WW.ÄS1 I «5 K* W 15.Dc: r^ötrmki^--- I-H—dtalchM 7, ETÄ5* k^SM^atzi 19. äimmer mit Zubehör, iu t'frtmiMty 3immet lon, «üche, toafittld- mmUtchkm Juvrhör. LrtterSwtg 20. irtt« Zimmer zu vrrmiethni ^lochstraße 2, UL Stock. cs möbl. Rimmer zu vrr- Äaynhofstratzr I. eunbllcb möblirteS Ziom >u otxm\dt)tn. tximm^aV Z\, 11. Kckladcn >tr Dtm Symaastam danlage 5 ethea.___ßOU n mit Logis Bahnhosfiich i.ittbin. cuftabt 53.____ . mit Logis ju otrmidfa. 1 2il)3| MöuSburg!■ bm zu vnmiethev. Seilnsivkg 30. In btfttr W ju » Zu erst, t b. ®TP. I® W M* 5»W Versicherung k-ervvgsgtse8s«aM MMtwtwnb* ®Lrt sub ö P 44 an Di« K «■ ««"t me Stellen ’S**? S " ÄÄ& tflunb*1'”' [6259 i‘-, ®aUti!!E4—' sns®1* S!r. 166 D«r Gießener Anzeiger tifd>nnt täglich, Btt Ausnahme deS Montags. Die Gießener Jisvlikienvrätter »erben dem Anzeiger »tchrntlich dreimal beigelegt. Dienstag öen 18. Juli 189? Wegener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. 8 iertel jähriger Avonnementspreis» 2 Mark 20 Pfg. nut Bringerlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutür ahe 9t.7. Fernsprecher 61. Amts- und 2lnzeigeblutt für den Ureis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den | Vrtfti-fiot feT/Tt»* i^io6oit»Y fifrtfforAlle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. | ^tUHPUvUUlJv. ^UUlUuHVlUlul. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtliche»' Theil. Nr. 27 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 14. d. M., enthält: (Nr. 2113). Gesetz gegen den Verrath militärischer Geheimnisse. Vom 3. Juli 1893. (Nr. 2114). Bekanntmachung, betreffend die Einrichtung und den Betrieb von Anlagen zur Anfertigung von Zünd> hölzern unter Verwendung von weißem Phosphor. Vom 8. Juli 1893. (Nr. 2115). Bekanntmachung, betreffend die Einrichtung und den Betrieb der Bleifarben- und Bleizuckerfabriken. Vom 8. Juli 1893. (Nr. 2116). Bekanntmachung, betreffend die Einrichtung und den Betrieb der zur Anfertigung von Cigarren bestimmten Anlagen. Vom 8. Juli 1893. Gießen, den 17. Juli 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Die Wehrsteuer. Seit die Deckung der Mehrkosten für die Militärvorlage zu einer brennenden Frage geworden ist, sind aus den verschiedensten Lagern Stimmen laut geworden, die der Einführung einer Wehrsteuer das Wort redeten. In der That läßt sich kaum eine gerechtere Steuer denken: der Eine kommt seiner Pflicht gegen das Vaterland nach, indem er nicht nur seinen Körper und seine Gesundheit einsetzt, sondern Jahre der beruflichen Ausbildung und des Erwerbes opfert, der Andere hat die ihm aus seiner Dienstuntauglichkeit erwachsenden Vortheile bis zu einem gewissen Grade- denn einmal läßt sich das Opfer des seiner Dienstpflicht Genügenden nicht auf Heller und Pfennig ausdrücken und andererseits wäre es ungerecht, den Dienstuntauglichen zu einer vollen Geldabgabe heranzuziehen, da es doch nicht seine Schuld ist, daß sein Körper zum Dienst im Heere nicht geeignet ist, da er sogar vielfach darunter leidet. ES ist nun sehr lehrreich, Umschau zu halten, wie sich die europäischen Staaten zur Wehrsteuer stellen. Jnteressiren uns dabei auch in erster Linie die Großmächte, so ziehen wir außer ihnen doch noch das Beispiel der Schweiz heran, sowohl mit Rücksicht auf ihre eigenartigen demokratischen Regierungsgrundsätze, als auch, weil sie derjenige Staat in Europa ist, welcher zuerst entschlossen eine Wehrsteuer durchgefllhrt hat. Unserem Vaterlande gebührt indessen bei der Rundschau der Vortritt. Wenn das Deutsche Reich gegenwärtig auch keine Wehr« steuer kennt, so ist sie doch bei uns kein so ganz neues Ding. Sie bestand in Bayern und Württemberg bis 1870 und wurde von diesen Staaten nur aufgegeben, um für das neugeeinigte Deutschland eine einheitliche Militär - Gesetzgebung zu schaffen. Im Jahre 1881 wurde dann von der Reichsregierung der Versuch gemacht, die Wehrsteuer allgemein einzuführen, aber der Reichstag wies den Gesetzentwurf mit großer Mehrheit, fast könnte man sagen, mit Entrüstung, ab. Der Vorschlag ging dahin, die von der Ableistung des activen Dienstes Befreiten, einschließlich der Untauglichen, die Ersatzreservisten, sowie solche Leute, welche aus der Wehrpflicht entlassen werden, bevor sie derselben voll Genüge ge- than, auf 12 Jahre zur Wehrfteuer heranzuziehen, und zwar zu einer allgemeinen Abgabe von 4 Mark für den Kopf und außerdem zu einer fortschreitenden Steuer vom Einkommen. Diese sollte von 10 Mk. für 1000 Mk. Einkommen bis zu 148 Mk. für 6000 Mk. steigen. Höhere Einkommen als 6000 Mk. sollten mit 3 v. H. herangezogen werden. Bei Zahlung der fortschreitenden Wehrsteuer durch die Eltern der Wehrpflichtigen sollte sie auf die Hälfte ermäßigt werden- andere Erleichterungen waren für den Fall vorgesehen, daß gleichzeitig zwei oder mehrere Brüder wehrpflichtig würden. Die Grundzüge dieser gescheiterten Vorlage sind augenscheinlich dem schweizerischen Wehrsteuergesetz vom 28. Juni 1878 entlehnt. Auch von diesem werden eine allgemeine Taxe von 6 Fr. und eine Ergänzungssteuer festgesetzt, jedoch wird für letztere noch ein Unterschied zwischen Rein-Einkommen aus beweglichem und unbeweglichem Besitz oder amtlicher und geschäftlicher Thätigkeit einerseits und Rentenbezug andererseits gemacht. Einkommen der ersten Art wird mit 1,50 Fr. für 1000, der letzteren mit 1,50 Fr. für 100 Fr. bestimmt, doch darf der Gesammtbetrag im einzelnen Falle nicht über 3000 Fr. betragen. Wehrpflichtig sind alle Schweizer Bürger, die aus irgend einem Grunde nicht dem Auszug und der Landwehr zugetheilt sind, und zwar bis zum vierundvierzigsten Lebensjahre. Nach Vollendung des zweiunddreißigsten tritt jedoch eine Ermäßigung um die Hälfte ein. Es haben auch Angehörige des Auszugs und der Landwehr Wehrsteuer zu zahlen, wenn sie aus eigener Schuld (z. B. Aufenthalt im Ausland) an den vorschriftsmäßigen Hebungen ihres Jahrganges nicht theilnehmen. Von dem Gesammtertrage der Wehrsteuer fließt die eine Hälfte in die Bundeskasse und hier zum Theil in den Jnvalidenfonds- die andere Hälfte bleibt den (Santonen zur Verwendung für militärische Zwecke. Ueb- rigens ist die Zahl der zur Wehrsteuer Herangezogenen ver- hältnißmäßig groß (fast die Hälfte der im wehrpflichtigen Alter Stehenden) und es hat hin und wieder — wenn auch nicht verbürgt — verlautet, daß die schweizerischen Aus- hebungseommissionen geneigt seien, reiche junge Leute auch bei geringeren körperlichen Fehlern von der persönlichen Ableistung der Wehrpflicht zu entbinden, da die von ihnen zu zahlende Wehrsteuer dem Staate mehr nutze, als ein vielleicht schwächlicher Gewehrträger in Reih und Glied. Eine solche Praxis, die einem versteckten Loskauf gleichkäme, wäre menschlich wohl begreiflich, aber eines demokratisch regierenden Staates am wenigsten würdig. Der Schweiz folgt hinsichtlich des Zeitpunktes der Einführung einer Wehrsteuer Oesterreich - Ungarn. Es geschah durch Gesetz vom 13. Juni 1880. Zur Zahlung der Wehrsteuer sind verpflichtet: die Untauglichen, die vom Dienste Befreiten und Beurlaubten, die durch Krankheit, welche nicht auf den Dienst zurückzuführen ist, im Laufe der Zeit untauglich Gewordenen und endlich die vor dem Ablauf der Wehrpflicht Ausgewanderten. Der jährliche Betrag ist auf einen Gulden für die Arbeiterklasse und alle im Einkommen ihr Gleichstehenden festgesetzt- sie steigt in vierzehn verschiedenen Abstufungen bis zu einem Höchstbetrage von 100 Gulden für die oberste Steuerklasse. Besonders bemerkenswerth ist in Oesterreich die Art der Verwendung der durch die Wehrsteuer eingebrachten Beträge. Von den ersten Erträgnissen des Gesetzes hat man einen Grundstock von 2 Millionen Gulden gebildet, dem alljährlich eine nach der Stärke des Rekruten- contingents berechnete Quote (regelmäßig über eine Million Gulden) hinzugefügt wird. Der Rest fließt in die Staatskassen. Aus dem vom Kriegsministerium so angesammelten Fonds werden Invaliden, Wittwen und Waisen von Heeres- angehörtgen, durch den Krieg besonders Geschädigte u. s. w. unterstützt. Die Staatskasse gewährt aus den etngelaufenen Geldern im Mobilmachungsfalle Beihilfen an bedürftige Familien Einberufener. Frankreich hat sich gelegentlich der Einführung des neuen Rekrutirungsgesetzes vom 15. Juli 1889 zur Wehrsteuer entschlossen. Ihr unterliegen: die Untauglichen, die Zurückgestellten, die dem Hilfsdienst Ueberwiesenen und endlich die nach einjähriger aetiver Dienstzeit aus verschiedenen Gründen Entlassenen. Der allgemein verbindliche Jahresbetrag ist auf 6 Franken festgesetzt- daneben läuft auch hier eine Proportionalsteuer je nach den Vermögensverhältnissen der Steuerpflichtigen : die Steuerpflicht dauert bis zu dem Jahre, welches auf die Ueberführung der betreffenden Jahresklasse zur Reserve der Territorial Armee folgt, also 16 Jahre. Italien endlich befindet sich hinsichtlich der Wehrsteuer in einer ähnlichen Lage wie Deutschland, wenn es auch auf dem Wege zur Einführung einen Schritt voraus ist. Seit 1874 arbeitete die Regierung dort auf den Erlaß eines Wehrsteuergesetzes hin, aber erst 1882 brachte sie eine förmliche Vorlage ein. Diese blieb — wie so mancher gute Anlauf in Italien — in Folge parlamentarischer Zwischenfälle unerledigt, doch läßt sich aus ihrem Schicksal im Kammerausschuß, der sie mit großer Mehrheit verwarf, der Schluß ziehen, daß sie kaum durchgegangen fein würde. Es hat daher auch kein Interesse, sich mit dem Inhalt dieser Vorlage weiter zu beschäftigen. Vor Jahresfrist hat aber der Kriegsminister Pelloux den Entwurf eines neuen, bislang nicht erledigten Rekrutirungsgesetzes eingebracht, in dem auch eine Wehrsteuer vorgesehen wird, freilich ein halbes, lahmes Ding, das mit dem Grundgedanken jedes Wehrfteuergesetzes, der Gleichheit in den Lasten, wenig Ernst macht. Es soll nämlich zur Wehrsteuer nur die catigoria di riserva, d. h. die Klassen derjenigen jungen Leute, welche aus Familienrücksichten von der activen Dienstpflicht befreit sind, herangezogen werden, nicht aber die Untauglichen u. s. w. Ueber das voraussichtliche Schicksal dieser Vorlage läßt ssch zur Zeit nichts Bestimmtes sagen. Wenn wir nun die Einführung einer Wehrsteuer für einen Fortschritt in der socialen Gesetzgebung halten — und wir sind sehr geneigt, dies zu thun — so ergiebt ein kurzer Rückblick, daß Frankreich in Bezug auf diese Steuer am entschiedensten und schonungslosesten vorgegangen ist, während Deutschland auf dem Wege zu ihr am weitesten zurück ist und selbst von Italien überholt wurde. Erfreulich ist das nicht grade. Wenn aber nicht alle Annahmen trügen, dürste ein neuer Anlauf zur Einführung der Wehrsteuer nicht das Schicksal der Vorlage von 1881 thetlen. Deutsches Reich. Darmstadt, 16. Juli. Seine Königliche Hoheit der Großherzog werden Anfang künftiger Woche, von England zurückkehrend, sich nach WolfSgarten begeben. Berlin, 15. Juli. Der Reichstag hat die Milttär- vorlage in dritter Lesung, nach Annahme des Artikels 1, durch Aufstehen, sämmtliche Artikel ohne weitere Abstimmung angenommen. Sodann wurde die ganze Vorlage in namentlicher Abstimmung mit 201 gegen 185 Stimmen angenommen. Berlin, 15. Juli. Mit einer hochbedeutsamen Action hat der neugewählte Deutsche Reichstag am Samstag seine erste Session beschlossen. Er genehmigte am genannten Tage die Militärvorlage in dritter Lesung enbgiltig mit einer kleinen Mehrheit, die Parteigruppirung war dieselbe, wie bei der Abstimmung vom Donnerstag. Unverändert wurden hierauf noch der Nachtragsetat und das hiermit zusammenhängende Anleihegesetz enbgiltig angenommen, worauf ber Schluß des Reichstages burch Staatssecretär v. Bötticher erfolgte. Berlin, 15. Juli. Währenb ber heutigen Reichstagssitzung erschien gegen 4 Uhr ber Kaiser im Reichslags- gebäube unb hatte im Bunbesrathszirnrner mit bem Reichskanzler eine längere Unterrebung. — Der Abgeorbnete Prinz Carolath ist als Hospitant ber nationalliberalen Partei beigetreten. — Der Centrurnsabgeorbnete Letocha hat sein Manbat nkbergelegt, jebenfalls infolge von Meinungsverschiebenheiten zwischen ihm unb bem Vorstanb ber Centrumsfraction bes Reichstages in Sacken ber Militärvorlage. Berlin, 15. Juli. Der Parteitag ber Freisinnigen Volkspartei beschloß heute, bie Bezeichnung „Freisinnige Volkspartei" beizubehalten. Mannheim, 15. Juli. Offiziös wirb gemelbet, baß bei ben Kaisermanövern ber ganze Fouragebebarf aus ben Militärmagazinen gebeckt wirb. Die babische Regierung ordnete die SDeffnung der Waldungen zur Viehweide an, um ben Landwirthen bie Erhaltung ihres VtehstanbeS zu ermöglichen. .................................. Ausland. Wien, 15. Juli. Die galizische Stabt Husiatyn brennt seit gestern - etwa 100 Häuser, bie ruthentsche Kirche unb bie Synagoge sinb abgebrannt. Viele hunbert Familien sinb ohne Obbach. Czernowitz, 15. Juli. In bem Grenzorte Nowosielka kamen zwei choleraverdächtige TobeSfälle vor- seitens der russischen Behörden wurden die Leichen nicht obbuctrt. Paris, 15. Juli. Nach 12 Uhr verhaftete die Polizei zwei Jnbivibuen, welche anarchistische Plakate im europäischen Viertel ankleben wollten. Die Menge wollte bie Verhafteten mißhanbeln, bie Polizei brachte bieselben jeboch rasch nach bem Gefängniß. PariS, 15. Juli. Der „Petit Parisien" stellt fest, baß bas Nationalfest mit wenig Begeisterung gefeiert würbe. Die öffentlichen Gebäube feien mit schlechtem Geschmack beco= rirt gewesen und nur bei dem Aufmarsch der Soldaten und beim Erscheinen Carnots seien einige Vioatrufe gehört worden. Deutscher Reichstag. 8. Sitzung. Samstag, de« 15. Juli 1893. Aus der Tagesordnung steht zunächst bie dritte Berathung der Militärvorlage. Abg. Graf v. d. Decken - Ringelheim erklärt Namens der Welfen, daß sie gegen die Vorlage stimmen würden als die Folge der Ereignisse von 1866 und einer Politik, bei welcher Gewalt vor Recht und Moral geht. Sie können diese Vorlage nicht einer schwankenden Negierung bewilligen, die nicht einmal ihren Freunden den Erfolg verbürgen kann. Abg. Bebel (Soc.): Für seine Freunde liege kein Anlaß vor, ihre Stellungnahme zu ändern. Das Volk in seiner großen Mehrheit sei gegen die Vorlage. Bet allen Nationen, auch bei der französischen, sei das Bedürfniß vorhanden, dem Zustande der dauernden Rüstungen ein Ende zu machen. ES sei nicht richtig, daß die Franzosen den Krieg wollten. Boulanger habe sich jnur infolge der Bismarck'schen Politik eine Zeit lang halten können. Das französische Volk sei überlastet und könne die Last nicht länger ertragen. Die Rekrutenzahl in Frankreich war im Jahre 1891/92 erheblich niedriger als im Vorjahre. Auch das beweise, daß Frankreich an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit angelangt fei. Er habe nie, rote ihm Stumm zugeschrieben, eine Aeußerung gelb an, dabin gehend, daß wir Frankreich Elsaß-Lothringen auf dem Präsentirteller darbringen sollten. Er Neueste Nachrichten. Wolff« tdegraphlscht» Lorresvonben»-Bur«Uu. Kiel. 16. Juli. Der Kaiser ist heute früh hier ein« getroffen und hat sich von der Iensenbrücke an Bord der kaiserlichen Hacht „Hohenzollem" begeben. Deveschen bei Bureau .Herold^. Berlin, 17. Juli. Außer Frh. v. Stumm ist auch der polnische Abg. v. Ko-ciel-ki vom Kaiser durch die Verleihung des Kronenordens zweiter Klasie au-gezeichnet worden. Der Kaiser lobte die patriotische Haltung der Polen, die unvergessen bleiben solle. daß die Franzosen sehr srtcbUch srten und daß der Boutangtömus ganz harmlos gewesen, sei doch auf die amtlich veröffentlichten «cttn« stück« zu verweisen, auS denen zur Evidenz hervorgehe, daß wir 1887 vor einem Kriege standen. Es sei schade, daß Bebel nicht im französischen Parlament sitze, um seine friedlichen Anschauungen den Franzosen einzuflößm. Was Bebel heute über Rußland gesagt, sei etwa da» Gegentheil dessen, was er in der Commission gesagt habe. Beb«l behaupte immer, daß die Lasten auf die Arbeiter adgewalzt würden; die Socialdemokratte lege ihrer Anhängerschaft eine Steuer aus, die viel höher sei al» die, welche der Staat fordere. Die militärische Belastung sei bet uns pro Kopf der Bevölkerung ntedrtaer als in olden anderen europäischen Ländern. Er stimme für die MUitärvorlage mit der zweijährigen Dienstzeit, nachdem die dreijährige Dienstzeit thatsächltch nicht mehr durchgeführt sei. Bezüglich der Deckungsfrage habe er volle» Vertrauen zumFtnanzmintsterDr. Miquel, der die landwirthschaftltchen Verhältntffe besser kenne, al» mancher hohe Staatsbeamte, auch wenn er mit Grundbesitz selbst behaftet sei. Die Regierung müffe im Jntereffe unserer Wehrkraft Maßnahmen gegen die Entvölkerung des platten Lande» ergreifen, denn in dem Maße, in dem sich das platte Land entvölkert, nimmt die Wehrkraft ab. Da» Hauptergebntß der Wahlen sei die Wiederbelebung des nationalen Gedankens; welche Partei mehr oder weniger gewonnen oder verloren hat, das kommt dem gegenüber nicht in Betracht. Es heiße: e» fei leichter, ein Vermögen zu erwerben, als eins zu erhalten; wir haben die schwere Pflicht, ein große« Vermögen zu erhalten. (Beifall.) Abg. Dr. Schaedler ((Str.) erklärt, daß da» Centrum auch heute gegen die Vorlage stimmen werde, da neue Momente zu Gunsten derselben nicht hervorgetreten seien. Die Versuche, daS Centrum zu trennen, hätten da» aegentheilige Ergebniß gehabt. Das Centrum könne einer Vorlage nicht zusttmmen, die Deutschland zu einem Heerlager in Friedenvzeiten machen müsse und welche dem Volke unerträgliche Lasten zumuthe. Man möge sich nur vorsehen; bald werde versucht werden, neue große Forderungen für die Marine unter einer gewissen Flagge in den sicheren Hafen htnetnzubugsiren. ES gebe jetzt andere, wichtigere Ausgaben. Man möge dem Kletnbauernstande zu Hülse kommen; die Millionen, die dafür verwendet werden, sind die best angelegten. (Beifall im Centrum.) Abg. Rickert (frs. Ver.): Von entscheidender Bedeutung ist für un» die zweijährige Dienstzeit und die DeckungSirage. Zu bedauern ist die Ablehnung des Antrags Carolath; nachdem diese Ablehnung erfolgt ist, müssen wir uns mit der bindenden Erklärung deS RetchskanzlrrS begnügen, daß innerhalb der leitenden Kreise an eine Wiederaufgabe der zweijährigen Dienstzeit nicht gedacht wird, wenn nicht ganz unvorhergefehene und unübersteiabare Schwierigkeiten eintreten. Bezüglich der DeckungSfrage hat der Reichskanzler erklärt, daß dieselbe nicht durch Steuern aus nothwendige LebenSartikel gelöst werden solle. Wir nehmen an, daß der RetchSkanzler zu diesen Erklärungen von entscheidender Stelle ermächtigt worden ist. Reichskanzler Graf Caprivi: Diese Auffassung ist richtig. Abg. Ploetz (cons.) bedauert, daß die Anträge aus Linderung der Futternoth nicht mehr zur Berathung gekommen und bittet die Regierung, die Anträge trotzdem noch zu berücksichtigen. Die Debatte wird geschlossen. Nachdem die Vorlage in ihren einzelnen Theilen angenommen worden, wird sie in der Gesammtabstimmung mit 201 gegen 185Stimmen endgültig angenommen. Dafür stimmen die Cooseroativen, die Reichüpartet, die Nationalltberalen, die freisinnige Vereinigung, die Antisemiten und die Polen, sowie von den Wilden die Abgg. Gras BiSmarck - Schönhausm, Prinz Carolath, Röficke, Frhr. v. Hornstein u. s. w., im Ganzen 7. Hierauf werden der NachtragSetat und das Anleihegesetz In dritter Berathung angenommen. Zu Mitgliedern der RetchSschuldencommission werden gewählt Abgg. Dr. Hammacher, Prinz Arenberg und Frhr. v. Hammerstetn und zur Verstärkung der Commission Abgg. v. Kehler, Kropatschek, Pachnicke Abg. Graf Hompesch spricht dem Präsidenten v. Levetzow 9lamen» de» Hauses den Dank für die Leitung der Geschäfte au». Präsident v. Levetzow bittet diesen Dank auf die Dicepräsidenten und Schriftführer au»dehnen zu dürfen. Reichskanzler Gras Caprivi verlas daraus eine kaiserliche Botschaft, mittelst wdcher die Session de» Reichstag« für geschlossen erklärt wird. Der Reichskanzler fügte hinzu, daß da» Ergebniß der Berathunaen die verbündeten Regierungen mit hoher Befriedigung erfülle. Unerschütterlich stehe bei denselben die Ueberzeugung fest, das die Vorlage nur da» Rothwendigste verlangte. Er sei vom Kaiser beauftragt, besten Dank dem Reichstage für seine patriotische Mitwirkung auszusprechen. Unter einem vom Präsidenten auSgebrachten und von dem Reichstag begeistert aufamommenen dreifachen Hoch auf Se. Maj. den Kaiser (dis Soctalvemokratm hatten wie üblich schon vorher den Saal verlassen) ging die Versammlung auseinander. nur et “‘«“äiS&’SXS« mmtSgelegenheit für Offiziere gefchanm ""dm. Forderungen für ■Sinter würfe für die meisten ^°''»,en dn Regternns überd-unt nnrmiMMh Reicben ein Ioteresse, mögen sie auch die Lasten tragen8 Führe man doch eine pro^stoe Reich» Etnkommmfteuer luf «Wommen von über 6000 bi» 8000 Ml. ein; mit der Börsen- steuer wnde nur ein kleiner Theil der reichen Leute getroffen. Man rede von LuruSsteuern. Dieselben bringen nichts ein. England, da» noch einmal so reich sei al» Deutschland, ziehe 15 Millionen Mark au? den LuruSsteuern. Durch die preußische Steuerreform> snen die Besitzenden entlastet worden. Die Agrarier zahlen zu den Kosten des Deutschen Reiche» keinen Pfennig, sie bezögen noch Zehntausende und versorgten ihre Söhne in der Armee. — Redner rotrb zur Ordnung gerufen, weil er behauptet, die Vorlage sei nur zur Ausbeutung der Arbeiter gemacht. — Unter den hohen Ausgaben für Militärzwecke leiden alle Culturausgeben; zur Ausbildung von je Soldaten werde ein Unteroffizier eingestellt, während in Preußen durchschnittlich auf je 70 Schulkinder ein Lehrer kommt. ES fehle ferner an Richtern. Nieder mit dem Militarismus! Abg. v. Kardorff (Rp.): Gegenüber der Behauptung Bebels, ' - sie Franzosen sehr friedlich seien und daß der BoulangismuS Berlin, 17. Juli. Die Telephonverbindung Beritn- Nordhausen-Cassel-Frankfurt ist nunmehr auf der Strecke Berlin-Nordhausen fertiggestellt und rotrb letztere am 20. Juli eröffnet. Paris, 17. Juli. Großes Aufsehen erregt ein vom schweizerischen Gesandten verfaßtes Buch zu Gunsten der politischen Gleichstellung beider Geschlechter. London, 17. Juli. Die „Presse" tadelt tie Direktoren der Chicagoer Weltausstellung wegen der 24 gegen 4 Stimmen getroffenen Entscheidung, die Ausstellung an Sonntagen geschlossen zu halten. In Paris, London und Wten sei die Einnahme am Sonntag die stärkste gewesen. Liffaboa, 17. Juli. Der portugiesische Gesandte telegra- phierte der Regierung, der Sturz deS Präsidenten von Brasilien stehe bevor. tocaki und ^provinzieller. Gießen, 17. Juli 1893. *» Oeffentliche Sitzung des Provinzialausfchuffes bet Provinz Oberhesseu vom 15. Juli 1893. 1. Beanstanbung der Bürgermeisterwahl zu Hattenrob. Heute wirb die am 1. Juli begonnene Verhandlung fortgesetzt und zunächst wieder eine Reihe von Zeugen vernommen, welche sich in der Hauptsache über eine Bedrohung, welche der Ehefrau des Schweinehirten Stein gegenüber von dem Candidaten H. Mengel ausgesprochen worden sein soll, zu äußern harten. Die Aussagen der Zeugen, welche zum Theile auch unter Eid stattfanden, stehen sich oft direct entgegen. Rechtsanwalt Katz vertheidigte den Gewählten H. Mengel. Der Provinzialausschuß erkannte, daß dem p. Mengel die Bestätigung nicht zu ertheilen sei und setzte ihm die Kosten des Verfahrens zur Last. — 2. Beschwerde der Louise Krüger und Genossen zu Bad-Nauheim gegen den Betrieb der Schweinemetzgerei des Heinrich Seid daselbst. Dem p. Seib, dessen Hofraithe in der Neustadt sich befindet, ist vom Kreisausschuffe Friedberg unter gewisien Bedingungen die Concession zur Anlage der Schlächterei ertheilt worden, wogegen Frl. Louise Krüger und zwei Genossinnen Recurs verfolgten mit der Begründung, daß durch das Schreien der Schweine die bei ihnen wohnenden Kurgäste sehr belästigt würden. Der ProvinzialauSschuß gab dem Recurse statt und versagte dem p. Seib die Concession zum Betrieb der Schlächterei- die entstandenen Kosten wurden demselben gleichfalls auferlegt. — 3. Klage des Orts- armenverbandesRuppertenrod gegen denOrts- armenverband Nieder-Eschbach wegen Unterstützung des Konrad Kratz von Ruppertenrod. Der hülfsbedürftige Konrad Kratz mußte in seinem Geburts- orte Ruppertenrod verpflegt werden und wird nun die Erstattung der dadurch entstandenen Kosten Seitens des dortigen Armenverbandes von der Gemeinde Nieder-Eschbach, in welcher Kratz lange Jahre als Knecht und Taglöhner beschäftigt gewesen sein soll, verlangt. Die Gemeinde Nieder-Eschbach lehnte die Kostenübernahme ab und bestritt den Erwerb des Unterstützungswohnsitzes, worauf Klage Seitens der Gemeinde Ruppertenrod erhoben worden ist. Die vernommenen Zeugen aus Nieder-Eschbach bekundeten, daß Kratz als landwirth- schaftlicher Arbeiter in längeren Zeiträumen dort Beschäftigung gehabt hat- eine Tochter des Kratz bestätigt, daß derselbe im Herbst fast jeden Jahres zwar nach Ruppertenrod gekommen, jedoch immer wieder nach Nieder Eschbach zurückgekehrt sei. Die Verhandlung wurde vertagt, da zunächst noch weitere Zeugen vernommen werden sollen. — 4. Klage des Ortsarmenverbandes Bönstadt gegen den Ortsarmenverband Nidda wegen Unter* stützung der Familie des Lehrers Thöt. Der Lehrer Thöt ist aus dem Schuldienst entlassen und war dessen Familie, mangels eines anderweiten Einkommens, hülfsbedürftig geworden. Die Gemeinde Bönstadt verlangt von Geiß-Nidda Ersatz der aufgewendeten Kosten. Die beklagte Gemeinde bestreitet nicht den Unterstützungswohnsitz, wohl aber die Hilfsbedürstigkeit, da sowohl Thöt als auch seine Frau junge und gesunde Leute seien, welche sich und ihre Familie zu ernähren recht wohl in der Lage seien. Durch verschiedene Zeugen wurde festgestellt, daß Unterstützungsbedürftigkeit vorgelegen habe, da es dem Thöt trotz seiner und den Bemühungen anderer Personen nicht gelungen sei, entsprechende Beschäftigung und Verdienst zu finden. Die Gemeinde Geiß-Nidda wurde nach dem Klaganspruch verurtheilt und ihr auch die Kosten deS Verfahrens auferlegt. ** Zur Laubtagswahl. Daß bei der bevorstehenden Landtagswahl jeder Partei das Recht zusteht, auf gesetzlichem Wege für ihre Candidaten zu werben, ist hinreichend bekannt. Daß man aber in der Wahl der Mittel nicht allenthalben sich auf dem Boden der Sachlichkeit zu bewegen vermag, dafür liefert ein in Nr. 624 deS „Reichs-Herold" enthaltener Aufruf den Beweis. Es heißt nämlich am Schluffe desselben: „Wähler! Besonders, ihr Ortsgruppen, tretet sofort zusammen und werdet über die Wahlmänner schlüssig! Verpflichtet jeden Wahlmauu durch Haudschlag uud Ehrenwort, nur dem Candidaten unserer Partei seine Stimme zu geben! Kein Bürgermeister, kein Lehrer ober Pfarrer, und wer sonst noch von der Regierung abhängig ist, darf als Wahlmann von Euch aufgestellt werden! Traut keinem Regieruagsmanu! Nur unabhängige Bauersleute, die ehrenfest sind, dürfen angenommen werden! Dann ist es möglich, daß wir siegen. Tretet Alle mit Feuer ein für unsere gemeinsame Sache'. DerUnterbrückungdeSVolkeSvon Darm stabt aus muß ein Enbe gemacht werben!" DaS hier Fettgebruckte ist auch in dem Auftuf mit fetten Buchstaben hervorgehoben, der Schlußsatz ebenfalls in gesperrter Schrift. Nun, Ihr Bürgermeister, Pfarrer und Lehrer, ober wer sonst nach Ansicht der Antisemitenführer so unvorsichtig war, Regierungsbeamter zu werden, Euch spricht man die Ehrenfestigkeit ab, als Wahlmänner zu fun- giren. Wollt Ihr, daß fernerhin Euere Gemeindeangehörigen in so gehässiger Weise gegen Euch aufgebracht werden, wollt Ihr, daß einzelne, nur ihr eigenes Jntereffe im Auge habende Personen in gewissenloser Weise Eueren Gemeinde- angehörigen vorreden, daß nur sie daS Wohl deS Volkes zu fördern im Stande seien und Euere in ehrlicher Pflichterfüllung geführten Amtsgeschäfte nur auf Unterdrückung deS Volkes hinauSlaufen, so laßt diese Leute schalten und walten. Wollt Ihr aber, daß in Eueren Gemeinden Ruhe und Frieden waltet, daß die besonders in der letzten Zeit in erhebender Weise zu Tage getretene Fürsorge der Regierung daS Vertrauen zu ihr und mit ihr zu Euch weiter befestigt, so tretet mit aller Entschiedenheit gegen solch gewissenloses Gebühren Einzelner auf, gegen ein Gebühren, daS, Gott sei Dank, nur von einer kleinen Minderheit des hessischen Volkes gebilligt wird. ♦♦ Das gestrige Concert der Meyder Capelle in „Stein» Garten" hatte künstlerisch wie finanziell gleich guten Erfolg. Der Ruf, den die auch früher hier zum öfteren anwesende Capelle Bilse genossen, ist auf die unter dem Namen „Berliner ConcerthauS-Capelle" auftretende Vereinigung von 70 Künstlern unter Direktion des CappellmeisterS Karl M e y d e r übergegangen. DaS Programm wie- folgende Nummern auf: C. M. Weber: Ouvertüre zu „Oberon" - R. Wagner: Einzug der Götter in Walhall auS dem Musikdrama „Das Rheingold"- Gervais: „O Cara memoria“ (Violoncello Solo)- LiSzt: Ungarische Rhapsodie Nr. I F-dur.; Beethoven: Ouvertüre „Leonore III."; R. Wagner: WotanS Abschied und Feuerzauber auS dem Musikdrama „Die Walkure"- Vieuxtemps: Air varie f. d. Violine - Verdi: Große Fantasie a.d. Oper ,11 Travatore“ - R. Wagner: Ouvertüre z.Oper „Tannhäuser"-drei Streichquartette von Schumann, Hartog, Gillet- Hoch: Klänge auS Steyermark, Fantasie für Cornet ä piaton; Liszt: Ungarische Rhapsodie Nr. 2. — DaS im Garten begonnene Concert mußte infolge eintretenden RcgenS in der Mitte des zweiten TheilS in den Saal verlegt werden. Dieser Umstand that indeß dem Ganzen nicht den geringsten Abbruch, ja er wurde sogar von Freunden von Solopartien begrüßt, weil dadurch letztere entschieden an Wirkung gewannen. Violoncello, Violine und Cornet ä piston wurden meisterhaft gespielt. Die Vorträge verschafften den Zuhörern durch deren da capo-SRufe hübsche Einlagen, wie denn auch der sonst gespendete Beifall bewies, baß bie Ausführung der übrigen Nummern eine vorzügliche war. — Das zweite Concert findet heute Nachmittag 5 Uhr statt- es ist nach dem Erfolge des gestrigen zu hoffen und zu wünschen, daß eS ebenso zahlreich besucht wird. ** Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Schiffs- knecht Friedrich Baumgärtner zu WormS in Anerkennung der von demselben am 3. Juni dsS. IS. mit Muth und, Entschloffenheit, sowie eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung des Franz Heinrich Philippi von da vom Tode deS Ertrinken» die Rettungsmedaille zu verleihen geruht. ** An der Großherzoglichen Technischen Hochschule zu Darmstadt treten mit Beginn deS Wintersemester» 1 8 9 3/94 (im October b. I.) einige Neuerungen von bejonberer Wichtigkeit in Kraft. ES wirb nämlich ein besonderer Studienplan für die Ausbildung von Electrotechnikern in daS Programm der Hochschule eingeführt werden. Auch finden nunmehr Hebungen im Untersuchen von Nahrung-- und Genußmitteln, sowie von Gebrauchsgegenständen unter Leitung des Vorstände» deS Untersuchungsamtes Herrn Dr. H. Weller statt, denen sich mikroskopische und bacteriologische Untersuchungen von NahrungS- und Genußmitteln unter Leitung deS Herrn Ober- medicinalrath» Dr. Uloth anfchließen. Da von Seiten der Reichsbehörden eine Staatsprüfung für Chemiker beabsichtigt ist, deren Bestehen die betreffenden Chemiker berechtigt, als Sachverständige vor Gericht zu fungtren, so werden die genannten Hebungen Seitens der Candidaten der Chemie mit besonderem Nutzen für ihre künftige Laufbahn besucht werden. • • Patente uud Gebrauchsmuster von im Großherzogthum Hessen lebenden Erfindern. Kl. 36, E. 3761. Füllklappe für Preßkohlen - Füllöfen- Eisenwerke Hirzenhain, H. R. Buderus in Hirzenhain, 8. März 1893. — Kl. 51, D. 5445. Pneumatische Windlade für Orgeln - H. Dietz und C. Nicolaus in Lich, 15. Nov. 1892. — Kl. 75, M. 8815. Electrolyse von Alkalisalzen - Juliu» Marx in Bad-Nauheim, 2. April 1892. • • Patent Ertheiluagen. Kl. 36, Nr. 70073. Beweg- licher Kegelrost für Dauerbrandöfen mit Braunkohlenfeuerung - Zusatz zum Patente Nr. 59040, B u d e r u-'sche Eisenwerke in Hirzenhain- vom 18. September 1892 ab. ♦ ♦ Obsterute AvSstchteu. Der „praktische Rathgeber im Obst- und Gartenbau" giebt in seiner letzten Nummer (29) eine Zusammenstellung der Aussichten für die O b st e r n t e 1893 in 23 verschiedenen Ländern bezw. Provinzen. Danach gestaltet sich für Hessen die Obsternte-AuSsicht auf Grund von 17 eingegangenen Berichten folgendermaßen: Aepsel: gut, Birnen: gut bis mittel, Zwetschen: gut, Pflaumen, Süßkirschen, Sauerkirschen: gut bis mittel, Pfirsiche: mittel bis gering, Aprikosen: gut bis mittel, Stachelbeeren und Johannisbeeren : gut, Himbeeren: gut bi» mittel, Erdbeeren: mittel, Heidelbeeren und Wallnüffe: mittel bi» gering, Hasel- nüffe: gut bis mittel. 0 Reiskirche». 16. Juli. Seither wurde an der Erweiterung des GeleiieS an der hiesigen Haltestelle rüstig gearbeitet und ist nun dieselbe soweit vorgeschritten, daß hoffent- lich in den nächsten Tagen schon der Arbeiterzug von hier abgelaffen wird. 1 1 Nachmittags 2*/, Uhr, 3 3 Flur €288] 25 Flur 25 1) 4907 ■2) 2738 n 1805 l ' A. ««m Ach W Zefl in b Withen Sott Ä«" ****$} "L'°- i" »Steil« ’' ? guten 6t|ol Utax dem Amen 'ppellllieisiers Karl ;Tö”m wie- folgende „Oberon". dm Musil. ”, Ura memoria“ 'Wie Wr.IF.dur,. Wagner: Wotans '.r°M„DieWalküre-- Fantasie aV '»wrez.Oper„Tann- mann,Hartog,Gilltt; ,e >ur Cornetä piston: Das im Garten be- en Regens in der Mine legt werden. Dieser >en geringsten Abbruch, Solopartien begrüßt, WsilMtz tzrtvannen. ton wurden meisterhaft n Zuhörern durch deren denn auch der sonst usführung der übrigen as zweite Eoncert findet nach dem Erfolge des aß es ebenso zahlreich am untersten Riegelpfad, Nr. 151 — 1150 Meter Acker auf dem Sandkauter Weg und Hregstrauch, Nr. 117,7 — 2375 Meter Acker amObleberg vor demRöderwea, Nr. 68 — 1600 Meter Wiese am Heegstrauch vor der Schwal- bachiscken Wiese auf das Bruch, Nr. 132 — 4000 Meter Acker am Erdkauter Weg, Nr. 133 — 4013 Meter Acker daselbst, Nr. 134 — 2956 Meter Acker bet Verdingungen. Die nachstehend beschriebenen Arbeiten und Lieferungen für den Ausbau der unteren Gartenstrahe, für Herstellung einer Entwässerungsanlage in der Bahnhofstraße und von Banketpflafter in der Westanlage sollen Donnerstag den 20. Juli, Vorm. 11 Uhr, im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden, nämlich: veranschlagt zu rd. t edlen Thal. Seine I haben dem Schiffs« 3orm6 in Anerkennung Js. mit Mnth uni, ahr bewirken Rettung mTvde des Erttinlens uht. chnischen Hochschule zu vintersemesterS > einige Neuerungen t. Es wird nämlich Die Ausbildung von mm der Hochschule ein« nehr Hebungen im mb Genußmitteln, r Leitung deS Vorstandes , Weller statt, denen t Untersuchungen von itung des Herrn Ober« Da von Seiten der ng skr ^mler tteffenden Chemiker be-- «richt zu sungiren, s° ens der Kandidaten dei ihre künftige Laufbahn von im GloßhAchE E. 3761. FEaM .-k- -UL ft. 70013. MJ ' wif Araunkohlen- 59040/ 8 September in; »» „»t »wbt,± feS Ülbi-fen Danach 9e' Provinzen- @runb ite-AusM °u! lgenderrn v mflauDitn, E Lche: SÄ»6* Chilesalpeter § billigst bei Otto Schaaf, SelterSweg 39. Fussbodenanstrich aller Art, rasch trocknend und von großer Dauerhasttgkeit billigst. [5157 Augast Noll 11 Bahnhofstraße 51. 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JulifllvS, Nachmittags 4 Uhr, im Eisenbahnbauamt zu Gladenbach, wo die Bedingungen und Zeichnungen eingesehen und von wo die Verdingungsunterlagen gegen kostenfreie Einsendung von 1 Mark für einen Bahnhof und von 0,5 Mark für jeden folgenden Bahnhof bezogen werden können. Zuschlagsfrift 4 Wochen. Gladenbach, den 12. Juli 1893. Der AbtheilungS-Baumeister: 6201 Hentzen. Gährspunde zur Obstweinbereitung nöthtg, bei 6323] Otto Schaaf, Seltersmeg. Königs-Reis -Stärke» Unübertroffenes Fabrikat ran Stärken det Wäsche, empfiehlt mi__Emil Fischbach. Soeben erschien: Adressbuch d. deutschen Zeitschriften und der hervorragendsten politischen Taflesblätter. 34. Jahrgang 1893, bearb. von H. O. Sperling. Gr. 8°. 25 Bog. In Leinen geb. 4.— Jt baar. Börsenblatt für den deutschen Buchhandel: „Sorgfältiger, genauer und ausführlicher als irgend einer der bestehenden Cataloge“. [5698 Leipzig - R., Expedition des Zeitschriften- Adressbuchs. links am Steinkauter Weg, Flur 43 Nr. 40 u. 4P/io — 1350 Meter Acker auf dem Fluthgraben, Flur 45 Nr. 98 — 1725 Meter Acker an Flur Flur Flur 17. Juli, Morgens b Uhl 17. Iulfi MittagsI2llbr Barometer: Tbermometer: Hygremeterstand: min. 743 mm, max. 747mm „+10«/2°R. „+141/s°R. sehr feucht. min. 743mm, max. 747 mm „ + 10V2° R. „ 4-18'/»° R Neigung für trock. Witt. Immobilien-Verkauf. Durch Ableben des Kaufmanns Wilhelm Rinn III. zu Heuchelheim ist dessen Hofraithe nebst angrenzendem Garten, in welcher seither ein gutgehendes Lpecerei-, Warben-, Porzellan- u. Manufacturwaaren-Geschäft betrieben wurde, aus freier Hand erbtheilungShalber alsbald zu verkaufen. Auskunft ertheilt Wilhelm Zimmer zu Heuchelheim und der Vormund, Lchutzmann DongcS, zu Gießen._________________________________________(6280 Emser Silber-Gartenkies mit Wohnung von I 5 Zimmern u. 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