«93 Freilag de» 20. October PwrtdJMjngrr gcmfprtd»« 61 rlintr- und Anzeigeblatt für den "Kreis Giefzen chratisbeilage: chießener Kamitienölätter hin fiifc an fm ach Nichtm en;; Rmnahme von Anzeigen zu bn Nachmtttagl für den |ot gtr.bfn log rridirinfnben Nummer bi# Norm. 10 Uhr. Z m etheiligung, vorgejehm, werben soll: te Buchführung; Sr. Majestät König von Wirtw Sr. Königl H'f' d Grossh. von Bs: Deutscher Reich. Darmstadt, 18. October. Seine Königliche Hoheit der großherzog empfingen heute u. A. den Major Frhrn. Ztxnk zu Schweinsberg, persönlichen Adjutanten Seiner Großherzoglichen Hoheit des Prinzen Heinrich, den Äiostssor Dr. Pasch, Rector der Landesuniversität, den LicTsorstmeister Schenck. Berlin, 18. October. In der alten Hansastadt Bremen jinb am 18. October, also an einem für das deutsche Bol s, bedeutsamen Doppelgedenktage (Geburt des Kaisers Friedrich, Völkerschlacht bei Leipzig), die feierliche Einweihung des Hmkmals für Kaiser Wilhelm I. statt. Dem Ent» Wungsacte wohnte eine glänzende Festversammlung bei, an ihr Spitze der Kaiser. Die gesammte Feierlichkeit nahm einem überaus würdigen und eindrucksvollen Verlauf. — Herzog Alfred von Sachsen-Eoburg- «lorha hat seine osficiellen Antrittsbesuche an den deutschen giften eröffnet. Am Dienstag traf der neue coburgische Auricher zu diesem Zwecke in Dresden ein, wo ihm Seitens Les Königs Albert eine ungemein auszeichnende Aufnahme Ausland. Paris, 18. October. Der greise Marschall Mac Mahon, der im 1870/71er Kriege viel genannt wurde, ist, wie der Telegraph gemeldet hat, am 17. d. M. auf seinem Schlosse La ForSt gestorben. Marie Edme Petrie Maurice de Mac Mahon, Herzog von Magenta, war am 28. November 1808 in Sully bei Autun als Sprößliug einer irischen Familie geboren und von 1830—55 in französischen Diensten | in Algier thätig. Im Krimkriege führte er am 8. September 1855 den Sturm auf den Malakow vor Sebastopol aus, wurde 1856 Senator, 1859 Befehlshaber des 2. Corps, entschied am 4. Juni des letztgenannten Jahres den Sieg bei Magenta, der ihm den Herzogtitel eintrug, und wurde 1864 zum Generalgouverneur von Algier ernannt. Im 1870er Kriege war er Befehlshaber des 1. Armeecorps, das bei Wörth am 6. August vom Kronprinzen von Preußen geschlagen wurde, erhielt dann den Oberbefehl der Armee von Chalons (1., 5., 8. und 12. Corps) und wandte sich auf Befehl der Regierung nach Metz, um dem dort etngeschloffenen General Bazame die Hand zu reichen. In der Schlacht bei Sedan verwundet, trat Mac Mahon den Oberbefehl an den General Ducrot ab. Im März 1871 war er dann Oberbefehlshaber der Armee von Versailles, mit der er im Mai den Aufstand der Pariser Commune unterdrückte. 1873 wurde er zum Präsidenten der Republik ernannt- von dieser Stellung trat er am 30. Januar 1879 zurück, als der Versuch gescheitert war, an Stelle der republikanischen Deputirtenkammer eine monarchistische zu erhalten und die Mehrheit Mac Mahon entschieden republikanische Ministerien ausdrängte. Mit Mac Mahon ist einer der bedeutendsten französischen Heerführer ins Grab gesunken- die Fehler, die er im 1870/71er Feldzuge begangen, hat ihm sein Volk, das seinen Verlust beklagt, längst vergessen. . Paris, 18. October. Die russischen Offtztere setzten heute ihre offiziellen Difiten fort; sie waren beim Militärgouverneur, beim Seinepräfecten, beim Präsidenten des Gemeinderaths und beim Polizeipräfecten. Mittags war Dejeuner in der russischen Botschaft. — Der russische Unter* richtSminister telegraphirte dem französischen Unterrichtsmintster seinen Dank für die Zuschriften der französischen Schüler an die russischen. Der französische Minister antwortete mit der Versicherung der Sympathie der französischen Jugend für Rußland. — Die Bewohner der Rue Berlin wollen um deren Namensänderung in Rue Cronstadt petitioniren. — Heute hat, abgesehen von der Beflaggung, die Stadt ihr gewöhnliches Aussehen angenommen- nur vor dem Cercle militaire siationirt fortdauernd eine den ganzen Opcrnplatz füllende Menge. — Der „Temps" publicirt den Text der Depesche Carnots an den Czaren: „In dem Augenblicke, da die schöne von Ew. Majestät gesandte Escadre in Toulon vor Anker geht und die braven russischen Seeleute die ersten Acclamationen des französischen Volkes hören, liegt es mir am Herzen, Ew. Majestät meinen Dank auszudrücken und der aufrichtigen Freude zu versichern, die ich gegenüber dem neuen Zeugniß der tiefen Sympathien, die Rußland und Frankreich einigen, empfinde." Der Czar antwortete: „Ihr liebenswürdiges Telegramm beantwortend, drücke ich mein Vergnügen darüber aus, das ich empfinde, daß unsere Escadre den Besuch der braven französischen Seeleute in Cronstadt erwidern gekonnt." In der zweiten Depesche dankte Carnot wärmstens für den Besuch des Czaren auf den französischen Schiffen in Kopenhagen, der einen neuen Sympathiebeweis bilde, von dem ganz Frankreich tief berührt werde. — Gestern Abend war Diner und Ball im Marineministerium- es wurden nur conventionelle Toaste ausgebracht. Tausende von Menschen füllen die Rue Royale und den Concordien-Platz und acclamirten den Russen. Während des Diners sang die Menge nach der aus der Zeit des Boulangismus bekannten Melodie „C’est l’amiral qu’tl nons faut“, bis Avellan auf dem Balkon erschien und „Vive la France“ rief. Kr. 247 Erstes Blatt Alle «nnoncm-Bureauk bei In* unb «ultonbel nehmen Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger" entgegen. Bringerlohn. Durch bie Post bezagc» 2 Mark 50 Pt- Rebaction, (trpebitie* unb Druckerei: bereitet wurde. Am Mittwoch reiste Herzog Alfred von der sächsischen Hauptstadt aus nach Altenburg weiter, um auch dem dortigen Hofe seinen Besuch abzustatlen. — Nachdem die Meldung von angeblichen außergewöhnlich hohen Neusorderungen für die Marine | im nächstjährigen Reichsetat bereits von der „Nordd. Allg. ; Ztg." als unbegründet bezeichnet worden ist, kommt jetzt auch die „Köln. Ztg." mit einem Dementi. Es besteht also die erfreuliche Wahrscheinlichkeit, daß bis auf Weiteres bedeutende Mehrsorderungen zu Marinezwecken unterbleiben werden. Berlin, 18. October. Am heutigen Geburtstage des verstorbenen Kaisers Friedrich trug das Palais deffelben Unter den Linden wieder reichen Trauerschmuck. Berlin, 18. October. Das kaiserliche Gesundheitsamt macht folgende Cholerafälle bekannt: In Stettin wurde bei elf zwischen dem 13. und 16. October erkrankten Personen (davon fünf gestorben) Cholera nachgewiesen- in Magdeburg ist ein fünfjähriges Mädchen (Tochter eines wahrscheinlich an Cholera verstorbenen Schiffseigenthümers) an Cholera erkrankt. — Der Bund der Landwirthe hat in seiner gestrigen Ausschußsitzung nachstehende Resolution zugestimmt: „Die deutsche Landwirthschast kann eine Verschärfung ihres chweren Existenzkampfes durch eine Herabsetzung der Ein- tangSzölle auf russisches Getreide nicht ertragen. Rußland iat durch seine billigen Arbeitskräfte, seine Raubwirthschaft nfolge seiner Gemeindeverfaffung und seinen niedrigen Geldwerthstand Deutschland gegenüber einen bedeutenden wirth- chaftlichen Vorsprung. Die Herabsetzung des Zolls auf russischen Weizen und Roggen unter 5 Mk. für den Doppel- centner und die Herabminderung anderer Zollsätze auf land- wirthschaftliche Erzeugniffe Rußlands hätten zur Folge, daß unsere Landwirthschast in eine unhaltbare Lage der russischen gegenüber versetzt würde. Wir bitten daher die verbündeten Regierungen und den Reichstag, es bei den bisherigen Zollsätzen auf Erzeugniffe russischer Landwirthschast zu belassen und, insofern der Werthstand des russischen Geldes noch weiter sinkt, dieser Werthverminderung sich anpaffende Zollerhöhungen festzustellen." — Heute Vormittag trat der Bund der Landwirthe im Reichstagsgebäude unter Vorsitz des Abgeordneten von Plötz zu einer AuSschußsitzung zusammen. >r tot werden unb ck N °° wmi.** u »n, b« [8696] Meßmer Anzeiger Keneral-Itnzeiger. Der » teuer ■ Ichrint täglich, tt Aulnahme bei Montag! Vt< lAteßenrr ?6*itteeir4t(er kitbm b#m Anzeiger »i!lautlich breimal Angelegt. Neueste Nachrichten. Devesch.n des Bureau „Herold". Berlin, 18. October. Die „Nordd. Allg. Ztg." sagt in einer Besprechung über die Tabakfabrikatsteuer, es sei zu bedauern, daß Seitens der Tabakfabrikanten vorwiegend in der Fachpresse mit Uebertreibungen hantirt werde. Namentlich werde ein außerordentlich starker Rückgang des Consums und eine maffenhafte Entlastung von Fabrikarbeitern in Aussicht gestellt. Beides sei unzutreffend. Der Verbrauch werde in Quantität gleich bleiben, nur in Qualität sich verschieben. In der Uebergangszeit werde der Rückgang des Consums höchstens 1/10 des Quantums betragen, daher könne von zu gewärtigenden Arbeiterentlastungen keine Rede sein. Berlin, 18. October. Nach der „Allgemeinen militärischen Correspondenz" haben Erhebungen darüber stattgefunden, inwieweit Wismar zur Flotten st ation und Danzig zum Hauptkriegshafen geeignet feien. Berlin, 18. October. In der gestern stattgehabten großen Volksversammlung, in welcher 2000 Personen anwesend waren, sprach der württembergische Pfarrer v. Wächter über das Thema „Christenthum und Socialismus". Redner führte aus, ein guter Christ könne auch Socialdemokrat sein. Oberstlieutenant a. D. v. Egidy trat den Ausführungen v. Wächter- entgegen. Am Schluffe der Versammlung entstand ein großer Tumult, weil die Socialdemokraten beantragten, der Ueberschuß der Tellersammlung solle der socialdemokra- I tischen Parteikaste überliefert werden, was der Einberufer I Anarchist Boogs aufs Entschiedenste ablehnte. Berlin, 18. October. Die Vorarbeiten zum nächstjährigen Reichshaushaltsetat sind soweit borge- schritten, daß sich der Bundesrath in Kürze damit beschäftigen kann. Weitere Arbeiten für den nächsten Reichstag sind dem BundeSrathe noch nicht zugegangen. Indessen ist eine Anzahl von Entwürfen nahezu fertiggestellt. Elberfeld, 18. October. Die D e n k m ä l e r des K a i s e r s Wilhelm I. auf dem Brausenwerth und des Kaisers Friedrich auf dem Neumarkt wurden heute Vormittag enthüllt- beide sind Schöpfungen des Professors Eberlein- Berlin. Das Reiter-Standbild des Kaisers Wilhelm wurde von Freiherrn August von der Heydt, das Standbild des I Kaisers Friedrich vom Reichstags- und Landtags - Abgeord- I neten Reinhart Schmidt der Stadt übergeben. Auf beiden I Plätzen übernahm Oberbürgermeister Geh. Rath Jäger die I Denkmäler und brachte Hochs auf den Kaiser aus, worauf dte I Volkshymne gesungen wurde. Der Festzug umfaßte 50 Ver- I eine. Die Stadt ist prachtvoll geschmückt. Triest, 18. October. An Bord der „Italia" wurde zu Ehren der englischen Gäste ein Diner gegeben. Admiral I Corsi brachte einen Toast auf die Königin von England aus, den von englischer Seite Admiral Seymour mit einem Toast I auf König Humbert beantwortete. Rom, 18. October. Die hiesigen Blätter widmen dem verstorbenen Marschall Mac Mahon überaus warme | Nachrufe. Die „Tribuna" sagt, der Name Mac Mahon sn (Name des Ausstellers). Für jedes Thier ist ein besonderer Anmeldeschein auszufüllen. Die Angaben gelten als auf Ehrenwort gemacht. Wer nachweislich wütige Angaben macht, wird zu späteren Ausstellungen nicht mehr 1 iülassen. Amtlicher- Lheil. Bekanntmachung, ttircflfenb den Herbstfaselmarkt des landwirthschaftlichen 23c- zirksvereinS Friedberg pro 1893. Der diesjährige Herbstfaselmarkt des landwirthschast- Ma|t idjen Bezirksoeteins Friedberg soll Mittwoch den 25. !. M t S. zu Friedberg abgehalten werden. Alle Fasel, rt chi an der Prämiirung theilnehmen sollen, müssen längstens Vormittags 9 Uhr auf dem Platze fein. Die Anmeldung tarn diesmal mit Zugrundelegung unten abgedruckten An- mldtjormulars am Platze selbst vollzogen werden. Der Eintritt mit Fa'eln in den abgesperrteil Ring ist mi x egen Abgabe eigenhändig dieser im Voraus angefertigten »ab unterschriebenen Anmeldescheine gestattet. Nicht genügend fltleffrlte Thiere werden zurückgewiesen. Nach einem Be- ßtlui deS landwirthschaftlichen Provinzialvereins und Mit- ttitilmig deS Präsidiums sollen nur Simmenthaler Reinzuchten fftämiirt werden; Kreuzungsprodukte mit anderen Rassen sind daher ausgeschlossen. Von Ausstellern selbst gezüchtete Thiere totrbot höher prämiirt als angekauste. Angekaufte Thiere ■Hülfen mindestens Vs Jahr im Besitze des Ausstellers sein, «ichbundler als solche sind von der Bewerbung um Preise schlossen. Zur Bewerbung um die Vereinspreise sind mr he Bezirksangehörigett zuzulaffen- sonstige Beiträge z. B. 6it Prämienzuschüsse der Stadt Friedberg können zur Pra- »litung von Vieh aus anderen Kreisen oder nicht selbst ge- z-zencm Bich verwendet werden. Thiere, welche bei einer JiniLvertheilung im lausenden Jahre prämiirt worden sind, tinnetn diesmal nicht concurriren. Ferner kann in derselben Shttgoric für mehrere Thiere ein und desselben Besitzers nur Sin Geldpreis gegeben werden. Jeder Aussteller hat die Aus- ffttUimgszeit bei Meidung des Verlustes der ihm zuerkannten gjidü le einzuhalten. Unrichtige Angaben des Ausstellers in auf die programmmäßigen Anforderungen an die con- (nmrenben Thiere haben zur Folge, daß etwa zuerkannte Linien wieder zurückbezahlt werden müffen. Auch ist in foldjein Falle der Aussteller künftighin von der Zulassung $1I Prämiirung ausgeschlossen. Die zum Abschluß gebrachten NrkL-ufe wolle man dem anwesenden Protokollführer zur Stniu ttifc bringen. Zu recht zahlreichem Besuche des Marktes Hirb hiermit eingeladen. Friedberg, den 16. October 1893. An Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Friedberg. Dr. Braden. Mr. der Anmeldung: • . • Anmeldeschein fit bie Ausstellung des landwirthschaftlichen Bezirksoereins „Friedberg" zu....... Geltung des Thieres ............ Waffe (Reinzucht oder Kreuzung) ......... Mur .........Geschlecht: Glich gezogen: . . . Gekauft (seit wann im Besitz) . . Mteits prämiirt (wo und wann) ........ . . . . den 189 unsere K® i nfChXn Tfür Kaufleute, M ichrelbe, u-ur besondere A- jede n0CJ 6 Wochen - brift m 2 d d aus^ t_Untemchtm ff Ä Mar#i rlcfl1111^ h(16 nur GzzMt ÄZS von Aen- u, M,.. d in unb nuitt* 7®- STrrr---- ZÄLE ^I^Franksurterstrahrt». «utiW hl btr fc ■ Mbmachermelster ifaft ,f- Bursche eke auf sofor/Mt. ___Jlene ^JSürtto fitfigtSSM olci TOWäift wirb tin Lehels • Wok fagf bit Ervrb. V fr 23] Sin bubrt mit dn k M^tnvnsttztvttzRtkt M bürgtet, toftm km, ii i Mäbthtn aÜtin anntdmh i erfragen in der 9mm. Mac Mahon daß ihr Name, dem Ge- Todes seine Fittiche über halber Vergessenheit ein seinem Ruhme erfüllt hat. * Wiesbaden, kaserne geriethen 13. Compagnie in wurde bald ernst. Brodmesser in der nannte Schlacht zu einem glänzenden Siege der französischen Armee. Der Titel eines Herzogs von Magenta und die Marschallwürde waren der Lohn des tapferen Feldherrn. An der Schlacht bei Solferino betheiligte er sich in ebenso hervorragender Weise und trug durch sein Verhalten wesent» lich zum Erringen des Steges bei. Zum dritten Mal begegnen wir dem Marschall, der von 1864 — 1870 Gouverneur 18. October. In der hiesigen Infanterie' heute Vormittags zwei Soldaten der scherzhaften Wortwechsel. Der Scher, Der eine der Soldaten, der zufällig (in Hand hatte, durchstach dem anderen in Italien mindestens ebenso populär wie in Frankreich, und die „Italia militare" schreibt, Italien theile den Schmerz Frankreichs. Paris, 18. October. Die russischen Offiziere sind fortgesetzt Gegenftand begeisterter Ovationen,- auch heute Vormittag wurden dieselben, als sie osficielle Besuche abftatteten, überall begeistert ausgenommen. Paris, 18. October. Das gestrige Diner bei Carnot verlief programmmäßig. Carnot toastete auf den Kaiser und dre Kaiserin von Rußland, die Marine und Armee. Der russische Botschafter Mohrenheim erwiderte mit einem Toast auf Carnot. CocaUs rrnd provinzieller. Hießen, den 19. October 1893. Bestätigung. Seine Königliche Hoheit der Groß« Herzog hat der am 2. l. M. durch die Stadtverordneten- Versammlung zu Alzey erfolgten Wahl des GerichiSasiessorS Dr. Heinrich Sutor aus Bürgel zum Bürgermeister der Stadt Alzey die Bestätigung ertheilt. von Algerien war, auf europäischem Kriegsschauplatz in dem für uns Deutsche zum Beginn eines neuen Dasein- gewordenen großen Kampfe von 1870/71. Aber daS Glück, das sich sonst an seine Fahnen geheftet hatte, war dem greisen Krieg-mann untreu geworden. Bei Wörth erblich sein Stern. Bei Sedan verwundet und gefangen genommen, beim Abschluß des Waffenstillstandes ausgewechselt, wurde er Ober- Befehlshaber der Truppen, die den »instand der Commune in Paris niederwerfen sollten. Das Jahr 1873 brachte daS Ende seiner militärischen Laufbahn: er wurde aus sieben Jahre zum Präsidenten der Republik gewählt, aber noch vor Ablauf dieses Zeitraums legte er am 30. Januar 1879 die Präsidentschaft nieder, um sich in daS Privatleben zurück- zuziehen. Nun ruht der Vielgewanderte aus von seinem thaten- reichen Leben. Er hat große Erfolge errungen als Heerführer, an seinen Mißerfolgen aber haben mehr die Verhält- niffe, als er selber die Schuld getragen. Als Soldat war er tapfer und pflichttreu. Diese Anerkennung wird ihm die Geschichte nicht versagen. • Die Aliceschule in Gießen hat wieder ihre Winter- thätigkeit begonnen und können wir uns, namentlich in der Zeit vor Weihnachten, gar manchen guten Rath dort holen. Der specielle Cursus, der ichon im vorigen Jahr für Weihnachtsarbeiten eingerichtet wurde, und auf die Dauer eines Monats berechnet ist, dürste namentlich den ungen Damen zur Benutzung anzuempfehlen sein. Eine An- zahl neuer Modelle der verschiedensten Art solcher Arbeiten veranschaulicht die Vielseitigkeit dieses CurseS, und sind diese I täglich von 2 4 Uhr der allgemeinen Besichtigung zugänglich. Auch im Kochcursus wird auf Weihnachten Rücksicht genommen, indem vom 1. November an die Anfertigung von Weihnachtsgebäck aller Art gelehrt wird. Noch möchten wir den jungen Damen besonders vor dem Fasching den Kunstwaschereicursus anempfehlen, auf daß alle ge- tragenen Balltoiletten neu erstehen mögen. Einige Zeit noch bleibt auch der Kirchenteppich der Johanneskirche ausgestellt, welcher von den Lehrerinnen und Schülerinnen der Aliceschule gewebt wurde. Pari«, 18. October. Der gestrige Abend, welcher große Festlichkeiten brachte, ist im Allgemeinen ruhig verlaufen, trotzdem eine ungeheuere Volksmenge aus allen standen die Straßen unausgesetzt durchwozte. Bei dem Präsidenten Carnot fand ein großes Diner start, wobei Carnot selbst sowie der russische Botschafter Baron Mohrenheim wiederholt Toaste ausbrachten. Große Sensation erregten dre Reden, welche die russischen Journalisten bei dem Bankett gehalten haben sollen, welches ihnen die französischen Journalisten gegeben haben. Die hiesige Presse beobachtet über diese Reden ein merkwürdiges Schweigen, indeß verlautet, daß dieselben knegernchen Inhalts gewesen seien. (S. die folgende Notiz). Paris, 18. October. Ein Theilnehmer des Festmahles, welches die Pariser Preffe den anwesenden 18 russischen Journalisten gab, versichert, daß General Komoroff, der Director des „Swet", einen vom Präsidenten der französischen Preßcommtssion ausgebrachten Toast auf folgende Weise erwidert habe: Ich hoffe, daß die Alliance, welche wir heute endgiltig besiegelt haben, als demnächstiges Resultat eine Abänderung der geographischen Karte von Europa zur Folge haben wird. Der Director des Petersburger „Nowoje Wremja" schloß seinen Toast: Wir haben soeben die erste Schlacht gewonnen- ich hoffe, daß wir bald andere liefern werden. Diese beiden Reden haben peinliche Sensation hervorgerufen und die anwesenden Journalisten sollen sich verständigt haben, den Zwischenfall zu verheimlichen. Paris, 18. October. Die Regierung äußerte gegenüber ! der Familie Mac MahonS den Wunsch, den Verstorbenen ! tm Jnvalidendom beerdigen zu können. Paris, 18. October. Nach einem Vorschläge des „Matin" I wäre es Vortheilhaft, das Begräbniß Mac Mahons noch wahrend der Anwesenheit der russischen Gäste abzuhalten, damit dieselben der Entfaltung großer Truppenmassen beizu- I wohnen Gelegenheit hätten. Brüssel, 18. October. Nach einer Mittheilung der I ,/Iktdep. Belge" hat Admiral Avelan beim Petersburger I Hofe dahin gewirkt, daß Großfürst Alexis während der I Anwesenheit des Präsidenten Car not nach Toulon kommen I folle, um dem Präsidenten persönlich das russische Geschwader I vorzusühren. London, 18. October. 60000 Arbeiter nahmen die I Arbeit zu den früheren Löhnen auf, 211000 bleiben noch I ausständig. Die Kohlenpreise fielen um 2 Shilling die Tonne. I wird allgemein angenommen, die Grubenbesitzer von I Lancashire werden von der geplanten löprocentigen Lohn- I reduction absehen und die Arbeit werde bald wieder auf- I genommen. Kopenhagen, 18. October. Zwischen Paris und Schloß j Fredensborg war gestern Nacht für den Czaren eine directe I telegraphische Verbindung hergestellt. Petersburg, 18. October. Wie verlautet, haben sämmt- I lidjc Landschaften es abgelehnt, die Intendantur beim I Ankauf von G et reibe zu unterstützen. ** Stenographie. Unter Hinweis auf den Bericht einer königlichen Eisenbahndirection, welche auf die Vortheile der Erlernung einer Kurzschrift für Bureaubeamte, inö- besondere der Civil-Supernumerare des Bureaudienstes, aufmerksam macht, hat der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten sämmtliche königliche Eisenbahndirectionen veranlaßt, sich die Förderung der Erlernung und des Gebrauches der Kurzschrift, durch welche in dafür geeigneten Fällen eine wesentliche Erleichterung und Beschleunigung der Erledigung von schriftlichen Arbeiten erzielt werden kann, angelegen sein zu laffen. ES ist dabei Werrh darauf zu legen, daß eines der am meisten verbreiteten Kurzschriftsysteme erlernt und benutzt werde, als welches neben dcm Stolze'schen in erster Linie daS in Mittel- und Süddeutschland beinahe ausschließlich verbreitete GabelSberger'sche System in Betracht kommt, lieber die dieseihalb getroffenen Anordnungen und deren Ergebniffe will der Mmtfter bei gelegener Zeit Bericht einfordern. ** Erfüllung-Ort! — Von größter Wichtigkeit für jeden Geschäftsmann ist genaue Festsetzung der Verkaufs- und Permifcbtes. * Wiesbaden, 18. October. Das in ConcurS besindlite „Wiesbadener Babe-Etablissement", raj-irt zu 2300000 Mark, wurde heute Mittag vor dem hiesigen Amt«- geeicht einer dritten Versteigerung auSgeietzt. Höchstbietender blieb Philipp Helfmann, in Firma Gebr. Helfmann in Frankfurt a. M. mit 1 105000 Mark. Der Zuschlag ist noch nicht erfolgt und eS wird auch bezweifelt, daß derselbe auf dieses Gebot erfolgen wird. Es ist das Schicksal so vieler Männer, die einmal eine Rolle in der Welt gespielt haben, buy iyi veumt, oem ise- dächtniß fast entschwunden, erst dann wieder durch Aller Mund geht, wenn der Engel des sie auSbreitet. die Lunge. Der Betreffende war bald daraus lobt. Der Getödtete heißt Block- er diente im zweiten Jahre. Er hat lange in Frankfurt gearbeitet und soll auch in ber von Frankfurt beheimathet sein. Der Streit entfiel wegen eines Stückes CommiSbrob. Der Thäter, ein ff borener Elsässer NamenS Bohrer, bient ebenfalls * zweiten Jahre. • Neuß, 17. October. Gestern Nachmittag wurde in beS MorbeS verbächtige Stockbik zum Kirchhofe an tu auSgegrabene Leiche der kleinen Naß geführt. Anwesend waren außer den hiesigen Gericht-- und Poltzeibeawteu t Tiem Alter und Namen befragt habe. Auch in einer Wirth- fifl an der Oberstraße ist Stockdik an dem Tage Vor- nictags vor 11 Uhr gewesen und von den Wirrhsleuten I könnt worden. Der Viehwärter des Gutsbesitzers Dülken n der Nixhütte kam mit seiner Frau am Mordtage Vornittags gegen 9 Uhr über die Oberstraße und be de sahen ort den Stockdik sich umhertreiben. * Saarbrücken, 18. October. Der frühere Bergmann Josef Gier aus Püttlingen wurde wegen Raubmordes, be» ngen an dem 16jährigen Handlanger Speicher aus Pütt« ngen, vom Schwurgericht zum Tode verurtheilt. Der :Otber war in der Hauptsache geständig. * Der Tod des LuftschisierS Charbonnet. Man schreibt ti „K. V." aus Turin unter 14. ds.: Die Ballonfahrt des .'tstschifferS Charbonnet, der seine Hochzeitsreise von Turin Hiß im Ballon Stella gemacht hatte, wird von den Ueber- Jtnben beö Ereigniffes, der jungen Frau Charbonnet unb fiten Freunben Botto unb Durando, welche bte Fahrt mit* achten, folgenbermaßen geschilbert: ^Wir waren von Piobesi ^gefahren und bald in einer Höhe von 2000 Metern. Eine lye heftige Luftströmung erfaßte hier den Ballon und trieb mn mit rasender Schnelligkeit gegen die Alpenwand. Bald (Heg das Luftschiff mit einem Male in schwindelnde Höhen, iollb sank es plötzlich, doch vermochte Charbonnet, der ein sehr erfahrener Luftschiffer war, seinen Gang noch zu regeln, iss fing an dicht zu schneien, und da wir in leichten Kleidern vor Turin abgereist waren, froren wir ganz entsetzlich. Wir lauerten auf dem Boden der Gondel nieder und bedeckten nach Möglichkeit, Charbonnet redete seiner jungen Frau iRnh zu, hatte aber selbst die Hoffnung auf Rettung aufge- cebcen und auch Botto und Durando davon verständigt. Nachmittags um 3 Uhr wurde der Ballon Stella durch einen ijurflitbaren Windstoß gegen die Felszacken des Berges Ciara- meLa geschleudert. Der Ballon zerriß von oben bis unten, Hob sich dann nochmals empor, sank dann auf einen Gletscher niter. Bei dem Sturze hatte Charbonnet schwere Wunden bwongetragen, die Anderen blieben unverletzt. Gegen Morgen tiad einer schauerlichen Nacht, versuchte Charbonnet, obwohl er traurig zugerichtet war, sich zu orientiren. Er hatte nur wenige Schritte gemacht, als er vor den Augen seiner Gesahnten verschwand. Sein junges Weib war dem Wahnsinn nahe und vom Schmerze wie gelähmt. Die Genoffen brachten ’fie jedoch dazu, mit ihnen zu gehen, um Hilfe zu holen. Sie ließen sich von dem Gletscher herniedergleiten und wurden eidlich Mittwoch Morgen von einem Hirten bemerkt. Aber dieser Unmensch wies die Bitte der Unglücklichen um Brod unb Hilfe ab. Endlich langten sie um 2 Uhr Nachmittags cif dem Piano della Muffa (1700 Meter) an, wo sie in mm Hütte Aufnahme fanden. Brav: Hirten verpflegten sie, unb einer stieg nach Balure hinab, um Hilfe zu holen. Der Migermeister, der Richter, Carabinieri und mehrere Bauern tuDisn mit ihm zurück. Sie brachten die Wittwe CarbonnetS oif einem Tragsessel und den ganz kraftlosen Botto auf einer Nah-re nach Balure. Durando vermochte zu Fuß zu folgen. Familien-Lcgis zu vermiethen. -roll 111. Wwe.. 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Neumüble b. Großen-Buseck. 8790] Ein Mädchen bat Tage frei im Weitzzengnähen und Au»b«stern. __________________Dammstraße 19. Laufmädchen 8788] Seltergweg L, 1. Stork. vermischte Anzeigen. Steins Garten. 8803] Empfehle mein neues nach neuester Construction gebautes = Billard == zur gefl. Benutzung. C. Stein. Neues Theater, Giessend Freitag den 80. October: — Durch di« Intendanz. — Original-Preis-Lustspiel in 5 Acton von E. Henle. Nächste Vorstellung Montag, 23. Octbr.: _____Der Bureaukrat. Dank. 8551] Bereits volle 6 Monate lag ich im Bett, gelähmt an Gicht und Rbeu» maiismuS, konnte keinen Fuß und Arm bewegen, war ganz hilflos und hatte rasende Schmerzen. Mein Monn mußte mich au« und ins Bett tragen Sechs verschiedene sehr tüchtige Aerzte behandelten mich mit allen möglichen Sachen, doch leider ohne jeglichen Erfolg. Sodann hatte ich damals auch noch furchtbar starken Husten und Auswurf. Da schrieb mein Mann in seiner Noth an Herrn Dr. med. »oldeding, Homöopath. Arzt in Düsseldorf, der uns Arznei sandte, wodurch ich in 4 Wochen vollständig wieder hergestellt, so daß ich wieher flott gehen konnte und mir kein Glied mehr weh thai. Auch meine Brust war wieder gut. Dem H'rrn Dr. Volbedtng meinen innigsten tiefgefühltesten Dank. Bürbach bei Saarbrücken, Bergstr. 29. Skra« Phil. Maldnrg. 1222 137 815 1Q05 1165 LA» 1*0 309 ey 7^. 01^* ui». ftrantfurt 25< 5°° 5H 7« 8z9e IO16 '■„» 2->2~b>J s»7 7» 8J4 »25. 6'1 (führt 2.-4. «laste). ÄFriebberg (Localzug) 6*2 (mbrt 2.-4. Klaffe) 20» 512 8-J* 10^b ll->v 450 552 718 8* 9H H^- <4lW7 91»* 936. 3'1 (führt 2.-4. Maste). ^rontieufen (üocaQ.) 206 (führt 2.-4. Klais. 122* 6 8 8« 10-* IP® 1167 jUt> 3j9 455 718 703 #36 1149. Wetzlar ' n io’ 10-. ' 123» 2« S"» 6'2 6128» 9« 10« 1157 j06 359 718 ß36 H49 »m» Voblen, 5« 833 10l21224 2^5 " 6 9«. 121» 11" 4*5 755. Deutz VSlu 6&2 1022 1235 tzu> 822 136 462 1025. Shuldo 750 12*0 523 (bt6 »leid 965 332 72t. «einhausen 73U 12»' 145 (bis Hungen f 82++. _____ 955 332 721. Scholien bezw.Ntdda 730 1230 5* 723 (Montags und Dienstags aus Stockheim, sonst au» Nidda) 955 332 721. «ehern, Lanvach bezw. Stockheim 730 12«0 506 81»++. 17173 bomb. E.-«^'Sct. 128.8) Buichtherader E.-B^Acl- 133.60 Elbthal-Bahn-Act. 15 50 Sotthard-Bahn-Act. 98.25 Schweizer Rordost.-B^Act. 268 25 Mainzer E.-B.-Act. 89X0 Marienburger E^B.-Act. Re6actt«e; A. — Druck unk «erlag 6a vrützl'fche» Sniderei (Tft. Ehr. Bretsch) In ®iefcu ____ «4s tzmMtOS Hw*** • EsttMh, ir,c Utttiwv d.rVcvöttn jo» gi'i" ., i«”e jean tt» d . ■ ; , r ;.-; -VorJcmcnl - il bin na jt::,.."nilÖtoncnitn ;(Xtiuliat, i unb btt voibcentta zitmi c'.'tnbaijn tr ani ba$ Hcruittn Prodi i j.eti autt gro£ bi« 1880, b l Sthtid bcga tat:- itt Ltvollt Jtobattion \ . - ::ml Serba im. 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