öörse. 1« Dom 12,/V. 5,/V. 31.55 7980 80.90 105.25 22.15 51.30 97.- -88U.89 ). Sold- mbahv- 11. tg.I88vr >.Ltl. D, lt-Anl. lo'.W. n lind °u8r4bh (1W= S l,onntt tnt2?,-,iet ?aämr bet ubet ttsSite M.«L K 91.301 •»» 91.10 -- 101.30 103.30 103.30 _ 104,-i g.KLHll-' 56 Erfcßiv Ar.M 84.40 ‘f* 107.50 lC'' 106.^ -- hv-Aeolmb-- Nr 113 Dienstag den 16. Mai Srt Mim >*!*« wM«tat täglich, ■M lalna^m< bei Montag«. M< Meßmer ftaalCitwirtttii »Mai bttn NnzOger »Gchmtltch lieieel Kießmer Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. ___!893 Bterl^tilhrtge, Jllex«mewt«|ir*i 2 Mark 20 Pkg. *• vringerloh». Durch die Post bez»ß« 2 Mark 50 «edaOia», tpfb*M trab Druckern. 4«r»1strecha 61. Amts- und Anzeigeblntt für den Tiveis Gietzen. i ■ > » > ■ '!-■ । ieiii n-———-■ u »i! n w»-w——j.j und Klauenseuche zu Erda, Kreis Wetzlar. Zu Erda im Kreis Wetzlar ist die Maul» und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. Gießen, den 13. Mai 1893. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gießen, den 9. Mai 1893. Betr.: Die Reichstagswahlen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen mt die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Nachdem die Wahlen zum Reichstag zufolge Kaiserlicher Verordnung am 15. Juni l. I. vorzunehmen sind, ist das zur Vorbereitung des Wahlgeschäfts Erforderliche unverzüglich ins Werk zu setzen. Wir übersenden Ihnen daher mit nächster Post die hierzu erforderlichen Formularien (Wahlprotocoll und Wählerliste) unter dem Auftrag, die Wählerliste sofort in doppelter Ausfertigung aufzustellen, jedoch vorerst nicht abzuschließen. Einlagebogen zur Wählerliste sind nach Bedarf mit der Feder herzustellen. Zu Ihrer Instruction verweisen wir Sie auf §§ 1—3 und 7 des Gesetzes vom 31. Mai 1869 (Bundesgesetzblatt 1869 Seite 145) und §§ 1 und 7 des Wahlreglements vom 28. Mai 1870 (Bundesgesetzblatt 1870 Seite 275J und bemerken hierzu noch, daß die Stimmberechtigten nach Vor- und Zuname, Alter, Stand oder b eerbe und Wohnort in alphabetischer Ordnung in die Wählerliste einzutragen sind. Die Offenlegung der Wählerliste (§ 2 des Wahlreglements) hat unfehlbar Donnerstag den 18. d. Mts. zu beginnen. Wir weisen Sie daher an, Montag den 15. und Dienstag den 16. l. Mts. ortsüblich bekannt machen zu lasten, daß die Liste der Wähler von Donnerstag den 18. Mai bis Donnerstag den 25 Mai l. Js., beide Tage einschließlich, auf dem Gemeindehause bezw. dem etwa sonst von Ihnen hierfür bestimmten Locale Vormittags von 9—12 Uhr und Nachmittags von 2—5 Uhr zu Jedermanns Einsicht ausgelegt seien, und daß Einsprachen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Liste innerhalb acht Tagen nach Beginn der Auslegung bei Meidung des Ausschlußes bei Ihnen vorzubringen seien.Z 8 Weitere Anweisung wegen des Wahlgeschäfts wird noch erfolgen. v. Gagern. Gießen, den 15. Mai 1893. Betr.: Die Reichstagswahlen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen e* die «rotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Im Verfolg unseres Ausschreibens vom 9. d. Mts. benachrichtigen wir Sie, daß die Offenlegung der Wählerlisten auch an Sonn- und Feiertagen, daher auch an den in die Offenlegungsfrist fallenden beiden Pfingstfeiertagen, zu den angegebenen Bureaustunden stattzufinden hat. v. Gagern. Erledigungen. Unser Ausschreiben vom 7. und 22. April d. I. bezüglich des Klein, Ulrich, Weiß, Kaiser und Steller ist erledigt. Gießen, den 6. Mai 1893. Großherzogliche Staatsanwaltschaft. Schilling-Tr. Deutscher Reich. Berlin, 13. Mai. Die Auflösung des Reichstages hat dem Vernehmen nach in den sommerlichen Reise- planen des Kaisers eine Veränderung zur Folge gehabt. Der hohe Herr gedachte Ende Juni seine übliche Nordlauds- fahrt anzutreten, aber inzwischen sind nun die bekannten parlamentarischen Ereignisse etngetreten, welche die Neuwahl des Reichstages nöthig machen. Der Kaiser soll nun Werth darauf legen, das neue Parlament persönlich zu eröffnen, und da dasselbe frühestens Ausgang Juni zusammentrcten kann, so wurde ein Aufschub der Kaiserreise nach Norwegen allerdings wohl schwerlich zu vermeiden sein. Endgiltige Bestimmungen über diese Reise sollen indessen noch nicht getroffen sein. Dagegen verlautet bestimmt, daß die bereits feststehenden Dispositionen für die diesjährigen Kaisermanöver und für die Reise des Kaisers nach Elsaß-Lothringen keinerlei Veränderungen erfahren würden. — Großherzog Er n st Ludwig von Hessen traf am Freitag in der neunten Abendstunde in Dresden zu einem Besuche der sächsischen Königssamilie ein. König Albert und sämmtliche Prinzen deö Königshauses empfingen den erlauchten Gast auf dem Böhmischen Bahnhofe, der König und der Großherzog begrüßten sich gegenseitig in überaus herzlicher Weise. Nach Erledigung der üblichen Empfangsceremonien fuhren die beiden Monarchen unter einer Ehrencscorte von Gardereitern nach dem Rcfidenzschlosse, auf dem ganzen Wege vom Publikum enthusiastisch begrüßt. Im Schlosse fand später Familien- und Marschalltafel statt. Am Sonnabend Vormittag besuchte der Großherzog, begleitet von König Albert, die berühmten königlichen Sammlungen, Nachmittags 5 Uhr fand im Residenzschlosse Galatafel statt, Abends 8 Uhr war zu Ehren des Hohen Gastes Gala-Vorstellung im Hoftheater. Am Sonntag gegen Mittag besichtigten der König und der Großherzog die Militäretablissements in der Neustadt, am Nachmittag wohnten die Herrscher dem Rennen bei Seidnitz bei. Abends erfolgte dann die Wiedcrabreise des Großherzogs. — Kaum ist Fürst Adolf Georg von Schaumburg-Lippe dahingeschieden, so hat der Tod schon wieder einen deutschen Bundesfürsten abberufen, den dürften Georg Victor von Waldeck und Pyrmont. Fürst Georg Victor, verschieden am Freitag früh zu Marienbad, war am 14. Januar 1-831 zu Arolsen geboren und folgte seinem Vater Heinrich Friedrich am 15. Mai 1845 in der Regierung unter der Vormundschaft seiner Mutter, der Fürstin Emma. Am 17. August 1852 übernahm der junge Fürst selbst die Regierung. 1866 erklärte er sich bei Ausbruch des deutschen Krieges sofort und entschieden für Preußen. Aus finanziellen Gründen wurde am 18. Juli 1867 vom Fürsten Georg Victor der sogenannte Accessionsvertrag mit Preußen abgeschlossen, durch welchen letzterer Staat thatsächlich die Verwaltung des Fürstenthums Waldeck erhielt. Georg Victor war in erster Ehe vermählt mit Prinzessin Helene von Nassau, weicher Verbindung fünf Töchter und ein Sohn, der nunmehrige Fürst Friedrich Hermann, geb. 20. Januar 1865, entsprossen sind. Nach dem Ableben der Fürstin Helene vermählte sich der Heimgegangene Monarch zum zweiten Male mit Prinzessin Luise von Schleswig-Holstein-Sonderburg Glücksburg, am 29. April 1891. — Die Wahlbewegung im Reiche nimmt eine immer lebhaftere Gestaltung ein, wobei es aber noch tüchtig drüber und drunter geht. Von Wahlbündnissen ist bis jetzt herzlich wenig zu spüren, sieht man von localen Vorgängen solcher Art ab, vielmehr scheinen sämmtliche Parteien gesonnen zu sein, ihr Glück bei der Wählerschaft auf eigene Faust zu versuchen, daher denn die Zahl der Candidaturen immer Feuilleton. Zwerge. Don R. Mortelli. (Nachdruck verboten.) Schaubude reiht sich an Schaubude,- mit Trommelschlag und lautem Rusen suchen die Inhaber die Aufmerksamkeit der vorbeifluthendcn Menge zu erregen. Hier sind Krokodile und Seehunde zu sehen, dort werden dem gläubigen Besucher die Geheimnisse der Geisterwelt enthüllt, hier producirt sich ein Menschenfresser im Verschlingen von Kaninchen, einer besonderen Anziehungskraft aber erfreuen sich stets die Buden, auf deren Aushängeschild vielverlockend das Bild eines Riesen oder einer Riesin prangt- meistens ist es das weibliche Geschlecht, welches das Uebermaß körperlicher Entwickelung uns in solchen Buden zeigt, nicht selten jedoch findet sich auch ein männlicher Riese, der uns dann zugleich durch seine Kraft- productionen in Erstaunen versetzt. Vielleicht hat aus gleichem Jahrmarkt aber auch eine Bude ihren Platz aufgeschlagen, in welcher wir das andere Extrem menschlicher Größe, das Zwergenthum, studiren können- an Stelle der Kraftproben führen sie uns niedliche Kunststücke vor, ja, es hat wohl auch eine ganze Truppe sich zusammengefunden und vor unseren Augen nehmen alte Märchen Fleisch und Blut an: die sieben Zwerge empfangen schützend Schneewittchen und sie umstehen trauernd den Sarg der Königstochter. „Ich denk als Kind mich zurücke!" — und fast vergessen wir, während die kleinen Gestalten vor unseren leiblichen Augen sich bewegen, die Frage, die uns hergeführt hat: Was sagt die anthropologische Wissenschaft zu diesen Abweichungen' von der menschlichen Normalgröße, die wir als Zwergenwuchs bezeichnen? Daß dieselbe schon vielfach Object genaueren Studiums gewesen, ist selbstverständlich, und wenn wir es versuchen wollen, dem freundlichen Leser eine kleine Plauderei über Zwerge zu bieten, so können wir natürlich nur auf die zahlreichen in Fachschriften niedergelegten Publikationen und besonders auf Rankes treffliches Werk „Der Mensch" zurückgreifen. Was ist ein Zwerg? Wir sind meist sehr rasch bei der Hand mit dieser Bezeichnung- wie oft entschlüpft uns, wenn uns ein kleiner Mensch begegnet, die Bemerkung, das ist ja der reinste Zwerg! Die Wissenschaft, gewöhnt an präcisere Fassungen, beschränkt diesen Begriff auf Individuen, die erwachsen die Höhe von 1 Meter nicht oder nur unbedeutend überschreiten. Allzu häufig sind derartige Individuen wohl nicht, aber wohl Jeder von uns hat schon Gelegenheit ge» habt, einer Zwergerscheinung zu begegnen, und von Zwergen in früheren Zeiten berichten uns vielfache Aufzeichnungen - zu den mancherlei Absonderlichkeiten, in denen die Fürsten früherer Jahrhunderte die Betätigung ihrer erhabenen Stellung fanden, gehörte ja allermeist auch der Besitz eines Hofzwerges. Kaum fehlte im 18. Jahrhundert an deutschen Höfen ein „Kammerzwerg", und bekannt ist die Zwergenhochzelt Peter des Großen, zu welcher derselbe die Zwerge seines Reiches an seinem Hofe versammelte. Meist fiel diesen Spielzeugen selbstherrlicher Laune auch noch die Rolle eines Hofnarren zu, aber des Oefteren war der Hof der genarrte Theil und mehr als ein Zwerg verbarg unter der Narrenkappe hervorragenden Verstand, Witz und Schärfe des Urtheils und der Schellenstab in feiner Hand verwandelte sich in das Scepter, mit dem oft er allein die Launen seines Herrn zu leiten wußte. Perkeo, durch Scheffels Lied unsterblich geworden, ist nur eines der vielen Beispiele. An den Höfen der Großen suchen wir heute die Zwerge vergeblich - wir finden sie in den Vergnügungslocalen der Großstädte, die durch stets neue „Specialitäten" die Gunst des Publikums sich zu erwerben und erhalten suchen. Unter den Zwergen neuerer Zeit sind wohl die bekanntesten die unter dem Namen „Miß Millie", „General Mite" und „Prinzeß Pauline" reisenden Persönlichkeiten geworden. „General Mite" besaß im Alter von 16 Jahren eine Größe von 82,4 Zentimeter bei einem Gewicht von 6,57 Kilogr., „Miß Millie" war mit zwölf Jahren 72 Zentimeter hoch und wog 6,6 Kilogramm. „Prinzeß Pauline" hatte, als sie neun Jahre zählte, eine Größe von nur 53,8 Zentimeter und wog nur wenig mehr als ein neugeborenes Kind, nämlich ,4 Kilogramm- auch im späteren Alter blieben alle zwerg- haft. Wenn gerade die drei genannten Zwerge, denen sich in Amerika würdig Francis Flym mit 80,7 Zentimeter Höhe bei einem Alter von 19 Jahren anschließt, sich der besonderen Gunst des Publikums zu erfreuen hatten, so hat dies wohl noch seinen besonderen Grund in der äußeren Erscheinung derselben. Wie kleine Modelle normaler Menschen erschienen die zierlichen Wesen, fein Mißton störte das Gesammtbild, ein nicht häufig auftretender Fall. Selbst wenn wir absehen von der häßlichsten Erscheinung, in welcher uns das Zwergenthum so häufig entgegentritt, dem Kretinismus, so finden wir doch fast stets die HarNwnie der Körperproportionen gestört- nur zu häufig sitzt auf dem schwächlichen Leib ein übermäßig großer Kopf und greisenhaft erscheint uns das Gesicht auf dem jugendlichen Körper - auch selbst wenn es dem Laien nicht äußerlich auffällt, weist uns in den meisten Fällen der Anthropologe mit Maßstab und Zirkel nach, daß die Verhältnißzahlen des Zwergwesens nicht zu denen des normalen Wachsthums reiferen Alters passen und auf den „kindlichen" Eharacter des Zwergwuchses Hinweisen - ähnliche Verhältnisse, wie sie bei erwachsenen Zwergen häufig oder beinahe, kann man sagen, normal sich finden, kommen unter gewöhnlichen Verhältnissen dem frühen Kindesalter zu. Auch im Benehmen und Gebühren ist ein gewisser kindlicher Zug den Zwergen eigen- freilich sagt man ihnen auch oft recht schlimme Eigenschaften nach. Bosheit, Zorn und Eifersucht sollen hervorragende Eharactermerkmale der Zwerge sein - aber wenn dem so ist, trägt nicht oft die Umgebung den größten Theil der Schuld? Mit Kummer sehen die Eltern, wie ihr Kind im Wachsthum zurückbleibt, in mancher unwilligen Bemerkung macht sich vielleicht ihre Sorge Luft - für die Geschwister ist das kleine Wesen die stete Zielscheibe ihrer Neckereien und so harmlos diese auch gemeint sind, bald setzt sich eine gewisse Bitterkeit fest - mit Neid sieht der Zwerg bedeutender anschwillt. Neben den älteren Parteien zeigen sich auch ganz neue Parteien auf dem Plane, diejenigen deS Bundes der Landwirthe, der Handwerkerpanei und eine sogenannte Mittelstandspartei, welch letztere namentlich in der bayerischen Pfalz Propaganda macht. Mit den Wahlaufrufen war bis Ende der abgelaufenen Woche nur noch das Centrum im Rückstände, welche auffällige Verzögerung vielleicht mit den in genannter Partei herrschenden Meinungsverschiedenheiten zusammenhängt- inzwischen dürste aber die osficielle Wahlkundgebung des CentrumS zur Veröffentlichung gelangt sein. — Stimmungsberichte von allen Seiten melden, daß man das Ergebnis der bevorstehenden Wahlen noch niemals mit so wenig Sicherheit habe voraussehen können, wie dieses Mal. Die allerwärtS herrschende Zersetzung und Zerfahrenheit, die Verwirrung der Begriffe unter so vielen, mächtig auf daS Volk einstürmenden Aufregungen und Leidenschaften, drohen ein gährendeS Chaos zu erzeugen, aus welchem noch Niemand zu erkennen vermag, welches Gebilde sich gestalten wird. — Es ist gut, sich di- Stimmenzahl vor Augen zu halten, welche bei den letzten 1890er ReichstagSwahlen auf die verschiedenen Parteien entfielen. ES ergiebt sich daraus, daß die Nati o nal l ib era l en, die in den meisten Fragen mit den Freiconservativen einträchtig zusammengehen, selbst unter ungünstigen Verhältnissen die dritt stärkste Partei darstellen, selbst wenn man den Anhang im Lande nur nach der Zahl und nicht nach dem Gewicht der Stimmen beurtheilt. Stimmen wurden bei der Wabl von 1890 im ersten Wahlgange abgegeben: für die Socialdemokraten 1,427,298, Centrum 1,342,113, Nationalliberale 1,177,807, Freisinn 1,159,915, Conservative 895,103, Reichspartei 482,314, Polen 246,773, Volkspartei 147,570, Welfen 112,675, Elsässer 101,156, Antisemiten 47,536. Berlin, 13. Mai. In Berliner Börsenkretsen hat sich ein Comito gebildet, welches Beiträge sammelt zur Unterstützung der Wahl derjenigen Candidaten aller Schattir- ungen, welche die Ansicht theilen und vertreten, die Verstärkung der Wehrkraft Deutschlands fei eine unabweisbare Nothwendigkei'. Berlin, 13. Mai. Die gestrige Antisemitenversammlung war sehr zahlreich besucht. Es sprachen Witte, Förster, Pickenbach, Bachler und Ahlwardt und kennzeichneten die Stellung der Antisemiten zur Militärvorlage. _ Hamburg. 13. Mai. In der Eisenbahnbillet- Schwindelaffaire erfolgten bereits 40 Verhaftungen. Nürnberg, 13. Mai. Freiherr v. Stauffenberg nimmt kein Mandat für den Reichstag mehr an, wohl aber für den bayerischen Landtag. Er bleibt indeß Vorsitzender des freisinnigen LandeSauSschuffes. Ausland. London, 13. Mai. Das Unterhaus verhandelte gestern Uber einen Antrag zur Aufhebung des Impfzwanges, Foster bekämpfte denselben und versprach bald durch statistische Daten zu beweisen, daß die Impfung ein wirksames Mittel zur Rettung von Menschenleben und zur Milderung der Seuche sei. Der Antrag wurde schließlich mit 136 gegen 170 Stimmen verworfen. Stockholm, 13. Mai. AuS CarlScrona wird gemeldet: Von drei deutschen Torpedobooten, welche in der Ostsee Uebungsfahrten machen, stießen in der vergangenen Nacht bei Jnlängan zwei auf Grund. Irgend welche Gefahr für die beiden Torpedoboote besteht nicht, da das Wetter günstig ist und daS dritte Torpedoboot zur Hilfeleistung sofort zur Stelle war- außerdem sind von CarlScrona zwei schwedische Kanonenboote alsbald nach der Unfallstätte abgegangen. Chicago, 13. Mai. Das AuSstellungS-Directorium hat sene Geschwister heranwachsen und ihn immer mehr überflügeln, und zeigt er sich auf der Straße, so verfolgen ihn wohl die Kinder und auch auS dem Munde der ihm begegnenden Erwachsenen klingt ihm daS häßliche Wort „Zwerg" leise in- Ohr. Da ist es kein Wunder, wenn unedlere Züge allzuhäufig daß Characterbild der Zwerge entstellen. Fragen wir nach den Ursachen des Zwergwuchses. Wohl in der Mehrzahl der Fälle werden die Zwerge schon abnorm klein geboren, des Oefteren aber tritt erst im Verlause der ersten Kinderjahre eine WachSthumShemmung ein - daß Zwergen- thum nicht selten mit krankhaften Anlagen, wie Kretinismus, Hand in Hand geht, wurde schon oben angedeutet. Fast stets stammen die Zwerge, denen wir bei uns begegnen, von normalen Eltern; der Vater deS „General Mite" z. B. hat, wie Ranke angibt, eine Größe von 170 Zentimeter; meist sind auch die Geschwister von normaler Größe und Beschaffenheit, und nur ein Kind trifft daS LooS, klein zu bleiben. Eigentliche Zwergfamilien, bei denen beide Eltern und sämmt- liche SHnber Zwergenwuchs zeigen, finden sich in Europa nicht nnb sehr selten ftnb auch bie Fälle, baß auS einer Ehe, beren einer Theil wenigstens Zwergenwuchs zeigt, Kinder stammen. Erst jüngst jedoch ging durch die Preffe einer dieser seltenen gut beglaubigten Fälle, bei welchem sogar der Zwergenwuchs sich durch zwei Generationen vererbte, und den wir auf die Autorität der „9?. Zürich. Ztg." hin hier wiedergeben: AuS ber Ehe eines als „Admiral Piccolomini" wohlbekannten Zwerge- mit einer normal gebauten, kräftigen Frau stammten neben fünf normalen Kini ern auch zwei Zwerge; eines dieser Zwergkinder ist verheirathet und die heute im Alter von 26 Jahren stehende Frau, bie eine Größe von 80 Ctm. mißt, schenkte kürzlich in der Frauenklinik in Zürich einem Kinde daS Leben, welches sich auch derart durch geringes Gewicht und geringe Größe auSzeichnet; ber Vater des Kinde» ist ein normal gebauter Mann von 172 Ctm. Größe. Unsere Plauderei über Zwerge würde unvollständig sein, gedächten wir nicht ihrer Bedeutung, die sie in ber Mythologie besitzen. Wir brauchen ja, wie Eingang» schon an- beschloffen, am Sonntag den AuSstellungSplatz geöffnet, bie Gebäude jedoch geschloffen zu halten. Neueste Nachrichten. T erreichen de» Bureau „Herold-. Berlin, 14. Mai. Die große Berliner Kunstausstellung wurde heute Vormittag ID/, Uhr in Anwesenheit deS Prinzen Friedrich Leopold als Vertreter deS Kaisers durch den Cultusminister von Söffe und Professor Becker eröffnet. Der Eröffnung wohnten ferner bei Minister-Präsident Gras Eulenburg, KriegLminister von Kaltenborn Stachau und Staats- secretär von Maltzahn, außerdem die Spitzen der Staatß- und Communalbehörden. Die größte Anziehungskraft übten bie Bilder der Münchener Sezessionisten au». Berlin, 14. Mai. Der Strike der Filzschuh arbeitet ist beendigt. Der Lohntarif wurde von allen Fabrikanten mit Ausnahme von zweien bewilligt. Berlin, 14. Mai. Oberbürgermeister Baumbach sprach heute Mittag in einer freiwilligen Versammlung deS fünften Berliner Wahlkreises, in welcher er al» Candidat wieder aufgestellt wird. Redner beklagt bie Trennung ber Partei und den Rücktritt mancher politischen Freunde, z. B. Bambergers. Pari», 15. Mai. Der vorbereitende Ausschuß für bie Ausstellung im Jahre 1900 hielt gestern eine Sitzung ab und verhandelte über den AuSstellungSplatz auf dem MarS- feld, welchen die Meisten vorschlugen. Einige Architekten reichten einen Plan für Arrangirung ber Ausstellung im Zentrum ber Stabt ein. Locales und provinzielles. Gießen, 15. Mai 1893. ** Ter Berein ber deutschen sreifinnigen Partei hielt am SamStag in ber Restauration Feidel eine Generalversammlung ab. Es würbe nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten beschloffen, dem Verein künftig die Bezeichnung : „Freisinniger Verein für den ersten Hessischen Wahlkreis" bei- zulegcn. In Betreff ber Stellungnahme bei ber bevorstehenben Reichstagswahl nahm bie Generalversammlung einstimmig folgenbe Resolution an: Die Generalversammlung be» Vereins der deutschen sreisinnigen Partei zu Gießen erkärt sich mit ber von ber Mehrheit ber nunmehr ausgelösten Reichstagsfraction ber Partei bei der Abstimmung über bie Militärvorlage eingenommenen Haltung einverstanben unb erwartet von ihrem für bie Neuwahl aufzustellenden Candibaten, daß derselbe bezüglich der Militärvorlage der Reichsregierung zu einer Erhöhung des Militäretats nur insoweit seine Zustimmung ertheilt, als dies mit Rücksicht auf die Einführung der zweijährigen Dienstzeit unbedingt nothwendig erscheint, unb auch dies nur unter der Bedingung, daß gleichzeitig bie zweijährige Dienstzeit für bie Fußtruppen gesetzlich eingeführt und für die Beschaffung der Mittel zu dieser Erhöhung unter genügender Berücksichtigung der dermaligen wirthschastlichen Lage und insbesondere ohne Belastung der weniger bemittelten Volksklassen durch Gesetz Sorge getragen wird. Dagegen hält es der Verein nicht für angezeigt, die in ber Reichö- tagsfraction eingetretene Spaltung auch auf die Wähler ber Partei zu übertragen unb berngemäß, namentlich zur Zeit Angesichts ber Neuwahlen zum Reichstag, irgend Stellung zu den beiden neu entstandenen freisinnigen ReichStagsfractionen zu nehmen. Der Verein stellt sich vielmehr lediglich auf den Boden des Programms der feitherigen freisinnigen Partei und wird lediglich von diesem Standpunkt auS in den Wahlkampf eintreten. * * Neues Theater. „D e r W a f f e n f ch m i e b", komische Oper in 3 Acten von A. Lortzing. Zwei Dinge ftnb eS, bie diesem Stücke, einem der bekanntesten des Autors, immer eine außerordentliche Beliebtheit sichern werden, ein ungemein gebeutet, kaum zu erinnern an die Zwerge unserer Märchen, von früher Jugenb an ftnb sie und alte liebe Bekannte. In der deutschen Sage vor allen nehmen die Zwerge eine wichtige Stelle ein; die Höhlen und Klüfte der Berge bewohnend, sind sie die natürlichen Hüter der Schätze ber Erbe; gleißenbes Golb unb blitzende Steine bilden ihren Reichthum und wohlerfahren in der Gewinnung unb Verarbeitung befonbers ber Ebelmetalle erscheinen sie uns als Meister ber Feinschmiebe- fünft. Wie sie Obin, bem Haupt ber Götter, ben sieg- verleihenben Speer-Gungnir, bem Donnergott Thor ben zer- schmetternben Hammer Miölnir schmieden, so entsteht unter ihrer kunstfertigen Hand für die Sonnengöttin Lif, die von Loki heimtückisch ihres Haares beraubt worden, neues Haar von Gold, gleich dem natürlichen Haare wachsend. Auch ben Menschen ftnb unsere Zwerge wohl gewogen, so jene an ihre geheimnißvolle Existenz glauben ; währenb baS alte Mütterchen ermüdet bie Hände in ben Schoß sinken läßt, besorgen bie Wichtelmännchen in geschäftigem Thun die Arbeit, unb dem Grafen in Goethes prächtigem „Hochzeitslieb", ber bie Säle feines Schlosses bem kleinen Volk für feine nächtlichen Lustbarkeiten überläßt, erscheint in der prunkvollen Zwerghochzeit das Spiegelbild feines eigenen ihn erwartenden Glückes, das er ben kleinen Gesellen oerbanft. „So ging es und geht eS noch heute" — unb bist Du, fretmblicher Leser, ein Sonntagskind, bem sich die Brust weitet unb baS Herz höher schlägt bei einem Gang durch den dämmerigen Wald, bem eß vergönnt ist, der Natur manche Geheimnisse abzulauschen, die sie vor blödem Auge verbirgt, so magst Du sie wohl erschauen, die kleinen Wichte mit klugem Gesicht unb langem Bart, mit denen der Glaube Deiner Vorfahren die Heimath bevölken hat. Sie Haden die Tarnkappe abgenommen, die sie ben Augen deS Menschen verbirgt. AuS ben Kelchen ber Blumen lugen sie hervor, im schwellenden MooS haben sie sich gelagert unb fast verborgen unter bem fchützenben dreitkrämpigen Hot eines Pilzes nicken vertraut sie Dir zu. volkSthümlicheS Libretto und dazu eine ganze Fülle heiterer und lebendiger Melodieen. Alle auftietenben Personen sind fo durchaus wmpathisch gezeichnet, ja oft mit so ubermüthigem Humor unb auSgelanener Komik dargestellt, daß die Aufführung des Werkes gewöhnlich eine Zugkraft ersten Ranges wird. Ei geruh L m idjer Weise traf dies am gestrigen Abend nicht zu. Das Hau» war recht schwach besetzt, sollte vielleicht daS herrliche Wetter hier mügenmft haben? Leider litt nur auch die Wiedergabe der Oper unter dieser spärlichen Besetzung. Man merkte deutlich, eß wollte die rechte Stimmung nur schwer in bie Darsteller kommen, einzelne Leistungen zeigtet» ja recht tüchtiges Stubium, aber ber Totaleindruck ließ doch manches zu wünschen übrig. So waren zum Beispiel bie Chöre durchweg, besonders aber im ersten Acte recht mittelmäßig. Dem Träger der Titelrolle, Herrn Kieker, war eine gewisse Attraction nach dem Souffleurkasten hin unverkennbar, auch beeinträchtigte eine gegen Ende beß Stückes zunehmenbe Heiserkeit den Künstler bei ber Lösung feiner Aufgabe. Herr Neufch (Liebenau) dagegen unb besonberS Herr Beermann ^Georg) standen auf ber Höhe ihre» Könnens, hauptsächlich letzterer entzückte die Anwesenden durch die Frische, mit der er den derbkomischen Knappen überhaupt verkörperte, besonders aber durch bie prächtig vorgetragene Brie im zweiten Acte. Die anmuthige Rolle der .Marte" war bei Fräulein Kronegolb in den besten Händen. Fräulein Ma ran o (Jrmeniraut) zeigte Anfangs eine gewisse Befangenheit, die jedoch mit ber Zeit wich unb nach und nach dem Uebermuth Platz machte, mit bem diese Parthie gespielt werden muß. Herr Thiemann traf inMaSke und Sprache den Charakter beß dicken Schwanenritters „Sbelhof" vorzüglich, wenngleich der Dialect manchmal einen gewissen semitischen Beigeschmack merken ließ. * * Wie man einen Sigarren Marder greift, hat ein Wirth in dem benachbarten Kl.-L. bewiesen; demselben gingen wiederholt seine zum Verkaufe in bem Buffet befinblichen Cigarren aus dem jeweilig angebrochenen Kistchen auffallend rasch ab, sodaß er Verdacht gegen einen seiner Gäste schöpfte. Um der Sache auf ben Grund zu gehen, stellte der Wirth an einem Tage der verflossenen Woche daß angebrochene Kistchen wieder an seinen gewöhnlichen Platz und entfernte sich aus bem Wirthßzimmer. AIS er gleich darauf zurückkehrte, war er nicht wenig überrascht, wie ein Gast, der Übrigenß in sehr' guten Verhältnissen leben soll, im Zimmer stand unb sich bemühte, den bickflüssigen Inhalt auß btm Kuhstall, mit welchem das angebrochene Kistchen gefüllt war, von feiner Hand ab- zuschütteln. Trotzdem der so Ertappte dem Wirth 6 Mk. geboten haben soll, bie Sache zu verschweigen, ist sie doch bekannt geworden. * • Blinder Feuerlarm. Gestern Abend zwischen 7 und 8 Uhr wurden die Bewohner beß Markt- unb KirchenplatzeS durch „Feuer"'Rufe erschreckt. Glücklicherweise war eß nur durch Verbrennen von Papier rc. erzeugter starker Rauch in dem Hause Markt 1, welcher keinen richtigen Abzug hatte und durch sein Entweichen durch die geöffneten Fenster einen Auflaus verursachte. • * * 3n Amerika verstorbene Hessen. New .York, Wilhelmine M. Guntrum, geb. Süß, 21 Jahre, au« Bessungen. Brooklin, Louise Amman, geb. Grätsch, 47 Jahre, auß Meisenheim. Andreas Steinmüller, 69 Jahre, aus Gießen. Cincinnati, Ehefrau von H. Kohl geb. Keller, auß Ober - Ramstadt. Wheeling, Louis Pracht, 59 Jahre, auß Grünberg. ♦ ♦ LebenSmittelPreise Ende März 1899. Nach einet Zusammenstellung der Großh. Ccntralstette für die Landesstatistik kosteten: -g-e ■R-° ci-e * £5 Z- 3 c — a -5 = S3 E- LZ 5 5 =3 SN ZM e£ o£ 5 = p 5 X L LL r * •’m Stabil mit ■ • Octrot Tarmstadt 72 66 70 70 66 13 ii 102-112 19 6-7 Mainz 68 60 70 70 60 13.5 12 107-115 1 1 5-6 Offenbach 70 54 60 70 70 13,5 13 120-130 21 6-9 Worms 61 60 60 68 52 11,5 11 98-108 17 7-9 Gießen 70 58 55 69 58 12 11 102-112 17 5-6 Stabte ohne Octroi Bingen 75 60 60 70 70 12 11,5 116-132 19 5-71 Bensheim 68 60 60 60 80 12,5 11 111-120 17 7 6 60 50 70 70 70 16 11 111-122 17 7-6- Friedberg 68 60 60 60 60 15,5 15 95—110 1'. 5— 8 Alsfeld 60 45 50 60 - 12,5 10 96-100 14 6-7 Lauterbach 56 56 50 60 50 13 10 100 14 5 E. Echzell, 14. Mai. Seit einiger Zeit schleicht der Kinderwürgengel, die Diphtheritis, wieder bet uns herum. Diesmal ist sie in dem Hause unseres verehrten ArzteS, beß Herrn Dr. B., eingekehrt und hat den einen Sohn desselben in so heftiger Weise (faulige DiphthertnS) angegriffen, wie sie selten erscheint. Herr Dr. B. hat sich sofort einen Vertreter kommen lassen, um selbst nicht mit dem Publikum verkehren zu müssen. Auch in bem hiesigen Staaten- Institute war bie Seuche erschienen, ist aber sofort energisch bekämpft worden. Die Meldung beß „G. Anz." auS Cem Wetterthale bei Lich unb Umgegend, daß dort influenzaartißk KrankheitSerscheinungen aufgetreten seien, kann von hier auS ergänzt werben, denn bei unß finden sich gleiche Erscheinungen. Auch in ber Umgegend treten DiphtheritiSerscheinungen auf unb Herr Dr. B. hat die Krankheit wohl selber nach Haufe gebracht. Tarmstadt, 13. Mai. Nationalliberaler Candidat rür Offenbach-Dieburg ist KreiSrath HaaS-Offenbach. Permtfcbtc*. • Boppard 12. Mai. AIS bie Mainzer Schützende ell- schaft gestern Nachmittag hier eintraf, wurden am Rbei» Böllerschüsse abgefeuert. Ein Böller platzte; ber Soho 'N Abend zwischen 7 un? Warft» und Kirchenchxes idlidjtrtoeift war es nur leugter starker Rauch in r richtigen Styug batte geöffneten Fenster ttntn ft < J mit so flr. ^^pirr^?? nur ■ ^chte T»^^Ietzung, i^lhe L-ist >S 4 ^mbrutfßh1« ttsten L^l die Herrn Ki»? fctfttften f/1' toar äen ^n e d.^ unver- bei dn ’ °uf 6er Lk ,Ollbt18 GL SftrJÄ «f ?w1 Aw »2 ,ncn Seissen semK '^r greift, ein Mrü ^selben gingen roiebtr p befindlichen Cigarren 5JJ auffallend rasch ab Gaste schöpfte, Um de! 7 brr Wirth an einem ebrochene Listchrn wieder entfernte sich aus btir M zurüekkehrte, war ei ' der übrigens in sehr Mmer stand und sich be> dcm Kuhstall/ mit welchen ir/ von seiner Hand ab- lppte dem Wirth 6 Ml trschweigen, ist sie bo6 Hessen. Ntw-^ork, Tilsi, 21 Jahre, aus Amman, geb. Mich, 18 Tteinmüller, 69 Jahic, freu von H. Kohl, geb. ieeliag, Louis Pracht, jRöri 1893. »:9M emei ttalstelle für die Landes- . n yß-\12 W 6-J >- i.) -iVo W M 8-130121 6-1 ?A\m 98-108’ 17 7-S 11 MN« b- 5,5 lo «,v\ ia ß—। psW? M« a# Ä ■ ti8 wieder bei • i M , Meinur,' . mch (it W---1 55*^ .je Nai<,a B 9)6,11 ’ l »iir^ TL Koh» [[et Pf Les Kanoniers wurde schwer verletzt ins HoSpital nach Coblenz rerbracht. Der Vater ist leicht verletzt. * Harter, 12. Mai. Hier wurde der Tischler Traube, ein Mann in den 50er Jahren, von seinem Stiefsohn, dem Maurer HülS ermordet. Traube, ein fleißiger Mann, lag krank zu Beit und forderte seinen Stiefsohn, der ein Faullenzer ist, zur Arbeit auf. Darauf holte dieser einen schweren Hammer und schlug damit dem Vater den Schädel ein. * Metz, 13. Mai. Bei einem heule Nacht zwei Uhr in der Geberstraße ausgebrochenen Feuer verbrannte ein Arbeiter mit Frau und Kind, eine Frau sprang aus dem vierten Stock und blieb tobt; ein elfjähriges Mädchen, das ebenfalls herabsprang, wurde schwer verwundet in das Hospital gebracht. Ein Haus ist ausgebrannt. * Militärische Radfahrer. Während der diesjährigen Herbstübungen des 1. Ärmeecorps sollen übungspflichtige Mannschaften des Beurlaubtenstandes als militärische Radfahrer zur Ableistung einer Uebung eingezogen werden. Die Radfahrer haben ihre eigenen Maschinen zu benutzen, wofür dieselben 25 Mark Vergütung erhalten. * Tragischer Abschluß einer Procesfion. Die Pfarrer dreier Dörfer in der Provinz Saragossa in Spanien beschlossen, mit ihren Gemeindegliedern eine Procession nach einem wunder- thätigen Marienbilde, um dort den so nothwendigen Regen zu erbitten. Etwa 80 bis 90 Personen, meistens Frauen und Kinder, sanden sich dazu ein. Die Proeession hatte den Fluß Gallego auf einer Fähre zu überschreiten, die jedoch nur 40 Personen faßte. Es wurden die SHnber zuerst über den Fluß gesetzt und in zweiter Fahrt die Frauen und Mädchen nachgeholt. Plötzlich brach die morsche, aus zwei mit einander verbundenen, mit Brettern belegten alten Booten bestehende Fahre zusammen, und sämmtliche Insassen stürzten schreiend ins Wasser. Trotzdem der Fluß an den meisten Stellen nur wenig tief ist, sind doch 18 Frauen vor den Augen ihrer wehklagend am Ufer stehenden Kinder ertrunken. * Von der Weltausstellung in Chicago meldet der ,/Frkf. Ztg." ein Cabeltelegramm. Die Ausstellung wurde an den ersten fünf Tagen von 50000, 19 624, 46 837, 23 000, 35000 Personen besucht. Die Preise in den Aus- stellungS - Restaurants sind ganz enorm. Die Ausstellungs- Commission beschloß, die Preislisten nach unten zu reoibiren. Die Ausstellung bleibt bis auf weiteres noch Sonntags ge* schloffen. Die Stabthotels, bie schon jetzt enorme Preise nehmen, beabsichtigen eine weitere Erhöhung berfelben im Juni, was allgemeine Mißbilligung hervorruft. Die beutsche Ab- theilung finbet große Anerkennung, obschon sie noch nicht ganz unb gar fertig ist. Schiffsnachrichten. (Mitgethetlt durch den Agenten deS Norddeutschen LloydeS, Herrn -Carl LooS in Gießen). Bremen, 12. Mai. [Per transatlantischen Telearaph.) Der Schnelldampfer Lahn, Eapttän H. Hellmer-, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 2. Mai von Bremen unb am 3. Mai von Southampton abgegangen war, ist gestern, 5 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork migekommen. Bremen, 12. Mai. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampser H. H. Meier, Capitän M. Möller, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 29. April von Bremen adgegangen war, ist gestern 11 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 12. Mai. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampser Gera, Eapttän Thumann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 27. April von Bremen abgegangen war, ist am 9 Mai, 8 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, £anö* uttö Volkswirthfchaft. «rünberg, 13. Mai. Frachtpreise. Weizen X 16.40, Korn X 14 60, Gerste X 14.40. Hafer X 15.50, Erbsen X 18.00, Linsen X CO.OO, Wicken X 16 CO, Lein X 00-00, Kartoffeln X 3.60, Samen X —. — Die belgische Regierung hat durch Vervollständigung ihres See-Dienstes zwischen Ostende und Dover, sowie durch Verbesserung der Eisenbahnanschlüsse eine Beschleunigung im Personendienst mit England herdeigesührt, welche für das reisende Publikum von hohem Interesse sein dürfte. Nachdem bereits früher bedeutende Ausgaben für Erneuerung und Vervollständigung des Schiffmaterials gemacht worden waren, konnten, in Folge des im vorigen Jahre durch die belgischen Kammern neuerdings bewilligten CrediteL von 5 Millionen, weitere zwei neue Postdampfer „Leopold II." und „Marie Hemtette" angeschafft werden, welche an Schnelligkeit, Pracht und Brguemltchkett Alles bisher Gebotene überlnffen sollen. Durch bie Indienststellung dieser Letzteren werden nunmehr sämmtliche Ueberfahrten zwischen Ostende und Dover (3 täglich in jeder Richtung) durch neue große Damvfer bewerkstelligt und die Dauer der Ueberfahrt durchgehends auf 3 Stunden reducirt. Zu den von dieser Route bereits gebotenen ausgezeichneten ^-chnellzugSoerbindungen, u. A. Abfahrt von Cöln 11 Uhr Abends, Ankunft in London am nächsten Vormittag 11 Ubr 22 Minuten (Anschlüsse ab Frankfurt a. M. 5 Uhr 50 Min. Nachmittags, ab München 8 Uhr 18 Min. rc.) tritt am 1. Juni 1893 eine neue hinzu, indem der um 5 Uhr 25 Min. Nachm. von Eöln abgehende Zug bis Oste- de durchgefübrt wird, im bincten Anschluß an den daselbst um 11 Uhr 33 Nackt« abgebenden Dampfer nach Dover. Ankunft in London 5 Uhr 45 Min. früh. In Folae dieser Neuerungen tritt für einen großen Tbeil Mittel- und Süddeulschlands eine wesentliche Abkürzung der Fahrzeiten nach London ein, z. B. wird die Reise dorthin nur beanspruchen : ah Nürnberg 23 L>td. (Abfahrt 7 Uhr 17 Corrn.); ab Frankfurt a. M. 17 Std. (Abfahrt 1 Uhr Mittags) rc. Spielplan der vereinigten frankfurter Stadttheater. Opernhaus. DtenStag den 16. Mai: Cavalleria rueticana. Ballet- Divertissement. Das Pensionat. Mittwoch den 17. Mai: Wagner-Cyclus. Vierter Abend. Lohengrin. Donnerstag den 18. Mai: Die Rantzau. Puppenfee. Freitag den 19. Mat: Festoorstellung zu Ehren deS Vereins für deutsche Zucker-Industrie. Der Bajazzo. Entführung auS dem Ballsaal. Cavalleria rusticana. Samstag den 20. Mai: Äagner-Cyclus. Fünfter Abend. Tristan und Isolde. Sonntag Iden 21. Mai: Zauber« flöte. Montag den 22. Mai: Die Rantzau. Cavalleria rusticana. Schauspielhaus. Dienstag den 16. Mai: Der Talisman. Mittwoch den 17. Mai: Journalistin. Donnerstag den 18. Mai: Hetmath. Freitag den 19 Mai: Kriembilde. Samstag den 20. Mai: Wablverwandt. Hierauf: Madame Bontoard. Sonntag den 21. Mai: Dorf und Stadt. Montag den 22. Mai: Odette. Für die Abgebrannten in Zell bei Alsfeld sind ferner bei uns eingegangen: Von Müller Ehrist, Lollar 5 X, O S. 2 X, Forstin'prctor Heyer 10 X Gesammelt am „viereckta- runden Tisch" bei Weidig 30.50 X, Rentamtmann Lyncker 5 X, Bücking 20 X. Zusammen 72 50 X JnSgesammt 171.50 X Weitere Gaben nimmt bereiiwilligst entgegen Die Expedition des „Gießener Anzeiger". QB4bei Gebrüder Stamm die schönste wlWH flllVvl Auswahl der neuesten Buckskins, Ehe- viots und Kammgarne zc. zum meterweisen Verkauf sowohl atS auch zur besten Anfei ligung nach Maß aus eigener Werkstätte. 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Mai 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _________________________Gnauth.______________________[4492 Bekanntmachung Auf Antrag des Ortsvorstandes und mit Genehmigung des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 8. l. M. zu Nr. M. I. 13465 ist der auf Mittwoch den 17. Mai d. I. festgesetzte Jahrmarkt zu Homberg a. O. aus den 14. Juni d. I. verlegt worden. Homberg, am 13. Mai 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Homberg. Repp. 4485 Bekanntmachung. Die für das Rechnungsjahr 1892/93 rückständigen Capitalzinsen, sowie die für ersteigerte Früchte des landwirth- schastlichen Versuchsfeldes noch nicht berichtigten Beträge sind innerhalb der nächsten 14 Tage zur Universitätskaffe zu bezahlen. Gießen, den 9. Mai 1893. Großh. Universitäts-Rentamt. Schmitt. 4395 Bekanntmachung. Wir ersuchen diejenigen Hausbesitzer, deren Hofraithen mit Hausnummerschildern noch nicht versehen sind, uns innerhalb 8 Tagen die fehlenden Nummern anzugeben. Die Anbringung der Schilder wird in Kürze erfolgen. Gießen, den 15. Mai 1893. Das Stadtbauamt: -4513___________Schmandt. Aus den Wiesecker Waldungen wird die diesjährige Grassamenernte unter den üblichen Bedingungen der Forstbehörde im Submissionswege vergeben. Die Offerten sind mit der Aufschrift „Wiesecker Grassamen" bis spätestens den 5. Juni, Morgens 10 Uhr, bei uns einzureichen, um welche Zeit die Eröffnung stattfindet. Wieseck, am 15. Mai 1893. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. S o m m e r l a d. 4504 Bekanntmachung. Das alte Hofgerichtsgebäude am Brandplatz nebst einem der zugehörigen Hintergebäude soll Mittwoch, 24. Mai d. I., Vorm. 10 Uhr, an Ort und Stelle auf den Abbruch versteigert werden. Gießen, den 13. Mai 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. __Gnauth._____[4493 Mittwoch den 17. Mai, Nachmittags 2 Uhr, werden in dem Bieker'schen Saale versteigert: Sophas, Commoden, Kleider schränke, GlaSschränke, Tische, 1 Secretär, 2 vollst. Betten, b1/, Mille Cigarren, 2 Wagen, 1 Buffet, 1 Schleudermaschine, Wirt Hs tische und -Stühle. Geißler, 4497 Gerichtsvollzieher. Schützen-Verein Giessen. Die bei Abhaltung des diesjährigen Schützenfestes erforderlich werdenden Zimmerarbeiten, veranschlagt zu 736 X., sollen in öffentlicher Submission vergeben werden. Schrifttiche Offerten werden zur gefl. Abgabe bis zum 20. d. M., Vormittags 11 Uhr, auf dem Bureau des Herrn Architecten 8. Seuling dahier, woselbst auch Voranschlag, Bedingungen und Pläne zur Einsicht der Jntereffenten offen liegen, erbeten. Gießen, den 12. Mai 1893. 4443] Der Vorstand. Conditorei Kettler. Täglich frisch in nur bester Qualität Caffee- und Theegebäck, Torten re., sowie Gefrorenes in verschiedenen Sorten bekannter Güte stets vorräthig.[4413 Neu eingetrosten: ÜSommttHoiiftn!! in großer Auswahl zu billigsten Preisen empfiehlt [4422 I. H. Fuhr, Lonnenstr. 25. I Dampfziegelei C. 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I., Bormittags IO Uhr Tagesordnung: 1) Rechnungsvorlage pro 1892, 2) Ergänzungswahl des Auffichtsratho, 3) Besprechung verschiedener Vereinsangelegenheiten. Allendorf a. d. Lda., den 15. Mai 1893. Wallenfels, 45121 __Vorsitzender des AuffichtSrathS. Geschäfts-Empfehlung. Einem verehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß wir in der früher Kockerbeck'schen Werkstätte, Neustadt 77, eine Bau und Möbelschreinerei errichtet haben und sehen wir, unter Garantie reeller Bedienung, gen. stein Zuspruche entgegen. vermischte Anzeigen. Neues Theater (Caf6 Leib.) [4514 (Direction : Frits Baars). Mittwoch den 17. Mai 1893 (Letzte Serien-Vorstellung) Die Heixnath. Die noch etwa ausstehenden Serien- resp. Familien - Billets bitte höflichst zu obiger Vorstellung benutzen zu wollen. Die Direction. Bäuerischer (Gesangverein. Heute Montagr [4511 Sing stund e. 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