Nr. 301. Erstes Blatt. Freitag den 22. December 1893 Der OEche—r Jtaieifl« «PheiM tiglich, «tt LuZnahme bei ■tontagi. Gießener >e*trt<*iriftex errirn bem Anzeiger »Schenttxch dreimal 'i iC'leyi. Gießener Anzeiger Keneral-Htnzeiger. 8 tert efjlb tiger 2 Mark 20 Pfg. mH vringerlohn. Durch die Post bezaG« 2 Mark 50 PI- «eiaction, LxpedetiM und Druckerei: Zernsprcch« M 2ltnts- und Anzeigeblntt für den Kreis Gieren. Annah mt von Anzeigen zu der Nachmittags für dm falgendm Tag erscheinmdm Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Hratisöeikage: Hießmer Kamitienökatter. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Auf Grund des § 24 des Bauunfallversicherungsgesetzes vom 11. Juli 1887 (Reichs* gefetzblatt Seite 287 ff.) wird der von dem Reichsversicherungsamt mit Wirkung vom 1. Januar 1894 festgesetzte Prämientarif für die Versicherungsanstalt der Tiefbau-Berufsgenoffenschaft zu Berlin und der Hessen-Nassauischen Baugewerks-Berufsgenoffenschaft zu Frankfurt a. M. nachstehend bekannt gemacht. Berlin, den 25. November 1893. Das Reichsverficheruugsamt. (gez.) Dr. Bödiker. Prämientarif für die Versicherungsanstalt der Tiesbau-Berussgenossenschast. Gültig für das Jahr 1894 und folgende. Lausende Nr. Betriebsarten. Lohnprocente, welche als Prämie zu entrichten sind. Procent. Betrag der für jede angesangme halbe Mark deS in Bettacht kommenden Lohnes zu ent- rtchtenden Prämie Pfennig. 1 Erste Gruppe. Bau und Unterhaltung von Straßen und Wegen. Reinigung und Unterhaltung von Straßen und Wegen, einschließlich einfacher Uferunterhaltung, ohne Gewinnung und Herstellung der Materialien, in länd- lichen Gemeinden, Landstädten und größeren Communalverbänden...... 1,0 0.5 2 Wie vor, mit Gewinnung im Bruch und Herstellung von Kleinschlag............ 2,0 1,0 3 Wie laufende Nr. 1 mit Kiesgewinnung .... 2,2 1,1 4 Reinigung und Unterhaltung von Straßen in Städten ohne Gewinnung und Herstellung der Materialien . 2,0 1,0 5 Neubauten von Wegen und Chausseen, ohne Anwendung von Schienengeleisen, einschließlich der Herstellung kleinerer Bauwerke und Durchlässe...... 2,0 1,0 6 Wie vor, mit Anwendung von Schienengeleisen und einschließlich der Herstellung aller Bauwerke, aber ohne maschinelle Einrichtungen....... 2,6 3,2 1,3 7 Wie vor, mit Locomotiv- und Maschinenbetrieb . . 1,6 8 Zweite Gruppe. Sonstige Bauarbeiteu. Erd« und Planirungsarbeiten, Unterhaltung von Be- und Entwässerungsgräben mit Wurf und mit nur theilweiser Verwendung von Karren, sowett diese Arbeiten nicht über 1,5 m Tiefe hinausgehen und sonstige erschwerende Umstände (Absteifungen, Rüstungen rc.) nicht hinzutreten ....... 1,0 0,5 9 Wie vor, jedoch mit regelmäßiger Benutzung von Förder- geräthen (Karren rc.), aber ohne Schienengeleise 2,0 1,0 10 Erdarbeiten mit Absteifungen oder bei mehr als 1,5 m Tiefe............... 2,8 1,4 11 Erdarbeiten mit theilweiser Anwendung von Schienengeleisen, ohne gleichzeitige maschinelle Einrichtungen im Betriebe, größere Einebnungen, Deichverstärkungen und Deichwiederhersiellungen........ 2,2 1,1 12 Erdarbeiten wie vor, mit nicht erheblichem Locomotiv- betrieb ............... 2,6 1,3 13 Gas- und Wasserleitungsarbeiten....... 1,8 0,9 14 Canalisationsaröeiten, Reinigung und Unterhaltung von städtischen Canälen........... 2,8 1,4 15 Uferschutzbauten............ 2,4 1,2 16 Betrieb von Pumpwerken für Ent- und Bewässerungen 2,0 1,0 17 Stollen- und Schachtbau.......... 4,4 2,2 18 Maurer- und Zimmerarbeiten zur Herstellung von Brücken, Durchlässen, Stütz- und Kaimauern, sowie ähnlichen Bauwerken für Tiefbauten..... 2,2 1,1 1,0 19 Maurerarbeiten für Hochbauten....... 2,0 20 Zimmerarbeiten für Hochbauten....... 2,4 1,2 21 Abbruchsarbeiten (ausschließlich derjenigen bei Hochbauten) .............. 3,0 1,5 22 Wie vor, bei Hochbauten......... Brunnenbau.............. 7 3,5 23 3 1,5 24 Pflasterarbeiten............. 1,2 0,6 25 Dritte Gruppe. Nebeubetriebe. Steinschlag für sich allein......... 5,0 2,5 26 Kies- und Sandgewinnung......... 3,0 1,5 27 Steinbruchsarbeiten ohne Sprengung...... 4,0 2,0 28 Steinbruchsarbeiten mit Sprengung...... 5,0 2,5 Sonstige Bestimmungen und Erläuterungen. 1) Für Arbeiten, welche vorstehend nicht aufgeführt sind, wird der Prämiensatz nach Maßgabe des für die Genossenschaft geltenden Tarifs vom Vorstande festgesetzt. 2) Wenn dieselben Arbeiter mit mehreren Arten von Arbeiten beschäftigt werden (z. B. mit Straßenreinigung und Steinschlagen), so sind in der monatlichen Nachweisung für jede Art die verwendeten Arbeitstage und die verdienten Löhne getrennt aufzuführen (vergleiche Anleitung des Reichsversicherungsamts, betreffend die Nachweisungen von Regiebauarbeiten, vom 12. December 1887). Erfolgt eine solche Trennung nicht, so wird bei der Berechnung der Prämie die höchste in Betracht kommende Gefahrenklasse zur Anwendung gebracht. Festgesetzt gemäß § 24 des Gesetzes, betreffend die Unfallversicherung der bei Bauten beschäftigten Personen, vom 11. Juli 1887 (Reichsgesetzblatt S. 287). ' Berlin, den 25. November 1893. Das Reichsverstcherungsamt. (gez.) Dr. Bödiker. Prämientarif für die Berstcherungsanstalt der Hesseu-Rassauischeu Baugewerks- Berufsgenofsenf chaft. Gültig für das Jahr 1894. Gefahrenklassen. Lohnprocente, welche als Prämie zu entrichten find. Procent. Betrag der für jede angefangene halbe Mark deS in Betracht kommenden Lohnes zu entrichtenden Prämie. Pfennig. Gefahrenklasse A. Ofensetzer, Stubenbohner, Tapezierer, Glaser. 1 7. Gefahrenklasse B. Baulackirer, Bauanstreicher, Weißbinder, Verputzer, Baumaler, Gypser, Tüncher, Kunst- und Decorationsmaler, Stukkateure, Bühnenbauarbeiter. 2 1 Gefahrenklasse C. Asphaltirer, Steinsetzer, Einrichter von Gas- und Wasseranlagen, Steinmetzen und Steinhauer, Bauschreiner und Bau« schlosser; Ziegelei- und Kalkbrennerei-Arbeiten (Handbetrieb). 3 l'/r Gesahreuklasse D. Schiffbauer, Maurer, Klempner, Schornsteinfeger; Fuhrwerksund Transport - Arbeiten. 4 2 Gesahreuklasse E. Zimmerer; Bauunternehmungs- und Bauunterhaltungs-(Bau- leitungs-)Arbeiten, Anbringung, Abnahme, Verlegung und Reparatur von Blitzableitern. 5 2'/- Gesahreuklasse F. Mühlenbauer, Brunnenmacher, Schornsteinbauer; Erd- und Grund-Arbeiten. 6 3 Gesahreuklasse G. Kies-, Lehm-, Mergel-, Sand- und Thongräberei. 6V2 3V< Gesahreuklasse H. Dachdecker, Steinbrecher, Steinsprenger und Abbruchsarbeiter. 7 37- Sonstige Bestimmungen. Hinsichtlich der in dem vorstehenden Prämientarif nicht besonders aufgeführten Kategorien von Arbeiten (Nebenarbeiten) ist zunächst festzustellen, ob die betreffende Categorie in dem berufsgenossenschaftlichen Gefahrentarif klassificirt worden ist. Trifft dies zu, so ist für die bezügliche Arbeit die der betreffenden Gefahrenklasse entsprechende Prämie zu entrichten. Für alle übrigen im Gefahren- und Prämientarif nicht klassificirten Bauarbeiten ist der Prämiensatz der vorstehenden Klasse D. mit 2 Pfennig für jede angefangene halbe Mark des in Betracht kommenden Lohnes maßgebend. Festgesetzt gemäß § 24 des Gesetzes, betreffend die Unfallversicherung der bei Bauten beschäftigten Personen, vom 11. Juli 1887 (Reichsgesetzblatt S. 287). Berlin, den 25. November 1893. Das Reichsversicherungsamt. (gez.) Dr. Bödiker. i Bekanntmachung, Amtstage des Grobherzoglichen KreiSamts Gießen betreffend. Die unterzeichnete Behörde wird Samstag den 6. Januar 1894, von Bormittags 8J/a Uhr an, einen Amtstag im Rathhause zu (tzrünberg abhalten und wird den Kreis-Eingesessenen aus den Amtsgerichts-Bezirken Grünberg, Homberg und Laubach anheimgestellt, etwaige Anliegen in diesem Termine vorzubringen. Gießen, den 20. December 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. '__v. Gagern.__ Gießen, den 20. December 1893. Betr.: Wie vorher. Das Großherzogliche Kreisamt Gietzeu an die (tzrosth. Bürgermeistereien der in den Amtsgerichtsbezirken (tzrünberg, Homberg und Laubach belegenen Gemeinden des Kreises Gießen. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie aus ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen lassen. ______________ v. Gagern. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß unsere Gerichtsschreibereien für die Rechtsuchenden täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage von Vormittags 10 bis 12 Uhr geöffnet sind. Wer dagegen, ohne vorgeladen zu sein, einen Richter sprechen will, hat ssch hierzu Mittwochs — Vormittags — einzusinden. Gießen, 20. December 1893. Großherzogliches Amtsgericht. Lang ermann. Deutscher Reich. Darmstadt, 20. December. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute den Obersten z. D. Gerlach, den Major Lauckhard, Baraillonscommandeur im Infanterie- Regiment Nr. 63, den Stabsarzt Gerl ach vom Infanterie- Regiment Nr. 60, den Premierlieutenant Frhr. v. Rots mann vom Feld-Artillerie Regiment Nr. 4, Adjutant der 7. Feld- Arrillerte-Brigade, den Premierlieutenant v. West^rnhagen vom 3. Großh. Infanterie-Regiment (Leibregiment) Nr. 117, commandirt zur Kriegsschule in Potsdam, den Premierlieute» uant Heß vom 3. Großh. Infanterie-Regiment (Leibregiment) Nr. 117, Assistent bei der Jnfanterie-Schießschule in Spandau, den Oberpostdirector Clavel, den Professor Dr. Heid von Friedberg, den Professor Weckerling von Offenbach, den Hauptlehrer an der erweiterten Handwerkerschule zu Worms Muth, den Realgymnasiallehrer Dr. Störiko von Gießen, den Kreisschulinspector Seid aus Heppenheim, den Ren» bauten Jäger aus Gernsheim, den Jnstrumentenfabrikanten Jochem, Vorsitzenden des Aufsichtsraths der erweiterten Handwerkerschule in Worms, den Steuerboten Schneider aus Mainz, die Herren Clemens Kissel, Inhaber der Hof. kunstanstalt in Mainz, und v. Münchow, Inhaber der Universitätsdruckerei in Gießen, das Bureau der zweiten Kammer der Landstände, bestehend aus den Herren Justizrath Dr. Weber, Rentner Otto Wolfskehl, Kreisrath Haas und Regierungsrath Hechler- zum Vortrag den Staatsminister Finger, den Geheimerath v. Werner, den CabinetSrath Röm Held. Darmstadt, 20. December. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 14. December l. I. Allergnädigst geruht, den Herrn August Riedesel Freiherrn zu Eisenbach und Altenburg auf Stockhausen zum Kammerherrn zu ernennen. Darmstadt, 20. December. Die heute Vormittag durch das Bureau der zweiten Ständekammer Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog überreichte Ad re s se hat folgenden Wortlaut: Allerdurchlauchtigster Großherzog! Allergnädigster Grobherzog und Herr! Ew. Königliche Hoheit haben bei der feierlichen Eröffnung des 29. Landtag- den Ständen des Großherzogthums Ihren Landesherrlichen Gruß zu entbieten und in Allerhöchstderen Thronrede zunächst darauf hinzuweisen geruht, wie die schwere Lage, in die zu Beginn des Sommers die Landwirthschaft gerathen war, Dank der später eingetretenen günstigen Witterung und infolge der anerkennenswerthen Regsamkeit der Bevölkerung und der zweckentsprechenden Verwendung der von den Ständen zur Verfiigung gestellten Mittel erfreulicherweise nunmehr eine Besserung insoweit erfahren hat, daß ernste Befürchtungen für sie in der nächsten Zeit nicht zu erwarten stehen. Indem die Zweite Kammer Ew. Königlichen Hoheit für die Beweise Allerhöchsten Wohlwollens ehrerbietigsten Dank sagt, glaubt sie bei der gegenwärtigen Sachlage die in Bezug auf die Landwirthschaft gehegten Erwartungen theilen zu dürfen. Von den Ausgaben, die nach Allerhöchster Mittheilung der Erledigung des diesmaligen Landtags harren, hat die Zweite Kammer mit dem lebhaftesten Interesse Kenntniß genommen. Insbesondere hat eS ihr zur großen Befriedigung gereicht, daß in dem Hauptvoranschlag für die bevorstehende Finanzperiode für die Hebung von Handel und Industrie, der Gewerbe und der Landwirthschaft, unerachtet deS eigenartigen wechselseitigen Verhältnisses zwischen dem Budget deS Reiches und der Einzelstaaten, höhere Beträge eingestellt worden sind. WaS die zu erbauenden Nebenbahnen anlangt, so giebt sich die zweite Kammer der angenehmen Erwartung hin, daß für eine größere Zahl der genehmigten Linien die Verhandlungen wegen der Geländestellung in nächster Zeit zum Abschluß gelangen werden und alsdann die Inangriffnahme und der Bau derselben zum Wohl und Segen der betreffenden LandeStheile baldthunlichst erfolgen werde. Wie bisher, so wird auch jetzt das aufrichtige Streben der Zweiten Kammer darauf gerichtet fein, bei der Prüfung der ihr gemachten Vorlagen die größte Sorgfalt anzuwenden und darauf hinzuwirken, im Einvernehmen mit Ew. Königlichen Hoheit Regierung dieselben zum Wohl und Gedeihen des geliebten engeren Vaterlandes zu einem ersprießlichen Abschluß zu bringen. # Mit der erneuten Versicherung unwandelbarer Treue und Anhänglichkeit an Ew. Königliche Hoheit und daS angestammte Fürstenhaus verharrt in tiefster Ehrfurcht Ew. königlichen Hoheit allerunterthänigst treugehorsamsre Zweite Kammer der Landstände. Darmstadt, 14. December 1893. Berlin, 20. December. Mit der Weih nachtß- tierlagung des Reichstages ist der politische Puls« schlag unseres öffentlichen LebenS unverkennbar ein matterer geworden, denn eS fehlen nun bis auf Weiteres jene lebhaften Anregungen, welche die öffentliche TageSdiscussion gerade auS den Verhandlungen des ReichSparlarnentß empfing. Hin und wieder werden wohl noch die Aussichten dieser und jener Frage, welche in der deutsche« Volksvertretung noch ihrer Lösung harrt, erörtert, im Großen und Ganzen jedoch ist das allgemeine Interesse an den parlamentarischen Vorgängen der letzten Zeit erschöpft. Eine Ausnahme hiervon macht vielleicht nur die Angelegenheit der deutsch-russischen Handelsvertragsunterhandlungen, welche ja während der jüngstvergangenen handelspolitischen Debatten im Reichstage wiederholt gestreift wurden. Denn eine Entscheidung in diesen langwierigen Verhandlungen scheint endlich doch bevorzustehen. Berliner Meldungen wissen zu versichern, daß spätestens im Januar diese Unterhandlungen zum Abschlüsse gelangen würden, und in der That handelt es sich auch nur noch um eine letzte, enbgiltige Abwägung ber gegenseitigen Zugeständnisse. Im Allgemeinen gibt sich die Anschauung kund, daß das Zustandekommen deS erstrebten Vertrages als gesichert gelten könne, freilich würde alsdann die Einbringung des deutsch-russischen Handelsvertrages im Reichstag heftigere Redekämpfe Hervorrufen, als sie daselbst anläßlich der früheren Handelsverträge je stattgefunden haben, doch ist es offenbar bis zu diesem Zeitpunkte noch weit hin. — Infolge der Ernennung des neuen deutschen Botschafters am italienischen Hofe an Stelle des Grafen von Solrns-Sonnenwalde besitzt jetzt Deutschland in Rom zwei offizielle Vertreter Namens Bülow. Beim Varican fungirt bekanntlich als preußischer Gesandter Freiherr v. Bülow, der frühere Gesandte in Bern, während am Qutrinal jetzt der seitherige deutsche Gesandte in Bukarest, Bernhard v. Bülow, als Botschafter beglaubigt worden tft. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. ZtmeMear, 20. Deeember. I« Mraoiorak, Bezirk Kubin, griff die Bevölkerung gelegentlich der Richterwahl die Gensdarmerie an, welche von der Feuerwaffe Gebrauch machte. Zwei wurden gelobtet, vier schwer verletzt. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 20. December. Morgen findet eine Sitzung des Bundesraihs statt. Auf der Tagesordnung stehen zur Berathung die Vorlage über die privatrechtlichen Verhältnisse der Binnenschifffahrt upb der Flößerei, sowie eine größere Zahl Ausschußberichle. — In der letzten Sitzung des Staatsministeriums, welcher auch der Reichskanzler und der UnterrichlSminister Boffe beiwohnten, wurde, wie verlautet, die Thronrede für den Landtag beralhen. — Der Kaiser Hal sich über den Verlaus des Leipziger Spionageprozesses durch den Slaalssecrelär Hollmann und den Capitän Senden-Bibran Vortrag hallen lassen. Ueber diesbezügliche Entschließungen an höchster Stelle ist auch in wohlunterrichteten Kreisen nichts bekannt. — Die Ausschüsse des Bundesraihs für Zoll, Steuerwesen, Handel und Verkehr beantragen beim Plenum des BundeSralhs, daß die obersten Landesfinanzbehörden ermächtigt werden, auf die feit dem Inkrafttreten der kaiserlichen Verordnungen vom 29. Juli und 17. August eingegangenen und künftig noch eingehenden einem Zollzuschlage unterliegenden russischen und finnländischen Waaren die Sätze des allgemeinen Zolltarifs auß Billigkeils- gründen anwenden zu lassen, wenn die Einfuhr nachgewiesenermaßen für deutsche Rechnung auf Grund von Verträgen erfolgt, welche vor dem Zeitpunkt der Bekanntmachung der kaiserlichen Verordnung vom 29. Juli in gutem Glauben abgeschlossen sind. Berlin, 20. December. Der „Reichsanzeiger" erklärt in seinem nichtamtlichen Theil die in der letzten Zeit ver- breiteten Nachrichten als irrig, daß der Abschluß eines StaalsvertrageS zwischen Preußen und Württemberg, welcher eine Aenderung der Militär- convention zum Gegenstand habe, bevorstehe. Die schwebenden Verhandlungen bewegten sich auf dem Boden der genannten Convention und beträfen eine zweckmäßige Regelung bei der Commandirung bezw. Versetzung der würtlembergischen Offiziere nach Preußen und umgekehrt. ES sei zu erwarten, daß bei der beabsichtigten Regelung eine Anordnung getroffen werde, um die Anciennitätsverhältniffe der beiden Kontingente in Übereinstimmung zu erhallen. Man könne sicher an- nehmen, daß hierdurch die militärischen Hoheitsrechte deS Kaisers wie deS Königs von Württemberg unberührt blieben. Alle Ernennungen, Beförderungen usw. würden nach wie vor von dem Allerhöchsten ConlingentSherrn befohlen werden. Auf beiden Seiten würden die commandirenden Offiziere zukünftig die Uniform des TruppentheilS anlegen müssen, welchem sie zugetheill. Köln, 20. December. Zu der Nachricht der „Schief. Ztg.", Finanzminifter Miquel habe die Deiterführung der Untoerfitätßbauten in BreSlau wegen der ungünstigen Lage der StaaiSfinanzen beanstandet, erklärt die „Köln. Ztg.-, dieses System einer weitgehenden Sparsamkeit gegenüber wichtigen Culiurausgaben mache einen höchst unerfreulichen Eindruck und sei nicht geeignet, der Regierung neue Freunde zuzuführen. Leipzig, 20. December. Die französischen Spione wurden heute nach der Festung Glatz überführt. Wien, 20. December. Daß Amtsblatt publtcirt die Verlobung der Erzherzogin Karoline mit dem Prinzen August von Koburg-Gotha. Wien, 20. December. Aus rieft wird gemeldet, daß in einer Kaffeeladung deS Dampfers „City of Alexandria", welcher unter sehr verdächtigen Umständen auf hoher See in Flammen gerieth, eine Dynamit enthaltende Höllenmaschine gesunden wurde. Dieselbe ist dem Artillerie-Laboratorium übergeben worden. Wien, 20. December. Die Wiener Statthaltern verfügt, daß wegen beß fortdauernden Umsichgreifens der Influenza die gleichen Maßregeln gelten sollen, wie sie bei den andern JnsectionSkrankheiten vorgeschrieben sind. Prag, 20. December. Die Bevölkerung beß nahegelegenen Crteß Rak onitz ist in großer Aufregung über die gestern spät Abendß erfolgte Dynamitexplosion in dem Hause beß Advokaten Dr. Wolf. Das Gebäude wurde vollständig zerstört- mehrere Nachbarhäuser sind erheblich beschädigt. Die Familie Wolf hat nur unbedeutende Verletzungen erlitten. Rach ber Aussage beß Dr. Wolf sei schon den ganzen Abend ein Brandgeruch zu verspüren gewesen, und in demselben Augenblick, als er nach der Ursache desselben sehen wollte, sei die Explosion erfolgt. Man glaubt, daß es sich um ein anarchistisches Attentat handelt, umsomehr, als gestern Vormittag in einem Prager Pulvermagazin 32 Kilogramm Dynamit gestohlen worden sind. — Nach der officiellen Erklärung des Bürgermeisteramtes in Rakonitz ist daS Attentat gegen den Dr. Wolf entweder als ein persönlicher Racheact oder als ein anarchistisches Werk auszufassen- politische Motive »scheinen nicht gewaltet zu haben. Demgegenüber wird behauptet, daß Wolf als Deutscher in Rakonitz sehr angefeinbel wurde- gelegentlich der Feier deS September -RescripteS, bei ber fein Haus nicht erleuchtet war, warf man Steine in das Fenster und bemolirte verschiebene feiner EigenthumS- gegenstände. Nach diesen Demonstrationen ist ein politischer Beweggrund als wahrscheinlich zu betrachten. Verschiedene Haussuchungen haben bereits stattgefunden - auf die Ergreifung des Attentäters ist eine Belohnung von 500 Gulden außge« setzt worden. Budapest, 20. December. Ungeheures Aufsehen erregt hier die Verhaftung eines bekannten, hervorragenden Malers, ber beschulbigt wird, an der Spitze einer Banknotenfälscherbande zu stehen, welche seit längerer Zeit falsche Guldenscheine anfertigt. Loudon, 20. December. Mehrere Blätter melden, daß ein Franzose, welcher kürzlich bei der ostindischen Armee in Dienste getreten war, mit sämmtlichen Planen der Befestigungßwerke von Englisch - Indien nach Frankreich geflohen sei. Die Erregung in militärischen Kreisen ist um so größer, als man annimmt, diese Pläne könnten an Rußland auSgeliefert werden. Paris, 20. December. Louise Michel erklärte gestern einem Redacteur deS „Matin", welcher sie in London interviewte, daß sie das Attentat DaillantS vollständig billige. Der Zweck der Anarchisten sei, jede Autorität abzuschaffen. Uebrigenß seien alle socialen Conventionen Überflüssig, man brauche kein Vaterland und keine Familie mehr. Paris, 20. December. Der Finanzminister Bürde au brachte 'einen Gesetzentwurf ein, der die Stadt Paris ermächtigt, vom 1. Januar bis 31. December 1894 von jeder Flasche Schaumwein 50 Centimes zu erheben. Man hofft hieraus einen Ertrag von 600 000 Francs zu erzielen. — In Viricu le Grand wurden mehrere Säcke Depeschen und eingeschriebene Briefe gestohlen. Vier Säcke wurden aufgeriffen an der Schweizergrenze wiedergefunden. Von den Dieben fehlt jede Spur. Rewyork, 19. December. In Nord Labrador sind infolge der dort herrschenden Noth 200 Indianer buchstäblich verhungert. Halle, 21. December. Geh. Medicinalrath Kräh nier ist gestorben. totale» und provinzielle», Meßen, 21. December 1898. Aus dem Zustizdieust. Durch Entschließung Groß- herzoglichen Ministeriums beß Innern unb ber Justiz vom 18. December wurden beauftragt mit Wahrnehmung ber Dienstverrichtungen: 1) eines Amtsrichters bei dem Amtsgerichte Seligenstabt ber Gerichtsassessor Adolf Warthorst in Bingen- 2) eines AmtSanwaltS bei den Amtsgerichten Bingen, Ober-Ingelheim, Wöllstein und Nieder Olm der GerichtSassessor Neuenhagen in Gießen- 3) eines Amts- anwalts bei den Amtsgerichten Gießen, Hungen unb Lich der GerichtSassessor Wiener in Büdingen, unb 4) eines Amtsanwalts bei den Amtsgerichten Büdingen, Nidda, Ortenberg, Altenstadt und Schotten der GerichtSassessor Heinrich Alten- darf in Mainz. •• Militardieustuachrichteu. Winter, einjährig-freiw. Arzt beim Großh. Hrss. Feld Art.-Regt. Nr. 25 (Großh. Art.-CorpS), unter Versetzung zum Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zum Unterarzt ernannt; Platz, Garn.'Auditeur zu Mainz, der Character alß Justizrath ver- liehen. •* Neues Theater. Morgen, Freitag, gelangt alß letzte Vorstellung vor Weihnachten der jetzt überall mit großem Beifall ausgeführte Schwank „CHarleys Tante' von Brandon Thomas, zum ersten Mal zur Aufführung. Freunde der heiteren Muße sollten nicht versäumen, „CharleyS Dante* einen Besuch zu machen; hat doch vor Kurzem unser Kaiser, Lfidjert/6aB Da:, •# Ar $ in dem For- rrhktl't °bw' Mttschltd zn 3i0- Fitz« 1 M Kappenbuch ä enthaltene G. > faritffl« ober erörtert bleibe heutige» dmßürP tötet «reiirath he rechnet Herr Garnisonstadl Regiments Ni roaltung steht Seite alß $e unb alö juri Majorität der iammlung be> Wriineroalb. (ftroo?. Psa' Director der Z Ui städtische beß stattlichen bot neben ber ßtefara firn üch bt fyxxva schantz Herein» anbtttr Btziü So genießt Stadt von de hier einmünd Haltepunkte at Kroßen-Linden ©örßäcfcr un einige geehrte zmttztn in der .'ichung der (tz " 8« 8 »rrlehi, ist es, doi'tkarten unk !• Haimar stst °b zur Giniitf 3 ä gerau^rt Aaugerveik-Btt XQttt mit ttx ? bnm Tragen e Men habe. Wgtn sprach Mtzen den " wit Müiffidjt nullten günfti öe an »eiche ? e er Ü "• sei t lirLn 16 ÖQt,’te' uT. UW Vauft ber Ppi S * N Ä' °rbei ln 6,1 ' 3*4"sal welcher sich den Schwank hat Vorspielen lassen, wiederholt versichert, daß er sich nicht besinnen könne, jemals im Leben so gelacht zu haben, als gelegentlich der Aufführung von „Charleys Tante". Wir möchten Herrn Director Reiners wünschen, daß das Werk einen ebenso colossalen Erfolg in Gießen erringt, als dasselbe an anderen Bühnen errungen hat, denn derselbe hat unter dem schlechten Besuch und Zeitverhältnissen in dieser Spielzeit hart zu leiden. * ♦ Der Buchstabe G in seiner Bedeutung für Gießen. In dem im Verlage von Curt v. Münchow hier erschienenen „Wappenbuch" ist das Wappen der Stadt Gießen in einer Form enthalten, die von der bisher für richtig gehaltenen erheblich abweicht. Aus nachstehenden Zeichnungen ist der Unterschied zwischen beiden Arten ersichtlich: Fig. 2. Fig- 1. Fig. 1 stellt das bisher Wiche, Fig. 2 das nach Angabe im Wappenbuch ältere Wappen oar. Ob das in dem Wappen Fig. 1 enthaltene G. den Anfangsbuchstaben von dem „alten Gießen" darftellen oder sonst eine Bedeutung haben soll, kann hier Un- crörtert bleiben. Welche Bedeutung aber das G für unser heutiges Gießen hat, möge in folgender Zusammenstellung dargelegt werden: Gießen ist Sitz des Kreisamts Gießen, KreiSrath Herr Provinzialdirector v. Gagern, Kreiskassenrechner Herr Rendant Grüneberg. Militärisch ist Gießen Garnisonstadt des früher „Großherzog" benannten Infanterie- Regiments Nr. 116. An der Spitze der städtischen Verwaltung steht Herr Oberbürgermeister Gnauth, ihm zur Seite als Beigeordnete die Herren Georgi und Grüneberg und als juristischer Beirath Herr Assessor Glässing. Die Majorität der Rechtskundigen in der Stadtverordneten Versammlung besteht aus den Herren Dr. Guifleisch und Grünewald. Vorsteher des Großh. Ortsgerichts ist Herr Groos. Pfarrer der Marcus-Gemeinde Herr Dr. Grein; Director der Spar- und Leihkaffe Herr Grüneberg; Verwalter deS städtischen Hospitals Herr Grüneberg- Verwalter des städtischen Arresthauses Herr Göbel. Die Stadt Gießen hat neben der Freiw. Gail'scben Feuerwehr noch eine Freiw. Gießener Feuerwehr- in das Cvmmando der letzteren theilen sich die Herren Grün und Gail. Vorsitzender des Gesell- schasts Vereins ist Herr Amtsrichter Gebhardt. — Auch in anderer Beziehung ist das G für Gießen von Bedeutung. So genießt man z. B. die schönste Aussicht auf die Stadt von der Germania und vom Gleiberg aus. Die hier einmünbenben Eisenbahnlinien weisen als nächste Haltepunkte auf bie Stationen Garbenteich, Großen-Buseck, Großen-Linden, während idyllische Spaziergänge über die GänSäcker und nach der Gansenburg führen. — Sollten einige geehrte Leser diese G-Betrachtungen noch weiter fortzusetzen in der Lage sein, so erbietet sich zu deren Veröffeut- ltchung der General-Anzeiger (Gießener Anzeiger). * * Zur Förderung und Erleichterung des Neujahrs-Brief. Verkehrs ist es, wie in den Vorjahren, gestaltet, daß Stadtbriefe, . Postkarten und Drucksachen, deren Bestellung in Gießen am 1. Januar früh gewünscht wird, bereits vom 26. December ab zur Einlieferung gegangen können. * * W. Aus dem Reichsverficherungsamt. Der Bauarbeiter Jäger aus Freiensteinau beantragte bei der Hessen Nassauischen Baugewerks-Berufsgenoffenschaft die Gewährung einer Unfallrente mit der Behauptung, daß er sich durch einen Fehltritt beim Tragen eines schweren Balkens einen Leistenbruch zu- gezogen habe. Die Berussgenoffenschast wies den Antrag ab. Dagegen sprach auf die Berufung des I. das Schiedsgericht zu Gießen demselben eine Rente von 10 pCt. zu, indem es mit Rücksicht auf die dem Kläger von seinen Arbeitgebern erteilten günstigen Zeugnisse dessen Aussage" als glaubhaft annahm. Gegen dieses Urtdeil legte die Berufsgenossenschaft Recurs ein, zu dessen Begründung sie vortrug: Nach dem Tage, an welchem I. sich cen Bruch zugezogen haben wolle, habe er, wie er auch gar nicht bestreite, ruhig roch er gearbeitet. Es sei daher nicht glaublich, daß der Bruchaustritt, | nne er es darstelle, plötzlich und unfallartig erfolgt sein sollte, i sondern ungleich wahrscheinlicher, daß der Bruch sich allmählich im Laufe der Zeit infolge anstrengender Berussthätigkeit entwickelt habe. Dann liege aber ein entschädigungspflichtiger Unfall nicht vor. Nehme man dagegen einen solchen an, so ergebe sich eben daraus, daß der Kläger ohne Unterbrechung seine Arbeit fortsetzen konnte, daß eine Beeinträchtigung seiner Erwerbsfähigkeit gar nicht eingetreten sei. Das Reichs' Versicherungsamt verwarf am 18. December er. den Recurs mit folgender Ausführung: Als Regel möge es zügegeben sein, daß ein unfallartiger Bruchaustrilt eine zeitweilige Unterbrechung der Arbeitsthätigkeit zur Folge haben werde. Nothwendig sei das indessen nicht, und ein Mann von sonst kräftigem Körper, wie es der Kläger fei, könne wohl trotzdem weiter arbeiten. Es sei aber auch festgestellt, daß er keineswegs in der bisherigen Weise weiter gearbeitet, sondern daß er sich geschont und mit Anstrengung gearbeitet, schwere Arbeiten aber ganz vermieden habe. Gerade darin sei auch die Verminderung der Erwerbsfähigkeit durch den Bruch- avstritt zu erblicken. G. Großen-Buseck, 19. December. Vor einigen Tagen wurde in einem Gasthause zu Treis a. d. Lda. eingebrochen und einigen in diesem Hause übernachtenden Herren veF- schiedene Kleidungsstücke entwendet. Am verflossenen Samstag kam zufälligerweise eine Persönlichkeit, welche die gestohlenen Kleidungsstücke trug, in eine hiesige Wirthschast. Hier wurden die Kleidungsstücke oon# einem vorübergehend verkehrenden Herrn als die gestohlenen erkannt. Dies merkte der Verbrecher sofort und verduftete so schnell, daß er sich nicht einmal auf das für seine Zeche hingelegte Geld herausgeben ließ. Nun wurde Jagd auf den Ausreißer gemacht. Derselbe ging Anfangs auf die Straße nach Rödgen, flüchtete aber dann ins Feld, und als er auch hier feinen Verfolgern nicht mehr zu entrinnen vermochte, setzte er durch die Wieseck und erreichte auch glücklich das andere Ufer. Nach energischer Verfolgung gelang es schließlich doch, des Verbrechers habhaft zu werden und wurde derselbe in sicheres Gewahrsam nach Gießen gebracht. § Ober Ohmen, 20. December. Daß man noch in der Weihnachtswoche Kartoffeln a usmacht, dürfte ein seltenes Vorkommniß sein. Ein hiesiger Einwohner hat indessen in dieser Woche noch Kartoffeln gegraben. Jedenfalls sind aber die Knollen nicht mehr zu verwerthen, da tue vorausgegangenen Fröste bas Erdreich schon festgefroren hatten. Aus dem Schliherland, 20. December. Bei der am 14. d. Mis. in Rimbach stattgefundenen Bürger- met st erwähl wurde der seitherige Bürgermeister Sch ä f er, der sein Amt schon einige dreißig Jahre mit Umsicht zum Wohle der Gemeinde und zur Zufriedenheit der vorgesetzten Behörde verwaltet hat, einstimmig wiedergewählt. Die Wahl wurde am Abend festlich begangen. — Die Influenza tritt gegenwärtig in hiesiger Gegend sehr stark auf. In allen Orten liegen viele Personen an derselben darnieder, in manchen Häusern oft sämmtliche Familienglieder zugleich. — In Qu eck herrscht schon seit Wochen Typhus, dem bereits- einige Personen erlegen sind. Mit Eintritt der kalten und trocknen Witterung war die Krankheit im Abnehmen begriffen, aber in den letzten Tagen sind, jedenfalls infolge der feuchten Witterung, wieder einige Neuerkiankungen vorgekommen. D. Ztg. Nidda, 18. December. Gestern wurde die Karl Neeb Ehesrau aus Schotten auf dem sog. Paradeplatz in der Harb von zwei Strolchen angefallen und ihrer Baarschaft — 6,70 Mark — beraubt. Man ist den Thätern au der Spur. Vermischtes * Hamburg, 20. December. In dem Schaffner- Prozeß wurde heute Abend 8t/2 Uhr das Unheil verkündet. Fünf Schaffner und zwei Viehhändler wurden frei- gesprochen. Die verurteilten 22 Schaffner wurden der Bestechung im Amte schuldig fcefunhpn in den Fitllrn, wo sie Passagiere umsonst fuhren, aber nicht in den Fällen, wo sie Fahrkarten unterschlagen und außeramtiich verkauft haben. Die uerurtljeilten 21 Viehhändler sind nicht in allen Fällen der Bestechung schuldig erkannt worden. Särnrntl'chen Verurtheilten wurden mildernde Umstände zuerkannt, daher keine Zuchthausstrafe. Schaffner Martens erhielt 2% Jahr Ge- fängniß, drei Schaffner je D/s, einer 1 Jahr, die Uehrigen drei bezw. fünf, sechs, acht, neun und zehn Monate Gefängnis. Allen ist die Untersuchungshaft angerechnet worden. Von den Viehhändlern erhielt einer 1 Jahr, die Uebrigen ein bis sechs Monate Gefängniß und entsprechend hohe Geldstrafen- zwei kamen nur mit Geldstrafen davon. * Bestrafter Uebermuth. Eine harte Strafe hat den 16jährigen Sohn eines Gutsbesitzers im Kreise Fischhausen getroffen, der in jugendlichem Uebermuth sich anheischig gemacht hatte, auf dem Rücken eines jungen Stiers bis zum Nachbar zu reiten. Trotz aller Warnungen, wurde das unvernünftige Vorhaben ausgeführt und zwar während der Tränkung der Viehherde am Gutsteiche. Kaum halte sich der verwegene Reiter auf den Rücken des Stieres geschwungen und sich im Genick desselben festgekrampft, als das Thier unter wüthendem Brüllen nicht den Weg zum — Nachbar, sondern im sausenden Galopp birect nach der offenen Gutsscheune nahm, gefolgt von der ganzen Viehherde. Hier gerieth das wüthende Thier zwischen Wagen, Pflüge und Eggen und an den spitzen eisernen Zinken der letzteren erhielt nicht nur der Stier erhebliche Verletzungen, sondern auch der Reiter- letzterem gelang es abzuspringen, er kam aber hierbei zu Fall, und nun wurden ihm Dom Stier durch einen einigen Hornstoß zwei Rippen gebrochen und nicht unbedeutende Verletzungen am Kopse beigebracht. Sämnnliche Personen des Gutshofes Harken zu thun, um den jungen Mann aus feiner lebensgefährlichen Lage zu befreien, dann schaffte man ihn nach der elterlichen Wohnung und sofort nach Königsberg in ärztliche Behandlung. Die Verletzungen sollen nach der „Härt. Ztq." so schwer sein, daß es fraglich ist, ob der junge Mann mit dem Leben davon kommt. * Ein Angeber schlimmster Art wurde in vergangener Woche von der Strafkammer in Mühlhausen an der Unstrut zu zwei Jähren Gefängniß und fünf Jahren Ehrverlust ver- urtheilt. Der 26jährige Arbeiter Hartlep aus Hegerode erstattete fortwährend Anzeigen gegen Einwohner seines Ortes wegen angeblicher Verbrechen, wie Meineid, Urkundenfälschung usw., bei der Staatsanwaltschaft in Erfurt. Ermittelungen hatten stets ein negatives Ergebniß. Schon mehrere Male ist gegen den Angeber Anklage wegen wissentlich falscher Anschuldigung erhoben worden, doch konnte nie eine Verurtheilung ausgesprochen werden, weil er vorschützte, die Angabe in gutem Glauben auf Grund einer ihm von einem Einwohner in Hegerode gemachten Mittheilung erstattet zu haben. Dieser Einwohner war aber gestorben und so konnte die wissentlich falsche Anschuldigung nicht festgestellt werden. In dem jetzigen Falle ereilte aber den Hartlep fein Geschick. Während er in früheren Eingaben stets schrieb: Der soll das gethan haben, schrieb er jetzt: „Der hat das gethan", nämlich eine Urkunde gefälscht. Der Angeklagte, ein mit der Welt zerfallener Mensch, führt die Anzeigen nach der Ueberzeugung des als Zeuge vernommenen Amtsvorstehers in Hegerode nur auS, um sich an der Angst und der Seelenpein der von ihm verdächtigten Personen zu weiden und um den Behörden Arbeit zu machen. Durch Zeugen wurde festgestellt, daß er folgende Aeußerungen gethan hatte: „Ich habe dem Staat schon über 1500 Mark Kosten gemacht, und wenn ich noch einmal so lange lebe, wird es noch einmal so viel", „dem früheren Schulzen habe ich so viel Arbeit gemacht, daß er nicht wußte, wo er hinaus sollte", „jetzt wolle er dem Gericht zu schaffen machen, jetzt habe er das halbe Dorf als Zeugen und die müssen alle nach Mühlhausen- dort könnten sie dann nichts aussagen und bekämen doch ihr schönes Geld." Im Hinblick auf die Höhe der erkannten Strafe beschloß das Gericht wegen Fluchtsvcrdachts die sofortige Verhaftung des Angeklagten. Daß es nöthig war, zeigte sich am Schluffe der Verhandlung. Als Hartlep abgeführt wurde, machte er einen Fluchtversuch, der jedoch mißlang. Auf der Treppe wurde er von dem Gerichtsdiener wieder gefaßt. Schisssnnchviehten. Hamburg-Amerikanische Packetsahrt Actien-Gesellschast. Postdampfer „Suevta" und Dampser „Markomannta", von Rewyork kommend, sind am 19. December, 8 Uhr 45 Mtn., auf der Elbe bei Cuxhaven angekommen. Der Postdampfer „Friesland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 20. December wohlbehalten in New- york angekommen. Vermehr, Land- und Volkrrvirthschast. Limburg, 20. December. Fruchtmarkt. Rother Weiten JL 12.25, weister Weizen Jt 00.00, Korn X 10.10, Gerste JL 9.30, Hafer u*L 7 25. Literatur unfc Arrnft. — Vom Fels zum Meer^, 1893-94, Heft 4. (Union Deutsche Verlagsgesellschaft Stuttgart, Berlin, Leipzig.) Dem duich die Specialausstellungen in Wien, München, Berlin nach feinten Tode schnell zu allgemeiner Würdigung gelangten Landschaftsmaler I. E. Schindler ist der erste illustrirte Aussatz dieses HefleS gewidmet. Er entstammt der berufenen Feder A. v. Vincentis. Durch die vorzüglichen Neproductioncn einer Reihe der besten Werke des genialen Wiener Meisters wird sein Schaffen nach jeder Richtung hin veranschaulicht. Die prächtigen Bilder aus Capri und Lvcroma sind ebenso vertreten wie die stimmungsvollen Mülleridyllen aus Niederösterreich; auch das berühmte „Auf der Landstraße" fehlt nicht. Der neue Roman „Der Rangirbahnhoj" von Helene Böhlau, welcher das moderne Künstlerleben in München zum Untergrund hat und dessen Kämpfen seine Conflicte entnimmt, sowie ein illustrirter Aussatz von Professor Schmarsow über deutsche Bildwerke des Mittelalters bringen den künstlerisch-vornehmen Character der Revue in unterhaltender Form zum Ausdruck. Daneben finden sich gehaltvolle Plaudereien von I. Slinde und Karl Hecker, eine humoristische Novelle aus Südfrankreich „Der Fall Blanchart" vost Neoldechen, ein geistvoller literarhistorischer Essay von Erich Schmidt und viele andere Beitrage namhafter Autoren. Von besonderer Aktualität Angesichts der Steuerdebattkn ist der Aussatz „Die Entstehung der Cigarre", welcher in Bild und Wort die deutsche Cigarrenfabtikation dem Leser vorführt. — Adrian Balbi» Allgemeine Erdbeschreibung. Ein Handbuch des geographischen Wissens für die Bedürfnisse aller Gebildeten. Achte Auflage. Vollkommen neu bearbeitet von vr. Franz Heidertch. Mit 900 Illustrationen, vielen Textkärtchen und 25 Kartenbeilagen auf 41 Kartenseiten. Drei Bände. — In 50 Lieferungen ä 75 Pf. oder in 10 Abtheilungen ä 3 Mk. 75 Pf. Auch in drei eleg. Halbsranzbänden ä 15 Mk. zu beziehen. Bisher 40 Lieferungen ausgegeben. (A. Hartlebens Verlag in Wien.) Wir haben schon berichtet, daß von diesem trefflichen Werke zwei Bände abgeschlossen oorliegen. Vom dritten Bande sind nunmehr 6 Lieferungen erschienen, welche die Geographie Oesterreich - Unyarns und der Schweiz behandeln und die das hohe Lob, welches wir bereits früher in Bezug auf Inhalt wie Ausstattung auszufprechen in der Lage waren, ebenfalls in vollstem Mdtze verdienen. Die Unsumme neuerer geologisch - geographischer und meteorologischer Deiail- forschungen, die Volkszählungsergebnisse, die offictellen statistischen Daten, die jüngsten Höhenmessungen in den Alpen rc. rc. finden sich in der gewissenhaftesten Welfe »u einem anschaulichen Gesawmtbttde verarbeitet. Dabei ist trotz wissenschaftlicher Genauigkeit die Darstellung nirgends lehrhaft trocken. Dke Ausstattung ist eine geradezu glänzende zu nennen. Die Unzahl prächtiger Illustrationen, die netten L>pecialkärlchen im Texte, sowie die besonderen, in vielfachem Farbendruck ausgeführten Kartenbeilagen fördern und beleben das Verständniß der Leciure und werden namentlich dem Geogruphte- lehrer beim Unterrichte die besten Dienste leisten. Wir möchten den von Dr. Heidertch so glücklich erneuten „Balbi" als vornehmes Weihnachtsgeschenk empfehlen. Alt und Jung wird daraus reichste Belehrung und Anregung schöpfen. der israelitischen Keligiorrsgesellschuli Freitag Abend 4°» Uhr, Samstag Vormittag 8« Uhr, Samstag Nachmittag 3°“ Uhr, Samstag Abend 600 Uhr. Eingesandt. _ __ Gießen, 21. December 1893. lieber das am vorvorigen Sonntag hier aufgeführte einactige Schauspiel »Die Brüder* von einem ungenannten Gießener, welches jüngst von der Reiners'schen Truppe in Marburg wiederholt wurde, schreibt die dortige „Oberhessische Zeitung" folgendes: Das Stück ist nach Form und Inhalt ein so unreifes Bühnenmachwerk, daß es sich nicht lohnt, darüber Wie Worte zu verlieren. Der Mangel an Handlung und die endlosen Gespräche machen das Ganze so langweilig, daß Jedermann zufrieden war, als nach mehr als halbstündiger Dauer der Vorhang sich über dem geistlosen Machwerk enkte. — Das „Marburger Tageblatt" schließt seine ebenfalls nicht gerade günstige Besprechung des Etnacters mit den Worten: Die Claqueurs auf der Gallerte konnten das übrige Publikum nicht zum Beifall für diesen schwachen dramatischen Versuch bewegen. Ca. 2000Stück Foulard-Seide Mk.1.35 bis 6.88 p M. — bedruckt mit den neuesten Dessins und Farben — sowie schwarze, weiße und farbige Seidenstoffe von 75 Pf. bis Mk. 18.65 p. Met. — glatt, gestreift, carrirt, gemustert, Damaste rc (ca- 240 oersch. Qual, und 20< 0 versch. Farben, DesstnS rc) ®GT Porto» und steuerfrei inS Hau-!! Catalog und Muster umgehend. [8282 Zu Weihnachtsgeschenken geeignet: Teppiche, Kanzleiberg. Bettvorlagen, Tischdecken, Portieren in reichhaltigster Auswahl. mt Th. Brück, AllsSatillogsgeschM. Schlossgasse ie. Verlag von Curt von Wlünchow, Giessen Ootav-Format 77 Seiten. Der Vorstand. 10350 (Provinz Oberhemen). Tageszeit. 10276 Aeilgeöotenes. Schellfische. Cmil Orbig. 10191] ntwerpe noch 10387] Danksagung f 27j Bedingungen. 10382 Werth nicht unter 50 Pfg.) sind bis spätestens Mitt- Gießen, den 20. December 1893. (tzeneral - Vertretung für Hessen-Nassau: Anton Enderle, Frankfurt a. M Ichnrlle Fahrten, gute BervHrflunfl. bitltgftr Vwik H. (^lser, Familie Tränkner, Familie (^lser. Elegant gebunden. Preis 8 Mark. Zum ersten Male erscheint mit diesem Werke eine zusammenfaasende Darstellung Im Warnen der Hinterbliebenen. Fr. Löber, Friedhof «ausscher. Als alleiniger Vertreter einer der größten Hypotheken» banken vermittele ich die Belechung von Immobilien zu günstigen Für die vielen Beweise der Theilnahme, sowie für die zahlreichen Blumenspenden bei der Beerdigung unserer lieben Mutter sagen wir unseren innigsten Dank. 10351 tiieesea, im December 1893. Grund officiellcn Materials und unter Berücksichtigung der historischen Ueberlieferung in moderner Weise entworfen und auf Zink geätzt. Kurze Beschreibungen der einzelnen Wappen und knappe historische Notizen über die Orte, denen sie angeboren, geben die nöthigen Erläuterungen. Da wir, wie gesagt, kein ähnliches Werk dieser Art besitzen, eignet sich das Buch äusser für Kunstschulen, Lehrer, Heraldiker und alle Freunde der Wappenkunde, insbesondere auch für zahlreiche Ge werbetreibenda: Architecten, Maler, Bildhauer, Graveure, Kalligraphen, Lithographen, ferner für Glas- und Porzellanmalereien, Fahnenfabriken etc. Kehaction ■ 1. Scheyda. — Druck en> Frrl«| der Druckerei (Fr. Ehr. Dietsch) bt Netzen. Di« betrüge Nummer umfaßt 8 tnu Kleinkinder Bewahranftalt. Nachdem gestern Abend die Christbefcheernug für die Kinder unserer Anstalt durch feierlichen Gottesdienst in der Stadtkirche und durch Gabenvertheilung in der Kleinkinderschule selbst stattgesunden hat, sprechen wir unseren herzlichsten Dank aus Allen, die uns zur Aussührung der Be» scheerung freundlichst unterstützt haben. Hauptsächlich danken wir den vielen Wohlthätern, die durch ihre Gaben an Geld, Bekleidungsgegenständen, Kleiderstoffen, Lonsect u. s. w., sowie durch Handarbeit es uns ermöglicht haben, allen unseren Anstalt«» kindern sammt ihren Angehörigen eine große Freude zu bereiten. Die Willigkeit und Seligkeit des Gebens ist auch in diesem Jahre trotz der schlechten Zeiten wieder reichlich geübt worden. Einen besonderen Dank sprechen wir aus dem Herrn Nedacteur und Besitzer dieses Blattes für die unentgeltliche Aufnahme unserer Bekanntmachungen zur Christbescheerung, sowie das ganze Jahr hindurch. Nachfolgend theilen wir, besonders dankbar quittirend, mit, welche Beträge an Geld für unsere Christbescheerung gespendet wurden: durch Fräulein Amalie Bansa 66 Maik, durch Fräulein Sophie Bramm 8 Mark, durch Frau Dr. Bruel 46 Mark, durch Frau Amtsrichter Gebhardt 74 Mark, durch Fräulein Emilie Langer mann 40 Mark, durch Frau Pfarrer Naumann 171 Mark (hierunter sind 31,30 Mark, die Herr Inspektor Jost bei Freunden sammelte und wofür wir noch besonders danken), durch Frau Ottens 19 Mark, durch Frau Schwan 51 Mark, durch Fräulein Wort mann 42 Mark, durch die Schwestern unserer Anstalt 93,50 Mark. Außerdem erhielten wir von Fräulein Koch 89,72 Mark und von Fräulein Müller 20 Mark, welche Beträge den» selben von ihren Schülerinnen der höheren und erweiterten Mädchenschule übergeben wurden; neben diesen Lehrerinnen sprechen wir auch den Mädchen und deren Eltern für das freundliche und freudige Spenden dieser Gaben einen besonderen herzlichen Dank aus. Möge die unserer Anstalt und deren Kindern bewiesene Liebe auch fernerhin, Gebern und Empfängern zu Freude und Segen, un» erhalten bleiben k Gießen, den 21. December 1893. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr. Naumann. Achtungsvoll Ferdinand Karnickel Marktftraste Nr. 82. \ ermag der Inhalt des Werkes zur Belehrung und zur Pflege vaterländischen Sinnes bei der hessischen Jugend zu dienen, so wird es seine Ausstattung als Zierde jedes Salons erscheinen lassen. Ich glaube daher, das ^Hessische Wappenbuch“ als überaus passendes Geschenk für Jung und Alt empfehlen zu dürfen. OOOOOOOOOOOO0000000000000 F. SCHOTT, Weinhandlung, Wein- ii. Frühstücks Ltube, ■■■ 23 — Bahnhofstraße — 23 iMHB Eine Parthie Buckskin-Reste zu Hofen, Knabeuanzügen re. paffend, empfehlen bedeutend unter Preis. [10031 Gebrüder Scheel. Hochachtungsvoll Curt von Münchow Universitäts-Druckerei u. Verlagsbuchhandlung. Der Unterzeichnete erlaubt sich die neuhergerichteten Lokalitäten in empfehlende Erinnerung zu bringen. Restauration zu jeder Freilüg, 2. Februar 1894, Nachmittag- 2‘/i U6r, soll auf dem hiesigen OrtSgericht die den »arl Möler zweiter Eheleute« in Gießen gehörige Hoiratthe: Flur 40 Nr. 4^>a"/,^ — 303 qm links der Cbauffee öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 21. D-cember 1893. Großh. OrtSgericht Gießen. _________J. A.: ®oat. 10389 Freitag, 2. Februar 1894, Nachmittag- 3 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die den Friedrich «roos Eheleute« in Gießen gehörige Hosraithe: Flur 34 Nr. 586*/io — 801 qm zwischen dem Wäldchen und dem Schieß« hauS öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 21. December 1893. Großh. OrtSgericht Gießen. I. A-: Bogt. 10388 Soeben erschien und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Hessisches Wappenbuch Städte und Ortswappen im Grossherzogthum Hessen Von Clemen# Ki»#el in Mainz. Am 2. Akifsuschtsskikrtsg, Mllds 8Vs ilhr, ill ßikltlklkr Familien-Abend mit Christbescheerung. Für die Bescheerung (Derloosung) bestimmte kleine Gaben wolle man 1 am 2. Feiertag zwischen 3—5 Uhr Nachmittags in obigem Local abgeben. Vermischte Anzeigen. Neues Theater, Giessen. Freitag den 8Ä. December: Neuheit! Neuheit! C'harleyM Tante. Schwank in 3 Acten von Brandon Thomas. Nächste Vorstellung: Donnerstag den 28. December Erstes Gastspiel des Hrn. Leon Reseeann. Die Journalisten. Danksagung. Für die allseitig bewiesene herzliche Theilnahme und die zahlreichen Blumenspenden bei dem schweren Berluste meiner um vergeßlichen braven Frau, unserer lieben Tochter, Schwester und Schwägerin Emma Elser, geb. Tränkmr sagen Allen, insbesondere Herrn Pfarrer Dingeldey für die tröstenden Worte unseren herzlichsten Dank. Rheinische Margarine - Gesellschaft Cron u. Scheffel Biebrich am Rhein. Gutachten der Mainzer Bäcker-Innung: -Wir bescheinigen gerne, baß wir anläßlich der Inter« nationale« Bäckerei« v«d Lo«dttoret»Au»stellu«g Mainz unsere sämmtliche« vackwaaren nur mit Srntrisugen-Lüßrahm Mar» garine der Rheinischen Margarine Gesellschaft Cron & Schesfel, Biebrich a. Rh., gebacken und waren die Resultate großartige; da» Gebäck war ganz retnschmeckeud, der Blätterteig sogar schSner al» von Raturbutter gebacken. Unseren Herren Colle«,«« können wir die Aabrikate obiger Airma nur aus» Wärmste empfehlen.^ (10386 gez.: Die Bäcker Innung Mainz Der Vorstand: Frz. Köberich. H. Winkler. F. Schmitt. G. Dinges. AuLkunst errheilry: von der Bocke L Marally, Antwerpen F. J. Botho f, Generalagent, Main.. Job. Fr. Schaaf, Giessen, Diezstr. 13. H. Klippetein in Langudorf.[ 33b Aliceschule. Der Beginn eines neuen Kochcurfus ist aus 1. Januar festgesetzt. Derselbe kann täglich, ober auch nur dreimal wöchentlich besucht werden. "Nähere Auskunft brieflich und mündlich ertheilt [10261 Art. Renner, Aliceschule, (hießen. Irische Hefe. Ä«. F>.eilsg, 2 Februar 1894, Nachmittags 2* i Uhr, sollen auf dem hiesigen OrtSgericht die den Svdwig Lcheld zweiter Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 33 Nr. 243*/i0 — 200 qm Hofraithe am NabrungSberg, Flur 33 Nr 243*/io — 2037 qm Grab- garien daselbst öffeMlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 21. December 1893. Großh. OrtSgericht Gießen. I. A.: Bogt. 10390 SM" Eigener Import *K 2875 von Malaga, Madeira, Sherry, Portwein, Süßer Pajarete, MaSeatel, valdepenna» , tpporto, Priorato, Lacrimae »Ohrtsti, Lokayer, sowie Rhein», Haardt«, Mosel», Bordeaux», deutsche und sranzästsche mouff. Weine unter Garantie für Reinheit. Ferner: Eognae, Rum, «rac und feinere Liqoerrre, 1 ♦♦ Cigarren und Cigarretten zu den äußersten^Preisen. ♦♦ Bet größeren Bezügen entsprechende DreiSermähigung Wiener Feinbäckerei. Telephon Nr. 95- Seltersweg 46. 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