feil Stoffe chezuAch« VLL» - lfÄ>»«Me iu T !Q’'tn wollen, (io, und an her Rhjt, *Äx* ^Mstttmerk au§ btr End-ÄhNZ “®ä‘ä l8en du R«njtl sich ■"flammt 8500 Mark. M als Rückwand h trönenbe Engeifigsm t einer Darstilluaz btt 2 nach dem Stlleriou 1 Mark, also all-1J lnei, iebeä 30M) w, Iftd, jede! das iw DH Glasmalttei 1500 Mail. lttN, jede 400 M, also i Schiff der Kirche, jede und ufa den Emporen, I it 100-200 Warf, 'irdjt übte btm Portal MnllnmM-lM tber Kirche 80-WM im) je von 80 -200 Ml. 8000 Mark, die M, C, OOO Mark. ■ der genannten Stillungen reffen und Heb btm linier leiworflefa miNhellrn p recht viele Glieder unserer len unserem neuen Gölte- liefe unsere MMunW, loüfflbt äiNbtnt flnbtn and. 1115 ile. finbet Dienstag den n§ von 10—12 W, berg statt. 10. April und rotiöei enner angenommen. uch der zur Ausbildung ,fl SO. Apnl. - April, Morgens !äf*r, 64'ü*^; chverein. AbendS, algymnastutns — r. kitt n unv v A„Szahl«"S [468 „..ul Nr. 67 Drittes Blatt. Sonntag den 19. März 1893 Der OH»»« erfttpeint täglich, eeü Lu-nahmt de« Montag«. Di« Gießener 9**Ui<*erÄ(i«t «enltn dein Änzeitzrr k»*ch«ntlich dreimal .«iyltgL Gießener Anzeiger Kmerat-Mnzeiger. 8icrt«ljährig« Jtfwmernbyrd» i 2 Mark 20 Psg. mM vringcrlohn. Durch die Post dez»ß« 8 Mark 50 Pf«. «ebtctien, fptbtti»* und Druckerei: r4»tßr«ß« Mr.8. Aeru^recher 61. Amts« und Anzeigeblatt für den "Kreis Gietzen. K | Hr-ti-S-il-ze: Hi-ßm-r gqmifi.n6tattn. zwei Drittel zu bewilligen sich bereit erklärt, nämlich erstens die Vermehrung, welche aus der Veränderung des Begriffes Präsenzstärke sich ergiebt, und außerdem noch 49 OOO Mann, zusammen also etwa 69 000 Mann. Dieses Angebot geht über dasjenige, welches Herr von Bennigsen in der ersten Lesung gemacht hatte, noch um 17 000 Mann hinaus. Die jährlichen Kosten, welche die neue Militärvorlage erheischt, würden bei Annahme der Bcnnigsen'schen Fassung statt Abonnements - Einladung! Zum Bezug des „Gietzener Anzeiger" für das 2. Vierteljahr 1893 laden wir hiermit ergebenst ein. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorfälle in demselben auf dem Laufenden. Untersttitzt durch an allen Orten der Provinz Oberhessen ansässige Berichterstatter, ist der „ Gießener Anzeiger" fermer in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur Keuntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der iu der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gießener Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufaeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. April den Anzeiger kostenfrei zu- I gestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnements- betrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'fche Druckerei (Fr. Chr. Pietsch). politische Wochenschau. Gießen, den 18. März 1893. Die Verhandlungen über die Militärvorlage werden demnächst endlich zu einer Entscheidung führen. Am Ende der ersten Berathung in der Militärcommission hatte der Reichskanzler mit der Erklärung, daß der Antrag der Freisinnigen Partei und des Centrums, die gegenwärtige Präsenzstärke einzuhalten, für ihn überhaupt nicht discutirbar sei, jeder andere Vorschlag aber genau geprüft und nach Möglichkeit berücksichtigt werden solle, noch einmal den Standpunkt der Regierung angedeutet, ohne indessen genau zu bezeichnen, in welchen Punkten die Regierung geneigt sei, ihre Forderungen zu mildern. Vielmehr bat der Reichskanzler die Parteien, ihm ihrerseits formulirte Vorschläge zu machen, bis zu welchem Grade sie sich zu Bewilligungen verstehen zu können glaubten. Diesem Ersuchen gegenüber sind die Freisinnigen und formell auch das Centrum in ihrer Haltung in der ersten Lesung verharrt- nur will die Centrumspartei zugeben, daß künftighin die im Etat angegebene Ziffer für die Heeresstärke nicht mehr, wie seither, eine Grenzziffer nach oben bedeuten soll, unter welcher die Ziffer der thatsächlich militärisch Dienenden bisher regelmäßig ganz erheblich zurückgeblieben ist, sondern eine Durch« schnittSziffer, welche zumeist mindestens erreicht werden würde, unter Umständen auch überschritten werden könnte. Die Nationalliberalen sind dagegen der Regierung sehr beträchtlich entgegengekommen. Die letztere verlangt bekanntlich eine Heeresvcrstäikung um 84 OOO Mann, zu denen infolge der Ersetzung des Begriffes Maximalstärke durch den Begriff Durchschnittsstärke noch weitere 20000 Mann kommen würden, im Ganzen also um 104 000 Mann. Von dieser Zahl hat Herr von Bennigsen, der Führer der Nationalliberalen, etwa 64 Millionen immer noch etwas mehr als 43 Millionen betragen. Gleichwohl hat der Reichskanzler erklärt, daß der „Antrag Bennigsen von der militärischen Seite nicht annehmbar" sei. Mit dieser Aeußerung ist eine dankenSwerthe Klärung der politischen Situation gegeben worden. Es steht nunmehr fest, daß der Reichskanzler die Militärvorlage gerade in den Theilen festzuhalten entschloßen ist, welche der Mehrheit des Reichstages unannehmbar erscheinen. Gleichgültig ist dabei, ob die nationalliberale Partei ihren Stand- punkt auch weiterhin behauptet oder schließlich die Forderungen der Regierung völlig annimmt, da sie keine ausschlaggebende Bedeutung im Reichstage besitzt. Die nächsten Wochen werden Klarheit darüber verschaffen, ob die Regierung die Militärvorlage ähnlich, wie das Volksschulgesetz, zurückziehen oder an einen neuen Reichstag mit den gleichen Forderungen sich wenden wird, und ob im ersteren Falle der Reichskanzler zurücktritt, was beispielsweise Fürst Bismarck nach seinen Aeußerungen in den „Hamburger Nachrichten" keineswegs für nöthig hält. — Wie neuerdings verlautet, haben sich die Aussichten auf das Zustandekommen eines Handelsvertrags mit Rußland sehr erheblich verschlechtert. Der preußische Finanzminister Miquel hat für die Gewährung einer Ermäßigung einiger deutscher Zöfle Gegenleistungen in 33 Punkten von Rußland verlangt. Es ist nicht zu erwarten, daß die russische Regierung auf dieser Grundlage einen Vertrag zu schließen sich geneigt zeigen wird. In Frankreich war der Bestand des Cabinets Ribot eine Weile in Frage gestellt. Die Gemahlin des Angeklagten Cottu hatte ausgesagt, daß Cottu von dem Director der öffentlichen Sicherheit, Soinoury, gefragt worden sei, ob er kein auf die Panama-Affaire bezügliches Schriftstück besitze, welches ein Mitglied der Rechten belaste und mit dem man die Rechte zwingen könne, weitere Enthüllungen zu unterlaßen. Der Justizminister Bourgeois, welcher sogleich nach dieser Aussage sein Portefeuille niedergelegt hatte, übernahm sein Amt wieder, nachdem die Mehrheit der Kammer voürt hatte, daß Bourgeois Soinoury zu seinem Vorgehen nicht veranlaßt hätte. Feuilleton. Wochenbriese aus der Residenz. (Ortginalbertcht für den „Gießener Anzeiger".) Darmstadt, 17. März 1893. tzin akademisches Ballfest. — Der 13. März, ein Gedächtnißtag. Verschiedenes. Die festlichen Veranstaltungen unserer Studentenschaft erfreuen sich von jeher einer ganz besonders großen Beliebtheit bei den Darmstädtern. Und wer ein derartiges Fest, wo an die Stelle eines förmlich-steisen, langweiligen Etikette- Wesens ein alles beherrschender, frischer, jugendlicher Frohsinn getreten ist, einmal miterlebt hat, der weiß auch den Grund dafür, warum unsere tanzlustige Jugend in der Residenz den „Polytechnikerball" allen anderen Tanzvergnügungen, die „Casinobälle" mit eingeschloßen, vorzieht. So hat denn auch das am letzten Samstag vom Akademischen Verein gegebene Fest seinen Veranstaltern wieder einmal einen vollen, großen Erfolg und den geladenen Gästen ein wirkliches großes Vergnügen gebracht. Der städtische Saalbau, der Ort unserer geselligen Freuden und Lustbarkeiten, hat wohl selten eine glänzendere und frohere Ballgesellschaft in seinen gastlichen Raumen beherbergt, als gerade am vergangenen Samstag, und bis zu frühester Morgenstunde dauerte die ungezwungene, heitere Feststimmung, die Alt und Jung in ihrem Banne hielt. Allerdings hatten sich's unsere Herren Studiosen auch Mühe genug kosten lassen, dem Abend einen möglichst glänzenden Verlauf zu sichern. Ein wohlgelungenes Concert machte den Anfang. Unser ehemaliger lyrischer Tenor, der Königl. Sächsische Hofsänger Herr Hofmüller, hatte die weite Reise von Dresden nicht gescheut, um seine Kunst in den Dienst der Wohlthätigk-it zu stellen, ein jubelnder Empfang und stets erneute Beifallsstürme lohnten ihn dafür. Daneben fand Herr Vollrath, ein Solist der rühmlichst bekannten Mainzer Stadtcapelle, verdiente Anerkennung für seine gediegenen Darbietungen, und zu guterletzt erfreuten die Mitglieder des veranstaltenden Vereins durch die prächtige Aufführung eines tollen kleinen Schwankes, wofür ihnen gebührendermaßen reicher Beifall gezollt wurde. Dann begann die eigentliche „Feier", der Ball. Wie lange derselbe gedauert, können wir unseren Lesern leider nicht verrathen, aber es war schon helllichter Morgen, als die „Ersten" — nicht die Letzten — zur heimathlichen Hütte aufbrachen. Ein fideler Katerbummel nach Traisa, dem beliebtesten Ausflugsorte der Residenzler, schloß am folgenden Sonntag das schöne Fest ab. Daß auch dabei wieder eifrigst das Tanzbein geschwungen wurde, braucht wohl nicht erst versichert zu werden. An diesen heiteren reihte sich ein ernster Tag weh- müthiger Erinnerung und traurigen Gedächtnisses. Am Montag den 13. März war ein Jahr seit dem Hinscheiden unseres unvergeßlichen Großherzogs verflossen. Noch sind die schweren, bangen Stunden der zweiten Märzwoche des vergangenen Jahres im Gedächtniß aller Darmstädter, wie überhaupt aller treuen Hessen. Ein ganzes Stück hessischer und deutscher Geschichte ist mit Ludwia IV. in das Grab gesunken. Es ist wahrlich keine falsche, unächte Trauer gewesen, die bei seinem Hinscheiden das ganze Land ergriffen. Noch Tag für Tag kann man sich davon überzeugen, daß die Liebe zu dem unvergeßlichen Fürsten fest in Aller Herzen wurzelt, und es bedürfte nicht des äußeren Zeichens der Dankbarkeit und Verehrung, wie es das demnächst zu errichtende Landesdenkmal varstellen wird, um uns jene hehre Fürstengestalt für alle Zeiten als leuchtendes Vorbild vor Augen zu stellen. Seine herzliche Biederkeit, seine unverfälschte Volksliebe und Leutseligkeit haben ihm ein dauerndes Denkmal im Herzen aller Hessen gebaut. Die Großherzogliche Familie hatte sich an dem Todestage nahezu vollzählig hier zusammengefunden, die hohe Frau Prinzessin Heinrich von Preußen war von Kiel, Prinz Heinrich von Hessen, Großh. Hoheit, von München, wo er mit seiner jungen Gemahlin jetzt wohnt, hierher gereist. Außer den Fürstlichkeiten ließen zahlreiche Vereine, die Stadt Darmstadt u. s. w. große Lorbcerkränze und andere Blumenspenden an der Gruft tm Mausoleum niederlegen. Wie die dor: bkfindlsche letzte Ruhestätte unseres Fürstenhauses beschaffen ist, erzähle ich Ihren Lesern vielleicht einmal später. Sonst ist der Tag ruhig und würdig verlaufen, jede Festlich- feit und öffentliche Lustbarkeit war vermieden. Der Kriegerverein hielt eine würdige Gedenkfeier für den entschlafenen Landesvater im weißen Saale der „Stadt Pfungstadt", dabei entwarf Herr Gymnasiallehrer T r ü m p e r t ein wahres Lebensbild von der Person des verewigten Fürsten. Nur eine größere Veranstaltung war sonst auf den 13. März anberaumt, eine große antisemitische Volksversammlung im Saalbau, wo Herr Liebermann von Sonnenberg eine antisemitische Agitationsrede hielt. Man hätte dazu wohl auch einen passenderen Termin aussuchen können, als den ersten Todestag unseres Großherzogs, unter dem der confessionelle Friede stets in schönster Weise gewahrt geblieben ist, wie das glücklicherweise ja auch jetzt noch in unserer Stadt der Fall ist. Von sonstigen Veranstaltungen hat uns die vergangene Woche mancherlei bescheert. Am Mittwoch sprach Herr Pastor Evers aus Berlin auf Veranlassung des hiesigen Dolks- vereins für öffentliche Sittlichkeit über ein sehr zeitgemäßes Thema, „den Schauerroman und seine entsittlichende Wirkung". Die trefflichen Ausführungen des Redners sanden allgemeine Anerkennung und reichen Beifall. Auch der rühmlichst bekannte Recitator Professor Alexander Strakosch stattete unserer Stadt einen Besuch ab und erfreute mit seiner großen Declamationsgabe den großen Kreis seiner Verehrer, die ihn von früher her in guter Erinnerung hatten. Er soll den Preßberichten zufolge — aus eigener Anschauung kann ich nicht berichten — wieder eine mächtige Wirkung erzielt haben. Indessen ist der Frühling scheinbar auch schon tn der Residenz eingekehrt, die schöne Bergstraße beginnt sich schon mit Touristen und Kurgästen zu bevölkern, die von dem dortigen relativ sehr warmen Klima profitiren möchten- am vergangenen Sonntag waren schon ganze Schaaren von Residenz- lern aus den engen Stadtmauern hinaus in die Berge unseres herrlichen Odenwaldes gepilgert. Z. Localer un- Provinzieller. •tejen, 18. März 1893. ♦♦ „Der Sinke der Arbeiter" ist ein Colossalgemälde betitelt, welche- in den Hinteren Räumen des Panorama-, Bahnhofstraße, au-gestellt ist. Nur muß man sich die Dimensionen der Bilde- nicht auffallend groß denken, auch keine figurenreiche, wildbewegte Massen Composinon zu finden wähnen, sondern ein gediegenes, einfache-, fleißig durchgeführtes Genrebild, sehr interessant, doch ohne welterschütrernde Tendenz, dabei aber von meisterhaftester Technik und voll intimen Reize-. In einem luxuriös ausgeftattetcn Gemach, das nach hinten, durch eine Portiöre halb verschlossen, in ein nicht minder reiche- Zimmer mündet, sitzt der Fabrckherr, welcher, wie seine auf einem Tabouret vor ihm liegenden Handschuhe, sein Paletot, Hut und Stock sndeulen, soeben nach HauS kam und eine Arbeiterdeputation seiner harrend vorfindet. Der Sprecher der letzteren steht in energischer Haltung vor ihm, die geballte Rechte hoch erhoben, die Linke nebst der Kopfbedeckung krampfhaft gegen die Brust pressend, während seine drei Collegen mehr im Hintergründe das allgemeine Gemurmel bilden und eine Frau, die vermuthlich den weiblichen Theil des Fabrikpersonals vertritt, weinend an die Schulter des Gatten sich lehnt und, wie um Gewaltthaten zu verhindern, dessen Arm umklammert. Die Worte des Sprechers bleiben offenbar nicht ohne Eindruck auf den aufmerksam lauschenden Principal, sowie auf dessen die Scene gespannt beobachtenden Buchhalter, und so kann der Beschauer das beruhigende Bewußtsein mit nach Hause nehmen, daß der Ausgang der Affaire ein günstiger, beide Theile befriedigender sein wird. Die einzelnen Figuren sind treffend charakterisirt, am gelungensten erscheint diejenige des Fabrikherrn, während die Haltung des Sprechers durch die in ganz gleicher Richtung angeordneren Linien der beiden Arme etwas Gezwungenes hat. Der Autor des Gemäldes, Professor Woldemar Luskina, ein Schüler des berühmten polnischen Malers Jean Matejko, beherrscht alle Mittel seiner Kunst in souveränster Weise. Sein Bortrag ist breit, sogar etwas robust und von modernstem Geiste der Realistik erfüllt, ohne in Bizarrerien oder Unschönheiten zu gerathen. Die Vertheilung des Lichtes und die Vertiefung des Raumes, sowie die plastische Herausarbeitung der Gestalten und einzelnen Gegenstände sind bewunderungswürdig und verrathen sofort den Meister ersten Ranges. Alles in Allem haben wir es also mit einem äußerst besuchenSwerthen Object zu thun, das keiner reclamehasten Anpreisung bedarf, sondern sich selbst durch seinen künstlerischen Ernst und die Reife der technischen Durchbildung genügend empfiehlt. Das Bild ist mit Gasglühlicht beleuchtet und somit trotz des dunklen Ausstellungs- Raumes und des trüben Wetters jederzeit zu besichtigen. ** Tuberkulöse Schlachtthiere. In der Sitzung des veterinärärztlichen Centralausschusses für das Großherzogthum Hessen am 16. Januar d. I. wurde der Procentsatz der tuberkulös befundenen Schlachtthiere nach dem Ergebniß der Fleischbeschau im Jahre 1892 wie folgt angegeben: Darmstadt 2,7pC., Mainz 1,38pCt., Offenbach 2,3pCt., Gießen 3,25 pCt., Bensheim 2,8 pCt. Danach weist unter den hier benannten fünf Städten die Stadt Gießen den höchsten Procentsatz auf. Auf dem Lande weicht das Ergebniß von dem Procentsatz der Städte nicht erheblich ab. Nach Art. 318 de- Polizeistrafgesetzes darf das Fleisch kranker Thiere, wenn solches bei der Fleischbeschau al- für menschliche Gesundheit unschädlich noch genossen werden kann, nur unter Angabe der Eigenschaft, also mit Bezeichnung der Krankheit des Schlacht- thieres verkauft werden. Nach dieser gesetzlichen Bestimmung kann daher zur Zeit in Hessen daS Fleisch tuberkulöser Thiere nur in öffentlichen Freibänken oder sonst kenntlich gemacht, verkauft werden. Die annähernde Gleichmäßigkeit de- Er- gebnisseS der Fleischbeschau in Hessen in Bezug auf die Zahl der als tuberkulös behandelten Schlachtthiere wird auf die oben erwähnte Vorschrift zurückgeführt, waS ganz besonders auffalle, wenn man die Tuberkulosestatistik von 1888/89 damit vergleiche. Man finde da Städte, wo 15 bis 20 pQt. und wieder andere, wo nur */,pCr. tuberkulöser Schlachtthiere verzeichnet seien. Z. B. sei in Frankfurt a. M, wo fast alle tuberkulöse Schlachtthiere in den freien Verkehr kämen, über 10pCt., in Wiesbaden, wo vor dem vorjährigen preußischen Erlaß alle mir Tuberkulose behafteten Schlacht- thiere auf die Freibank verwiesen worden seien, nur 1,66 pöt. verzeichnet. _____________ nn. Darmstadt, 17. März. Gestern Mittag um 3 Uhr fand im Hauptgebäude der Großh. Landesbaugewerkschule die Schlußfeier des 4x/a Monate dauernden Winter- CursuS dieser Anstalt statt. Zu dieser Feier hatten sich Ministerialrath Emmerling, der Präsident der Großh. Central- stelle für die Gewerbe, RegierungSrath Dr. Hesse, Bürger meister Morneweg, Direcror Albert, sowie Staatsminister a. D. Freiherr von Starck und sonstige Interessenten eingefunden. Der Director der Anstalt, Professor Müller, begrüßte die Erschienenen und gab ein Bild über das segensreiche Wirken der Anstalt im abgelausenen Schuljahre und forderte die Schüler am Schluß seines Berichtes auf, als Vorbild sich die früheren alten ehrbaren Handwerksmeister zu nehmen, bei welchen noch Sparsamkeit und Mäßigkeit hochgehalten wurden. Genußsucht sei der Ruin ganzer Familien und geeignet, ganze Gesellschaftsklassen deS Staates dem Untergang nahe zu bringen. Der Director sprach noch den Schülern, hauptsächlich aber den Herren Lehrern, welche an der Anstalt während des Wintercurses wirkten, besten Dank für ihre Leistungen und ersprießliche Thätigkeir aus und ersuchte die Ersteren, der Anstalt ein gutes Andenken zu bewahren. Besucht wurde die Schule während dieses Winters von 144 Schülern und zwar zum ersten Male von 76 Schülern, zum zweiten Male von 48 Schülern, zum dritten Male von 20 Schülern. Zum Schluß theilte der Director noch mit, daß für die nächste Zeit in Aussicht genommen sei, die volle Ausbildung der Kreisbauaufseher-Aspiranten an der Schule zu ermöglichen. ES folgte nunmehr die Besichtigung der Ausstellung der Schülerarbeiten, welche vier Lehrsäle füllen und Zeugniß davon ablegen, mit welchem Fleiß und Ausdauer sowohl Lehrer wie Schüler hier gewirkt haben. Am Abend fand eine gesellige Zusammenkunft in der Restauration Haust statt, wobei das schöne Verhältniß der Lehrer und Schüler in Lied und Rede zum Ausdruck kam. Vermischtes ♦ Gefährliche Körperfülle. Gefährlich ist's in Potsdam ein wohlbeleibter Mensch zu sein, wie folgender Vorfall, der vor wenigen Tagen dort passirte, beweist: Ein Schlächter» meister auS NowaweS, welcher sich einer gewaltigen Körperfülle zu erfteuen hat und meist einen grauen Saifermantel trägt, machte an einem der letzten Dochenmarkrrage, an welchem er zu Fuß nach PoiSdam ging, in einem Locale der Teltower Borftadt Station, um sich zu erfrischen -und erregt: dort die Aufmerksamkeit eine- Steuerbeamten, der den starken Mann mit kritischen Blicken betrachtete. Als bald daraus der dicke Schlächter die Langebrücke pasfine und etwa bi- zum ,Qaf6 Humboldt" gekommen war, wurde er plötzlich von zwei Steuerbeamten angehalten, mir der Aufforderung nach der Steuercomrolle, die wegen der noch in Pol-dam üblichen Schlachtsteuer an allen Stadteingängen besteht, zurückzukommen, da er anscheinend unter seinem Kaisermantel verschiedene Fleischwaaren verborgen habe. »Nun, wenn Sie btt jlooben, denn können Sie mir ja sofort untersuchen", meinte hierauf dec überraschte Meister. Sprach-, knapste in Gegenwart der sich schnell ansammelnden Menschen seinen Kaisermantel, Rock und Weste auf, um den Herren von der Steuer zu beweisen, daß er zwar Fletsch unter seinen Kleidern habe, daß dieft- aber an seinen Knochen festgewachsen sei. • Der „Mo" ist geftorben. So lautete eine Notiz, welche unlängst durch viele englische Zeitungen ging. Wer war dieser „Mo"? Was ist von ihm zu sagen? Mit kurzen Worten: er war ein Narr — wenigsten- behaupteten da- die Leute, als sie ihn vor mehr als fÜnfz'g Jahren ins Jrrenhau- steckten. Freilich, die Irrenärzte waren anderer Meinung- wenn man diese sprechen hörte, so war der „Mo" ein sehr vernünftiger, ja geistreicher Mensch, der nur einmal im Leben eine Tollheit begangen hatte, allerdings eine riefen- große: er batte al- junger Mensch gewagt, eine schwärmerische Neigung für die Königin von England zu fassen und hatte auch — was noch unverzeihlicher ist — sich unterstanden, Ihrer Majestät daS zu sagen! Die Sache kam so: An einem prächtigen Frühlingstag war die Königin auf einem Spazier« ritt im Hyde-Park begriffen und dachte an nicht- Böse- - da sprang ihr ein junger Mensch in den Weg, griff dem Pferd dec anmuihigen Reiterin in die Zügel und sagte schlankweg: „Madame, ich liebe Sie!" Daß man den sonderbaren Schwärmer sofort dingfest machte, bedarf wohl keiner eigenen Erwälmung. Merkwürdiger ist, daß man ihn ohne lange Verhandlungen ins Narrenhau- steckte, wo man ihm seinen Spitznamen „Mo" (abgekürzt au- Monomanie) gab. Der arme Kerl, er trug die Entrüstung ganz Englands, die er durch seine Verwegenheit über sich herausbeschworen, mit leichtem Herzen, ja er trug auch die 52 Jahre Haft im Jrrenhau-, ohne zu murren, denn bis an sein Lebensende begleitete ihn als Trost feine schwärmerische Verehrung für Englands Königin! * Eine seltsame Geschichte, wie ein Sohn seinen Vater verrieth, um zu einer Belohnung zu kommen, erzählt der Nürnberger „Fränk. Kur.": Ein Jagdpächter hatte wegen häufigeren Jagdfrevel- eine Belohnung von 25 Mark Dem zugesichert, der den Thäter so zur Anzeige bringen könne, daß er gerichtlich abgestrast werden könne. Um diesen Judaslohn zu erlangen, brachte der Sohn den eigenen Vater zur Anzeige und auf zwei Monate hinter Schloß und Riegel. Da die Belohnung au-blieb, stellte er Klage, wurde aber mit dieser vom Gerichte abgewiesen. Bekanntmachung. Das Fahren der zwei städtischen Gießfässer pro 1893/94 soll im Sub- misfion-weg vergeben werden. Hierauf Reflectirende wollen ihre Offerten bis zum 28. dieses Monats verschlossen mit entsprechender Aufschrift bei der unterzeichneten Behörde, woselbst auch die Bedingungen eingesehen werden können, einreichen. Gießen, den 16. März 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. ____________Gnauth.______[2617 Holzversteigerung. Mittwoch den 22. März soll in dem Gemeindewald zu',Watzen born-Steinberg nachoerzeichnetes Holz versteigert werden: 232 Nadelstämme von 8 bis 22 m Länge und bis 57 cm Durchmesser mit 148,19 fm Inhalt, wovon die Hälfte sich zu Schnittholz eignet, 9 Eichenstämme mit[2,61 trnJnhall 20 im Nadelknüppel, 70 „ Nadelstöcke, 2500 Nadelwellen. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr im Triesch. Steinberg, am 17. März 1893. Grobherzogliche Bürgermeisterei WatzenbornSteinberg. __ Heß.________[2574 Ate Holsversteigerung vom 14. d. M. in der Oberförsterei Schiffenberg ist genehmigt. Die Ab fuhrscheine können von Mittwoch den 22. d. M. an bei Großh. . Rentamt bezogen werden. Die Neber- i Weisung de» Holzes erfolgt Donnerstag, 23. d. M Morgens 7 Uhr. Gießen, 16. März 1893. ^Großh. Oberförsterei Schiffenberg. Heyer. [2573! Holzversteigerung in den zur Freiherrlich von Nordeck zur Nabenau'ichen Nachlaßverwaltung gehörigen Waldungen des Reviers Friedelhausen sollen Donnerstag den 23. März l. I. im District Burgwald und Stangenwald versteigert werden: 19 Eichenstämme von 37—56 cm Durchmesser mit 18,96 cbm, 3 Fichtenstämme mit 0,85 „ 72 Fichlen-Derbstangen zu Leiterbäumen und 500 Fichten-Reisstangen zu Bohnen stangen geeignet, 20 rm Eichen-Scheit, 7800 Buchen- und Eichen - Durch- forstungü-Wellen, 14 rm EichettXSlöcke. DieZusammenkunft findet imDistrict Burgwald am Ausgang Der Kreisstraße Friedelhausen auf die Marburger- straße, Vormittags 9 Uhr statt. Friedelhausen, am 17. März 1893. Schneider. [2603 AeUgköotenes. Fflanzenkub sl in allen Größen empfiehlt billigst WUh. 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