Ausnahme deS Montag». Die Gießener Die Berliner Steuerconferenzen. D'e Berathungen der schon seit Wochen im Reichsschatzamte zu Berlin versammelten höheren Steuer- und Finanzbeamten der Einzelstaaten über die neuen Reichssteuerentwürfe sollen nun wenigstens in einem Punkte zu einem positiven Ergebnisie geführt haben. Wie eine anscheinend offiziöse Berliner Meldung besagt, wären die Arbeiten deS für die Weinsteuer eingesetzten Ausschufles bereits am 14. d. M. zum Abschlufie gelangt, mit dem Resultate, daß man von einer Flaschensteuer abgesehen habe, daß dagegen eine Einigung über die Werthgrenze erzielt worden sei, von der ab Wein als Getränk künftig zu besteuern sei- dem Vernehmen nach wäre die betreffende Werthgrenze ziemlich -hoch gegriffen. Falls diese Nachricht sich als richtig erweist, so würden also die Voraussagungen von unterrichteter Seite über den die Weinsteuer betreffenden Abschnitt der Berliner Steuer- conferenzen in Erfüllung gegangen sein, denn damals hieß es, es würde, wahrscheinlich keine Besteuerung des WetneS nach Flaschen beliebt werden, sondern man würde vermuthlich eine Werthgrenze für die Reichsbesteuerung deS Weines festsetzen. Natürlich bleibt noch immer abzuwarten, wie sich die muthmaßliche Weinsteueroorlage in ihren Einzelheiten eigentlich ausnimmt- unter den obwaltenden Umständen erscheint es aber doch bemerkenswert, daß nunmehr wenigstens nach einer Seite hin die Verhandlungen der im Reichsschatzamte ver,ammelten Herren zum Ausgange gelangt sind. Um so schwieriger und zeitraubender gestalten sich dagegen offenbar die Berathungen über den Entwurf einer anderweitigen Tabaksteuer- es wird hierüber lediglich gemeldet, daß die hierzu eingesetzte Commission am 18. d. M. mit der Vernebmung von Sachverständigen beginnen wollte. Die Frage der neuen Tabaksteuer bildet freilich aber auch den „springenden Punkt" in den gesummten Berliner ©teuer» conferenzen, sie weist ganz besondere Schwierigkeiten auf, da sich hier die Interessen der betheiligten Streife birect entgegen» stehen. Vielleicht gestattet die erwähnte Mittheilung, daß von jetzt ab Sachverständige über das Tabaksteuerproject öer» hört werden sollen, den Schluß, daß man in Berlin immerhin zu einem vorläufigen Einverständnisse in Sachen dieses politisch und wirthschaftlich gleich wichugen Entwurfes gelangt ist, womit jedoch durchaus noch nicht gesagt ist, daß man auch die Tabaksteuer in ihrer Vorberathung bereits über den Berg gebracht hat. Da die Mittheilungen über den Verlauf der Berliner Steuerconferei'zen bislang nur sehr spärlich geflossen sind, ganz im Gegensatz zu den Nachrichten über die Frankfurter Finanzminister-Conferenz, welche ja die proclamirte Geheimhaltung der Verhandlungen der letzteren fast gänzlich illusorisch gemacht haben, so erscheint es bei der Wichtigkeit und weittragenden Bedeutung der Sache nur begreiflich, wenn die Legendenbildung über die gegenwärtigen Berathungen im Reichsschatzamt üppig ins Sh aut schießt. Dem gegenüber wäre es wohl angebracht, daß von zuständiger Seite einige Aufklärung über den Stand dieser Verhandlungen gegeben würde, denn es steht zu befürchten, daß bei einer Fortdauer der Ungewißheit über dieselben die öffentliche Meinung immer ungünstiger gegenüber den angekündigten neuen Steuer- entwürfen gestimmt wird. Von den Gerüchten, welche wissen wollen, es würde unter Umständen sogar zu einer zweiten Finanzminister-Conferenz kommen, kann man wohl absehen, sie sind aus mehr als einem Grunde höchst unwahrscheinlich. Dagegen gewinnt es immer mehr den Anschein, als ob die neuen Steuergefetzentwürse noch keineswegs dem Bundes- rathe schon Anfang October zur weiteren Behandlung zu- gehen könnten, wie ursprünglich verlautete- hierzu haben sich die Verhandlungen der bundesstaatlichen Commissarien bereits viel zu lange hingezogen. Alsdann wird es aber auch immer fraglicher, ob die angekündigten Reichssteuervorlagen dem Reichstage gleich bei seinem Zusammentritt zur Wintersession, der vermuthlich in der zweiten Novemberhälfte erfolgt, unterbreitet werden, sie dürften dem Hause vielmehr erst zu einem i späteren Zeitpunkte zugehen. Lringtrloha. Durch die Post 2 Mark 50 PH Rtbachon, Expedit Ai und Druckern Zchulstritze Pr. J Fernsprecher 51. Gießen, den 16. September 1893. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Grotzh. Bürgermeistereien de- «reifes. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie sofort und zwar mehrmals auf ortsübliche Weise verkündigen. v. Gagern. Gießen, den 19. September 1893. Betr.: Wie vorher. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir empfehlen Ihnen, den Ueberschlag der Kosten der Schulen für das rubr. Rechnungsjahr im Laufe dieses Monats den Großh. Bürgermeistereien zuzustellen. v. Gagern. All, Anne>ncen»Bureaux de- In. und Auslandes nehmen Anzeigen für dm „Gießener Anzeiger" mtgegen. betreffend die Nothlage der Landwirthfchast. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß Intendantur des 15. Armee-Corps zu Straßburg i. E. schloffen hat, im Großherzogthum folgende Märkte für Ankauf von Schlachtvieh abzuhalten: 3. bis 5. October in Schotten, „ 9. „ 11. ,, .. Gießen. Gießen, den 16. September 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Amtlichem TNeil. Gießen, den 19. September 1893. Petr.: Die Ausstellung der Voranschläge für die Landgemeinden des Kreises Gießen pro 1894/95. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grosth. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir beauftragen Sie, mit Aufstellung der Voranschläge für 1894/95 alsbald zu beginnen und dafür zu sorgen, daß deren Einsendung an uns in dem vorgeschriebenen Ter- mme — 15. November l. I. — erfolgt. Zur Beachtung bei Ausstellung dieser Voranschläge bemerken wir das Folgende: __ . 1. Nach dem Gesetz vom 19. Juli 1890 findet eine Vertretung der Forenfen bei der Berathung des Voranschlags nicht mehr statt, die Einladung der Forensenvertreter fällt mithin fort. r . . Falls Umlagen, zu welchen die Forensen beizutragen haben, erhoben werden sollen, hat der Bürgermeister mittelst Bekanntmachung im Kreisblatt, unter Bezeichnung des Ortes der Offenlegung, zur Kenntniß der Betheiligten zu bringen, der Voranschlag während 8 Tagen, von dem anzugebenden Znrvunkte an, zur Einsicht und Entgegennahme etwaiger Einwendungen, offen gelegt wird. Diese' Bekanntmachung ist in einem, vor Beginn der Offenlegungsfrift erscheinenden Kreisblatte einzurücken. Zur Vermeidung von Mißverständniffen fügen wir hier nochmals an, daß die vorbezeichnete Offenlegung mit der in Art. 71 her Landgemeindeordnung bereits vorgeschriebenen zweiten Offenlegung des Voranschlags genau zusammenfallen muß. 2. Einer besonderen Bescheinigung der erfolgten Bekanntmachung im Kreisblatt bedarf es nicht, da diese Bescheinigung in dem Vordruck auf der Rückseite des Zahlen» Voranschlags Aufnahme gefunden hat. 3. Nach dem Gesetz vom 3. Mai 1858 gehört mit voller Etimmberecktigung außer den gewählten Mitgliedern auch derjenige höchstbesteuerte Grundbesitzer, welcher wenigstens em Nertheil der in der Gemeinde aufzubringenden Grundsteuer entrichtet, ober in Ermangelung dessen der Höchstbesteuerte, welcher ein Grundsteuercavital von wenigstens 1500 Gulden in her Gemeinde Hot, zum Geme'nderath. Diese Grund» bcfttzer ober deren Bevollmächtigte find zu den Gemeinderaths- üduygen einzuladen. 4. Die Voranschläge derjenigen Gemeinden, m denen htm Großh. FlScuS ein Grundsteuercapital von mindestens 857 Mk. 14 Pfg. zur Last steht und eine Vertretung des» selben auf Grund vorerwähnten Gesetzes nicht stattfindet, sind vor Beginn der zweiten Offenlegung der betr. Großh. Cberförflerei mitzutheilen. 5. Aus Beilage 1 darf die Bescheinigung der Ueberem- üimmung mit der Rechnung und auf Beilage 2 die Bescheinigung der Uebereinftimmung mit dem Inventar nicht fehlen. 6. Die Beilage 2 ist zu dem Voranschläge für 1894/95 in allen Theilen zergliedert aufzuftellen. 7. In Beilage 4 sind alle namhaften Abweichungen kurz mb klar zu erläutern. Der § 41 der Voranschlags Instruction ift hierbei genau zu beachten. 8. Bei den Gemeinden, deren Rechner Hebgebühren begehen, ift in Beilage 6 eine ordnungsgemäße Berechnung der Hebgebühren vorzunehmen. 9. Als Beit-ag zur Kreiskasie ift die für das Jahr 1893/94 ausgeschlagene Summe (s. d. gedruckte Ausschreiben vom 20. Mai 1893) vorzusehen. 10. Zur Vermeidung von Verlegenheiten für die Ge- wsindekaffe und namentlich auch von Kaffeanlehen ist au Beschaffung eines ausreichenden baaren Betriebscapitals Bedacht zu nehmen. . . 11. Sofern für außerordentliche Bedürfnisse keine, ober nur geringe Beträge vorzusehen find, muß eine angemessene tumme zur Schuldentilgung in Aussicht genommen werden. ä . .x , Den Gemeinden, welche noch ältere KnegSichulden haben, wird empfohlen, zuerst deren Rückzahlung ins Auge zu saften. Dabei ist zu beachten daß unter Rubrik 54 eine weitere Umlage in Höhe der abzutragenden, älteren Kriegsschuld mzustellen wäre. 12. Für die land- und forstwirthschaftliche Berufs- genoftenichaft sind unter den Rubriken 59 und 101a zwei Pfennige als Beitrag von 1 Mark Grundsteuercapital in Ansatz zu bringen. 13. Die Beiträge zur land und forstwirthschaftlichen Unfallversicherung von Gemeindegütern, welche verpachtet ober in sonstiger Weise dritten Personen zur Nutznießung überladen | lind, fallen gesetzlich dem Pächter ober Nutznießer zur Last. In ben Fällen, in benen die Gemeinde auf einen Anschlag auf die Pächter ic. verzichtet, ift dieser Verzicht im Voranschlag zu beantragen. • Dies geschieht am zweckmäßigsten unter der Rubrik 92 des Voranschlags, unter welcher die Beiträge der Gemeinde z« land und forstwirthschaftlichen Berufsgenoftenfchaft, bezw. ;ur Tiefbau», Steinbruchs-Berufsgenoftenschaft, sowie auch diejenigen zur Jnvaliditäts» und Altersversicherung für die von der Gemeinde beschäftigten Personen verrechnet werden önnen. . .. Die Rubrik 92 würde hiernach den Titel „Bettrage zur Unfallversicherung und zur Jnvaliditäts- und Altersversicherung" ZU führen haben. 14. Nur diejenigen Bürgermeistereien, welchen unterm 5. October 1891 besondere Verfügung zugegangen ist, haben Voranschläge für die Gemeindckrankenversiche- rung aufzuftellen und miteinzusenden." Selbstredend haben jedoch auch diejenigen Gemeinden, ür welche ein Krankenkaftevoranschlag nicht aufzustellen ist, den muthmastlich erforderlichen Zuschuß unter Rubrik 93 vorzusehen. . 15. Für Anschaffung und ebenso für die laufende Unterhaltung von Feuerlöschgeräthen und Ausrüstungsgegenständen ist ausreichender Credit im Voranschlag einzustellen. 16. Die Bedürfnisse für Kirchen und Schulen sind durch Auszüge aus den Kirchen Voranschlägen und bezw. detaillirte Anforderungen der Schulvorstände zu begründen. 17. Veränderungen und namentlich Herabsetzungen der Umlagen find, wenn nicht ganz besondere Gründe dies rechtfertigen, zu vermeiden; bei günstigen Abschlüssen empfiehlt es sich vielmehr, Capitalrückzahlungen eintreten zu lassen. 18. Es ist darauf zu achten, daß die achttägigen Offenlegungsfristen genau eingchalten werden, namentlich darf eine neun» ober gar zehntägige Offenlegung, wie dies bisher mehrfach vorgekommen ist, nicht stattfinden. Zu beachten ist weiter, daß die Offenlegungen nicht an einem Sonn- ober Feiertage beginnen bezw. endigen. 19. Zur Berathung des Voranschlags ist der Gemeinde- Einnehmer als Auskunftsperfon zuzuziehen. 20. Die Einsendung der Voranschläge hat jedenfalls im bestimmten Termine zu erfolgen, da wir im Interesse einer ordnungsmäßigen Bubgetwirthschaft Frist nicht gestatten werden. Sollten aus besonderen Gründen einzelne Rechnungen bis zu dem Termine noch nicht gestellt sein, so ist, dem § 41 Absatz 2 der Voranschlags-Instruction entsprechend, die lieber* sicht — Beilage 4 — auf Grund des Handbuchs zu fertigen. Im Uebrigen wollen Sie nach unseren früheren Aus- schreiben, sowie nach den Revisionsbemerkungen und Beschlüften zu den vorhergehenden Voranschlägen verfahren. v. Gagern. Gretzen, Den 19. September 1893. Betr.: Wie vorher. Das Großherzogliche Kreisamt Gietzeu an die evaug. Kirchenvorftände des Kreises. Wir empfehlen Ihnen, den im Gemeindevoranschlag vorzufehenden Betrag des kirchlichen Deficits, unter Mittheilung eines Auszugs aus dem Kirchenvoranschlag, im Laufe dieses Monats den Großh. Bürgermeistereien mitzutheilen. v. Gagern._________________ Nr. 224 Zweites Blatt Gießener Anzeiger Kenerat-Unzeiger. Vennischter. * lieber da8 OrientirnngSvermogen der Thiere, besonders der Tauben, sprach in der 65., in Nürnberg abgehaltenen Mett". ^'Estrade 15 oncett "J"”* St Ml leine am iß. ( , e H mit her \- miHeinetfl ■essen. 3; 8 Uhr : Mlbau. laltung füllt tut. Lorstavd^ ift. «nM 8 Uhr tung Vorstand. WM 6. Sept* AuÄlirz lion für Dam et in dein g< dt Gießen" all i Comite. ing. n- und Ttcingut September ab 'M Wagner. ftabt a. A a. N» s rvAvv Sitzung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte Herr Hofrath Exner-Wien. Er erwähnt, daß schon die alten Griechen und Aegypter Brieftauben gehalten. Zweifellos sei eö das Heimweh, welches die Taube in ihren Schlag zurück- führe, allein wodurch das Thier die wunderbare Fähigkeit, denselben wiederzufinden, erlange, sei zur Zeit völlig unbekannt. Während der Belagerung von Paris wurden in einem Luftballon mitgenommene Tauben in Brüssel ausgelassen, von dort auf sehr umständlichem Wege nach Tours gebracht, um ihre Post zu bestellen, aber sie flogen unvorzüglich von Tour» nach Paris zurück. Neuerdings sollen Brieftauben sogar von London nach Amerika gebracht und von dort zurückgeflogen sein. Unter den Annahmen, die man zur Erklärung dieser Fähigkeit aufgestellt, erwähnte der Redner eine, die er selbst getheilt habe, daß der mit den sogenannten Otolithen versehene Bogengang-Apparat des innern OhreS daS OrientirungS« organ der Brieftauben sei. Zur Prüfung dieser Annahme stellte er die Versuche an, über die er jetzt berichtete. Die Tauben wurden im Eisenbahnwagen während der Fahrt zu ihrem Ziele in einen künstlichen Schwindel versetzt, indem man sie unzählige Male um ihre Axe drehte und durch die Luft schwang. Diese Bewegungen mußten auf den Gehörapparat wirken und, wenn jene Annahme zutraf, die Orientirung der Thiere beeinträchtigen, allem sie sanden von Neulengbach, welches 45 Kilometer von Wien entfernt und von der Hauptstadt durch einen GebirgSzug getrennt ist, fast ebenso leicht ihren Weg zurück nach Wien, wie die Eontroltauben, mit denen keine solche Bewegungen vorgenommen worden. DaS- selbe war mit Tauben der Fall, welche durch den galvanischen Strom schwindlich gemacht waren. Ja, selbst Tauben, welche während der Fahrt zum Ziele narkonsirt worden waren, fanden sich, von der Betäubung erholt, ungefähr mit der- selben Geschwindigkeit nach Hause, wie nicht nakotisirre Tauben. Die Versuche hatten also ein negattveS Ergebnis und lehrten, daß jene Annahme nicht richtig sei. An den Vortrag knüpfte sich eine interessante Erörterung, in welcher von verschiedenen Seiten darauf aufmerksam gemacht wurde, daß eS der Gesichtssinn fei, der die Thiere leite. Hofrach Emer gab zu, daß Manches für diese Annahme spreche, allein eS seien Thatsachen vorhanden, welche sich damit nicht in Einklang bringen ließen. Er sühne folgendes an: Sin Hund, den die Kaiserin von Oesterreich in Regensburg von ihrer Schwester zum Geschenk erhalten und im Eisenbahnwagen mit nach Wien genommen hatte, verschwand don. Er wurde einige Tage später tobt in Regensburg vor dem Palast seiner früheren Herrin gesunden. Ein Esel, der in einem spanischen Hafen in ein Schiss gebracht worden, wurde, als das Schiss in Gefahr kam, ins Meer geworfen, er schwamm anS Land und gelangte in feine einige Tagereisen entfernte Heimath. Professor Exner meinte, man müsse gegenüber diesen That« fachen an ein Etwas denken, das unS noch nicht bekannt sei. Professor Rosenthal-Erlangen behauptete dagegen, solche» möge man nur möglichst lange aufschieben- vieles spreche dafür, daß die Thiere ihre sämmtlichen Sinne anstrengten und so lange umherirrten, bis sie ihre Heimath wiederfinden. DankenSwerth sei immerhin, daß Professor Exner nachgewiesen, daß die Erinnerung an die Reise bei der Orientirung der Thiere nur eine untergeordnete Rolle spiele, besonders da ja auch das Gedächlniß der Thiere weit hinter dem des Menschen zurückstehe. Referent Möchte sich dazu die Bemerkung erlauben, daß die sämmtlichen Sinne deS Menschen allein bei Weitem nicht auSreichen, um Leistungen zu vollbringen, ähnlich den obengenannten der Thiere. Ein Beweis hierfür lieferte der junge Mensch (Kaspar Hauser), der am 26. Mai 1828 zu Nürnberg auf der Straße stand und sich nicht zurückfinden konnte. Sin Hund ober eine Taube hätten sich zweifellos zurecht- gefunden. Citeratur und Aunst. — Aus dem Gebiete unserer illuftrhten ZeitschrfftenliterntM vollzieht sich seit einiger Zett eine tnkerefiante Wandlung, die t» engem .-iusammenhang mit den Erscheinungen unseres Runftleba* steht. Der Sinn für Farbe, brr Drang nach Erfassung der Wirklichkeit sucht sich auch in den Illustrationen unserer llnterbaltunatblätte Geltung ju schassen, und da» erste Hess, mit welchem die rerbretletste der deutschen Familienrevuen, itzet» |om Rett' illnloe Deutsche VerlagSaesellschaft tn Stuttgart), ihren neuen Jahrgang soeben eröffnet, ist dafür ein höchst gelungener Beleg. Sowohl ts den zahlreichen stunstbeilagen, wie in den ZeiiiUufhationm hat ba lebendigere Reiz der Farbe die Monotonie bee Schwarzdruck» durch» krochen. Und daß der große, farbig iUufirtrte Auslaß über die „Entwickelung de» Feuerlöschwesen»" von Paul Lindenberg und Ewald Thiel einen Gegenstand aus dem öffentlichen PolkSiet« behandelt, der alle Welt interesstrt, ist ein weiterer Eharacterz» für daS Bestreben, die vornehme Haltung de» beliebten Blaue» im Einklang mit dem modernen Geschmack zu erhalten. Ta» über are- reich und mannigfaltig au-gestattete Heft bietet in seinen Aussätze» eine Quelle de» vorzüglichster, Lesestoff» aus allen Gebieten. — ,WSri»hafer Blfttter', Illustrirte Zeitschrift für tat 8dämmte Naturhetloerfahren. München, L. Biereck» Verla,. ler,tl. Retacteur: Oberftab-arzt Dr. Katz Auch die neuesten un- vorliegenden Nummern dieser interessanten Zeitschrift werden rach allen Richtungen dem weiten Programm gerecht, da« sich da» Blatt aufgestellt hat. DaS Blatt kann den Freunden htna speciellen Richtung empfohlen werden. Probenummern bezieht man grätig und franco vom Verlage in München. (Sentner 20 H (2314 Gebr. 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