Donnerstag den 22 Juni Nr. 144 893 Erstes Blatt Gießener Anzeiger Kenerak-Mnzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen Gratisbeilage: Gießener Iamitienblätter Amtlichev Theil (L. S.) Ernst Ludwig. Finger. teil» lode Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« Vorm. 10 Uhr. Du Gießener a miklen v kälter rden dem Anzeiger n-ochentkich dreimal beigelegt. uchhandlongen L önt! l im Gebraneb (UM Ter Oteßener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montag«. Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. — Der Vertrieb der Loose in der Provinz Oberhesien ist gestattet. Gießen, den 20. Juni 1893. GroßherzoglichcS Kreisamt Gießen. v. Gagern. Alle Anneincen-Bureaux de« In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Darmstadt, 19. Juni. Das Großherzogliche Ministerium der Finanzen, Abtheilung für Forst- und Cameralverwaltung, hat untermheutigen Datum an die Großherzoglichen Forstämter und Oberförstereien folgendes Ausschreiben gerichtet: „Mit Rücksicht darauf, daß der seither schon vor« handene Futtermangel sich in den letzten Tagen noch erheblich gesteigert hat, beauftragen wir die Großh. Oberförstereien, bis auf Weiteres den Eintrieb des Viehes in die sämmtlichen offenen Bestände der Do- manialwaldungen für die unter Aufsicht von Hirten stehenden Gemeindeheerden sofort unentgeltlich zu gestatten. Hiervon auszuschließen sind selbstverständlich diejenigen Domanialwaldungen, in denen wegen bestehender Berechtigungen die Domanialverwaltung die freie Verfügung über die Weidenutzung nicht besitzt. Bezüglich der Gemeindewaldungen wollen Sie mit den Großh. Bürgermeistereien zu vereinbaren suchen, daß hier in gleicher Weise verfahren wird." NN. Königin Friedrich. I In Benn. , Pfand-Paket »en: 'rsrr. ihofetr. ( ö$\dtL HiDtf.,UdwigipU. Neue Bäue. I , Schilleret!, ordanlage 31. Seitenweg, istadt. 111. „Bazar*. , Äark- tern. rlicher Grösse. er. Bekanntmachung, betreffend die Reichstagswahlen. Zur Berichtigung der gestern von dem Unterzeichneten erlassenen Bekanntmachung diene, daß der in die engere Wahl gelangte Candidat K. Meinert-Conradsdorf mit Vornamen nicht Konrad, sondern Karl heißt. Gießen, den 20. Juni 1893. Der Wahlcommisiar: v. Gagern. Stratzen-Sperre. Die Kreisstraßen-Ortsdurchfahrt in Haufen wird wegen Anlage eines Canals von Freitag den 23. Juni I. Js. bis auf Weiteres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 20. Juni 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend Abhaltung landwirthschaftlicher Vorträge. ES wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Herr Landwirthschaftslehrer Leithiger von Alsfeld einen Vortrag „über die zur Milderung der Futternoth dienenden Mittel" abhalten wird: Sonntag den 25. Juni 1893, Nachmittags 3 Uhr, im Saale des Gastwirths Theiß zu Weitcrshain, Mittwoch den 28. Juni 1893, Abends 8 Uhr, im „Englischen Hof" in Grünberg, Samstag den 8. Juli 1893, Abends 8 Uhr, in der Hei- land'fchen Wirtschaft zu Lich, Sonntag den 9. Juli 1893, Nachmittags 3 Uhr, im „Solmfer Hof" in Hungen. Zu diesen Vorträgen werden alle Mitglieder des land- wirthschaftlichen Vereins, der landwirthschaftlichen Localvereine und überhaupt alle Freunde der Landwirthschaft hierdurch ergebenst eingeladen. Die Herren Bürgermeister der vorgenannten und benachbarten Gemeinden werden ersucht, auf möglichst zahlreichen Besuch der Versammlungen hinzuwirken. Gießen, den 19. Juni 1893. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Jost. Bekanntmachung, Amtstage des Großherzoglichen Kreisamts Gießen betreffend. Die unterzeichnete Behörde wird Samstag den 1. Juli 1893, von Vormittags 8 Uhr an, einen Amtstag im Rathhause zu Grünberg abhalten und wird den Kreis-Eingesessenen aus den Amtsgerichts-B^irken Grünberg, Homberg und Laubach anheimgestellt, etwaige Anliegen in diesem Termine vorzubringen. Gießen, den 20. Juni 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. ,, Sandtorten, r vortrefflich. In Colonial- nd 30 Pf?._________ Bekanntmachung, betreffend die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im Herbst 1893. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Herbst 1893 stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre deßfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meidung des Ausschlusses von dieser Prüfung spätestens bis zum 1. August 1893 bei der unterzeichneten Commission einzureichen. Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Spe- ciellen das Folgende bemerkt: 1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs - Commission nur dann auznbringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2. Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. 3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adreffe angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. GeburtSzeugniß; b. Einwilligungs-Attest de8 VaterS oder Vormundes mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen und muß die Unterschrift deS VaterS oder Vormundes beglaubigt fein; c. ein UnbescholteuheitSzeugniß, welches von der Polizei- Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist- d. ein selbstgeschriebener Lebenslauf. 5. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, Lateinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will. 6. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtenheitszen-niß beizulegen. Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüfungs-Ordnung (Anlage 2 zur Wehr-Ordnung vom 22. Novbr. 1888 — Regjerungs-Bl^ Nr. 5 von 1889) Ausschluß. Bezüglich des PrüfungStermins, sowie des LocalS, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt entweder weitere Bekanntmachung oder schriftliche Mittheilung. Darmstadt, den 18. Juni 1893. Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. Gießen, 20. Juni 1893. Betr.: Die Reichstagswahlen. Bekanntmachung. Der Unterzeichnete bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß Mittwoch den 28. Juni d. I., Vorm. 11 Uhr, in dem Sitzungssaale des Regierungsgebäudes zu Gießen die Protocolle über die am 24. Juni stattfindende engere Wahl durchgesehen und die Resultate der Wahl zusammengesteut werden. Das Ergebniß wird sodann verkündet werden. Der Zutritt zu dem Locale steht jedem Wähler frei. Der Wahlcommissär für den 1. hessischen Wahlkreis: v. Gagern. 41’(B°hner' Ull] Gießen, den 20. Juni 1893. Betr.: Wie vorher. DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien der in den Amtsgerichtsbezirken Grüuberg, Homberg und Laubach gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen lassen. v. Gagern. Vierteljähriger ASonnkmenisprelsr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch dir Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. fltfboction, Expedition und Druckerei: -chulllr-tzeNr.7. Fernsprecher 61. Edict, die Einberufung des Landtags betreffend. Vom 19. Juni 1893. Ern st Ludwig von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. rc. Nachdem Wir in Anbetracht der durch die anhaltend trockene Witterung hervorgerufenen Nothlage der Landwirthschaft und der Viehzucht beschlossen haben, zum Zwecke der Berathung und Beschlußfassung über die Mittel zur thunlichsten Milderung und Beseitigung des eingetretenen und weiter zu besorgenden Nothstandes Unsere getreuen Stände auf Dienstag den 27. Juni 1893 zu einer außerordentlichen Tagung einzuberufen, so verkünden Wir solches hierdurch öffentlich und gesinnen an Unsere getreuen Stände, daß sie sich an dem genannten Tage in Unserer Haupt- und Residenzstadt Darmstadt zur Ausübung ihrer verfassungsmäßigen Rechte vereinigen und die Vorlagen entgegennehmen, welche Wir beabsichtigen an sie gelangen zu lassen. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrückten Großherzoglichen Siegels. Kranichstein, den 19. Juni 1893. ipeismg ani? 8ekWii « mit k,..r,S -»» >/, ff*® erk Giesse,, Bekanntmachung. betreffend die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb des GroßherzogthumS, hier seitens des Ortsvorstandes zu Hungen. Der Ortsvorstand zu Hungen beabsichtigt, mit dem am 18. September l. I. daselbst stattfindenden Viehmarkt eine Verloosung von Tbieren und landwirthschaftlichen Gerüchen zu verbinden. Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat die , nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung j unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 5000 Loose ■ zu 1 Mark das Stück ausgegeben werden dürfen und min- 1 bestens 60 Procent des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der ! Malt S仫' Gießen, 21. Juni 1893. J Betr.: Nothlage der Landwirthschaft. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen ä* die Großh. Bürgermeistereien de- Kreise-. Wir weisen Sie an, die beiden vorstehenden Erlasse des Großh. Ministeriums der Finanzen, Abtheilung für Forst« und Cameralverwaltung, in Ihren Gemeinden alsbald in ortsüblicher Weise verkündigen zu lassen. v. Gagern. Deutsche- Reich. Berlin, 20. Juni. Zur Stunde dürfte das G esammt« ergebniß der am 15. Juni vollzogenen Reichstags- wählen, wie es sich nach den amtlichen Ermittelungen der Reichsregierung gestaltet hat, vorliegen. Jedenfalls werden erst die ca. 180 Stichwahlen einen definitiven Schluß auf die eigentliche Zusammensetzung des künftigen Reichstages gestatten. Bei ihnen handelt es sich vor Allem darum, ob die Socialdemokratie ihren vorläufigen Wahlsieg zu einem vollständigen wird machen können oder ob sie sich auf der geträumten Siegesbahn aufgehalten sieht. In vielen Wahlkreisen, in denen socialdemokratische Candidaten zur Stichwahl kommen, stehen die Chancen für sie dem äußeren Anschein nach nicht ungünstig, es gilt dies namentlich auch von einer ganzen Reihe von Wahlkreisen, die bislang noch gar nicht socialistisch vertreten waren. Anderseits sind jedoch auch verschiedene Wahlkreise, die sich bis jetzt im Besitze der Socialdemokratie befanden, gefährdet, wie München I, Halle a. S., Lübeck, Magdeburg. Es wird eben darauf ankommen, inwieweit es die bürgerlichen Parteien vermögen, ihre gegenseitigen Streitigkeiten zu vergessen und sich zum kräftigen Widerstand gegen den erklärten Feind der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung aufzuraffen- daß dies aber nicht allenthalben geschehen wird, dafür liegen leider schon bestimmte Anzeichen vor! Die allgemeinen Stichwahlen finden am nächsten Samstag statt, in Bayern und im Großherzog- thum Weimar sind sie indessen auf den 26. d. M. anberaumt. In Leipzig dagegen geht die Stichwahl schon am 23. Juni vor sich. Berlin, 20. Juni. In maßgebenden Kreisen wird die Ansicht vertreten, die Einberufung des Reichstages erfolge zwischen dem 4. und 11. Juli. Straßburg, 20. Juni. Bei der Reichstags wähl sind im Reichslande 233137 Stimmen abgegeben worden. Davon waren 113521 protestlerisch-clerical, 46011 socialdemokratisch, 73 605 deutsch. Hinter den Socialdemokraten stehen bekanntlich viele Protestler. Neueste Nachrichteit» Wolffs telegraphische« l-orrespondenz-Bureau. Berlin, 20. Juni. Prozeß Paasch. Gerichtsphysiker Mittzweig erklärt, aus den Gesprächen mit Paasch den Eindruck empfangen zu haben, daß dieser vollständig vom Verfolgungswahn befangen sei, und beantragt, Paasch zur Beobachtung auf sechs Wochen der Charite zu überweisen. Der Vertheidiger und der Staatsanwalt stimmen zu, der Verthei- diger verwahrt jedoch den Angeklagten gegen die Insinuation, als sei er geisteskrank oder in seinem Denken bezüglich der Judenfrage nicht normal. Der Gerichtshof beschließt, die Verhandlung zu vertagen und den Angeklagten sechs Wochen in der Charitä beobachten zu lassen. Berlin, 20. Juni. In der heutigen Sitzung der Herrenhaus-Commission erklärte der Finanzminister Miquel bei der Debatte über das Ergänzungssteuergesetz, an die Einführung einer Reichs - Erbschaftssteuer werde nicht gedacht. Paris, 20. Juni. Die Besserung im Befinden Carn ots ist so wett fortgeschritten, daß die weitere Veröffentlichung von Bulletins eingestellt wird. Depeschen de« Bureau »Herold*. Breslau, 21. Juni. Wegen der Aufforderung, einen hiesigen Metzgerladen zu stürmen, wurden weitere sieben Verhaftungen vorgenommen. Für heute stehen polizeiliche Maßnahmen bevor. Wien, 20. Juni. Der Handelsminister ordnete wegen der Cholera in Mekka die Anwendung der Bestimmungen der internationalen Dresdener Sanitätsconferenz auf die Herkünste zur See aus den arabischen Häfen des rothen Meeres an. Brünn, 20. Juni. Heute Nacht fand zwischen Arbeitern und einer Schwadron Dragoner abermals ein blutiger Zusammenstoß statt, wobei viele Arbeiter verwundet wurden. Paris, 21. Juni. Nach dem Bericht an die Sanitätsbehörde sind Cholera und Typhus im Abnehmen begriffen. Rom, 21. Juni. Die Kammer nahm mit großer Mehrheit den Antrag Giolettis an, den Bericht über das Bankgesetz am Samstag zu besprechen. Madrid, 21. Juni. In der Umgegend von Saragossa brach eine Meuterei aus- 1000 Arbeiter gingen mit Steinwürfen, Revolverschüffen gegen das Haus der Unternehmer vor. Die Gendarmerie stellte die Ruhe wieder her. Antwerpen, 20. Juni. Gestern sand eine Versammlung von Inhabern argentinischer Staatsschuldscheine statt. Die Versammlung nahm einstimmig die von der Rothschildgruppe aus London bereits gutgeheißenen Anträge Argentiniens an. Madrid, 21. Juni. Im Garten des Privathauses des vormaligen Ministerpräsidenten Canovas explodirte eine Bombe. Der Attentäter wurde getödtet, sein Complice verwundet- der letztere wurde verhaftet. Canovaö war im Hause nicht anwesend. DaS Attentat wird den Anarchisten zugeschrieben. Cocolt» unb provinzielle-. «ießen, 21. Juni 1893. ** Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Groß» Herzog haben Allergnädigft geruht: am 17. Juni den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I. Ludwig Seiberst zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Höchst, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ortenberg Georg Dieffenbach zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I. und den Gerichtsaffeffor Karl Ferdinand Röm Held aus Düdelsheim zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ortenberg, sämmtlich mit Wirkung vom 15. Juli 1893 an, zu ernennen. ** Zur besonderen Beachtung. An der Spitze der vorliegenden Nummer des Gießener Anzeigers sind abgedruckt: 1. Edict, die Einberufung des Landtags betreffend- 2. eine Verfügung deS Großh. Ministeriums der Finanzen, betreffend die Gestattung der Weidenutzung in den Großh. Domanialwaldungen- 3. eine Der fügung desselben Ministeriums, betreffend die Abgabe vonWaldstreu aus denDomanialwaldungen. Aus diesen drei Bekanntmachungen mögen unsere geehrten Leser ersehen, daß die Großh. Staatsregierung mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln bereit ist, zur Linderung des außergewöhnlichen, durch Futtermangel hervorgerufenen Nothstandes in der Landwirthschaft das ihrige beizutragen. Wer die augenblicklichen Verhältnisse auf dem Lande kennt, und weiß, welche tiefe Wunden durch die anhaltende trockene Witterung unserer Landwirthschaft und mit ihr weiteren Kreisen des Volkes geschlagen worden, der wird Großh. Ministerium den wärmsten Dank zollen, daß es fortgesetzt auf Mittel und Wege sinnt, den Nothstand zu lindern. Doppelt ungerecht und bedauerlich sind daher die in letzter Zeit, besonders von antisemitischen Führern gegen unsere Regierung, unser Ministerium, gegen Provinzial-, Kreis- und Gemeindeverwaltungen gerichteten gehässigen und hämischen Angriffe. Mögen die oben erwähnten, zunächst im Interesse der bedrängten Landwirthschaft erlassenen Verfügungen für unsere Landleute Veranlass ung sein, inZukunft derartigen Angriffen entschieden entgegenzu- ir et en. ♦♦ Zur Linderung bet Futter- und Streunoth hat, wie wir erfahren, die Großh. Staatsregierung, zunächst als erste Portion, 300 Waggons Torfstreu, 3000 Sack Mais und 3000 Sack Palmmehl bereitgestellt. ** Aus der Garnison. Wie verlautet, ist der Com- mandeur des hiesigen Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm, Herr Oberst Perthes, unter Beförderung zum Generalmajor zum Commandeur der 44. Infanterie-Brigade in Cassel und der Oberst von Rosenberg vom Grenadier-Regiment König Friedrich III. (1. ostpreußisches) Nr. 1 in Königsberg zum Commandeur des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm ernannt worden. ** Turnerisches. Das am letzten Sonntag abgehaltene Feldbergfest erfreute sich seitens der Turnerschaft eines äußerst regen Besuches, waren doch 404 Wettturner angetreten und zwar größten Theiles aus dem Mittelrheinkreis, doch waren auch entferntere Orte, wie Mannheim, Pforzheim, Saarbrücken und Essen a. d. R. vertreten. Seitens der Gießener Turnerschaft betheiligten sich fünf Wettturner und erzielten diese sämmtlich einen guten Erfolg. Es erhielten Heinrich Weller, Männer-Turnverein, den 5. Preis mit 33i/2 Punkten, C. Heuser, Turnverein, Th. Vaubel, T.-V., und C. Wenzel, M.-T.-V., je den 18. mit 27 Punkten, Ehr. Weeg, T.-V., den 22. mit 25 Punkten. Im Gau Hessen (Oberhessen, Marburg, Wetzlar u. f. w.) empfingen ferner Preise: W. Bamberger, Marburg, den 10., C. Günther, Marburg, den 23., Heinrich Erler, Usingen, den 31. und C. Schweighöfer, Usingen, den 32. (den letzten). Das Turnen, das in Stabhoch-, Freiweit-, Freihoch-Sprung und Stein- stoßen bestand, dauerte von 9 Uhr Morgens bis gegen 5 Uhr Nachmittags und erforderte in Folge der enormen Hitze bei vollständig wolkenlosem Himmel eine große Ausdauer. Das verhältnißmäßig gute Wetter hatte eine große Menschenmenge — im Ganzen mögen 4000 bis 5000 Personen oben gewesen sein — herbeigelockt, die theils mit Interesse dem Turnen folgten, theils sich dem frohen Treiben in den Winhschaften u. s. w. Hingaben. Der Gießener Turnerschaft, insbesondere dem Männer-Turnverein, können wir zur Gewinnung des 5. Preises nur gratuliren, nahmen dach am diesjährigen Feste wie immer die besten und sieggewohnten Turner des ganzen Kreises Theil- es steht zu hoffen, daß auch in den nächsten Jahren mit gleichem Erfolge gerungen wird. ** Gießener Zitherclub. Der Wohlthätigkeitsverein „Zitherclub" feiert am 2. Juli sein Sommerfest auf der „Schönen Aussicht", welches, nach den Vorbereitungen zu schließen, in diesem Jahre ein wahres Volksfest zu werden verspricht. Bei günstiger Witterung ist auch nicht daran zu zweifeln, daß das finanzielle Ergebniß bei der nothig gewesenen Erweiterung des Festplatzes ein noch größeres werden wird, als im Vorjahr. Es dürfte ja auch zur Genüge bekannt sein, daß sich das Publikum in jeder Hinsicht bei den Festlichkeiten des betr. Zitherclubs ohne große Auslagen auf das Beste amüsiren kann. Der Ueberschuß wird, wie auch in früheren Jahren, für Bekleidung armer hiesiger Kinder ohne Unterschied der Confession bestimmt. ♦♦ Der hessische Fechlvereiu „Waisenschuh", Verband Gießen, hielt gestern Abend in seinem Vereinslocal, zum „Deutschen Hof", feine erste Versammlung, in der u. A. die Herren Polizeisecretär Roth zum ersten, Kaufmann Kuder zum zweiten Vorsitzenden, Hüttenberger zum Schriftführer und Criminalfchutzmann Weiß zum Materialverwalter gewählt wurden. Die regelmäßigen Versammlungen finden Dienstags Abends statt. ** Was haben Sie für Bier? Diese Frage hört man wohl in jedem Local, wo ein Fremder sich über die Bierverhältnisse orientiren will. Nirgends aber, so schreibt die „Deutsche Fleischer Zeitung", hört man die Frage: „Was haben Sie für Fleisch?" oder: „Woher beziehen Sie das Fleisch?" — Das genannte Blatt fordert von den Gast- wirthen, daß dieselben auf den Speisekarten die Firmen ihrer Fleisch- und Wurstwaaren-Lieferanten angeben, denn cs gäbe in jeder Stadt Mittel und Wege, ununtersuchtes Fleisch einzuführen." § Bau bet Ohm, 20. Juni. Gestern hatte die Ohm, die in ihrem oberen Lauf nur Quellwasser führt, den selten erreichten Wärme stand von über 19° R. Im vorige» Sommer betrug das Maximum 18° R. Friedberg, 19. Juni. Hier wird dem Radfabrsport in der 500 Meter langen Fahrbahn eine neue Pflegestärle eröffnet. Der hiesige Radfahrverein hat auf den 9. Juli ein großes Rennen ausgeschrieben, das acht Fahnen umsasiü soll. Für daS Haupt fahren ort 10,000 Metern sind d.i dem Verein drei Preise, nämlich 10fr, 80 und 60 Mk. am gesetzt. Ebenso werden an die Sieger eine goldene, tut silberne und eine broncene Medaille vertheilt. An daS Rerwrn sollen sich Banket und Ball anschließen. Pfungstadt, 19. Juni. Der heutige Ziegenmarkt war reichlich befahren, denn es standen von Pfungstädter Ziegenbefitzern 21 Ziegen und 17 Lämmer reine Schweizer Zucht, 31 Ziegen nnd 94 Lämmer KreuzungSthiere und 7 einheimische Ziegen zum Verkauf. Außerdem waren bhect auS der Schweiz aus dem Simmen- und Saamentbale 65 Stück prächtige Ziegen jeden Alters und Geschlechtes eia» getroffen, fo daß im Ganzen 235 Stück zum Verkauf standen. Dieser entsprach nicht den vielen Anfragen, welche der Verein von allen Seiten erhalten hatte, denn die anwesenden Käu'et van nah und fern bedauerten sehr, von einem großen Thetle ihrer Auftraggeber in den letzten Tagen wegen dem ein» getretenen großen Futtermangel im Stich gelassen zu sein. Es wurden ca. 2000 Mk. umgesetzt, welcher Betrag sicher mehr als daS Doppelte gewesen wäre, wenn sich der große Futtermangel nicht überall fühlbar machte- auch war die Hitze während deS Marktes derart, daß letzterer bereits um 12 Uhr geleert war, da die armen Thiere sehr von der großen Hitze leiden mußten. vermischte-. * Frankfurt, 16. Juni. Als Wahlcuriosum erzählt ein Berichterstatter, daß in einem Wahlbezirk eine Frau erschien, um einen auf Dr. Lieber lautenden Stimmzettel ihres „Seligen" abzugeben, der ihr vor seinem Tode auf die Seele gebunden hatte, an seiner Statt die Ausübung seines Wahlrechtes zu vollziehen. Dem pietätvollen politischen Eifer konnte natürlich Seitens des Wahlvorstandes nicht Folge gegeben werden. * Wiesbaden, 20. Juni. In der heutigen Nacht gegen 2 Uhr brach in der Provinzial Jrrenheilanstalt Eichberg bei Eltville in der Frauenabtheilung Feuer aus, daS die ganze Abthejlung zerstörte- die Insassen konnten gerettet werden. * Koblenz, 20. Juni. In der verflossenen Nacht ist im benachbarten Dorfe Wallersheim ein Raubmord an der alleinstehenden Wittwe des Gastwirths Müller verübt worden und zwar unter denselben Umständen, wie in der Neujahrsnacht im Dorfe Güls. Der Thäter ist unbefannt. ♦ Horchheim, 18 Jun«. Heute Morgen ertrank der 24jährige Sohn eines hiesigen Landwirths, während er Pferde zur Schwemme in den Rbcin ritt. Die Thiere geriethen an eine tiefe Stelle und mußten, weil betbe durch zu engt« Koppeln am Schwimmen verhindert waren, mit ihrem Reiter ertrinken. Die Leiche des jungen Mannes ist noch nicht gelänbet. * Casiel, 18. Juni. Unter den hiesigen Metzgermeiftem ist zum Thetl ein heftiger Concurrettzkampf auSgebrochen, der darin besteht, wer imstande ist, daS billigste Fleisch zu liefern. Nachdem, um einem der Kampfconcurrenten die Spitze zu bieten, feit gestern eine gemeinschaftliche Verkaufsstelle feiten! einer Anzahl der hiesigen größeren Schlächtereien in der KastenalSgasse eröffnet worden ist, wo daS Pfund gutes Rindfleisch zum Preise von 40 Pfennig zum Verkaufe gelangt, haben sich die umliegenden Metzger beeilt, zu demselben Preise zu verkaufen. Einer derselben zeigt die Preisherabsetzung durch ein im Schaufenster befestigtes Plakat an, welches die lakonischen Worte enthält: „WaS die Anderen können, kann ich auch und sogar noch schöner alS diese." Auf den AuS- gang dieses Geschästskampses ist man allgemein gespannt. ♦ Eine Familientragödie hat sich zu Steglitz ereignet. Dort wohnt seit einigen Monaten ein junges Ehepaar Th. ‘,eSW °" Er wr j'A» äSE 9 . An uner f(B Bütte« ¥ §.hklid 6a,te nnben M un nötfjifltn Sorbtt steten und an . iug aber der - . ..ziehenden G" ' Tif lie iWwirtW Vmim und ...xt neuesten For> g. Falkenhorst m öjrt insbesondere ri eben, mit dere m daS im Bo' sucht. Es ist d und neuerdings t magnetisöre". 9 Platze- wird eine bis 20 Meter hl Stange befindet diesem wird der besen tu» fünf blähten. Von Stange hinab e Gifen bi- in das verthriler vereini drahten, die zu e em Draht von d liefe, in welche sich nach der Nal genügt eine Tief« eine solche von (Seomagnetifere f( der Stange ab; Mittelpunkt die i Kreise- doppelt muß aber alle Gr ragen; fttfjtn in u ' bie Mn (inb a(£ btt ipvmt ist tfb mit diesem (Storni und mit Spannun Zweiges menschliä * Ein fatali Nürnberg einer fleckte ihren flop| war, etwa- zum Windstoß ihr bat ständig Kahlköpfig! r eher. Die Fahi Volle Haar" der 1 der Situation angi _ * «I hübsche! M kleine, in Bezu. bedeutende Wörtchei da« Wort zusammei inen, die Ansangtzk ^eichichte Frankreic! in 60t: ,@o -n • »iimut 3 »Um. 1" 8«"8 ist aier ein bm Wrin 0 ?.»««« M a " bei Nhnat Hunngekörper, bi/ fo Präparaten k !n0e 'n den L Glicht F 6i! 1,1. (h,! 8«milii N'cht auf s./ä ui St?" en $mee i- Vr »in . wos -dm tzl" od)tn ^tti'n gtttc iH bitte nber, es '3 b-’htn" 5 wäre russische Ausfuhr nach Deutschland Da danach der Werth der russischen Ausfuhr nach Deutsch- ES starben an: Zusammen: Mittlerer Barometerstand bet 0° R. = 744,7 mm. schon beim dritten Walzer zu Frau Springler): hastig! Ach, bitte, erzählen Sie aber, es wäre ihm Kassiert" — Ungar (geht russische Einfuhr von Deutschland Barometer: Thermometer: Hygr.^meterNand: min. 740 mm, m*x.741|mm „ +110R., „4-15Vi<>R. Nur vorübergeh. trocken. >er verflossenen Nacht ist in eim ein Raubmord tu Gastlvirlhs Müller verüb! icn Umstanden, wie in dir Der Thäter ist unbefann:. )eute Morgen ertrank tn idwirths, während er Pserdi . Dit tyitrt gtntiben a nxV v-i ctt toaxw, m\t Min gen Mannes ist noch nicht Trulsen, ist am 16. Juni, II Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. „ .. ^omburß, 19. Juni. (Hamburg - Amerikanische Packetfahrt- Actren-Gesellschaft.^ Der Hamburaer Dampfer „Ptckhuden", Kapitän Spltedt, ist am 19. Juni, 7 Uhr Morgens, von Hamburg und Antwerpen wohlbehalten In Montreal angekooimen. .. 19. Juni. (Hamburg-Amerikanische Packetsahrt- Actim-Gescllschaft.1 Da« Deutsche Dampfschiff „Taormina, Kapitän Rod), ist am 17. Juni, 5 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. Lahnstein-Soir 6e-Concertabende. Das erste Ooncert findet nicht, wie vorgesehen, am 23. d. M.. Bondern Freitag den 30. Juni statt [5513 Eingesandt. «testen, 20. Juni 1893. Bei der gegenwärtig herrschenden, geradezu tropischen Hitze ist das geringste, was man jederzeit sollte verlangen können, ein Glas guten, frischen, kalten Wassers. Infolge der Beschränkung der Wass-rabgabe auf einige wenige Vormittagsstunden ist die Erfüllung dieses heihen Wunsches unmöglich gemacht; denn Nachmittags und Abends bleibt einem Nichts anderes übrig, als die am Morgen gezapfte, abgestandene, warme Brühe zu trinken. Wenn auch bei der außergewöhnlichen Trockenheit Sparen durchaus am Platze ist, so erscheint es doch angezetgt, die Zett der Wasserabgabe vielleicht am Vormittag etwas einzuschränken, aber dafür am Abend noch einige Stunden den heiß ersehnten Labetrunk, frisches Wasser genannt, zu spenden. land viel größer ist als derjenige des deutschen Exports nach Rußland, so kann man ohne Weiteres behaupten, daß schon jetzt ohne Handelsvertrag Rußland ein festeres Geschäft mit Deutschland macht, als Deutschland mit Rußland. Ist also Rußland nicht in der Lage, Deutschlands Industrie, zumal der Eisen- und Maschinenindustrie, große Zollermäßiguugen zu gewähren, so wird Deutschland von einem russischen Handelsverträge auch keinen großen Nutzen haben, ja sich unter Umständen noch schlechter stehen, als bei dem jetzigen Verhältnisse ohne jeden Handelsvertrag. Nun wird allerdings Deutschland, falls überhaupt der Vertrag zu Stande kommt, dem russischen Reiche in handelspolitischer Beziehung auch keine andern Concessionen machen als den übrigen Vertragsstaaten Oesterreich-Ungarn, Italien usw., das heißt die Zölle auf russisches Getreide, Vieh und Rohproducte würden nur eine kleine Ermäßigung erfahren. Aber bei der guten Verkehrsverbindung zu Schiff und per Eisenbahn zwischen Rußland und Deutschland würde eine solche Ermäßigung der deutschen Zölle immerhin eine bedeutende Steigerung der russischen Ausfuhr zur Folge haben, Rußland also unbedingt das bessere Geschäft mit dem Handelsverträge machen, wenn die deutsche Regierung nicht auf bedeutende Ermäßigung der russischen Zölle für die deutsche Industrie besteht. Ist diese namhafte Ermäßigung der russischen Zölle und damit eine bedeutende Hebung des deutschen Handels mit Rußland nicht zu erzielen, so dürfte es besser sein, wenn der Abschluß eines deutschrussischen Handelsvertrages verschoben wird. min. 739mm, max.74Umm 4- 16o R. „ + 21° R. Gewtlterbtldung. Zur Frage des deutsch-russischen Handels- Vertrages. Die Thatsache, daß in den Kreisen der deutschen Producenten, zumal der Landwirthe die Meinungen über die Vortheile eines Handelsvertrages mit Rußland sehr getheilt sind, veranlaßt uns, einmal die Frage zu untersuchen, welche von den beiden in Frage kommenden Staaten den größten Nutzen von dem geplanten Handelsverträge haben würde, wenn sich der andere Theil nicht gehörig vorsehen würde. Wenn man den russischen Ein- und Ausfuhrhandel mit Deutschland eingehend prüft, so muß man, da die russische Ausfuhr nach Deutschland die Einfuhr ihrem Werthe nach bei Weitem übersteigt, zu dem Schluß kommen, daß Rußland ein größeres Interesse an dem Zustandekommen eines Handelsvertrages mit Deutschland hat, als umgekehrt. Rußlands Aus- und Einfuhrhandel mit Deutschland beträgt nämlich nach der russischen Statistik: Wöchentliche lleberficht der Todessälle in Gießen. 24. Woche. Vom 11. Juni bis 17. Juni 1893. Einwohnerzahl: angenommen zu 21100 (tncl. 1600 Mann Militär). Sterbltchkeitsziffer: 41,89°/oo bezw. 19,71 nach Ausschl. der Ortsfremden. Witterungsaussichten _______W'tierbäuswen, ©übanlaar._______ Schiffs« achriehten. (MUgetheilt durch den Agenten deS Norddeutschen Lloyd, Herrn Carl Loos in Gießen). Bremen, 19. Juni. (Per transatlantischen Telegravh.) Der Schnelldampfer Trave, Capttän R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 10. Juni von Bremen und am 11. Juni von Southampton abgegangen war, ist gestern 10 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, Land- utifc Volksrvirthfchaft. — Weinlaub al» Heuersatz. In der letzten Sitzung der Academie der Wissenschaften in Parts verlas, wie das B. T. meldet, Des4ratn eine neue Arbeit von Müntz über die Verwendung des Weinlaubes als Vlehfutter. Die angestellten Versuche ergaben, daß das Laub in frischem wie getrockneten Zustande gern gefressen wurde und den Thieren wohl bekam. Der Nährwerth ist gleich dem einer guten Luzerne. Laut einer Berechnung konnten die Weinberge von Südfrankreich, ohne den Weinbau irgendwie zu beeinträchtigen, vom Hectar eine Menge Weinblätter liefern, die 2100 bis 3600 kg Heu ersetzen würden. In Jahren der Futternoth wären aber die gesammten Weinberge Frankreichs in der Lage, der Landwirthschast vierzig Millionen Doppel-Centner Weinheu zu liefern. Auch die mit Kupfersalzen behandelten Blätter können nach Müntz schadlos verfüttert werden; eine Behauptung, der man auf Grund der neuen Erhebungen über die oerhältnitzmäßig geringe Giftigkeit der Kupfersalze Glauben schenken kann. In Deutschland giebt es nun allerdings nicht so viel Weinbau als in Frankreich, aber es dürste in diesem futterarmen Jahre damit doch die Frage angeregt werden, ob nicht durch das Laub gewisser Bäume und Sträucher das fehlende Heu und Klee einigermaßen ersetzt werden kann. Thatsache ist, daß in vielen Gegenden Thüringens in der Zeit der Futternoth das grüne Laub der Weiden, der Erlen, Eschen u. s. w. verfüttert wird, und es wäre wünschenswerth, daß sich die landwirlhschaftltchen Institute darüber äußerten, in wie weit Laub als Futter angenynbet werden kann. gnädige Frau schon, wos iS Herrn Hupflmon für Molheur zugestoßen?" — Frau Springler: „Nein! Was ist ihm denn geschehen?" — Ungar: „Hot ormer Kerl ochtmol hintereinonder Wolzer getonzt und beim dritten Mol Hot ihm Schloq getroffen!" * Am Tage nach der Hochzeit fragt der junge Ehemann seine Angetraule: „Aber, nun sag mir doch mal, in deinem Heirathsgesuch stand doch, du habest tausend Mark. Wo hast du denn die?" — Die junge Frau: „Verannonciert!" den hiesigen Mrtzgermchm .rrenzkaaipf ausgebrochen, bei >as billigste Fleisch zu liesel-. jfconcunenltn die Spitze ze daftiiche Verkaufsstelle seiteni zeren Schlachtereien in bei t, wo das Pfund gutes M enniq M Verkaufe gelangt, aer beeilt, zu demselben Prilfi zeigt die Preisherabsetzung Ms Plakat an, welches du tit Anderen können, kan- r als diese." Aus den w , man allgemein gespannt, bat sich zu Sieglitz eretgnN te ein Summa: 17 (9) 11 (7) 2 4 (2) . Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel« der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 21. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wsffer 17' ,. Lust 17 Grad. R ü' ' a n. n' fLe B a !■ f a i. st a l t. tez. Wahlcuriosuui erzählt >v» Wahlbezirk eint Frau :b.” lautenden Stimmzettel shr vor feinem Tode aus mer Statt die Ausübung Lem pietätvollen politischen Wahlvorstandes nicht Folg, " der heutigen Nacht gegen Jrrenheilanstalt Eichberg nng Feuer aus, das dir Insassen konnten gerettet ' * Ein Diplomat. Ungar: „Hoben Sie schon gehört, Herr Springler, wos unser Fraind Hupflmon hot für Unglück gehabt? Hot er ochtmol hintereinander Walzer getonzt, do hot ihm Schlog getroffen?" — Springer (der von seiner Gattin fortwährend zum Tanzen genöthigt wird): „Wahr- Sie das meiner Frau! Sagen Hamburg, 16. Juni. (Hamburg-Amerikanische Packetfahrt- Wiffen Actien Gesellschast.) Der Hamburger Dampfer „Solingen", Eapitän * Dresden, 17. Juni. Der hiesige, in weiten Kreisen bekannte Kaufmann Gustav Haunstein hatte 250,000 Mk. an der Börse oerspielt und Wechsel gefälscht, um den Verlust zu decken. Er wurde zu 4 Jahren 9 Monaten Gesängniß und 5 Jahren Ehrverlust verurtheilt. * Auszeichnung. Bei der Ausstellung landwirihschast- I'cher Maschinen in Winschoten in Holland wurde der Maschinenfabrik Heidelberg (Molitor u. Comp.) für eine von ihr ausgestellte Petroleum-Locomobile, deren Betrieb mit gewöhnlichem Lampenöl stattfindet, bei großer deutscher, englischer und amerikanischer Concurrenz der erste Preis, die goldene Medaille, verliehen. * Ein unerwartetes Feuerwerk brannte dieser Tage auf dem Mittlern Felsen des Rheinfalls bei Schaffhausen ab. Am Abend hätte eine Rheinfallbeleuchtung mit Feuerwerk statt- Hnben sollen und so hatte man schon am Mittag die dazu nöthigen Vorbereitungen getroffen, die Leitungen hergestellt, Raketen und andere pyrotechnische Wunder aufgepflanzt. Da schlug aber der Blitz eines am Nachmittag über Schaffhausen hinziehenden Gewitters in die Zündleitung und so verpuffte b 16 Feuerwerk am Hellen Tage. * Die „Electrocultur" ist bekanntlich ein Feld, auf dem die Landwirthschast schon manche überraschende Erfolge errungen hat und gewiß noch weitere erleben wird. Ueber ihre neuesten Fortschritte berichtet klar und gemeinverständlich C. Falkenhorst in der „Gartenlaube" (Nr. 23), und es ist dort insbesondere auch die eigenthümliche Vorrichtung beschrieben, mit deren Hilfe man die atmosphärische Eleetrieität sür das im Boden keimende Wachsthum nutzbar zu machen sucht. Es ist der schon 1848 von Beckensteiner ersonnene und neuerdings von Paulin in Montbrison verbesserte „Geo- magnetisöre". In der Mitte des zur Electroeultur erwählten Platzes wird eine hölzerne, möglichst gut getheerte, etwa 10 bis 20 Meter hohe Stange ausgepflanzt. An der Spitze der Stange befindet sich ein Isolator aus Porzellan, und an diesem wird der Electrieitätssammler befestigt, ein Metallbesen aus fünf 4 mm dicken und 0,5 m langen Kupferdrähten. Von diesem Sammler läuft an Isolatoren die Stange hinab ein 4 mm starker Draht aus galvanisirtem Eisen bis in das Erdreich, wo er sich mit dem Electrieitäts- vrrtheiler bereinigt; dieser besteht aus galvanisierten Eisendrähten, die zu einem quadratischen Netz geordnet sind, wobei ein Draht von dem anderen um etwa 2 m entfernt ist. Die Tiefe, in welche der „Vertheiler" gelegt werden muß, richtet sich nach der Natur der angebauten Pflanzen: für Weinstöcke genügt eine Tiefe von 0,4 m, für Wiesen und Getreidefelder eine solche von 0,15 m. Der Umkreis, in welchem der Geomagnetisvre seine Wirkung ausübt, Hängt von der Höhe der Stange ab; sie erstreckt sich auf eine Kreisfläche, deren Mittelpunkt die Stange bildet, während der Halbmesser dieses Kreises doppelt so lang ist wie die Stange. Die Stange muß aber alle Gegenstände innerhalb dieser Kreisfläche überragen; stehen in unmittelbarer Nähe des Magnetiseres Bäume, die höher sind als er, so entziehen sie die Eleetrieität, und der Apparat ist völlig unwirksam. Die Erfolge, welche man mit diesem Geomagnetisöre erzielt hat, sind vielversprechend, und mit Spannung darf man der weiteren Entwickelung dieses Zweiges menschlicher Naturbeherrschung entgegensetzen. * Ein fatales Mißgeschick widerfuhr dieser Tage bei Nürnberg einer fremden Dame während der Reise. Sie steckte ihren Kopf, da es ihr im Coupee zu heiß geworden war, etwas zum Fenster hinaus, als plötzlich etn starker Windstoß ihr das ganze Haupthaar davontrug. Die vollständig Kahlköpfige sank, einer Ohnmacht nahe, auf ihren Sitz nieder. Die Fahrgäste, die kurz vorher noch das „wundervolle Haar" der Dame bewundert hatten, brachen, dem Ernst der Situation angemessen, in ein „stilles" Lachen aus. * Ein hübsches Wortspiel knüpft sich an das an und für sich kleine, in Bezug auf geschichtliche Ereignisse aber so hochbedeutende Wörtchen „Sedan". Die Buchstaben, aus denen das Wort zusammengesetzt ist, bilden nämlich, von vorn gelesen, die Anfangsbuchstaben von Wörtern, die einen auf die Geschichte Frankreichs bezüglichen Satz ausmachen. So heißt der Satz: „So endete das Abenteuer Napoleons." * Künstliche MatjesHäringe. Die Zeit der beliebten Matjes- (Mädchen- oder Jungfern-) Häringe ist wieder da, der Fang ist aber in Folge der ungünstigen Witterung in diesem Jahre ein so mäßiger gewesen, daß die Zufuhr den Bedarf nicht decken kann. Die Matjes-Häringe sind bekanntlich nicht geschlechtsreif, sie unterscheiden sich deßhalb ganz wesentlich j von den Vollhäringen, die schon Laich ober Milch haben und I den späteren Hohlhäringen, die nach der Laichzeit gefangen werden, durch Wohlgeschmack und größeren Fettgehalt. Um nun der Nachfrage nach diesem delieaten Fisch genügen zu können, bedienen sich die pfiffigen Holländer eines besonderen Mittels: sie drücken geschickter Weise so lange auf den Häringskörper, bis Milch ober Roggen herausgequollen ist. Die so präparirten Produete werden dann als echte Matjes- Häringe in den Handel gebracht und vom Publikum, dem diese künstliche „Fischzucht" noch wenig bekannt ist, auch anstandslos eonsumirt. DaS Geschäft mit solchen „gedrückten" Matjes-Häringen soll ein recht umfangreiches und auch sehr «einträgliches fein. * Eine Familienkatastrophe. Sie: „Lassen Sie das, Sitte!" — Er: „Was soll ich lassen?" — „Sie dürfen Nicht auf den Knieen vor mir liegen?" — „Und warum «icht?" _ „Mein Bruder könnte ins Zimmer kommen!" — „Was wäre dabei? Er darf es wissen." — „Ja, aber [toenn er es weiß, pumpt er Sie an, und ich habe schon ktoei Verehrer dadurch verloren!" Lanolin -ToilBtte-Cream- Lanolin I der Lanolinfabrik, Martinikenfelde bei Berlin Vorzüglich jur Pflege der Haut. - - ea ■ jur Reinhaltung und De- \( )P vorzuqhcn dcckunq wunder Hautslellen = und Wunden. Vorzüglich Zu haben in Zinntuben ä 40 Pf., in Blechdosen ä 20 u. 10 Pf. in der Hirschapotheke, in der Peltkanapotheke und in der Engel • UniverfitätSapotheke sowie in den Drogerien von Benner & ftrumtn, von Emil Fischbach und von Otto Schaaf. (1732 Ä fefaF'« -bi». 111 SRtts' sä-».. ®«in. anh ilc eiuitt ? Clnfm großen Theile ?' sicher Betrao fa., ^nsich der grch ' Mu' Qud’ toQr dir "7U^erer bereits um men Thme sehr bon der Bekanntmachung. Aufschrift der Postsendungen. k Sicherung schneller Beförderung und Bestellun, ber Postsendungen müffen tuf denselben Empfänger und Bestimmung«. 2/ SR®“ bezeichnet sein, daß jeder Ungewißbett vorgebeugt wird. Dabei find namentlich folgende Punkte zu beachten- §et Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrift arC *",°.pnunG deS Empfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist es von Wichtigkeit, daß die WohnungSangabe stet» an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge. 2. Auf dm nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Wohnung de« Empfängers, der Postbeztrk (0., Nn NO. k.). in welchem die Wohnung sich befindet, hinter der OrtSbe- zeichnung »Berlin- zu vermerken. 3. Gibt eS mH dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung betzufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen tm Postoerkehr alS maßgebend anzusehen sind, ergibt sich au« dem „Verzctchniß gleichnamiger oder ähnlich lautender Post- orte , das zum Preise von 10 Pf. durch Vermittlung jeder RetchS-Postanstalt bezogen werden kann. 4. Wenn der tm Retchs-Postgebiet belegene Bestimmungsort zwar mit einer Postanstalt versehen, dessenungeachtet aber nicht alS allgemein bekannt anzunthmen ist, so empfiehlt eS sich, die Lage deS OrtS in der Aufschrift der Sendung noch des Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen eignet fich die Angabe deS Staates und bet größeren Staaten deS politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. s. w.), in welchem der Besttmmungsoi t belegen ist, ober auch die Angabe von größeren Flüssen ((Oder), (Elbe), (Rhein), (Main) rc.j, oder von Gebirgen ((Harz), (Riesengebirge) ic.J Nicht minder ftab zusätzliche Bezeichnungen, wie ((Thüringen), (SHtmarf), (Lausitz) icl für den Zweck geeignet. d. Auf Postfenbungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem eigenllichen BestimmungSoi te noch d i e j e n i g e P 0 st- anstalt anzugeben, von welcher aus die Bestellung der Sendung be °<* ! Prootfion. Franco-Zusend. Jede« Moß. aJ?2vJlnb au r<*tcn an «Stz Wtw., Theod. Welter in Nürnberg. 'AeltesteS Tuchversondtgeschaft. [sgo Ein Lehrling mit guten Schulkenntniffen gesucht. Jacob Grünewald, 5522] Bankier. Ebendaselbst wird auf Wunsch der Umtausch der oerloosten Stücke gegm neue 3Ve*/o oder 4°/0 Pfandbriefe zum TageScour« besorgt. Die Controle über Verloosungen und Kündigungen unserer Pfandbriefe übernehmen wir auf Antrag kostenfrei- AntiagSformulare, aus welchen die Bedingungen ersichtlich sind, können an unserer Kasse, sowie bet unseren Einlösungsstellen bezogen werden. Wra«kf«rt a. den 17. Juni 1893. [551£ Frankfurter Hypothekenbank. Die Rückzahlung dieser heute gekündigten Pfandbriefe erfolgt vom 1893 ab. Aus solche Stücke, welche erst nach dem 31. October 1893 zur Einlösung gelangen, wird für die Zett oom 1. October 1893 ab bis auf Weiteres ein 2 °/<,iaer Depofitalztns vergütet. b 11684. 11888. 22065. 22232. 24341. 24508. 26075. 26247. 27755. i—L.X.1U-. -i , ■■ ... l.u.- d. Rordd. Lloyd-Act. vermischte Anzeigen. । cdLie6rd)”«ct."eict 2lal Mittelmaerbahn Act !---1 23./G. 9. U. G. B. d. ®tlfcn Bergw -Act. W. u. W. K. Bal. III. Gr. [5318 Prima Wiefen- heu und Stroh offerirt billigst in Waggonladungen F. Jungermann, 5531] Duisburg, Getreide ■ Eommisfions Geschäft. 5504J Küchenschrank mit Glasaussatz, wie neu, sowie ovaler, nußb. Tisch und 1 Kinderfitzwagen umzugshalber billig zu verkaufen-__Seltersweg 71. Einige Tausend Dickwurrpflanzen zu verkaufen- 5519] I Peter Wtw., Eichgarten 37. 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Mat zu Perm. 5520) Bismarckstraße 22, gegenüber der Re alschule, ist d r 2 Stock, bestehend aus 5 Zimmern rc, zum 1. August ander» weitig zu vermiethen.__ M inneren Ansstnttnng der Inhanneskirche. An die Frauen und Jungfrauen der evangelischen Gemeinde Gießen. Wir beabsichtigen, gemeinsam mit den Frauen und Jungfrauen unserer Gemeinde für die neue Johanneskirche eine goldgestickte Altardecke zu stiften. Es ist dabei unser Wunsch und unsere herzliche Bitte, daß an dieser Stiftung jede Familie mit einer Gabe an Geld, mag sie auch nur ganz Hein fein, sich betheiligen möchte, so daß unsere Stiftung wirklich eine allgemeine Gabe aller Frauen und Jungfrauen unserer Gemeinde werde. Durch diese gemeinsame Stiftung einer Altardecke sollen natürlich die besonderen Stiftungen und Geschenke, welche bereits gespendet wurden oder noch in Aussicht stehen, in keiner Weise berührt oder ersetzt werden. Eine besondere Sammlung von Haus zu Haus wollen wir nicht veranstalten, wir bitten aber alle Frauen und Jungfrauen, welche willig sind, zur Anschaffung einer Altardecke für die neue Kirche beizutragen, ihre Gabe an eine der Unterzeichneten abgeben oder einsenden zu wollen. Gießen, den 5. Juni 1893. 5508] e<65n mlbllrt.« Simmer ju «r,. g0/o Melj|6anIcl6e mtetpen- i!ubn)tflftrQBc db. • 55251 Gut möbl Zimmer mit Caüinet, 130/J mreu& ‘ß0nf0[g sowie kleineres Zimmer zu vermiethen. 131 /%/„ Marktplatz 2. ! "" Wö* 6524] Schöner Lade« mit Logis in bester DtSconto-Comnumd^Anth. Geschäftslage sofort zu vermiethen. Darmstädter Bock^l^ 184 30 Lomb. E--B.-Act. 136.60 Buschtheratzer E.-B.-Sct 142 CO Elbthal-Bahn-ScL 11180 Golthard-Bahn-Act. 101.25 Schweizer NordofL-B^Act. 276.70 Mainzer E.-B.-AcL 10100 Marienburger E^v.-Act.