1893 Mittwoch dm 19. Juli M 167 Der Gtetzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AnmtttenvrLtter »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal tzeigelegt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger. Bierteljähriger AvonnementspreiLt 2 Mark 20 Pfg. mit Brinaerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schulstraße Wr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt fiir den Aveis Gietzen Gratisbeilage: Gießener Iamitienökätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für dm folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmm Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. v. Maltzahn aus dem Staatsdienste ausscheide und durch den gegenwärtig in den Reichslanden als Unterstaatssecretär der Finanzen fungirenden Herrn v. Schraut ersetzt werde. Berlin, 17.Juli. Der „Post" zufolge hat der Kaiser den Frhn. v. Stumm nicht im Reichstagsgebäude, sondern bei seiner Abreise am Potsdamer Bahnhof längere Zeit ge- sprachen. Die Ordensverleihung an Frhr. v. Stumm ist schon am 14. Juli in einem huldvollen Telegramm erfolgt. Die Blättermeldung, Stumm sei zum Major befördert worden, ist unrichtig, dies ist bereits gelegentlich des Ständefestes in Düsseldorf im Jahre 1891 geschehen. Berlin, 17. Juli. Der Reichskanzler hat sich grundsätzlich dahin ausgesprochen, daß Offizier stellen bei den deutschen Schutztruppen in Afrika künftig nur noch mit Offizieren des stehenden Heeres, welche sich freiwillig melden, besetzt werden. Die Dauer der Versetzung zur Schutztruppe ist zunächst auf drei Jahre berechnet. Die Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika soll neuerdings um 100 Mann verstärkt werden. . Trier, 17. Juli. Vom Ausschuß der Rheinprovinz wurden zwei Millionen als Darlehen wegen der herrschenden Futternoth bewilligt. r or „ , Leipzig, 17. Juli. Es erregt hier großes Aufsehen, daß Prinz Max von Sachsen, ein Neffe des sächsischen Königs, welcher plötzlich den Militärdienst aufgab und wissen- schaftlicher Studien halber nach Eichstätt in Bayern reisen wollte, von seiner Garnison Oschatz ohne jede Begleitung nach Eichstätt gereist und in ein Kloster ein getreten ist. In unterrichteten Kreisen wird der Entschluß des Prinzen auf den mächtigen Einfluß des Bischofs Wahl in Dresden zuruck- 9e^,[)ßonbou, 17. Juli. Der „Daily Telegraph" sagt zu der Bewilligung der Militärvorlage, Frankreich werde ferne Armee in derselben Weise verstärken rote Deutschland. , , London, 17. Juli. In hiesigen Hofkreisen sind vielfach die Aufmerksamkeiten des Czarewitsch gegen seine Cousine, die Prinzessin Victoria von Wales, nicht unbemerkt geblieben. Es heißt, daß die der eventuellen Verlobung im Wege stehenden religiösen Bedenken leicht mit der Einwilligung der Königin beseitigt werden könnten. Rom, 18. Juli. Bei dem Abbrennen eines Feuerwerks, welches gelegentlich eines religiösen Festes stattfand, wurden vier Personen getödtet und sieben schwer verwundet. Ausland. Wien, 15. Juli. Dem „Fremdenblatt" zufolge ist zwischen der österreichischen und der ungarischen Regierung wegen Erlasses eines Futter-Ausfuhrverbots noch keine Einigung erzielt worden. Die Veröffentlichung des Verbotes, welche für morgen in Aussicht genommen war, mußte deßhalb für einige Tage verschoben werden. Kaisers in und bei Metz bei den diesjährigen großen Manö- vern sind nun nähere Dispositionen getroffen. Der Kaiser trifft am 3. September ein, nimmt mit kleinem Gefolge in dem wenig geräumigen Schlosse Urville Wohnung und bleibt bis zum 9., an welchem Tage die Abfahrt nach Straßburg erfolgt. Der Kronprinz von Italien nimmt im Bezirks- Präsidium Wohnung, wo auch Prinz Albrecht wohnen soll. Der König von Sachsen wohnt im Gouvernement, für den Prinzen Georg von Sachsen ist Wohnung beim Oberbürger, meister, für den voraussichtlich auch eintreffenden Prinzen Carl von Schweden beim Oberpostdirector in Aussicht genommen. Prinz Leopold von Bayern soll bei dem Com- mandeur der 10. bayerischen Brigade wohnen. Während der Anwesenheit des Kaisers finden im allgemeinen Militärcasino zwei große Mittagstafeln statt. Der Marstall des Kaisers bleibt in Metz. Der Großherzog von Baden hat im Hotel de l'Europe Wohnung bestellt, wo auch ein größerer Theil der auswärtigen Missionen wohnen wird. — Der Reichstag ist zwölf Tage versammelt gewesen und hat acht Plenarsitzungen abgehalten. In dieser Zeit haben 28 Sitzungen der Abtheilungen stattgesunden und sechs Commissionssitzungen. Von den verbündeten Regierungen sind drei Vorlagen eingebracht worden, welche unverändert die Genehmigung des Reichstags gefunden haben. Ein Bericht der Reichsschuldencommission ist unerledigt geblieben. Die Commissionen haben zwei mündliche Berichte erstattet. Aus dem Reichstage sind 18 Anträge von Mitgliedern des Reichstages, worunter sieben Gesetzentwürfe, eingebracht. Davon haben fünf schleunige Anträge die Annahme des Reichstages gefunden. Die übrigen 13 Anträge bleiben unerledigt. Zwei Interpellationen sind beantwortet und besprochen worden. In der kurzen Zett, wo der Reichstag getagt hat, sind nicht weniger als 5236 Petitionen aus dem Reiche eingegangen, wovon fünf Petitionen, welche die Militärvorlage, resp. den Nachtragsetat betroffen haben, ihre Erledigung durch dte Beschlüffe des Reichstages gefunden haben. 5231 Petittonen bleiben unerledigt und werden den Petenten mit einer entsprechenden Mittheilung des Directors zurückgegeben werden. roeoto und provinzielles. Gießen, 18. Juli 1893. * * Meyder Concert. Das gestrige in „Sreins Saalbau" stattgehabte Concert dieser berühmten Capelle brachte wieder ein sehr gewähltes Programm zu Gehör und rechtfertigte durch das Gebotene den altbewährten Ruf, den diese vorzügliche Capelle von jeher besessen. * * Auf das heute Abend stattfindende zweite Abonnements- Concert des Kruse'schen Streichquartetts im „ConcerthauS Lahnstein" sei an dieser Stelle nochmals aufmerksam gemacht. * * Rudersport. Neue großartige Siege errang unsere Ruder-Gesellschaft auf der K ö l n e r Regatta am 16. Juli. Der „Meister vom Rhein", Herr Albert Rübsamen, bewies im „Ersten Einser" seine Meisterschaft in hervorragender Weise, indem er seinen Gegner, Herrn Dr. med. Brockhoff vom Bonner Ruder-Verein, nach scharfem Kampfe, durch einen Aufsehen erregenden Tribunenspurt, einfach davonzog und den prächtigen Pokal, Ehrenpreis des Herrn Dr. Patton in Köln, für seine Gesellschaft errang. — Im Vierer-Rennen, dessen Ausgang mit großer Spannung entgegengesehen wurde und für welches die Senior-Mannschaft der Amsterdamer Roet- en Zeilvereeniging „de Amstel“ fast allgemein als Favorit galt, siegte die aus den Herren A. Rübsamen, A. Wittich, A. Oßmann, W. Lyncker und E. Silbereisen (Steuer), bestehende Gießener Mannschaft nach schärfstem Kampfe mit einigen Bootslängen. Der schöne, ruhige Durchzug der wackeren Gießener Mannschaft an der Spitze des Rennens fand allseitige Anerkennung und bot den Zuschauern zusammen mit den scharf um den zweiten Platz kämpfenden Amsterdamer und Wormser Mannschaften eines der schönsten und interessantesten Rennen des Tages. — Hoffentlich bieten diese neuen Siege unseren Ruderern auch einen neuen Ansporn zu ruhigem, zielbewußtem Weiterstreben in bet Ausübung des edlen Rudersportes, dann können dieselben dem Ausgang der in diesem Jahre besonders stark von ersten auswärtigen Mannschaften bestrittenen Wettkämpfe auf der demnächstigen Gießener Regatta entgegensehen. neucfte Nachrichten. Wolffs telegraphische« Correspondenz-Bureau. Berlin, 17. Juli. Gegenüber der Behauptung der Opposition, die Regierung habe nur einen kleinen Sieg in der Militärvorlage errungen, führt die „Nordd. Allg. Ztg." aus, daß der Steg im Gegentheil ein großer gewesen fei; mit der Annahme der Verstärkung der Wehrkraft sei das Bestreben der Regierung gekrönt, die Sicherheit und Selbstständigkeit Deutschlands zu verbürgen. Es sei zu bedenken, daß über die Frage, von welcher die Existenz Deutschlands abhänge, Welfen, Elsässer und Socialdemokraten mit entschieden, die ausgesprochenermaßen das Reick negirten. Der Reichstag habe ein Recht auf den Dank der Ration; die Regierung nehme für sich nur das befriedigende Bewußtsein in Anspruch, Kaiser und Reich gut gedient zu haben. Hamburg, 17. Juli. Der Moorbrand des Lent- föhrdener Moores ist glücklich gedämpft. Die ganze Brandstätte wurde durch breite, tiefe Gräben von der bedrohten Umgebung abgegrenzt. Die von Altona dorthin gesandten beiden Bataillone Infanterie kehrten Samstag Abend zurück. — Großartige Seeschießübungen zweier Compagnien der vierten Matrosendivision bei Fort Grimmerhörn und Kugelbaake finden in der Zeit vom 24. Juli bis Mitte August statt. In Cuxhaven sind umfassendste Absperrungen angeordnet. Paris, 17. Juli. Die Akademie der Wistenschaften wählte den Physiologen Professor Ludwig in Leipzig zum cor- respondtrenden Mitgliede. Malta, 17. Juli. Das Kriegsgericht, welches über den Capitän Bourke und die anderen überlebenden Offiziere des Kriegsschiffes „Victoria" abzuurtheilen hat, ist heute Vormittag an Bord des Kriegsschiffes „Hibernia" unter dem Vorsitz des Admiral Culme-Seymour zusammengetreten. Depeschen de- Sune« .Herold' Berlin, 17. Juli. Von zuverlässiger Seite wird gemeldet, daß der Staatssecretär des Reichsschatzamts Frhr. Theil. Bekanntmachung, betreffend die Maul- und Klauenseuche. Zu Heuchelheim, Kreis Büdingen, ist die Maul- und Klauenseuche festaestellt worden. Gießen, den 15. Juli 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend Schonzeit des Dachses. Nachdem mehrfach Klagen über den durch Dachse verursachten Wüdschaden laut geworden sind, heben wir die Schonzeit des Dachses im Kreise Gießen für die Monate Juli, August und September hiermit auf. Gießen, den 17. Juli 1893. GroßherzoglicheS Kreisamt Gießen, v. G a g e r n. Deutsches Reich. Darmstadt, 18. Juli. Seine Königliche Hoheit der Großherzog sind, von England kommend, gestern Nachmittag 6 Uhr 10 Min. in Langen eingetroffen und von dort sogleich nach Jagdschloß Wolfsgarten weitergefahren. Berlin, 17. Juli. Mit der definitiven Annahme der Militärvorlage durch 205 gegen 185 Stimmen hat der neue Reichstag am vergangenen Samstag seine erstmalige, nur kurze, aber um so bedeutungsvollere Thätigkeit beschlossen. Angesichts der vollendeten Thatsache der Genehmigung der von den verbündeten Regierungen erstrebten Heeresreform seitens der jetzigen Volksvertretung kann man die Frage, ob dieses Ergebniß vielleicht nicht schon im vorigen Reichstage bei einer geschickteren Taktik der Reichsregierung zu erreichen gewesen wäre, wohl auf sich beruhen lassen, solche Erörterungen hätten mindestens keinen Zweck mehr. Jedenfalls ist durch das Votum des neuen Reichstags in der Militärfrage die so lange schwebende innere politische Krisis beendigt und hiermit die weitgreifende Unsicherheit beseitigt, welche in Deutschland nicht nur in politischer Beziehung, sondern auch in geschäftlicher Hinsicht, im gesammten Handel und Wandel durch das bislang schwankend gewesene Schicksal der Militärvorlage hervorgerufen worden war. Zetzt zieht wieder Beruhigung in die Gemüther ein und erst die nächste Wintersession des Reichstages, in der es sich um die wichtige Entscheidung über die geeignetste Deckung der durch das jetzt beschlossene Heeresgesetz erwachsenden Kosten handeln wird, dürste eine neue Periode voll lebhafter politischer Erregungen tin0— Noch am Tage des Reichstagsschlusses hat Kaiser Wilhelm Berlin verlassen, um seine projectirte Erholungsfahrt in die Ostsee anzutretcn, welche diesmal dem erlauchten Monarchen zum Ersatz für die heuer definitiv aufgegebene norwegische Reise dienen soll. Am Montag gedachte der Kaiser, begleitet von seiner hohen Gemahlin, an Bord der Yacht „Hohenzollern" von Kiel aus in See zu gehen. Die Rückkehr der Majestäten von diesen Ostseesahrten, deren äußerstes Ziel die Stadt Gothenburg in Schweden ist, nach Kiel findet am 25. Juli statt, alsdann begibt sich das Katser- paar noch auf eine Woche nach England. — Der Reichskanzler Graf Caprivi wird zur Zeit wieder von seiner Venenentzündung geplagt, weßhalb ihm ärztlicherseits die größte Enthaltsamkeit im Gehen anempfohlen worden. Sobald das Leiden etwas nachgelassen haben wird, beabsichtigt Graf Caprivi einen mehrwöchigen Urlaub an- jutreun.^e voriger Woche im Wahlkreise Hofgeismar- Rinteln stattgefundene Nachwahl zum Reichstage hat eine Stichwahl zwischen dem Candidaten der Conservativen und des Bundes drr Landwnthe, v. Buttlar, auf welchen 4854 Stimmen fielen, und dem Anttsemiten Dr. König, welcher 4232 Stimmen erhielt, nöthig gemacht. Auf den nationalliberalen Candidaten Dr. Endemann entfielen 2211, auf den Socialdemokraten Marcus 1745 Stimmen. Der AuSgang dieser Stichwahl erscheint noch sehr ungewiß. Berlin, 17. ^uli. Von den Matrikularbeiträgen zur Deckung der Militärvorlage entfallen auf Preußen 14,074,000, Bayern 2,628,000, Sachsen 1,645,000, Württemberg 956,000, Baden 778,000, Hessen 466,000, Mecklenburg - Schwerin 271,000, Braunschweig 189,000, Altenburg 166.000, Elsaß-Lothringen 753,000 Mk. Berlin, 17. Juli. Zu den Kaisermanövern in Elsaß - Lothringen. Bezüglich des Aufenthaltes des Zn «merifa Verstorbene Hesteu. New-York City, R. i). Peter Stark, aus Dalsheim; Adam Berberich, 33 Jahre alt, aus Fürth; Catharina Krell, geb. Becker, 80 Jahre alt, auS Enzheim, Kreis Büdingen- Ferdinand Stein, 54 Jahre alt, aus Darmstadt. San Antoni, TexaS: Theodor Schleuning, 69Jahre alt, aus Darmstadt. Philadelphia, Pa.: John Shämcr, 39 Jahre alt, auS WingertShausen, Kreis Schotten. □ Aus Qberhesieu, 17. Juli. Seit dem Umschwung der Wetterlage, der sich als ein dauernder zu erweisen scheint und der endlich der unheilvollen Trockenung ein Ende gemacht hat, find die Pflanzen, worunter namentlich die Obft- bäume, fast gänzlich von einer leidigen Plage, den Blattläusen, befreit worden. In Millionen und Myriaden bedeckten sie Obst- und Spalierbäume, Sträucher und Shäuter. Die Trockenung schien ihrer Vermehrung, wie überhaupt dem Auftreten aller schädlichen Jnsecten, besonders günstig zu sein. Ihre ungeheure Menge erklärt sich daraus, daß eine einzige Blattlaus in der fünften Generation es bis zu einer Million Nachkommen bringen kann. Trotz ihres massenhaften Auftretens blieb doch die Größe ihres angerichteten Schadens bei den Obstbäumen hinter dem in anderen Jahrgängen bemerkten zurück. Dies erklärt sich daraus, daß sie sonst schon in der Entwickelungsperiode der Blattbildung erschienen, während sie jetzt erst nach dieser auftreten. Mit dem Verschwinden der Blattläuse, abgerechnet ihres noch einzelnen Vorkommens, hat aber auch ein anderes wunderbares Naturprodukt, der Honigthau, gänzlich ausgehört. In einer solchen Menge haben wir denselben noch niemals bemerkt. Nicht nur die Blätter der Bäume waren vollständig davon lackiert, er tropfte auch von diesen herab und überzog Pflaster und lose Steine wie mit Firniß. Dieses Aufhören des Honig- thaueS mit dem gleichzeitigen Verschwinden der Blattläuse scheint die Theorie von der Entstehung des ersteren zu bestätigen, wonach derselbe durch den Stich der Blattläuse hervorgerufen wird. Nach einer anderen Theorie soll der Honigihau einem anderen Vorgang seine Erzeugung verdanken. Wenn nämlich nach anhaltender warmer Witterung die Blätter voller Saft sind und sich, durch plötzlich sinkende Temperatur beeinflußt, rasch zusammenziehen, so können die übervollen Zellen, die jetzt schrumpfen, den ganzen Inhalt nicht mehr fasten, und ein Theil desselben tritt als Honigthau an die Oberfläche. Dieser Annahme fehlen ebenfalls die Gründe nicht, wie Auftreten deS HonigthaueS nur nach bedeutend und rasch zurückgegangener Temperatur und Fehlen desselben in Jahrgängen, in denen trotzdem die Blattläuse sehr zahlreich vorhanden waren. V. AuS dem nordöstlichen VogelSberge, 16. Juli. Von den Antisemiten, welche sich jetzt „Reformpartei" nennen, kann man lernen, wie gewirkt werden muß, damit Erfolge erzielt werden. In der Nr. 625 des „Reichsheroldes" vom 14. d. MtS. arbeiten sie bereits mit aller Energie für die hessischen Landtagswahlen, die demnächst stattfinden sollen und gleichzeitig für die Nachwahl im 3. hessischen Reichstagswahlbezirk. Hier wird der Maler Bindewald aufgestellt, der natürlich von Landwirthschaft und ländlichen Verhältnisten herzlich wenig versteht. Warum thut man bei uns nichts für die Landtagswahlen? Gemllthsruhig sitzen unsere Parteimitglieder auf der Ofen- und Bterbank, lassen sich daS Beste von den Antisemiten sivo Reformparteilern wegschnappen, ziehen die Schnuddelkappe über die Ohren — und denken „goar naut?" wie der gewesene Heuchelheimer Bürgermeister. Hat nicht etwas Aehnliches einmal vor Jahresfrist im „Gießener Anzeiger" gestanden? Haben wir nicht alle Ursache unS kräftig zu rühren! Warum geschieht denn nichts? Auch mit ihrer Firma und ihrem Aushängeschild machen die Antisemiten als Schlaumeier rechtsum Kehrt, weil sie sehen, daß die alte Firma etwas anrüchig geworden ist. In der oben angeführten Nr. 625 kommt nämlich folgende Briefkasten- Notiz vor: „Antisemitische Wähler! Sie irren. Nicht der Name, sondern die Leistung der Partei ist maßgebend. Wenn die deutsche Reformpartri sich bewährt, so wird daS Volk ihr jedenfalls mit noch weit mehr Zuneigung entgegenkommen, als einem allgemeinen Antisemitismus, unter dem sich Jeder etwas Anderes denken kann. Als Reformpartei können wir die Juden weit wirksamer bekämpfen." — Die Herren sind jedenfalls politisch, denn der graste Antisemitismus hat faktisch abgewirthschaftet. Wie wäre eS, wenn die nationalliberale Partei sich durch neue Principien und eine neue Firma verjüngen wollte, es würde von vielen Parteimitgliedern lebhaft begrüßt werden. r. Friedberg. 15. Juli. Nach längerer Pause hielt die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde zu Gießen her wieder einmal eine Hauptversammlung ab. Um 7,5 Uhr wurde die Sitzung unter starker Detheiligung im Turnsaal deS Lehrerseminars vom ersten Director, Herrn Dr. Rausch, eröffnet. Nach kurzen geschäftlichen Mittheilungen wurde der neue Vorstand gewählt und dann begann Herr Dr. Ihne seinen Vortrag über neue Schulwandtafeln für Botanik und Zoologie und ihre pädagogische und wiffenschaftliche Bedeutung. Eine große Anzahl verschiedener Tafeln auS verschiedenen Unternehmen war aufgehängt und wurde unter einander verglichen. Darauf sprach Herr LandwirthschaftSlehrer Reichelt über Bereitung der Obstweine und ihre Bestandtheile. Er führte dabei eine große Anzahl von Analysen an, die aber auch keine bestimmten Anhaltspunkte für die Behandlung der Obstweine darbieten können. Herr Geheimrath Prof. Or. Streng zeigte darauf eine größere Anzahl von Photographien auS dem amerikanischen Nationalpark am Yellowstone River vor und besprach dieselben. Die Geysirteiche setzen theilS kohlensaurcn Kalk, theilS amorphe Kieselsäure ab und haben eine Temperatur von etwa 70 Grad. Redner gab daraus in kurzen Zügen die Erklärung, die Bunsen für die heißen Springquellen auf Island gesunden hat. Nach kurzer Besprechung der wunderbaren Erscheinung sprach Herr Realgymnasiallehrer Geiger über Wetterprognose. Im Alterthum war daS Wetter nur Ausfluß des SSlterwillens, später der Dämunen und Hexen. Der Aberglaube in der Witterungskunde hat sich bis in die neuesie Zeit erhalten. Der Mond hat in Wirklichkeit nur sehr geringen Einfluß aus d°S Wetter; die F-lb'schen tritt, scheu Tage sind ohne allen wtffenfchaftlichen Werth, wie für Europa und Amerika durch sehr zahlreiche Beweis- nachge- wiesen ist. Die Sonnenflecken müffen der Hauptsache nach ebensowenig als von Einfluß auf das Wetter betrachtet werden. Der hundertjährige Kalender hat gar keine wiffenschaftliche Grundlage. Bauern- und Wetterregeln sind schon im Alterthum bekannt und meistens auS der Dichrerphantasie hervorgegangen. Mit Erfindung des Barometers wurde dieses auch Wetterglas. Für die barometrischen Mimma, die sich vorwärts bewegen, werden 5 bis 6 Hauptzugstraßen in Europa unterschieden. Nach Erklärung der Isobaren und deS Gradienten wandte sich Redner zu der Thätigkeit der deutschen Seewarte, welche die Ouelle der täglichen Wetter« Voraussagungen sei. Redner ging auf ihre Einrichtung genauer ein und wie die Wettertelegramme zusammengestellt und bearbeitet werden. Der atlantische Ocean bestimmt für Europa das Wetter. Es fehlen aber noch viele Beobachtungsstationen. Die Zahl der Treffer bei den Prognosen wächst aber fortwährend, ein Zeichen, daß man jetzt auf einem richtigeren Wege der Wettervoraussage ist wie früher. Der Vorsitzende sprach den Rednern den Dank der Gesellschaft aus und schloß die Sitzung. Auch die Betheiligung an der wie immer vortrefflichen Abendtafel im Hotel Trapp war sehr erfreulich und kehrte ein Theil der Gießener Gäste erst mit dem letzten Zuge zurück. B. Aus dem Kreise Friedberg. 16. Juli. Die feuchte, kühle Witterung, welche uns die abgelaufene Woche bescheerte, behält ihren Charakter bei, denn heute gegen Abend überzog sich der Himmel von West und Südwest her ganz langsam mit einem trüben, dichten, niedrig gehenden Wolkenschleier, welcher uns einen ruhigen, dünntropfigen Regen — allerdings mit kleinen Unterbrechungen — spendete. Ist es auch nicht viel, so ist die Atmosphäre doch mit Feuchtigkeit gesättigt, welche auf die Hack- und Blattpflanzen, die Obstbäume und Gräser von heilsamen Einflüsse ist. Unsere Wiesengründe sehen gegenwärtig, mit Beginn der zweiten Julihälfte, so frisch und saftig aus, wie es im Jahre 1893 noch niemals der Fall gewesen. Die Kartoffeln machen ganz außerordentliche schöne Fortschritte. Der Erdboden ist mehrere Fuß tief durchwärmt, was die Feuchtigkeit zur größten Thätigkeit kommen läßt. Man sieht dies besonders an denjenigen Kartoffeln, welche ausgeblieben und Mitte Juni noch einmal gelegt werden mußten. Wenn wir günstiges Wetter fortbehalten, haben die zuletzt gesetzten Kartoffeln die zu Anfang Mat, also sechs Wochen früher gesetzten, bis zur ersten Augustwoche fast ganz eingeholt. Es ist nicht unmöglich, daß die Junisaat bessere Früchte bringt, wie die Maisaat, worauf im „Gießener Anzeiger" auch früher einmal hingewiesen worden ist. Jene Ansicht scheint sich zu bestätigen. Eine unangenehme Erfahrung macht man in verschiedenen Gemarkungen mit den Engerlingen. Diese gefräßigen Jnsecten treten mitunter massenhaft auf und schaden besonders den frischgeletzten Dickwurz^ und Kohlrabenpflanzungen. A Mainz, 17. Juli. Peinliches Aufsehen erregte hier die am Samstag erfolgte Verhaftung des in weiteren Kreisen bekannten Capellmeisters Kern vom 118. Infanterie-Regiment. Dieselbe ist wegen einer angeblichen Majestätsbeleidigung erfolgt, der Kern sich bereits vor längerer Zeit schuldig gemacht, die aber jetzt erst von einem früheren Untergebenen aus Rache wegen seiner Entlassung aus der Capelle des 118. Regiments znr Anzeige gebracht worden sein soll. Bei der hiesigen Bevölkerung erfreut sich Capellmeister Kern allseits der größten Sympathien, weßhalb das Vorkommniß begreiflicher Weise hier lebhaft erörtert wird. Bingen, 18. Juli. Die Nationalliberalen beschlossen Stimmenthaltung für die am Samstag stattfindende Reichs- tagS-Nachwahl. A Aus Rheinhessen, 17. Juli. Auf der belebten Straße zwischen Partenheim und Nieder-Saulheim wurde gestern Morgen eine Botenfrau von drei Strolchen ü b e r f a l l e n, mit mehreren Messerstichen tractirt und schließlich ihres Geldes beraubt. Die Thäter entkamen, ohne daß sie erkannt wurden. ' Verrutschtes. * Fronhausen, 17. Juli. Am letzten Freitag zündeten zwei hiesige 13jährige Knaben einen hohlen Apfelbaum an, in welchem sich ein Wespennest befand. Der Baum brannte die ganze Nacht hindurch. Aus Furcht vor Strafe entfernte sich der eine der Beiden am Sonnabend und ist noch nicht wieder zurückgekehrt. Man nimmt allgemein an, daß er sich ein Leid angethan, und, da er seinen Weg in der Richtung nach der Lahn eingeschlagen, in den Wellen seinen Tod gesucht und gefunden hat. Alles Suchen verlief bis jetzt ohne Ergebniß. * Bremen, 13. Juli. Drei jugendliche Briefmarkenschwindler sind hier zu 10 bezw. 3 und 12 Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Sie ließen sich Holzstöcke schneiden und ahmten u. A. die Hongkong - JubiläumSmarke von 1891, ferner noch alte, ungestempelte Bremer, Lübecker, Hamburger, Elsaß-Lothringer Marken u. s. w. nach, und zwar so täuschend, daß Sachverständige nicht hinter den Betrug kamen. Andererseits bestellten sie auf Grund gefälschter Empfehlungen bei großen Handlungen in Italien, Frankreich, Holland, England, Argentinien u. s. w. werthvolle Marken, ohne sie zu bezahlen. Auch ließen sie sich, angeblich nur zur Sicherheit, Vorschüsse von Marken bestellenden Firmen geben, sandten daS Verlangte aber nicht ein. Einer der Betrüger schrieb außerdem noch an den Millionär Vanderbilt in Wien, wo dieser besuchsweise weilte, alS angeblich 66jähriger Familienvater von 19 Kindern um 100 Dollars Unterstützung. Der Brief kam unbestellbar zurück und wurde zum Verräther. * Danzig, 13. Juli. Vor der Strafkammer in Danzig hatten sich gestern die Arbeiter Jacob Moffa'schen Eheleute, sowie der Arbeiter August Moffa und Johann Rietz, sämmtlich auS Edingen, wegen Körperverletzung zu verantworten. Dieselben sind angeklagt, eine Frau Schulz in geradezu unmenschlicher Weise mißhandelt zu haben, indem sie dieselbe banden, sie an einen Haken aufhängten und mit Pantoffeln und einem dicken Knüppel schlugen. Die Ursache dieser Mißhandlungen war, wie die „Danz. Ztg." berichtet, darin zu suchen, daß die angeklagten Eheleute, welche ein krankes Kind, NamenS Rosalie, hatten, glaubten, die wegen Brandstiftung mit drei Jahren Zuchthaus vorbestrafte Frau Schulz hätte ihr Kind „behext". Sie verlangten von der Schulz, daß diese ihr Kind von der Krankheit befreie. Der Schulz wurde nun aufzelauert und sie wurde dann in daS Krankenzimmer gebracht. Dort sprang die Shranfc der Schulz entgegen und wollte von ihrer Krankheit geheilt werden. Als die Schulz an das Krankenbett treten wollte, traten die Eltern der Kranken dazwischen; der junge Moffa schlug mit einem Knüppel auf die Schulz ein und als nun gar von der Rosalie die Aufforderung kam, daß sie die Hexe aufhängen und todtschlagen sollten, falls sie ihr nicht die Krankheit nähme, da stürzten sie alle auf die Schulz ein. August Moffa band ihr einen Strick um den Leib und zog die arme Frau an einem Haken in die Höhe, so daß diese zwischen Himmel und Erde schwebte - dann schlugen sie die Schulz in bcr erwähnten Weise und bedrohten sie mit dem Tode. Trotz dieser Beschwörung starb die Kranke jedoch schon Tags darauf und zwar am — Magenkrebs. August Moffa wurde zu 5 Monaten, Magdalena Moffa zu drei Monaten, Jacob Moffa zu 14 Tagen und Johann Rietz zu einem Monat Gefängniß verurtheilt. ♦ Die Zahl der Locomoliven auf der Erde. Nach den Zusammenstellungen eineß französischen Blattes beläuft sich die Zahl der gegenwärtig auf der Erde vorhandenen Locomotiven auf etwa 109 000 Stück - von denselben entfällt die Mehrheit auf Europa mit rund 61000 Locomotiven. Im Einzelnen besitzen England 15 552 Locomotiven, Deutschland 12 811, Frankreich 9747, Rußland 9691, Oesterreich-Ungarn 4610, Italien 2286, Belgien 2232. Don den außereuropäischen Ländern weist die nordamerikanische Union die weitaus größte Anzahl von Locomotiven auf, nämlich 29 398, Nordamerika übertrifft in dieser Hinsicht also auch alle europäischen Länder - das große indische Reich besitzt 3237 Locomotiven. Auf 100 km Eisenbahngeleis entfallen in England und Belgien je 50, im deutschen Reiche 33, in Frankreich 28, in Rußland 25, in Oesterreich-Ungarn 20, in Italien 18, in Indien 14 und in den Bereinigten Staaten 12 Locomotiven. Hiernach stehen rücksichtlich der Intensität deS Eisenbahnverkehres, auf welche das Verhältniß von Locomotiven und BahngeleiS schließen läßt, England und Belgien an erster Stelle, worauf Deutschland folgt. * Der neueste Distauzsport. Das „Neue Wiener Tagblatt" schreibt: Distanzreiten, Schwimmen, Distanzgehen, Distanzfahren zu Wagen, Bicycle und Schiebkarren — baß Alles ist bereits bagewesen. Der Distanzsport treibt aber immer frische Blüthen unb bas Neueste ist, baß er sie auch auf künstlerischem Gebiete sucht. Der nächste Distanzwettstreit wirb ein Distanzsingen sein, bas berufen erscheint, selbst bcn berühmten Wettgesang auf bcr Wartburg in Schatten zu stellen. Als Arrangeur bes „Distanzsingen" wird der Academische Gesangverein fungiren, der damit seine erste Veranstaltung nach den Ferien halten will. Für den Zweck wird ein eigener „Canon" componirt und die Preisbewerber werden sich im Chor unb in Einzelleistung an besten Wieder- gäbe betheiligen. Für die Preisrichter werden verschiedene Factoren maßgebend sein. Die Höhe deS Tones, die Schnelligkeit unb Geläufigkeit, mit welcher er gebracht, bie Ausdauer, mit welcher er festgehalten wird u. s. w. Auch ein Weitsingen soll eine Nummer deö Programms bilden, nur darf man da nicht an die bisher üblichen Distanzposten zwischen Wien-Floridsdorf und Berlin-Tempelhofer Feld denken. Die Concurrenten, die man in erster Reihe unter den Mitgliedern des Ncademischen Gesangvereins zu suchen haben wird, werden sich vorwiegend auS „Amateurs" zu- sammensetzen. Vielleicht denkt man aber auch an eine Nummer mit „Professionals", an deren Ausführung sich unsere Sänger von Beruf und Namen beiheiligen. * Einen Blick in das öffentliche Leben der Reichshanptstabt gewährt folgende Statistik: DaS Berlin deS Verkehrs gebietet über 115 Postanstalten, 53 Bahnhöfe und Bahnstationen. Die Hauptstadt deS Deutschen Reiches characterisirt sich in 41 Botschaften und Gesandtschaften und 36 Consulaten, denen sich 29 Dolmetscher beigesellen. DaS medicinische Berlin tritt uns entgegen in 33 Hospitälern und Krankenhäusern, 26 Kliniken und 17 SanitätSwachen- außerdem sind auf 24 Polizeibureaux Verbandkästen unb auf 20 Tragbahren vorhanden. DaS vergnügungssüchtige Berlin erkennen wir an den 28 Theatern, das Berlin der Frömmigkeit an 92 Kirchen, Capellen und Bethäusern, darunter 11 Synagogen. Die „Stadt der Intelligenz" gewahren wir, abgesehen von den Hochschulen, in 22 Museen und 42 Bibliotheken, 198 Gemeindeschulen, den 17 Gymnasien, 8 Realgymnasien, 9 höheren Bürger- und 7 städtischen Mädchenschulen, ganz zu schweigen von der Menge der Privatlehranstalten, Fortbildungsschulen besitzt Berlin 32. Endlich sei noch der Stadt der Menschlichkeit gedacht. Diese offenbart sich in 11 Waisenhäusern, 15 Speiseanstalten für Arme, 19 Volksküchen, 38 Kinderbewahranstalten, 5 Knabenhorten, 25 Kindergärten und 49 Herbergen, darunter drei für Mädchen. • Zahnstocher Fabrikation. Die Anfertigung der Zahnstocher nimmt in Portugal eine hervorragende Stelle ein, da in Lissabon und Coimbra für diesen Zweck Tausende von Arbeitern beschäftigt werden, die, mit besonderer Geschicklichkeit begabt, eine vortreffliche und nach vielen Ländern auSgeführte Waare zu mäßigen Preisen liefern. DaS Material wird von der weißen Weide entnommen. Die hierzu nöthigea und seither nicht vervollkommneten Werkzeuge bestehen i» einem einfachen Messer, vermittelst dessen die rohen btl* w I”“ S atJ glaubte,' ! * «I« “ 44 > c HffiU' Stau L'°b» rrL 'S- Mq« uZtn d» nun,”« « .. um von der Vs ** Ä?" Meit Ä m v?* , s , ,i°9 ölt arme tarn Ä 1®lWtn ?n >!e die Lchulr J"»“ »™ Job* » l'M schon Tags 7 ®*1«, iatob ru einem Monat b«We. Ach b-, States beläuft |ii ganbenen Locornotiven ' entfallt die Mehrheit !N. Im Einzelnen de- Teutfchland 12811, fterreich-Ungarn 4610, den außereuropäischen ion die weitaus größte 29398, Nordamerika e europäischen Lander; 1 Lveomotiven. Aus England und Belgien cankreich 28, in Ruß- italien 18, in Indien 14 Emotiven. Hiernach Eisenbahnverkehres, aus iiven und Bahngtleis nfter Stelle, woraus „Neue Wiener Tag« limmen, Distanzgehen, ^djiebfarrtn - das ftanzsport treibt aber - ist, dH ex sie auch x nächste Distanzwett- , das berufen erscheint, et Wartburg in Schatten istanz singen" wird der der damit seine erste will. Für den Hmä und die Preisbewerber stung an dessen Wieder m werden verschiedene )öhe des Tones, die elcher er gebracht, die n wird u. s. v. Auch des Programms bilden^ üblichen Distanzposten lin-Tempelhostr s^tld । in erster Reiht unter esangvereins zu W , aus „Amateurs' zu« ber auch an eine Nummer ^rung sich unsere Sanger M toW*** ,,(in dl« äW«' nhöskwdB°hs»u°«. b 366«*««,* «eJjÄS* l n Synagogen- ; darunsee. ü0It . hren ®ir' 193 Ge- - Mionen/ fchw-'S-" >-», “°‘bt bet 1,61 ®*’bt e.°”, Lr» - *j Holzstücke verarbeitet werden. In Canada werden in einer großen Fabrik, die M. Hutchinson in Scheerbroke angelegt hat, ungeheure Mengen von Zahnstochern erzeugt. Die amerikanischen Pflanzer der Umgegend bringen die ungefähr drei Fuß lang geschnittenen Stämme in unbearbeitetem Zustande und erhalten 3—4 Dollars für eine Klafter. Der frische Holzblock wird zunächst von der Rinde befreit und hierauf glatt abgedreht, beziehungsweise abgerundet. Hierauf wird er mittelst eines zu diesem Zwecke besonders eingerichteten Werkzeuges in Bänder geschnitten, deren Breite der Länge der Zahnstocher entspricht. Diese Bänder werden über eine Walze gerollt, durch Anwendung eines zweiten Werkzeuges an beiden Rändern so verdünnt, wie es für die Spitzen der Zahnstocher erforderlich ist, und zuletzt unter einen Cylinder geführt, der mit 43 Messern versehen ist und sich mit solcher Schnelligkeit dreht, daß es möglich wird, in einer Minute 600 000 Zahnstocher zu schneiden. Nachdem dann die Zahnstocher getrocknet sind, werden sie in starkem Papiere verpackt. Auch in Deutschland, z. B. in Weißenfels, werden Zahnstocher in colossalen Mengen angesertigt. * Für den Bau einer evangelischen Kirche in Rom sind bis jetzt 122,675 Mark eingegangen. Sowohl der Evangelische Ober-Kirchenrath wie auch der Reichskanzler haben neuerdings ihre warme Theilnahme an dem Plane der Gründung einer selbstständigen deutschen evangelischen Gemeinde in Rom ausdrücklich bekundet und der Annahme, als ob sie demselben gegenüber eine ablehnende oder mißgünstige Haltung einnähmen, bestimmt widersprochen. * Amerikanische Kritik. Sehr häufig hört man unsere Virtuosen und Künstler beiderlei Geschlechts ein Zetergeschrei über die Kritik erheben, die angeblich ihren Verdiensten nicht die gehörige Würdigung widerfahren lasse, dagegen ihre kleinen Fehler und Schwächen zur Belustigung des Publikums auf die herzloseste Weise ausbeute. Da wird es denn gut thun, den empfindlichen deutschen Künstlergemüthern einmal ein Pröbchen transatlantischer Kritik zu geben, damit sie sehen, welcher Behandlung ihre Collegen jenseits des Oceans ausgesetzt sind. Als ich mich in Louisville, in Kentucki (erzählt ein deutscher Reisender) befand, concertirte daselbst eine amerikanische Claviervirtuosin, deren Leistungen sich von Denen, welche wir in Deutschland zu hören gewohnt sind, nicht wesentlich unterschieden. Am andern Tage brachte das in Louisville erscheinende Hauptorgan für Kentucki folgendes Referat: „Gestern hatten wir einen ganz besonderen Kunstgenuß auszustehen, den uns Miß M. in ihrer Liebenswürdigkeit für einen Dollar Eintrittsgeld bereitete. Die junge Dame zeigte sich dem entzückten Publikum in einem Kleide mit so viel weißen Volants, daß sie aussah wie der Planet Saturn mit seinen Ringen. Sie schwebte holdlächelnd auf das Piano zu, gab dem runden Musikstuhl ein oder zwei Umdrehungen und flaumte dann darauf nieder wie ein mit Seifenschaum gefülltes Lavoir. Dann stülpte sie ihre Manschetten auf, als ginge sie daran, den Preis in einem Boxerkampf zu gewinnen. Darauf bearbeitete sie ihre Knöcheln und Handgelenke, um sie, wie ich vermuthe, gelenkig zu machen, und breitete ihre Finge schließlich derartig aus, daß sie aussahen, als wollte sie die ganze Elaviatur von dem brummenden bis zum quiekenden Ende umspannen. Nach diesen vorbereitenden, für den Zuschauer ebenso interessanten wie aufregenden Manipulationen ging es los. Erst machten ihre beiden Hände einen Sprung über die Tasten, als ob ein Paar Tiger über eine Heerde schwarzer und weißer Schafe herstürzen, und daS Piano ließ ein Geheul vernehmen, als ob es Jemand auf den. Schwanz getreten hätte. Plötzliche Todtenstille, — man konnte das Haar auf dem Kopfe wachsen hören. Dann ein stärkeres Geheul, als ob das Piano zwei Schwänze besäße und als ob man es auf beide zugleich getreten hätte und dann ein großes Geklapper, Gequieke, Gerassel und eine Reihe von Sprüngen auf und ab, rückwärts und vorwärts, eine Hand über die andere, ein Gehämmer und Getöse, mehr wie eine Katzbalgerei und allgemeine Flucht von Ratten und Mäusen, als das, was ich Musik nenne." — So weit haben es selbst die strengsten deutschen Referenten doch noch nicht gebracht. * Die unrechte Kehle. Wenn uns beim Essen oder Trinken etwas in die Luftröhre statt in die Speiseröhre kommt, sagen wir, es sei uns „in die unrechte Kehle" ge- rathen. Das ist natürlich falsch, denn der Mensch hat nur eine Kehle, den Schlund, obgleich man auch von „Kniekehlen" redet. Aber sehr gering und gleichgültig ist dieser Bezeichnungsfehler gegen daS Uebel, welches so ein „Verschlucken" zu Wege bringen kann, und Mancher hat schon der Gefahr der Erstickung durch solch ungehörige Eindringlinge von Speisen und Getränken sehr nahe geschwebt. Wie nun aber helfen? — Dem nach Luft Ringenden drängen fast die Augen aus dem Kopfe, das Gesicht schwillt, wie bei jedem Erstickenden oder mit Athemnoth Ringenden hochroth auf, und die Lunge, die um Luft kämpft, zieht die ihr nicht zu- kommenden Speisen re. bei jedem Athemzuge, der ihr nur unter Qualen möglich wird, tiefer in sich hinab. Natürlich entsteht auch sofort eine Reaclion. Die Lunge kann die ihr nicht zukommenden Speisen re. nicht behalten, sie sucht durch Eruption (starkes Husten) diese Fremdstoffe wieder hinauszuwerfen- Dies gelingt ihr aber oft sehr schwer und erst nach und nach, derweilen der Leidende und Gequälte Schmerz, Athemnoth und Angst aussteht. Das Schlagen in den Rücken, wie bei Vielen üblich ist, nützt oft wenig, besonders wenn es nicht kräftig und im Tempo mit dem Husten selbst geschieht, um die Eruption zu unterstützen. Da gibt es nun kein befferes Mittel, den kämpfenden Lungen beizustehen, als die Arme gestreckt nach oben zu halten, als ob man nach der Zimmerdecke greifen wollte. Dadurch wird der ganze Brustkorb gehoben, die Lunge bekommt so momentan eine andere Lage, wird befähigt, sich der fremden Eindringlinge rascher zu enledtgen, als es ihr sonst möglich ist. Oft kommt auf diese Weise schon beim ersten kräftigen Husten Alles zu Tage, was in den Weg der Lunge, statt in die Speiseröhre gerathen ist, und der Patient ist erlöst. Nicht nur er, sondern auch seine mitleidende Umgebung athmet erleichtert auf. * Petersburg, 17. Juli. Die Stadt Saratow wurde von einem furchtbaren Wirbelsturm heimgesucht; zwanzig Häuser sind eingestürzt. Die Zahl der Todten und Verwundeten ist noch unbekannt. Acht Flußdampfer sind gescheitert und deren Besatzungen ertrunken. Verkehr, Cant* rrnd Volkrrvirthschasi. Gieße», 18. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochemnartt kostete: Hutter pr. Md. X 1,20—1,30, Hühnereier per Stück 5-6 X 2 Stück — H, Käse pr. St. 5-8 A, Eematte pr. St- 3 X Erbsen vr. Liter 18 H, Linsen pr. Liter 28 4, Tauben pr. Paar X 0,70—0,90, Hühner pr. Stück X 1,10—1,50, Hahnen pr. St X 1,70- 2,00, Enten pr. St. X 1,80 bis 2,00, Ochsevfleisch vr. Psd 56—68 X Kuh- und Rindfleisch pr. Md. 30—40 Schweinefleisch pr. Psd. 60-70 X Kalbfleisch pr. Pfd. 35-40 X Hammelfleisch pr. Md. 40 - 68 X Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,00-6,00 X, Weißkraut pr. Stück 5-12 H, Zwiebeln pr. Centner 9,00-10.00 X, Milch pr. Liter 16 20 X Enteneier pr. St. 6— X Gänseeier 11—12 X «rünberg, 15. Juli. Fruchtpreise. Weizen X 1650, Korn X 15 50, Gerste X 15.00, Hafer X 18.00, Erbsen X 20.10, Linsen X 00.00, Wicken X--. Lein X 00 00, Kartoffeln X 6.30, Samen X 24.70. — Centralstelle fürObstverwerthunginyranrfurta.M. Wie sehr die Errichtung einer Centratstelle für Obstoerwerthung dem allgemeinen Bedürfniß entsprochen hat, geht aus den zahlreichen Anmeldungen hervor, welche dem Comit« schon in der ersten Woche nach Errichtung des Bureaus zugegangen sind. Es wurden in dem genannten Zeitraum angeboten: 267 650 Kg. Aepfel, 10 250 Kg. Birnen, 50 000 Kg. Kirschen, 18 550 Kg. Aprikosen, 6570 Kg. Johannisbeeren, 2100 Kg. Pflaumen, 5500 Kg. Mirabellen, 12 000 Kg. Reineclauden, 875 Kg. Stachelbeeren, 450 Kg. Trauben, 17 500 Kg. Zwetschen, 500 Kg. Maulbeeren, 290 Liter Obstbeerweine. Die Nachfragen waren erheblich größer, sie betrugen nämlich: 647 500 Kg. Aepfel, 157 000 Kg. Birnen, 150 000 Kg. Kirschen, 4800 Kg. Aprikosen, 16 700 Kg. Johannisbeeren, 32 000 Kg. Pflaumen, 15 000 Kg. Mirabellen, 9000 Kg. Reineclauden, 70000 Kg. Zwetschen, 250 300 Kg. Heidelbeeren, 5000 Kg. Himbeeren, 1000 Kg. Erdbeeren, 51000 Kg. Nüsse, 2500 Kg. Pfirsiche, 20 000 Kg. Preißelbeeren, 1000 Kg. Hagebutten, 750 Kg. Tomaten. Sticht berückfichtigt in dieser Aufstellung sind die zahlreichen Anmeldungen bezw. Nachfragen, bei denen ein Quantum nicht angegeben, bet denen nur von „größeren" Posten ober von „jedem Posten" die Rede war. Zur ordnungsmäßigen Erledigung der eingehenden Offerten ist es aber nothwendig, daß die angebotenen oder gewünschten Posten wenigstens annähernd nach dem Gewichte bezeichnet werden und werden daher alle Interessenten gebeten, bei künftigen Anmeldungen unbestimmte Angaben vermeiden zu wollen. Das Comitä wird es sich angelegen fein lassen, die Interessenten so rasch als möglich von den eingegangenen Angeboten bezw. Nachfragen zu benachrichtigen. Citeratar unb ICunft — Es liegt in der Natur des Menschen, daß er Gegenstände und Orte, an welche sich angmehme Erinnerungen knüpfen, sich immer wieder bildlich vergegenwärtigt, so oft die Sprache darauf kommt. Der Befriedigung dieser menschlichen Regungen tragen in der Neuzeit die mannichfachsten graphischen Verfahren Rechnung, indem sie es ermöglichen, genau im Bilde das zu fairen, was sich an Naturschönbeiten, Landschaften, Gegenständen u. s. w. heroorhebt. Besonders hat die Photographie in der bildlichen, getreuen Darstellung alles dessen, was Anspruch auf Schönheit hat, bedeutende Fortschritte gemacht, gleichzeitig aber auch bewirkt, daß die durch sie geschaffenen Bilder Jedermann zu einem billigen Preise zugänglich sind. Herr Ernst Balser hier, MäuSburg, hat als angenehme Erinnerung an Gießen und Umgebung eine größere Anzahl in einem seinen Album vereinigte Cabinel-Anfichten von Stetzen und dem Lahnthal unfertigen lassen, die an Schönheit und Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen. Wir finden in einem solchen Album sowohl die Bilder alter, durch ihren Bau eigenartiger Häuser und Straßenzüge, aI8 auch Varthien aus den neuen Stadttheilen, sowie solche der schönsten Punkte des LahnthalS. Diese Albumblätter haben sonach nicht nur einen dauernden Werth für den Fremden, dem sie als Erinnerung an einen Gießen und Umgebung abgestatteten Besuch mit in weite Ferne folgen, sondern auch für den einheimischen, der in ihnen Stadttheile, Straßen, Ausflugsorte, wo er einen großen Theil seiner Jugend verlebt, verbildlicht sieht. Die in drei Größen (Cabinet 12 Ansichten 3 Mk., 20 Ansichten 4.50 Mk. und Visit 12 Ansichten 1.25 Mk.) ausgeführten Albums eignen sich besonders zu Geschenken, sie bilden wegen ihres schönen Einbandes eine hübsche Ttschzierde. — Der Ausfall der Reichstagswahlen ist in übersichtlichster Weise auf einer soeben im Verlage von Carl Flemming in Glogau erschienenen .«arte der deutsche« ReichStagSwahlen 1893* bargefteHt. Die 397 Wahlkreise des Deutschen Reiches sind entsprechend den verschiedenen Fractionen und Sonderparteiungen in 14 verschiedenen Farben gekennzeichnet. Mit einem Blick ist dadurch zu übersehen, in welchen Theilen des Deutschen Reiches die einzelnen Parteien hauptsächlich vertreten find. Durch ein vollständiges Ver- zeichniß aller Wahlkreise mit dem Namen der gewählten Abgeordneten wird die Brauchbarkeit ber für jeben Deutschen, ohne Unterschieb ber Parteirichtung, überaus werthvollen Karte noch erhöht. Preis 50 Pf. - DaS Reich Judäa im Jahre 6000 (2141 christlicher Zeitrechnung). Roman von Max Osterber g-Verakoff. Verlag: Druckerei unb Verlagshaus Stuttgart, Dr. Foerfter & Cie. 1893. Zu ben interessantesten Neuheiten bes biesjährigen Büchermarktes oerbient ber oben angeführte Roman gerechnet zu werben, bem es beschieben sein bürste, bas Interesse aller Gesellschastskreise auf sich zu lenken. Als Roman spannenb unb voll poetischen Gehaltes, führt er uns inmitten eines Volksstammes, besten Angehörige unter uns leben unb trotzbem noch zum großen Theile einer falschen Be- urtheilung unterliegen. Der Autor hat es verstauben, Licht- unb Schattenseiten in ber richtigen Weise zu vertheilen, mit logischer Consequenz zieht er Schlüsse aus ber Vergangenheit auf die Zukunft, in welcher ber Roman spielt, bietet anbererseils roieber bie Gelegenheit, von einer günstigen Perspective aus Zeitfragen ber Gegenwart in objectiver Weise zu beleuchten. Der Verfasser läßt hierbei keineswegs seiner Phantasie bte Zügel schießen, fonbern versucht, auf ber Vergangenheit aufzubauen, unb wenn bas Ganze auch der Form und ber Anlage nach auf einer Utopie beruht, barf ber Werth des Romans als ein ganz bedeutender bezeichnet werden. Das Buch ist flott geschrieben, liest sich angenehm und ist unterhaltend. Sein Platz ist fowohl auf dem Pulte des Gelehrten, wie im Boudoir der Salondame, es verdient gelesen zu werden von ernsten Männern sowohl, als auch von der sich des Lebens freuenden Jugend. Berlin, 16. Juli. Aus der Großen Berliner Kuyst- ausstellung sind, wie die „Post" frört, mit der großen goldenen Medaille ausgezeichnet worden: der Maler Professor Peter Janssen in Düsseldorf (für sein Gemälde „Die Schlacht bei Worringen"), ber Maler Professor Hermann Prell in Dresben (für seine Kartons zu ben Wanbgemälben im Rathhaussaale zu Hilbesheim), unb ber russische Bilbhauer Antokolski in Paris. Außerbem sind sechs kleine Medaillen zuerkannt worden. Zarte schöne Haut, seinen Teint vermittelt Doerings Seife mit der Eule, chemisch geprüft auf ihren Werth und begutachtet als die beste Seife der Welt. Preis 40 Pfg. Engros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen. [4555 Wichtig für Hausfrauen. Beruh. Curt Pechstein, Wollwaarenfabr. in Mühlhausen i. Th., fertigt aus Wolle, alten gestrickte«, gewebte« und anderen reinwollene« Sachen unb Abfüllen haltbare unb gediegene Stoffe für Damen, Herren und Kinder, sowie Portttre«, Schlafdecken unb Lü«ferstosfe in ben modernste« Mustern bei billigster Preisstellung unb schnellster Bebienung. Annahme unb Musterlager in Sietzett bei [192 ________L Muhlhausen, Bismarckstraße 10. 6144] Vogelfreunde. Schiffer's Vogelfutter, nur echt in ver- «Packeten „mit dem Vogelneste" (eingetragene Schutzmarke) lertroffen im Alleinverkauf zu Originalpreisen bei.A- u- G- Wallenfels, Gießen, Marktplatz 21. Witterungsaussichten Wetterhäuschen, Südanlage. --- 18. Juli, Morgens 8 Ufrr 18. Juli, Mittags 12 Ufrr Barometer: Thermometer: Hygrometerstand: min.743mm, max. 743mm „+ 8V2°R. „+ 12°». Feucht. min. 742mm, max. 744 mm „ + 11° R. „ 4-15°B Viel Niederfchl., Sturm. Mittlerer Barometerstand bei 0° R. = 744,7 mm. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeffen am 18. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14V«, Luft 11 Grad. Rubsamen'sche Badeanstalt. Bekanutmachuug, die Wahl der Beisitzer für das Gewerbegericht der Stadt Gießen betreffend. Für das demnächst in Wirksamkeit tretende Gewerbegericht sind 24 Bei» sitzer auf die Dauer von drei Jahren zu wählen und zwar die eine Hälfte aus der Zahl der wählbaren Arbeitgeber von den wahlberechtigten Arbeitgebern und die andere Hälfte aus der Zahl der wählbaren Arbeiter von den wahlberechtigten Arbeitern. Zum Beisitzer eines Gewerbegerichts kann nur berufen werden, wer das dreißigste Lebensjahr vollendet, in dem der Wahl vorangegangenen Jahr für sich oder feine Familie Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln nicht empfangen oder die empfangene Unterstützung erstattet hat und in dem Bezirk des Gewerbegerichts seit mindestens zwei Jahren wohnt oder beschäftigt ist. Personen, welche zum Amt eines Schöffen unfähig find, können nicht berufen werden. Die Wahl findet Freitag, 28. Juli 1893, von Mittags 12 Uhr bis Abends 6 Uhr im Sitzungssaals des Bürger- meiftereigebäudes statt. Die wahlberechtigten Arbeitgeber und Arbeiter werden daher eingeladen, in der angegebenen Abstimmungszeit sich persönlich einzufinden und ihre Stimmen abzugeben. Gießen, 17. Juli 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 6329 Vergebung von Maurerarbeit. Die bei Erbauung der Durchläffe in der Kreisstraße Atzenhain- Merlau vorkommende Maurerarbeit, incl. Materialienliese- । rung, veranschlagt zu 507 22 H, ,soll auf dem Wege der Submission 'vergeben werden. Die Offerten sind schriftlich und verschlossen mit der Aufschrift „Durchläffe Atzenhain-Merlau" versehen bis zum 25. Juli I. Js., Vormittags 10 Uhr, einzureichen. Voranschlag und Bedingungen liegen bis zum Termin auf dem Bureau des Unterzeichneten offen und können daselbst eingesehen werden. Alsfeld, den 17. Juli 1893. Der Kreistechniker: 6331 Braun. 6332 lur 8 Nr 41,5 8 Nr. 42. .ur elbst, elbst, elbst, elbst, 60 qm Acker da 25 qm Acker da Der Kreistechniker: Braun. Vormittags 11 Uhr, soll die beim Neubau der Kreisstraße Atzen- OchMche Aufforderung. Die Erbschaft des am 7. Juli 1893 verstorbenen Kaufmanns Gabriel Rosenthal zu Gießen ist unter der Rechtswohlthat des Inventars an» getreten worden. Es werden daher Alle, welche Ansprüche an fraglichen Nachlaß zu bilden haben, hiermit aufgefordert, solche Hain-Merlau vorkommende Chaussirarbeit, zus. 1900 Ifb. m, in der Baift'schen Wirthschaft zu Mücke durch öffentliche Versteigerung vergeben werden. Alsfeld, den 18. Juli 1893. freitnerfaafe, lur 8 Nr. 36,6 — 106 qm Acker ba lur 8 Nr. 37,5 — 44 qm Acker ba lur 8 Nr. 38,6 — 44 qm Acker ba Freitag den 21. Juli, Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsaericht die zur ConcurSmasse der Äatl Rin« Eheleute in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 8 Nr. 35,7 — 100 qm Acker hinter ben Schießgärten an der Rod- Gießen, am 17. Juli 1893. Großh. Amtsgericht Gießen. Stammler. 6336 i binnen 14 Tagen dahter anzumelden, 2oetnClUCtUtt(L ! anderenfalls bei Ordnung des Nach- cwx-xx «z. « ft C* ! lasses darauf Rücksicht nicht genommen Mittwoch den 26 Jul, l.J.,'m^bcn könne. Hur 8 Nr. 99 — 862 qm Wiese daselbst, klur 8 Nr 104 — 319 qm Acker daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 17. Juli 1893. Großh- Ortsgericht Gießen. I. A: Bogt. 6310 Oberbürgermeister Bramm Frau Um stille Theilnahme bitten die Hinterbliebenen: im 67. Lebensjahre. 6355 den 17. Juli 1893. Pfalzburg, Rentner Christian Hellwig heute Vormittag um 0V2 Uhr im 85. Lebensjahre sanft dem Herrn entschlafen ist. Altenstadt, den 17. Juli 1893. 6333 - [6242 empfiehlt Die Beerdigung findet Dienstag den 18. Juli d. J., Nachmittags 6 Uhr statt. 6350 6342 Aeilgeöolenes. Neuheiten Hausbursche gut eingeführt, sucht per 1. October er. H I an die Exped. d Bl 3% ReichSanleihe zu vermtethen. 4.50. Stelle. Näheres Wetzsteingasse 5 im ersten Stock- Nähere- Neustadt 53. Als alleiniger Vertreter vermischte Anzeigen. 10106 eingetroffen. (Cafe lsbel. 5Rdt6i 2°w Wiederverkäufer gesucht. [6330 Basaltlavawerke^6356 Redaction: 1. Schepda. — Druck mb Verla, der 8rübl*1<6m Druckerei (Fr. Äbr. vi«ttch> tn (SHdicn. Die bowtigt Nummer »»faßt • Crites. Echlußcourie 1 Uhr 15 Min. 86 25140/0 Ung. Gold-Rinte 100.55 50/0 5tUL Rente 86.25 so/o Portugiesen 100.75 I 4°/o Grtech. Monopol-Lnl. Ernst Balser HÄUMburg. Vislt-Albume mit 12 ausgewählten «44 Bildern Mk 125 Mittwoch den 19. Juli, Nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker 'schen Saale verschied. Möbel und ein Pianino versteigert Frische Sendung [6345 Löwenbräu A. LG. Wallenfels, Markt 21. Im Namen der trauernden Hinterbliebenem Hellwig, Gr. Oberamtsrichter. Gr. Mrheff. Eisenbahnen.! Zu dem Ausnahmetarif für Torfstreu I uni» Torfmull, sowie für Futtermittel ist der Nachtrag I eingefübrt worden, über AuÄunst'ertbeilen^ ®üterabfertiflun0cn wieder eingetroffen (billigst). [6341 w&urba^bÄtS^r^Carl Petri, Marktplatz^ dieses Tarifs nur Anwendung finden, wenn der Frachtbrief die Erklärung ent-! J Lält, daß der Versandgegenstand ,iu । Steins Saalbau. Mittwoch den 2« Jnll 1893, Abend* 8 Uhr: Concert der Concertvereinigung des Kgl. Domchors zu Berlin. Billets im Vorverkauf für nummerlrte Plätze ä Mk 150, für unnuemerlrte Plätze ä Mk. 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