"°r 4 * 5«miHenMg|t| 1 ’ÄrtH ’jHt** '* Anzchm. ‘tioQs-löeud von Aqtt. ♦ r ÄriA« t Hin a. Frankfurt a.M. Mhuhj 1893, ebenda 8 Uhr, 9 Gesellschaft». Vereint >rogramm; itieler. ‘ectgedichte. Winter-Idyll, E-GeilfM(G?. Edward). sprochne Worte. letzte Gebet. Jude. 8 tianghoter. war einmal . , . vier heiligen drei Könige. in der Musikalienhandlung lallier (Rudolphs Nach- in der J. Bicker’sche; g, sowie an der Abendkawi: 1.50, Eintrittskarte Mk. 1.- te Mk. I.-. [1281 nger ftovltttitt tflb egen g. Belohnung abjugefa KaplanSgafle 10. 6, um bie Augen schmr, fte fdmanti jfledäen Wxt lem^tmannmlttlntoc st Gelegenheit geboten, sis zu machen. Daju wtrbr otre junge jugfefie Pffr-t, wagt». sowie ritt Stoll' Higem Preis abgeaeben. I, sowie Sf lluntzK M hosruW M owi unter E W 380 nimmt hie [, entgegen-_____ ettttt ersten -irma SaarengeschLst) wird egewandter, solider Wam W«S dtnSreisenderSMit. rnwstlte, iriellen gut za vttM e„tein 4 r«f|pr' T Sfn»£art reltüe. Gre^ s-SLK-K ; Prosprü sratts. L gln trlivgsstellr Nr. 41 Freitag den 17. Februar 1893 Drr Gieß,«er A«,el-er erlchkint täglich, Mit Ausnahme de» Montags. Die Gießener Wamtklentkitler »erben bein Anzeiger wöchentlich dreimal dergelegt. Gießener Anzeiger theneral-Mnzeiger. Vierteljähriger Avo»«emeuts^rel», 2 Mark 20 Pfg. mU Bringerlohn. Durch die Poft bezogas 2 Mark 50 Psg. Kedaction, LxpcditiaM und Druckerei: -chutstratze Ar.R. Fernsprecher 5L Amts- und Anzeigeblutt fiiv den Ttveis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr Gratisbeilage: chießener Jamilienbtälter. | Alle Annoncen-Bureaux de- In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Deutscher Reichstag. 44. Sitzung. Mittwoch, 15. Februar 1893. Dor Eintritt in die Tagesordnung wttst Präsident v. Levetzow darauf hin, daß die Debatten zum ersten Titel des Sp.cialetats des Innern bereits elf Sitzungen in Anspruch genommen haben. Wenn daS so fortgehe, werde es nicht möglich sein, den Etat bis zum 1. April zu erledigen. Ec bitte, dies zu berücksichtigen. Die Berathung des Etats des Innern wird fortgesetzt. Reichskanzler Graf Caprivi weist den gestern vom Grafen Kanitz aegen ihn erhobenen Vorwurf, der Landwirthschaft gegenüber eine unfreundliche Haltung eingenommen zu haben, zurück, ebenso daß seine vorjährigen Reden zu den Handelsverträgen in den Kreisen der Landwirthschaft Mißstimmung beroorzurufen geeignet gewesen wären. Er habe die Bedeutung und Unentbehrlichkeit der Landwirth- fchaft in vollstem Umfange anerkannt. Graf Kanitz habe s. Z. angesichts der hohen Getreidepreise einer Suspendtrung der Getreide- zölle das Wort geredet. Er (Redner) rechne es sich zum Verdienste an, daß es zu einem solchen Schritte nicht gekommen sei. Er glaube, sich damit um die Landwirthschaft verdient gemacht zu haben. Bei den Verhandlungen mit Oesterreich sei auf eine weitere Herabsetzung der Getreidezölle hingedrängt worden; er habe dies verhindert. Die landwirthschaftltchen Zölle in der vertragsmäßigen Höhe seien für 12 Jahre festgesetzt, was doch für die Landwttthschaft von großer Wichtigkeit sei. Er habe ja gewußt, daß ihm dafür kein Dank werde zu Theil werden. Ganz ungerechtfertigt sei aber nach alledem der Vorwurf, daß die Regierung die Nothlage der Landwirthschaft verschuldet habe. Selbst bei den heutigen Getreidepreisen könne die Zollherabsetzung nur einen geringen Einfluß gehabt haben. Das Sinken der Preise sei auf andere Ursachen zurückzuführen. Die Nothlage der Landwirthschaft sei die Folge universeller Verhältnisse, die mit kleinen Mitteln, wie Preisgebung der Freizügigkeit und Abänderung des UnterstühungswohnsißgesetzeS, nicht aus der Welt zu schaffen seien, mit denen vielmehr gerechnet werden muffe. Wir haben es eben mit Naturgesetzen zu thun, die sich unserer Einwirkung entziehen. Man möge deshalb vorsichtiger mit Anklagen gegen die Regierung sein. Die Regierung habe immer gleiches Recht und gleiches Maß, auch für die Landwirthschaft, im Auge. Die Landwirthschaft sollte doch auch bedenken, daß die Getreidezölle eine Last für das Land seien. Anstatt von Opfern der Landwirthschaft könnte man eher von Opfern für die Landwirthschaft reden (Sehr richtig! links), von Opfern freilich, die im allgemeinen Interesse gebracht werden müssen. Abg. Gras Kanitz (cons.) dankt dem Reichskanzler für die Anerkennung der Gleichberechttgung der Landwirthschaft mit der Industrie. Bei den vorjährigen Handelsvertragsverhandlungen seien jedenfalls die Vertreter der Landwirthschaft weniger gehört worden wie die der Industrie. In einer zeitweiligen Sutzpendirung der Getreidezölle habe er keine Gefahr sehen können. Er gebe zu, daß für das Sinken des Kornpreises um 100 Mark die Zollherabsetzung von 1.50 Mark nicht allein maßgebend gewesen sei; es hätten da andere Factoren, so die Währung, mitgespielt. Nicht anerkennen könne er, daß die Getreidezölle eine Last für da« Land seien, iberir sie kämen indtrect auch der Industrie zu Gute. (Sehr richtig! rechts.) Ohne eine consumkrästtge ländliche- Bevölkerung könne die Industrie nicht bestehen. Abg. Dr. Buhl (natl.): Zu dem Abschluß der neuen Handelsverträge seien wir durch den Ablauf der alten Verträge genöthigt gewesen. Beim Abschluß der Verträge mit Oesterreich rc. sei nicht genügend Fühlung mit den Interessenten genommen worden; bei dem Vertrage mit Rußland werde dieser Fehler wohl vermieden werden. Nöthig sei genügende Vorbeugung gegen das Einschleppen von Viehseuchen. An den Getreidezöllen habe die gesammte Landwirthschaft, nicht blos der Großgrundbesitz, Interesse. Durch diese Zölle sei einer großen socialen Umwälzung vorgebeugt worden. Aber sie waren zu hoch, sodaß die Gefahr einer Suspension nahe lag. Nun seien sie ermäßigt, zugleich aber auf 12 Jahre festgelegt. Selbst die englische Landwirthschaft erfahre Schutz und zwar durch die weitgehenden Vtehsperren. Bei der Entvölkerung des platten Landes spiele die gesteigerte Vergnügungssucht eine Rolle. (Sehr richtig! rechts.) An der Freizügigkeit dürfe indetz nicht gerüttelt werden. Der Großgrundbesitz könnte der Entvölkerung des platten Landes vielleicht dadurch entgegenwirken, daß er den Arbeitern Gelegenheit zur Eigen- thumserwerbung böte. Abg. Dr. Baumbach (dsr.) befürwortet den Abschluß eines Handelsvertrags mit Rußland im Interesse des Ostens, wo nur die wenigen, aber sehr einflußreichen Großgrundbesitzer gegen den Vertrag agitirten. Auch aus politischen Rücksichten sei das Zustandekommen des Vertrags zu wünschen. Die Behauptung der Agrarier, daß nur eine Anzahl Großbandelssirmen am Zustandekommen des Vertrags interesstrt seien, sei hinfällig angesichts des höheren Preises des russischen Roggens, dem gegenüber ttne Zollermäßigung um 1.50 Mk. nicht ins Gewicht falle. Wichtiger sei nach dieser Richtung die Aufhebung des Identitätsnachweises, die freilich noch in weite Ferne gerückt zu sein scheine. Seine Partei sei weit davon entfernt, den Ruin der Landwirthschaft zu wollen, sie wolle nur keine Bevorrechtung. Wünschenswerth wäre eine bestimmte Erklärung der Regierung darüber, wie sie sich zu dem Verlangen der Conservativen auf Beschränkung der Freizügigkeit stelle. Die Freizügigkeit sei ein nationales Grundrecht, an dem nicht gerüttelt werden dürfe. (Beifall links.) Abg. Graf Mirbach (conf.): Einflußlos sei die Zollherabsetzung auf das Sinken der Getreidepleise nicht gewesen. Den Hauptausschlag gäben allerdings die Producttonsverhältnisse, die Valuta und die Verkehrsverhältnisse. Die Kornzölle seien ein wichtiger Bestandtheil unseres Budgets. Die Landwirthschaft sei durch die Doppelbesteuerung und du'ch hohe Stempelsteuern belastet. Bei Erb- theilungen werde sie durch das geltende Recht zur Verschuldung gezwungen. Stünde heute ein Staatsmann auf, der mit dem geltenden Erbrecht und Verschuldung bräche, so würde sich die Unzufriedenheit in der Landwirthschaft in das Gegentheil verkehren. Gegen das Vrinclp der Freizügigkeit stimmten feine Freunde nicht; sie wollten nur die Beseitigung der daraus entstandenen Mißstände Er erkenne die Bedeutung des Exports an, aber man dürfe nicht unter allen Umständen auch dann exporttren wollen, wenn ohne Nutzen producirt werde. Auch um den Preis der Aufhebung des Identitätsnachweises könne er dem russischen Handelsvertrag nicht zustimmm. (Beifall rechts.) StaatSsecretär Frhr. v. Marschall: Rußland verlange von unS nur den Conventionaltarif. Man solle die Schwierigkeiten nicht verkennen, welche die Auswahl von Sachverständigen zur Anhörung über die Handelsverträge habe. Daß mit den abgeschlossenen Handelsverträgen der Industrie gedient sei, ergebe ein Hinweis auf die Schweiz, wo uns ein Absatzgebiet von mehreren hundert Millionen Mark gesichert sei. Der Landwirthschaft fei mit den Verträgen kein besonderes Opfer auferlegt, da die IVt Mk. Zollermäßigung bei dm jetzigen Preisen nicht in Betracht kämen. Reichskanzler Graf Caprivi weist die im preußischen Abge- ordnetenhause gegen die deutschen Unterhändler bei den Handelsvertragsverhandlungen, namentlich gegen Geh.-Rath Huber, erhobenen Angriffe zurück. (Beifall links.) Abg. Schultz (Soc.) spricht gegen eine Beschränkung der Freizügigkeit, womit nur ein Ausnahmegesetz gegen die Arbeiter geschaffen würde. Die Großgrundbesitzer hätten die Bevölkerung seit Jahrhunderten expropriirt; sie vertrieben die ihnen verbliebenen Arbeiter durch schlechte Behandlung und wollten sie nun durch Zwangs- gesetze fesseln. Von Vergnügungssucht könne bei den ostpreuhtschcn Arbeitern keine Rede sein. Von den Getreidezöllen hätten die ländlichen Arbeiter gar keinen Stutzen. Abg. Rickert (dsr.) befürwortet den russischen Handelsvertrag. Die Handelsvertragspoliltk habe Preußen groß gemacht, während die Bismarck'iche Zollpolitik gar nichts genützt habe, wie die Klagen der Landwirthschaft beweisen. Staatssecretär v. Böttichcr macht Mittheilungen über bie- mit ben Handelsvertragsverhanblungen betraut gewesenen Beamten, woraus sich ergiebt, baß ein einzelner Commissar einzelne Jnbustrie- zweige gar nicht bevoizug-n konnte, wie bas behauptet worben. Der ungarische Hanbelsminister sei bei seinen Forberungen für bie ungarische Lanbwirthschast auf ben mtschiebenen Wiberstanb unseres Commiffars gestoßen unb habe erregt ausgerufen: Herr, sie schnüren mir ja die Kehle zu. Darauf habe der deutsche Commissar ruhig erwidert: Dahin gehen meine Instructionen. An Energie habe es also ben beutfdjen Vertretern nicht gsehlt. Abg. Dr. Bamberger (bfr.): Die Socialbemokraten unb bie Agrarier wollten in ber Tendenz basselbe; bie Letzteren seien aber gefährlicher, weil sie Einfluß auf die Gesetzgebung hätten. Zufrieden würden die Agrarier nicht gestellt, auch wenn man ihnen Alles gewähre, was sie heute forderten. Wer den russischen Handelsvertrag in die Luft zu sprengen versuche, handle nicht im nationalen Interesse. Das Zustandekommen des Vertrags fei eine Armee werth. Weiterberathung morgen. Hcwcftc Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondmz-Bureau. Newyork, 15. Februar. Der Dampfer der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt - Gesellschaft „Bohemia" erhielt gestern in Hoboken während des Landens ein Leck und Feuilleton. Eine Wette. Fastnachts-Erzählung von S. tom Have. (2. Fortsetzung.) Bei diesen Worten machte Gretchen eine so verdrießliche Miene, daß Ada sie erstaunt anblickte und nach der Veranlassung fragen wollte, in diesem Augenblicke brachte ihr aber ein Kammerdiener auf silbernem Tablet einen Brief, der Diener des Herrn v. Saldern habe ihn soeben gebracht. „Wartet er auf Antwort?" fragte Ada. „Nein, gnädige Gräfin, er war sehr eilig und sagte, sein Herr müsse sofort verreisen." Hastig erbrach Ada das Schreiben und während sie es mit den Blicken überflog, wechselte sie die Farbe - dann steckte sie den Brief in die Tasche und auf Gretchens fragenden Blick antwortete sie mit sichtlich erzwungener Gleichgiltigkeit: „Nur eine Absage von Saldern." „O, wie schade," sagte Gretchen unbedacht und erröthete, als Ada sie bei dieser Aeußerung fast erschrocken ansah. Die soeben beginnende Quadrille unterbrach zu Gretchens Erleichterung das Gespräch. Beim Souper hatte Ada als Wirthin selbstverständlich ihren Platz zwischen zwei vornehmen älteren Herren, die sich eifrig, aber vergeblich bemühten, sie zu unterhalten,- warum war sie nur heute so still und so zerstreut in ihren Antworten? Die Erklärung war vielleicht in Salderns Brief zu finden. Er lautete: „Verehrte Gräfin! Im Begriffe, zu Ihnen zu fahren, erhielt ich ein Telegramm aus der Residenz, durch welches der Minister mich sofort zu sich beruft, und ich muß noch den Abendzug benutzen, um seinem Wunsche, resp. Befehl, Folge zu leisten. Daß es mir unendlich schwer wird, da ich mich so sehr darauf gefreut, mit Ihnen tanzen und plaudern zu dürfen, bedarf wohl nicht meiner Versicherung, aber dennoch zögere ich keinen Augenblick, den Wunsch des Ministers zu erfüllen, denn ich ahne, daß derselbe einen entscheidenden Einfluß auf meine fernere Stellung hat und von dieser hängt ja mein Lebensglück ab. Ich hoffe, in einigen Tagen zu Ihnen zu kommen und Ihnen mehr sagen zu dürfen." Dieser Brief ließ allerdings zwischen den Zeilen le,en und die Gräfin that' es auch, daher ihr ernstes, zerstreutes Wesen, dabei strahlten aber ihre schönen, dunklen Augen so glücklich. Diese Stimmung hielt an bis zum Ende des Balles. Ihre Tischnachbarn schoben sie auf die Sorge und Aengst- lichkeit der jungen Wirthin, der Graf während des Cotillons auf seine eigene Unwiderstehlichkeit. Schon ganz siegessicher, erbat er sich für den folgenden Tag die Erlaubniß, sich erkundigen zu dürfen, wie ihr der Ball bekommen. Sie dachte an etwas ganz anderes oder richtiger gesagt an einen Anderen und gab mechanisch ihre Zusage. Als die Gäste sich entfernt, fragte die Gräfin: „Nun, Gretchen, hast Du Dich amüsirt? Ich dächte, es wäre recht animirt gewesen?" „Ja, Dein Ball war wunderhübsch und ich hätte mich auch sehr gut amüsirt, wenn nur —" „Dir hat doch am Ende nicht Jemand gefehlt?" unterbrach sie plötzlich sehr ernst die Gräfin. „Ach nein," rief Gretchen, „eher war Jemand zu viel da. Mama," wandte sie sich dann mit bittendem Blick an diese, „darf ich?" „Nun, meinetwegen," sagte Frau v. Richthofen, „es ist auch vielleicht besser, Ada erfährt es, ich fürchte nur, Du wirst ihr die ohnehin kurze Nachtruhe noch verkümmern." Zögernd und unschlüssig blickte Gretchen auf die Freundin. Diese aber meinte immer noch ernst: „Nein, Kleine, um meine Nachtruhe wäre es doch geschehen, dazu hast Du mir nun schon zu viel gesagt, mich zu neugierig gemacht, und Neugier ist das beste Mittel gegen den Schlaf. Also setzen wir uns gemüthlich in mein Boudoir unb halte uns Deinen Vortrag," schloß sie etwas überlegen lächelnd. „Nun, langweilen wird er Dich wenigstens nicht," erwiderte Gretchen halb traurig, halb empfindlich, und sie und ihre Mutter erzählten jetzt, einander ergänzend und letztere möglichst mildernd, die Wette. Gretchen war erstaunt über die Ruhe Adas bei der fatalen, für sie so kränkenden Geschichte. Allein Frau v. Richthosen, die mehr Menschenkenntniß hatte, ließ sich durch diese Ruhe nicht täuschen. „Sie müssen die Sache nicht so ernst nehmen, liebste Ada," meinte sie beruhigend, „bedenken Sie, die Herren waren sicher etwas angeheitert und nicht ganz zurechnungsfähig." „In vino Veritas,“ erwiderte Ada anscheinend gelassen, nur ihre Augen funkelten zornig. „Du mußt Dich anderseits aber doch freuen," tröstete Grerchen, „über das zartfühlende Benehmen Salderns, er hat mit wahrem Herzenstaet Deine Partei genommen und deßhalb that es mir auch so leid, daß er heute absagte, nur Deinetwegen," versicherte sie treuherzig. „Aber nun wirst Du den abscheulichen Grafen hoffentlich nie wieder empfangen," fügte sie hinzu. „Warum denn nicht, liebes Herz?" sagte Ada, deren Züge, als von Saldern die Rede war, ein sonniges Lächeln verklärt hatte. „Lembergs Anmaßung ist so lächerlich, daß man sich nicht einmal darüber ärgern sollte." „Aber, Ada, ich verstehe Dich nicht," rief Gretchen, „ich glaube zu träumen —" „Halb im Schlaf sind wir alle drei wohl schon," meinte Frau von Richthosen mit einem besorgten Blick auf Ada und einem mahnenden auf ihre Tochter,- damit trennten sich die Damen. Als aber die Gräfin ihr Schlasgemach betrat, war eS mit ihrer erkünstelten Ruhe zu Ende- sie warf sich in einen Lehnstuhl, stützte den Kopf in die Hände und das Gefühl schutzloser Verlassenheit gegenüber der unverschämten Anmaßung Lembergs entlockte ihr bittere Thränen. Da fühlte sie plötzlich einen Kuß auf ihrer Hand und eine leise Stimme sagte bittend: „Nicht weinen, theure Gräfin!" Als Ada ausblickte, sah sie in das theilnehmende Gesicht ihrer früheren Zofe Jeanette, welche beim Feste geholfen unb nun gekommen war, der immer noch geliebten Herrin beim AuSkleiden behilflich zu sein. „Bist Du noch da, Jeanette, es ist ja schon so spät, oder richtiger gesagt früh, wird Dein Mann nicht ungehalten werden?" „Das darf er nicht, muß zufrieden sein mit allem, Waich thue, und ist es auch," sagte die kleine Frau selbstbewußt. (Fortsetzung folgt.) da man befürchtete, daß das Schiff untergehen könne, wurde eS wieder entladen und nach Brooklyn behufs Reparatur gebracht. Newyork, 15. Februar. Der erwählte Präsident Cleve- land hat nunmehr selbst über die Zusammensetzung deS zukünftigen LabinetS einige Mittheilungen gemachr. Er bestätigt, daß Walter Gresham zum StaatSsecretär, John Carlisle zum Schatzfecretär und Daniel Lamont zum Secretär des Krieges ernannt werden wird. Zum Generalpoftmeister ist Wilson Bissel bestimmt. Depeschen deS Bureau „Herold*. Berlin, 15. Februar. In der heutigen Sitzung der Militär-Commission erklärte Abg. Lieber (Centrum) nach längerer Ausführung, daS Centrum stehe so, daß das Gesetz, solle die Vorlage angenommen werden, umgearbeitet werden müsie. DaS Centrum werde gegen die Vorlage und alle Anträge stimmen und behalte sich vor, selbstständige Anträge zu stellen. Abg. Hammer stein (cons.) erklärt, die Conseroativen könnten eine gesetzliche Festlegung der zweijährigen Dienstzeit nicht annehmen. — Die nächste Sitzung findet morgen statt. Berlin, 16. Februar. Der Kaiser richtete ein Schreiben an den Magistrat, worin er demselben als Zeichen seines Wohlwollens das Bildniß des Kaisers in Lebensgröße verleiht. Halle, 16. Februar. In der Irrenanstalt zu Niet- leben wurde bet einer Wärterin die Cholera sestgestellt und zwar ist sie durch Ansteckung übertragen worden. Essen, 15. Februar. Heute gelangte die Strafkammer- klage der Kölnischen Eisenbahn-Direction (rechtsrheinisch) gegen die Redacteure FuSangel und Lünemann zur Entscheidung. Beide Angeklagten wurden von der Beleidigung der Abnahmebeamten freigesprochen. Hiermit ist der Bochumer Prozeß beendigt. Essen, 15. Februar. Aus zuverlässiger Quelle verlautet, die Gesammtzahl der im rheinisch-westfälischen Kohlenbczirk abgelegten Bergleute betrage 828. Bremen, 16. Februar. Ein nach Car dis s bestimmtes Bremer Schiff scheiterte an der Westküste Schottlands. Laut „Weserzeitung" sind dabei acht Mann ertrunken. Dresden, 15. Februar. Ein Congreß deutscher und österreichischer Aerzte findet hier am 24., 25. und 26. Mai statt behufs Berathung der Maßnahmen zur Bekämpfung von Seuchen, namentlich der drohenden Cholera- Epidemie. Wien, 15. Februar. Nach polnischen Blättern herrscht in dem Gouvernement Cherson in diesem Jahre die HungerSnoth ärger als im Vorjahre. Wien, 15. Februar. Zur Verhinderung von Exzessen wurde in daS Brüx er Strikegebiet eine Schwadron Cavallerie entsendet. Wien, 16. Februar. DaS „Wiener Tageblatt" erfährt auS Berlin von einer Annäherung zwischen Caprivi und den Freisinnigen. Caprivi hätte durch einen Vertrauensmann Bamberger sagen lassen, falls die Militärvorlage mit Hilfe der Freisinnigen vollständig votirt würde, wäre er bereit, die zweijährige Dienstzeit gesetzlich festzulegen und die Oeffentlichkeit des Militärgerichtsversahrens einzuführen, ferner daS Ministerium durch den Eintritt eines Liberalen oder Freisinnigen zu reorganisiren. Das neue Regie- rungSprogramm würde besonders die Punkte über die Bekämpfung des Antisemitismus hcrvorheben. Die Auflösung des Reichs- und Landtags und die Neuwahlen in Aussicht nehmend, hätte Kaiser Wilhelm diesbezüglich seinen Standpunkt folgendermaßen präcisirt: Ich will die Militärvorlage für ein Menschenalter auS der Welt schaffen und eine große starke Regierung inauguriren, ob diese conservativ oder liberal, ist mir ganz gleichgiltig. Ich will nichts mehr von der Existenz der Militärfrage wissen; wer mir diese aus der Welt schaffen hilft, ist mir willkommen, mit dem regiere ich. Paris, 15. Februar. Die Delegirten der Untersuchungs- Commission sanden in den Papieren Reinachs eine Cor re- spondenz, die er mit CrtSpi unterhalten hat. Abschriften davon wurden dem Ministerium deS Auswärtigen zugestellt. Localer utt6 Provinzieller. Kietzen, 16. Februar 1893. Z von der Universität. Anläßlich der Feier der Wiederkehr deS Geburtstages MelanchthonS hat die theologische Facultät dem Professor an dem Friedberger Seminar Lio. Julius Smend und dem außerordentlichen Profeffor an der Universität Leipzig Lic. Hermann Guthe die Doctor Würde, dem Pastor in Worms Wilhelm Wiener die Licentiaten-Würde „Honoris causa“ verliehen. Eoncert Verein. Wir sind heute in der angenehmen Lage, den Mitgliedern deS Concert-VereinS, sowie dem musikalischen Publikum überhaupt zwei hochbedeutsame Concerte zu melden. ES ist dem Vorstand deS Concert-VereinS gelungen, Fran Wittich für den 26. Februar zu gewinnen. Die hochbegabte Künstlerin, wie bekannt ein Kind unserer Stadt, nimmt alS Opernsängerin einen hohen Rang ein und wird, wenn man von Bühnenkünstlerinnen spricht, in allererster Reihe genannt werden. Im Dresdener Hoftheater strahlt sie alS gefeierter Stern- erst kürzlich hat sie der deutsche Kaiser, anläßlich eines Besuches in Dresden, ehren- vollst ausgezeichnet. Ganz besonders interessant dürfte sich daS Eoncert am 26. ds. gestalten, da sich die Künstlerin nicht nur in ihrem Hauptfeld, als Opernsängerin, sondern and) alS Licdersängerin hören lassen wird, einen Kunstzweig, den sic mit gleicher Liebe und gleichem Können pflegt. Nichtmitglicdern deS Concert-VereinS möchten wir schon heute empfehlen, sich Plätze bei Herrn Challier vormerkcu zu laffcn, daS leidige Fehlen eines größeren ConcertsaaleS wird sich bei Gelegenheit dieses, seltenen Genuß bielenden ConcertcS besonders fühlbar machen. DaS zweite Eoncert, welches für den 12. März bestimmt ist, bringt uns die fünf Meininger Künstler, welche durch ihre echt musikalischen Leistungen schon im vorigen Jahre alle Hörer entzückten. DaS Meininger Streichquartett gehört zu den vornehmucn Körperschaften dieser Kunstrichtung, und es dürste wenige geben, die mit dieser gleichzeitig genannt werden. AlS Fünftes gesellt sich zu diesen der Kammervirtuos MÜhlfeld, ein wahrer Meister auf seinem Jnsttument, weiß er doch den Ton der Clarinette in einer Weise zu veredeln, daß man zweifeln muß, ob derselbe dem so spröden Instrument entstammt. In der Virtuosität mag der Künstler Nebenbuhler haben, in der Tonbildung nicht, da steht er auf einsamer Höhe. Altmeister Johannes Brahms hat eS sich nicht nehmen laffen, sein Quartett mit Clarinette, welches er dem Virtuosen Mühlfeld so quasi auf dem Leib geschrieben, iu Gemeinsam mit diesem und anderen erlauchten Künstlern der Berliner Kunstwelt vorzusühren. So dürften denn die beiden geplanten Concerte wohl den Beweis liefern, daß der Vorstand des ConcertvereinS daS ernsteste Bestreben hat, seinen Mitgliedern und allen, die sich an der edlen Musik erfreuen, wirklich Vollendetes zu bieten. — Neues Theater. Auf die heute Freitag Abend statt' findende letzte Vorstellung in dieser Saison wollen wir nicht verfehlen ganz besonders aufmerksam zu machen, umsomehr, alS eines der eifrigsten Bühnenmitglieder, Frau Clara Copps, ihr Benefiz damit verbindet. Die Künstlerin hat es verstanden, sich stets die Gunst des theaterbesuchenden Publikums zu erwerben und glauben wir versichert zu sein, daß auch an ihrem Ehrenabend ein recht zahlreicher Besuch dies bezeugen wird. DaS gewählte Lustspiel von L'Arronge „Wo hlthätige Frauen" bietet Frau Coppö in der Rolle der „Clementine" nochmals Gelegenheit, ihre stets künstlerische Auffassung, ihr ansprechendes gutes Spiel zu zeigen. — Falbs kritischer Tag mit Schneefall, wie er für heute angekündigt gewesen, scheint sich, wenn man nach dem hier herrschenden Wetter auf die Witterungsverhältniffe im übrigen Deutschland schließen kann, weder in erster noch in zweiter Ordnung eingestellt zu haben. Es ist mit Wetterprophezeiungen überhaupt eine eigene Sache, sie sind zwei Möglichkeiten unterworfen, entweder sie treffen ein oder sie treffen nicht ein. Eine zuverlässige Wetterregel ist die: „GibtS im Februar viel Sonnenschein, so wird es auch oft Helle sein!" — Verhaftet wurde gestern Morgen der Bretzel junge eines hiesigen Bäckermeisters, weil er beß Guten etwas zu viel gethan hatte. — Außerdem wurden verhaftet ein Handwerksbursche, der seinen Zechgenoffen bestohlen, ein Dienstmädchen, daS seiner Dienstherrschaft einen Geldbetrag von ca. 30Mk. entwendet, unb ein Maurergeselle wegen totaler Trunkenheit. — Am Fastnachts Abend wurde auf dem Neuenweg ein Student ohne jeden Grund von einigen MaSkcn und einem nicht maSkirten Herrn überfallen und blutig geschlagen. — Obligatorische staatliche Viehverficherung. Der deutsche Fleischerverband ließ dem Bundesrath eine Eingabe zugehen, worin um die Einführung einer obligatorischen staatlichen Viehverficherung gebeten wird. — Zur Nachachtung. Das Großh.Kreisamt Friedberg weist in einer besonderen Bekanntmachung auf die Einreichung von Anzeigen ohne Nennung der Namen ihrer Absender hin. Da die Erfahrung gelehrt, daß solche Anzeigen — meist Beschwerden gegen die Nachgeordneten Organe der Verwaltung und Polizei — in den weitaus meisten Fällen grundlose Anklagen enthalten, so erachtet das Kreisamt dieselben zu einem amtlichen Einschreiten nicht geeignet. Wer nicht den Muth habe, seine Sache persönlich zu vertreten, könne eine Berücksichtigung umsoweniger erwarten, als Jedermann »ür seine Anliegen ein offenes Gehör finde, er gegebenen Falles auch auf Wahrung seiner Anonymität rechnen könne. — Im „Deutschen Reichsanzeiger" wird vor verlockenden Verdienst Anzeigen gewarnt, die Pariser Zeitungen in deutsche Journale einrücken laffen. ES werden vorherige Erkundigungen beim deutschen Consulat in Paris empfohlen. — Polizeiliche Beaufsichtigung der Miethwohnuugeu. lieber die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz in obigem Betreff haben die Herren Abgeordneten Dr. Gutfleisch und Reinhardt NamenS des zweiten AusschuffeS der Kammer Bericht erstattet. Das behufs Verhütung der auS der miethweisen Benutzung ungesunder Wohnungen oder ungeeigneter Schlafstellen hervorgehenden Nachtheile für Gesundheit und Sittlichkeit zu erlassende Gesetz würde in folgende Abschnitte zerfallen: I. Polizeiliches Recht derControle; II. Polizeiliches Recht der Aufstellung von Normativbestimmungen- III. Anzeigepflicht der Vermiether- IV. Polizeiliche Beschlüsse gegen schädliche Wohnungen und Schlafstellen; V. Schutz der Neubauten und Umbauten und Beschwerdever- fahren- VI. Ausnahme für kleine Gemeinden; VII. Strafen; VIII. Haftung der Vertreter- IX. Ausweisung der Miether; X. Umschreibung der Begriffs-Vermiethung- XL UebergangS- bestimmungen- XII. Gesetzeskraft. — Erben werden gesucht. Nach einer der Bürgermeisterei Mainz auS Amerika zugegangenen Mittheilung starb am 30. December 1892 in Columbus ein Deutscher NamenS Johann Jacoby mit Hinterlaffung eineß Vermögens von 16—18 000 Dollar. Jacoby, der ledig war unb keine Leibeserben hinterließ, wanberte Ende ber 40er ober Anfangs der 50er Jahre im Alter von ca. 20 Jahren nach Amerika aus. Er war ein Sonderling, seinen Bekannten gab er nie Aufschluß darüber, auS welcher Gegend Deutschlands er sei, er sprach auch nie von Eltern, Geschwistern oder Verwandten. Seineß Zeichens war er Schuhmacher ober betrieb in Columbus zuerst ein Schuhgeschäft unb später eine Wirthschast. Die Schusterei soll er in Mainz gelernt haben, und eß wirb ver- muthet, baß er in biefer Stabt ober in ber Umgebung (auf Hessischem ober Nassauischem Gebiete) geboren war. Wenn die Erben beß Genannten nicht ermittelt werben, fällt fein nicht unbedeutender Nachlaß dem Staate Mississippi anheim. — Rach der im ReichSeisenbahnamt oufgefteQten Nachweisung über die im December v. IS. auf deutschen Bahnen (auSschl. Bayern) bei Zügen mit Personenbeförderung vorgekommenen Verspätungen haben auf 36 größeren Bahnen mit einer Betriebslänge von 37,053,38 Kilometer sich verspätet: 1801 Schnellzuge, 2846 Personenzüge und 699 gemischte 3üge. In Bezug auf diese Verspätungen nehmen die Srefelder Bahn, die Bahnen im Directionsbezirk BreSlau und die Main - Neckar - Bahn die ungünstigsten Stellen ein. Infolge von Schneeverwehungen fielen 90 Züge ganz, 19 streckenweise auß. — Zur Unfallstatistik. Bei der Hessen-Nassauischen Baugcwerkß-Berusßgenossenschast wurden im Jahre 1892 im Ganzen 1789 Unfälle angemeldet, gegen 1654 im Vorjahre. In 350 Fällen wurden Entschädigungen festgestellt-. 18 Fälle mit vorübergehender Erwerbsunfähigkeit von mehr als 13 Wochen biß zu 6 Monaten - 174 Fälle mit länger als 6 Monate dauernder theilweifer Erwerbsunfähigkeit- HO Fälle mit länger alS 6 Monate dauernder völliger Erwerbsunfähigkeit und 48 Todesfälle. Im Jahre 1891 waren dies 311 Fälle. el. Grüuingeu, 14. Februar. Am verflossenen Sonntag hielt Herr Obstbau-Techniker Metz in ber vollständig ge- füllten Wirthschaft beß Herrn Arnold, unter Vorsitz beß Großherzoglichen Bürgermeisters Herrn Gilbert, einen sehr anregenden und feffelnden Vortrag über „daS Leben und die Behandlung, sowie die Pflanzung und den Schnitt der jungen Ob ft bäume" Sehr anschaulich zeigte er an einem mitgebrachren starken Ast, wie eine Krone geschnitten unb behanbelt werden muß. Er betonte sehr scharf, daß man nicht bei jedem Händler junge Bäume kaufen solle, sondern nur in guten Baumschulen, wie man ferner auf einen guten Wurzelansatz, einen schönen, geraden Stamm unb auf die Bildung der Krone beim Kausen zu sehen habe. Später empfahl er noch dringend baß Anlegen ber Klebgürtel im Herbst, von bereit Nutzrn immer noch viele Baumzüchter nichts wissen wollten, unb legte zum Schluffe allen Anwesenben das Reinigen unb Kalken ber Bäume sehr an baß Herz. Die nachfolgenbe gegenseitige Aussprache war eine sehr rege. Herr Lehrer Eckel erbat mehrmals bas Wort unb wünschte Auskunft darüber, ob baS Pflanzen ber Obstbäume im Herbst ober Frühjahr vorgehen solle, unb ob daS Beschneiben gleich ober später geschehen solle - benn hierüber herrsche noch vielfach Unklarheit. Später nahm derselbe nochmals baß Wort unb fragte Herrn Metz, woher es denn komme, baß unsere Reinettenbäume so wenige Früchte brächten, warum gerade bei ihnen ber KrcbS so häufig sei unb warum an biesen Bäumen so gerne alle Spitzen bürr würben. Alle biese Fragen wurden eingehend von Herrn Metz beantwortet. Nachdem Herr Bürger» meister Gilbert Herrn Metz den üblichen Dank ausgesprochen, wurde die Versammlung geschloffen. Am Montag Morgen fanden dann noch practische Unterweisungen unb Belehrungen an den Bäumen selbst statt. Wiederholt sprach Herr Metz auß, daß gerade baß Großherzoglichc KreiSamt Gießen ber Obstbaumpflege stete Aufmerksamkeit unb Sorgfalt zuwende, wie bieß bic letzten Verfügungen wieder bekundeten. Grüningen aber habe durch feinen Reichthum an Obstbäumen, sowie durch feine hohe geschützte Lage, besonders aber durch seinen im vorigen Jahr erzielten überreichen Obstsegen alle Ursache, den Obstbäumen alle mögliche Pflege und Sorgfalt zu Theil werden zu lassen. K. Nieder Mockstadt, 15. Februar. Heute starb dahier ber Lehrer Herr Bechtolb, in seinem 91. Lebensjahr, wohl einer von ben ältesten ber hessischen Lehrervctcranen. Seit bem Abgänge von bem Seminare hat er in hiesiger Gemeinbe zugebracht. Schon ungefähr 18 Jahre hat er die wohlverdiente Pension bezogen. nn. Darmstadt, 15. Februar. Zweite Kammer der Stände. Die Kammer setzte ihre Verhandlungen fort. Nach ber Verkünbigung einer Reihe von neuen Einläufen, barunter ber Antrag ber Abgeordneten Scherer, Erk und Schönfeld auf Wiederherstellung b e r Kreise Neu > stabt,Nidda und Grünberg, erfolgt zunächst Beantwortung der Interpellation des Abgeordneten Schröder über daß Vergebungß (Submissionß.)Wesen von öffentlichen Arbeiten. — Staatßminister Finger erklärt, daß daß Vergebungswesen beß Staates burch neue festgelegte Vertragsbestimmungen geregelt sei unb baß biese den betreffenden Kreißbau- ämtern u. s. w. zugestellt worben seien. Der Interpellant erklärt sich mit biefer Antwort zufrieden. Ein-, weitere Interpellation deffelben Abgeordneten, eine höhere Besteuerung beß Hausirhandelß unb beß Gewerbes ber sog. Detailreisenden betr., beantwortet Staatßminister Finger dahin, daß Prüfung der Sache stattfinden ond Berücksichtigung bei bem Gewerbesteuergesetz finden werde. — Es folgt die Beantwortung ber Interpellation beß Abg. Pennrich über die Unterrich t ßzei t bei den Fortbildungsschulen. Staatsminister Finger erklärt, daß die Festsetzung der Schulzeit für die Fortbildungsschulen auch der Kreißschul-Commission anheimgeftellt sei. Nach Prüfung der hier fraglichen Sache findet die Regierung keine Veranlassung, im Sinne beß Interpellanten einen Eingriff in bie Rechte ber KreiSschul-Commission zu machen. — Die bekannte Petition beß Hessischen Bauernvereins wegen Regelung ber Schulverhältnisse aus dem Lande, insbesondere Aufhebung der Verpflichtung zum Besuch ber obligatorischen Fortbildungsschule, Entbindung ber Schüler vom 11. Jahre ab, in den Monaten Aprtl biß September vom Nachmittagsschulunterricht, Vermeidung beß Wechsels in ben Lehrmitteln, Aushebung deS Turnunterrichts in den ländlichen Schulen u. f. w. veranlaßte eine außge» dehnte Debatte. Die Großh. Staatsregierung erklärt, sie könne dieser Petition keine Berücksichtigung zu Theil werden laffen, weil zunächst die m ber Petition ausgesprochenen Wünsche eine bunftgretfenbe Abänberung beß Schulgesetzes LK «b * n(6rte bl! i 90 ?Öen ein. N ganz, lah’fe*»» ""«emitbiVg len hii.A 9“th it 6nt= i g '"6"9etabtr tzs:.- Mofinitii itr öottftänbig J “”to B-rfitz Ja ®J,b(»z einen Hr »b" 8thn unb !ill"a °"d bi» „Seh- -nsch-nüch eint «tone “• Er betonte \&x Eer junge Bäume aumschulen, wie man neu schönen, geraden one beim Kausen zu 'ringend das Anlegen immer noch tni unb legte zum 'N und Kalken der solgende yyn\e\tige Lcher ELel erbat mst darüber, ob das •x Frühjahr vorgehen ' spater geschehen solle,- arheit. Später nahm t Herrn Metz, woher tenbüume so wenige ihnen der Krebs so äumen so gerne alle Fragen wurden etn- Nachdem Herr Bürgcr- i Dank ausgesprochen, Am Monlag Morgen igen unb Wehningen olt sprach Herr Metz Kre'rsamt Greben der ib Svrgsalr zuwende, , wieder bekundeten, hthum an Obstbäumen, bejonberS aber durch reichen Dbftfegen alle Pflege und Sorgfalt , heute starb dahier »inem 91. Lebensjahr, Wen Lehrerveteranen, re hat er in hiesiger 18 Jahre hat er die Veite Kammer der 2 Verhandlungen fort- von neuen Einläufen, n Scherer, Erk und ingderKrerseNeu- r zunächst Beantwortung Schröder über n öffentlichen Arbeiten. d»b D«8 $<’9*9’ betreffenden Kre^au , Der^erpellunter- hfn eine wertete neben. , ei"e twotttt Staats«"1* S'sii eil für bl^° ” ttt sei. fion °*S $(gi«"”9 ;nietP‘l* „.den. ’fjowrf'0"’oetei«8 |»®.®ll“i (! auf W *» 7' Wil »' terr'^'^urnunterr'^^ «°- »-2 * wr«»1“», „flirt, f'e itsregi^rttil diig»"« ’“11sg. 40 Pfg. Stadt. Schlachthaus. Freibank. 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