'S J Uh,. Katers 1011k 'eud^ ."L-s U"* 6 ete. iomag Öf« in Tiückhrm. -----[W162 Edberg. 'V bestehens durch °n früheren Mit «egen 8W Ioncert und Ban jerrn Heinr. ^fan g- bis zum Lode des n von zwei gemein- r spät^en Bezog itdeadeaverechttgt. re kostenfrei durch bid vaalLach- i drüber W- Me- a. Sauffmarm u., ,: KUH. «Mein. Mm 'rganißrl 1855. i tsregierung. 1 ark, darunter außer 4Vi Millionen I der 57 Millionen I »rk versicherte Rente, iedern der «astalt [6534 e, bei Erreichung iheren lodet zahl- Hitt fttbunitntti ’btnitn tytfon. 1 »ir. "WC [10051 Qsikvereins. Utsch'iä" Ä’i ... epiageuA- eS®%? Zeletage Oft* i vermieden. F. ftleeä, .#>««■««* iwiethe». tW Nr. 295 •n H*we >*1*1 «gchoinl täglich, «L UNsnah», td •tontet». V» ei*nn tialfhalflltM ■Mai bew N*D*r ■»chmelich bw4Ml beritt Erstes Blatt. Freitag deu 15. December_____________________ Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. 1898 >>ee*4.(|(«|< Mo.A AoNtzerecher 51. 3mts< und Anzeigeblatt für den lireis Giesien. I chrati-k-ik-g.: chi.ßmn K-mikimMtt«. Deutscher Reich. Darmstadl, 12. December. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute den Hauptmann Zernin vom Grenadier-Regiment Prinz Carl von Preußen (2. Brandenburgisches) Nr. 12, den Hauptmann v. Rüstow vom Nass. Feld-Artillerie-Regiment Nr. 27, den Kreisrath Schön selb von Schotten, den Amtsrichter Dr. Lahr, den Pfarrer Renner von Bernsburg, den Commerzienrath Melchers von Mainz, den Baurath Dietmar von der Main Neckar- Eisenbahn, die Gymnasiallehrer Professoren Dr. Staudinger und Dr. Weckerling von Worms, den Gymnasiallehrer Professor Sommer von Bensheim, den Steuercommisiär Stroh von Beerfelden- zum Vortrag den Staatsminister Finger. — Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 10. December l. Js. Allergnädigst geruht, den Hauptmann und Flügeladjutanten Adolf Freiherrn Röder von Diersburg zum Kammerherrn zu ernennen. Berlin, 12. December. Das Bombenattentat in der französischen Deputirtenkammer hat in ganz Europa eine nachhaltigere Erregung hervorgerufen, als alle vorangegangenen anarchistischen Unternehmungen der jüngsten Zeit. Noch immer werden von den verschiedensten Seiten EnrrüstungSkundgebungen anläßlich des in der französischen Volksvertretung in Scene gesetzten Schurkenstreiches des Socialrevolutionärs Vaillant gemeldet, nicht zum wenigsten auch aus Regierungskreisen. Es begreift sich daher auch, wenn jetzt lebhafter als je ein gemeinsames Vorgehen aller Staaten gegen die internationale Verschwörerrotte der Anarchisten gefordert und der Meinung Ausdruck verliehen wird, nur durch eine Verständigung zwischen den Mächten lasse sich ein so gemeingefährliches Uebel, wie der Anarchismus, mit Aussicht verfolgen. Offenbar besteht auch bei den einzelnen europäischen Regierungen infolge des Vorfalles in der französischen Deputirtenkammer Neigung zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die Anarchisten, wie aus offiziösen Andeutungen hinlänglich erhellt. Aber es scheint sich noch keine von ihnen zur Initiative in der Angelegenheit entschlossen zu haben und so kann es leicht geschehen, daß selbst jetzt die Anregungen bezüglich eines gemeinschaftlichen Feldzuges gegen das anarchistische Wesen doch wieder aus unfruchtbaren Boden salleck. Ob es indessen richtig ist und im Interesse des All' gemeinwohles liegt, wenn jeder Staat auch weiterhin versucht, auf eigene Faust sich der Anarchisten zu erwehren, so gut es eben gehen will, dies möchte doch bezweifelt werden. Deutscher Reichstag. 19. Sitzung. 'Mittwoch deu 13. December 1893. Ein Antrag Schmieder u. Gen. (frf.) auf Einstellung eines gegen den Abg. v. Retdnitz (fif.) schwebenden Strafverfahrens für die Dauer der Sefston wird angenommen. Aus der Tagesordnung steht ferner Wahl von sechs Mitgliedern zu der Commission für Arbetterstatistik. Abg. Frhr. v. Buol ((Str.) beantragt im Einverständntß mit allen Parteien des Hauses, daß die Zahl der vom Reichstage zu belegirenben Mitglieder auf sieben erhöht werden soll. Staatssicretär v. Bötticher erklärt, den Antrag beim Bundesrath befürworten zu wollen. Der Antrag wird angenommen. Die zweite Berathung der Handelsverträge und zwar zunächst des Antrags mit Rumänien, wird fortgesetzt. Abg. Dr. Lieber ((Str.) weist auf die von ihm in der Commission eingebrachten Resolutionen (Anbahnung der Doppelwährung u. i. w.) hin, die bezweckten, den Gegnern der Handelsverträge die Zustimmung zu ei möglichen. Wir sind ebenso Freunde der Land- wirthschaft wie Sie, wenn wir uns auch nicht speciell als Vertreter der Landwirthschaft vorstellen. Wir sind hier im Reichstage Vertreter der Allgemeinheit. Wir müssen Jedem das Recht absprechen, hier speciell Vertreter der Landwirthschaft oder Arbeiter-Vertreter zu fein. Wir verwahren uns dagegen, daß die Zustimmung zu den Conventional- tarifen nun auch die Zustimmung zu einem späteren Handelsvertrag, etwa zum russischen, bedinge. Wir sind mit vollster Sachlichkeit in die Berathungen der Commission eingetreten. Wäre eine Schädigung der Landwirthschaft in der Commission nachgewiesen worden, so würde ich gegen den rumänischen Vertrag stimmen. Dieser Nachweis sei nicht geführt. Dagegen würde die Industrie durch die Ablehnung des Vertrags schwer geschädigt. Redner verliest eine Depesche aus Oberschiesten, in welcher gesagt ist, daß 12pCt. der dortigen Eisen- industrie in Frage gestellt und Tausende von Arbeitern brodlos werben würben, wenn ber Vertrag abgelehnt werben sollte. Die Mehrzahl meiner Freunde hat sich mit mir davon überzeugt, daß wohl kaum eine Regierungsvorlage so gut begründet war wie diese. (Beifall links.) Preuß. Handelsminister Frhr. v. Berlepsch constalirt dem Abg. Dr. Schädler gegenüber, daß es gerade schutzzöllnerische industrielle Steife seien, die sich in zahlreichen Eingaben zu Gunsten des rumä- nlschen Vertrags ausgesprochen haben. Unzutreffend sei es auch, wenn die Vortheile, die aus dem Vertrage der Industrie erwachsen, alls vorübergehende hingestellt werden; habe sich die deutsche Industrie erst in Rumänien festgesetzt, so werde es nicht leicht sein, sie wieder zu vertreiben, auch wenn ein rumänisch-österreichischer Vertrag abgeschlossen werde. Insbesondere habe ber englische Export nach Rumänien bem beutschen weichen müssen. Im Falle eines Zollkrieges mit Rumänien verlieren wir ein äußerst werthvolles Absatzgebiet. Die Ablehnung bes Vertrages würbe für untere Jnbustrie außerorbentlich schädlich sein, währenb bte Annahme bes Vertrages ber Lanbwirlh- schast einen Schaben nicht bereite. Von einem Einbruch in bie Schutzpolitik burch biete Verträge kann keine Rebe sein. An einem solchen Einbruch würbe ich nicht mitwirken. Gewiß ist ber heimische Markt für un8 bie Hauptsache, aber wir brauchen auch ausländische Absatzgebiete und können den Export nicht entbehren. Wer 1879 dafür sorgte, daß sich unsere Industrie zu einer großen Exportindustrie entwickelte, der muß jetzt confequentcr Weise auch dafür sorgen, daß ihr Absatzgebiet erhalten bleibt und vermehrt wird. Abg. 0. Plötz (cons.) ist durch die Commissionsverhandlungen nicht davon überzeugt worden, daß der rumänische Vertrag bie Interessen ber Lanbwirthschaft nicht schädige. Er befinde sich damit in Übereinstimmung mit der Landwirthschaft in allen Theilen des Reiches. Redner verliest zum Beweis dafür eine Anzahl von Resolutionen und vertheidigt den Bund ber Lanbwirthe gegen bie gegen benfelben erhobenen Angriffe. Die Agitation beS Bundes mußte in bem Maße schärfer werben, als er angegriffen würbe. Die Lanbwirthe im Osten haben ihre Forderung der Aushebung des Identitätsnachweises im Interesse eines einmütigen Zusammengehens der gejammten deutschen Landwirthschaft zurückgestellt. Für die Landwirthschaft geschieht nichts; die ersten großen Gesetze, mit denen sich der Reichstag deschästtgt, schädigten sie. Man verweist auf bas Rentengütergesetz. Dieses ist im Interesse des allgemeinen Staatswohls erlassen; es soll ein gesunder, kräftiger Bauernstand geschaffen werden, wo er noch nicht exfftirt. Der im Besitz befindliche Bauer habe nichts davon, seine Rente wird nicht erhöht. Der Ausdruck demagogisch paßt auf uns nicht. Wir treten der Regierung nur auf wirihschaftttchem Gebiet entgegen; im Uebrigen treten wir ein für den Schutz des Thrones und der Autorität des Staates. (Beifall rechts.) Die Handelsvertragspolitik bat zur Folge gehabt, daß unsere Viehzucht einen Verlust von 200 Millionen gehabt hat und zwar durch verminderte Ausfuhr, Maul- und Klauenseuche usw. Wir stimmen keinen Handelsverträgen zu, die die Landwirthschaft schädigen, die auf längere Zeit geschlossen werden, ohne daß eine Regelung der Währungsfrage erfolgt, die das auf ber Gemeinschaft btr Interessen von Lanbwirthschaft unb Industrie beruhende Zollsystem stören und deren Zustimmung für den russischen Vertrag präjubicht. (Beifall rechts.) Staatssecretär Frhr. v. Marschall bestreitet wiederholt, daß eine Schädigung der Landwirthschaft aus dem Vertrage mit Rumänien hervorgehen werde. Insbesondere besteht auch für die bayerische Landwirthschaft kein Anlaß zur Besorgniß, da die Fracht die Donau stromauf zu theuer fei, theurer als der Seetransport zu unseren Häfen. Ein Goldagio besteht in Rumänien nicht; in bim vom Grafen Mirbach angeführten Falle hanbelte es sich um ein Aufgelb beim Wechseln. Der Vertrag mit Rumänien solle nur etwas Be- stehenbes erhalten. Es hanbelt sich um Tausende deutscher Arbeiter, welche nichts weiter wünschen, als in ihrem Rahrungszuftande erhalten zu werden. Im Königreich Sachsen arbeiten ganze Orte für die Ausfuhr nach Rumänien. Wird der Vertrag abgelebnt, so wird nur die ausländische Industrie, nicht aber die deutsche Landwirthschaft gewinnen. (Beifall.) Abg. 0. Bennigsen (ntl.) erklärt, daß die große Mehrheit seiner Freunde für die Verträge stimmen werde. Die Landwirthschaft ist vielleicht ber wichtigste Factor in unserem Staatswesen. Wir müssen uns baian gewöhnen, bie großen wirthschaftlichenGruppirungen als gleichberechtigt anzuerkennm. Der Beweis, baß dieser Vertrag mit Rumänien der Landwirthschaft ernsten Schaben bringen kann, ist nicht geführt, nicht einmal versucht worben. Man bekämpft ihn, weil man von der Hanbelsvertragspolitik überhaupt nichts wsssen will. Dieser Hanbelsoertragspolitik hat ober ber Reichstag in seiner großen Mehrheit zugestimmt; auch 20 Mitglieber ber conservativen Fraction stimmten unter Führung bes Vorsitzenben ber Fraction bafür. Ohne Concessionen auf dem Gebiete der landwirthschaftlichen Zölle war mit Oesterreich kein Vertrag zu schließen. Durch die Verträge ist der Landwirthschaft der 3Vs Mk. - Zoll auf 12 Jahre gesichert worben, ba alle Theile an bie bamalg abgegebenen Erklärungen, baß man stabile Zustänbe haben wolle, sich für gebunben erachten müssen. ES ist eine ber größten Aufgaben unserer Zeit, unsere Lanbwirthschaft, namentlich im Osten, zu stützen. Wohin baS einseitige Ueberwuchern von Handel und Industrie führen kann, daS sehen wir in England, wo der ßanbmann immer mehr zurück- tritt. Bet der Lösung dieser Aufgabe wird die Rechte meine Freunde auf ihrer Seite sehen. Ein erheblicher Noihstand ber Landwirthschaft ist vorhanden. Ein solcher Nothstand hat schon einmal bestanden; aber welcher Aufschwung ist darauf gefolgt! Der amerikanische Getreideexport wird auf die Dauer nicht aufrechterhalten werden. Der beste Boden ist dort weggenommen und durch Raubbau deoastirt. Man soll sich deshalb nicht einer verzweifelten Stimmung überlassen. So wenig wie eine Schädigung der Landwirthschaft durch den rumänischen Vertrag nachgewiesen werden konnte, hat man dessen Nutzen für die Industrie bestreiten können. Weshalb also bei dieser Gelegenheit eine Kraftprobe machen? Bios um dem rasenden See ein Opfer zu bringen, soll dieser Vertrag fallen. Früher hat man die Aufgaben des Reichstags anders aufgefaßt und das Ansehen des Reichstags war größer. Seit die übermächtige Gestalt des ersten Kanzlers abgetreten, fehlt es an einer fortdauernden sicheren Majorität. Unsere Wirthschaft muß auf der Grundlage der Genüg- famkeit, der Interessen der Landwirthschaft und Industrie beruhen. Wollen Sie diese Grundlage leichtfertig zerstören? Dazu ist es von großer Wichtigkeit, daß wir in den aufstrebenden Balkanstaaten festen Fuß fassen und unsere dortige Position behaupten. L-ollen wir das Gewonnene frivol preisgeben? Angesichts der gewaltigen internationalen Gefahren, die Europa bedrohen, angesichts des hinter der Socialbemokratie lauernden Anarchismus (stürmische Unterbrechungen bei den Socialdemokraten), angesichts der Vorgänge in Frankreich (Lachen bei den Socialdemokraten) ist es nothwendig, baß die Besitzenden aller Stände fest zusammenstehen und ihre Solidarität nicht erschüttern lassen. (Beifall.) Abg. Hirschei (Reformp.) erklärt kurz, daß seine Partei gegen den rumänischen Vertrag stimme. Abg. Dr. Schönlank (Soc.): Seine Freunde mißbilligten auch die Vorgänge in Paris, aber diese hätten mit dem rumänischen Vertrage gar nichts zu thun. Graf Mirbach habe nicht das Recht, im Namen der landwirthschaftlichen Arbeiter ober überhaupt von Arbeitern zu sprechen. Wenn die Landwirthschaft mit Ablehnung dieses Vertrages der Industrie den Fehdehandschuh hinwirft, so wird sie den Kürzeren ziehen. Wir stimmen für den Vertrag mit Rumänien, da er immerhin einige Erleichterungen bringe. Der Junkerübermuth habe ein Maß erreicht, wie in Frankreich vor der großen Revolution. DaS kleine Junkerthum sei in Selbstauslösung und wir haben keinen Anlaß, diesen Proceß aufzuhalten. Das öde, blöde Junkerthum möge zu Grunde gehen. Abg. Fürst Radziwill (Pole) erklärt, daß seine Freunde für den Antrag stimmten, aber die Regierung bitten müßte, alle Maßregeln ins Auge zu soffen, die dazu dienen, die Depression in der Landwirthschaft zu bebalten. Abg. Graefe (Reformp.) wendet sich gegen die gestrigen Ausführungen Buddebergs. Durch die Handelspolitik sei die Kaufkraft der Landwirthschaft, namentlich auch der in der Lausitz, schwer beeinträchtigt worden. Wir haben ein Herz auch für die Industrie und werden dasselbe bei der Abstimmung über die Steuervorlagen beweisen. Der heimische Bauernstand sei der beste Abnehmer für die deutsche Industrie; auf den Absatz im Inland ist ba5 Hauptgewicht zu legen, nicht auf den Export, der von allerlei Zufälligkeiten abhängig ist. Abg. Ärober (Vlksp.) befürwortet den Vertrag. Abg. Lutz (cons.): Wir wollen keinen Gegensatz zwischen Industrie und Landwirthschaft; beide sollen zusammengehen, aber auf dem Fuße der Gleichberechtigung. Will man die Socialdemokratie und den Anarchismus fernhalten, so erhalte man die Landwirthschaft. Wenn die Schädigung, die der Landwirthschaft aus diesem Vertrage erwächst, auch wirklich keine übermäßig große sein sollte, so ist die Landwirthschaft doch schon so geschädigt, daß sie eine weitere Schädigung nicht ertragen kann. Was die Arbeiter anlangt, die angeblich durch Ablehnung des Vertrags brodloS würden, so brauche die Landwirthschaft Arbeitskräfte. Wir stimmen gegen jeden Handelsvertrag. Reichskanzler Graf Caprivi: Die verbündeten Regierungen haben ein lebhaftes Interesse an der Landwirthschaft, es handelt sich nur darum, dieses Interesse zu betätigen. Jetzt ist Alles auf den Zoll von 3 Mk. 50 Pf. zugespitzt. Mit diesem Satze sagt man, geht die Landwirthschaft zu Grunde. Von Rechtswegen kann für die Landwirthschaft nicht mehr viel gethan werden, als was in dem Rahmen der Arbeiten der Commission für das Bürgerliche Gesetzbuch liegt, und alle die fraglichen Maßregeln könnten erst nach langen Jahren wirken. Alles Uebrige könne nur von Seiten der Einzelstaaten geschehen. Werde ber Vertrag abgelehnt, so werde das Ansehen der deutschen Regierung geschädigt. Sie konnte die Annahme des Vertrags erwarten, nachdem das Provisorium genehmigt war. Untere Bevölkerung wächst jährlich um eine halbe Million. Diese Bevölkerung zu ernähren, ist unsere Landwirthschaft nicht im Stande; wir müssen Brodkorn importiren und Maaren ober Menschen ejportiren. Die oerbünbeten Regierungen können bte Verantwortung für bie Sckäbigung übernehmen, bte aus ber Ablehnung bes Vertrags erwachsen würbe. (Beifall links.) Abg. Dr. Stgl (wilb): Der Vertrag mit Rumänien würbe besonberS Bayern schwer treffen. Wer aus Bayern für ben Vertrag stimmt, ist ein gemachter Mann, ber kommt nie wteber hierher. Die Debatte wirb geschlossen. Art. 1 wirb mit 189 gegen 165 Stimmen angenommen, ebenso ber ganze Vertrag. Morgen: Honbelsverträge mit Spanien unb Serbien. Eröffnung des Landtags. Darmstadt, 13. December. Seine Königliche Hoheit ber Großherzog haben heute den 2 9. Landtag mit folgender Thronrede eröffnet: Meine Herren Stände! Ich heiße Sie zum 29. Landtag freundlichst willkommen. Die schwere Lage, in welche zu Beginn des Sommers die Landwirthschaft gerathen war und welche Ende Juni dieses Jahres die Berufung der Stände zu dem kurzen 28. Landtage nothwendig machte, ist glücklicher Weise und zu Meiner großen Befriedigung einer Besserung der Verhältnisse gewichen. Verdanken wir auch diese günstige Wendung vor Allem und hauptsächlich der bald nach jenem Zeitpunkte eingetretenen äußerst günstigen Witterung, so hat doch auch einen wesentlichen Antheil an derselben die anerkennens- werthe Regsamkeit der ländlichen Bevölkerung, welcher Meine Regierung durch geeignete Verwendung der ihr von den Ständen bereitwilligst zur Verfügung gestellten Mittel, sow-e durch reichliche Zuwendungen aus den Domantalwaldungen in wirksamster Weise unter die Arme zu greifen vermochte. Die verhältnißmäßig reichen Herbsterträge dürften ernste Befürchtungen für den Wlnter und selbst für das kommende Frühjahr ausschließen; jedenfalls reichen die noch zu Verfügung gebliebenen Mittel aus, um etwaigen Schwierigkeiten zu begegnen. Ihre nächste und hauptsächlichste Aufgabe wird die Berathung und Feststellung des Haupt-Voranschlags der Staats-Einnahmen und -Ausgaben für die kommende Finanzperiode sein. Die Thatsache, daß, abweichend von dem bisher zur Regel gewordenen Verhältnisse, die an das Reich zu leistenden Matricularbeitrage schon in dem laufenden Budgetjahre den Betrag der Ueberweisungen des Reichs an die Bundesstaaten namhaft überschreiten und die Besorgnis, daß ohne die ange» strebte Verständigung der verbündeten Regierungen mit dem Reichstage über neue oder erhöhte Einnahmequellen eine schwere Ueberlastung der Einzelstaaten eintreten müßte, haben die Aufstellung eines Voranschlags, welcher daS Gleichgewicht zwischen Einnahme und Ausgabe wahrt, zu einer schwierigen Aufgabe gemacht und die größte Vorsicht in Ausgaben noth- wendig erscheinen lassen. Die Lösung jener Aufgabe würde trotz der einstweiligen Zurückstellung mancher sehr gerechtfertigter Anforderungen nicht möglich gewesen sein, wenn nicht die aus früheren Budgetperioden vorhandenen lieber* fdjflffe der HauptsiaatSkasse gestattet hätten, zur Deckung einer Anzahl von Ausgabeposten, welche streng genommen in daS ordentliche und nicht in das außerordentliche Budget gehört hätten, einen Theil jener Ueberschüffe heranzuziehen. Für Handel, Industrie und Gewerbe sind leider die Verhältnisse immer noch nicht viel günstiger geworden, wenn sich auch hier und da ein Anfang zur Besserung zeigt. Zu Meiner besonderen Genugthuung war es übrigens möglich, zur Förderung dieser Berufszweige nicht bloS die seitherigen, sondern selbst etwas erhöhte Beiträge in den Hauptvoranschlag einzustellen. DaS Gleiche konnte auch in Betreff der Land* wirthschaft geschehen, welcher Meine Regierung fortdauernd thre ganze Aufmerksamkeit zuwenden wird. Die Vorarbeiten für die zu erbauenden Nebenbahnen sind derart gefördert, daß die Entwürfe für die Hälfte dieser Linien fertig gestellt sind. Leider ist aber mir Ausnahme einer einzigen Linie die Inangriffnahme des Baues noch nicht möglich gewesen, weil die gesetzlich vorgeschriebene Geländestellung Seitens der Betheiligten nicht zum Abschlüsse gelangen will. Ich hoffe indessen, daß doch bei einem Theile jener Limen die Geländestellung in nächster Zeit gesichert wird, so daß sich dann eine lebhafte Bauthätigkeit entwickeln kann. , In dieser Erwartung ist die Verwendung von 13 Millionen Mark zu Nebenbahnbauten in dem Haupt-Voranschlage vorgesehen. Nachdem der auf dem 27. Landtag gemachte Versuch einer allgemeinen Revision der Gesetze über die innere Ver* waltung zu keinem Ergebnisse geführt hat, wird Meine Regierung sich nunmehr die Aufgabe stellen, nach einzelnen Richtungen hin Verbesserungen in Anregung zu bringen und wird Ihnen zu dem Ende baldthunlichft eine und die andere Vorlage zugehen. Außerdem wird Ihnen, und zwar alsbald, der schon früher zur Verhandlung gestandene Gesetzentwurf, betreffend die Organisation des Forstschutzes, sowie ein Gesetzentwurf, betreffend die Versorgung der Waisen der Volksschullehrer, zur Berathung und Beschlußfassung vorgelegt werden. JA gebe. Mich der angenehmen Hoffnung hin, daß Ihre Thatigkeit während des bevorstehenden Landtags Meinem geliebten Land und Volk zum Wohle gereichen und dazu bei* ^°gen wird, Frieden und Eintracht im Lande zu mehren, Zwietracht und Unzufriedenheit zu mindern. Das gebe Gott! Darmft. Ztg. Neueste Nachr^chteir. Wolffs telegraphisches Correspondenz- Bureau. Berlin, 13. December. Der „Reichsanzeiger" erklärte, die Besprechungen der Blätter betreffs der weiteren Be* loh nun g im Betrage von 100 Mk. an die bei der preußischen Staatseisenbahnverwaltung beschäftigten Ar* beiter nach fünfzigjähriger Dienstzeit, namentlich die Behauptung, daß eine erhebliche Ersparniß für den Eisenbahnfiscus damit verknüpft sei, beruhten auf einer irrthümlichen Annahme. Bei kürzerer als fünfzigjähriger Dienstzeit würden die bisher gewährten Belohnungen nicht wegfallen, es treten daher nicht Ersparnisse, sondern Mehrausgaben ein. Hamburg, 13. December. Der Schnelldampfer „Auguste Victoria", der zwecks Reparatur nach der Werft Blohm Voß gehen sollte, gerieth heute Vormittag auf der Elbe infolge durch Ostwind hervorgerufenen niedrigen Wasserstandes auf den Grund. Die Versuche, heute Abend den Dampfer bei eingetretenem Hochwasser durch neun Schlepper abzubringen, mißlangen. Eine Gefahr für den Dampfer liegt nicht vor. Straßburg, 13. December. Eine Ministerialverordnung von heute verbietet die Einfuhr und Durchfuhr von Rindvieh, Schafen, Ziegen und Schweinen aus Italien. Die Verordnung tritt am 18. d. M. in Kraft. Wien, 13. December. In Fiume fiel gestern Abend der katholische Bischof von Banjaluka, der sich nach Zara einschiffen wollte, am Molo Szapary infolge eines Fehltritts ins Meer. Er wurde zwar sofort gerettet, verschied jedoch wenige Minuten später. Loudoa, 13 December. Bei der Hafenvertiefung in Plymouth explodirte heute Nachmittag eine Dynamitpatrone, als man sie, da sie unter Wasser nicht gleich losging, wieder herauszog. Zwei Mann wurden getödtet, einer schwer verletzt. Depeschen des Bureau „öerolb". Berlin, 13. December. Auf der Tagesordnung der morgigen Sitzung deö Bundesraths steht die Berathung des vom Reichstage gefaßten Beschlusses, betreffend die Eisenbahn Freifahrkarten für Abgeordnete, ferner der Entwurf des Nachtrages zum Arzneibuch für das Deutsche Reich und der Entwurf, betreffend Bestimmungen über den Nachrichtendienst in Viehseuchen Angelegenheiten. Berlin, 13. December. Die „Voss. Ztg." führt in einem Leitartikel auS, mit Aushebung deS Jesuitengesetze- werden im Reichsgebiete Ungleichheiten in Betreff der Ordens- frage entstehen, deshalb dürfte für die Stellung des Bundesraths zur Frage der Aufhebung des JesuitengeietzeS auch der gesetzliche Zustand vor dem Erlaß des Gesetzes, namentlich in den größeren Bundesstaaten, in Betracht kommen. Berlin, 13. December. Die Novelle zum Unterstütz- ungswohnsitzgesetz ist heute in der Commission mit einer 1 Aenderung, welche den Erwerb des UoterftützungswohnfitzeS ! auf das 18. Lebensjahr herabsetzt, angenommen worden. Die ! Berathung der Novelle zum Viehseuchengesetz ist in der j Commission heute bis Artikel 3 gefördert worden. Morgen erfolgt die Fortsetzung der Berathungen. Berlin, 13. December. In militärischen Kreisen wird auf das Bestimmteste versichert, daß im September nächsten JahreS ein dreitägiges Kaisermanöver des wünrember* gischen ArmeecorpS statlfioden wird. In Marinekreisen wird wiederum der Plan eines Danziger KriegShafens erwogen. Berlin, 13. December. DaS gestern Abend im Neuen Palais vor dem Kaiserpaar und vielen hohen Gästen ver* anftaltete Concert des Männergesangvereins auS Hannover nahm einen prächtigen Verlauf. Nach einem Vortrag niederländischer Volkslieder, welche der Verein meisterhaft sang, äußerte der Kaiser seine hohe Befriedigung über die vollendeten Leistungen der Sänger. Der Vorsitzende und der Musikdirlgenr des Vereins erhielten Orden. Berlin, 13. December. In der gestrigen Sitzung der Centrumsfraction des Reichstags behufs Stellungnahme zu den Handelsverträgen erklärte sich die Majorität der Anwesenden gegen den rumänischen Handelsvertrag. Die Annahme des letztem im Reichstag ist daher sehr fraglich. Berlin, 13. December. Der ehemalige langjährige Bürger- , meister von Berlin, Geheimer Regierungsrath Duncker, ist im Alter von 82 Jahren verstorben. Wien, 13. December. Wie die „Polit. Corresp." aus Petersburg mittheilt, finden im Jahre 1894 in her Nähe Don Smo lensk große Manöver statt, an welchen sich drei Armeecorps betheiligen werden. Budapest, 13. December. Offiziös wird gemeldet, die hiesige Regierung sei bereit, sich den Maßnahmen gegen die Anarchisten anzuschließen, falls solche nothwendig werden sollten. Allerdings würde man die größte Vorsicht beobachten, weil in Ungarn nicht eine solche Eile wie in Frank- reich für nöthig erachtet werde. Paris, 13. December. Der Just'zminister Dubos besuchte gestern V a i l l a n t und fragte denselben, welche Beweggründe er denn eigentlich zu dem Attentat gehabt habe. Vaillant antwortete : „Es ist unnütz, Ihnen dies zu erklären, Sie sind Bourgeois und würden mich doch nicht verstehen." Paris, 13. December. Die Haussuchungen, besonders in den Vororten von Paris, wurden gestern eifrigst fortgesetzt. Man glaubt jetzt allgemein, daß Vaillant einem größeren Complott angehört habe. Wie es heißt, werden dieser Tage alle ausländischen Arbeiter, wovon festgestellt wird, daß sic mit den Anarchisten in irgend einer Verbindung gestanden haben, ausgewiesen. Paris, 13. December. Der österreichische Anarchist Leopold StabE wurde heute ausgewiesen. Man sand bei ihm zahlreiche Correspondenzen, welche mehrere Personen compromitlirten. Auch bei dem Ingenieur Paul Recluß wurden viele revolutionäre Schriften entdeckt. Paris, 13. December. Weitere eingebrachte Gesetzentwürfe gegen die Anarchisten bezwecken, die Dynamit- alten tat er vor eine andere Gerichtsbarkeit als die des Assisenhofes zu stellen. Gegen diese Absicht soll von vielen Abgeordneten energisch protestirt werden. Paris, 13. December. Von Seiten der Polizei sind anarchistische Plakate, welche an den Triumphbogen angeschlagen waren, entfernt worden. In denselben wird Vaillant zugerufen: „Sei ohne Furcht, man wird Dich rächen!" London, 13. December. Die durch den gestrigen Krawall in Dover geschädigten Restaurateure und Schiffseigner haben Klage auf Schadenersatz eingereicht. Die Kaserne, in welcher der Tumult stattfand, ist einer Brandstätte gleich. Brüssel, 13. December. Infolge zweier an den hiesigen Untersuchungsrichter gesandten Briefe, in denen demselben der Tod angedroht wird, wurden gestern Abend und heuteNacht noch umfassende H a u s s u ch u n g e n vorgenommen. Nach den neuesten Ermittelungen glaubt man, daß die Urheber dieser Briefe hierher geflüchtete Pariser Anarchisten seien. Brüffel, 13. December. Heute eonferkte der französische Gesandte Bouräe im Auftrage seiner Regierung mit dem belgischen Minister des Auswärtigen Merode-Westerloo über die Ergreifung internationaler Maßregeln gegen die Anarchisten. Brüffel, 13 December. An die CorpScommandanten erging heute ein Erlaß des KriegsmtnisterS, in welchem die Einführung revolutionärer Broschüren und Zeitungen in die Kasernen, ferner jede politische Propaganda in der Armee auf das Energischste verb oten wird. Cocales rrnd provinzielle». Hießen, den 14. December 1893. ♦* Theaterverein. Charley 'S Tante, Schwank in 3 Acten von Brandon Thomas. Jack CheSney (Herr Bolz) und Charley Whykeham (Herr A. Meyer), flotte Oxforder Studenten, sind in zwei reizende Püppchen Anny (Fräulein Landori) und Slitty (Fräulein Mühlbach) bis über die Ohren verliebt. Obgleich die feurigen Liebhaber leidenschaftliche Gegenliebe sinden, sind tausend Hindernisse zu überwinden, ehe die schmucken Pärchen daran denken dürfen, die ambrosischen Freuden ihrer glücklichen Vereinigung zu genießen. Das verhindert freilich die Herren Studenten nicht, ihren Angebeteten ein kleines Champagnerfrübstück zu geben. Damit die Damen sans gene in der Wohnung der Jung* gesellen erscheinen können, meldet Charley'S Tante, Donna Lucia d'Alvadorez (Frau Keller*Frauenthal) ganz zufällig für den Sect-Dormittag ihren Besuch an. Angesichts dieser würdigen Ehrenpräsidentin sagen Anny und Kitty zu. Aber zuguterletzt telegraphirt die Tante, sie weide einige Tage später kommen. Allgemeine Verzweiflung! WaS thun? In der Noth gerathen die Gastgeber auf die famose Idee, ihren Comilttonen Lotd Francourt Babberley (Herr Stritt) in Frauenkleider zu stecken und ohne Weitere- als Charley'S I Tante zu präfentiren. Der Streich gelingt vollkommen, Anny und Slitty frnb von dieser charmanten Tante hingerissen, und während die schmachtenden Seladons ihre Flammen umschwärmen, schnappt ihnen die Tante die besten Küsse vor der Nase weg. Indessen ist aus der Bildfläche der Colonel Francis CheSney (Herr Roll) erschienen, der sich in einer fatalen Geldverlegenheit befindet und sofort der Millionen* Tante auf Leben und Tod den Hof macht. Selbstverständlich findet er in dem Advocaten Spittigue (Herr Grün) einen heftigen Rivalen. Die Beiden galoppiren nun um die Wette, ben kostbaren Preis zu erringen. Nach einer ganzen Serie toller Seen en tritt natürlich die echte Tante auf, die Gefoppten geben großmüthig Pardon, der Colonel entdeckt in 2ucia d Alvadorez eine alte Jugendliebe, Lord Francourt in iSfla Delahay (Fräulein Eichenberg) einen Engel, den er bis dahin vergeblich in allen Erdtheilen gesucht hatte und alles stürzt sich liebeselig und hochzeitfroh in die Arme. — Die Darstellung war eine ganz ausgezeichnete. Die Palme des Abends gebührt Herrn stritt, der in Damcntoilette und tadelloser Attitüde als „falsche Tante" das HauS ins Wanken brachte. Die Herren Meyer und Bolz gaben etn so an» irfjaulidjeß Bild vom Oxforder College, daß jedem deutschen Studenten, der neben seinem Fach für Champagner, junge Damen und andere angenehme Dinge schwärmt, daS Herz aufgehen mußte. Herr Strohecker schloß sich als Factotum des College, zu deutsch Stieselfuchö, der lustigen TriaS in feiner unübertrefflichen Komik an. Die Kategorie „heirathS- lustige Backfische" fand in den Damen Eichenberg, Landori und Mühlbach drei reizende Vertreterinnen. So oft Frau Keller-Frauenthal zu uns wiederkehrt, entdecken wtr neue weiten ihrer feindurchdachten Darstellungskunst. Wir haben an dieser Stelle bereits den Wunsch ausgesprochen, die verehrte Dame möge den zahlreichen Freunden, die sie hier gewonnen, recht bald einmal zeigen, was sie in einer ausgiebigeren, ihrer künstlerischen Individualität angemesseneren Rolle zu leisten vermag. Die Herren Roll und Grün trugen zum Gelingen des Ganzen sehr wesentlich bei. Herr Grün erschien zum ersten Male auf der Bühne des Theatervereins. Der jubelnde Beifall, den et gefunden, . beweist, daß man auch bei uns die heitere Vielseitigkeit und erstaunliche Beweglichkeit seiner Begabung zu schätzen weiß. Die Jnscenirung des Stückes war Herrn Roll gar^ vortrefflich gelungen. — SteinS heilige Hallen haben solche HeiterkeitSstürme noch nicht erlebt. Der Recen- l'ent legt an den leichtgeschürzten Schwank nicht die kritische Sonde, er conftatirt, daß daS Publikum sich kostbar amüsirt und alle Ursache hat, den wackeren Frankfurter Künstlern für diese Stunden fröhlichsten Genusses dankbar zu fein! Dem provisorischen Universitätsgärtner Friedrich Rehnelt hier wurde mit Wirkung vom 1. December die Stelle auf Widerruf übertragen. ** Am vergangenen Sonntag sand in der Restauration Böhm die diesjährige (vierte) Generalversammlung der seit dem Jahre 1889 bestehenden „Allgemeinen bterbekaffe Gießen" statt. Dieselbe nahm einen sehr befriedigenden Ler- laus, indem der vom Vorstand gestellte Antrag auf Erhöhung des Sterbegeldes auf 120 Mk. angenommen wurde. Bei Gründung der Kasse im Jahre 1889 betrug die Mitglieder- zahl 454 und wurde ein Sterbegeld von 75 Mk. gezahlt bei einem Beitrage von 25 Pfg. pro Sterbefall- vom I. Januar 1894 ab ist die Kasse in der Lage, bei gleichem Beitrag obengenannte Summe von 120 Mk. zu zahlen, da die Mit- gliederzahl 600 überschritten hat. Die Eintrittsgelder oartiren l wischen 50 Psg. und 4 Mk. bei einem Eintrittsalter von 16 bis 45 Jahren und können wir dieses so überaus wohl- thätige Institut intereffirten Kreisen nur angelegentlichst empfehlen. Anmeldungen nimmt entgegen Herr Schneidermeister Pfaff, SelterSweg 1, sowie alle Vorstandsmitglieder. * * Zimmerbrand. Gestern Mittag brach in einem Hanfe der Neustadt ein Zimmerbrand aus. Derselbe konnte, ehe er größere Dimensionen annahm, von der Nachbarschaft gelöscht werden. * * In Gemäßheit deS § 27 der Verordnung vom 24. September 1887, die Ausführung deS Gesetze- über die Bache und die nicht ständig fließenden Sewaffer betreffend, und des Artikels 13 deö Gesetzes vom 28. September 1887, die Feldbereinigung betreffend, sind von den Provinzialausschüssen zu nichtständige Mitgliedern der „Fachlichen Centralbehörde* und der LandeScommission für die „Feldbereinigung", bezw. zu Stellvertretern derselben, folgende Personen gewählt worden: Nichtständige Mitglieder: Landwirth Jakob Walter XVI. zu Lengfeld. Landwirth Friedrich Keil zu Melbach. Karl Römer zu ErbeS-BüdeSheim. Stellvertreter: Or. August Heidenreich, Director des Verbandes der hessischen landwirth* schaftlichen Consumvereine zu Darmstadt. Landwirth Schiente auf Hardthof bei Gießen. Bürgermeister Heinrich Link II. zu Wahlheim. • • Die am 1. December d. I. höherer Anordnung zufolge vorgenommene außerordentliche Zahlung bei Biehstaadeß (Rindvieh und Schweine) im Kreise Gießen ergab einen Bestand von 28611 Stück Rindvieh (gegen 3161h am 1. December v. IS.) und 20153 Stück Schweine (gegen 22 784 am 1. December v. Js.). N. Nidda, 13. December. Auf der großen Straße GießenGelnhaufen, fpecicll im hiesigen Baubezirke, räumt die Baubehörde energisch mit allen Bäumen auf, die keinen sonderlichen Werth haben und daher besser durch werth- vollere Bäume ersetzt werden. Dieser Tage sind die Snecken nach Ranstadt, SelterS, Bleichenbach und Schwalheim aus* gemustert worden. Die Bäume an den großen Staatsstraßen brauchen nicht bloS Zierbäume und Schattenspender zu sein, sondern können dabei auch wohl recht treffliche Fruchte tragen. Man kann sich nicht leicht etwas Schöneres denken, als einen wohlgepflegten, richtig geschnittenen, blühenden Obstbaum im Frühjahre, oder einen solchen, mit reichen Früchten beladenen he J*1« mitt’? * n* i -t A > 6ttt6h ,**■ °°n Ä ' hm- unb blt «W. J '"ele- ®"®e"f«itot unb S1 1M®>«nftn ,*» «in fo m. s? lrtt® btutjtm boi hn . V'ä 8mm« , ‘wo Trios in .Mntjk e-'b-ri ®° "ft Fron wir neue «* Wir h,j„ IWin, die 1», »‘Mie st- ti„ ”,nt in einer au?« töt angemeffeneren Roll und ®ran r wesentlich bei. Vx M^nr Wi bin n gt< uns die hei/m it seiner Segfc- Stückes war M teins heilige Hallen »lebt. Der Reccn- nk nicht die kritische likuni sich kostbar t-keren Franksurter Genusses dankbar tsgärtner Friedrich December die Stelle 'n her Wtitauraiion .lversammlnn^ Memn^Masse Wttifltiibtn Leo lnttag aus Erhöhung mmen wurde. Bei trug die Mitglieder- 75 Mk. gezahlt bei fl; vom 1. Januar itt gleichem $tilrag zahlen, da die Mit- ntrittsgeldervmm i Gnttittsalter von 6 so überaus wohl- nur angelegentlich!: ,en Herr Schneider- Lorsiandsmitgliel:: >rach in einem H-'- Verleibe konnte, 'm her W«fN fnung vom 24. W u8 über die vW aettchend, und des atemder M, die VrovinzialausschuW chen Centtalbehörde ibereinigung". be,n. , Personen 9eöu‘' .ichS°'°bW» 6Cil zu Melbas Mrift-VS «* <^ hiesig ® flUf die '.Kr LS als tW1* -ndenAM- Fruchte" Baum im Herbste. Wie steif und langweilig steht daneben eine Pappel aus, die weder Schatten noch Holz spendet, wohl aber das umliegende Gelände durch ihr starkes Wurzelwerk aussaugt. Mainz, 12. December. Durch die Gnade des Kaisers wurde vorgestern ein im Jahre 1889 hier wegen groben Subordinationsvergehens zu acht Jahren Gefängniß und Ausstößen aus dem Heere verurtheilter Soldat vom 3. Fuß < Artillerie - Regiment, nach Verbüßung der halben Strafzeit, auS dem hiesigen Gefängniß entlassen. Vermißtes. * Berlin, 13. December. Das Schöffengericht in Rixdorf verurtheilte den Maler Nitsch alt, welcher den Gensdarmen Jonas hinterrücks überfallen hatte, zu sechs Jahren Gefäng- mß. Das Urtheil ist in Anbetracht dessen, daß es von einem Schöffengericht gefällt worden, ein selten hohes. * Berlin, 13. December. Der Verdacht der Thäterschaft be' dem gegen den Kaufmann Friedländer ausgeführten Attentat, durch welches die Erzieherin und ein Knabe verwundet worden waren, wendet sich gegen den früheren Hausdiener Friedländers, welcher im September aus feiner Stelle entlassen wurde. * Hamburg, 12. December. Die Besitzung des Kaufmanns Lorenzen in Keinsee wurde durch Brand eingeäschert. Drei Kinder sind verbrannt, eins schwer verletzt. — Aufsehen erregt hier die Verhaftung des Inhabers einer großen Mühlen- sabrik, der einer hiesigen ersten Bank unter falschen Angaben 90000 Mark entlockte. * Hamburg, 13. December. In der hiesigen Gemälde- aollerie wurde in der Kunsthalle gestern ein Landschaftsbild, 1615 von Van der Velde gemalt, zu 3000 Mk. geschätzt, durch Ausschneiden aus dem Rahmen gestohlen. Der Diebstahl wurde nach Schluß des Saales entdeckt. * Werth von Kleinigkeiten. Den Werth der Obstbäume im einzigen Kantorn Thurgau schätzt man auf 44 Mill. Franken, ihren durchschnittlichen jährlichen Ertrag auf 2 Mill. Fr. — Die Gesammtbeiträge zur Missionsanstalt in Basel ä 5 Ct. ergaben in einem einzigen Jahre die Summe von Fr. 250000. — In London werden täglich 4 Mill. Eier verspeist, der jährliche Geldbetrag dafür ist 110 Mill. Mark. — In Paris giebt es Lumpensammler, welche Besitzer von Millionen sind. * London, 9. December. Im Aquarium ringen zur Zeit zwei Zierden der Schaumschlägerzunft um die Krone oder besser um die „Championship" ihres Gewerbes. Teddy Wich, der bisherige Rasier-Champion, hat seine früheren Lorbeeren gegen William Lloyd zu vertheidigen. Jeder setzt 500 Mk. aufs Spiel und 14 Tage lang soll der unblutige Kampf wüthen. Daß er unblutig bleibt, werden sich beide Streiter angelegen sein lassen, denn jeder „Blutige" wird von der Jury abgezogen. Der Zudrang von Candidaten zum Freirasiren ist so groß, daß mehrere Männer sie in Ordnung zu halten haben. 15 Minuten 15 Secunden nach dem Start hatte Wich 40, Lloyd 31 Männer rasirr - Lloyd verlor zwei wegen Schneidens, Wich einen wegen schlechten Rasirens. Eine Nebenvorstellung gibt Wichs kleine Tochter, auf die ihr Vater stolz sein kann. In 6 Minuten 42 Secunden hatte sie fünf Männer von jeder Stoppel befreit. Das kleine Ding führt, wenn es auf seinen Stuhl geklettert, sein Messer mit einer Eleganz und Leichtigkeit, die sich der ergrauteste Barbier zum Vorbild nehmen könnte! Dörfer, Land- nnd Volk-wirthfchaft. Limburg, 13. December. Fruchtmarkt. Rother 2Bei*en JL 12.45, weiftet Weizen X 00.00, Korn 10.40, Gerste JL 8.80, Hafer JL 750. kirchliche Anzeigen der evang. Gemeinde. Heute Donnerstag Abend 8 Uhr im Turnsaale der Stadt- knabenschule (Ktrchstr.): Bibelstunde Pfarrverwalter vr. Grein- (Gleichntft vom viererlei Acker, Matth. 13). Sottesdieuft der israelitischen ReligionsgeseUschast. Freitag Abend 4®o Ubr, Samstag Vormittag 8« Uhr, SamStag Nachmittag 3»° Uhr, Samstag Abend S03 Uhr. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 16. December: Vorabend 4°° Uhr, Morgens 9« Uhr, Nachmittags 3°° Uhr, Sabbathausgang 5 Uhr-_________________________ Ca. 1500 Stück Ball-Seidenstoffe - ab eigener Fabrik - v. 75 Pf. bis 18.65 p. Met. - fowte schwarze, Weiße und farbige Seidenstoffe v. 75 Pf. bitz Mk. 18.65 per Meter — glatt, gestreift, carrirt, gemustert, Damaste :c. (ca. 240 versch. Qual, und 2000 versch. Farben, Dessins rc.) Seid. Masken- Atlasse 75 Pf. p M.t. xflr* Porto, und steuerfrei in» HauS I l Catalog und Muster umgehend. „ [8282 6. Hennebergs Seiden-Fabrik (k. u.k. Ho«.), Zürich. tigenWeihnachts-Cartons. Diele Cartons, speziell für Weihnachten angeierttat, enthalten je 3 Stück der besten Seifen der Welt, sind geschmackvooll Als ein solches Doering’* ■ Seite mit I der Eule I angesehen wer- I den, namentlich I in ihren präcb- I kann die Hausfrauen und Herrschaften beiinEtnkausvon und hochelegant ausgestattet, so daß ein solcher Carton selbst auf einem bestdecortrten Weihnachtstisch würdig ftgurircn kann. Aus diese günstige Gelegenheit lenken wir die Aui- kmmmb merksamleil der -x Schönes k- Wkihnchtsglschenk! Wer praktisch schenkt, schenkt gut! Ein Gischen! muß dem Beschenkten angenehm und nützlich sein, nur dann erfreut es auch wirklich. Wethnachtö- ______________ geschenken „ und bemerken, daß diese prächtig ausgestatteten Weihnachts-Car- tons ohne Preiserhöhung käuflich sind. Sngros-Ferllauf: Benner & Firumm, Hießen. 8^ Die weltbekannte Berliner NLHmaschinenfabril M- Iacobsohn, Berlin, Ltnienstrafte 126, Lieferantin für Lehrer, und Beamtenvereine, versendet die neueste hocharmige Singer. Nähmaschine für M. 50.— bei Htägiger Probezeit. In allen LtLdten Deutschlands können Maschinen, welche an Private und Beamte schon geliefert wurden, besichtigt werden Auf Wunsch werben Zeichnungen und Anerkennungsschreiben zugesandt. lyuöb Bekanntmachung. Mittwoch den 20. d. M., Abends 8 Uhr findet eine Generalversammlung des Consumvereins Alten - Buseck (E. G. m. u. H.) im Saale der Louis Rabenau Wittwe statt, wozu die Mitglieder hiermit eingeladen werden. Tagesordnung: 1) Ergüvzungswahl des Vorstandes und des Aufsichtsraths. 2) Verschiedene Vereinsangelegenheiten. Alten-Bus eck, am 13. December 1893. Für den Vorstand: Rau, Director. [10241 In dem Concurs über das Vermögen des Conditors Heinrich Kinkel in Gießen wird Schluß« termin bestimmt auf «1er, Butter, Limburger, Hand- u. SchweizerkLse. 9608 J. M. Schulhof. Die größte Auswahl in Unterrockstoffen und wollenen Lamas findet man bei [10143 K. Jung, Neustadt 50. Auch werden wollene Strick- lappen in Zahlung angenommen. Bei mir ist von heute an zu haben: Presskopf ä Pfd. 40 Pfg. [10187 Keßler, Roßschlächter. 10246] Ein noch gut erhaltener Herd zu verkaufen. »«tadt Mainz*. Donnerstag, 4. Januar 1894, Vormittags 11 Uhr. Gießen, 11. December 1893. Großh. Amtsgericht. Gebhardt. 10243 Freitag d. 22. December, Nachmittags 21/« Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die den «arl Möser zweiter Eheleuten in Gießen gehörige Hofraithe: Flur 40 Nr. 40a«/10o — 303 qm links der Chaussee öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, 14. December 1893. Großh- Ortsgericht Gießen. I. A.: Bogt. 10253 Jeisgeöoterres. 10178] Bringe mein Lager in reingehalteucu Weiss-, Roth- u. 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