1893 Dienstag ven 18. April slar »m*r<*c ftl. Zlrnts- und Anzeigeblutt für den KreU Gieren» ierstoffe chratisöeikage: Hießener Kamitienötätter A2, AmtUchev Theil IBt Ua««»ce»-BurtLnx W I»« im> MnÄenM neboMi leitietB für .«irßrner «a|eigtr' mtgegea. gsvoll! alleniels. ^eren verbindlichsten Dank ab- 'lchern wir durch Lieferung $] 1-5 Zimmer im 2. Clock mit rleitung, Garten tc. zu vermiethen. Sieinstraße 55. • wen Anzeige» zu der Nachmittag» für b«e »^««d«n tag -rscheinmden Nummer hi» 8er*. 10 Uh«. 8t< Eietzener Xi*to dem Anzeiger '»ichnttlich dreimal Itigrfrgt Commission zur Feststellung des Berichts, welcher sehr umfangreich ist, erfolgt. — Die Geschäftsordnungs-Commission des Reichstages hatte sich heute mit einer Frage zu beschäftigen, die eit dem Bestehen deS Reichstages noch nicht an ihn heran- getreten war. Gegen den Abg. Pickenbach (Antisemit) war wegen einer Wein schuld in Höhe von 250 Mark die Zwangsvollstreckung fruchtlos ausgefallen. Der Anwalt des Gläubigers beantragte nun, da der Schuldner den Offenbarungseid zu leisten sich weigert, dessen Abführung in Personalhaft. Die Commission beantragt beim Plenum, die Genehmigung zu dieser Maßnahme zu versagen, da der Reichstag in civilrechtliche Verhältnisie seiner Mitglieder nicht einzugreifen das Recht habe. Berlin, 15. April. Wegen Verbreitung des be- kannten Extrablattes am 31'. Januar d. I. mit der erfundenen Nachricht über ein Attentat auf den Czaren wurden verurtheilt: Der Handelsmann Hebel zu 9 Monaten Ge- fängniß und einer Geldstrafe, der Drucker Dittbrenner zu 320 Mk. Geldstrafe, der Handelsmann Hecht zu 6 Wochen Haft, sowie einer Geldstrafe und die Handelsleute Polster und Günther zu einer Geldstrafe. — Die socialdemokratische Maifeier wird, soweit man über dieselbe bisher überhaupt etwas vernimmt, im Deutschen Reich nur vereinzelt durch Arbeitsunterlassung am 1. Mai begangen werden. In den meisten Orten haben die socialdemokratischen Arbeiter sich für die Feier am Sonntag vor oder nach dem 1. Mai entschieden. 8krtt({Ährigcr 2 Mark 20 Pfg. tPÜ vringerlohn. Durch die Post bcgef*. 2 Mark 50 Pf, «cbodien, tj?«Mtie« und Druckerei: Der refcheint täglich, Ausnahme bei Montag». Localer uttb ^rovlnzseller. Sieben, 17. April 1893. ♦♦ Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Gr ositz erzog haben Allergnädigst geruht: Am 12. ds. Mts. den Eisenbahnbauasiessor Arthur Wolpert zum Vorstände der Baubehörde für Nebenbahnen in Oberheffen mit dem Amtstitel „Eisenbahnbaumeister" mit Wirkung vom 1. Mai d. I. ab zu ernennen. ♦♦ Neuer Theater. Der gestrige Abend brachte unS wieder eine Novität und zwar von Adolf L'Arronge, dem bestbekannten Verfasser vorzüglicher Volksstücke. Auch sein neuestes Werk dieser Art, „Lol os Vater", bietet ein vorzügliches Charactergemälde aus dem Volksleben. Der Inhalt ist kurz folgender: Der pensionirte Briefträger Fritz Klemm, ein Mann, der sich auf seine Beanztenstellung etwas zu Gute thut, gibt seiner von ihm durch stete Nachsicht verzogenen jüngsten Tochter Charlotte, von ihm Lolo genannt, immer Recht und Beistand bei ihren stets wechselnden Launen, während die Verlobung der anderen Tochter Hedwig mit einem ehrbaren tüchtigen Buchbinder von ihm als zu gering angesehen wird. Lolo, welche egoistisch 'sich von ihrem unverschuldet ins Unglück gekommenen Bräutigam abwendet, heirathet alsdann mit Einwilligung des sich sichernden VaterS den für ihre Ausbildung zum Theater sorgenden reichen Verehrer, sterblich in "sie verliebten alten Baron Bojatzki. Lolo unterhält jedoch hinter dem Rücken ihres Mannes zarte Beziehungen zu dem Hausfreund Assessor v. Stein und wird dabei von der sie beobachtenden Mutter überrascht. Der Vater Lolos, davon von seiner Frau unterrichtet, warnt den Baron und die Folge davon ist, daß Lolo nach dem Vorhalt ihres Gatten sich aufs tiefste durch diese „Klatscherei" beleidigt fühlt und, um ferner unbeobachtet zu sein, die zu sich genommenen Eltern aus ihrer Wohnung weist. Frau Klemm beredet ihren Mann, ihre Zuflucht bet der seither von ihm verkannten, inzwischen mit dem Buchbinder Hilgers verhei- ratheten Tochter zu suchen. Beide treffen zufällig am Tauftage des ersten Sprösiling dort ein und werden mit Herzlichkeit ausgenommen. Der in Lolo so sehr enttäuschte Vater findet nun Ruhe und Arbeit bei seinem einst verkannten Schwiegersöhne. Damir Schluß. — Die Handlung bietet Mr. 90. Erstes Blatt Ausland Budapest, 15. April. Die Entwickelung der Saaten ist infolge schlechten Wetters vollständig zurückgeblieben. Die Kälte der letzten Tage schadete sowohl den Winter- wie Frühjahrssaaten sehr. Rom, 15. April. Bei dem gestrigen Empfange der österreichischen Pilger durch den Papst verlas der Cardinal Gruscha eine Adresse in lateinischer Sprache. Der Papst empfahl in seiner Antwort Gehorsam gegen die Bischöfe und Fernhalten von allen gefährlichen, dem Katholizismus feindlichen Secten, er rieth den Gläubigen, sich insbesondere mit den Schulen zu beschäftigen, und segnete schließlich den Kaiser von Oesterreich, das ganze erlauchte Herrscherhaus und alle Gläubigen Oesterreich-Ungarns. Staffel, 15. April. Bisher wurden über 100 Personen, welche von den Gendarmen und Polizisten verwundet wurden, gezählt. 12 Polizisten erlitten schwere Verletzungen. Vergangene Nacht hatten die Socialisten in der Eperonnterstraße Barrikaden errichtet, welche erst nach einem blutigen Zusammenstoß mit der Gendarmerie entfernt wurden. — Ueber den Verlauf des gegenwärtigen großen Arbeiterausstandes in Belgien läßt sich noch nichts Bestimmtes sagen. Indessen läßt die Leitung des Strikes an Einheitlichkeit offenbar zu wünschen übrig, an welchem Organisationsfehler die Bewegung vielleicht zerschellen wird. Im Kohlenrevier verschlimmert sich allerdings die Lage, hier ist der Strike ein allgemeiner geworden, es herrscht außerordentliche Aufregung unter den Bergleuten. Von Brüssel gingen Cavallerie und Infanterie nach den Hauptpunkten deS Kohlenreviers ab. Bezüglich der in der Verfaffungsrevision schwebenden KrisiS wirb eine baldige Lösung derselben angekündigt. Ein Compromtßvorschlag zu Gunsten des Mehr- stimmensyftems soll Aussicht auf Annahme Seitens der Depu- tirtenkammer haben. Amsterdam, 15. April. Während der Rundfahrt der beiden Königinnen durch die Straßen der Hauptstadt bewarfen die Socialisten den Hofwagen mit Schmähschriften. Elf Personen wurden verhaftet. Paris, 15. April. Die Polizei verhaftete gestern die muthmaßlichen Urheber der Explosion in der rue des bons enfants, den Anarchisten Depres und dessen Geliebte Lemaske- dieselben werden heute vernommen. Petersburg, 15. April. Die Verheirathung des Königs Alexander von Serbien mit einer russischen Prinzessin soll beschlossene Sache sein, der Czar habe bereitwilligst seine Zustimmung ertheilt. Petersburg, 15. April. Dem „Swet" zufolge sind die russischen Gegenvorschläge zum Handelsvertrag mit Deutschland nach Berlin abgegangen. Belgrad, 15. April. Die gestrigen Festlichkeiten verliefen ohne jeden Zwischenfall. — Zahlreiche Glückwunschtelegramme sind beim Könige eingelaufen. — Die Polizei wurde verstärkt und hält die Ordnung musterhaft aufrecht. Gießener Anzeiger Senerat-Mzeiger. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Eorrespondenz-Bureau. Berlin, 16. April. Die Liste über das Gefolge Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Majestäten auf der Resse nach R o m wird, wie folgt, sestgestellt: a. Bel Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin werden sich befinden : Ihre Excellenz Oberhofmeisterin Gräfin von Brockdorff, Hofdame Gräfin Keller, Hofdame Fräulein von Gersdorff, Seine Excellenz Oberhofmeister Freiherr von Mirbach, Kammerberr von dem Knesebeck, b. Bet Seiner Majestät dem Kaiser und König: Hauptquartier: General a la suito Generalmajor von Plesjen, Flug-l^Adjutant-n Ob-rstll-ulenant von Scholl, von Arnim, von Moltke, von Hülsen. Hof. Seine Excellenz Ober - Hof- und Hausmarschall, Ober- Ceremonienmeister Graf zu Eulenburg. Leibarzt: Generalarzt Professor Dr. Leuthold. Militär-Cabinet: Seine Excellenz General der Infanterie von Hahnke, Oberst und Abtheilungs-Chef von Lippe. Civil-Cabinet: Seine Excellenz Wirkl. Geh. Rath Geh. Cabinetsrath Dr. von Lucanus. Marine Cabinet: Contre-Admiral Admiral ä la suite Freiherr von Senden-Bibran. Auswärtiges Amt: Seine Excellenz Wirkl. Geh. Rath Staatssecretär Freiherr Marschall vorr Bieberstein, Geheimer Legationsrath von Kiderlen-Wächter. Depeschen detz Bureau .Herold* Brüssel, 17. April. Ein großes Meeting sand gestern hier statt. Hulert erklärte Namens der Buchdrucker, daß sie alle die Arbeit einstellen, wenn das allgemeine Stimmrecht nicht gewährt werde. Vandervellde sagte in einer heftigen Rede, wenn das allgemeine Stimmrecht nicht angenommen werde, werde die Armee der Ausständigen eine Revolution Hervorrusen. Nach dem Meeting bildete sich ein Zug von 5000 Manifestanten. Bei dem Durchzug der Avenue Louise wurde der Bürgermeister BulS, welcher gerade in Begleitung passirte, von einem Individuum durch zwei Hiebe schwer verletzt. 50 Gensdarmen stellten die Ordnung wieder her. — Auch aus Gent werden ernste Unruhen gemeldet. Brüssel, 17. April. Die Socialisten beginnen die CastzS und Hotels zu brandschatzen- sie lassen sich gut auftischen und drohen bei verlangter Zahlung mit den Revolvern. Antwerpen, 17. April. Während der Meetings schlug ein Redner vor, die Läden der Waffenfabrikanten zu plündern.____________________ KW'Ss Deutsches Reich. Berlin, 15. April. Der Kaiser traf am Freitag Abend in Swinemünde ein, von der Bevölkerung enthusiastisch begrüßt, und begab sich sofort an Bord der „Hohenzollern",- die „Hohenzollern" dampfte alsdann nach Kiel ab. Zur Stunde dürfte der Monarch von diesem Ausfluge jedenfalls wieder in Berlin eingetroffen fein. Die Abreise des Kaisers und der Kaiserin nach Italien erfolgt am Dienstag Abend 11 Uhr. — Die Novelle lzum Unterstützungswohnsitzgesetz ist von der betreffenden Reichstagscommission am Freitag in Angriff genommen worden. Die Commission will ihre Arbeiten beschleunigen, damit das Plenum baldigst in die weitere Berathung der Novelle eintreten und letztere noch vor der muthmaßlichen Auflösung deS Reichstages erledigen kann. — Im Stande der brennenden TageSangelegenheit der inneren Politik, ter Militärfrage, ist keine sichtliche Veränderung zu verzeichnen. Allerdings wollen die Gerüchte, wonach daS Centrum bei der entscheidenden Reichstagsabstimmung über die Militärvorlage „umfallen" würde, noch immer nicht verstummen, auf den meisten Seiten werden sie indessen nicht ernst genommen, sondern lediglich 'als unbegründete Muthmaßungen, als bloße Versuchsballons betrachtet. Bis jetzt ist vielmehr noch immer das Wahrscheinlichere, daß die Militärvorlage auch im Plenum fällt und daß demnach die Auflösung des Reichstages unvermeidlich erscheint. Es wird versichert, daß sich daS Reichstagspräsidium bereits auf letzteren Fall vorbereite und die entsprechenden geschäftlichen Dispositionen treffe. Die weitere Nachricht jedoch, der Reichskanzler habe in seinem dem Kaiser kürzlich gehaltenen Vortrage schon das Decret über die Reichstagsauflösung zur Unterschrift vorgelegt, er sei jedoch vom Monarchen beschieden worden, daß die Sache telegraphisch erledigt werden könne, kann nur unter allem Vorbehalt wtedergegeben werden. Berlin, 15. April. Der Bericht deS Abgeordneten Gröber für die Militärcommisslon ist fertiggestellt. Die Commission tritt voraussichtlich Montag zusammen, um den Wortlaut deS Berichtes zu berathen, welcher im Laufe der Woche endgiltig festgestellt werden dürfte. Berlin, 15. April. Nach dem Armee-VerordnungSblatt sind folgende Truppenverlegungen angeordnet: Es werden verlegt: 1) am 1. April d. I. die erste Abtheilung des Feld - Artillerie - Regimenis Nr. 2 von Gollnow nach Stettin- 2) gelegentlich der diesjährigen Herbstparade des GardecorpS das 4. Garderegiment z. F. von Spandan nach Berlin- 3) zum 1. October dss. IS. das Königin-Augusta- Garde-Grenadler-Regiment Nr. 4 von Coblenz nach Spandau, das zweite Bataillon deS Infanterie-Regiments Nr. 75 von Harburg nach Bremen, daS Pionierbataillon Nr. 9 von Rendsburg nach Harburg. Berlin, 15. April. Im ^Reichstage ist ein Antrag Ahlwardts noch nicht eingegangen. Die „Börsenzeitung" meint, es sehe ganz so aus, als ob Ahlwardt mit den Acten- stücken überhaupt nicht herausrücken wolle, wenigstens gegenüber dem Reichstage nicht. Berlin, 15. April. Die Centrumsfraction des Reichstages hat gestern eine Sitzung abgehalten, worin es zu lebhaften Auseinandersetzungen gekommen ist. Es verlautet, man habe bezüglich der Militärvorlage verhandelt. Der Bericht der Militärcvmmijsion ist fertiggestellt. Es wird angenommen, daß am 17. April der Zusammentritt der lerer 6M $u iOjlDer S ist M L 8^? me. Sf6i"R •< M di. w »Hit btt $rai, üfels Bekanntmachung. Wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche wird der Viehmarkt am Mittwoch den 19. d. MtS. in der Stadt Wetzlar nicht abgehalten, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Gießen, den 17. April 1893. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. _________________v. Gagern.___________________ ' Gießen, den 15. April 1893. Betr. Die Vertilgung der Feldmäuse. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen cm die Grotzh. Bürgermeistereien des «reise-. Soweit Sie mit Erledigung unserer Verfügung vom 20. März 1893 (Kreisblatt Nr. 70) noch rückständig sind, erinnern wir Sie an baldige Berichterstattung. v. Gagern. i] Bahnhofstraße 27,1. Stock: zwei ungen, 3 und 4 Zimmer mit allem ör, per 1. Juli zu vermletbeo. _______________Louis S-rry. ] 1. Qtod, 3 flimmer mit Bobern nd Zubeh. im fall zu otrmidfcn- er Siri«' und Schillerskaße 2l. i\ DrWKHÄdn ist btt 3. Stock Juni oder Mn zu vernstethen. Dammstraße 30. 31 Freund!. Wobnuna, 3 Zimm, - Wasserltg, abgeschl. Korridor, auf ai S. gerbet, Su-Mndler. 2T Wohnuna von 4 Zimmern mit wraifc. WeferfNM <• ipsWÄT Krofdorferstrahe n- neben stellenweise urwüchsiger Komik manche ergreifenden Momente, so namentlich am Schluß deS zweiten und im Verlauf deS dritten ActeS, welch letztere jedoch von einem Theile des anwesenden Publikums nicht verstanden wurden, wie die Störungen durch unangebrachtes Lachen bewiesen. Herr Hertzog schuf eine lebenswahre Figur der Titelrolle, der ihm gezollte enthusiastische Beifall war ein wohlverdienter. Frl. Hoffmann spielte mit Berständn ß und guter Ausarbeitung die characterische Rolle der Lolo. Die von Frl. Schlegel gegebene Schwester Hedwig dürfte jedoch im An- fang des wehmüthig gezogenen Tones entbehren. Herr Hob« als Buchbinder Hilgers leistete sein Bestes. »Herr Conradi vergaß stellenweise den Ton deS alten Baron Bojatzki, auch die von ihm gewählte Maske wirkte ungünstig. Frl. Judäi(?) und Herr Beehrmann fanden sich bestens mit den zuge- rheilten Rollen ab. Das zahleich erschienene Publikum folgte dem trefflichen Stück mit Interesse und lohnte mit reichem Beifall. ** Neues Theater. Auf Wunsch v'eler Theaterfreunde, welche der ersten Aufführung von „Der arme Jonathan" nicht beiwohnen konnten, wird morgen eine zweite und letzte Wiederholung der Novität stattfinden. Die erste Aufführung hatte sich eines durchschlagenden Erfolges zu erfreuen und dürfen wir deßhalb den Besuch dieser letzten Aufführung teS beliebten Componisten Millöcker auf das Angelegentlichste empfehlen. *♦ CircaS Theater Wallend«. Die am SamStag Abend gegebene Eröffnungsvorstellung fand bei fast ausverkauftem Hause statt. DaS ganze Programm bot nur Leistungen ersten RangeS und wollen wir die einzelnen Nummern desselben nur kurz erwähnen, denn ausführlich beschreiben laffen sie sich nicht gut, man muß eS eben selber sehen. Athleten wie Herrn Axer dürfte eS nicht viel geben- er führte seine schwierige Arbeit mit Eleganz und unter großem Beifall aus. Allerliebst waren die Leistungen der dressirten Kakadus deS Fräulein Martha- wie dieselben turnen, tanzen, exerciren mit langsamem Schritt, ja sogar schließlich Feuerlöschen und Rettungsarbeiten ausführen, ist überraschend. Sogenannte Schlangenmenschen, welche bei fast jedem CircuS und gymnastischen Theater anzutreffen sind, leisten mitunter Großartiges- aber in solcher Vollendung wie dieser, auch in der Originalität deS Auftretens, ist wohl noch keiner hier gesehen worden. Man kann in deS Wortes vollster Bedeutung sagen: Er hat sich auf seinen eigenen Kopf gesetzt. Ebenfalls vorzügliche Leistungen waren die der kleinen Reckkünstler Geschwister Wallenda. Die außerordentlichen Resultate auf dem Gebiete der Dressur, hier der Hunde deS Herrn Director Wallenda, waren staunenswerth, desgleichen der Bären des Herrn Batty, und zum Schluß die vier Löwen gehören zu dem Besten, was wir in dieser Art gesehen. — D'e gestrigen beiden Vorstellungen fanden ebenfalls bei ausverkauftem Hause statt. ** Marine Verein Am Samstag Abend feierte der hiesige Marine-Derem sein erstes Stiftungsfest in dem schön decorirten Saale des Caf6 Leib. Als Gäste waren ein großer Theil der Herren Offiziere des hiesigen Regiments, Mitglieder des Veteranen- und des Kriegervereins erschienen. Die sämmtlich von patriotischem Gefühle durchdrungenen Veranstaltungen verliefen sehr gut, insbesondere als gelungen zu betrachten war der Vortrag deS Flaggenliedes und das darauffolgende lebende Bild: „Huldigung Seiner Majestät durch die Marine" und das zweite lebende Bild: „Marineleben und Treiben". Wünschen wir dem jungen aufstrebenden Verein ein Wachsen, Blühen und Gedeihen. ♦* Turnerisches. Gestern tagte in Bingen der 54. KreiSturntag des 9. Kreises (Mittelrhein). Herr Kreis- Vertreter Rot Hermel-Darmstadt eröffnete die überaus zahlreiche Versammlung und übertrug die Leitung derselben dem zweiten Vorsitzenden, Herrn Reallehrer Schmuck-Bingen. Nachdem von Seiten des Kreisvertreters, deS KreiSturnwurtS und des KreiSrechnerS über ihre Thätigkeit Bericht erstattet, folgte die Wahl deS Festortes für das Kreisturnfest in 1895. Gießen wurde mit großer Majorität als Feststadt gewählt. Neuwied, welches sich auch zur Uebernahme gemeldet, muß sich auf spätere Zeit vertrösten. ♦♦ Das feit Wochen anhaltende trockene Wetter, noch verschärft durch heftige Winde, schien heute Morgen eine Wendung zum lange ersehnten Regen zu nehmen. Jndeß hielt der tropfenweise erfolgende Niederschlag nur kurze Zeit an. Die Wasserläufe, besonders Lahn und Wieseck, zeigen einen bedenklich niederen Wasserstand. *• Wegen Veruntreuung amtlicher Gelder wurde am Freitag der auf hiesiger Eisenbahnstation als Fahrkarten- auSgeber beschäftigte StationS-Diätar K. verhaftet. Die Höhe der unterschlagenen Summe ist noch nicht angegeben, doch ließ sich bis SamStag Mittag ein Fehlbetrag von über 1500 Mk. feftstellen. Der verhaftete Beamte ist unverheirathel und soll ein ansehnliches Privatvermögen besitzen, so daß über die Bcweggriinde seiner That verschiedene Bermuthungen auf- tauchen. •* Verhaftet wurde ein von auswärts steckbrieflich wegen Diebstahls :c. verfolgter junger Bursche von hier. *• Eeldfteillschahuag in Hesfeu. Wie bestimmt verlautet, soll der Finanzausschuß der Ersten Kammer eine Abänderung des Gesetzentwurfs, bttr. die Einführung des Selbst. einfchätzungüzwangcS für die Einkommensteuerpflichttgen erster Abthcilung, in Aussicht nehmen, indem die DcciarationS- pflichl bereits bei einem höheren Einkommen als von 2600 Mk. an beginnen soll. M Zu der in den Tagen vom 12 —20. August in Mainz stattfindenden internationalen Ausstellung von Erzeugnissen und Gebrauchsartikeln der Bäckerri, Eonditorei und verwandter Gewerbe ist der end- giltige AnmeldungStetmin für Ausstellungsgegenstände nunmehr auf den 8. Juli festgesetzt. Die Ausstellung zerfällt in sieben Abteilungen, und zwar a. Backwaarcn, b. Eonditorei- waaren, c. regelmäßig zur Bearbeitung bestimmte HilsSstoffe, d. HilsSstoffe zum selbstständigen Berkaus, e. Maschinen, Ge- räthe und BetriebSeinrichtungen, f. Packungen und sonstige Hilfsmaterialien, g. Historisches und Fachliteratur. Die PreiSvertheilung findet den 15. August durch den Ehren auSfchuß statt. ** Bernssgenofienschaftliches. Die Section IX. der Müllerei-BerufSgenossenschaft, zu deren Geschäft-!, bereich auch daS Großherzogthum Hessen gehört, hält heute Montag den 17. d. M, Abends 8l/t Uhr, ihre diesjährige SectionSversammlung in Frau kfurt a. M. im Palais- restaurant (Zeil) ab. Wie der von dem Vorstand der Section herauSgegebene BerwaltungSbericht für das Jahr 1892 zeigt, sind 116 Unfallanzeigen gegen 128 im Vorjahre eingegangen. Am 31. December 1892 waren 2313 Betriebe mit 5206 versicherten Personen im Kataster der Section eingetragen. Die Summe der im Berichtsjahre gezahlten Entschädtgungen auS Unfällen genannter Section beträgt 30,674 Mk. 93 Pf. gegen 29,304 Mk. 86 Pf. in 1891. Die BerwaltungSkosten beliefen sich auf 6117 Mk. gegen 5829 Mk. im Vorjahre - die Kosten der Revision der Betriebe betrugen 3012 Mk. 75 Pf., 2692 Mk. 35 Pf. mehr als im Vorjahre, welche Mehrausgabe durch die ständige Thätigkeit deS Beauftragten der Section feit April 1892 verursacht wurde. Die 83. Section der Fuhrwerk» BentfSgenossenschaft, die daS Großherzogthum Hessen umsaßl, hielt am Mittwoch in Mainz ihre Versammlung ab. Nach dem Verwaltungsbericht des Vorstandes kamen im Jahre 1892 32 Unfälle vor, davon 25 bei Lastfuhrwerken und 7 im Perfonenfuhr- werk. Die Verwaltung-Unkosten betrugen 1513 Mk. 35 Pfg., doch wurde für das laufende Rechnungsjahr mit Rücksicht auf die große Zahl der noch nicht angemeldeten jedoch ver- sicherungspfltchtigen Betriebe der Betrag von 2500 Mk. in dem Budget vorgesehen. Gegen die vom Vorstande festgesetzten Entschädigungen bei Unfällen wurde nur in 3 Fällen Berufung an daS Schiedsgericht eingelegt, doch als unbegründet abgewiesen. Die Section zählt 1600 Betriebe mit 5200 Arbeitern. Als Vertrauensmänner bezw. deren Stellvertreter wurden u. a. gewählt: für die Provinz Oberhessen Adolf Lynker und Christ. Haubach in Gießen. ** Dom 12. bis 16. Juni findet in Metz der BerbanbS- tag der deutschen Gastwirthe statt, zu dessen Programm auch Ausflüge nach den Schlachtfeldern vom 14., 16. und 18. August gehören. So oft noch Verbandstage und Gene- ralverfammlungen großer Vereinigungen ftattgefunben haben, sind die Fahrten nach den Schlachtfeldern von den Theil- nehmern als der interessanteste Theil ihres Metzer Aufenthaltes gepriesen worden und das wird zweifellos auch diesmal geschehen. ** Ein interessanter Versuch. Das Erfurter Bezirks- commando machte dieser Tage den interessanten Versuch, die Ucberbringung der Gestellungsbefehle im Landkreise Erfurt durch Radfahrer bewirken zu lassen. Dieser Versuch ist sehr günstig ausgefallen. ES hatten sich dem BezirkScornmando elf ältere Radfahrer freiwillig zur Verfügung gestellt. Sie empfingen die Gestellungsbefehle in Blechbüchsen, die an den Rädern befestigt wurden, und befuhren in raschestem Tempo 430 Ortschaften des Kreise-. Die entferntesten Dörfer wurden in anderthalb Stunden erreicht. Die jeweiligen OrtS- fchulzen stellten den schnellen Boten Empfangsbescheinigungen auS und mobilisirten dann alle diejenigen Mannschaften, die überhaupt an den FrühjahrSconlrolen theilzunehmen haben. Binnen kaum 20 Minuten standen die Leute sämmtlich auf dem Platze. ** Auch die schönsten und fruchtbarsten Wiesengründe werden meist von der Herbstzeitlose überwuchert. Nach den bisher gemachten Versuchen und Ersohrungen kann dieses Unkraut dadurch vertilgt werden, daß die Zwiebeln im eigenen Safte durch Ziehen ihrer Stengel beim höchsten Saftstande erstickt werden. Die leichten Mühen dieses einfachen Verfahrens lohnen sich reichlich, denn die Herbstzeitlose ift immer schädlich. Sie unterdrückt mindestens 10 GraShälmchen, ganz abgesehen davon, daß sie die Kraft der Wiese für sich in Anspruch nimmt und den übrigen Gewächsen entzieht. Da die Zeit deS höchsten SaststandeS jetzt wiederum eingetreten ist, so empfiehlt sich der sofortige Beginn des VernichtungSwerkeS in der angedeuteten Weise. Die ganze Arbeit kann selbst von Stinbern in kurzer Zeit und nahezu kostenlos auSgesührt werden. ** Angesichts der alljährlich im Frühjahre erfolgenden Einziehung von Reservisten und Laubwehrleuteu zu Frieden»- übungen ift eS wohl am Platze, darauf hinzuweifen, daß die Familien dieser Mannschaften gesetzlich einen Anspruch aus Unterstützung haben. Der Anspruch ist von der Frage der Bedürftigkeit ganz unabhängig. Derselbe ist bei der Gemeindebehörde, resp. bei den Polizeibezirken anzubringen und erlischt, wenn solches nicht binnen vier Wochen nach Beendigung der Uebung geschieht. Aus Unterstützung hoben Anspruch: a) die Ehefrau deS Einberufenen und dessen eheliche Sinder unter 15 Jahren, sowie b) dessen Kinder über 15 Jahren, ver wandte in aufsteigender Linie (Eltern) und Geschwister, diese jedoch nur dann, wenn der Einberufene ihr Ernährer ift. Die täglichen Unterstützungen sollen für die Ehefrau 30 pCt. und jede andere unterstützungsberechtigte Person 10 pCt. deS ortsüblichen TagelohneS für erwachsene männliche Arbeiter am Aufenthaltsorte der Einberufenen betragen. •* Der Plan, den Setreideverkanf |u einen Monopol der Landwirthe zu machen, liegt jetzt in einer Rede deS Geh. Raths v. Selchow auf Rudnik gedruckt vor. Danach sollen alle Gelreidedauer unter Staatsaufsicht zu einer Handelsgesellschaft zusammengefaßt werden, welche den Bedarf deS Reiche» an Brotgetreide für einen ein für allemal be stimmten Preis zu befriedigen hat. Ihr soll auch das auS- schließliche Einfuhrrecht unter Wegfall der Zölle für Weizen und Roggen zugestanden und der Gewinn der HandelSgesell- ' fdrast nur zu Zwecken der Landeskultur verwendet werden. * * Unbefugter Gebrauch bei Lanbeinappens viele Ge schäftsfirmen haben auf Etiketten, Geschäftskarten, Factnretr und sonstigen Formularen irgend ein LankeSwuppen angebracht, ohne sich bewußt zu fein, daß dteS nach §. 360 deS ReichSstrafgesetzbucheS al- unbefugter Gebrauch de» Lande»- moppen S strafbar ist, und zwar wird darunter iowohl da» kaiserliche Wappen, wie die der deutschen BundeSsürsten und Bundesstaaten verstanden. ES kommt nicht einmal daraus an, daß ein solch:- Wappen in allen feinen Einzelheiten genau nach dem Originalwappen durchgeführt rst, vielmehr genügt eS, wenn der Gesammteindruck derartig ift, daß man glauben kann, rin nachgeahmte» Landeswappen vor sich zu haben, durch Wiedergabe der hauptsächlichsten Merkmale. Richt mit Strafe bedroht und daher Jedermann gestattet ist die Anwendung der außerdeutschen Staat»- und Lande-wappen, sowie de» kaiserlichen Adler- ohne Wappenschild zur Bezeich» mutg der Waaren und Etiketten. •* Au» der Mitte der badischen Lehrerschaft ist eine beachten-werthe kaubgebung zur Frage ber Lnhagraphie ergangen. Die Gesammtconferenz de- Lehrercolleg'um» der Mannheimer Volksschule hat vor einigen Tagen Über diese Angelegenheit verhandelt. ES wurde dabei hervorgehoben, daß mehr al» ein volle» Decennivm seit der durch die öultu»- Ministerien der einzelnen deutschen Staaten erfolgten amtlichen Einführung der neuen Orthographie in sämmtlichen Unterrichtsanstalten des deutschen Reiches verflossen fei und noch mangele jedweder Erfolg hinsichtlich ihrer Anwendung im praktischen Leben. In den unzähligen Bureau, und GeschäftSstuben unserer Klein- und Großhandel»- und Fabrik- städte, wie im gesummten winhschaftlichen und gewerblichen Leben sei die neue Schreibweise in Acht und Bann erklärt. Die Schäden und Mißstände, die sich für die Schule an die Erfolglosigkeit in der angedeuteten Weife knüpften, zeigten sich hauptsächlich nach zwei Richtungen. sie erschwerten zunächst den UntenichtSerfolg während der Schulzeit selbst und machten denselben in seiner Bedeutung und Verwerthung für du» spätere praktische Leben hinfällig. Die Conferenz verlieh der Ueberzeugung Ausdruck, daß ein Zustand auf die Dauer unhaltbar sei, der die Schule gesetzlich verpflichtet, etwa» zu lehren, wa» im öffentlichen Leben auf den Index gesetzt, vervebmt und geächtet sei. — Die deutschen Cultu-m^rTfetl würden sich in der Th?! ,in erwerben, wenn sie die Fruge der deutschen Rechtschreibung wieder einmal ernstlich in Angriff nähmen. In keinem Lunde der Welt ist in dieser Hinsicht eine solche Verwilderung eingeriffen. Jeder schreibt und druckt gegenwärtig wie e- ihm beliebt - viele bedienen sich uuch gleichzeitig verschiedener Rechtschretbungen. Feste Regeln und Grundsätze, die jeder Gebildete sich zu eigen muchen muß, thun uuch auf diesem Gebiet der Geiste»- und Formenbildung dringend Noth. K. Ranstadt, 15. April. Bei der heute hier stattgehabten Beigeordnetenwahl wurde der Land und Gastwirth Wilhelm S t ieb el i ng II. mit 42 Stimmen gewählt - der seitherige Beigeordnete erhielt wenige Stimmen. Laubach, 10. April. Wie hier verlautet, ist die Frequenz unseres Gymnasiums nicht unerheblich gestiegen, so daß die vorhandenen Schulräume kaum mehr genügen. Ebenso soll die weitere Anstellung eines neuen Lehrer» ui Aussicht genommen sein. Schotte», 12. April. Arn vergangenen Montag verstarb dahier Infolge eines Schlaganfall» der in weiteren Kreisen bekannte, im kräftigsten Manne-alter stehende Bierbrauerei desitzer Herr Adam Schmidt, Inhaber der Firma Gebr. Schmidt. Der Verblichene war ein unternehmender Mann und Hut sein Geschäft von kleinen Anfängen bi» zu einer großen, mit ullen Verbesserungen der Neuzeit versehenen Dampf Bruuerei gebracht. In dem Dahingefchiedenen verliert unsere Stadt einen mit schönen Charaktereigenschaften ungestalteten, strebsamen und allgemein beliebten Bürger. Darmstadt, 16. April. Der Handelsmann Abraham Lindheimer in Frankfurt hatte einem in Geldnoth befindlichen Manne 1000 Mk. aus drei Monate geliehen und sich dafür einen Wechsel über 1166 Mk. au-stellen laffen. Dieser durch Verschleierung ihm zugeführte Bermögensoortheil entspricht einem Zinsfuß von 65 pCt., der ul- du» übliche Muß weit überschreitknd ungesehen wurde. Du» Landgericht Darmstadt hatte deßhalb den Lindhemer am 13. Februar wegen Wucher» verunheilt. — Eine Revision, die u. a. behauptete , die Ausbeutung fei nicht genügend festgestellt, wurde gestern vom ersten Straf'enat be» Reichsgericht» verworfen. A Mainz, 16. April. Die jüngster Tage erfolgte 8 er- urtheilung de» socialistischen Stadtverordneten Dörr zu einer Geldstrafe von 50 Mk., wegen Behauptungen, die 6er» selbe über Angehörige eine» Empfänger» einer städtischen Stiftung ausgestellt hatte, hat jetzt zur Folge, daß noch eine Reihe anderer Personen, welche der genannte Stadtverordnete gelegentlich der Stiftung-gelderaffaire öffentlich al» unwürdig unterstützt bezeichnet hatte, Beleidigungsklagen angestrengt haben. Da die Zahl der von Dörr bei obiger Gelegenheit kritifirten Personen eine ziemlich beträchtliche ist, so dürfte, wenn letztere sämmtlich mit Klugen uuftreten, noch eine ziemlich kostspielige Geschichte für den erwähnten socialiftifchen Vertreter in unserer Stadtverordnetenversummluog entstehen. A Mainz. 16. April. In Anwesenheit von Mitgüedem de» Ministerium-, der Provinztalbehörde, sowie zahlreicher Abgeordneten de» Provinzialtage» der bte»feitigen Provinz fand die Eröffnung der in luftiger, gesunder Gegend bet Heide-Heim (Bahnstation der Strecke Mainz—Bingen) erbauten Provinzial fiechenan st alt der Provinz Rheinhessen statt — einer lang ersehnten WohlthäugkeitSanftalt, an deren Vortheilen und Kosten die ganze Provinz, mit Ausnahme der Städte Mainz und Worms, die solche Anstalten schon besitzen, parttcipiren. Rach der Eröffnung wurden die prächtigen umfangreichen Gebäude, die auf der einen Seite an einen Wald grenzen und von der anderen Seite einen Am WH - rasch' tofe* V1, v ,oqf V,, -war l»8- £ 5- L 3»" 5SSj sT*! Ka-tsaalva . . ,V an ter S . ‘.fli Ui Kau-ci' t* »oflenbiing - MckslMS 1 - ••.tCipiQJt --den, Piss dir 3 u Q^tWtn 2 M meidet er so ■ im Den Tod br \-n den. Räumlich frtfN# Don 6 .brrcfttf sit gen ' ;:i tiefer Speise ^rfiltLlS waren i tat «en FuiierS v >> Attsstta» m . richen Ibeilen Z ■ärata -chesieü: jeitn von den 9 c ite Birtung am i : ieikeuse fanden s ■crtlte ÄnjaM in t-eeen, die sich in 11 ar. gleich die tt liniif in 5himinag9 '.-Im auf tta blfiu H »bdrau bei V । 'M® an naäibtn utitiek ibttile W -•« 1 St. 30 — 1! In bn 9ltii 1 9?r. 30m - garten in d r . Xi. 60 - 14, cdu>albad)l fhofboifn ' v'tT 3 Hl Wz - «m Null debrlciMti 1 Jh. 169,, - befdbft, t’lur 6 Xr. 130-2 ber tidlbur •' -ff 6 Är. 257* lf - Viuf 2 xi " 4 132 - , 4-1 Ä.> * ®,b4W»° b'i h -k ^‘ee. b,"%« 2'!"°«»«i S*®1 »i«)t „,ui1flen W E-° Ich," '"»«l barauf ‘*W1 **«* LS1',bt*®«tan V 6 ®“> M »u ft :*Väi .. 'Z des Sehrtrrofi, lUWt '»Siete!*1» Ärsw? 8««auf «„i9 S*?’Ä e ’ld) W ht to v, ‘eten ^ile fnüpften, "8~": ,r''1",*ttltt'«!“U “«** feNu.b««ä »"d ÄMMhW, |üt h6 3: Die Konferenz verlieh ! ein Zustand aus die Dauer W>h verpflichtet, etwas zu eben aus den Jnty «setzt ^ie deutschen LultuSwWriei! erwerben, wenn sie eibung wieder einmal ernstlich Lande der Welt ist in dieser 1 «Missen. Jrdn schreibt ' ihm beliebt, viele bedienen ner Rechtschreibungen. Feste eder Gebildete sich zu eigen esem Gebiet der Geistes- und freien Blick nach dem Rhein gewähren, besichtigt; es sand eine eingehende Besichtigung der Räume statt und sprach man sich lobend über die praclische Einrichtung der allen sanitären Anforderungen der Jetzzeit entsprechenden Anstalt aus. Die Leitung der Anstalt ist einem ärztlichen Director übertragen, der der Provinzialbehörde unterstellt ist. x Vermischtes. -f.- Am Reichsgerichte zu Leipzig hat sich in den letzten Jahren ein rascher Wechsel vollzogen. Von den 67 bis 68 Mitgliedern auS der Zeit der Einsetzung des Gerichts« boseS (1. October 1879) sind nur noch 20 im Dienste. Seit Januar 1892 allein sind elf neue Räthe eingetreten. Mit dem 1. Juli d. I. scheiden weiter auS die Herren ReichSgerichtSräthe Thewalt und Krüger, ersterer früher HofgerichtSrath in Dillenburg und ein auch in hessischen Juristenkreisen bekannter Mann. Gegenwärtig besteht der Gerichtshof auS 10 Präsidenten und 71 Rüthen, eingetheilt in sechs Eivilfenate und vier Strafsenate. Die Arbeitslast bei den letzteren nimmt stetig zu,- die Anzahl der zu bearbeitenden Civilsachen hat sich im Lause dieses Jahres gegen früher etwas verringert. Die Zahl der Reichsanwälte beträgt jetzt sechs, diejenige der bei dem Reichsgerichte zuge- lasienen Rechtsanwälte zwanzig. Das neue Reichsgerichtsgebäude an der Simsonstraße geht unter der trefflichen Leitung des Baumeisters Hoffmann aus Darmstadt seiner baldigen Vollendung entgegen. * Wirksame« Mittel gegen Raiten. Um der lästigen Rattenplage im Zoologischen Garten in Dresden Herr zu werden, griff der Director dieses Gartens, Ad. Schöpf, zu dem allbekannten Mittel, zur frischen Meerzwiebel. Dieselbe wendet er folgendermaßen an: Um die Thiere an die ihnen den Tod bringende Nahrung zu gewöhnen, hatte er in den betr. Räumlichkeiten an drei Abenden hintereinander kleine Beefsteaks von gehacktem Pferdefleisch mit Schweineschmalz oder Speck mit gewöhnlicher Zwiebel geschmort und circa zwei vilo dieser Speise an verichiedenen Stellen ausgelegt. Die Beefsteaks waren regelmäßig jeden Morgen trotz des vielen anderen Futters verschwunden. Am vierten Abende wurden W Beefsteaks mit feingehackter irischer Meerzwiebel, zu gleichen Theilen Zwiebel und Fleisch, gemengt, und so an- gebraten hingestellt. Ebenso gierig wurden diese Fleisch- 'löschen von den Nagethieren aufgefresseu und stellte sich die gute Wirkung am andern Morgen schon heraus. Im Raub- lhierhause fanden sich nicht weniger als 28 Ratten und die doppelte Anzahl im Giraffenhause tobt vor, abgesehen von denen, die sich in ihre Schlupfwinkel verkrochen und verendeten, i ort zugleich die wirklich noch lebenden dadurch zur schleunigen Flucht vor den verwesenden Körpern zwingend. Ein wirklich gutes Resultat wird dies Miete! überall da erzielen, wo mit anderen Hilfsmitteln den Ratten nicht beizukommen ist. Meerzwiebeln besorgt jede Droguenhandlung und Gärtnerei. * Limburg. 14. April. Arges Mißgeschick. Einen Metzgerburschen, welcher in der Metzgerei des Herrn G. hier beschäftigt, traf dieser Tage ein arges Mißgeschick. Als er im Laden, in welchem sonst Niemand anwesend war, mit dem Aushängen von Wurst beschäftigt war, brach der zum Empor« steigen benutzte Schemel zusammen und der Bursche gerieth mit dem Vorderarm in den Fleischhaken. DaS Bewußtsein muß dem Armen sofort geschwunden sein, sonst würde er um Hilfe gerufen haben. Als man denselben nach einiger Zeit in seiner traurigen Lage fand, hatte bereits eine so starke Blutung stattgefunden, daß er in hoffnungslosem Zustande in das St. Bincenzhospiral gebracht wurde, doch soll sich sein Zustand inzwischen gebeffert haben. * Würzburg. 11. April. Es dürfte wohl selten Vorkommen, daß ein Soldat eine Wache sammt dem Gewehre verläßt, sich ins Wirthshaus begibt, dort Stunden lang mit Kameraden kneipt, sich sogar benebelt, ganz seine Pflichten vergißt und, hieran von einem Vorgesetzten erinnert, diesen mit Schlägen bedroht und Stöße mit dem Gewehr in die Brust versetzt. Daß alles das aber doch möglich ist, bewies ein heutiger Fall. Angeklagt war der Gemeine des 18. Ins.- Regiments (in Landau) Daniel Wadle von Münchweiler. Obwohl der Angeklagte von allen Vorkommniffen heute nichts mehr wissen will, wurde er denn doch für schuldig erkannt und zu 5 Jahren 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. Schiffsnachrichten. (Mttgethellt durch den Agenten deS Norddeutschen LloydeS, Herrn Earl LooS in Gießen). Bremen, 14. April. Der Schnelldampfer Lahn, Capitän H. Hellmers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 5. April von Bremen und am 6. April von Souihampion abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Universitäts - Nachrichten. — Van-amerikanischer medicin. Congreß. — In der „D. med. Wochenschrift" finden wir ein offenes Schreiben des Geheimraths Prof W. Ezerny (Heidelberg) an den Präsidenten der American Surgical Association, in welchem er die Einladung zu obigem Kongresse zurückweist, weil daselbst die deutsche Sprache ausgeschlossen werden, dagegen die Verhandlungen programmmäßig in der englischen, französischen, spaniichen und portugiesischen Sprache stattfinden sollen. Dies erfreuliche Vorgehen findet gewiß nicht nur bei allen deutschen Aerzten', sondern auch beim weiteren deutschen Publikum die lebhafteste Anerkennung. Detfcbr, ltanv- und Volkswirtschaft. Sränbetg, 15 April. Fruchtpreise. Weizen X 1540, Korn 14 00. Gerste .* 13.80. Hafer X 14 20, Erbsen X 17.00, Linsen X 24.00, Wicken X 15(0. Lein X 00-00, Kartoffeln X 3.60, Samen X —.—. — Die Getreideernten Nordamerika». In welcher Weife die Getreidrernten der Verewigten Staaten von Nordamerika heutzutage den internationalen Getreidemarkt beherrschen und »war hauptsächlich in Bezug auf den Weizen markt, dies gebt hauptsächlich auS dem coloffalen Anwachsen der amerikanischen Get'eideproductton in den letzten zwanzig Jahren hervor. ES wurde in den Vereinigten Staaten geerntet: im Jahre 1872 im Jahre 1891 Busbel Brühel Weizen 249 997 100 611 780 000 Mais 1092 719 000 2 060154 000 Hafer 271 747 000 738 394 000 Roggen 14 888 600 36 000000 Gerste 26 847 400 77 400 000 Literatur und KnnfL — Katechismus deS SchreidunterrichtS. Mit einem Anhang: Die Rundschrift. Dritte Auflage, bearbeitet von Georg Funk, Lehrer an der öffentlichen Handeltlchranstalt zu Leipzig. Mit 82 in den Text gedruckten Figuren. In Original - Leinen band 1 Mk. 50 Psg. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Diese methodische Anweisung für den Schreibunteriicht ist nicht nur für Schreiblehrer, sondein hauptsächlich für den Selbstunterricht bestimmt, und sie möge allen denen empfohlen fein, welche eine Verbesserung ihrer Handschrift anstreben. Spidpla« der vereinigten Frankfurter Ltadttheatrr. OperuhauS. Dienstag den 18. April: Carmen. Mittwoch den 19. April, Nachmittags 3'/, Uhr: Der Diamant des GeisterkvnigS. Donnerstag ben 20. April: Der Bajazzo. Cavalleria rueticana. Freitag den 21. April: Der Diamant des GeisterkönigS. Samstag den 22. Aptil: Der Barbier von Sevilla. Entführung aus dem Ballsaal. Sonntag den 23. April: Walküre. Schauspielhaus. Dienstag den 18. April: A tempo. Madame Bonioard. Mittwoch ben 19. April: Der Talisman. Donnerstag ben 20. April: Heimath. Freitag den 21. April: Kabale und Liebe. Samstag ben 22 April: Der Taltsmann. Sonntag ben 23 April: Der Talisman. Montag den 24. April: A santa Lucia. Der eingebtlbete Kranke. Wirklich ächte englische Kerrenstoffe ca. 145 cm breit, garanlirt reine Wolle, vollkommen nadelferttg Buxkin u. Cheviot, haltbarster Qual, ä M. 1.75 bis M. 8.65 p. Mtr. versenden jede beliebige einzelne Meterzahl birect an Private. Buxkin-Fabrik-Depot Oettinger & Co., Frankfurt a- M Neueste Musterauswahl franco ins HauS. 1051 i der heule hier stattgehiblen nb‘ Md Gastwirth Wilhelm men genölt; her feitberige nmen. umMch ftt’W"/daß kaum mehr genügen. Ebenso ntutn LcherS in Aussicht vergangenen Montag verstarb alls der in weiteren Kreisen »galtet stehrnde Bierbrauerei- t, Inhaber der Firma Gebr. it ein unternehmender Mann einen Anfängen bis zu einer men der Neuzeit versehenen dem Dahingeschiedenen verliert !N gharaclereigenschaften ausmein beliebten Arger. Der Handelsmann Abraham ,lt mm i° wm SÄ'« ä*X’ä» “ tl, Stadtverordneten Degen DehauptuvS > W iut 8 * Lgitüiroti«111 raffai« »ff1"® «»,-sn-»»' „ Wri bei »» « (o *fte, fil°9en focla** ar d.» ”S<*' rÄ*/*?s* *'£**lS tziknftag Örn 30. Mai, Nachmittags 2>/a Uhr, .ollen aus dem bt si.cn Ortsaericht die drr Ehefrau des Vmil Balthaser Malkomesius, Susanne geb. Schwan tu Gießen an nachbenannten Jmmodtlien zustehende ideelle Hälfte: ■ylur 1 Nr. 30 — 125 Meter Hofraithe in der Neustadt, Flur 1 Nr. 30a — 625 Meter Grabgarten in der Mühlgasse, Flur 3 Nr. 60 — 1450 Meier Acker am Schwalbachtschcn Acker und Krosdoifer Weg, Flur 3 Nr. 168,, — 1150 Meter Acker am Fluthgraben an dem Fabricischen Acker, Flur 3 Nr. 169,8 — 906 Meter Acker daselbst, Flur 6 Nr. 130 - 2238 Meter Acker an der Weilburger Grenze, Flur 6 Nr. 257»/io — 1756 Meter Acker am Läufertsröder Weg hinten an den Wiesen, Flur 6 Nr. 258 — 1750 Meter Acker daselbst, Flur 7 Nr. 195»/10 — 562 Meter Acker auf btm Fluthgraben jenseits be*> GraSwegS, Flur 7 Nr. 195a»/10 562 Meter Acker daselbst, Flur 7 Nr. 1965/ie — 581 Meter Acker daselbst. Flur 23 Nr. 142 — 3994 Meter Acker aus dem Aulweg hinter dem W.iher, Flur 24 Nr. 49Vio — 1194 Meter Acker am Barresgraben links des Schütz zesbrunner Wegs, F ur 25 Nr. 215/io — 1350 Meter Acker am Schlangenzahl, zieht durch ben Schützgesdiunner Weg, Flur 25 Nr. 23», 10 — 613 Meter Acker daselbst, Flur 25 Nr. 24»/i0 — 612 Meter Acker daselbst, Flur 25 Nr. 39 — 1450 Meter Acker am Aulwcg, Flur 26 Nr. 254a — 188 Meter Acker am untersten Riegelpsad, Flur 28 9tr. 151 — 1150 Meter Acker auf den Sandkauter Weg und Heegstrauch, Flur 29 Sir. U7,7 - 2375 Meter Acker am O.lebcrg vor vem Röderweg, Flur 29 Nr. 123 — 2450 Meter Acker Itn Rödern, Flur 29 Nr. 124 — 2025 Meter Acker daselbst, Flur 31 Nr. 132 — 4000 Meter Acker am Erdkauter Weg, Flur 31 Nr. 133 - 4013 Mefir Acker daselbst, Flur 31 Nr. 134 - 2956 Meter Acker daselbst, Flur 32 Nr. 47 - 1094 Mtter Wiele am Heegftrauch bei der Schwal- bachischen Wiese, am Pfad, Flur 32 Nr. 48 - 1100 Meter Wiese daselbst, Freitag ben 21. April, Nachmittags 2*/i Uhr, soll auf dem hiesigen Ottsgericht die den Erben der Giisabethe Weder tn Gießen gehörige Hofraithe: Flur l Nr. 751 — 25 Meter in der Sonn öffentlich meistbietend versteigett werden Gießen, 17. ?iprtl 1893. Großh. Ortsgericht Gießen. __I A.: Bogt._______3691 Dienstag ben 30. Mai, Nachmittags 2MÜ80lIIü88ülIöH Ä’tfs d-r Di- Bedingungen liegen bis duhin Verkehrsordnung und des % 17 der All- )Ur Einsicht offen. Herzlichen Dank! FLÜGEL PIANINOS die bewiesene Theilnahme so voll und ganz gewürdigt worden sind. [3686 Christian Riegelmann [3661 Merk "O, 7, 8—12 (efnecWIieMlfch der Transportkosten . Stimmung und Reparatur von Pianos billigst in beeter Ausführung. mit Wilb. Rudolph Gleichzeitig empfehle mein großes Lager in .167») Emil Schmal! Hesfischer Hof. frankfurter Hof eues Theater •♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦■♦♦♦♦♦♦♦ 70 ml [3698 diese« Blattes Gießen, den 12. April 1893. Der Borstand. An Baaroermögen am l.Ja zu [3538 Mittwoch 3672] Gieeeen. 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