Rr. 64 Erstes Blatt Donnerstag den 16. März 1893 Drr Gieße«,r A«,ei,er rrjchkmt täglich, ■rit Lusnabmc dt- MonkaqS. Die Gießener M««ikie» S ktiier »erden dem Lnzeiger Wöchentlich dreimal dnHelegl. Gießener Anzeiger Generat-Mnzeiger. Lierteljähriger ASc»nacmcais,rei»l ‘2 Morl 20 Pfg. ini# Brrngerlohn. Durch die Pog dezoge» 2 Mark 50 ffq. Siedaction, Expcd,n>H und Druckerei: Kch»tSr«tz-A».L Fernsprecher 51. Aints- unb Anzeigeblatt für den Tireir Gieren. X i Gratisbeilage: Gießener KamikienMtter. Alle Annoncen-Lureaux de» In- und AuSlande» nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. z Deutsches Reich. Berlin, 14. März. Das Deutsche Kaiserpaar wird seine Reise nach Rom am 18. April antreten, wie eine anscheinend offiziöse Meldung in der ,,Köln. Ztg." besagt. Derselben Quelle zufolge würde sich im Gefolge der kaiserlichen Majestäten auch der Staatssecretär des Auswärtigen Amtes, Freiherr v. Marschall-Bieberstein befinden. Hiermit erledigt sich wohl die bisherige vielverbreitete Annahme, wonach der Reichskanzler Graf Caprivi selber das Deutsche Kaiserpaar auf desien bevorstehender Romfahrt begleiten würde. — In parlamentarischen Kreisen verlautet, der Reichskanzler .habe im Hinblick auf die vorläufigen ablehnenden Beschlüsse der Militärcommission erklärt, daß die Auflösung deS Reichstages, falls auch in den weiteren Verhandlungen über die Militärvorlage keine Verständigung zu erzielen sei, erfolgen werde. Ob der Kanzler wirklich diese Drohung ausgesprochen hat, muß indessen noch dahingestellt bleiben, da die jüngsten Vorgänge in der Militärcommission zu einer ganzen Reihe uncontrolirbarer Gerüchte Anlaß gegeben haben. Einige von ihnen haben sich jedoch bereits als unbegründet herausgestellt, so z. B. diejenigen Gerüchte, wonach die sächsische und die bayerische Regierung einer etwaigen Auflösung des Reichstages nicht geneigt sein sollten. Auch die Nachricht, Graf Caprivi habe dem Kaiser über die ablehnenden Beschlüsse der Militärcommission sofort Vortrag gehalten und seien dieselben alsdann in der Sitzung deS preußischen Staats- ministeriums vom vorigen Samstag ebenfalls zur Sprache gelangt, wird jetzt als unrichtig bezeichnet. Inzwischen tritt die im Lande entstandene Strömung zu Gunsten einer Verständigung zwischen Regierung und Reichstag in der Militär- frage immer energischer auf. U. A. hat sich auch der Landesausschuß der nationalliberalen Partei Badens in einer programmatischen Erklärung in dieser Richtung ausgesprochen, allerdings unter Forderung der gesetzlichen Feststellung der zweijährigen Dienstzeit. — Aus Deutsch-Ostafrika kommt die erfreuliche Kunde von einem neuen Erfolge der deutschen Waffen. Der in der wichtigen Station Tabora commandlrende Lieutenant Prince griff mit seinen Leuten die stark verschanzte Residenz des rebellischen Häuptlings Sikki an und erstürmte sie, wobei Sikki selbst fiel. Der Tod dieses einflußreichen deutschfeindlichen Häuptlings dürfte die deutsche Herrschaft im Bezirke von Tabora wesentlich stärken. Berlin, 13. März. Eine von 1500 Personen besuchte Versammlung beschloß, dahin zu wirken, daß eine deutsche Mittelstandspartei begründet werde, wodurch nur Handwerker- candidaten zur Wahl in den Land- und Reichstag gelangen können. Unter allen Umständen soll an dem Befähigungs nachweis und an allen Forderungen, die bis jetzt vom Handwerkerstand aufgestellt sind, festgehalten werden. Der Referent trat energisch für den Befähigungsnachweis, Reform der Concursordnung, des Submissionswesens, der Gefängniß- arbeit, sowie Beseitigung der auch unter den neuen Verhält- niffen noch möglichen Auswüchse des Hausirwesens ein, unter dankbarer Anerkennung dessen, was bezüglich der Unterdrückung der Wanderlager bereits geschehen. Mehrere Redner empfahlen Anschluß an den Antisemitismus. Der Referent betonte, daß zwar nicht jeder Handwerker Judenfresser, aber deutsch-social sein könne. In nächster Zeit sollen weitere Versammlungen abgehalten und zu diesen die Abgeordneten aller Fractionen geladen werden. Ausland. — Der Pauamasumpf in Frankreich hat mit dem bisherigen Justizminister Bourgeois ein neues Opfer verschlungen, da Bourgeois infolge der von Frau Cottu im Panama- Bestechungs-Prozeß gemachten Aussagen zurückgetreten ist. Schon war auch von dem Sturze des ganzen Cabinets Ribot infolge des Zwischenfalles Cottu-Bourgeois als einem jetzt unvermeidlich gewordenen Ereignisse die Rede, doch ist das Cabinet diesmal noch mit einem blauen Auge davongekommen. Denn die bewegte Deputirtenkammer-Sitzung vom Montag Nachmittag, in welcher die auf die Aussagen der Frau Cottu und auf die Demission des Justizministers bezüglichen Interpellationen zur Sprache kamen, brachte dem Cabinet Ribot durch die Annahme einer ihm genehmen Tagesordnung ein Vertrauensvotum; wie lange dessen Wirkungen anhalten werden, das bleibt freilich abzuwarten. In der erwähnten Kammersitzung stellte sich Bourgeois als den reinsten Engel hin und bezeichnete er dafür die Aussagen der Frau Cottu als durchaus unwahr, welche Haltung Bourgeois auch in der Montagssitzung im Panamaprozeffe beobachtete. Die ganze Behandlung des sensationellen Vorfalles läßt indeffen nur aufs Neue das Bestreben der leitenden Kreise des heutigen republikanischen Frankreichs hervortreten, die für die Regierungsmänner, wie für das Parlament bedenklichen Wendungen des Panamascandals nach Kräften abzuschwächen. Deutscher Reichstag. 66. Sitzung. Dienstag, 14. März 1893. Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärt Abg. Ahlwardt (Anils.), er sei hier am Samstag in,seiner Abwesenheit ^angegriffen worden. Es sei gestern nicht zulässig gewesen, sich dagegen zu ver- theidigen, auch heute könne er dies nicht. Er behalte sich deshalb vor, bet der dritten Lesung des Etats und zwar am besten wohl beim Milttäretat eine ausführliche und gründliche Antwort zu geben. Abg. Dr. Hermes (dfr.): Das wird ja ein welterschütterndes Ereigniß werden! (Heiterkeit.) Präsident v. Levetzow erklärt den Zwischenruf für ungehörig. Auf der Tagesordnung steht der Rest des Etat«. Zum Etat der Zölle und Verbrauchssteuern liegt ein Antrag der Abgg. Scipio (natl.) und Goldschmidt (dfr.) auf Einsetzung einer Auskunftsbehörde in Zollsachen vor. Abg. Hug (Ctr.) klagt über Erschwerung des schweizerisch- badischen Grenzverkehrs infolge der AuSlührunaSbestimmungen zum schweizerischen Zolltarif. Namentlich hätten die Thonwaaren- und die Ziegel-Industrie durch die schweizerischen Zölle zu leiden. Abg. Staudy (cons.) verlangt Zollsreiheit für einenSchnetde- mühlenbefltzer, der seine Mühle von Rußland nach diesseits der deutschen Grenze verlegt hat. Die Verweigerung dieses Gesuchs Seitens der Zollbehörde widerspreche dem Gesetze. Staatssecretär Frhr. v. Maltzahn bestreitet dies. Die Sache sei zweifelhaft. Geh. Rath Huber erklärt, daß eine Herabsetzungdes schweizerischen Zolls auf Ziegel leider bei den Verhandlungen nicht habe durchgesetzt werden können. Abg. Scipio und Goldschmidt befürworten ihren Antrag. Die Petitionscommission habe zahlreiche Beschwerden über »u Unrecht erhobene Zölle für begründet erklären müssen; aber die Beschlüsse der Commission seien ohne Eindruck auf die verbündeten Regierungen geblieben. Jetzt gebe eS in Zollsachen kein Recht. Der Antrag sei geeignet, diesen Uebelstand wenigstens zu mildern. Staatssecretär Frhr. v. Maltzahn bestreitet, daß eS in Zollsachen im Deutschen Reiche kein Recht gebe. Es bestanden allerdings zwischen dem Bundesrath und dem Reichstag Differenzen über die Auslegung deS Zolltarifs; aber weshalb solle denn gerade die Interpretation des Reichstags allein authentisch fein? Ein Zolltarisamt würde eine Delegation von Befugnissen des Bupdesralhs in sich schließen. Jedenfalls werde der Antrag, wenn er angenommen werde, sorgfältig erwogen werden. Abg. Scipio (natl.): Der Antrag verlange keine Delegation bundesrathlicher Befugnisse, sondern nur eine Verlautbarung darüber, wie der Bundesrath in jedem einzelnen Falle eine Tarifposttion auslege. Staatssecretär Frhr. v. Maltzahn: Dann würde sich die gewünschte authentische Stelle doch stets, wenn ein neugearteter Zweifel auftauche, wieder an den Bundesrath wenden müssen. Abg. Dr. Broemel (dfr.): Nach wie vor müsse die Schaffung einer richterlichen Instanz für endgültige Entscheidung in Zollstreitsachen eoent. unter Abänderung entgegenstehender Gesetzes- und Verfassungsbestimmungen erstrebt werden. Wie soll ein Kaufmann denn überhaupt noch ein Geschäft machen, wenn er nicht einmal amtliche Auskunft darüber erhalten könne, wieviel Zoll er bei Einfuhr einer bestimmten Waare werde zu zahlen haben. Deshalb fordere der Antrag das Mindeste, was vorläufig gefordert werden könne. Auf eine Anregung des Abg. Siegle (natl.) wird regierungsseitig erwidert, Zollfreiheit für leichtere Petroleum-Destillate habe der Bundesrath in einigen Fällen für Fabriken gewährt, welche des Benzins zu DefiillationSzwecken benötigten. Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Broemel (dfr.) thelltStaats- secretär v. Maltzahn mit, daß die Bundesrathsausschüsse über eine Vorlage derothen, wonach der so viel angesochtene Bundesrathsbeschluß über den Petroleumfaßzoll wieder aufgehoben werden soll. Dem Abg. Scipio gegenüber erklärte der Staatssecretär noch, es sei eine Vorlage in Vorbereitung, welche einige kleine Aenderungen des Zolltarifs, darunter auch die Position Baumwollsamen-Oel, bezwecke. Der Etat der Zölle und Verbrauchssteuern wird angenommen, ebenso, und zwar mit kleiner Mehrheit, der Antrag Scipio-Goldschmidt. Genehmigt wird ferner der Etat der Stempelabgaben. Es folgt Etat des Reicksschatzarnts. Abg. Mirbach (Rp): Der niedrige Preisstand des Silbers Feuilleton. Geschichtsbilder aus dem Vogelsberg. Von Dr. C. L. Otto. (3. Fortsetzung.) Aber die römischen Wachtposten am Pfahlgraben waren auch nicht leicht zu überrumpeln. Hoch loderten die Feuer und Rauchzeichen auf der ganzen Grenzlinie empor und riefen die weit zerstreuten Legionstruppen nach der gefährdeten Stelle; lange schwankte der Kampf, zahlreiche tapfere Streiter fielen auf beiden Seiten, Castelle und Ansiedelungen wurden erobert, geplündert und in Brand gesteckt, und so zogen unsere Voreltern gar manchmal beutebeladen und mit zahlreichen Gefangenen wieder nach der Heimath, nicht selten aber auch war der Ei folg des Kriegszuges ungünstig, und die Leiber der getödteten germanischen Krieger deckten das Schlachtfeld. Sie gehörten den Thieren des Todtengottes, den Wölfen und Raben. War ja doch der Gott Zio einhändig, weil der Wolf ihm die rechte Hand bis zum Gelenk abgebissen hatte, und konnte deshalb auch nur einem Theil der Kämpfenden den Sieg verleihen. Schwankte dieser aber auf und ab oder war er endlich errungen, so wurden abermals Opfer gebracht und dem Schlachtengott d.e Erstlinge der Kriegsbeute geweiht, nach endlichem Siege aber alle Kriegsgefangenen. So durchdrang vom Augenblick an, wo der Krieg beschlossen wurde, bis zum blutigen Siege das religiöse Element die germanischen Heere, wie den einzelnen Mann. Fiel er im Kampfe, so wußte er sich ausgenommen in die Gefolgschaft, unter das Gesinde des Kriegsgottes. Durch sein Blut halte er eine solche Ehrenstelle erkauft. Durch die Todeswunde hatte ihn sein Gott selbst als Gefolgsmann gezeichnet und ihm das Recht gegeben, an seiner Herrlichkeit theilzunehmen. Wer kann sagen, wie oft während zweier Jahrhunderte am Grenzwalle und den naheliegenden römischen Castellen und Ansiedelungen solche Kämpfe stattfanden, wieviel tapferes Männerblut dabei die Erde tränkte. Die meisten Castelle sind mehrfach erobert und verbrannt, aber immer wieder aufgebaut worden, bis zuletzt die gejammte römische Herrschaft in Deutschland zusammenbrach. Jetzt finden sich von dem römischen Grenzwalle nur noch schwache Reste in den Wäldern, wo aber der Pflug darüber gehen konnte, ist jede Spur desselben verwischt. Von den Castellen, welche den Angriffen der Germanen durch zwei Jahrhunderte Trotz boten, haben sich nur schwache Reste der Grundmauern im Boden erhalten und von diesen sind manche selbst jetzt noch nicht wieder aufgcfunden worden. Wo ist das einst so mächtige Reich der Römer? Es besteht nur noch in der Erinnerung, es ist der Geschichte anheimgefallen. Dereinst beherrschte die Sprache der Römer die ganze bekannte Welt und die in ihr geschriebenen Geistes- erzeugniffe galten als das Höchste, Tiefste und Schönste, was der Menschengeist erdenken kann. Jetzt wird die lateinische Sprache nirgends mehr gesprochen und bildet nur noch die Qual der Schulknaben. Und die rohen, wilden, heidnischen Germanen? Sie bilden jetzt das mächtigste und angesehenste aller Reiche. Gebe Gott, daß es recht lange so bleibt. III. Einführung und Ausbreitung des Chriftenthuins. Während der zweihundertjährigen Herrschaft der Römer auf deutschem Gebiete waren dieselben ohne Zweifel von dem größten Einfluß auf die Cultur der umwohnenden Germanen. Bei den Römern jenseits des Pfahlgrabens hohe Gesittung, weitgehende künstlerische und technische Bildung, bei den Germanen jenseits der Grenze tiefe Barbarei. Doch lernten diese von den Römern mancherlei Künste, durch den Handel wurden sie mit manchen Kunstleistungen und dadurch zur Nachbildung und Nacheiferung veranlaßt. Und als dann die Römerherrschaft zusammenbrach und die Germanen die Erbschaft antraten, blieb gar mancher Legionssoldat zurück und verschwand in der germanischen Umgebung, aber seine Lehren verschwanden nicht, sondern breiteten sich weiter und weiter aus. Auch ist gar nicht unwahrscheinlich, daß ein oder der andere orientalische Sklave der Römer, ein Kaufmann oder Handwerker aus Italien, Griechenland oder Syrien, viel seltener aber ein römischer Legionssoldat als erster Missionar unter den heidnischen Germanen auftrat, wenn auch ohne wesentlichen Erfolg. Durch die lange andauernden Kämpfe war das Land volkarm geworden. Andere Stämme brachen von allen Seiten ein, so bei uns von Norden her wieder Chatten, und auch sie wurden Erben der von den Römern hinterlassenen größeren Gesittung. So bereitete sich langsam die große Völkerwanderung vor, welche von der Mitte des vierten bis zur Mitte des fünften Jahrhunderts die größten Veränderungen in den Sitzen der verschiedenen germanischen Völker zut Folge hatte. Doch konnte dieselbe in dem geschloffenen Waldgebiet unserer Gegend nur von geringerem Einfluß sein. Bon unsagbarer Tragweite aber waren die Veränderungen, die etwas später von anderer Seite sich vorbereiteten. Es waren die britischen Missionare, welche in irischen Klöstern vorgebildet waren. Von Friesland aus erweiterten sie die Kreise ihrer Thätigkeit mehr und mehr und gelangten so auch in den buchonischen Wald, um da das Christenthum zu verbreiten. ötrbe von allen Silber producenim schwer empfunden. Man übersehe nicht, daß Deutschland tin Silber probuctrcnbt» Land sei. (*4 sei in der That wegen seine- StlberbergbauS stark In der Frage der Silber - entwerlhung tnteresfirt. Als Vertreter eines Bergbau treibenden Wahlkreise- sei deshalb auch der frühere socialdcmokrat sche Reichstagsabgeordnete Kayser Bimetalist gewesen; erst spül er habe er seine llrber- ,eugung geändert. Für den Bergmann sei die Silbersrage eine Frage von Sein oder Richtsein. Seit Etnsührung der Goldwährung haben auch die sächsischen Bergbaubejirke erhebliche Einbuße erl-tten. Bei Fortdauer der sinkenden Preißbewegunp des SUberS würde gerade Deutschland zuerst gcnölhigt sein, seine Silberprodnction einzustellen. DaS wäre der Anfang zum Ruin deS deutschen Bergbaues überhaupt. Viele Tausende würden arbeitslos, Millionen aufgewendeten Eapltals gingen verloren. Er treibe keine Schwarzmalerei. DaS deutsche Reich müffe nach Ansicht deS Bergmanns eine andere Stellung in der WährungSsrage einnehmen. Es dürfe kein Mittel unversucht bleiben, um eine Aenderung herbeizuführen. DaS sei keine bimetalltsttsche Agitation, die man mit dem Antisemitismus in eine Parallele stellen könne, eS fei der Hilferuf einer dem Untergange entgegengehenden Industrie. Möchte dieser Hilferuf nicht ungehört verhallen. (Beifall rechts). Abg. Graf Mirbach (cons) führt aus, daß die WährungS- frage auch ohne England gelöst werden könne, mit England freilich würde die Lösung ohne alle Schwierigkeiten vor sich gehen können. Die Regierung sollte jedenfalls auch ohne England vorgrhcn. ES liege in der geschichtlichen Entwickelung, daß unsere jüdischen Mitbürger ft(6 mehr der distributiven Thättgkeir hingegeben hätten und mehr im Besitze deS mobtl.n Kapitals seien. Damit hänge eS wohl auch zusammen, daß Bamberger stets so entschieden für die Goldwährung etngetreten sei. Die dauernde Aufrechterhaltung der Gold« Währung werde einfach zur EonssiScation von Grund und Boden führen. Der internationale CapltaliSmnS fei der größte Feind des nationalen Besitzes und die internationale Goldwährung fei die schneidigste Waffe gegen die vaterländische Production Diese werde am wirksamsten durch .einen autonomen Zolltarif und die Doppelwährung geschützt. (Beifall rechts.) Avg. Büsing (nl.): Die Preise seien infolge der Goldwährung nicht herabgedrückt worden. Waarenpreise steigen und fallen international ohne Rücksicht auf die Währung. Än Umlaufsmitteln sei kein Mangel. Deutschland sei an der SUberentwerthung nicht schuld. Die Entwerthung sei ja auch in Ländern eingetreten, in denen daS Derhältniß deS Silbers zu Go d 15'/» : 1 ausrecht erhalten blieb. Die Währung aus zwei Metalle stellen, helße sie größeren Schwankungen auSsetzen. Auf dem Weltmarkt werde auch immer nur ein Metall alS Werthmesser in Betracht kommen. Mit der Doppelwährung würden wir allmälia zu einer unterwerthtgen Silberentwerthung kommen. DaS Gold mürbe auch aus dem Lanbe gehen. Die Schwankungen ber russischen Valuta würden zudem nicht beseitigt, denn der RubelcourS richte sich nach ber Handelsbilanz. Der Handelsvertrag mit Rußland werde den RubelcourS steigern. Man möge bei untrer bewährten Währung bleiben. (Beifall links). Abg. o. Kardorff (Rp.): Der Preisdruck fei eingetreten, und -war nicht infolge gesteigerter Production, sondern verminderter Consumtion. Mit dem Moment, da wir die Goldwährung einfühlten, habe der lateinische Münzbund seine Silber Währung eingestellt, daher der große PretSdruck Zn England sei die Landwirthschast unter der Goldwährung ruintrt worden. Bei unS würde dasselbe eintreten, wenn wir bei ber Golbwährung beharren. Abg. Dr. Bamberger (bfr.): Der lateinische Münzbund habe die Sllbervrägungen erst 187b eingestellt. Die Unterstellung, baß er für bie Goldwährung sei, weil er Jude sei, halte er für geschmacklos. Seine Wähler hätten ihn nicht als Juden, sondern als Deutscher gewählt. Gerade von den reichen Juden seien bie meisten Bimetallisten; er erinnere an daS Hau« Rothschiib und an Bleichröder. Und ber Mann, ber auf ber Brüsseler Conserenz ein Eintreten DeutschlanbS für bie Dopp-lwährung befürwortete, hieß Levy, Fürst Bismarck sei gewiß Agrarier gewesen, aber auf ben bimetallistischen Leim sei er nicht gegangen. Erst mit ber Colonialpolitik seien die Agrarier für bie Doppelwährung eingefangen worben. Mit bem Uebergange zur Doppelwährung würden wir freiwillig in den Bankerott gehen. (Beifall links). Abg. Dr. Frege (conf): DaS Haus Rothschild habe sich noch nicht mit Bankerottgeschäften abgegeben, was ein gutes Omen für den BlmeialllSmuS fei. Die Landwirthschast könne nur in der Doppelwährung Hülse sehen. Ein Grund für die Remonetisirung des Silbers liege in bem Goldmangel. Nur bie internationale baute financo befürworte noch die Golbwährung. Die SilberwährungS- lander führten ihren Export In immer steigendem Maße nach ben GoldwährungSIänbern. Der Xitel GtaatSsecretär wird bewilligt. Weite, berathung morgen. Neueste Nachrichten. ÄotffS teiegraobisches Csrcespondenz-Bureau. Hannover, 14. März. Der Regierungspräsident von Lüneburg hat d,e E i n f u h r von Wiederkäuern und Schweinen auS Dänemark und Schweden verboten. Rom, 14. März. „Opinione" und „Diritto" melden: In En trag u e bei Cuneo starb ein in der Vorwoche dort« Die Morgenröthe einer neuen Zeit brach an. Vom sechsten Jahrhundert an durchzogen schottische und irische Missionare die wüsten Gegenden Deutschlands, verkündeten die Lehre von Christus imb bauten Kirchen und Kapellen zu feiner Verehrung, die Schottenkirchen genannt wurden. Die irisch-schottische Kirche stand in ausgesprochenem Gegensatz zur römischen. Die Schotten erkannten die römischkirchliche Lehre von der'Verfaffung der Kirche nicht an. Ihre zahlreichen Klöster waren Niederlassungen ohne Umsassungs- mauern, in denen die oft beweibten Mönche in besonderen Zellen wohnten. Der an der Spitze der Klostergemeinde stehende Abt regierte unter dem Beirath der Mönche. Ihre Hauptaufgabe war die Mission. War irgendwo eine Gemeinde gegründet, so wurde an deren Spitze ein Bischof gestellt, der aber dem Abt des Klosters tuuerworfen war. Der schroffe Gegensatz von Klerikern und Laien war der irisch-schottischen Kirche fremd. Auch hatten erstere keine besondere geistliche Kleidung, Geistliche und Klosterleute beschäftigten sich fleißig mit der heiligen Schrift und gebrauchten im Gottesdienst nur die Landessprache. Zwar kannten auch sie Heilige, verehrten 7ic aber nicht, kannten auch keinen Bilderdienst, kein Feg- feuer, also auch keine Seelcnmcffcn. Dabei waren sie, wo sie hinkamen, die Bringer der Cultur. Sie waren treffliche Bücherabschreiber, bewunderte Saitcnspieler, gelehrte Sprach kundige und in allen Wiffenschastcn bewandert, dabei aber auch praktische Anroder, Pflanzer, Fischer, Jäger und Vogelfänger. Alle ihre Kräfte und Kenntnisse verwendeten sie im Dienste deö Evangeliums. Doch damals fanden sic ihren Weg in den weiten und gefürchteten buchonischen Wald, zu dem der Vogelsberg gc hörte, noch nicht. Nicht unmöglich aber ist, daß im siebenten Jahrhundert der Schotte Kilian auf seinen Mission»- selbst angekommener französischer Arbeiter plötzlich unter Cholera-Symptomen. Der Leichenbefund bestätigte, daß die Todesursache Cholera war. Der Präfect ordnete strenge Vorsichtsmaßregeln an. Riga, 14. März. An der kurländischen Stufte, unweit Li bau, stecken 32 Dampfer in Eisschollen- die Lage der Dampfer ist theilweise bedenklich. Rettungsversuche blieben bisher erfolglos. Konstantinopel, 14. März. Auf Befehl des Sultans begibt sich der Leibchemiker BonkowSki in Begleitung von drei höheren Sanitätsbeamten als Delegitte zur Cholera- Conferenz nach Dresden. Rewyork, 14. März. In den nördlichen Staaten sind durch Ueberschwemmungen arge Verwüstungen verursacht worden. Die EtabliffementS der ElectricitätSgesellschasr und dasjenige EdisonS stehen unter Waffer. Der Schaden wird auf eine halbe Million Dollar geschätzt. Viertausend Arbeiter sind beschäftigungslos geworden. Washington, 14. März. (Reutermeldung.) Der Schatz- secretär Carlisle erließ neue Bestimmungen über den Eintritt von Einwanderern in die Vereinigten Staaten. Depeschen deS Bureau »Herold*. Berlin, 14. März. Die „Nationalzeitung" constatirt aus angeblich zuverlässiger Quelle, die in freisinnigen Blättern enthaltene Behauptung, der Handelsvertrag mit Rußland fei auf Grund der dieffeits aufgestellten maßlosen For- derungen als abgelehnt zu betrachten, entbehre umsomehr der Begründung, als die deutschen Forderungen zur Zeit noch nicht in Petersburg eingetroffen seien. Kiel, 14. März. Der hiesige conservative Verein nahm gestern ein Vertrauensvotum an zum Kaiser und der Regie- rung, daß die Militärvorlage im ganzen Umfange angenommen werden möchte. London, 14. März. Gladstone ist an der Influenza leicht erkrankt. Madrid, 14. März. Der deutsch-spanischeHandels- vertrag wurde der Königin Regentin zur Unterzeichnung bereits unterbreitet. Derselbe gelangt Anfangs April in den Cortes zur Verhandlung. Madrid, 14. März. Eine Dynamitpatrone verursachte einen großen Schaden in dem Socialistenlocal Leffa. Das Attentat forderte keine Opfer. Daffelbe wird den Anarchisten zugeschrieben. Berlin, 15. März. Wie das „Tageblatt" hört, werden zu der Donnerstag stattfindenden zweiten Lesung der Militärvorlage in der Commission formulirte Anträge seitens der Nationalliberalen und des Centrums eingebracht. totales und provinzielles. Gießen, 15. März 1893. *♦ Höhere und erweiterte Mädchenschule. Die Prüfungen finden am Donnerstag den 16. und Freitag den 17. März, von Vormittags 9 Uhr ab, statt. DaS neue Schuljahr beginnt am 10. April, Morgens 8 Uhr. — Der Anfangsbestand im laufenden Schuljahre zeigte in den 10 Klaffen der höheren Mädchenschule I—X 306 Schülerinnen, in den 8 Klaffen der erweiterten Schule 1b—8b 244 Schülerinnen, zusammen 550 gegen 535 im Vorjahre. ** Im Kaiser-Panorama gelangt von morgen ab eine ganz neue Pracht-Serie, eine Reise durch Holland, zur Ansicht, wo wir das Leben und Treiben in sämmtlichen größeren Städten Hollands bewundern können zu Wasser und zu Land, ferner den Badeort Scheveningen rc. Diese Serie soll wieder den vorangegangenen nichts nachstehen. Da keine Abonemcnts bis 15. April mehr auSgegeben werden, ist das Entree von jetzt ab auf 20 Pf., für Kinder auf 10 Pf. festgesetzt. ** Gestern Vormittag wurde auf dem Thurm der neuen Zohaoneskirche das Kreuz mit dem Hahn aus gefetzt. Die schwierige Arbeit, zu deren Ausführung die letzten stürmischen Tage hinderlich waren, ging glücklich von statten. ivanderungcn von Würzburg nach Thüringen auch in unsere Gegend kam und es hat einige Wahrscheinlichkeit für sich, daß die uralte KilianSherberge bei Schotten in irgend einer geschichtlichen Verbindung mit dem 688 ermordeten Heiligen steht. Führte doch schon von römischer Zeit her eine der drei hohen Straßen des Vogelsbergs nach Germanien hier vorüber- eö war die wichtige Handelsstraße, welche zur Verbindung des Südens von Deutschland mit dem Norden von Hungen an der Kiliansherberge vorüber nach Götzen und über die Feldrückcr Höhe führte. Geschichtlich nachweisbar kam erst zu Ende des achten Jahrhunderts ein unbekannter schottischer Missionar auch in das Thal des niederen Waffers und erbaute im oberen Theil desselben eine kleine Kirche, die nach ihrem Gründer auch Schottenkirche genannt wurde. Wir wissen nicht genau, wo sie gestanden hat, doch ist wahrscheinlich, daß cs die erste Kapelle von Schotten war. Erwähnt wird sie in einer Schenkungsurkunde des Schottenabtes Beatus an die Schotten- abtei auf der Rheininsel Hohenau bei Straßburg im Jahre 810 gleichzeitig mit anderen Schottenkirchen, von denen unS besonders die im Markwald von Lich, vielleicht der erste Anfang des nachmaligen Klosters Arnsburg, dann zu Kirchberg au der Lahn, nahe dem Staufenberg, die zu Sternbad) bei Affenheim und die zu Trais-Horloff oder Hornuffa, beide in der Wetterau, von Jntereffe sind. Alle diese Kirchen waren mit beträchtlichen Gütern auSgestattet und wurden von 810 an von dem Schottenabt zu Houau administrirt. Aber schon damals war auch von anderer Seite dem Heidenthum bei der Bevölkerung des buchonischen Waldes der Krieg erklärt und der Angriff begonnen worden, wenn auch fein Kampf mit den Waffen in der Hand. (Fortsetzung folgt.) Nach Beendigung derselben gab eS für die AuSführenden bea üblichen Gesellentrunk. *• Gestohlen wurden in der vorigen Woche auf dem NahrungSderg an verschiedenen Gartenhäusern die Dachkandeln. Sestern wurden die Thäter in Gestalt zweier schon vielfach bestrafter Individuen ermittelt und in Haft gebracht. Dieselben hatten daS Zinkblech hier verkauf und den Erlös in SchnapS vertrunken. * Z>r Beachtung. Gegenwärtig durchziehen Händler mit Obstbaumen die Provinz, sie verkausen das Stück von 5 bis 70 Psg. Daß diese Bäume nicht veredelt finbr ist handgreiflich, denn wer schon in einer ordentlichen Baumschule war, der weiß, daß für solche Preise kein veredelter Baum zu züchten ist. Die Leute aber gehen nur darauf au», billig kaufen zu können, später haben sie aber doch den Schaden davon, daß sie anstatt eine gute Frucht sogen. Holzäpfel ernten, wie dteS die Erfahrung schon oft gelehrt hat. ES wird deshalb vor dem Ankauf solcher Bäume gewarnt, weil sie oft wochenlang umhergetragen werden, wodurch die Saugpmrzeln vertrocknen und deshalb die Bäumchen sehr schwer angehen. Man kaufe nur starke Baume auS einer guten Baumschule, welche dann auch frühzeitig tragen und wo man weiß, daß sic veredelt sind und welche Sorten man hat. Dor allem werde man Mitglied deS Oberhessischen Obstbauvereins (Beitrag jährlich 1.50 Mk., wofür man den monatlich erscheinenden „Rathgeber für Obst- und Gartenbau" erhält, sowie Preisermäßigung beim Bezug von Obstbäumen und GratiSabgabe von Edelreisern u. s. w.) Mögen diese Zeilen dazu beitragen, daß Diejenigen, welche Obstbäume pflanzen wollen, nicht geschädigt werden. ** Anpflanzung von Preißelbeeten. NamenS des ersten Ausschusses der Zweiten Kammer erstattete über den Antrag deS Abg. Breimer, die Anpflanzung von Preißel- beeren in (Sommunal- und fiScalifchen Waldungen bett., der Abg. Theobald Bericht, der in dem Antrag gipfelt, die Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, Versuche mit der Anpflanzung von Preißelbceren auf geeigneten Standorten in den Domanialwaldungen machen zu (affen und in den Communalwaldungen daS Gleiche zu veranlaffen. ** In der Behandlung ber Postanweisungen bei den Postämtern treten vom 1. April ab einige sehr vortheilhafte Veränderungen in Kraft. Diese bezwecken, durch Der- einfachung der Eintragung rc. in die Postbücher Seitens der Beamten eine vermehrte Beschleunigung deS Geldverkehrs. So werden in den Annahmebüchern für Postanweisungen dann nicht mehr die Namen der betr. Empfänger vermerkt, auch einige weitere Bezeichnungen fortgelaffen und bei mehreren nothwendigen Angaben daS Niederschretben durch Vordrucke erspart werden. DeS Weiteren sollen im Postvermetk der Postanweisungen Ausgabe-Bezirk und -Ort nicht mehr handschriftlich, sondern mittelst Stempels angegeben werden. Vorstehende Aenderungen beziehen sich vor Allem auf eine beschleunigtere Abfertigung deS Publikums bei Geldeinzahlungen am Schalter. Alle weiteren Punkte der Verfügung hingegen betreffen die schnellere Beförderung der aufgegebenen Postanweisungen und sind nicht für da» Publikum bestimmt. ** Tn Tabak im Jahre 1891/92. lieber den Tabak im deutschen Zollgebiet im Erntejahr 1891/92 enthält daS soeben herauSgegebene Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reichs Nachweisungen, worin die Besteuerung deS Tabaks, die Ein- und Ausfuhr von Tabak und Tabakfabrikaten, sowie der Erttag ber Tabakabgaben für daS genannte und die vorangegangenen Jahre dargestellt sind. Mit Tabak bepflanzt waren im ganzen deutschen Zollgebiet 1891 18533 ba (1890 20114), davon 6086 (1890 6699) in der Pfalz, 1485 (1890 1722) in Elsaß Lothringen, 4793 (1890 4897) im badischen Oberland, 549 (1890 896) in der Gegend von Nürnberg und Fürth, 3083 (1890 2923) in der Ukermark und an der Odermündung. Die Abnahme deS Tabakbau« im Jahre 1891 wird darauf zurückgeführt, daß der 1890 geerntete Tabak in den meisten Bezirken nur geringe Preise erzielt und langsamen Absatz gefunden hatte, ferner die kleinen Anpflanzungen von Tabak zum eigenen Gebrauch ber Pflanzer ständig zurückgehen. Geerntet wurden 1891 34 774 t trockene (dachreife) Tabakblätter (1890 42372 t), auf 1 ha ber an* gepflanzten Fläche durchschnittlich 1,88 t (1890 2,11 t). Die anhaltend nasse und kühle Witterung deS Sommer» 1891 bat die Entwicklung ber Tabakpflanzen fast überall zurückgehalten und einen nur mittleren Ernteertrag zur Folge gehabt. Dagegen ist die Beschaffenheit deS 1891 geernteten Tabaks tn der Regel gut gewesen, waS bem milben, beftänbigen Wetter im Spätsommer unb Herbst verdankt wird. Trotzdem konnten von ben Pflanzern für baS 1891er Erzeugniß nur verhältniß- mäßig niebrige Preise erzielt werben. Als mittlerer Preis für 100 kg trockener Tabakblätter (einschließlich der Steuer) sind ermittelt 74,5 Mk. gegen 75,8 Mk. im Jahre 1890 und 81,9 Mk. im Jahre 1889. Der Geldertrag der Tabakernte überhaupt ist (nach Abzug der Steuer) für 1891 zu 13,5 Millionen Mark, 1890 zu 17 Millionen Mark und 1889 zu 18 Millionen Mark berechnet. Der Wetth ber Einfuhr von Tabak und Tabakfabrikaten betrug im Ernteiadr (1. Juli bis 30. Juni) 1891/92 84,3 Millionen Mark, ter Ausfuhr 5,8 Millionen Mark. Die Tabak-Abgaben baden im Ganzen nach Abzug ber Steuererlasse unb Vergütungen 1891/92 54,4 Millionen Mark, wovon etwa 43 Mill onen Mark auf bie Eingangszölle vom ausländischen Tabak entfallen, ergeben, auf ben Kopf ber Bevölkerung 1,08 Mk. Als Verbrauch im beutschen Zollgebiet sind für ben Durchschnitt der letzten sechs Jahre (bie Berechnung für einzelne Jahre ergibt wegen ber wechselnben Lagervorräthe, beren Höhe unbekannt ist, kein richtige» Bild) auf ben Kops ber Bevölkerung 1,51 kg sabrikationSreisen Rohtabaks berechnet. -r. Lindheim. 14. März. Der oberhessische Vo'kS- bildungSverein veranstaltet nächsten Sonntag, Adenb» 7 Uhr anfangerib, in bem Saale be» Herrn Voß bobier, * > bt Ti» 1,1 *** -V । totm« C‘" 50 Itf zMldtN jciratbt«" mit ihren t bet Wt knchli-dt t derselben - M SirtW : < Hf hitet fab/ MTtbtogen, reiMen i ben Wt itmem von Wt’ liebte Familie. Kreise ihi «missen weitere *6 Uebundr, w w Strtin । tutet rwi Wlchnnö xtgH > Zweck» § • 2i Iw (ber 31 Schüli personal lehrern. ron je 1 mnrnfai Bechändni fab, N Fächern! tun Ob! Unterlid) Sprache Zoologie Thierzuchl spracht, Cbjtbau, IWt unb f(an sowie Hin falben am ton liche MH genetn SB °° Cbtil Ul 6xo 0601 h ta Gro Ne nfel Hol JJ” 5Boi webenti hangelst nerfleige A. £ kc lhr 33 So 17 Ma -1 • nige sehr vortheilhaste bezwecken, Lurch Vcr- ie Postbücher Seitens mgung des Geldver- rbücheru sür Postander betr. Empsängtt ungen sortgelassen und i das Niederschreibkn es Weiteren sollen im gabe-Bezirk und »Crt tittelst Stempels aogr igtn beziehen sich sot igung be8 $ublifiimb Me weiteren PrM \6)X\^exe tde^rverr.7 ib sind nicht für i: . lieber den Tabak im ,/92 enthalt das soeben Statistik des Wm Steuerung des Tabaks, 1 Tabakfabiikaten, \* das genannte und die , TlltW 6tpH ([ 1891 18583 ha 6699) in der Pfalz, I, 4793 (1890 4897) B) in der Gegend von 323) in der Ufennarf ahme des Tabakbaus esilhrt, datz der M :en nur geringe W hatte, ferner bie Keinen n Gebrauch der WW1 1891 347741 trotfere > t), auf 1 der w t (1890 2,H £ De ts Sommers 1891 bot überall zurückgeMn ir Folge 0*5 .n geernteten Tabaks m i beständisrn M tt J Dotzdem konnte" MnitznnrvttM' * Als mittlerer W » » 3 %!■• ©teuer) I«' ‘ , - «®* fi * 3 Millionen F' rlasie nn von etM ^eut- ^sländW .gg^t ierj«Ä **’ des V“ k(” «Süs* ilnN 6 r a* ” ,ltt ftrtauft Urtier - <1J*,W Preise u?hn ^auD'1 °hen' ur " Leiter « t" °b 77. werden Z ?n-arnt, । bie V’M bie rfe N ^vtchen sehr 7ZL- L-»S: Obst' unb Gartenbau" • »■ Mägen ü,it Däftbiu« Wichtig für Hausfrauen. Bernh. Curt Pechstein, Wollwaarenfabr. tn Mühl hausen i. LH., fetliflt aus Wolle, alten gestrickten, gewebten und anderen reinwollenen Sachen und Abfällen haltbare und -ebie-en« Stoffe für Damen, Herren und «Inder, sowie Stoffe zu PortiLre« in den modernsten Muster« bei billigster Preib» stellung und schnellster Bedienung. Annahme und Musterlager in Gießen bei l!92 L. Mühlhausen, Bismarckstraße^v. «nAt4 bei Gebrüder Stamm die lchöni'e Zyidtt flllvCt Auswahl der neuesten BucksNnS, Ehe- viotS «nd Kammgarne 2c. zum meterwetfen Verlauf sowohl a -r auch zur besten Anfertigung nach Matz auf eigener Werrstatte. fertige Herren» und Knabenanzüge, Havelocks, BaletotS und Joppen re. zu sehr billigen Preisen. 1110 Wieher ein Concerl, zu welchem der Gießener Zitherclub seine Mitwirkung zugesagt hat- auch wird wahrscheinlich Herr Hofschauspieler Schreiner von Mannheim wieder erscheinen und mit einigen Herren ein kleines Drama spielen. Der Borstand des genannten Vereins geht mit der Absicht um, dahier einen Kindergarten und ein kleines Hospital zu errichten. — Am vergangenen SamStag hat dahier ein Knabe seinem vierjährigen Brüderchen beim Holzhauen drei Finger abgehauen. -b- Goldne Hochzeit. In voller Kraft und Rüstigkeit konnte am vorigen Sonntag das Joh. Seip sche Ehepaar zu Ober-B es singen dies seltene Fest feiern und wie vor 50 Jahren seinen Kirchgang halten. Einen solchen Zug kann man so leicht nicht wieder sehen- die 25 ältesten von 34 lebenden Enkeln eröffneten ihn- der Geistliche folgte und dann das Jubelpaar, prangend in goldnem Brautschmuck- hinter demselben aber schritten paarweise die sämmtlichen 8 ver- heiratheten, wohlgerathenen Kinder, 6 Söhne und 2 Töchter mit ihren Frauen resp. Männern. Die Vertreter der Gemeinde, der Lehrer und die übrigen Gäste schloffen den Zug. Die kirchliche Festfeier fand bei überfüllter Kirche statt. Nach derselben überreichten dem Jubelpaar die Kinder ein Sopha, der Kirchenvorstand NinkS Prachtwerk: Aus biblischen Pfaden, die Familie des Bürgermeisters Kühn, die auch den Brautschmuck gestiftet hatte, einen eingerahmten gestickten Spruch, ähnliches schenkten zwei Enkelinnen und Lehrer Seip von Helpershain. Der Jubelbräutigam hat ein intereffantes Leben hinter sich- in frühester Jugend hat er England hausirend durchzogen, später jahrelang die meisten deutschen und österreichischen Lande als Blutegelhändler durchwandert und dadurch den Grund zu seiner Welt und Menschenkenntniß und zu seinem Wohlstand gelegt. Er ist ein christlich-deutscher Mann von achtem Schrot und Korn, die alte Hausbibel ist seine liebste Seetüre; wie ein Patriarch steht er in seiner großen Familie. — Nächsten Sonntag feiert ein zweites Ehepaar in ebensolcher Rüstigkeit goldne Hochzeit, aber nur im häuslichen Kreise und still, da ihm alle sieben Kinder durch den Tod enlriffen wurden und es nun ganz einsam dasieht. Zwei weitere Paare hiesiger Gemeinde stehen im 49. Jahre ihres Ehebundes. § Nieder M008, 13. März. Hier soll, nach dem Vor» gange Pfungstadts und der Umgegend, ein Ziegenzucht- Verein gegründet werden. Zweck des Vereins ist Züchtung einer reinen Rasse Schweizer Ziegen, die bekanntlich höhere Milcherträge liefern. Die Biehbesitzer bringen der Sache reges Jntereffe entgegen- die Anregung zur Förderung des Zwecks gab Herr Pfarrer Scriba. * Landwirthschaftliche Wmterschule zu Friedberg. Nach dem eben erschienenen Jahresberichte besuchten die Schule 31 Schüler, 11 die obere, 20 die untere Klasse. Das Lehrer- personal besteht aus 6 Lehrern, 3 Hauptlehrern und 3 Hilfslehrern. Die Schule hat die Aufgabe, in zwei Wintercursen von je 5 Monaten die jungen Landwirthe mit denjenigen wissenschaftlichen Grundlagen vertraut zu machen, welche zum Verftändniß der neuen Betriebsweise unbedingt erforderlich sind, zugleich findet eine Fortbildung in den elementaren Fächern statt. Unter den landwirthschaftlichen Fächern wird dem Obstbau besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Der Unterricht erstreckt sich tn der unteren Klasse auf: Deutsche Sprache und Schönschreiben, Rechnen, Geometrie, Botanik, Zoologie und Thieranatomie, Physik, Chemie, Ackerbau, Thierzucht, Zeichnen- in der oberen Klasse auf: Deutsche Sprache, Rechnen, Geometrie, Botanik, Chemie, Ackerbau, Obstbau, Thierzucht, Allgemeine Wirthschafts- und landwirthschaftliche Betriebslehre, Buchführung, Feldmeffen, Nivelliren und Planzeichnen. — Die öffentliche Schlußseier und Prüfung, sowie Einweihung des neuen Hauses im pomologischeu Garten finden am Samstag den 18. März statt. Darmstadt, 14. März. Der Großherzog und sämml- liche Mitglieder der grobherzoglichen Familie begaben sich gestern Vormittag nach dem Mausoleum aus der Rosenhöhe, wo Oberhofprediger v. Bender am Sarkophage weiland des Großherzogs Ludwig IV. eine Gedächtnißfeier abhielt. — Namens der Stadt Darmstadt legte Herr Bürgermeister Morueweg gestern Vormittag 1/210 Uhr einen kostbarenKranz mit weißer Schleife am Sarkophag des Großherzogs Ludwig IV. im Mausoleum auf der Rosen- hvhe nieder. Mainz, 13. März. Alljährlich bei der Beratung des städtischen Budgets wurde von den demokratischen Mitgliedern des Stadtverordneten-Collegiums, unterstützt von dem Cen- trumSmitgliede Wafferburg, der Antrag auf Aufhebung des OctroiS gestellt. Die Antragsteller blieben bisher immer in der Minorität. Durch die im November voll» zogenen Neuwahlen hat sich nun aber eine Verschiebung nach links vollzogen, so daß jetzt, wenn Demokraten, Socialdemokraten, Freisinnige, ein Theil des CentrnmS für die Aufhebung des OctroiS stimmen werden, die Aufhebung wahrscheinlich ist. Die Aushebung dieser inbirecten Besteuerung würde allerdings eine entsprechende Erhöhung der kommunal- umlagen nöthig machen, dadurch aber zu erhöhter Sparsamkeit anregen. Vermischter. tf Kastel, 14. März. Ohne jeglichen Grund erschlagen wie ein Hund! Ein Mordproceß, der gestern vor dem hiesigen Schwurgerichte verhandelt wurde, erregt nicht geringes Aussehen. Es handelte sich dabei um eine schwere Blutthat, die in dem neuen Hohenzollernstadttheil, in der Kaiserstraße, dicht bei der engliichen Kirche verübt wurde. Die Verhandlung förderte unglaubliche Einzelheiten von Brutalität und Gefühlsrohheit zu Tage, von denen man bisher im großen Publikum keine dlhnung hatte, wenngleich man auch wohl wußte, daß bie drei Mordgefellen ihr Opfer ohne Weiteres Überfällen und blutig geschlagen hatten. Die drei Strolche, die wegen Körperletzung mit Todeserfolg angeklagt waren, heißen Daniel Gallinger, Philipp Hüter und Friedrich Riehl, alle drei außerhalb Kassel geboren, wegen Bettelns, Diebstahls, Sachbeschädigung rc. sämmtlich vorbestraft, auffallender Weise noch keiner wegen Körperverletzung. Sie nennen sich „Arbeiter", doch gehören sie mehr der Zunft der Bummler und Zuhälter an und in diesem Fache haben sie es, obschon erst 20 Jahre alt, recht weit gebracht. Diese drei Strolche machten eines Abends im verflossenen Winter eine Bierreise durch die Stadt, doch tranken sie Bier und Schnaps durcheinander, um mehr Wirkung zu haben. Nachdem sie aus drei Wirthschaften herausgeschmissen, zogen sie durch bie Hohenzollcrnstraße nach Wehlheiden zu, um dort im Freien zu nächtigen, wohl aber auch um aufs Neue zu beweisen, daß in Wehlheiden die Wagenrungen immer noch nicht gepolstert sind. Sie schrieen und johlten fürchterlich. Der Kutscher Keßler, ein verhciratheter Mann friedfertigen Characters, der todtmüde um Mitternacht von der Arbeit kommt, äußert zu ihnen, sie möchten doch nicht so schreien. Dies war das Signal für die Mordgesellen, um ihre Mordlust zu wecken. Mit Wagenrungen, Knütteln, Steinen bewaffnet fallen sie alle Drei über ben wehrlosen Mann her und schlagen so lange auf ihn, bis er wie tobt zusammenstürzt. Dann gehen sie ein Stück fort und lassen ihr blutendes Opfer liegen. Doch ihre Mordlust war noch nicht gekühlt. Nach */4 Stunde kehren sie wieder an den Schauplatz ihrer That zurück und versetzen dem Bewußtlosen so lange Fußtritte, bis dieser in Todesangst sich wieder aufrichten will. Jetzt fallen die Drei wieder über ihn her und schlagen ihn zum zweiten Male zu Boden, sodaß er alsbald verstirbt. Das Urtheil lautet gegen Gallinger und Hüter auf je 8 Jahre und Riehl 5 Jahre Zuchthausstrafe. F. Höxter, 13. März. An dem mit einem in weiteren Kreisen renommirten Alumnat verbundenen König Wilhelm- Gymnasium hier sand am 9. März zum ersten Male nach dem neuen Reglement bie Abiturienten- und (Sin» jährigen-Prüfung statt. Beides verlies sehr günstig. Acht Abiturienten erhielten das Zeugniß der Reife und von den Untersecundanern brauchten eine ganze Anzahl in bie mündliche Prüfung nicht einzutreten. * Caub a. Rh., 12. März. Ein Brautpaar, das gestern standesamtlich getraut worben war, stund heute Vormittag im Begriff, den Gang zur Kirche änzutreten. Die Braut wurde plötzlich unwohl und fiel, von einem H e rz s ch l a g betroffen, leblos zur Erde. * Originelles Gnadengesuch. Die Wittwe P. in Tschicherzig hat sich, wie aus Grünberg berichtet wird, mit einem Bittgesuch an den Kaiser gewendet. In ihrem Schreiben bittet dieselbe um Ueberlaffung eines ausrangirten Eisenbahnwagens, den sie als Wohnung benutzen könnte. Der Amtsvorsteher ist beauftragt worden, über die Verhältnisse der Frau Bericht zu erstatten. * Der kleinste amerikanische Fuh. Eine Newhorkcr Zeitung ist augenblicklich damit beschäftigt, den kleinsten Frauenfuß auf dem amerikanischen Continent ausfindig zu machen - dieselbe ladet alle concurreNzlustigen Damen ein, sich nach ihrem Bureau zu begeben, um einen dort ausgestellten Atlasschuh von 73,4 englischen Zoll Lan^c anzuprobiren, welcher s. Zt. mit dem Namen derjenigen, welche den Schuh anzuziehen vermochte, versehen werden und die Weltausstellung in Chicago „zieren" soll. Alle die modernen amerikanischen „Aschenbrödel" eilen nun nach Newyork - doch soll es bis jetzt leider noch keiner der Cüncurrentinnen gelungen sein, als die „rechte" anerkannt zu werden. * Das Seminar für Orientalische Sprachen in Berlin sieht schon auf eine Thätigkcit von fünf Jahren zurück und hat in diesem Zeiträume 853 Besucher gezählt, 'batuntcr 489 Juristen, 130 Angehörige der philosophischen Fariiltät, 172 Kaufleute und Prioatpersonen, 23 Offiziere, 22 Theologen, 7 Aerzte und 10 Techniker. Die Lehrfächer vrdncn sich der Zahl ihrer Theiluehmer gemäß wie folgt: Arabisch, Chinesisch, Türkisch, Japanisch, Suaheli, Htndustani, Persisch: Neuerdings ist noch Neugriechisch (Professor Johannes Mitso- takis) und in nichtamtlichen Lehrstunden Russisch hinzugelreten. In dem Lehrkörper sind schon mehrfach Wechsel cingetreten. Jetzt wirken als chinesische Lectoren Hsüeh Shen und Au Fung Tschü, als japanischer Lector T. Senga, als egyptisch-ara- bischer Muhammed Naffar, als Suaheli Lector Amor bin Nasir, Persisch und Hinbustani lehrt ber Jnbier Ghori. Der Bibliothekar Dr. B. Moritz ist zugleich als Lehrer bes Arabischen für die Dialecte von Marokko, Egypten und Ostasrika und Herr Muhammed Bu Selham aus Tanger als besonderer Lector für das Marokkanische angestellt. Um den Seminaristen, die als Kaufleuie, Missionare, Techu kcr, Beamte, Reisende ihre Sprachkenntnisse im praktischen Leden südlicher Länder verwerthen wollen, auch einige andere als nützlich und noth- wendig anerkannte Kenntnisse mitzugeben, werden jetzt auch Vorlesungen über die Handelsverhältnisse, Zollgesetzgebung, Geldverkehr, Schifffahrt, Handelsgeographie, Pflanzenkunde, Gesundheitsregeln, klimatische Verhältnisse u. s. w. gehalten. Einen über Zweck, Einrichtung und bisherige Geschichte des Seminars orientirenben Bericht, der die ersten fünf Jahre des Bestehens umfaßt, hat der Direetor Professor Eduard Sachau, veröffentlicht. Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gietzen. 10. Woche. Vom 5. März bis 11. März 1893. Einwohnerzahl: angenommen zu 21500 (tncl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 32,03»/«) bezw. 19,71 nach Ausschl. der Ortsfremden Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im ®°_m_ , 1. Lebens ahr: 2.-15. Jahr Masern 2 Diphtherie 4 (3) Acuteentzündliche Erkrankungen der Ath- mungs-Oraane 1 (1) Gehirnschlagfluß 1 Andere bekannte Krankheiten 5 (1) 1 1 4 (3) 1 (1) 1 — 3 (1) 2 Summa: 13 (5) 5 (2) 3 5 (3) Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenben Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den20.März 1893, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem Diftrict Hangelstein, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Bau-, Werk- und Nutzholz. 77 Eichenstämme mit 28,16 fm, 1 Hainbuchenstamm mit 0,38 fm, 33 Nadelstämme mit 8,41 fm, 17 Lindenstämme mit 2,52 fm, 25 Nadelderbstangen mit 1,71 fm. B. Brennholz. Scheith. Knüppelh. Stockh. ReiSH. rm rm rm Wellen Buchen 155 322,4 69 5070 Eichen 68 120 31 3915 Nadel — — 3 450 Die Zusammenkunft ist auf der Straße nach Daubringen, am Steinbruch. Gießen, am 14. März 1893. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. [2484 Bekanntmachung. Mittwoch, den 22 März, Nachmittags 2 Uhr, sollen bie an Großh. Polizeiamt abgelieferten 1 gefundenen, von den Verlierern nicht abgeholten Gegenstände, darunter verschiedene Gold- und Silbersachen, Sonn- und Regenschirme, Kleidungsstücke, Brillen u. s. w. im alten Rathhause dahier zu Gunsten der Armenkaffe gegen Baarzahlung versteigert werden. Gießen, den 14. März 1893. Die Armen-Deputat.der Stadt Gießen. Gnauth.__ Aeikgeöotenes. Lebende Karpfen, Hechte, Schellfische, Zander, Cabliau und schönstes Mastgeflüael emvfiehlt C. G. Klelnhenn. srr Prachtvolle Drangen, Citronen und Apfelsinen.____________________[2488 Gebackene Fische tn ber Pirlvermühle. 12491 Freitag den 17. März, Nachmittags 2 Ubr, in der Bieker'schen Hofraithe zu Gießen 1 Pferd 1 Aniahl Ferkel, 1 Kuh, 1 Rind 1 schwerer Rollwagen, 1 Veloctped, 1 Piantno, 1 Cassa- schrank, 1 Garnitur Polstermöbel, verschiedene andere Mobilien, 2 Sekretäre, 1 gr- Posten Cigarren, 1 Ladenschrank, Silber- und Alfenid- roaaren rc. Versteigerung voraussichtlich thetlweise bestimmt Engel, 2489 Gerichtsvollzieher. Parthie leere Kisten wird billig abgegeben. [2490 H. Noll, Markt 1. Saatkartoffeln. 2475] Frghrofen, sowie vlauriesen pro 50 Kilo mit Sack drei Mark, versendet ab Friedberg gegen Nachnahme Jacob Stern Simon, ___________ freict>t>eeg (Hessen). 2474] Circa drei Wagen Mist zu verkaufen. SelterSweg 61. 2414 Luchhsndlung. MAG GP Suppenwürze L ww Emil -ifchbach, Seltersweg. Den Eingang sämmtlidjer Neuheiten für die Frühjahrs- und Sommer-Daikon zeigen ergebenst an Louis Treff & Co. 2. SPUtO 1 RtztztL am 1. W du Lewohi Heuern, C MM, to öerg, Stau Ixoty, M 1. W dm 7. A- Llm-Hausi mit btt T Cbtre unb' «H der Ä( Xabinau’fd Bühle, Hei e,fr: 8* $0^ Kri ficiK W 6 8in a Coa inbtbi Mt hab. *■ » Dt tcr.n L°b verfaß Dir ttttitr 1 hat rin? an bi bpLN Sei bi nn Äniit ® Gichrn geh 1) Cfai und ■ 2) W und d 3i Vehr ab tu 4) Dir ’ 5achN tonttolpflu °-d 86fc Jibfr 12( Htlaaftt, ®®llW Üut 'Morri ^0nin MHnb ""er 8p ^ge^lp Kienes ^frraud ’S ge T ödes-Anzeige nach langem schweren Leiden im 46. Lebensjahre heute Nachmittag um 6 Uhr in ein besseres Jenseits abzurufen. Um stilles Beileid bitten Die tieftrauernden Hinterbliebenen. AIbach, den 14. März 1893. (2480 Die Beerdigung findet Freitag, den 17. d. M., Nachmittags l1 2 Uhr statt. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, dass es Gott dem Allmächtigen nach seinem unerforsch- lichen Rathschluss gefallen hat, unsere liebe und unvergessliche Gattin, Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Bürgermeister Balser, geh. Gerhard Möbelstoffe und Portieren sind in neuer grosser Auswahl eingetroffen. Ernst Bloedner, Seltersweg. 28H2 Preis L Gentner Mk. SlleS Bellnhausen (Post Fronhausen), den 14. März 1893. 24'9 Ruth, Bürgermeister a. D- Carbolineum ßkleptzn flr 56 Telephlm flr. 55 Bier -er Aktien Brauerei Gießen 20 [2465 sofort gesucht von Lrndeuz. still- (2483 gelöst. Deutsche Grundschuld-Bank. X.Um Rri(Mbee^lk*n: 3 Al - grenfhirtn VankDiscon! 3-El. Ruhm von Haigcr Weltwunder . . Blaue Niesen. . Welkersdorscr. . Juno .... Reichskanzler . . Athene .... Vor JVactiahmangen wird dringend gewarnt. Bei Bezügen verlange man stets das durch Patent gcwctiiitste allein echte Original fahr iknt Samstag den 18. ds Mts., Abends 8'/, Uhr im BereinSlocal: Generalversammlung. T ageSordnung: 1) Berichterstattung. 2) Rechnungsablage. Ü) Vorstands- wähl. 4) Someerfeetllchkeltea betr, 5) Verschiedenes Sonntag den 19. ds. Mi»., Nachm: Schafmarkt zu Grünberg. Mit dem am 23. d. Mts. dahier stattnndenden Tbch und Krämermarkt wird auch ein ^ee Schafmarkt ■■ verbunden ieitere ist bei den unterzeichneten Agenten zu erfahren, welche lur Aufnahme der DersicherungS-Anträge gern bereit sind (2477 werden, ;u welchem einladet Krünberg, Lindenpltttz 3 empfiehlt: [2478 Pracht, :er. Trockensubstanz 22,3% 22,9% 23,6% 25,5% 22,5 % 26,1% 25,8% Stätte 16,5% 17,1% 17,8% 19,7% 16,7% 20,3% 20,0% Die Alaschenbier -Handlung voll Daniel Heil 24701