K*ub4 h A’ 61"!"" ’ ",f b-gkwkk! !*•*%? *9 *• ftÄfeS er '9tftifltt °-m Wrti >ff n:T.,” «iWOfflittter J» inneren chameskirche. 'M ßnd uns für dir 80 W. 'ring, der bereits 250 U. eines der kleineren m Wert- von 350 Ml 1 des Kirchbausonds 1. AM 1893 an auch wendet werden soll, in 0 M. n wir airi) auf diesm ^irchcnvorstand. x__ eßen. ung zur Einzeichnung in le, theilen mir unseren st in Darmstadt ge- ahm öon 30 Fahrkarten erhatd drei Tagen, zeigen der Festkarte', w lckfahrtstempels zur M Juli Mittags und zu orgens haben wir um unsere darauf restectiren« Abaang eines dieser W $tr Voestaad-^ ie-Essenz 1 idernach^Bb- McM lli 18$ n- Minte nlt Mopol-Anl- KL M ’!&**• w^*1' Ht*** 100# 94.60 88.10 22.10 4291 86 87 369.00 191$ io’-S 1(8-06 . 14.96 Nr. 171 Zweites Blatt. Sonntag de» 23. Juli '893 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, eit Ausnahme deS Montags. Die Gießener PnmittenvrLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal drigclegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger AvonnementspreiLS 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pf». Redaction, Expedition und Druckerei: Kchulstratze Kr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen. I Hi.ßmer AamiN<»5M«. I Nachrichten über den Saatenstand im Grostherzogthnm Heffen UM die Mitte des Monats Juli 1893. politische Wochenschau. Gießen, 22. Juli 1893. Zusammengestcllt bet der Großhcrzoglichen Oberen landwtrthschastlichen Behörde. weniges besser. 3,7 || 4,1 Durchschnitt für Rheinhessen Nachdem die Militärvorlage angenommen und erledigt ist, wendet sich die öffentliche Aufmerksamkeit immer mehr den kommenden Steuergesetzen zu. In Bezug auf diese ist der Phantasie ein um so weiterer Spielraum gewährt, je weniger feste Anhaltspunkte für Bermuthungen und Prophezeiungen gegeben sind. Allerdings hatten die Mitglieder der „antisemitischen Reformpartei" und die „freisinnige Vereinigung" ihre Zustimmung zu dem neuen Militärgesetze während deS Wahlkampfes nur für den Fall in Aussicht gestellt, daß bte Deckungssrage zugleich mit der Militärvorlage geregelt würde. Bei den Verhandlungen im Reichstage stellte sich indeffen bald heraus, daß die Regierung nicht in der Lage war, präcise und bindende Erklärungen über ihre künftigen Steuer- Vorlagen schon jetzt zu geben. Nur so viel steht fest, daß die Börsensteuer, in veränderter Form allerdings, wieder vorgeschlagen werden wird, dagegen die Projecte auf höhere Besteuerung von Bier und Branntwein endgültig fallen gelassen sind. Auch sollen nach den Erklärungen des Reichskanzlers „Lebensmittel" von neuen Steuern nicht betroffen : werden. Indessen giebt schon dieser Begriff in seiner Mehrdeutigkeit zu Verschiedenheiten in der Auffassung der Erklärung der Regierung Anlaß. Zum Beispiel kann man den Tabak ganz gewiß nicht zu den Lebensmitteln im engeren Sinne ! rechnen, sondern muß ihn zu den — wenn auch denkbar bescheidensten — Genußmitteln zählen. Es ist deshalb sehr I wohl möglich, daß trotz der Verzichterklärung der Regierung s am 19. November 1892 der Tabak zur Deckung der Mehr- : kosten unter der Begründung herangezogen wird, daß er ja doch { zu den besonders ausgenommenen Lebensmitteln nicht gehöre, j In der That verlautet schon jetzt, daß die Regierung eine i Tabaksabrikatsteuer zu den übrigen Tabaksteuern hinzu- zufügen gedenke. — in Hand mit den Erörterungen ! über die Deckungsfrage gingen in dir letzten Woche solche ' über eine Neuorganisation des Reichsschatzamtes. ! Auch in angesehenen nationalliberalen Kreisen ist man mehr 1 und mehr zu der Ueberzeugung gekommen, daß der deutsche Reichsschatzsecretär nicht diejenige Selbständigkeit besitzt, welche ihm nach dem Gewicht seiner Stellung gebührt. Man hat deshalb den Vorschlag gemacht, die Einrichtungen wiederher- । zustellen, welche von 1869—1877 während des preußischen Finanzministeriums Kamphausen bestanden haben. Damals ' lag die Reichsfinanzverwaltung in den Händen eines Mannes, II 4,4 || 4,4 || 1,7 3,6 | 3,5 || 3,1 I - || 2,4 | - J 3,3 || 3.7 3,2 | 2,7 || 2,9 | — || 2,4 | 4 || 3,2 || 3,7 || 3 Durchschnitt für das Großherzogthum ..... Bemerkungen: Die in den letzten Wochen gefallenen Niederschläge haben zwar bewirkt, daßdieWtesen und Kleeselder wieder grün werden, auch auf Kartoffeln und Zuckerrüben haben sie eine günstige Wirkung geäußert; für die ^etreidearten kamen sie ieb^) zu spät, abgesehen vom Hafer, der daraus noch einigen Vortheil ziehen wird. Die Lage ist daher gegen den vorigen Monat um ein Provinzen Note 1 Sgatenstand - sehr guter, 2 — guter, 3 — mittlerer, 5 — sehr geringer Stand. 4 — geringer, Ord.-N und ErhebungSbeztrke. Winter- Sommer- Winter- Sommer- Winter- Som- mer- i ■£> •* 5 s ‘a" «Q c lt= o a 3 J“ 3 «g 5 1 cs »o i Weizen Spelz Roggen Q 9 <& 3 1 2 3 4 5 6 7 Provinz Starkenburg. Kreis Bensheim......... „ Darmstadt......... „ Dieburg......... „ Erbach.......... „ Groß-Gerau........ „ Heppenheim........ „ Offenbach......... 3,5 3 2,5 3 3 2 3,5 1,5 3 3 3 2 — 3 3 2 2 3,5 2 3 4 4 4 3 3 3 3,5 3 3 3 3 4 3 4 3 3,5 : 2 2 3 2 2 2 I 25 5 4 4,5 4 1 2,5 5 5 4 5 3 4 3 5 5 — Durchschnitt für Starkenburg 3 1,5 2,7 — 2,6 4 3,2 3.4 22 4,3 4,3 — 8 9 10 11 12 13 Provinz Oberhefsen. Kreis Alsfeld.......... „ Büdingen......... „ Friedberg......... „ Gießen.......... „ Lauterbach......... ,, Schotten......... 2,5 2 4 3,5 2,5 4 3 3 3,5 2,5 4 — — 2 2 3 2,5 1,5 3 - r 3 2,5 3 3,5 2,5 45 4 3 4 4 4 4,5 3 3 4 2,5 2,5 3,5 5 5 5 5 5 4 4,5 5 3 5 — - Durchschnitt für Oberhessen 3,1 3,2 — — 2,3 4 3,1 3,9 3 4,8 4,4 - 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 Provinz Rheinhessen. Landw. Vereinsbeztrk Alzey...... „ „ Bingen..... „ „ Flonheim .... «, „ Ingelheim .... „ „ Mainz..... „ „ Nieder-Olm . . . „ „ Oppenheim.... r „ Osthofen .... „ „ Pfeddersheim. . . „ „ Wöllstein .... „ „ Wörrstadt .... „ .. Worms..... 4 4 4 2,5 4 4 3 3 3,5 4.5 4 3 3,5 3,5 1» — 2 3 2 2 3,5 2 2,5 2,5 3,5 3 3 — 3 4 4 3,5 3 4 2,5 2,5 3,5 3,5 3 3 3 5 4 3,5 3 4 3,5 3 i 4 3,5 ! 5 3 4 4,5 4,5 3,5 2,5 3,5 3 3 3 5 5 3 5 5 5 4,5 5 5 4 4 4 5 5 4 5 5 4,5 5 5 4 4 5 4 1 3 2 1,5 1,5 l 1,5 1 1 1,5 1,5 2 2 Ferrillcton. Wie Herr Blümel sich geistreich unterhalten hat. Herr Blümel aus Wurzen fuhr über Leipzig und Bitterfeld nach Berlin. Mit jedem Kilometer, welchen das Dampfroß zischend durchflog, furchte sich Herrn Blümels Stirn tiefer, wurde sein joviales Gesicht unfreundlicher. Herr Blümel, der nichts mehr haßte als Einsamkeit und Schweigsamkeit, befand sich mutterseelenallein in einer Ab- theilung dritter Klasse und schaute auf jeder Station sehnsüchtig nach Gesellschaft aus, aber die neuen Passagiere stiegen immer nebean ein. Auf Station Lichterfelde wurde endlich die Thür auf- geriffen. Ein dicker alter Herr occupirte den nächsten Eckplatz, drückte den Kopf gegen die Holzwand und schloß die Augen zu einem ,Nickerchen". Ein junger Mensch mit semmelblondem Haare und stupidem Gesicht nahm dicht neben Jenem Platz. Keiner von beiden hielt es für nöthig, Herrn Blümel zu grüßen. Dieser rückte, ohne die Unhöflichkeit zu beachten, neben den Semmelblonden und meinte mit größter Freundlichkeit: „Fahren Se auch nach Berlin, mei bestes Herrchen? — Nu freilich, wo sollten Sie denn sonst hinfahren! Eben han mcr ja die letzte Station pasflrt. — Wissen Se, in Sachsen fahren mer ganz anders uf de Bahne wie in Preissen, ich bin Sie nämlich aus Wurzen. Gesellschaft gibts bei uns merschtentheels in jedem Goubee. Und denn fieht bei uns de Bahne ganz anders aus. De Signalstangen zum Exempel sind weißgrien angestrichen und die Waggons tragen eene andere Signature wie in Preiffen. Sie verstehen doch, was ich meene?" Der junge Mann machte eine Bewegung mit dem Kopfe, die wie ein verneinendes Schütteln aussah. Jener fuhr eifrig fort: „Ich meene die vier großen Buchstaben, die uff jedem Wagen außerhalb angeschrieben sind. In Sachsen Heeßen se: „K. S. S. B.", in Preissen „K. P. E. D." Wissen Se, I was „K. S. S. B." Heeßen soll?" Der Gefragte schwieg. , „Se wissens also nicht?" fuhr Herr Blümel hastig fort. „Freilich, Sie werden ooch noch nich in Sachsen gewesen fein! Wir Sachsen sind Sie nämlich ein humoristisches Völkchen und schütteln de Bongmohs nur so aus de Aermel. Da sagen de Eenen mit Rücksicht uf de bekannte Schlauheit der Sachsen, „K. S. S. B." soll Heeßen: „Keen Sachse schießt Böcke." Die anderen Sachsen denken an den Muth des echten Sachsen in Gefahren', besonders bei Zug-Entgleisungen, und sagen, es heeßt: „Kaltblütige Sachen sind bewundernswerth." Es heeßt aber weiter gar nischt als: „Königlich Sächsische StaatS-Bahn." — Was verstehen denn de Herrn Preissen unter „K. P. E. V. ?" Als guter Patriot müßten Se das wiffen!" Der Semmelblonde gähnte sehr laut und schwieg. „Das wissen Se auch nicht? — Wenn ich dran denke, daß de Preissen mehrschtentheels sehr knickrig sind, denn wtrds gewiß bedeuten sollen: „Keen Paffagier erhält Verpflegung." — Sie antworten wieder nischt. — Denn kanns meinetwegen 'nen anderen Sinn haben. De Preissen sollen mitunter ein bischen sehre grob sein. Es wird also 'ne freundliche Mahnung ans Publikum sein, die angeborene Grobheit im Goubee unterwegs zu lassen. Ja, ja! Es wird ohne Zweefel Heeßen: „Knot'ge Passagiere erregen Verstimmung !"" Der Semmelblonde zog ein blaubaumwollenes Taschentuch hervor und schmutzte sich mit einem so lauten, trompetenartigen Tone, daß Herr Blümel erschrocken zurückfuhr. Im nächsten Moment rief er begütigend: „Nehmen Se's nur nicht iebel, junger Herr! Aber uns beede habe ich nicht zu de knotige Kadegorie gerechnet. — Die Buchstaben ham amende doch 'ne andere Bedeutung. Halt, ich Habs! Es soll 'ne Beruhigung Mr Reisende sein und Heeßen: „Knochenbrüche passiren eenmal vierteljährlich! Bei anderen Bahnen werden se gewiß öfter passiren. In diesem Augenblicke tönten Signalpfiffe und der Zug fuhr in den Bahnhof ein. Herr Blümel ergriff sein Handgepäck und drückte dem Semmelblonden die Hand mit den Worten: „Wissen Se, mein Gutester, ganz richtig wirds amende Heeßen: „Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung." Na, das kann uns beeden aber egal sein. Adjees! Ich habe mich lange nicht so geistreich unterhalten!" „Was? Sie haben sich Vit meinem Sohne unterhalten?" rief der alte Herr, welcher eben aufgewacht war und aufsprang. „Mein Sohn ist taubstumm! Haben Sie denn das nicht gemerkt?" „Nun nee!" versetzte Herr Blümel verblüfft und machte sich aus dem Staube. ♦ Nachgeholt. Präsident ruft einen Redner zur Ordnung. Redner: „Herr Präsident, diesen Ordnungsruf habe ich entschieden nicht verdient, aber jetzt werde ich etwas sagen, worauf er Bezug haben kann!" * Unerwartete Wendung. Vater am Studiertisch zu den Kindern, die im Zimmer lärmen: „Donnerwetter, jetzt hab ich's satt mit diesem Heidenspektakel! Wer plärrt denn da eigentlich am meisten?" — Kinder (einstimmig): „Du, Papa!" * Unschuldig. Dieb (der auf frischer That abgefaßt wird): „Ach Gott, daß mir das auch nochmal passiren mußte- zehn Jahre lang hab ich mir nichts zu Schulden kommen lassen." — Gensdarm: „Was haben Sie denn während der Zeit gemacht?" — Dieb: „Da war ich im Zuchthaus!" . * Beruhigung. Hausfrau: „Ihre Zeugnisse sind gut. Haben Sie einen Liebhaber?" — Köchin: „Ja, Madame, — aber er ist Vegetarianer!" * Ein Tourist stellt die Frage: „Warum hören die Ueberschwemmungen im Riesengebirge nicht mehr auf? „Weil hier so viele Wegeweiser stehen, daß sich Sie Wasser beim besten Willen nicht mehr verlaufen können. kleinen Täuschung, denn eine derartige Interesselosigkeit habe ich noch nirgends gefunden wie hier. Ich diele Alles auf, um in jeder Beziehung dem Wunsche gerecht zu werden, durch Aufführung von Novitäten, welche hier gänzlich neu sind . aber alle meine Mühe ist umsonst, daS Theater bleibt das Stiefkind der Bevölkerung. — Deshalb wende, ich mich an die gesammre Einwohnerschaft mit der Bitte, man möge auch daS Theater unterstützen durch zahlreichen Besuch, damit ich nicht durch daS Buch der Erinnerung, wenn ich eS durch-- blätter?, bei dem Namen Rosenheim schmerzlich berührt werde. HochachlungSvollst rc. — Dabei war der Mann wirklich kunstsinnig. Kündigte er doch als nächste Vorstellung an: „Der bayerische Hiesel" mit dem Schlußtableau: „Die Hin- richtung HieselS durch daS Rad!" Perfekt, £anO» unb Oolkswirtksckaft. — Halbjahrs-«nöwetS der LedeaSverstchernnOS« und Grfparnitz«vant in Stuttgart, er ft en Halbjahr 1893 wurden 33o9 Der sich erungSann äae über SRt 20 394 950. emger eicht. Davon konnten Mk. 17 720 040. durch Ausstellung von 2930 Policen angenommen werden. Gegenüber der ersten Hälfte des DorjabreS eraiebt sich ein Plus tm Zugang neuer Versicherungen von Mk. 807 580. Die Löschungen in derselben Zeit betrugen durch Tod: 484 Policen über Mk. 2 080 895., durch Ablauf: 206 Policen über Mk. 607 302., durch Kündigung, MangelSzablung und durch Umwandlung: 526 Policen über Mk. 3023 237., ingesamml somit 1216 Policen über 5 711 434. Als ReinzuwachS ergeben sich somit 1714 Policen über Mk. 12 008 606. Vcrsicherungscapital, d. i. mehr alS in der ersten Hälfte des Vorjahres: 155 Policen und Mk. 1116 318. Versicherung- - Capital. Der GcsammtversicherungSstand beträgt Ende Juni 1893: 69 722 Policen über Mk. 378270 247. Die Sterblichkeit ist im Vergleich zum Vorjahre um rund Mk. 500 000 günstiger. Tas Bankvermögen beträgt zur Zett rund 102 Mill. Mark, darunter sind über 17 Millionen Mark Extra - Reserven. Im lausenden Jahre kommen Mk. 2 725 142. als Dividende zur V«- thetlung unter die Verficherttn und zwar erhalten dir nach Plan A II Belheiligten 40°/e der ordentlichen JahreSplämie und bei alternativen Versicherungen noch extra 20°/q der alternativen Zufotzprämie; die nach Plan B (steigende Dividende) Beiheiligten beziehen geaen das Vorjahr eine um 89/o höhere Dividende und zwar aut bet vollen Prämie, also einschließlich alternativem Zusatz. Der Ausweis ergiebt demnach ein für die Bank hervorragend günstiges Ergebniß. — Rückgang VtS DepeschenverkehrS. Dieser Tage machte die Meldung die Runde durch die Preffe, wonach von hier auS Erhebungen über die Ursache des Rückganges deS DepeschenverkehrS an der Frankfurter Börse eingeliesert roorben seien, und eS wurden bereits die verschiedensten Betrachtungen daran geknüpft. Die „B. B.-Ztg." hat erfahren, daß die Mittheilung nicht zutreffend ist. Der Reichs-Postverwaltung find die Gründe der Abnahme des Depeschen- verkehrs nicht unbekannt geblieben, die Abnahme erklärt sich schon zur Genüge durch die Capitalverluste der letzten Jahre, die naturgemäß auf die Umsätze an den Börsen nachtheilig einwirkten. Der Rückgang des DepeschenverkehrS ist durchaus nicht nur an bet Frankfurter Börse zu conftatiren, er ist vielmehr eine internationale Erscheinung. Die hiesige ReichSpostverwaltung hatte also keinerlei Veranlassung, Nachforschungen barüber speciell in Frankfurt anstellen zu lassen. Allerdings werden von ben verschiedenen Telegraphen» amtern in gewissen Zwischenräumen Berichte über ben Geschäftsverkehr erstattet. Um solche regelmäßige Berichte kann es sich auch in bem oorliegenben Falle nur hanbeln, benn von bet ReichSpostverwaltung ist eine besondere Weisung nach Frankfurt nicht ausgegangen. Melcher dem preußischen Finanzminister einen weitgehenden Einfluß auch auf die deutsche Finanzgebahrung gestattete. Aber auch wenn man eine derartige Reorganisation vornähme, würden die beklagten Uebelstände nur so lange beseitigt sein, alS der Reichskanzler von seiner ihm gesetzlich gesicherten Stellung alS Borgesetzter deS ReichSschatzsecrelärS auS freien Stücken keinen Gebrauch machte. Man hat deshalb aus anderer Seite den im Jahre 1889 auch von Herrn v. Bennigsen erhobenen Ruf nach Schaffung eine» selbständigen ReichSfiuanz- minifterS und damit nach Grundlegung zu einem selbständigen ReichSministertum mit Nachdruck wiederholt. Welchen Anregungen nun aber die Reichsregierung nach» geben wird und ob sie überhaupt eine Aenderung in der Organisation der oberen Reichsämter vorzunehmen beabsichtigt, steht vorläufig noch dahin. AIS sicher muß indessen schon jetzt gelten, daß der bisherige Reichsschatzsecretär Freiherr von Maltzahn-Gülz in der nächsten Zeit seinen Posten verlassen und dem preußischen Finanzminister die Möglichkeit einer ausschlaggebenden Beeinflussung der Reichsfinanzverwaltung an die Hand gegeben werden wird. — AuS dem Partetieben der vergangenen Woche ist als bemerkenSwerthesteS Ereigniß die Abhaltung des diesjährigen allgemeinen Parteitages der deutsch-freisinnigen VolkSpartei hervorzuheben. Nachdem die Führer der Partei die Spaltung der früheren freisinnigen Fraction herbeigeführt hatten, empfanden sie das Bedürfniß, sich zu überzeugen, daß sie im Einvernehmen mit den Parteigenossen vorgegangen seien, und die junge Partei sogleich aus die Grundlagen einer festen Organisation zu stellen. Der Parteitag billigte denn auch einmllthig die Haltung der Volkspartei in Sachen der Militärvorlage und die Spaltung der früheren deutsch-freisinnigen Fraction „als unumgänglich". Zugleich wurde ein neues Organisationsstatut geschaffen, dessen charakteristischen Zug im Vergleich mit dem Statut der früheren deutsch-freisinnigen Partei die Festsetzung einer umfänglicheren Heranziehung der Parteigenossen tm Lande zu den politischen Arbeiten darstellt. Die Formulierung eines Programms hat man bei der Kürze der Zeit seit dem Vollzug der Reichstagswahlen auf den nächstjährigen Parteitag verschoben. Der EentralauSschuß der Partei ist beauftragt worden, einen Programm-Entwurf unter Berücksichtigung der eingegangenen Anträge herzustellen und so frühzeitig zu veröffentlichen, daß eine eingehende Discussion des Entwurfs in der Parteipresse vor der endgiltigen Beschlußfassung möglich ist. Im Auslände hat sich In den letzten Tagen eine ganze Reihe von beachtenSwerthen Vorkommnissen abgespielt. In Serbien haben die parlamentarischen Verhandlungen gegen daS frühere liberale Ministerium Avakumovic, das einer Anzahl von Vergehen im Amte beschuldigt wird, vor Kurzem begonnen. Vorläufig brauchen die Angeklagten ihre Sache noch keineswegs verloren zu geben. In Brasilien ist der in der Provinz Rio Grande do Sul von Neuem auSgegebrochene Aufstand schon wieder unterdrückt. Der Jnsurgentenführer van den Kolk ist in die Hände der Regierung gerathen. Dagegen verschärfen sich auf Samoa die Gegensätze immer mehr. Der von den drei Mächten England, Deutsch- land und den Vereinigten Staaten von Nordamerika anerkannte König Maltetoa wird von seinem alten Gegner Ma- taafa von Neuem in seiner Herrschaft bedroht. Besonders bedenklich liegen die Verhältnisse in Hinter- inbien. Dort beabsichtigen die Franzosen ganz offenbar auf Kosten SiamS eine bedeutende Gebietserweiterung zu erlangen. An der Verhinderung dieses Planes hat nicht allein Siam, sondern auch England, schon wegen Vorderindiens, ein starkes Interesse. Es scheint auch, als ob die englische Regierung gewillt sei, einer Ausdehnung der französischen Machtsphäre zu Ungunften der Selbstständigkeit SiamS sich mit allen Kräften zu widersetzen. Dermifcbtcs. ♦ Tie Weichselbrücke bei Forbon. lieber die jetzt nahezu vollendete, 1300 Meter lange Weichselbrücke bei Fordon wird dem „Centr.-Bl. d. Bauv." berichtet: Alle Pfeiler sind bis auf geringfügige Äußerlichkeiten fertiggestellt. Von den fünf Stromöffnungen sind nur noch zwei — die zweite und die dritte Oeffnung — mit Eisen zu Überspannen und auf dem Dorlande haben von dreizehn Oeffnungen neun ihren eisernen Unterbau erhalten. Da alle die Brückenstellen kreuzenden Schiffe ihre Masten niederlegen müssen, ist oberhalb und unterhalb der Brücke ein Mastenkrahn aufgestellt, der mit Dampskraft daS Ausheben, Niederlegen und Wiedereinsetzen der Masten besorgt und so eingerichtet ist, datz die nach oberhalb fahrenden Schiffe von einem Mastenkrahn bis zum andern mit Hilfe eines Drahtseilzuges durchgeschleppt werden können. Da diese Treidelung gegenwärtig noch nicht in Betrieb ist, ziehen sich diese Schiffe felbft an einer Leine unter der Brücke hindurch oder lassen sich von dem stets bereit liegenden Dampfer der Bauverwaltung durchschleppen. Die 10,8 Meter breite Fahrbahn der Brücke ist durch ein 2,5 Meter hohes eisernes Drahtgitter so getheilt, daß 4,5 Meter Breite auf die Eisenbahn und 6,5 Meter auf die Straße entfallen. Außerhalb der Hauptträger ist zu jeder Seite der Brücke ein 1,5 Meter breiter Fußweg vorgesehen, von denen jedoch nur der stromab belegene dem öffentlichen Verkehr dienen soll, während der stromauf liegende für den Dienst der Verwaltung freigehalten werden wird. Das Material der Ueberbauten besteht aus rund 11 Millionen Kilogramm basischen Flußeisens, das in dieser bedeutenden Masse bisher noch bei keiner Brücke der Welt zur Anwendung gekommen ist. * Schmerzensschrei eines Thealer-Leiters. Der Director des Sommertheaters in Rosenheim hat vor wenigen Tagen folgende Bekanntmachung auf seinem Theaterzettel an das dortige Publikum gerichtet: „An die verehrte Einwohnerschaft! Es ist mir allerdings sehr schmeichelhaft, daß meine bis jetzt gegebenen Vorstellungen Beifall und Anerkennung fanden, jedoch haben die bisherigen Einnahmen noch nicht das Drittel der Ausgaben gedeckt! — Ich kannte Rosenheim immer als kunstliebende Stadt, doch befand ich mich in einer Steinkohlen- und Holzliesernng. Die Lieferung der für das Großh. Provinzial Arresthaus dahier pro 1893/94 erforderlichen Steinkohlen und des Holzes und zwar: a) co. 1000 Gentner reine Stückkohlen, b) ca. 600 Gentner gewaschene Nußkohlen, 30—50 mm Durchmesser (Grube Mansfeld), sowie c) ca. 15—20 Meter TannewScheit- und Prügelholz soll im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden. Die bezüglichen Bedingungen können in der Ganzlei Gr. Staatsanwaltschaft Hierselbst (Justizgebäude, Zimmer Nr. 43) ein gesehen werden, woselbst die Angebote verschlossen und mit bezüglicher Aufschrift versehen bis zum Mittwoch den 26. Juli, Vormittags 10 Nhr, einzureichen sind, in welchem Termine deren Eröffnung erfolgen wird. Gießen, den 13. Juli 1893. Der Großh. Erste Staatsanwalt. I ö ck e l. 6208 Aeisgcöotenes. Senfsatit |' billigst bet Otto Schaaf, SelterSweg 39. 6259] Wegen baulicher Veränderung ist eine Ladenfensteretnrtchtung und I eine »tngangSthüre zu verkaufen ____________________Bahnhofstraße 57. 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