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Da- günstige Resultat b'r Zeichnung aus bie Reichsanleihe unb Preußischen EonsolS doppelt günstig in Ansehung einer möglichen unb sobann überaus stürmt- schm Wahlcampagne hat auf bie Börse fast gar keinen Eindruck gemacht. Diese, welche mit den weiten Kreisen des Publikums nicht über den März hinaus in engerer Verbindung war, interesstrt sich heute nm für die entscheidende Frage, ob die Hausse des österreichisch-ungarischen Marktes triftig begründet ist, oder auch dort nur eine wilde Ueberspeculalion herrscht, die schließlich einer Ernüchterung Platz machen müßte. In Wien berechnet man an b:r Hand vieler Geschäfte allen Ernstes die nächste Dividende der Creditanstalt auf 18 Gulden und steht den CourS der Aciie bereits aus 400. In Berlin zieht man die alle Erfahrung von unvorhergesehenen Zwtschmfällen an und glaubt schon jetzt mit einem gewissen Pessimismus Recht bekommen zu können, angesichts deS empfindlichen Rückganges des Wiener WechselcourseS, in Folge dessen die beiden Ftnanzminister mit ihren Deoisen- käufm vorläufig einhaltrn müssen und vielleicht sogar Efiectenabgaben zu veranlasten haben. Da aber diese gewiß peinliche Thatsache für die Verstauung der Tendenz noch nicht ganz genügte, so erweiterte man auch daS Ausgrben der Subscription der brasilianischen Anleihe in Deutschland zu einem bestimmten Zerwürsniß zwischen Rothschlld und der DtScontogesellschaft, d. h. zwischen Factoren, die einander gleich nöthig haben; erhob man die französische Flottendemonstration vor Alexandrien zu einem Krieg der beiden Westmächte unb verflieg sich angesichts ber ungünstigen Chancen beS Schienenmarktes zu den niedrigsten Diotdendenderechnungen bezüglich deS Bochumer Gußstahlverein«, der erst im Juli sein BetriebSjahr abschließt. Einer R Berechtigung entbehren allerdings nicht die wieder ausgetauchten Zweifel : Ermäßigung der russischen Eisenzölle, aber nur insofern, als bei einer ReichstagSaustösang unsere Regierung den Agrarparteien mit Aufrechterhaltung der deutschen Getreidezölle entgegenzukommen hat. Endlich werfen auch die Eholera- nachrichlen ihre Schatten voraus, denn wir sind im Frühling unb es aiebl leiver nur zu viele Aerzte, welche für Hamburg ein Wieberaufleben jener schrecklichen Seuche befürchten. WaS die« für Bahnen, Dampfergefellschaften, die dortigen Banken, sowie für Deutschlands Export zu bedeuten hat, war in 1892 fühlbar genug. Giedt eS doch zahlreiche Jahresberichte unb von den verschiedensten Industriezweigen, welche bie Stockung ihre- Absatzes auf jene Epidemieen zurücksühren. Die Politik brachte im Laufe ber Woche keine entscheidenbe Neuigkeiten. Die TimeS-Depesche über die wachsende Erregung ber egyptischen Bevölkerung gegen die Frernbherrschast erscheint zwar nicht übertrieben, aber daS DemonstrationSgeschwaber der Franzosen vor Alexandrien sollte man vorläufig nicht zu antienglisch aufnehmen. Die inneren französischen Verhältnisse, für Weiterblickende vielleicht daS Beachtens» wertheste der ganzen politischen Situation, werden seitens der Börse momentan kaum in Betracht gezogen. Erst die heute etntreffenbe Nachricht oon dem Staatsstreich deS jungen serbischen Königs versetzte die Börse tn größere Aufregung unb übte einen entscheidenberr Einfluß auf bie Eourse aus. Die bedeutsamste politische Phase steht ober wohl Deutschland bevor, fall« ber Reichstag wirklich nach Haufe geschickt werden sollte. Vielleicht trennen uns nur wenige Wochen von dieser Entscheidung, die, wenn sie etntrifft, eine so heftige Wahlcampapne nach sich ziehen würbe, baß man Herrn Miguel - Klugheit wohl begreift, noch rechtzeitig vorher seine neuen EonsolS zur Zeichnung auflepen zu lassen. Diese Zeichnungen haben ein sehr günstige- Resultat craeben; bie Reich«. Anleihe ist viereinhalbmal, bie preußischen EonsolS sind viermal subscribirl worben. Bei ber geringen Spannung zwischen dem EmtssionScourse und dem Eourse der alten Anleihen lag für die Speculation kein sonderlicher Anreiz vor, sich hervorragend an der Zeichnung zu betheiligen. Es ist daher wohl berechtigt, dem Anlage suchenden Eop'.tal den Hauplantheil an dem günstigen Erfolge der Subscription »uzuweisen, wenngleich nicht außer Betracht gelassen werden soll, daß die ZeichnungS- ftellen sich tn mehr oder minder großem Maßstabe bet der Zeichnung derheiligt haben werden. Einstwetlrn verkehren bie neuen Anleihen an ber Börse zwar noch aus ber Bast- beS Emiisionscourse-, allein man bars wohl erwarten, daß mit der Zett neue Käufer den Cour- günstig beeinfluffen werden. Am Montanmarkt haben sich diesmal die Verhältnisse umgekehrt gestaltet. Eisenwerihe waren flau unb Kohlenactien erholten sich mehrtach. Daß hierbei neben aflen auch noch so geichickt vorgebrachten äußeren Ereianiisen bie PositionSverhält nisse einen großen Einstaß auSüben, ist eine selbstverständliche, von unS oft genug hervorgebobene Thaisache. Immerhin hat man bie niedrigen Schienenpreise, sowie die Nachricht, daß der deutsche Walzeifenverband auf den Widerstand der rheinische« Hülienweike die drabsichttgie Erhöhung des Grundpreise- oon Walzeifen fallen gelost , habe, au'-wir kiamNe auSgedeutet. Bochumer, von denen man außer demnach b-taupM', daß das Se t Lieferung-»«träge zu niedrigen Pleiten abgetchlosten habe, oertoic» gegen den Samstag-cour- der vorigen Woche voll 12 Auch Laura, bie bei ei- em Scheitern beS bereit« so fest erhonien ru'sischen HanbelsoeNragS besonder-zu leib,» haben mürben, finb 7 •/* niedriger. Ter Kohlenmarkt, besten Deroute mit bem Zustandekommen de- großen Dortmunder LyndicatS eigentlich erst begann, erholte sich diese Woche etwa* auf die Nachricht, daß bie StaalSbahnen das Angebot der Kölner Submission oonHüuk angeblich doch accepltren würben. Ganz io sparsam, wie sein Eollege im Finanzministerium wünscht, ist der Eisenbahnminister nicht, denn er Hai bezüglich der viel- besprochenen Eisenbahnwagen bie beträchtlichen Unterbietungen ber belgischen Werke ganz unberücksichtigt gelaflen. Aus btv«anM. «Hfe*M0«»9rix>riUU/o do. do. M/o Lioornefer . . . 64 85 64 75 I.—VIII. Emiff. 84.55 84.70 40/g Ruff.Südw ^ifenb. 95.05 95.10 8»/o do. ErgänzungSnetz 81.70 81 85 4^ 0 Wladikawkas gernL 95.05 95 25 «o/o Nordwestbahn Gold 108.20 108.20 4°/o gar. 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