1893 Samstag den 18. Februar «r. 42 Erstes Blatt Die Givßenrr Amts- und Anzeigeblutt den ICreis Gieren. Hratisöeikage: chießener Jamikienölätler Amtlicher Theil -rr ftennhüB= mit Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für dm folgenden Dag erschrinmden Nummer bi» Corrn. 10 Ubr. »erden dem Anzeiger »gchentluh dreimal deigelegt. en: lhilipp ■ Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondmz-Bureau. Verein ids 9 Uhr, Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montag». vierteliähriger AßonnemeatspreiK» 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« • 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Expeditia« und Druckerei: Kchnkftraße Ar.A. Fernsprecher 5L Deutscher Reichstag. 45. Sitzung. Donnerstag, 16. Februar 1893. Die Berathung des Etats des Innern wird fortgesetzt. Abg. Gras Arnim-Muskau (Rp.) stellt fest, daß die ganze Entwickelung der letzten 20 Jahre der Industrie und dem mobilen Capitale günstiger war als der Landwirthschast. Mit gleichem Maße würden beide nicht gemessen, wie die Credttverhältntsse beweisen. Der Landwirthschast fehle noch immer eine Vertretung analog den Handelskammer,i. Auch durch die socialpolittschril Gesetze werde sie in höherem Maße belastet. Er könne nicht zugeben, daß der Land- wtrthschast spectell Opfer gebracht würden; die Erhaltung einer letstungssähigm Landwirthschast sei ein Segen für das ganze Land. Eine Einschränkung der Freizügigkeit sei nöthig, ohne daß deshalb das Princlp angelastet werden solle. Die bisherigen Handelsverträge hätten die Preise gedruckt, durch den russischen Vertrag würde dies in erhöhtem Maße geschehen. Auch die Industrie habe von den Verträgen keinen Vorthetl gehabt; so seien die Papierpreise Erheblich gewichen. Aehnlich liege es bei der Glassabrication. Jedensalls möge man die Interessenten vor Abschluß neuer Verträge rechtzeitig hören- Auch empfehle sich eine Enquete über die Währungsfrage. Staatssecretär Frhr. v. Marschall: Der Wunsch, daß die Regierungen die Interessen der Landwirthschast wahren, sei berechtigt; demselben werde auch entsprochen. Sicher sei, daß bei dem Scheitern der Handelsverträge mit der Industrie auch die Landwirthschast geschädigt worden wäre. Bet der.Glas- wie bei der Papierindustrie bestanden die billigen Preise schon vor den Tarifverträgen. Nutzen haben auch diese Industrien gehabt, wie die Aus- und Einsuhrziffern ergeben. Auch die Rede des Herrn Vopelius habe sachliches Material gegen die Verträge nicht ergeben. Man habe sich auf einzelne ungünstige Handelskammerurthetle berufen, aber im Allgemeinen hätten sich die Handelskammern durchaus für die Verträge geäußert. Abg. Dr. Arndt habe im Abgeordnetenbause von Sturmzeichen gesprochen; die Regierung werbe sich aber durch nichts einschüchtern lassen und den Weg maßvoll.r Handelspolitik zum Ausgleich der verschiedenen Interessen von Handel, Industrie und Landwirthschast fortsetzen. Wer Wind säe, werde Sturm ernten. (Beifall links.) Abg. Wtlbrandl (bfr.): Die Aufrechterhaltung einer ren- tirenden landwtrthschastlichen Arbeit sei nothwendig, aber der Staat habe Lin Interesse, bestimmte Personen, die vielleicht schlechteWirthe seien oder ihr Gut zu theuer gekauft haben, im Besitze zu erhalten. Die Landwirthschast als solche habe auch kein Interesse an der Währungsverschlcchternng. Seit 1879 sei die Politik der Regierung lediglich auf den Vorthetl der Landwtrthe ausgegangen. Wenn die Agrarier durch die Handelsverträge etwas einbüßten, so mögen sie es durch erhöhte Arbeit auf ihren Grundbesitz wieder einbrtngen. Die Entvölkerung des platten Landes erkläre sich dadurch, daß die Grundbesitzer ihren Arbeitern nur während des Sommers Beschäftigung geben. n , Abg. Frhr. o. Manteuffel (cons.): Wenn es den Land- wirthen schlecht gehe, gehe es auch der Landwirthschast schlecht. Daß sich die Landwirthschast organisire, sei ihr gutes Recht. Wenn die Landwtrthe hier und da mit zu geringem Capital wirthschaftelen, so trage theilweise die Art der Vererbung die Schuld, das römische Recht. Die Einschränkung der Freizügigkeit sei namentlich für jugendliche Arbeiter nöthig, sowie nach der Richtung, daß sie nach ihrem Verzüge nach der Stadt den Besitz einer gesunden Wohnung nachweisen. Die Besprechung des russischen Handelsvertrags sei nöthig, damit die Rechte nicht wieder vor ein fait accompli gestellt werde. Der Ton der land- wirtbschastlichen Versammlungen werde im Wesentlichen durch die Erklärungen der Regierung beeinflußt. Hoffentlich stelle sich dieselbe zur Währungsfrage günstiger. Reichskanzler Graf Caprivi: Die Regierung habe die Frage des Identitätsnachweises nicht aus den Augen verloren. Sie sei für den Osten von großer Wichtigkeit, aber ihre Regelung sei schwierig. Sobald die Erwägungen darüber abgeschloffen seien, würde der Reichstag damit befaßt werden. In der Währungsfrage sei die Stellung der Regierung unverändert geblieben. Die Staffeltarife seien versuchsweise eingeführt worden, dürften aber kaum ausgedehnt werden. Auf die Forderung von Wollzöllen könne die Regierung nicht eingehen. Die Regierung müsse auch auf die Consumenten Rücksicht nehmen, nicht blos auf die Producenten. Es handle sich im Ganzen um schwierige Fragen, die nur langsam reifen könnten. Der deutsche Landwirthschaftsrath habe Gelegenheit gehabt, sich vor Abschluß der Verträge darüber zu äußern. Seine den Verträgen vom 1480 Alle Annoncen-Bureaux de» In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. WMch. 1579 Deutsches Reich. Berlin, 16. Februar. Am Dienstag Abend fand im Berliner Residenzschlosse der herkömmliche Faschin'gsball statt, mit welchem die diesjährigen so glänzenden Winterfestlichkeilen am Berliner Hofe im Großen und Ganzen ihren Abschluß erfahren haben. Etwa 1800 eingeladene Personen aus den Kreisen der Berliner Gesellschaft nahmen an der Festlichkeit theil, bei welcher auch diesmal der historische Fastnachtspunsch und die hierzu gehörenden Pfannkuchen nicht fehlten. Die kaiserlichen Majestäten bewegten sich in liebenswürdigster Weise unter ihren Gästen. — In der Militärfrage steht eine erstmalige Entscheidung bevor. Dieselbe wird anläßlich der Verhandlungen der Militärcommission des Reichstages über § 1 der Militärvorlage und die hierzu eingebrachten, die zweijährige Dienstzeit betreffenden Anträge der Abgeordneten Bennigsen, Rickert und Bebel erfolgen. Der Gang der Commissionsdebatten über diese Punkte läßt den Ausfall der Abstimmungen als durchaus ungewiß erscheinen. Inzwischen mehren sich im Lande die Kundgebungen zu Gunsten der Vorlage, u. A. wurden solche letzter Tage aus Elberfeld, Berlin, Görlitz u. s. w. gemeldet. Königsstraße, an. Berlin, 16. Februar. In der heutigen Stadtverordneten- Versammlung erfolgte die Einführung des zweiten Bürgermeisters Kirschner. Er wurde vom Oberbürgermeister Zelle Namens des Magistrats und von dem Stadtverordnetenvorsteher Langerhans Namens der Stadtverordneten warm begrüßt. Berlin, 16. F-bruar. Der „Reichsanzeiger" theilt gegen- über einer anderweitigen Meldung der letzten Tage mit, eine Begebung der Reichsanleihe oder der preußischen Anleihe sei in naher Zeit nicht beabsichtigt. Wilhelmshaven, 16. Februar. Der Kaiser besichtigte eine neue 28 Cenümeter-Haubitze im Artilleriehof und nahm darauf das Frühstück im Osfiziercasino ein, wozu die Offiziere, die bei der Vereidigung anwesend gewesen waren, und beide Geistliche geladen waren. Rom, 16. Februar. Der Papst celebrirte heute Vormittag 9 Uhr zu Ehren der italienischen Pilger in der Peters- kirche, deren Thüren geschloffen waren, eine Messe und ertheilte mit fester Stimme den Segen. Der Papst nahm eine kleine Erfrischung ein und bestieg sodann in der Basilika den goldenen Thronseffel zum Handkusse. Die Ceremonie dauerte von 10 Uhr Vormittags bis 4 Uhr Nachmittags. Dr. Laponi verblieb in der Nähe. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 16. Februar. Die Militär-Commission führte heute die Debatte über die zweijährige Dienstzeit zu Ende. Sämmtlichd dazu eingebrachten Anträge, sowie § 1 der Vorlage, welcher 'von der zweijährigen Dienstzeit handelt, wurden abgelehnt. Berlin, 16. Februar. Die „Berl. Ztg." hält ihre Mittheilung über die Unterredung Caprivis mit dem freisinnigen Abgeordneten Bamberger aufrecht. Berlin, 17. Februar. In parlamentarischen Kreisen war gestern das Gerücht verbreitet, der Minister für die Land- wirthschaft, v. Heyden, wolle vom Amte zurücktreten. Als sein Nachfolger werde der Oberpräsident von Posen, v. Milamowitz-Möllendorff, bezeichnet. Das Gerücht begegnete lebhaften Zweifeln. Berlin, 17. Februar. Heute findet hier in der Tivoli- Brauerei eine große Versammlung von Landwirthen aus ganz Deutschland statt. Die Anregung ist von dem kürzlich Berlin, 16. Februar. Die Stadtverordneten nahmen 71 gegen 28 Stimmen die Vorlage, betreffend die Umgestaltung des Schloßplatzes und eines Theiles der »E JJfl» ? Jahren ltWater 9 Ammern v Gießener Anzeiger Keneral-Anzeiger. ungünstige Aeußerung sei erwogen worden; aber die Regierung sei zu der Ueberzeugung gelangt, daß das allgemeine Interesse bm Abschluß der Verträge forderte. Abg. Gras Hoensbroech (Ctr.) erklärt sich gegen die Aufhebung des Identitätsnachweises, die zur gänzlichen Aufhebung der Kornzölle führen würde. Die Staffeltarife kämen im Wesentlichen dem russischen Getreidehandel und dem Zwischenhandel zu Gute. Weshalb solle die Landwirthschast die Zeche bezahlen, wenn politische Motive den Handelsvertrag mit Rußland wünschenSwerth erscheinen lassen! Warum biete man als Concefsion nicht den Petroleumzoll? Nach der Aeußerung deS Reichskanzlers, daß die Kornzölle eine schwere Last für die Landwirthschast seien, werde man im Lande glauben, daß sich die Regierung prtncipkl für den Freihandel erklärt habe. Reichskanzler Graf Caprivi: Jeder Zoll, ,ja jede Steuer sei ein Opfer für das Land. Daraus sei doch aber nicht zu schließen, daß die Regierung auf manchesterlichem Standpunkte stehe. Abg. Dr. Barth (bfr.) bestreitet, daß die Interessen der Landwtrthe und des Grundbesitzes identisch seien, viele Landwtrthe seien gar nicht Grundbesitzer. Infolge der Gunstpolttik, welche eingeschlagen worden war, habe Jeder, der kein Gettetde oder nur soviel probucirtc, als er selbst brauchte, pro Tonne 35 Mark in die Taschen der Ge- tretbcprobucenten steuern müssen. In keinem Lande habe die Land- wirthschaft so hohen Ertrag als im freihändlerischen England. Abg. v. Rarborff (Rp.): Die Landwirthschast sei die Wurzel, aus der die Industrie auswachse. Schon die Unterwerthigkeit der russischen Valuta rechtfertige eine besondere Behandlung des russischen Getreides. Der größte Theil der Prosefforen der Nationalöconomie seien Bimetallisten und alle diese Männer seien der Ansicht, daß die Landwirthschast unter der Goldwährung nicht bestehen könne. Reichsschatzsecretär Frhr. v. Maltzahn-Gültz erklärt gegenüber den gestrigen Ausführungen v. Kardorffs im Abgeordnetenhause, daß sich die deutschen Delegirten auf der Brüsseler Münzconferenz genau an ihre Instructionen gehalten haben. , Abg. Dr. Buhl (natl.) conftottrt, daß der süddeutsche Weinbau durch die Verträge mit Italien geschwächt worden sei. Abg. v. Schalsch^ (Ctr.) bekämpft das herrschende Münzsystem und greift dann die Unterhändler bei den Handelsvertragsverhandlungen mit Oesterreich an. Man habe nicht die richtigen Personen ausgesucht, wie wäre es sonst möglich, daß die Eisenzölle nach Oesterreich doppelt so hoch sind, als die nach Deutschland. Reichsschatzkanzler Frhr. v. Maltza hn vertheidigt die deutschen Unterhändler gegen die Anschuldigungen des Vorredners. Weiterberalhung morgen 1 Uhr. vbcitct m lllszugraben in Accord Mtrti DstvhmKWn btmnpf, Soimenstrasi ?■ MgerMan MÄbschreibmoon«' t§ bei der Exped. braves tMB junge! ttt ium 1. Mr g-sucht. Bahnhofstraße 8- _ diigttPf"dcknecht mit fen sofort gffucht. — nb allen Hausarbeit« tt» Alicestraße — Bekanntmachung, betreffend die Schafräude zu Alten-Buseck. Nachdem unter der Schafherde des Schäfers Konrad Dechert zu Alten-Buseck die Räude festgestellt ist, haben wir die Sperre der Herde verfügt; derselben wird durch Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck ein bestimmter Weidebezirk angewiesen werden, welchen sie nicht überschreiten darf. Ferner haben wir die polizeiliche Beobachtung der Herde des Schäfers Heinrich Muhl angeordnet, da diese Herde der Ansteckung verdächtig erscheint. Es ist deshalb bis auf Weiteres die Ausführung von Schafen aus der Gemarkung Alten-Buseck nur zum Zweck sofortiger Abschlachtung und nur mit unserer jedesmal besonders einzuholenden polizeilichen Erlaubniß zulässig. Gießen, den 16. Februar 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gießen, am 15. Februar 1893. I Betr.: Die Regulirung der Gewerbesteuer. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien de- Kreises. Nach Art. 27 des Gesetzes vom 8. Juli 1884, die gleichmäßige Besteuerung der Gewerbe betreffend, geschieht die Regulirung der Gewerbsteuer durch eine Commission, welche aus dem Steuercommissär als Vorsitzenden und drei von der Stadtverordnetenversammlung, beziehungsweise dem Gemeinderath einer jeden Gemeinde aus drei Jahre gewählten Mitgliedern besteht. Für den Fall, daß gewählte Mitglieder mit Tod abgehen oder nicht mehr die Bedingungen der Wählbarkeit besitzen, oder sonst dauernd außer Stande sind, ihr Mandat zu erfüllen, werden in jeder Gemeinde weiter zwei Ersatzmänner gewählt, die in solchen Fällen an die Stelle von ursprünglich Gewählten zu treten haben. Zu Mitgliedern der Commission und zu Ersatzmännern können nur solche gewählt werden, welche zur Zeit der Wahl volle 30 Jahre alt sind und welche die passive Wahlfähigkeit als Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung, beziehungsweise als Gemeinderathsmitglied besitzen. Sie wollen durch die Stadtverordnetenversammlung, beziehungsweise den Gemeinderath, die Wahl der drei Mitglieder und zwei Ersatzmänner alsbald vornehmen lasten und uns das Ergebniß derselben binnen acht Tagen mittheilen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend Stutenkörung des Pferdezucht-Vereins im Groß- berzogthum. Die diesjährigen Körtermine finden in nachfolgender Reihenfolge statt: Berstadt: Montag, 13. März, Nachm. 3 Uhr. Butzbach: Dienstag, 14. März, Morgens 9 Uhr. Grünberg: Dienstag, 14. März, Nachm. 3 Uhr. Ober-Osteiden: Mittwoch, 15. März, Morgens 9*/? Uhr. Jede Stute muß Jähr für Jahr neu gekört werden; die im Vorjahr gekörte Stute hat die Vorhand vor der noch nicht gekörten Stute. Für jede gekörte Stute wird dem Besitzer von der Kör- Commission ein Deckhengst vorgeschlagen. Der Besitzer erhält für jedes aus seiner gekörten Stute von dem bestimmten Hengst gefallene Fohlen vom Verein nach Vorlage der beglaubigten Abschrift des Geburtsscheins ein Angebinde von 20 Mark als sogen. Fohlengeld ausbezahlt. Die Körung einer Stute ist an Einstimmigkeit der Kör- Commission gebunden. Als Kör-Commistäre werden die nämlichen Herren wie im vergangenen Jahre thätig sein. Für die gekörten Stuten und die aus ihnen gefallenen Stutfohlen werden demnächst jährlich wiederkehrende aufsteigende Prämien-Concurrenzen eingerichtet werden. In diesem Jahre können bis zu 300 Stuten gekört werden. Darmstadt, den 4. Februar 1893. Für den Vorstand: von Westerweller. rlaniuMng. n unb CchrisnuhrerS. her Vorstand. npVereitt. :vaMjchc Adend- [149? Der Vorstand. I Sitzung -er Stadtverordneten am 16. Februar 1893. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Brück, Emmelius, Faber, Flett, Heß, Homberger, Habcnicht, Helfrich, Heyligenstaedt, Jughardt, Keller, Löber, Orbig, Petri, Dr. Ploch, Dr. Schäfer, Simon, Br. Thaer, Bogt und Wallenfels. lieber das Ergebniß der Vergebung des Eichen- stammholzeS im Stadtwalde berichtet Herr Oberbürgermeister Gnauth. Es sind danach auf erfolgtes Ausschreiben folgende Gebote eingelegt worden: Für 475 Festmeter Schnitt- und Schwellenholz 28.10 und 26.50 Mk. für den Festmeter (bei Abnahme des GesammtquantumS), 32.20 und 25.10 Mk. pr. Festmeter bei Abnahme von Theilquantums. Für Bau- und Grubenholz betrugen die Gebote 18.50, 16.57 und 16 Mk pr. Cubikmeter bei Abnahme deS GesammtquantumS ; bei TheilquaniumS 17.25 Mk. ES wurde der für das Gcsammt Ergebniß angenommene Doranschlagspreis von 19188 Mk. überschritten um 3222 Mk., obwohl ein Preisrückgang gegenüber dem Vorjahre eingetreten ist. ES wird nach Kenntnißnahme deS Berichts Großh. Oberförsterei befchlosien, die Angebote zu genehmigen. — Der wie alljährlich erfolgten Abgabe von Fichten - Deckreisern, zusammen 3210 Wellen, aus dem Gießener Stadtwalde wird Genehmigung ertheilt. Infolge erhobener Beschwerde über die geringe Qualität der dieSjährigrn veckreiser soll die Großh. Obersürsterei ersucht werden, bei der Durchforstung auf Gewinnung besicrer Reiser Rücksicht zu nehmen oder wenn dies nicht angängig, die Abgabe von Deckreisern ein- zuschränken. Die Firma E. Friedberger Söhne hat um Erstattung von 30.50 Mk. angeblich zu wenig Aurücfvergüteten OetroiS für zur Ausfuhr gebrachtes Mehl nachgesucht. Die gegründeten „Bund der Landwirthe" auSgezangen. Man erwartet einen ungeheuren Andrang und eine großartige agrarische Kundgebung. . Wilhelmshaven, 16. Februar. Kaiser Wilhelm und Prinz Heinrich sind um 10 Uhr cingetroffen und begaben sich nach der Matrosenkaserne, wo die Vereidigung der Re- fruten stattfand. Während deS Frühstücks im Casino brachte der Vieeadmiral ValotS einen Toast aus den Kaiser auS. Dieser dankte und wieS auf daS Aufblühen der Marine hin, deren schneller Ausbau erforderlich sei. Er brachte ein Hoch auf die Marine aus. — Nach der Vereidigung der Rekruten hielt der Kaiser eine Ansprache - Contreadmiral Oldekop brachte daS Hoch auf den Kaiser auS. Nach der Berichtigung der neuen Haubitzen begab sich der Kaiser nach dem Casino, um dort daS Frühstück einzunehmen. Wien, 16. Februar. In hiesigen militärischen Kreisen wird die Nachricht bestätigt, daß der Deutsche Kaiser an den diesjährigen «aisermanövern in Ungarn sich nach Beendigung der rheinischen Manöver betheiligen werde. Brux, 16. Februar. Der Strik: im Kohlenrevier ist beendet. t Nom, 16. Februar. Heute hatten 10,000 Süd Italiener eine Audienz beim Papste. Es befanden sich darunter 92 Bischöfe, die Cardinäle von Neapel, Capua, Palermo und Messina. Neapolitanische Fischer brachten mehrere Körbe mit Fischen zum Geschenk. Pari-, 16. Februar. Die Mission der Panama-Commission gilt nach dem gestern gefaßten Beschluß thatsächlich für beendet. Paris, 17. Februar. Nach dem gestrigen Siege RibotS gilt die Regierungssähigkeit eines Ministeriums, daS auS dem rechten und linken Centrum zusammengesetzt wäre, auf längere Zeit für ausgeschlossen. Brüssel, 16. Februar. Aus Baesrode werden blutige Zusammenstöße zwischen der Bevölkerung und der Gensdarmerie gemeldet. Der Anlaß war folgender: Milizen, welche von der Ziehung heimkehrten, überfielen einen Markl- wagen, brachten einer alten Frau Verletzungen bei und griffen die GenSdarmen, welche zu Hilfe eilten, an. Die Verfolgung durch die GenSdarmen dauerte an, bis die Volksmenge inter- venirte, welche die GenSdarmen schwer mißhandelte. Letztere feuerten schließlich in die Lust. Hierauf wurden sie von Neuem angegriffen, zum Theil verwundet, es wurden ihnen die Uniformen zerfetzt. Nun feuerten die GenSdarmen in die Menge und machten einen Bajonettangriff. Es wurden auch telegraphisch Verstärkungen herbeigerufen. Diese machten den Versuch, einen Gefangenen fortzubringen, wurden aber auf dem ganzen Wege von einer wüthenden Menge verfolgt, welche den Gefangenenwagen angriff. Die GenSdarmen feuerten wiederholt; es wurden vier Verhaftungen vorgenommen. Eine Anzahl GenSdarmen und Bürger wurde verwundet, unter den Verwundeten befindet sich ein 14jähriger Knabe. Petersburg, 16. Februar. Zwischen Rußland und China ist eine neue Abmachung über den Telegraphenverkehr vereinbart worden, wonach der Satz für Telegramme über die russische Linie (Kiachta) billiger sein wird als derjenige über die amerikanische Linie. Petersburg, 16. Februar. Die Regierung beabsichtigt, im Frühjahre außerordentliche Maßnahmen zur B e k ä m p f u n g der Rinderpest zu ergreifen. In den infizirten Gebietm sollen permanente Commissionen ernannt werden, um kranke und verdächtige Thiere erkennen zu lassen. In den heim- gesuchten Gegenden stockt der Viehhandel vollständig. Newyork, 16. Februar. Ein W i r b e l st u r m vernichtete einen .großen Theil der japanischen Fischerflotte. Im chinesischen Meere sind über 100 Fahrzeuge untergegangen. Einige 600 Fischer sind umgekommcn. Tamatave, 16. Februar. Schwere Stürme vernichteten im ganzen südlichen Madagascar die Ernten und zerstörten zahlreiche Dörfer- drei große Schiffe und zahlreiche Barken sind in dem schweren Sturme untergegangcn. Finanzcommisfion hat Ablehnung des Gesuchs und Festhalten an dem Octroi-Reglement beantragt, wonach nur für solche Gegenstände Cctroi zurückvergütet wird, deren Ausfuhr durch die Controle bescheinigt ist.- Die Versammlung beschließt, nachdem die Herren Jughardt und Löber das Gesuch befürwortet, Ablehnung desselben. Herr W. Seuling hat an die Bürgermeisterei eine Eingabe gerichtet, in welcher er um Derbefferung bezw. Höherlegung des Pflasters in der Wetzsteingasse, sowie um Anbringung einer Laterne in dem neuen Theil der Wetzsteinstraße nachsucht. Nach dem Gutachten des StadtbauamtS ist eine Höherlegung des Straßen-Nivellements wegen der niedrigen Lage der HauSeingänge in dem alten Theile der Wetzsteingasse nur möglich, wenn die bett. Hauseigenthümer und Interessenten ihre Zustimmung dazu geben, die Baudeputation empfiehlt deshalb, den Gesuchsteller auf diesen Umstand aufmerksam zu machen- belr. der Laterne hat die Deputation für daS Gas- und Wafferwerk beantragt, eine Laterne aufzustellen, wenn daS Psaff'sche Haus, Ecke Nordanlage und Wctzsteingaffe, bezogen ist. Es wird, nachdem noch Herr Ha b en ich t auf die während des Winters besonders gefährliche Paffage zwischen K'rchenplatz und dem Gäßchen nach der Wetzsteingaffe aufmerksam gemacht und unterirdische Ableitung des Abfall- wasserS von dem am Kirchenplatz aufgestellten Ventilbrunnen empfohlen hatte, beschloffen, nach den Anregungen der beiden Deputationen zu verfahren. Die Punkte 5 und 6 (Ueberschreibung der Stadtkirche auf den Namen der evangelischen Gemeinde im Grundbuch von Gießen und Durchführung des ReichSgesetzeö über die Gewerbegerichte, hier Erlaß eines OrtSftatulS) wurden von der Tagesordnung abgesetzt. Mit Bezug auf das Gewerbegericht theilt Herr Oberbürgermeister Gnauth indeß das Ergebniß von Nachforschungen mit, welche aus Anlaß einer Bemerkung des Herrn Orbig bei der Berathung des Orts- statuts, daß nämlich ein hiesiger Lohnkutscher, trotzdem für ihn Beiträge zur Ortskrankenkaffe gezahlt worden seien, trotzdem er seine Ansprüche an verschiedenen Stellen gellend gemacht, keine Unterstützung während der Arbeitsunfähigkeit erhalten habe, angestellt wurden. Die Nachsorfchungen wie die behördlicherseits geführte Vernehmung des tn Rede stehenden Kutschers haben ergeben, daß derselbe aus einer infolge Verletzung an der Hand herbeigeführten Arbeitsunfähigkeit von 4 Tagen nur einen Tag Anspruch auf Krankengeld hatte, welchen er auch erhielt. Herr Orbig erklärte (nachdem Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, Herr Orbig sei wohl nach den hier mitgetheilten Erhebungen überzeugt, daß der betr. Kutscher sein Recht gefunden), daß eS nicht seine Schuld gewesen, wenn die Sache sich anders darstelle, es sei ihm eben von dem Kutscher die Sachlage nicht richtig mitgetheilt worden. Die Angelegenheit ist damit erledigt. Das Gesuch des Herrn Gustav Koch um Eoucession zum Wirthschastsbetrieb im Hause Wolfstraße 9 (Insel Helgoland) wird, da cs sich um Uebergabc einer bereits bestehenden Wirthschaft an eine andere Person handelt, durch Bejahung der Bedürsnißfrage befürwortet. Bezüglich des Gesuches des Herrn B e r n h a r d Stern von Marburg um Concession zum Wirthschastsbetriebe m Merz'schen Hause in der Bahnhofstraße spricht sich die Versammlung ebenfalls für Bejahung der Bedürsnißfrage aus, nachdem Großherzogl. Polizeiamt dieselbe mit Bezug auf Ausschank von Brantwein verneint hatte. Maßgebend für den Beschluß war die Erklärung der Commission, daß ein Dedürsmß zur Errichtung eines mit besserer Logirwirthschast verbundenen Schankbetriebes insofern vorliege, als die zu errichtende Wirthschaft lediglich zur Aufnahme ifraelitifdjer Reisender bestimmt sei. Der 9. Gegenstand der Tagesordnung: Prüfung der Rechnung der StadtGießensür 1891/92 wurde auf Antrag des am Erscheinen verhinderten Referenten (Stadtverordneten Scheel) abgesetzt, und dafür von Herrn Heyligenstaedt über das Ergebniß der von ihm in Gemeinschaft mit Herrn Beigeordneten Georgi vorgenommenen Prüfung der Rechnung des Gas- uno Wasserwerkes berichtet. Danach haben einige unwesentliche Anstände sofort Erledigung gefunden und im Uebrigen die Prüfung die Richtigkeit der Rechnung ergeben. Localer an- Lrovlnzteller. Gießen, 17. Februar 1893. — Theater. „Unsere Frauen", Lustspiel in fünf Acten von Moser und Schönthan. Die beiden als Lustspiel- dichter sehr bekannten Autoren haben dem gestrigen Stücke eine Scene aus dem alltäglichen Leben zu Grunde gelegt. Zwei in ihrem Character ganz verschiedene Kaufleute betrieben ein Compagniegeschäft, welches durch die Waghalsigkeit des einen zu Grunde geht. An diesem Vorgänge nun lassen unS die Dichter „Unsere Frauen" studieren, diese treten uns deshalb in den verschiedensten Ständen entgegen, als Schwiegermutter, jugendliche Gattin und Backfisch. Um die einzelnen Charactere noch markanter hervortreten zu lassen, ist dann in äußerst geschickter Welse jeder Damenrolle eine Herrenrotte partnerisch entgegengestellt, welcher die der anderen diametral gegenüber» liegenden Eigenschaften innewohnen. So Ist der sittenstrengen, sparsamen Schwiegermutter ein leichtlebiger, üppiger Gemahl, der treuen hingebenden Gattin, ein leichtsinniger Gatte, dem auSgelaffenen pflichtvergessenen Weibe ein pflichttreuer, strebsamer Mann beigesellt. In der Darstellung und AuS- gleichung dieser Gegensätze ist die Ausgabe deS Stückes zu erblicken, die nebenherlaufenden Liebesgeschichten und daS Auftreten deS unvermeidlichen „Pfeffermann" haben eigentlich nur nebensächliche, daS Ganze mehr illustrierende Bedeutung. — Die Wiedergabe dcS Stückes fand vor sehr stark besetztem Hanse statt und verdient eine ganz tüchtige genannt zu werden. Herr Martiensen als „Dorn" wußte diesen Character in den nötigen Grenzen zu halten, so daß er nie unsympathisch wirkte, obwohl die Eigenschaften desselben nicht gerade die angenehmsten sind. Herr Stückel und Herr Rupp trafen den Gegensatz zwischen Leichtsinn und Pflichttreue in der Darstellung der beiden CompagnonS „Stein" und „Hillberg" recht gut. Höchst komisch war Herr Director ReinerS als Factotum „Pfeffermarm", die Herren Halpern (Groffer) und Born (Cornelius) erledigten sich ihrer Aufgabe zu unserer Zufriedenheit. Unter den Damen gefielen vor Allem Frau Sopps (Adelheid) und Fräulein Brünner (Hedwig), obwohl erstere mit einer starken JndiSposilion zu kämpfen hatte, die, wie wir hoffen, jedoch bis morgen beseitigt fein dürfte. Fräulein (Joppe gab daS ausgelassene Weib mit dem ihr für derartige Rollen eigenen Talente. DaS Backfi'chpaar „Ella und Grete" wurde von Frau Director ReinerS, die anfangs nut etwa« zu hastig sprach, und Fräulein Märker ganz nett verkörpert. Zum Schluffe erwähnen wir noch Fräulein Kroll und Fräulein Grigo, die zwei allerliebste fesche Köchinnen boten. — Der Alice Frauen Betel» für die Krankenpflege im Großherzogthum Heffen hält seine mit der Gedächtnißfeier deS 25jährigen Bestehens des Verein« verbundene Generalversammlung am 23. Februar, Nachmittag« 3*/, Uhr, im Großh. alten Palai« zu Darmstadt. — Ruhestands Versetzung. In den Ruhestand versetzt wurde der Lvcomotivführer bei den Oberhesfischen Eisenbahnen Johann Heinrich Dietz zu Gießen auf fein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit. — Sommer Fahrplane. Auch die Königliche Eisenbahn- Dlrection Hannover giebt nunmehr bekannt, daß am 1. April b. I. bei den preußischen StaatSeisenbahnen aud), im äußeren Dienst die mitteleuropäische Zeit (M. E. Z.) zur Einführung gelangen wird. Der von ihr in dieser Zeit auf- gestellte, vom genannten Tage ab gültige Fahrplan enthält, abgesehen von der Umrechnung der Zeiten, keine wesentlichen Aendetungen. — Muster-Register. Im Monat Januar Haven von hessischen Amisgerlchten Bekanntmachungen über neu ge- schützte Muster und Modelle veröffentlicht: Gießen 8 Muster bezw. Modelle, davon 2 plastische, 6 Flächenmuster - Alsfeld 12 Muster bezw. Modelle, nur Flächenmuster - Mainz 25 Muster, davon 24 plastische, 1 Flächenmuster. — Falsches Geld. Nach Berichten auS der Nachbarschaft sind zur Zeit falsche Einmarkstücke in Umlauf, weshalb Vorsicht bei Annahme dieser Geldforte uöthig ist. Auch den Goldstücken möge man Beachtung schenken, da durch Beschneiden minderwerthig gewordene Zwanzigmarkstücke in Umlauf fein sollen. — Warnung Gegenwärtig werden wieder von gewissenlosen Personen besonders kleinere Geschäfts- und Handwerksleute aufgesucht und denselben sog. Ratendocumentc aufgeschwätzt. Die BczugSdocumente von Baukhäusern lauten z. B.: „DaS unterfertigte Bankdau« verkauft und liefert dem auf dem hierzu gehörigen Nummer-Schein namentlich bezeichneten Inhaber dieses BezugsdocumenteS: Ein Venediger 30 Frcs.-PrämienlooS, ein Sachsen Meininger 7 fl.-Prämien- Loo« und ein Mailänder 10 FrcS.-LooS gegen Erlag von 32 monatlich aufeinander folgenden Raten zu je 4 Mark." Die drei Loose rcpräfentircu gegenwärtig einen ConrSwerth von 72—73 Mark zusammen. Nun sollen die Abnehmer in 32 Raten 128 Mk. und 6 Mark. 20 Pfg. Porto für die monatlichen Posteinzahlungen dafür zahlen, also beinahe daS Doppelte deS eigentlichen Werthe«. Und wer garantirf, daß die Leute überhaupt nach 32 MonatSzahlungen auch in den Besitz der Loose gelangen? Sind einmal mehrere Raten bezahlt und kann nicht mehr weiter bezahlt werden, so ist das Bezahlte verloren. Es ist dringend geboten, den Schön- schwätzern die Thüre zu weisen. In Betracht ist noch zu ziehen, daß Über 75 p(£r. der Loose nur mit dem Nennwerth gezogen werden, also mit 24 Mk. und 8 Mk. Bei Meiningern schwankt der niederste Gewinn zwischen 8 bis 14 fl. im Laufe von 20 Jahren. Auch dauert e« 20 bis 25 Jahre, bis fämmtliche Loose gezogen sind. — Briefauffchriften mit weißer Tinte auf dunklem Papier nicht zuläffig. Einem Exporthause in Beuthen waren Briefe, deren Aufschriften mit weißer Tinte auf dunklem Grunde gemacht waren, von der Post zurückgewiesen worden, nachdem vorher von der Post 1000 derartige Briefe, welche das Exporthaus zu Reclamezwecken versandte, befördert worden waren. Die Obcrpostdtrection Oppeln und daS Reichspostamt haben die Zurückweisung gebilligt. — Maß und Gewicht. Dem Reichstag ist der Entwurf eines Gesetze« über Abänderung der Maß- und Gcwichtsorduung zugcgangen. Der Entwurf, der die Anerkennung und Einführung der neuen Urmaße im Wege der Gesetzgebung herbeiführen will, hat für Deutschland nur eine formale Bedeutung. — Ein kleiner GeschaftSkniff, besonder« beim Diehhandrl, wird vielfach als erlaubt betrachtet und unter diesem Deckmantel werden mitunter geradezu betrügerische Vorspiegelungen und Manipulationen vorgenommen. Den Viehhändlern wird daher folgende Gerichtsverhandlung von Interesse sein, welche kürzlich in der Stadt M. anstand. Der Fleischer- meister Wilh. E., Görmarstr., war angeklagt, dem Gärtnerei- desitzer M. daselbst eine Kuh verkauft zu haben, welche hinterher nicht die angegebene gute Eigenschaft der reichlichen Milchabgabe gehabt haben soll. E. hatte bei dem Kaufgeschäft 40 Thaler verdient. Der Angeklagte wurde durch die Zeugenaussagen deö Betrugs für überführt erachtet und zu 14 Tagen Geiängniß, sowie 50 Mk. Geldstrafe verurtheiit. Mildernde Umstände wurden nach der Lage de« Falle« nicht angenommen. Es müffe darauf gesehen werden, hieß e« im Unheil, daß im Handel und Wandel Ehrlichkeit Platz greife. — Handel mit Schlachtvieh. In Folge einer Anregung de« deutschen LandwirthschastSrathe« hat der landwinhschaft- liche Verein von Oberhesien beschloffen, dahin zu wirken, daß der Handel mit Schlachtvieh künftighin nach Lebendgewicht geschehe, und daß ebenso die öffentliche PreiSnotirung erfolge. Die vorgesetzten Behörden laffen bereit« durch die Bürger» *3* N'l>-nd d,r,,tz, ^chkuchen wegen "^che Eisenbahn- ' Qm 1. A^il Ä1? ^eren ■ l^Z-) zur Ein- \W Lck auf- Fahrplan enthalt, i/ keine wesentlichen y*,n und . «Str® ),8®«ta .iu “US8rt«fa ® x 7 8'°« ®i„ “ M»S* Januar haben von über neu ge- lseutlicht: Gießen ■/ $ Äenmuiter; ur Flächenmuster - Flachenmchn. 1 der Nachbarschaft n Umlauf/ weshalb Gg ist. Auch den nhn, da durch Be- zigmarkstücke in Um. :n wieder von ge- leschästs- und Hand- iatendocuniente : Bankhäusern lauten auft und liefert dem chein namentlich beites: Ein Venediger inger 7g.^rämia» i gegen Erlag von ten \t 4 Mark." g einen Courswerth ollen die Abnehmer 20 Pfg. Porto für zahlen, aljo beinahe Unb wer garantirt, szahlungen auch in mal mchrere Uw ahll «erden, fo ift geboten, den Schön- Scttacht ist noch zu mit dem Nennwerth unb 8 » n M-liSbisU-. t8 20 bis 25 J«h», jjule auf »mllm J(e in »*'•«” NE auf bunte Mäzlwi-i-» wcr Entwurf, °er r».ss u«»° istaud. @ürtnete': geklagt, welche bei dew ■ ha"e bet - übersuh^s. »erurthelit- !f. ”id|t r W to6 rneiftereien Ermittelungen anstellen, ob in den Gemeinden Viehwaagen vorhanden sind oder deren Anschaffung beabsichtigt wird. — Eine bemerkenswerlhe Erscheinung bietet in verschiedenen Gegenden Deutschlands der Umstand, daß seit einiger Zeit die Subhastationen von Immobilien aus dem Lande ab-, die in der Stadt aber zunehmen. Der Unterschied ist sogar ein sehr bedeutender. Manche Leute wollen daraus schließen, daß die Lage des Landwirthes eine ver- hältnihmäßig gute, die des Städters eine verhältnißmäßig ungünstige ist. — Ausreichung neuer Ziusscheine zu den Schuldverschreibungen der Reichs-Anleihen vom Jahre 1877 und 1881. Die Zinsscheine Reibe V Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreib- ungen der Deutschen Reichs-Anleihe von 1877 und Reihe IV Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der Deutschen Reichs-Anleihe von 1881 über die Zinsen für die zehn Jahre vom 1. April 1893 bis 31. März 1903 nebst den Anweisungen zur Abhebung der folgenden Reihe werden von der Königlich preußischen Controle der Staatspapiere in Berlin, Oranienstraße 92/94, vom 1. März d. I. ab, Vormittags von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftstage jedes Monats ausgereicht werden. — Ordensverleihung. Se. Majestät der Kaiser hat dem bisherigen evangelischen Divisionspfarrer mit dem Character als Mtlitär-Oberpsarrer bei der Großh. Hess. (25.) Division Strack zu Darmstadt den Rothen Adler-Orden dritter Klasse mit der Schleife verliehen. — Der von Großh. Regierung der Kammer vorgelegte Gesetzentwurf, betr. die polizeiliche Beaufsichtigung der Mieth- Wohnungen und Schlafstellen, faßt mit Recht die schwierige Aufgabe in vorsichtiger Weise an. Er geht davon aus, daß vorerst, abgesehen von wenigen Bestimmungen über Schlafräume der Arbeiter, nur Miethwohnungen der Fürsorge des Gesetzgebers unterliegen sollen, weil diese Fürsorge, so lange irgend möglich, auf das dringendste Bedürfniß zu beschränken sei, dieses Bedürfniß aber bei den Eigenthümern des Wohnhauses entweder nicht vorliege oder mit den gegenwärtigen staatlichen Mitteln nicht erfüllt werden könne. Die Vorlage schafft: 1) ein polizeiliches Recht der Controle des Zustandes aller Miethwohnungen; 2) ein polizeiliches Recht der Aufstellung gesundheitlicher Rormativbestimmunqen für Miethwohnungen und Schlafstellen; 3) eine Anzeigepflicht der Ver- miether von kleinen Wohnungen und von Schlafstellen; 4) ein polizeiliches Recht zum Verbot gesundheitsschädlicher Wohw ungen mit Schutz der Betheiligten durch ein geordnetes Be- schlverdeversahren. Dabei sind 5) Ausnahmen getroffen für kleinere Gemeinden- 6) Strafen und Exmission für Zuwiderhandlung gegen polizeiliche Beschlüsse angedroht- 7) die Ex- missionömaßnahmen für die Uebergangszeit durch ausgiebige Fristen gemildert. Der darüber von den Abgg. Reinhardt und Dr. Gutfleisch erstattete sehr umfangreiche Bericht des Zweiten Ausschusses kommt zu dem Schluß: Mit gewissen vorgeschlagenen Aenderungen halten wir das Gesetz für einen empfehlenswerthen und Erfolg versprechenden Versuch, auf Hebung so mancher Mißstände in unserem Wohnungswesen das zulässige Maß gesetzgeberischen Einflusses anzuwenden. — Oberhesfischer Obstbauverein. (Vereinsbezirk Schotten.) Sonntag den 19. Februar l. I., Nachmittags 3 Uhr, findet in dem Kißner'schen Saale zu Schotten eine Versammlung des Obstbauvereins mit folgender Tagesordnung statt: 1) Vortrag des Herrn Landwirthschaftslehrers Reichelt aus Friedberg über „Die Sortenwahl in Bezug auf Lage, Boden und Obstverwerthung" und 2) Vortrag des Herrn Landwirthschaftslehrers Andrä aus Büdingen über „Künstliche Düngung in Anwendung auf Obstbau". t Lich, 16. Februar. Herr Dr. med. H. Kratz von hier ist als Arzt an die Irrenanstalt in Heppenheim berufen worden. t Lich, 16. Februar. Das für den Alice-Frauenverein in dem Casinosaale dahier zur Abhaltung gekommene Wohlthätigkeitsconcert war sehr zahlreich besucht und nahm den schönsten und deshalb auch befriedigendsten Verlauf. Es wurde eine Einnahme von rund 105 Mark erzielt. Der Casinogefellschaft, welche in liberalster Weise nicht nur das Local, sondern auch Hebung und Beleuchtung unentgeltlich stellte, sei hiermit herzlichsten Dank gesagt! § Trais-Horloff, 16. Februar. Auf Anregung des hiesigen Ortsgeistlichen Herrn Pfarrers Hein hat sich dahier ein Lese verein gegründet. Dem Verein, welcher die Beschaffung und Verbreitung einer gediegenen Lectüre bezweckt, traten aus hiesigem Orte, sowie aus den Kirchspielsgemeinden Inheiden und Utphe eine ziemliche Anzahl Mitglieder bei. Ein ähnlicher Leseverein hat bereits früher dahier bestanden, eS wurde ober damals die Bibliothek durch einen im hiesigen Pfarrhaufe ausgebrochenen Zimmerbrand zerstört. Friedberg, 15. Februar. Unser Frühjahrspferdemarkt war gestern trotz des schlechten Wetters gut besucht. Händler und Oeconomen hatten schönes Material zu Markte gebracht, es wurde viel gehandelt und gute Verkäufe abgeschlossen. Bad-Nauheim, 15. Februar. Seit Sonntag ist ein hiesiger Prof essionist, der in bedrängter Vermögenslage war, von hier verschwunden. Denselben Tag noch sprach er bei einem nahen Verwandten tn einem Vogelsberger Dorfe vor, um ein Darlehen aufzunehmen, ohne jedoch ein solches zu erhalten. Da der Flüchtige nur mit sehr geringen Mitteln von hier abgereist sein soll, vermuthet man, daß er, als seine letzte Hoffnung auf finanzielle Hilfe sehlschlug, Hand an sich gelegt habe. Er ließ hier seine Frau mit acht Kindern, von denen erst zwei der Schule entwachsen sind, im Elend zurück. — In dem benachbarten Ober- Mörlen kam es gelegentlich des Setzens eines Maienbaums für den neugewählten Beigeordneten zwischen Angehörigen der siegreichen und der unterlegenen Partei zu einer Schlägerei. D. Ztg. Büdingen, 15. Februar. Der Vorschuß- und Credit- verein E. ®. Büdingen hatte im Jahre 1892 einen Umsatz von 2 370 000 Mark und einen Reingewinn nach Abzug aller Geschäfts- und Verwaltungskosten von 9000 Mark erzielt, wonach der Dividendensatz ein günstiger sein dürfte. t Wolf, 16. Februar. Ein erschütternder Unglücksfall hat sich gestern in unserem Orte zugetragen. Ein hiesiger Arbeiter ging mit seiner Frau in den Wald, um Holz zu sammeln - ihr kleines Kind ließen beide in der verschlossenen Stube allein zurück. Das Bett, in welchem sich das Kind befand, hat auf eine bis jetzt noch unaufgeklärte Weise Feuer gefangen und das Kind hat dabei so furchtbare Brandwunden davon getragen, daß es am Abend verstarb. Leeheim, 14. Februar. Nebeneinander sind auf unserem Friedhof in den letzten zehn Tagen drei Leute beerdigt worden, welche auf ungewöhnliche Weise zu Tode tarnen. Zuerst erhängte sich ein alter Mann, dann stürzte ein Mann in mittleren Jahren und starb an den Folgen des Sturzes. Zuletzt erhängte sich vorgestern ein junger Mensch von 22 Jahren aus unbekannter Ursache. nn. Darmstadt, 16. Februar. Zweite Kammer der Stände. Nach Verkündigung einer Reihe neuer Einläufe, darunter ein Gesuch der Stadt Bensheim umErrichtung eines Amtsgerichts daselbst, setzt die Kammer ihre Be- rathungen mit der Besprechung eines Gesuchs um Erhöhung der Pfleggelder für die taubstummen Kinder der Taubstummenanstalt Friedberg fort. Der Ausschuß beantragt, Großh. Regierung zu ermächtigen, die Psleggelder vom 1. April 1893 an angemessen zu erhöhen. Die Abgeordneten Vogt und Schröder befürworten eine Erhöhung und beschließt das Haus demgemäß einstimmig. — Ferner genehmigt die Kammer das Gesuch um GehaltLbewilligung an den israelitischen Religionslehrer zu Heppenheim a. d. B. — Bezüglich eines Antrags der Abgg. Pfanu stiel, Muth und Schönberge r auf Heb ernabme der Fortbildungsschulen auf die Staatskasse erklärt Großh. Staatsregierung, daß die angeregte Frage erst bei Aufstellung des Staatsbudgets für die nächste Finanzperiode in weitere Erwägungen gezogen werden könne. Die Kammer erklärt den Antrag zur Zeit für erledigt. — Es folgt nunmehr die Berathung über die Vorstellung einer größeren Zahl von BesitzernportugiefischcrSchuldverschreibungen, hier die staatliche Aussicht über d ic Bant für Handel und Industrie. Abg. Wolsstehl bedauert, daß im Bericht des Ausschusses der Bank für Handel und Industrie die Absicht unterschoben sei, als habe sie eine Schädigung Anderer im Auge gehabt, als sie die portugiesischen Emissionen vornahm. Der Zusammenbruch des Banthauses Baring and Brothers, die Wirren tu Brasilien und andere Krisen hätten Portugals Finanzlage einen Stoß versetzt. Auch den Regierungen sei ebenfalls ein Theil der Schuld beizumessen, weil dieselben durch Herabsetzung des Zinsfußes die Capitalisten und das Publikum auf fremde Emissionen laneirt. Abg. Reinhardt-Worms, Mitglied des Anfsichtsrathes der Darmstädter Bank, ver- theidigt ebenialls die Bant gegen die schwere Beschuldigung des Ausschusses, als habe dieselbe mala fidos gehandelt. Niemand im ganzen Hause könne in dieser Beziehung den Beweis der Wahrheit antreten. Die Bant habe es an der nöthigen Vorsicht nicht fehlen lassen, und auch nachdem das Unglück geschehen sei, habe sie noch zu retten gesucht, was zu retten war. Die Behauptungen der Presse, als habe die Bank bei diesen Emissionen ungeheure Summen verdient, sucht derselbe zu widerlegen, indem er mit Zahlen nach- weist, daß die Darmstädter Bant von dem Anlehen Portugals im Werthe von 640 Millionen 64 Millionen begeben habe. Der Verdienst von den gefammten Emissionen habe 2,62 % betragen. Abg. Schröder beklagt, daß auch die Staatsaufsicht, unter welcher die Baut s. Z. gestanden habe, in laxer Weise geübt worden fei. Durch den Nimbus eines staatlichen Instituts seien viele Leute veranlaßt worden, nut der Bant in Verkehr zu treien und die von derselben aufgelegten Emissionen als nur prima anzusehen. Die Finanzlage Portugals sei von jeher keine gute gewesen und eine gewisse Vorsicht wäre hier am Platze gewesen. Nichtsdestoweniger habe man Seitens der Bank ohne Fundirung emittirt und so eine Katastrophe herbeigcsührt, welche die Besitzer portugiesischer Werthe allein in Hessen um mehr als 60 Millionen gebracht habe. Er bedauere nur die kleinen Leute, welche hierbei bedeutende Verluste erlitten hätten. Er stellt einen Antrag, bei der Reichsregierung nochmals Schritte zu unternehmen, um die portugiesische Regierung an ihre Pflichten zu erinnern. Staatsminister Finger erklärt, die Regierung habe bei Emissionen der Bank fein Urtheil abzugeben gehabt. Mindestens aber glaube diese nicht an eine mala fides. Mit der Reichsregierung sei dieselbe in der Sache ins Benehmen getreten, um gemeinsame Schritte in der Sache zu thun. Unhöflich halte er es, wenn man daher der Reichsregierung nochmals mit der Anregung von Maßnahmen komme. Abg. Vogt geht mit dem Ver- fahren der portugiesischen Regierung scharf ins Gericht. Dieselbe sei als Gewohnheits-Bankerotteur bekannt. Ihre Prospecte seien nicht klar gewesen, sonst hätte sie sich nicht ihrer Haftpflicht einfach entziehen können. Die Abgeordneten Metz-Darmstadt und Heinzerling glauben, daß der Antrag Schröder unnöthig sei, da die Reichsregierung und der Reichstag sich der Sache angenommen habe. Abgeordneter Gut fleisch bedauert, daß sich die Kammer für eine Sache, aus der Nichts herauskomme, eines Tages beraubt habe. Sache der Bundesstaaten sei es nicht, sich mit den Ansprüchen Privater an andere Staaten zu beschäftigen. Auch auf dem Wege der Klage sei nichts zu erreichen. Bei der Abstimmung I wird der Antrag des Ausschusses auf Ablehnung jeder I weiteren Schritte mit allen gegen zwei Stimmen angenommen, die Anträge des Abg. Schröder einstimmig verworfen. Abg. Reinhardt enthielt sich der Abstimmung. Zum Schluß der heutigen Sitzung bewilligt die Kammer für die laudwirthschaftliche Haush altungs schule zu Lind heim 1000 Mk. Morgen früh 9 Uhr Sitzung. Wörrstadt. 12. Februar. In dem Garten eines hiesigen Landwirthes wird zur Zeit ein Keller auSgegraben. Gestern stießen nun die mit dem Graben beschäftigten Arbeiter auf ein Gefäß, welches sich mit gröberer Münze in größerem Betrage ungefüllt zeigte. Das Gebiet besaß vor Jahren ein alleinstehender wohlhabender Mann und man nimmt an, daß daS Geld von demselben 1870 versteckt worden ist, da sich eine Anzahl preußischer Thaler, Gulden :c. bei dem Funde befinden sollen. Dermifd>te». * Marburg, 16. Fcbrüar. Selbstmordversuch. Am Montag hat sich der 64 Jahre alte H. Pansch ans Niederwalgern in einem Walde bei Oberwalgern aus einem Taschenrevolver drei Kugeln in den Mund geschossen, welche im Gaumen stecken blieben. Der Verletzte ist in die hiesige chirurgische Klinik verbracht worden. Lebensüberdruß soll das Motiv der That gewesen sein. * Frankfurt, 16. Februar. Die Näherin Marie Katharine Gruner, am 5. November 1861 in Laubach, Kreis Schotten, geboren, wurde gestern Abend in ihrer Wohnung, Finkenhofstraße 23, an einem Handtuch erhängt ausgefunden. Anscheinend hat die Gruner zuerst versucht, sich zu vergiften. Die Leiche wurde nach dem Friedhof verbracht. * Luckenwalde, 8. Februar. Was heutzutage doch alles gefälscht wird! Der Schlächtermeister K. ist wegen Betrugs zu einer Woche Gefängniß verurtheilt worden, weil er, um ein gekauftes Rind nicht bezahlen zu müssen, in das Fleisch künstlich Tuberkeln hineingespritzt hat. * Düsseldorf, 16. Februar. Vom Schwurgericht ist heute der Schuhmacher Hermann Jacob Brendgen aus Cleve wegen Ermordung der Katharina Reinders zum Tode und wegen Sittlichkcitsverbrechens zu 10 Jahren Zuchthaus verurtheilt worden. llnioerfitäts - Nachrichten. — Pros. Dr. Lorey an der staatswissenschastlichen Facultät zu Tübingen hat einen von München an ihn ergangenen Rus, Pros. Btrt in Marburg den nach Breslau erhaltenen abgelehnt. — Der außerordentliche Professor des Strafrechts Dr.Woldemar v. Rohland in Dorpat ist als oideniltcher Professor nach Freiburg i. B. berufen worden. Verkehr, Land- nnd Volkrwirthschaft. Limburg, 15. Februar. Fruchtmarkt. Rother Metren vH* 13.95, weißer Weizen 13 80, Korn vH* 11.00, Gerste vH* 9.85, Hafer vH* 7.10, Erbsen vH* —. kirchliche Anzeigen der Stadt Giehen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag den 19. Februar, Jnvocaoit. In der Stadtkirche: Vormittags 9l/-> Uhr: Pfarroerwalter Dr. Grein. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heiliges Abendmahl int Abendgottesdienst. Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. (Keine Vorbereitung). In der Friedhofscapelle: Vormittags 10 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Btbelstnnde am Montag den 20. Februar, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule; Marcus Cap. 5, Vers 1: Die erste dem Herrn widerfahrene Abweisung nach Heilung eines Beseffenen. Pfarrer Dr. Naumann. Mittwoch den 22. Februar, Abends 6 Uhr: 2. Pass io ns - andacht. Pfarrvermalter Dr. Gr ein. Katholische Gemeinde. Sonntag den 19. Februar, 1. Fastensonntag. Beginn der österlichen Zeit. Feier deS fünfzigjährigen Bischofs» jubiläumS Gr. Heiligkeit Papst Leo XIII. Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um */r8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 8/46 Uhr an Gelegenheit zur hl- Beichte; um 6 Uhr erste hl. Messe; um 7 Uhr Austbeilung der hl. Communwn; um 8 Uhr zweite hl. Messe; um 8/<10 Uhr Feierliches Hochamt mit Predigt. Nach dem Hochamte stille Anbetung des Allerheiligsten bis zur Nachmittagsandacht. Nachmittags um 3 Uhr Feierliche sacramentalische Andacht mit Te Deum. Abends «m 7 Uhrr Festversammlung in Steins Garten, wozu die ganze Gemeinde freundlichst eingeladen wird. t Mittwoch: Abends um 6 Uhr Fastenandacht. GMesdirnÜ der israelitischen Keligionsgesellschaft Freitag Abend 450 Uhr, Samstag Vormittag 83J Uhr, Samstag Nachmittag 3°° Uhr, Samstag Abend 6»° Uhr. Eingesandt. Gießen, 17. Februar 1893. H. Wie uns mitgetheilt wird, beabsichtigt der „Bauer'sche Gesangverein" unter Mitwirkung auswärtiger Gesangvereine und der Kapelle des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm im Lause des nächsten Monats ein Concert zum Besten der Armen hiefiger Stadt in „Steins Saalbau" zu veranstalten. Dem gen. Verein, welcher schon des Oesteren Proben seines Könnens ablegte und, wo es galt, die Noth seiner Mitmenschen zu lindern, jederzeit thatkräslig eingriff, wünschen wir auch hierzu den besten Erfolg. Aechte englische ßheviots und Kammgarne, Buxkin und Melton, Cheviot, ä Mk. 1.75 Psg. biS 9.75 Psg. per Meter versenden jede beliebige einzelne Meterzahl direct an Private. Buxkin-Fabrik-Depot Oettinger & Co., Frankfurt a._M. Neueste Muster-Ausw ihl franco ins Haus. [1503 , Pfarrer, Lehrer, Beamte rc. empf. allerorten den vorzügl. Holl. Tabak bei». Becker in Seesen a. Harz 10 Pfd. lose t. Beutel. 8 vH* fr. [3648 Geschäfts-Eröffnung. Dem verehrten hiesigen und auswärtigen Publikum diene zur gefälligen Nachricht, daß ich unter Heutigem am hiesigen Platze Seltersweg 46, im Hause des Herrn August Voigt neben dem Hotel „Prinz Carl" eine Wiener Feinbäckerei 1366 bet Eichenstammholz: 5,01 fm, Knüppel 14 rm, Reiser 36 rm, 1477 Ziegler-Stege* miethen. Westanlage tt Der Vorstand. 1493s gest'llt. Vom gedachten Tage ab wird । lediglich nach Maßgabe der Zusatzbestim- Vorläufige Anzeige 136 Eichen-Stämme von 14—40 cm mung l zu 8 50 der Verkehrs-Ordnung 269 Fichten.Stämme von 14—42 cm 1529 Durchmesser u. 13—20 rn Länge, 262 der eisernen Ucbei bauten für eine Land- rm H stammt. 1468 Gebr. Nährte, Exportbierbrauerei Schmidt. 1519 // Eichenstangen rm Bucheii'Knüppel, n —— // p6t. Ung. Gold-Rente 4 5 pCt. Ital. Rente 3 pCt. Portugieim Schmitt. 1526, Heß. [1528 3Vt pCt. do. pEt. Grtech. 3Jtonopol»8nl. 4 Gelsenk. Vergw^Scl. nicht ladenr. ni, ver Pfd. 3.> Pfg. 99.00 ReichSbank-DiScont 3 pLt. — Frankfurter Bank Discont 3 vLt. MAGGI5 II It tl // 8805 88 05 101 35 // ii 187.90 135.10 147 00 104 00 102.87 276.8« 101.60 9i 80 92 70 21.00 6100 86.50 305.25 204.62 153.20 106 00 112.20 6180 Dt-conto-Eommanb^Anth. Darmstädter Bank-Aci. Dresdener Lank-Act. «oitb. Lloyd-Aci. Wiener Bankver.-Act Oest. Credtl-Act. Ital. Mtttelmeerbahn ikt 26,34 2,32 42 10 116 8 16 76 56 102 408 6 26 90 Zusammenkunft im District Triesch. Steinberg, 17. Februar 1893. Grogherzogliche Bürgermeisterei Watzenborn-Steinberg. tioinb. E--d^Act. Luichtberader lt^B^Act Elbthal-Bohn-Act. Gotthard-Batzu Act. Schweizer Nordost. Mainzer E.-B.-Act. Marrenburger Suppenwürze ist zu haben 11516 143.601 Hier. KSntgS-Lau rahmet Tendenz. fest. Eichen.Scheit, Eichen'Knüppel, 9tadel«Knüppel, Hanrover, den 13. Februar 1893. 8} Königliche Eisenbabn-Directton. Bekanntmachung. Die im September v. I. aus den Deutschen Eisenbahnen eingeführte ausnahmsweise Beförderung von Gar» bolsänre und anderen Desinfections. Mitteln als Eilstückgut wird vom 1. April b. I. ab eingestellt. Lom gedachten Tage ab wird lediglich nach Maßgabe der Zusatzbestimmung I zu errichtet habe. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, mir die volle Zufriedenheit meiner geehrten Abnehmer zu erwerben. Hochachtungsvoll Jermieifiungen. 15'22] Wohnung von 4 Zimmern mit abgeschl. Corridor per 1. April zu oct» deich j*d» tlacb- h*Bdlung Z1249] Hohenrod, nachoerzeichnetes Holz ver- stückgut wird vom t April b. Js ab ein- steigert werden: Heute Lamstag: \ Metzelsuppe. Morgens: UlMjsch mit Kraut 1613] im Rebstock. Z'anöwirthschastlichkS Versuchsfeld. Die Arbeiten auf dem landwirth«: schastlichen Versuchsfeld sollen in Sud»' Mission vom 1. April 1893 an ver- geben werden. Angebote (Preis für; den Sommertag und den Wintcrtag mit Gespann, sowie Handarbeiten) sind bei der unterzeichneten Stelle bis Gude d. M. abzugcbcn. Gießen, den 17. Februar 1893. Großh. Universitäts-Rentamt. Dienstag den 21. Februar, Vormittags 10 Uhr, soll im Ge- meindewald von Watzenborn» Steinberg nachoerzeichnetes Holz versteigert werden: 35 40 36 6 16 22 31 880 720 20 25 S. Stern, Wiener Feinbäckerei 46 Selteraweg 46. Unsere werthe Kundschaft machen wir daraus aufmerksam, das; unsere Flaschenbiere stets mit unserem Etiquctt versehen sind und das; das von unserem früheren Flafchcnbierkutfcher P. Geisel gelieferte Bier nicht aus unserer Brauerei Holzverfteigerung in der Iürsillchen ©berförfierti Hungen Schutzbezirk Langsdorf Dienstag den 21. dieses Monats, Morgens 10 Uhr: Rcbectiou: ». Schevda. — Drud und Verlag der «rübl'lcbrn Trurferri (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen Die heutige 'Nummer umfaßt 6 Seiten 151'] Großberzogliche Dtrcctlon. Holz-Versteigerung.! Wn-tsßschr Sifrnbaljiua. den fn ^^brnar 1893 nabmsweise Beförderung von Earbolsäure soll im hlkstgen Gemeindewald, District und anderen Desinsictionsmitttln als Eil Durchmeffer und 3—15 rn Länge, verfahren werden. ^ickten.Stäwm- nnn 14—49 rm .Gießen, den 14. Februar 1893. ftraßenuntcrführung und einen Durchlaß der Eisenbahn - Neubaustrecke: „Nteder- walgern-Weidenhausen", Gesammtgewicht — 14190 kg Schweißeisen und 760 kg Gußeisen. Dermin r Sonnabend den 4. März 1808, BormittagS 11 Uhr, im Amtszimmer des AbtbeilungS - Baumeisters Hentzen in Gladenbach (Reg.- Bezirk Wiesbaden). Zeichnungen, Lagepläne, Berechnungen und Bedingungen können daselbst eingesehen und Formulare zur Abgabe von Angeboten gegen kostenfreie Einsendung von 70 Pfennigen, ■ lowie Eonstruttionszeichnungen, soweit der Vorrath reicht, gegen kostenfreie Einsen- Buchenstammholz: 3,01 fm, Scheit 128 rm, Knüppel 259,5 rm, Reiser 730 rm, Stöcke 98 rm, Birkenstammholz: 0,31 fm, Lindenstammholz: 1,61 fm, Fichtenderbstangen: 23,82 fm, Reisstangen 8,56 fm, Rutzreiser 23 rm. Zusammenkunft bei Rr. 1 District Klafterfchlag. Hungen, den 15. Februar 1893. vermischte Anzeigen. Neues Theater, Giessen Heute Freitag den 17. Februar 1893: ■ Benefiz für Frau Clara Copps ■ Letzte Vorstellung In dieser Saison. Die wohlthätigen Frauen. Lustspiel in 4 Acten v. Adolf L’Arronge. GiessenerZitherkranz. Heute Samstag «bendr Gernülh- liche Unterhaltung im BereinSloeal. _____11621]__________ 1625] Ein Stock und eine Schelle von Steinbach nach Gießen verloren. Gegen Belohnung abmgcben Gr. Müblgasse 7. Eichenstämme mit 14,22 fm, Radelstämme Sonntag: Grosses Specialitäten-Theater. Keilgefiolenes. Stadt. MlaMhaiis. Freibank. [1527 Heute und morgen: Rindfleisch, wahrer Schatz fördl» englücklicben Opfer der Sclbit- beflerkunr ।Onanie) und geheimen Aus- Schweifungen >»l de» berühmte Wrrk Dr. Retao’s Selbstbewahmng Lese es Jeder, der an den schrecklichen Folgen dieses Lasten leidet. *' fr u-h- Ugen Belehrucger. retten jährlich Tau- Wellen Eichen-Reisig, „ Radel-Reisig, „ Eichen-Stöcke, „ Radel-Stöcke. 1523] Hammflraße Nr. 12 eine freundliche Wohnung, 3 Zimmer mit Zubehör, zu vermiethen. Näheres Lahnstraße 11. 1509] Zwei ineinandergeh. möbl. rrbl. Zimmer mit oder ohn>' Pension sof. zu cermietben. Asterweg 12, zw i Xrcppen 1515] Ein schönes möblirNs Zimmer, auf Wunsch mit Kost, zu vermiethin- ch. Kiefer, Neuenweg 32. Theater - Verein. Mittwoch den LL. Februar, präcis 7l/s Vhr in Steins Saalban: Ensemble-Gastspiel des Darmstädter Hoftheaters: Galeotto von Jos6 Echegaray; deutsch von Paul Lindau. Killet* in der Musikalienhandlung Ernst Challier (Rudulphd Nachfolger), sowie an der Abendkasse: 1. Parquet Mk. 3.50, 2. Parquet Mk. 2.25. Studeiiteiikarten Mk. 1.—. Gallerie Mk. 1.—. Theaterzettel 10 Pfg.__ '__________ Gießener Männergesang Verein. Eingetretener Hinderniffe wegen (durch Sterbefälle von Angehörigen einiger Vereinsmitgtteder^ wird die auf den 18. d- Mts. anberaumte carncvaliftische Abcildunterhaltung bis auf Weiteres verlegt. Am ersten Tage kommt das Stamm« -<-■■■ t------- 0=1». =m «weiten Tone bet aUenfaüftge Rest des Stammholzes und das Brenn-; Hannover, den 13. Februar 1893. hol; zur Versteigerung. ; lb!8] Königliche Etsenbabn-Direction. Zusammenkunft und Anfang, der Versteigerung jedesmal Vormittags neun Uhr im Holzschlag. Queckborn, 15. Februar 1893. Großh. Bürgermeisterei Queckborn. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme während dem langen schweren Leiden unseres unvergeßlichen Gatten, Vaters und Bruders, insbesondere den Schwestern des Vereins für .Krankenpflege und dem Krankenwärter Meister für ihre unermud« liche und liebevolle Pflege, ferner allen denen, welche dem Verewigten die letzte Ehre erwiesen, sowie Herrn Dr. Levi für die trostreichen Worte am Grabe des Entschlafenen sagen innigsten Dank S. Goldenberg Wwe. 1517 nebst Familie. Emil Alschbach, Seltertzwrg Zweirad, ein Jahr gefahren, zu verkaufen. (1511 Ad. Bieler, Westanlage 45, L 15 6] Die früher Wtpper'sche Gärtnerei, am Sch ffenberger Weg gelegen, mit zwei Treibhäusern, alsbald zu verpachten oder zu verkaufen. Nähere Auskunft ertheilk Josef- Berlin, Gcoßen-Buseck. 3 pEt. Neichvanlethe 3*/t pEt. do. 3 pdt. Preuß. Eonfol» 15051 ES ist die Stelle eines vurea«. dtenerS vom 1 März I Js ab anderweitig zu besetzen. Gute Empfehlungen werden verlangt. _ Näheres in der Exped- d Bl- Ein Laufbursche wird gesucht von 11624 W. Schachard, Krevzplah 2. 1507) Ein braver Junge in die Lehre gesucht. Zyrtedr. Will». Löber, Schubmachermeister. Bl Tagsüber ein junges Mädchen zu zwei Kindern gesucht. Frau Aacob, Westanlage 3'. 15!4] rüchttged Mädchen mit lang, jährigen Zeugnisien für sofort gesucht. Markistraße 3. Ein Eichen- „ Radel» „ Buchen-Knüppelholz, Eichen. „ Nadel. Buchen-Reisholz, Eichen. „ Nadel. Buchen'Stockholz, Eichen. „ Nadel. „ S 50 der Verkehrs Ordnung verfahren 1 ___ ____v roesÖnn0Dir, den 15. F-dr. 1^° ,^^°S°°dkjt8kLllt. flomglidie Citenbato-rirtction. D„f ° ' Coursbericht von E. Wasserschieben, Aankgeslhäst Frankfurter Börse vom 17. Februar 1893. Schlußcourle 1 Uhr 15 Min. Kiefern-Stämme von 14—35 cm । Berdingung Durchmesier und 7—21m Länge, der Anfertigung, Lieferung und Aufsh llung Buchen-Scheitholz,