1893 Dienstag dm 19, December Vierteljihrrger Asnts- und Anzeigeblutt für den Ttreis Gietzen. Amtlicher Theil Tippo Tipp wird in den Der berüchtigte nächsten Tagen in Bordeaux erwartet. werden. Paris, 16. Deccmber. Der e/r^nxt tigllch, ÄHlnebmt de» Montag« Die Gietzrner uxrbm dem Anzeiger '»«chontltch dreimal WLtH 2 Mark 20 Pfß. *T vringerlohn. Durch die Post bt^e^w 2 Mark 50 Wg. Nedaction, LxpedtM» und Druckerei: >4*Ctr<|< Wt.fr Kernlprecher M. ■ nnebmt bon Anzeigen zu der Nachmittags für den folgend«, tag erscheinenden Rümmer bis vorm. 10 Uhr. Locale- und Provinzielles. Gießen, 18. December 1893. -6- Zweiter Kammermufikabeud. Die Herren Bauer, Krahn, Krauße und Schulze brachten Mendelssohns Streichquartett in es-dur in sehr befriedigender Weise zu Gehör und bewiesen, daß sie auf die Einstudirung viele Mühe ausgewandt hatten. Das Zusammenspiel war sehr exakt, die Nllancirung sehr ansprechend. Am besten gelang die Can- zone Ha, welche geradezu vorzüglich gespielt wurde, lieber das Tempo derselben (Allcgretto) läßt sich streiten, uns kam es ein wenig zu schnell vor. Herr Polster (Clavier) spielte als Solist drei gut gewählte Stücke (Andante von Beerhoven, Nocturne von Chopin und La fileuse von Raff). Er hatte scheinbar einen glücklichen Abend und widerlegte durch seine Vorträge das Urtheil, welches wir über sein Spiel im ersten Rr. 298. Erstes Blatt Lllk Annouren-Burraux des In- und Auslandes nchmm» Anzeigen für den „l-ießener Anzeiger" encgegcn. Sclavenhändler beabsichtigt, den König von Belgien zu besuchen. Paris, 16. December. Beim Colonialamt lief vom Gouverneur von Obok ein Telegramm ein, nach welchem die am Eingänge der Sahara gelegene Ortschaft Tadjronah durch eine Feuersbrunst gänzlich eingeäschert worden ist. Pari», 16. December. Der norwegische Dreimaster „Nathan" ist in vergangener Nacht bei Calais gescheitert, doch gelang es, die Bemannung zu retten. Paris, 16. December. In der vergangenen Nacht wurde auf dem Fenstersims deö Hotels der Marquise de Ganay in der Nähe der Champa Elysees eine Bombe gefunden, welche mittels eines eigens construirten Wagens nach dem Gemeinde-Laboratorium gebracht wurde. Eine ähnliche Bombe wurde heute früh vor dem Polizei • Commiffariate in der Rue Gribeauval aufgefunden. — Die französische Regierung läßt die Gerüchte, sie habe ein gemeinsam es Vorgehen derMächte gegen den Anarchismus angeregt, bementiren. Anderseits läßt aber auch das Wiener Cabinet versichern, die Meldungen, welche von einem solchen Vorgehen Oesterreich Ungarns wiffen wollten, seien durchaus unbegründet. Da ferner weder Deutschland noch England sonderliche Neigung zu einer derartigen Initiative bekunden, so wird aus dem von vielen Seiten geforderten internationalen Feldzuge gegen die Anarchisten wohl nichts werden. Paris, 16. December. Der „Figaro" meldet, Prinz Louis Napoleon denke nicht daran, den russischen Dienst aufzugeben, zumal ihm der Czar erst kürzlich zum Beweise seines Wohlwollens den Grad eines Obersten verliehen hat. Paris, 16. December. Die „Röpublique srantzaise" veröffentlicht ein Petersburger Telegramm, wonach die Polizei in Moskau eine Nihilistenversammlung überraschte, die von 80 Personen, darunter 8 Frauen, besucht war. Beim Eintritt der Polizei erschossen sich 5 Nihilisten, 32 flüchteten, die übrigen wurden verhaftet, nachdem 14 Polizisten verwundet worden waren. Paris, 16. December. Die ausgewiesenen Anarchisten erhielten alle eine mehrtägige Frist zur Erledigung ihrer Privatangelegenheiten. Brüffel, 16. December. Mehrere Deputirte richteten'an den Justizminister ein Schreiben, worin er zur Vornahme energischer Schritte gegen dieAnarchisten aufgefordert wird. Brüffel, 16. December. Infolge starken Regensturms drohen Ueberschwemmungen. Nom, 16. December. Die „Reforma" theilt mit, daß die französische Regierung an die Familien der in den Salinen zu Aigues Mortes ermordeten Italiener eine Entschädigung von 400 000 Frcs. bewilligt hat. Madrid, 16. December. Die spanische Regierung hat die Initiative zur internationalen Bekämpfung des Anarchismus ergriffen. Kopenhagen, 16. December. In der Vorwoche stiegAe; Anzahl der Erkrankungsfälle an Influenza auf 620 und an Scharlachfieber auf 200. Newyork, 16. December. Der „Newyork Herald" meldet aus Buenos-Ayres: Gestern Abend kurz nach 10 Uhr herrschte in Rio de Janeiro eine Panik. Peixoto hatte einen Angriff auf die Insurgenten gemacht. Die aus der Insel Cobras postirten Batterien Gamas erwiderten sofort, indem sie etwa 50 Minuten lang Rio mit einem Hagel von Geschossen überschütteten. In Rio hatten gerade die Theater ihre Vorstellungen beendet und zahlreiche Theaterbesucher befanden sich auf den Straßen. Viele Häuser wurden beschä- digr. Nach der „World" sollen auch viele Personen ge- töütet sein. Meßmer Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Deutscher Seid?. Berlin, 16. December. Die preußisch-württem- bergische Conflictsgeschichte gestaltet sich immer wunderlicher. Neuerdings heißt es, des Pudels Kern in dem ganzen Zwischenfalle bilde der Gegensatz zwischen „altem" und „neuem" Curs. Herr v. Moser, der zurückgctretene Gesandte am Berliner Hofe, sei ein Anhänger des neuen Curses, während Herr v. Mittnacht, der leitende Staatsmann Württembergs, ein warmer Freund und Verehrer des Fürsten Bismarck sei, und dieser Gegensatz habe Herrn v. Moser schließlich zur Demission veranlaßt. Es wird als sehr wahrscheinlich bezeichnet, daß in absehbarer Zeit Herr v. Mittnacht zurücktreten und daß alsdann Herr v. Moser den Posten des württembergischen Ministeriums einnehmen werde. Berlin, 16. December. Die „Kreuzzeitung" bringt in ihrer heutigen Morgenausgabe einen stark polemischen Artikel gegen die Regierung, worin sie ausführt, der Sieg der Regierung sei ein Pyrrhussieg. Der Schlußsatz ist an Caprivi gerichtet und lautet: „Sage mir, wer Dich' parla- meutarisch unterstützt, so will ich Dir sagen, wer Du bist". Berlin, 16 December. Zur Einführung eines Wollzolles wird der „Voss. Ztg." aus den Kreisen der Textilindustrie geschrieben: „Die von den Agrariern soeben wieder von Neuem angeregte Einführung eines, Wollzolles dürfte Veranlaffung geben, daß sich die an dieser Frage interessirten Kreise schon in der nächsten Zeit mit der Angelegenheit besaßen werden. Es ist zweifellos, daß die in Aussicht genommene Versammlung sämmtlicher Textilindustrieller, die stattfinden soll, sich einstimmig gegen jeden Wollzoll aussprechen wird, und dies umsomehr, als selbst die schutzzöllnerisch gesinnten Wollwaarensabrikanten sich von jeher dagegen erklärt haben. Auch die Stellung der Regierung zu dem Wollzoll war bisher ablehnend." _ Zu den Steuervorlagen. Die erste Berathung der Tabaksteuer- und dcr Weinsteuer-Vorlage soll tm Reichstage nach den Weihnachtsferien möglichst bald auf die Tages- orvnung gesetzt werden. Der Präsident hat bereits über den vorliegenden Arbeitsstoff für die ersten Arbeitswochen im neuen Fahre Dispositionen getroffen und gedenkt beide Steuerreform- Vorlagen voranzustellen. — Chicagoer Weltausstellung. Zufolge einer Verordnung des Königlich belgischen Ministers der Eisenbahnen, Posten und Telegraphen vom 4. d. Mts. wird Seitens der belgischen Eisenbahngesellichaft Grand Central Beige für die von der Weltausstellung in Chicago zurückgelangenden deutschen Güter auf die tarifmäßigen Frachten eine Ermäßigung von 50pCt. gewährt, sofern die betreffenden Sendungen von einer Bescheinigung des Reichscommissars begleitet sind darüber, daß die Ausstellungsgegenstände an den Herkunftsort zurück- transportirt werden und sofern in den Frachtbriefen aus- drücklich erwähnt ist, daß die darin verzeichneten Güter auf der genannten Ausstellung zur Schau gebracht worden sind. Leipzig, 16. December. Spionageproceß. Vormittags hielt der Vertheidiger sein Plaidoyer. Nach seiner Ansicht ist in diesem Falle das Spionagegesetz vom 3. Juli 1893 nicht anwendbar. Er bittet um Erkennung auf Festungshaft, weil die Angeklagten nichts Ehrloses beabsichtigt hätten, eventuell um die geringste Zuchthausstrafe. Der Oberreichsanwalt begründe: sehr eingehend die beantragte Strafhöhe. Es müsse ein Exempel ftatuirt werden. Der Angeklagte Degouy bittet um Nachsicht für sich und den Mitangeklagten. Er verlange keine Schonung, bitte aber, ihn nicht durch Zuchthaus zu entehren. Degouy wurde zu sechs und Delguey zu vier Jahren Festung verurtheilt. DaS Reichsgericht nahm als festgestellt an, daß die Angeklagten Spionendienst im Auftrage des Chefs des Marine-General- stades getrieben, daß die Aufzeichnungen von erheblicher Wichtigkeit seien und daß die Geheimhaltung in Betreff der Sicherheit des Deutschen Reiches geboten. Landesverrath nach § 92 des Strafgesetzbuchs wurde als nicht vorliegend erachtet, da es sich um den Verrath militärischer Geheimniffe handle. Dafür bestehe in dem neuen Gesetze ein besonderes Gesetz. Als mildernder Umstand wird angenommen, daß die Angeklagten uneigennützig und nur, um dem Vaterlande zu dienen, gehandelt hatten. Andererseits aber müsse die Gefährlichkeit des Treibens, die Hartnäckigkeit bei der Ausführung, sowie der weite Umfang der Spionage berücksichtigt werden. Die Untersuchungshaft wird nicht, wie der Vertheidiger beantragt, auf die Strafe angerechnet. München, 16. December. Kammer der Abgeordneten. Beider Fortsetzung der Generaldebatte überden Etat des Ministeriums des Innern erklärte der Minister Freiherr v. Feilitzsch, gegen die Socialisten könne nur Energie und scharfe Zurückweisung etwas erreichen. Die Regierung werde den Socialisten entgegentreten, soweit es das Gesetz erlaube, jedoch hätten die Socialisten nichts zu befürchten, wofern sie das Gesetz beobachteten. München, 16. December. Die Anarchisten haben in Salzburg an einer Straßenecke einen Drohbrief angeschlagen, demzufolge her dortige Bahnhof innerhalb acht Tagen in die Luft gesprengt werden soll. In der Stadt herrscht große Aufregung. Hamburg, 16. December. Fahrkartenprozeß. Heute sollten die beiden Hauptzeugen, beide Agenten der Criminalpolizei, vernommen werden. Der Vertheidiger Dr. Oppenheimer protestirte gegen die Vereidigung, da die beiden sich selbst eines Vergehens schuldig gemacht hatten. Bei der Bestechung sei nicht nur die passive Bestechung straf- bar, sondern auch die active. Der Präsident setzte im Ein- verständniß mit dem Staatsanwalt die Vereidigung einstweilen aus. Die prinzipielle Entscheidung über diese Frage soll erst nach der Vernehmung stattfinden. Darauf wurden die beiden Zeugen vernommen und die weitere Verhandlung auf Montag Vormittag vertagt. Arrrlarrd. Wien, 16. December. Die hiesigen Blätter bringen dem Cabinet Crispi viel Sympathie entgegen und hoffen von der Energie Crispis, daß er sofort Reformen infinanzieller und administrativer Beziehung vornehmen werde, um Italien aus seiner jetzigen inneren Zerrüttung zu befreien. Wien, 16. December. Eine Meldung der „Politischen Correspondenz" aus Madrid stellt fest, daß die Initiative, betreffend de r Plan der internationalen Bekämp f ung des Anarchismus, von dem Madrider (Sabiner ausgegangen ist, welches seine diplomatischen Vertreter beauftragte, bei den betreffenden Regierungen anzufragen, ob die- soeben zu Pourparlers über internationale Maßnahmen gegenüber dem Anarchismus geneigt wären. Mehrere Regierungen erklärten' daraufhin, keine prinzipiellen Einwendungen zu erheben, andere behielten sich vor, Stellung zu nehmen, wenn Spanien mit präcisen Vorschlägen hervorgetreten sein werde. Letzteres ist bisher nicht geschehen. Einige Regierungen nahmen das Project kühl auf, speziell verhielt sich das eng- lische Cabinet ablehnend und einen dem englischen analogen Standpunkt nahm auch Frankreich ein. Budapest, 16. December. Das angekündigte Zustandekommen eines Meistbegünstigungsvertrages mit Rumänien wird von der Oppositionspreffe als ein Aufgeben des Rechtes und der Interessen bezeichnet und bekämpft. Die Presse bezeichnet die Angriffe auf das Magyarenthum als Verrücktheit. Belgrad, 16. December. Eine feingekleidete Dame, welche Festungstheile abzeichnete, wurde verhaftet- sie behauptete, die Zeichnungen für eine illustrirte Zeitschrift angefertigt zu haben. Paris, 16. December. Die hiesigen Zeitungen verfolgen mit Eifer den Spionageproceß in Leipzig, jedoch enthalten sich dieselben jeden Cornmentars zu den Nachrichten, welche ihnen durch die telegraphischen Bureaus übermittelt Gießen, den 16. December 1893. Betr.: Die Vorschriften des Arbeiterschutzgesetzes vom l.Juni 1891 über die Arbeitsbücher und die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen. Das GroWrzogliche Kreisamt Gießen an die Grofth. Bürgermeistereien dcr Landgemeinden des Kreises. Die mit Erledigung unserer Auflage vom 22. v. M. (Anzeiger Nr. 277) rückständigen Großh. Bürgermeistereien werden an alsbaldige Vorlage erinnert. v. Gagern. Das Verzettln iß der feit der vorjährigen SteuerreMrung stattgefundenen Bau- und Culturveränderungen in der Ge- markung Gießen liegt von heute ab eine Woche lang zur Einsichtnahme offen. Gießen, den 18. December 1893. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. wischen ’• Januar feß, 8S0W Letprif IM. irte° bet Her GanM, in m8 Chrontzez chtzÄ, 1 . [10261 Ziehen. r. b,i spracht. LZrr ;ien linb m b» Maten atiou zu jeder iood larnickel, billizst im Lohne M w. . -all», t’r;. M tauft. I8491 tu .MW« @kWro* W,— -IstS - W'VejS 0 :aueo. 8621 Giessen. Kammermusikabend fällen mußten. Wir muffen annehmen, Aufregung oder eine sonstige Indisposition ihn an jenem ersten Abend verhinderte, daS zu zeigen, was er wirklich leisten kann. Besonders gut gelang ihm am vorgestrigen Abend die Nocturne von Chopin, während der Vortrag der Raff'schen Etüde etwas von dem ihr innewohnenden Zauber vermissen ließ. Eine Etüde im eigentlichen Sinn ist dieses Stück nur äußerlich, innerlich ist es ein prächtiges Salonstückchen, welches mit großer Freiheit vorgetragen werden kann und muß. — DaS Publikum ehrte Herrn Polster durch starke Beifalls- äußerungen. Beethovens op. 1 Nr. 1 (Trio in es) beschloß ö;n Abend. Auch hier zeigten sich deutlich die Fortschritte, welche die Künstler seit ihrem letzten Auftreten im Zusammenspiel gemacht haben. Die Durchführung gelang, von einer kleinen Schwankung im ersten Satze abgesehen, aufs beste, die Nüancirung hätte wohl im einzelnen genauer durch- geführt werden und namentlich die Clavierpartie zu wirksamerer Geltung gelangen können. Sehr gut gefiel uns sowohl im Streichquartett, als auch im Trio Herr Schulze (Violoncello). Vielleicht läßt er sich in einem der nächsten Concerte als Solist hören? — Der Besuch des Concertes hätte bester sein können. Derartige Unternehmen zu unter* stützen, sollte die Pflicht jedes Musikliebhabers sein. *• Christbescheerung. Gestern Nachmittag 5 Uhr fand in dem Schulhause an der Westanlage die von Herrn Lehrer Curschmann arrangirte Christbescheerung für arme Schulkinder statt. Es ist das 44. Mal, daß Herr Curschmann sich als Wohlthäter der mittellosen Schulkinder erweist, und ist es wohl selbstverständlich, daß mit jedem Jahre die Zahl der zu Beschenkenden mit dem Wachsen der Einwohnerschaft Gießens zunimmt. 248 Kindern (in der Mehrzahl Mädchen) wurden Kleider (jedem Kinde vorher angemessen und solid gearbeitet), Msse, Aepfel, Confect und Bretzeln überreicht. Nach einem von Herrn Lehrer Spitz dirigirten Chorgesang mrd dem Vortrage eines Gedichts von Seiten einer größeren Schülerin hielt Herr Curschmann an die Kinder wie an die zahlreich erschienenen Erwachsenen eine Ansprache, in welcher er zunächst dem Dank gegen Gott Ausdruck gab, daß es ihm vergönnt sei, nun zum 44. Male die Christbescheerung zu leiten. Er dankte ferner Allen, die ihm die diesjährige Feier durch Rath und That, durch Geschenke und Stiftungen, ermöglicht, hob den großen Wohlthätigkeitssinn der Einwohnerschaft Gießens hervor und richtete schließlich an die Kinder die Aufforderung, sich der ihnen zu Theil gewordenen Gaben durch Fleiß, Ordnungsliebe und gutes Betragen ihren Eltern und Lehrer gegenüber würdig zu zeigen, dann hoffe er, so Gott wolle, ihnen im nächsten Jahre wieder eine Weihnachtsfeier zu bereiten. Die unter strahlendem Christbaume von Statten gegangene Feier schloß mit einem von den Schülerinnen schön vorgetragenen Weihnachtsliede. ** Am gestrigen Sonntage hielt der Verein Jugendfreund (Cigarrenabschnittsammelverein) zum 14. Male seine Christ- bescheerfeter in dem wiederum in dankenswerther Weise zur Verfügung gestellten Turnsaale der höheren Mädschenschule ab, bei der 7 Knaben und 5 Mädchen vollständig gekleidet wurden. Verschönert wurde die Feier durch die GesangS- abtheilung der Bürgergesellschaft, die auch Heuer zwei Weihnachtslieder zum Vortrag brachte, zwischen denen das Vorstandsmitglied Heuser eine kurze Ansprache hielt, in der er die Kinder namentlich zum Gehorsam gegen die Eltern und Lehrer, und zu anhaltendem treuen Fleiß in Haus und Schule aufforderte. Gegen %5 Uhr wär die schlichte Feier beendet. Möge das Wohlwollen, das dem Verein stets bewiesen worden ist, ihm auch in Zukunft erhalten bleiben und die Zahl seiner zahlenden Mitglieder eine noch größere werden, damit er in Zukunft im Stande sei, eine wieder größere Zahl Kinder zu kleiden. ** Die gestrige Christbescheerung in der von Frau Clara Rothe hier geleiteten Kleinkinder-Schule gestaltete sich zu einer Eltern wie Kinder gleich erfreulichen Feier. Sie sand diesmal im „Einhorn" statt. Alles, was die Kleinen, die noch nicht schulpflichtig sind, bei „Tante Rothe" an Hand- wie an Sprachfertigkeit gelernt haben, setzte die Anwesenden in Entzücken und zeigte, daß die Kleinkinder- Schule eine gute Vorstufe für den späteren Schulbesuch ist. B-l. Christbescheerung. Der Gießener Zither-Club (WohlthätigkeitSverein), der sich schon seit einer Reihe von Jahren zur Aufgabe gemacht hat, armen nothdürftigen Kindern eine WeihnachtSsreude zu bereiten, feierte gestern Abend seine diesjährige (neunte) Christbescheerung in „SteinS Garten". Nachdem sich die zahlreichen Gäste, sowie die unterstützungsbedürftigen Kinder versammelt hatten, hielt Herr Spengler- meister Rüdiger die Begrüßungsrede. Nach dem Liede „Stille Nacht, heilige Nacht" ergriff Herr Bran d das Wort, um den Mitgliedern sowie den Gästen, die sich zur Verschönerung der Feier alle Mühe gegeben hätten, seinen Dank auszusprechen. Hierauf wurden die Geschenke unter die 14 armen Kinder (8 Knaben und 6 Mädchen) verthcilt. Die Kinder erhielten vollständige Kleidung, welche sich auf den Gesammtbetrag von 400 Mark belief. Freudestrahlend nahmen sie ihre Geschenke an. Hieran schloß sich das Zither-Concert, welchem die Gäste die größte Aufmerksamkeit schenkten, und welches dem Dirigenten deö Vereins alle Ehre machte. Unter den Mitgliedern fand später eine Verloosung der gegenseitig gestifteten Geschenke statt, welche in manchen Fällen die größte Heiterkeit erregte. Zu Gunsten der Vereinökaffe wurden noch einige Gegenstände, eine prachtvolle Lampe, Photographie- Album usw. versteigert, welche der Kaffe ein ganz nettes Sümmchen eintrugen. Gemüthliche Unterhaltung hielt die Theilnehmer noch lange zusammen. Z. Reue« Theater, lieber dem gestrigen Theaterabend leuchtete ein glücklicher Stern. Nicht als ob die beiden auf- gesührten Stücke klassische Kunsterzeugniffe gewesen wären, nein, im Gegentheil, dazu waren sie viel zu barmloS, das eine ein überaus lustiger dreiactiger Schwank von G. von Moser: „Ein glücklicher Familienvater", das andere em einactigeS Lustspiel von Eduard Schacht: „Eingeschneit". Jndeß die frische und lebendige Art der Wiedergabe beider Stücke erfreute alle Besucher sehr und ließ sie über manche Schwächen der Werke selbst nachsichtig hinwegsehen. DaS zuerst aufgeführte Stückchen zeigt unS einen jungen liebenswürdigen leichtsinnigen Maler, der seinen alten Onkel fort- während anpumpt, indem er vorschützt, er sei verheirathet, und müsse für Weib und Sind sorgen. Der gute Onkel hilft immer, hat jedoch eines Tages die Marotte, sich den Haushalt seines Neffen einmal selbst anzuseaen und sagt seinen Besuch bei demselben an. Darob natürlich große Verlegenheit, indeffen Rosenberg, ein Freund des MalerS, hilft, er pumpt alles: Haushalt, Ktnd und Frau, d. h. nicht seine eigne, sondern deren Schwester Clara, die sich dazu hergiebt, nur um dem Maler, der sie immer foppt, einen Streich zu spielen. Statt daß sie, wie verabredet, die böse Sieben marktrt, ist sie daß liebenswürdigste Frauchen der Welt. Und so kommt der ganze Schwindel an s Licht, der Maler ist jedoch selbst von der Tüchtigkeit seiner gepumpten Frau so sehr überzeugt, daß er sie als ständiges Eigenthum erwirbt. Die Hauptrolle des Stückes, eben die der Clara, wurde von Frau Reiners sehr hübsch gegeben. Besonders das Doppelspiel, dem Onkel gegenüber das Schmeichelkätzchen, dem Maler gegenüber der Hausdrache, gelang der Künstlerin, der überhaupt der Löwenantheil an dem Erfolg des Abends gehört, vortrefflich. Der Maler war in Herrn Reiff ebenfallrecht gut vertreten. Der „alte Onkel", Herr Gohr, war für sein Alter noch etwas sehr beweglich. Das Ehepaar „Rosenberg" spielten Herr Raschig und Fräulein Schumann recht schlicht und natürlich. — Das zweite Stück „Eingeschneit" behandelt ein etwas unwahrscheinliches Sujet, ist indeffen recht anmuthig durchgeführt: Der ledige Schriftsteller Wolfram hat eine Pflegetochter Nina, die sich in ihren Vater verliebt dieser schwärmt schon für eine andere Dame, wird jedoch durch eine List seiner Tochter „eingeschneit", er erkennt da erst die Vorzüge Ninas, und verlobt sich mit ihr. Besonders die Rolle der Nina verlangt, um auch nur einigermaßen den Schein der Möglichkeit zu erwecken, eine überaus routinierte Darstellung. Frau Reiners gelang es überraschend, obwohl sie im vorher- gehenden Stück eine von dieser ganz verschiedene Figur dargestellt, sich ganz in den Character dieser Rolle zu finden. Gerade die Darstellung des Unterschiedes zwischen der Liebe des Kindes zum Vater und der des Weibes zum Mann verdient lobend erwähnt zu werden. Die ziemlich undankbare Rolle Wolframs führte Herr Reiff sehr zufriedenstellend durch. ** Am gestrigen Sonntage war der Verkehr auf den Straßen und in den Verkaufsgeschäften ein reger. Es hatten sich viele Bewohner der Umgebung eingefunden. Die Schaufenster, deren geschmackvolle Anordnung man durchgehend loben muß, waren stets dicht umlagert von Schau- und Kauflustigen. Hoffentlich entsprechen die Einkäufe den Erwartungen der Geschäftsinhaber, wenn auch nicht zu verkennen ist, daß sich die Kauflust vorzugsweise auf billige Artikel richtete. ** Der kürzeste Tag des Jahres, deffen Dauer nur 7 Stunden 47 Minuten beträgt, rückt immer näher. Es ist dies bekanntlich der 21. December, der nach dem Kalender zugleich den Anfang des Winters bezeichnet. Von da an nehmen die Tage, wenn auch vorerst kaum bemerkbar, wieder zu. ** Verhaftet wurden ein junger Mann von hier wegen Unterschlagung von 60 Mark, ein lüderliches Frauenzimmer und ein Bettler. ** Von der Königlichen Eisenbahndirection zu Hannover wird uns mitgetheilt, daß in Rücksicht auf die diesjährige Lage der WeihnachtSseiertage, sowie darauf, daß der Neujahrs- tag 1894 auf einen Montag fällt, die am 23. und 30. d. M. gelösten Rückfahrkarten von mindestens dreitägiger Giltigkeitsdauer zur Rückfahrt noch am 27. dsS. Mts., bezw. 2. Januar k. I. zugelassen werden. ** In Amerika verstorbene tzeffen. Newyork City. John H. Haar, 45 Jahre alt, aus Butzbach. Cincinnati, O. Johann Auber, 83 Jahre alt, auS Kaffel. Louisville, Ky. Joh. Puß, 64 Jahre alt, aus MenSfelde, Georg Phil. Resch, 75 Jahre alt, aus Darmstadt. Newton Getute, Mass. Clara, Ehefrau von John I. H a f f e r m e h l, 23 Jahre alt, auS Goddelau. ** Mit dem 15. December ist die Winterschonzeit für Fische in allen fließenden Gewässern des Großherzogthums beendet. — Mit dem gleichen Tage beginnt auch die Heegzeit für weibliches Rehwild und dauert bis zum 15. October des nächsten JahreS. -y. Lang-Göns, 17. December. Die hiesige freiwillige Feuerwehr feierte gestern ihr 13. Stiftungsfest. Abends 8*/, Uhr wurden die Gießener Gäste, Mitglieder der beiden freiwilligen Feuerwehren, vom Bahnhof mit Musik abgeholt und nach dem Festlocal geleitet. Nachdem Herr Brückel, erster Hauptmann der Lang Gönser Feuerwehr, dem zweiten Hauptmann Herrn C. Wenzel daS Wort ertheilt, begrüßte dieser die erschienenen Gäste mit einer kurzen Ansprache. Hierauf beleuchtete Redner mit einigen Worten den Zweck und daS Wesen der Lang-Gönser Feuerwehr^ und kam namentlich auf die Gründung derselben zu sprechen. ES sei im Jahre 1880 gewesen, wo die Bewohner von Lang-GönS in immerwährender Angst und Schrecken lebten, indem von bekannter bübischer Hand zahlreiche Brände angelegt wurden. Dieser Umstand hatte die Bewohner bestimmt, eine eigene Feuerwehr zu errichten, um dem verheerenden Elemente künftighin Trotz bieten zu können und zähle daS Corps heute bereits 70 Mitglieder, welche mit freubiger Hingebung sich der guten Sache widmen. Herr Gail, Vertreter der Gießener freiwilligen Feuerwehr, dankte im Namen fämmtlidjer anwesenden Gießener Kameraden für die freundliche Einladung und Ausnahme und überreichte dem ersten Hauptmann der Lang-Gönser Feuerwehr im Auftrage seines Corps eine Anzahl Lieder. Für musikaltsche Unterhaltung sorgte ein Theil der Mitglieder deS Gesangvereins Frohsinn, welcher zu den MitSchiff» nach richten» Der Poftdampser „Pcnn'vlvania" der .Heb Star Vine* in Antwerpen ist laut Telegramm ent 14. December wohlbcbaUen in Philadelphia angenommen. — o. , . e , Der Potidampfer „öaeflümb' der .Red Llar Line' in Antwerpen ist Laut Telegramm am 15. December wohlbehalten in Aew» Dorf angekommen. gliedern der Feuerwehr zählt. Nachdem man sich in kameradschaftlichem Beisammensein genügend unterhalten hatte, trennten sich sämmtliche Festtheilnehmer in später Mitternachts- stunde. Lich, 16. December. Unter Bezugnahme auf die Noti; im „Gießener Anzeiger", daß Herr Gastwirth Hofmann in Bersrod ein Schwein von 488 Pfd. schlachtete, fei hier erwähnt, daß Herr Landwirth Conrad Diehl in Birklar dieser Tage ein solches von 527 Pfund Schlachtgewicht schlachtete. Lanzenhain (bet Herbstein), 15. December. Gestern Abend gegen 12 Uhr wurde in dem durch unseren Ort fließenden Bache, mitten im Orte an einer Brücke, die Leiche der Ehesrau deö Heinrich Ganß von hier vorgefunden. Durch dcn anhaltenden Regen seither war daS Wasser btl an die User getreten. Die unglückliche Frau, die noch gestern Abend einen Besuch machen wollte, war jedensallS in der herrschenden Dunkelheit nicht vorsichtig genug und ist so in ihr Verderben gegangen, indem sie die Brücke verfehlte und von der direct an den Bach anstoßenden Straße inS Wasier fiel. Dieses Ereigniß dürste doch Grund genug sein, auf den OrtSstraßen, die unmittelbar an den Bach grenzen, ein Geländer anzubringen, so daß ähnliche Fälle vermieden werden. Herbstein, 15. December. Der ungebetene Gast, die Influenza, ist seit etwa 14 Tagen bei unS sowohl all auch in der ganzen Umgegend eingekehrt und richtet überall an jeder Thür anpochend Unheil an. Ganze Familien liegen an der tückischen Krankqeit darnieder. Hier in Herbstein sind ca. 300 Personen erkrankt. K. Nidda, 16. December. Der seit dem Ortenberger „Kalten Markt" fehlende Meyer Daub von hier ist vorgestern bei Heldenbergen aus der Nidder gezogen worden. Eine Beraubung beffelben scheint nicht stattgefunden zu haben, da derselbe noch im Besitze seiner Werthsachen war. △ Mainz, 17. December. Nach zweitägiger Verhandlung ist gestern in später Abendstunde vor dem hiesigen Schwurgericht der mehrerwähnte MeineidSproceß gegen den als mehrfachen Millionär geltenden Weinhändler M. H. Arens von hier zu Ende gegangen. Die große Wohlhaben heit des Angeklagten hat, in Verbindung mit verschiedenen Mittheilungen über die Motive, die denselben zu dem Vergehen bewogen, dem Proceffe ein außergewöhnliches Interesse verliehen, weshalb der Andrang zu den zweitägigen Verband- lungen ein ganz coloffaler war. Die thatsächlichen Verhält niffe der Anklage sind kurz folgende: Der im 60. Lebensjahre stehende Arens hat längere Zeit baß Vermögen einer berroitttoeten Schwester verwaltet und ausbewahrt. Nach dem im vorigen Frühjahr erfolgten Ableben der letzteren wurde Arens zum Vormund der Kinder seiner Schwester bestellt, wobei er alsbald vor dem Amtsgericht, wie auch vor einem die Jnventarisirung betreibenden Notar einen Manifestation-eid über die Höhe des Vermögens der Kinder leisten mußte. An beiden Stellen beschwor Aren-, daß da<- Vermögen sich auf 30,000 Mark beziffere. Infolge einer Denunciation eine! Verwandten wurde aber ermittelt, daß das Vermögen der Mündel nicht 30,000 sondern 50,000 Mark beträgt. Nunmehr wurde ArenS in Untersuchung genommen und zwar wegen Ableistung zweier falscher Eide und Hinterziehung von DormundschaftSgeldern. Letztere Anklage wurde indeß alsbald wieder fallen gelaffen, da ArenS seinen Mündeln anderweitig 30,000 Mark verschrieben hatte. Anfänglich jegliche Schuld leugnend, legte Arens nach einiger Zeit ein Geständniß ab, daß die beschworene Dermögensangabe eine falsche sei, er indeß nicht auS Eigennutz gehandelt habe, sondern lediglich nur, um eine Steuerhinterziehung zu verdecken, der sich seine verstorbene Schwester dadurch schuldig gemacht, daß sie Jahre lang ihr steuerpflichtiges Vermögen statt mit 50,000 Mark nur mit 30,000 Mark beclarirte. Im Lause ber Vor Untersuchung zog ArenS bas Gestänbniß theilweise wieder zurück und traten überhaupt Momente ein, bie den Verthei- biger bes Beschulbigten veranlaßten, eine Untersuchung bei GeisteszustanbeS seines Clienten zu beantragen. Neben ben komischsten Geschäftsmanipulationen würben mSbesonbere eine große Anzahl Briefe von ArenS vorgefunben, bie er an ten Großherzog unb alle möglichen Behörben mit ben unsinnigsten Denunciationen unb ben ungereimtesten Anschulbigungen richtete. Noch ein besonderes Steckenpferd von Aren- trat hervor, nämlich, daß er sich überall von Freimaurern verfolgt sah. ArenS wurde hierauf von vier Aerzten auf seinen Geisteszustand untersucht, zu welchem Behuse er aus einige Zeit in die LandeSirrenanstalt nach Heppenheim verbracht wurde. Zwei ber Aerzte, Dr. Schöffer von hier unb Dr. Kratz - Heppenheim, erklärten ben Geisteszustand von ArenS „minberwerthig", inbeß nicht für unzurechnungsfähig, während» bie zwei anberen Aerzte, Prof. Dr. Pellmann in Bern unb Dr. Eichhorn von hier bie Ansicht vertraten, baß bei ArenS erbliche Geisteskrankheit vorhanben, welche bie freie Willensbestimmung beeinflusse. Die ganze, von zwei Anwälten, ben Rechtsanwälten Dr. Lichten unb Dr. Lucius gt' führte Vertheibigung concenrrirte sich naturgemäß auf die ärztlichen Gutachten, wobei inßbefonbere Dr. Licht» mit großem Geschick bie Anschauung beß Prof. Dr. Pellmann für feinen Clienten zur Geltung brachte. Daß Verbiet ber Geschworenen ging schließlich bahin, daß sie Aren- nicht bei wissentlichen, wohl aber beß fahrlässigen Meineibl für schuldig erklärten, woraus ber Gerichtshof eine Gefängnißstraie von sieben Monaten erkannte, die durch die Untersuchungshaft für verbüßt erklärt und ArenS in Freiheit gesetzt wurde. _-------- ------, _ , . *2Ä!> ■■öl w58 gib fier, indissw aibtrn A-MdaS ü •tm Hecensuu •1W -chi «lio oon -M haben, «d4)® für den monfl inchi baden, f m ßnflat; ® T-rtutn. bal 6 setzst toi Ml Mchwerl. De Äidchen x id 5) Äu lirfty, btt ißt bruditn Ma er daran nun ad 6) S l'ludrt' gäbt, cinti Io wucht ad 7i 5 lose fiebema lntpuvvl. habe ad 8 und .Mal-Ude* gi Aklmsenlcn oe ;:aw. ist. Gla bibuid) scharf 'hre Schwer! Seide Ai iSMchm Uäq, nätnlxi tn Argem svrüche gegen vier Wochen ^irlhschastlch NichlbenWchl Gieße Mittwo» ich Lesioalage 1J; *<*■. r ut sleidnschri lisch, 1 1 Säfitnaft Wtwcrf, Mw, 1 ( Mr, eine 4 vlimevvasn 36 8inbt 5 10332 ä: «jjllf * Fs ibtm '* ""fettah? '« $,i,i .Wfri ** °««L: S»*« $*fts ■Ä r in'* 3 Xte* * ”nil6e ms U,- "b «ie«l hin Z Ä««* -i- 11 s°"> ütniltbn **•« Mi, ii, bet Ulis sowohl Glj ‘ unb »'dliit Ami "uze Familien lter in Herbstest HM et. «jäS»*"" . In gut-- P1 dm DMtxlu b hon hier ist 6oi. ,er SWgtn tterbtn. ■WMin jß haben, achen war. °«tatzitzn DniMtz. : ?cx btm stiestgw g(;(r Weinhändler!?, r große WM^- n9 mit btrfdfc ^en zu dem Verzehr, ultcheS Interesse m- zweitägigen Vtihab thatsächlichen -erhält-- Der im 60. f?ebtnö- das VemSgen einer lusbewchl. Nach beider letzteren ward: er Schwester bestell,, , wie auch vor einer 'nen Waniji)tatloBft\' | nöir (dftttt mußte.! W> ' er DenMnaüvn rwi- ß bas Vermögen ter Mark beträgt, fc genommen und pi mb Hinterziehung □ ze wurde indeß ilt einen Mündeln anbn; !. Ansänglich jeglit, ger Zeit ein Gestand, ^ gäbe eine falsche sr habe, sondern ledP wrdeckcn, der sich sm lemacht, daß sie Ml- att mit 50,000 9b! Im Lause der dniß theilweise * ein, bie bin ine UntMung SM"1*" den insbesondere me unben, die er an im den unsinnig^- to Anschuidizwizl- wserd von ArenS ^ n Freimaurern^ r Aerzten «tf,nl!t chiff-r ««" ? iniurfdl®”!’"1' ^vr.P-^ ’"von zw-'' 9 nh vr. Lack« ' en und ur , i>! h naturgema» ° Eingesandt. Gießen, 18. December 1893. Dem Herrn Verfasser des am vorletzten jSonntag aufgeführten Änacters »Die Brüder" scheint die Kritik des „Gießener Anzeiger" über sein Opus furchtbar zu Hirne gestiegen zu fein, wenigstens läßt er in der Freitags-Nummer des „Gießener Tageblatt" eine wuth- schnaubende Philippika los gegen den Recensenten, der es gewagt hat, daS Kind seiner Muse in so freventlicher Weise anzugreisen. Obwohl die Vorwürfe, welche der Verfasser dem Recensenten machen zu müssen glaubt, für den, der das Stück objectio angesehen, überhaupt keiner Widerlegung bedürfen, so mag doch für diejenigen Leser dieses Blattes, welche nickt das „benetdenswerthe Glück" hatten, Zeugen der Ausflüsse der poetischen Ader des Herrn „klein -r* zu sein, « tne Prüfung seiner 20 Sätze auf ihre Richtigkeit und besonders aus ihre Wahrheit — denn der Scharfsinn jenes Herrn „klein -r" verläßt ihn manchmal nach dieser Richtung hin — hterjsolgen, leider müssen wir dabei die total consuse Anordnung des Artikelschreibers im Interesse der Vollständigkeit bestehen lassen : Nun denn ad 1) „Bruno also fei nicht der Mörder seiner Frau." Ja, im gewöhnlichen Leben nennt man einen Menschen, der einen anderen tobt schießt, Mörder, und wie dies Wort hier zu verstehen war, ergab sich aus der vorausgegangenen Wiedergabe des Inhaltes des Stücke» klipp und klar, wenigstens für andere Sterbliche. Der Herr Verfasser scheint indessen offenbar in seinen Musestunden juristischen Studien nbgelegen zu haben, deren Früchte er hier vorzusühren gedachte, indem er uns mehr ober minber eine Interpretation des $ 211 des St. G. B. abverlangte. ad 2) „Bruno wolle nicht für fein Opfer beten, sondern an Mathildens Lager einfach — beten": Der Herr Verfasser würde dem Recensenten einen Gefallen erwiesen haben, wenn er ihm ver- rathen hätte, für wen Bruno an der Leiche seiner Gattin betet, aber es scheint jetzt, daß ihm selbst dies etwas schleierhaft geblieben ist. ad 3) Wer sich „kriegen soll", fragt der Herr Verfasser? Er geht also von der naiven Ansicht aus, die man übrigens sonst bei Backfischen häufig findet, daß nur die Stücke einen befriedigenden Schluß haben, indem „sie sich kriegen". ad 4) Da wir in unserem deutschen Wörterbuck eine Erklärung für den monströsen Ausdruck „Tendenzverpfefferung" vergeblich gesucht haben, so bedauern wir, hier keine genügende Antwort geben zu können; würde indessen der Herr Verfasser mit feiner Phrase meinen, da« Stuck solle keine Tendenz haben, so schlägt er sich damit selbst ins Gesicht, denn er schrieb doch in einer Reclame für fein Machwerk: Der Autor tritt „energisch" ein für jene gefallenen Mädchen ?c. ad 5) Auch den Ausdruck „Mucker" hat, wenn uns nicht alles täuscht, der Verfasser selbst in einem ähnlichen, allerdings nicht gedruckten Aufsatz geschrieben, vielleicht fällt es ihm wieder ein, wenn er daran erinnert wird. ad 6) Die Frage, ob es auch „angenehme, nicht heuchlerische Mucker" gäbe, ist ein recht armseliger Witz, den wir dem Verfasser eines so wuchtigen Schauspiels nicht zugetraut hätten. ad 7) Die Stelle, an der sich „der vor Jahren gewissenlose Lebemann Bruno" als „gefesteter Eharacter" deutlich entpuppt, haben wir im Stücke vergeblich gesucht. ad 8 und 9) Wenn dem Herrn Verfasser die Darstellung der ^.Mathilde" gefallen hat, so ist eben sein Geschmack von dem des Recensenten verschieden, eine Eigenschaft, worüber ihm letzterer nicht gram ist. Glaubt er aber weiter eigentlich selbst, eine Person sei dadurch scharf characteristrt, daß — man beachte die Stilblüthe — ihre Schwermuth von Kirchhof und Allerseelen phanta- firt?! oder etwa dadurch, daß sie ihrem Gatten ein Geständniß machen will, von dessen Fornfder Beschauer absolut kein Ahnung hat? ad 10 und 11) Der Recensent wird sich bet der Wahl seiner Worte doch wohl nicht erst die hochwohllöbliche Genehmigung des Herrn „klein -r* einholen müssen. Wenn indessen der Herr Verfasser selbst an feiner „poetischen Erfindung?- und Gestaltungsgabe" zweifeln fottte, so rathen wir ihm, seine schriftstellerische Laufbahn in aller Stille abzuschließen. ad 12) Wenn der Herr „klein -r" in den Ausdrücken: „es fehlt ihm zum wirksamen Bühnenschriststeller noch manches," und „Das Stück krankt an mehreren schweren liebeln" einen inneren Widerspruch findet, fo zeigt er damit, daß ihm ein gütiges Geschick eine Spürnase verliehen hat, um die ihn manch anderes Geschöpf sehr beneiden könnte. ad 13. Daß der Dichter uns darüber belehren soll, daß es Dirnen ,c. gtebt, hat fein Mensch, am wenigsten der Recensent, verlangt. ad 14. Ebenso hat der Recensent niemals behauptet, Jakob wäre wegen seines unsympathischen Eharakters weniger scharf gezeichnet, sondern das gerade Gegenthetl hiervon. Indessen zeugt eben dieser Satz, sowie das folgende „drastische Beispiel" von dem schon erwähnten Scharfsinn des Verfassers, denn die Worte „keine Charaktere" kommen in der angeführten Besprechung von Ibsens „Gespenster" überhaupt nickt vor. Der ganze dort ausgesprochene Gedanke scheint Herrn —r absolut unverständlich geblieben zu sein. ad 15. Der Recensent erkühnt sich, abweichend von dem Herrn Verfasser, die Ansicht zu haben, daß eine unnatürlich charakteri- firte Figur eben schlecht charakterisirt ist. Vielleicht sind andere derselben Meinung. ad 16. Daß der Verfasser Sudermann erreichen „will", hat der Recensent wiederum mit keiner Silbe gesagt! Das genügt! ad 17. Den Zweck einer Recension hat der Herr Verfasser ziemlich unglücklich, nämlich nur halb erkannt. Vielleicht gestattet er, daß der Recensent des „Gießener Anzeiger" manchmal sich die Freiheit nimmt, neben dem „begründen" auch die Leistungen der Schauspieler zu kritisiren, und dabei werden Ausdrücke, wie „allzu montrtrt", „recht tüchtig", „läßt zu wünschen übrig" rc. schon erklärlich fein, für andere natürlich. Indessen muß die Schule, die der Herr Verfasser besuchte, etwas eigner Natur gewesen sein, wenn er solche „altfränkischen Magisternoten" erhielt, auch der deutschen Grammatik scheint er dort keine besondere Beachtung geschenkt zu haben, sonst würde er doch wohl nicht Wendungen, wie „nicht » etwa" rc. für Prädikate von Leistungen ansehen. Ja, ja, das kleine —r war eben arg wüthend auf das große Z. ad 18. Herr —r glaubt in der bösen Kritik auch eine Stilblüthe gefunden zu haben und ist darüber, wie er sagt, „entzückt". Allerdings ist diese wichtige Entdeckung nur für ihn von Werth. Die übrigen Leser des „Gießener Anzeiger" haben keinen Theil daran. Wir lassen den betr. Satz hier nochmals wörtlich folge», das wird genügen. Er heißt: „Was er (der Autor) gewollt, läßt sich höchstens ahnen, nämlich (für Herrn —r setzen wir hinzu: so. er wollte) ein» treten für jene gefallenen Mädchen; u. s. w." ad 19. Der Diel umstrittene „dreimalige Hervorruf der Schau- ' spteler" ging größtentheils von dem Publikum der linken Gallerte aus, das meist aus halbwüchsigen Jungen bestand; wenn dem Autor mit i deren Beifall gedient ist, bann hätte er gut daran gethan, sich auch 1 seinen Recensenten dort zu suchen, vielleicht würde er mit dem mehr ; Glück gehabt haben. ad 20. Der Einwand, welchen der Artikelschreiber gegen das Wort „außerdem" macht, ist zu schülerhaft, als daß man ihn ernst nehmen könnte, und daß im Interesse bet Kürze bes Ausbrucks bie Posse „5201 «X 25 mit dem anderen aufgeführten Lustspielcherr „Die Frau Kafieewinhin" ebenfalls als solches bezeichnet wurde, ist unseres Erachtens nicht der größte Fehler, den die Welt gesehen Der einigermaßen Ltteraturkundige erkannte aus der Deminuttvsorm, was von den Stückchen zu halten fei. Die artigen Complimentc, mit welchen der tiesgekränklc Verfasser den Schluß seines Artikelchens würzt, bedauert der Recensent des „Gießener Anzeiger" aus Anstand nicht erwidern zu können. Er wünscht Herrn — r viel Glück zu seiner ferneren literarischen Thätigkett und schließt seinerseits die Discussion über diesen Gegenstand, der ihm wirklich nicht mehr Worte werth zu sein scheint. Sollten dem Verfasser des Stückchens indessen noch weitere Auslassungen belieben, fo wirb bet Recensent seinen Trost barüber in ben Versen Lessings finden, bie er einst auf einen Dichter über besten Werke schrieb: Er macht damit--- Unnachzuahmend lächerlich. Und wen denn? Welche Frage? Sich. Z. Land- nnd Volk-wirth schäft. Grünberg, 16. December. Fruchtpreise. Weizen JL 14 60r Korn JL 14,00, Gerste JC 12.50, Hafer X 16,10, Erbsen JL 00,00, Linsen 00,00, Wicken JL 00,00, Lein JL 00,00, Kartoffeln JL 00,00, Samen JL 00,00. AirchttcheAnzergen der evang. Gemeinde. Bibelstunde am Montag den 18. December, Abends 8 Uhr, im Confirmandensaale der JobanneSkirche: Markus Cap. 9, von Vers 30 an: Leidens sinn und Kindessinn zur Weihnachtsfeier. Pfarrer Dr. Naumann. Gottesdienst zur Christbescheeruna der Kleinkinber- Bewahranstalt am Mittwoch ben 20. December, Nachmittags 5 Uhr, in ber Stabtkirche- Pfarrer Dr. Naumann. 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Johann Martin Kronbauer Den Freunden und Bekannten des Entschlafenen widmet diese Trauernachricht mit der Bitte um stilles Beileid Im Namen der Familie Kronbauer: •Johann Wilhelm <*eiger, Realgyinnasiallehrer. Wir erfüllen hiermit die schmerzliche Pflicht, die Freunde unseres Vereins von dem Hinscheiden unseres Gründers und langjährigen Dirigenten Herrn Rechnungsrath i. P. Johann Martin Kronbauer geziemend in Kenntniss zu setzen. Kronbauer’scher Quartett-Verein. Giessen, den 18. December 1893. ----- 10„, ' 1vöOI 10329 Neuenweg 22. nachtSbescheerung so wohlwollend über Blumenspenden dankend abgelehnt. [10340 herzlichen Dank allen denen, die auch in diesem Jahre unsere Bestrebungen unterstützt haben, sei es durch Gaben an Ctgarrenabschnitten, fei es durch Gaben an Geld. Wir danken insbesondere Herrn Direclor Dr. Land- mann für Hergabe des Locals, den Schriftleitern der hiesigen Blätter für die unentgeltliche Aufnahme unserer Anzeigen, Frau Emil Kalb fleisch für die wie seit Jahren so auch heuer wieder erfolgte unentgell- liche Anfertigung der Mädchenkleider und der Bürgergescllschaft und ihrem Dirigenten Trautmann für die abermalige gütige gesangliche Mit« Wirkung bei der Bescheerung. Möge alles dieses Wohlwollen auch in Zukunft dem Verein,und seinen Bestrebungen erhalten bleiben. Der Vorstand deS Vereins Jugendfreund. I das von meinem Obe» hessische Gesellschaft für Natur- u. Heilkunde. Sitzung: Mittwoch 20. Decbr., AbendS 6 Uhr, 4n der kleinen Aula: Vortrag des Herrn Prof Dr. Sievers: „Der untere Orinoko". ftebtetüm. A. Scheyda. — Druck und $ erleg der Brühl'schen Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) tu Metzen Die heutige Nummer umfaftt 8 teilte. reichten Geschenke sagen dem Vorstand dieses Vereins besten Dank. Lämmtliche Beschenkte. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, dass unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Juliane Hellwig, geb. Vogt, heute Nachmittag um dreiein viertel Uhr im 66. Lebensjahre nach kurzem Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hellwig, Grossh. Landgerichtsrath. Giessen, den 17. December 1893, Die Beerdigung findet Dienstag den 19. December, Nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Ludwigsstrasse Nr. 42, aus statt. ' 10341 Zither »Club in seiner gestrigen Weih- tabakddose am vergangenen ^.amsiag - • ■ - Abend im „Hess Hoi" wird ersucht, die, selbe bi» Morgen Abend inrückzuerstatten. andernfalls Anzeige erhöhen wirb fortführe. Zudem ich bitte, daS seitherige Vertrauen aus mich zu übertragen, zeichne Hochachtungsvoll Irau Louis Rothenberger Tostes-Anzeige. Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche DKtthci- lung, daß unsere liebe Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerin Irau Katharine Hahn Wwe. geb. Scharfenstein nach langem Leiden heute Morgen 5*/, Uhr sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Wilhelm Hahn, Heinrich Hahn. Gießen, den 18. December 1893. Die Beerdigung findet Mittwoch den 20. December, Nachmit tags 2*/j Uhr, vom Trauerhause, Mühlgasse 14, aus statt. Ztärksse Wiumqnrllk der Wklt ist der eahfthlirftr vonifactuddrunnen. Größter Heilerfolg gegen Gicht-, Nieren- und Blaien» leiden, Harngrieß, Nieren-, Blasen- und Gallensteine, Rheumatismen, Magen- und Leberleiden, Hämorrhoiden, Verstopfung rc. Gebrauchsanweisung, Analysen und Brunnenoersand durch die Brannen-Verwaltung In «*l|f*lirf, sowie durch alle Mineralwasserhandlungen und Apotheken. NB. Das im Handel vorkommend« angebliche Sol,schliefe* Sali ist nur künstliche» wrrtbloseS chabrikat; aut den hiefigen Quellen werden keine Salze bereitet._______l^7 10348] ^"ür die unS von dem verein 10342] Der Mitnehmer der Schnupf- Entlaufen ein schwärzlich-grauer Dachshund mit grauer MaSke und grauen Läufen, Halsband an. Abzugeben Bürgermeisterei Lich. Vor Ankauf wird gewarnt, f 10330 Per 1. April 1894 wird eine schöne Wohnung von 6 bis 7 Zimmern gesucht, Nähe der Süd- aniage bevorzugt. [10335 Off- u. G. W. 20 an die Expcd. d Bl. 10174j Köchinnen u. Mädchen f. ÄÜcbt il Haus finden vor u. nach Weibn sehr gute Stell, d. Fr Hüttenberger, Selters- weg, i. d. «affe b. H' n. Metzger Schreiner. 103341 Cr-n Lehrer sucht zwei uu- * ■■■ mövlirte Zimmer (am liebsten in der garantirt sranzSstscker Beischnltt. per Literflasche X 2.—, sowie tranrösieche 6e» neuen KnabenschulbauseS). Cognac* unter Originaloerschlutz in verschiedenen Preislagen 7661 Offerten unter 0. G. an die Exocd E. 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