1893 Mittwoch dm 15. November ?ir. 269 Erstes Blatt 2lintr- und Anzeigeblutt für den Kreis Sieben Hratisbeitage: Hießener Kamikienblätter Amtlicher» Theil. Kaufmanns . v. (Sagern. Der BochÄ. tn 18 Großh. ten MM u 730 t nna6 ni t von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Lag erscheinenden Nummer bi« Sonn. 10 Uhr. Freimarke. Deutsche Reichspost. Post-Karte. Der **|tUer ei^eint täglich, Btt Ausnahme de« Montag«. Die Gießener sll«mtrle»ölttter »«den dem Anzeiger 7>«chemlich dreimal diegelegu die äußeren Pfosten durch solide Stützbalken gegen jeden von innen gegen sie ausgeübten Druck widerstandsfähiger gemacht. Alle Arbeiten wurden mit viel Geschick und großer Geschwindigkeit ausgeführt, so daß die etwa 30 Schritt im Durchmesser haltende Kheddah in kürzester Zeit fertiggestellt war und mit dem Bau einer in dieselbe führenden trichter- förmig sich nach außen erweiternden Pallisade, dem „Mund der Kheddah", welche den Elephanten den Eintritt erleichtern soll, begonnen werden konnte. Nachdem auch das erledigt war, wurde über dem Kheddaheingang ein mit einem außerhalb der Kheddah an einer versteckten Stelle endenden Tau, welches im gegebenen Moment gekappt wird, in der Schwebe gehaltenes, nach innen fallendes Fallgitter angebracht. Damit waren die gröbsten Arbeiten erledigt und es wurde nunmehr mit den Decorationsarbeiten begonnen, d. h. daS ganze Bauwerk wurde, um es den Blicken der Elephanten zu entziehen, innen und außen mit Gras, Laubwerk und Bambus verkleidet und das innerhalb der Kheddah und des Mundes niedergetretene Gras und Buschwerk durch frisch eingepflanzten Bambus ersetzt und nach Möglichkeit alle Spuren menschlicher Thätigkeit beseitigt. Für mich und Mr. Savi wurden schließlich in nächster Nähe der Kheddah 25—30 Fuß hohe Maischams errichtet, von denen auS man in aller Ruhe und Bequemlichkeit das ganze Treiben beobachten konnte. Die Nacht verlief sehr unruhig, die Elephanten versuchten bald hier, bald dort durchzubrechen, wie wir an dem wiederholten Schreien, Klappern und Schießen der Wächter erkennen konnten, so daß von Schlaf auch für uns nicht die Rede war. Gegen 7 Uhr Morgens nahmen Mr. Savi und ich unsere Sitze in den Maischams ein und das Treiben begann, d. h. eine Treiberkette avancirte, die Elephanten vor sich her scheuchend, gegen die Kheddah, während die Wächter auf ihren Posten blieben, um die eventuell durch die Treiber- linie brechenden Thiere wenigstens in der Einschließung fest- zuhalten. Abends 9 Iß- btiy. chmtz. kursen. Viermal wurde getrieben und immer gelang eö den Thieren, die Treiberlinie zu sprengen. Sobald sie in die Nähe der Kheddah kamen, machten sie Kehrt und stürmten unter Führung eines mächtigen Bullen davon. Den Treibern fehlte vielleicht auch infolge des über Nacht erfolgten Todes eines ihrer Kameraden der ihnen sonst eigene Muth, kurzum, die Sache war nichts weniger als ein Erfolg. Um den Leuten eine Erholung zu gönnen und die gehetzten Thiere sich beruhigen zu lassen, wurde eine zweistündige Pause ge- macht, dann begann die Arbeit von Neuem. Diesmal kam die Heerde bis dicht an den Mund der Kheddah, aber nur ein Thier ging in die Falle und zwar merkwürdigerweise der bereits erwähnte Bulle. Es war ein aufregender Moment, als dieser Koloß, alles vor sich niedertretend, plötzlich in di? Kheddah trat und die Welt mit Brettern vernagelt fand. Jede Secunde erwarteten wir, vor Erregung zitternd, die Heerde würde ihm folgen, aber sie besann sich eines Besseren, machte Kehrt und der Bulle benutzte die günstige Gelegenheit unseres Wartens auf seine Familie, die Kheddah wieder auf dem Wege, auf dem er gekommen war, zu verlassen. Als er dabei an Mr. Savis Maischam vorüber kam, erhielt er aus desien Expreßbüchse zwei Schüffe gegen den Kopf. Einen Augenblick schwankte er wie betrunken und verschwand dann blutüberströmt im Dickicht. Nach diesem zweiten Mißerfolg wurde für den Tag das Treiben eingestellt. Morgen sollte ein erneuter Versuch gemacht werden, trotzdem, nach Mr. Savis Ansicht, wenig Hoffnung vorhanden war, der nunmehr nervös gewordenen und vor der Kheddah gewarnten Heerde habhaft zu werden. Leider sollte diese Annahme sich bestätigen, denn gleich bei dem ersten Treiben am folgenden Morgen brach die Heerde nicht nur durch die Treiberkette, sondern auch durch die Einschließungslinie und ward nicht mehr gesehen. (Schluß folgt.) f(8 Deutscher Reich. Berlin, 13. November. Obwohl die kaiserliche Cabinetsordre an die Offiziere der Armee anläßlich des Hannoverschen Spieler- und Wucherer-Process es angeblich geheim gehalten werden sollte, so weiß die „Tägliche Rundschau" doch das Wesentlichste aus dieser allerhöchsten Kundgebung mitzutheilen. Der genannten Quelle zufolge enthält die Cabinetsordre keine besonderen Strafbestimmungen zur Bekämpfung der Spielwuth und anderer Schäden im Offiziercorps. Vielmehr befiehlt der oberste Kriegsherr lediglich, daß auf Grund der kaiserlichen Verord- nung vom 2. Mai 1874 über die Ehrengerichte gegen alle Offiziere, die irgendwie in den Proceß von Hannover verwickelt gewesen sind, aus ehrengerichtlichem Wege vorgegangen werde, und daß jeder Offizier, dem hierbei eine Verletzung der Standesehre nachgewiesen werde, unbedingt zur Verabschiedung einzugeben sei. Weiter drückt der Kaiser seinen Unwillen darüber aus, daß weder die erwähnte ältere Ordre noch die bei seinem Regierungsantritte 'erlassene Ordre über die Norhwendigkeit einer einfacheren und sparsameren Lebensweise der Offiziere die entsprechende Beachtung gefunden habe. Er gibt daher bekannt, daß die Generalcommandos instruirt seien, ihm diejenigen Regimentscommandeure zu melden, die in Befolgung dieser Ordres nicht mit der nöthigen Strenge vorgingen und die ihnen anvertrauten Offiziere nicht mit der erforderlichen Sorgfalt überwachten. Schließlich werden in An bcri Vorstand der 2 Mark 20 Ptg. ■* Snnotvlobn. Durch dir Post be«i«N 2 Mark 50 Pfg. Urtecnon, und ® rudern: »t.t . Fernsprecher 51. Alle «nnoncen-Bureour de« In- und Äuftanbe« nehm« Anzeigen für den „Sießener Anzeiger" entgegen. Umgegeir- jit A:ll geführt? bas meinem sei.: wollen. voll ser Wve ►♦♦HW m Petrolei! ( ihrer Masä { iit Angabe m ,-Expedition t h KÖIM.UM 64" ■sSSßF Gießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. der Kundgebung des Kaisers diejenigen Handlungen, welche d e Cabinetsordre vom 2. Mai 1874 als unvereinbar mit der Ehre des Offizierstandes bezeichnet, nochmals ausdrücklich hervorgehoben. — Der Kaiser will demnach die Sühne für die Vergehen der einzelnen Offiziere gegen die Standesehre und das Standesbewußtsein des Ganzen, wie sie speciell der Proceß von Hannover so grell gezeigt hat, in die Hände des Osfiziercorps selbst, durch Anrufung der Ehrengerichte, legen. — Die Finanzminister der süddeutschen Staaten trafen im Laufe des Sonntag in der Reichshauptstadt ein. Dieselben beabsichtigten an den für Montag angesetztenBerathungen des Bundesrathes über die Steuervorlagen theilzunehmen, hinsichtlich deren sich noch weitere Differenzpunkte zwischen den verbündeten Regierungen ergeben haben sollen. Die geplante neue Steuergesetzgebung im Reiche soll insofern schon ein „Opfer" gefordert haben, als der Generaldirector der indirecten Steuern, Wirkl. Geh. Oberfinanzrath Schomer in Berlin, angeblich seine Entlassung wegen der von ihm abfällig beurtheilten Tabakfabrikatsteuer entweder schon eingegeben hat oder doch nächstens eingeben will. Es verlautet, er habe bei den Vorberathungen der höheren Steuer- und Finanzbeamten der Einzelstaatcn in Berlin über die neuen Steuerprojecte der Tabaksabrikatsteuer entschieden widersprochen und diese Opposition auch noch später aufrecht erhalten. Herr Schomer soll das amerikanische Muster der Tabaksabrikatsteuer als für die deutschen Verhältniffe un- geeignet bezeichnet haben. Die ganze Nachricht scheint indessen noch der Bestätigung zu bedürfen. — Der neugewählte sächsische Landtag ist am Montag zusammengetreten. Berlin, 13. November. Auf der Tagesordnung einer für den 16. d. Mts. berufenen Sitzung des Ausschusses des deutschen Handelstages steht u. A. die durch Rundschreiben des Ausschusses angeregte Einrichtung einer Central- stelle, welche durch Sammlung und Sichtung des erforderlichen (sachlichen und persönlichen) Materials künftige Verhandlungen über Handelsverträge vorbereiten soll. Auf daS früher mit- getheilte Rundschreiben des Ausschuffes haben 75 Handels- kammern und Corporationen geantwortet, von denen viele den Vorschlag ablehnen, welcher Nunmehr noch einmal den Ausschuß und dann später das Plenum des HandelStages 6c, schäftigen wird. Außerdem wird der Ausschuß über Auf, stellung eines einheitlichen Schemas für die Jahresbericht der Handelskammern, über den Einfluß deS neuen Gewerb steuergesetzes aus das Wahlrecht und die Beitragspflicht ■ den preußischen Handelskammern, über Gutachten der M^ Feuilleton. Vier Wochen unter Elephsnlen. (Fortsetzung.) Der Elephant ist scheu und furchtsam, so lange er ^erhalb des umstellten Geländes genügend Futter und Lüßser hat, erst wenn ihm das eine oder das andere fehlt, tmientlich aber, wenn ihn der Durst quält, wird er unter- «hmend und läßt sich dann durch nichts mehr zurückhalten, ,1 bricht auS und tödtet dabei nicht selten die sich ihm muthig |n den Weg stellenden Wächter. Hebet Nacht werden an besonders gefährdeten Stellen tk Posten verstärkt und zwischen den einzelnen Hütten große hol »feuer unterhalten. Sobald die Wächter im Walde das tzeräusch brechender Zweige und Neste vernehmen, schlagen fr Lärm und suchen die Thiere wieder nach innen zu treiben. Unser Lager erwies sich als ein herrlicher Beobachtungs- tffren, von dem wir nicht nur einen Theil der Postenlinie Ersahen, sondern sogar hier und da an unbewaldeten Stellen lie eingeschloffene Heerde deutlich erkennen konnten. Wir begaben uns nach Einnahme einer kleinen Er- inschung zu derjenigen Stelle der Einschließung, an der die lkcddah, in welche die Elephanten am folgenden Tage binein- «ltnieben werden sollten, im Bau begriffen war. Man hatte » diesem Zwecke eine spärlich bewaldete, aber von hohem tzrase bestandene Stelle am Fuße einer Anhöhe ausgewahlt. Gttwa hundert Leute waren beschäftigt, circa 5 Zoll starke nab. 15 Fuß lange Pfähle aus hem Walde zu hauen und in Abständen von etwa 3 Fuß in einem Umkreise von hundert Eitzritt metertief in den Boden einzulaffen und festzustampfen, irihrend andere Arbeiter an der Jnnenieite der bereits ein« -ea-rabenen Pfosten in horizontaler Lage und in Abständen ion zwei Fuß mit Hilfe von Jutestricken starke Querhölzer ton. 10 Fuß Länge befestigten. Nachdem das geschehen war, wurden auch an der Innen- feite dieser Querhölzer nochmals Pfosten eingegraben und tn, n "üe Tamps, a, P Vertreter ^.30 nimmt du kf. mögend: tWniW Gießen, den 13. November 1893. fett.: Ausführung des Reichsgesetzes vom 10. Aprll 1892, die Abänderung des Krankenversicherungsgesetzes, insbesondere § 76 b desselben. DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen II die Grsßh. vürgermeißtereie« de- «reifes. Im Anschluß an unser Amtsblatt Nr. 8 vom 3. August l beauftragen wir Sie, sich bei den Ihnen obliegenden vnfallmittheilungen an die Vorstände der Krankenkassen des nackltehend abgedruckten Schemas (Postkartenformat) zu bedienen. Postkarten mit entsprechendem Vordruck können in der e. Nekker'schen Hofbuchdruckerei in Darmstadt zum Preise ton 2 Pfg. das Stück (bei Abnahme von 500 Stück zu 9,5® Mk., 1000 Stück zu 15 Mk., 2000 Stück zu 27 Mk.) Jejogen werden. «beten/”1 440 ■ ^abe her Gießen, den 13. November 1893. Betr.: Einsendung von Sterbzählkarten. Die Bürgermeistereien von Albach, Annerod, Beltershain, Bersrod, Daubringen, Eberstadt, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Klein-Linden, Leihgestern, Lindenstruth, Rödgen, Rüddingshausen, Steinbach, Trais-Horloff werden an die Einsendung der Sterbzählkarten für September und October 1893 erinnert. Das Kreisgesundheitsamt. I. V.: Dr. Wengler, __Kreisassistenzarzt._________________________ Gießen, den 13. November 1893. Betr.: Einsendung der Jmpflisten. Das Kreisgesundheitsamt erinnert die Herren Aerzte an die Einsendung der Jmpflisten. I. V.: Dr. Wengler, Kreisassistenzarzt. Unfallmittheilung an die Krankenkasse (Auszug aus der Unfallanzeige^)______________________ Lor- und Zuname, sowie Befchästt- Quing der verletzten (getödteten) Person.__ ~~ Datum deS Unfalls.___ Art der Verletzung. __________ „ Betrieb, in welchem sich der Unfall ereignet hat. tamefötrma) d.Betriebsunternehmers BerMgenossenschaft. welcher der Bett tebsunternehmer angehort, ev. Angabe der Section und Amtssitz' derselben.__ glieder, betreffend die Einführung einer einheitlichen Bezeichnung für 100 Kilogramm und betreffend die Veranstaltung einer Weltausstellung in Antwerpen, verhandeln, ferner sich mit Schreiben des Ministers der öffentlichen Arbeiten, betreffend die Ausdehnung der für Stückgüter zur überseeischen Ausfuhr gewährten Ermäßigungen auf dergleichen Eilgüter, und des StaatSfecretärS des Reichs-Postamts, betreffend die Ausdehnung der Portotaxe für Drucksachen auf Geschäftspapiere beschäftigen. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Corr espondenz - Bureau. Berlin, 13. November. DaS Ergebniß der heutigen Stadtverordneten - Ergänzungswahlen in der dritten Abtheitung ist folgendes: Gewählt sind 7 Freisinnige und 5 Arbeiterparteiler- drei Stichwahlen find erforderlich und zwar 3 Freisinnige mit 2 Landidaten der Arbeiterpartei und einem der Bürgerpartei. Ein fehlender Wahlbezirk ergibt voraussichtlich ein Mandat für die Arbeiterpartei. Berlin, 13. November. Gegenüber der Bemerkung der „Frankfurter Zeitung", bei den Beamten der Post- verwaltung würde es eine größere Genugthuung hervorgerufen haben, wenn die Erklärung von der Nichteinführung der Dienstaltersstufen von der Ankündigung einer baldigen Gehaltsaufbesserung begleitet wäre, führt die „Nordd. Allg. Ztg." aus, daß die Besoldungen der mittleren und unteren Postbeamten erst vor Kurzem eine nachhaltige Verbefferung im Gesammlbetrage von 101/« Millionen Mark jährlich erfahren hätten. Paris, 13. November. Wie aus Perpignan gemeldet wird, verhaftete die Polizei den Italiener Antonio Ri- naldi, der aus Barcelona daselbst eingetroffen war. In feinem Verhör erklärte er, er wäre Anarchist. Man glaubt, Rinaldi fei der Urheber des Attentats im Theatro Liceo in Barcelona, doch leugnet er jede Thetlnahme an demselben. London, 13. November. Unterhalts. Charles Ruffel erklärt: Der Herzog von Coburg befinde sich jetzt in einer Stellung, die es unmöglich mache, im activen Dienste der britischen Marine zu bleiben, er behalte daher nicht seine jetzige Stellung in der britischen Flotte, auch habe er keinen Anspruch auf Sold, ein Anspruch, den der Herzog übrigens nicht erhoben habe. Was feine Stellung als Geheimer Rath betrifft, so ist dies ein delicater Punkt, aber ohne practische Wichtigkeit, da unter dem jetzigen System die Executiv- geschäfte des Geheimraths unter dem Cabinet stehen. Gladstone fügte auf weitere Fragen hinzu: Der Herzog behält feinen Platz in der Marineltste ohne Sold und ohne Befähigung zum activen Dienst, er behält den Platz in der Marineliste als Ehrenzeichen für lange, hervorragende Dienste. Bezüglich der Geheimraths-Stellung fei unter den obwaltenden Umständen nicht die Absicht einer Veränderung zu empfehlen. (Beifall.) _____________ Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 13. November. Es tritt neuerdings wieder daS Gerücht auf, daß die bisher unparteiischen, etwas zu den Confervativen hinneigenden Berliner Neuesten Nachrichten vom 1. Januar 1894 ab in ein Bismarckorgan verwandelt werden sollen. Als Leiter wird der bisherige Cor- respondent der Münchener Allgemeinen Zeitung, Jacobi, genannt. Eigenthümer sollen die Grafen Henkel von Donners- mark und Fürst von Fürstenberg werden. Berlin, 13. November. In der Bundesraths- fitzung vom Samstag ist der Gesetzentwurf betreffend die Gewährung einer Unterstützung an die Invaliden aus dem Kriege von 1870 einem Sonderausschüsse überwiesen worden. Zum RetchshauShalt 1894/95 wurden genehmigt die Etats der Marineverwaltung, der Eisenbahnverwaltung und der Verwaltungen des Auswärtigen Amtes, des ReichsamtS des Innern, des Reichseifenbahnamts und des Rechnungshofes; ferner wurden genehmigt der Besoldungs- und der Pensionsetat der Reichsbankbeamten für 1894 und der Etat der Schutzgebiete für 1894/95. Berlin, 13. November. Zur bevorstehenden Berathung der Steuergesetzentwürfe im Reichstage schreibt die „Nordd. Allg. Ztg." : „Wer die zur .Finanz- und Steuerpolitik gemachten Vorschläge ablehnen oder zu Fall bringen will, ist verpflichtet, sie durch bessere zu ersetzen; denn darüber kann kein Zweifel herrschen, daß der Beschluß des Reichstags nicht in ein Vacuum der Steuerfrage auslaufen kann, soviel man auch bisher gegen die gemachten Vorschläge protestirt hat, Niemand hat sie durch beffere zu ersetzen gewußt. Berlin, 13. November. Die vom Generalrath der deutschen Gewerkvereine gestern einberufene Versammlung aller Tabakinteresfenten Berlins protestirte nach dem Referate deS RedacteurS Goldschmidt gegen die geplante Tabakfabrikatsteuer und nahm eine Refolution an, in welcher der Reichstag ersucht wird, die Tabakfabrikatsteuer abzulehnen, da dieselbe eine schwere Schädigung der Tabakindustrte bedeute und 60000 Menschen arbeitslos machen werde. Berlin, 13. November. Auf einer Versammlung der revolutionären Metallarbeiter Berlins wurde die Gründung einer freien Vereinigung aller revolutionären Arbeiter be- fchloffen. Die Wörter Anarchist, anarchistisch ufw. werden ihres üblen Rufes wegen nach Möglichkeit vermieden. Wien, 13. November. Das Amtsblatt veröffentlicht ein Handschreiben deS Kaisers, wodurch daS Ent la ssun zöge such deS CabinetS Taaffe angenommen und ein neues Ministerium unter Leitung des Fürsten Windischgrätz ernannt wird. DaS neue Ministerium Windischgrätz legte gestern Mittag den Eid vor dem Kaiser in der Hofburg ab. Darauf fand der erste Ministerrath der neuen Regierung statt, auf welchem die Einberufung deS Parlament- beschloffen wurde. Die ParlawentSeröffnung findet demnach zwischen dem 20. bis 23. November statt. Paris, 13. November. Der Autoritv zufolge wird eine internationale Commission zusammentreien, um über Maßregeln gegen die Anarchisten zu berathen. Spanien soll die Initiative zu der Conferenz ergriffen haben. Paris, 13. November. Der „Figaro" erfährt, die Regierung sandte an die Beamten der spanischen Grenze den Befehl, die Anarchisten bis zur Ankunft der Specialbeamten auS Paris zu überwachen und alle verdächtigen Personen zu verhaften. Paris, 13. November. Großfürst und Großfürstin Wladimir reisen heute Abend nach Rußland ab. In Potsdam werden sie ihre Reife unterbrechen, um dem deutschen Kaiserpaar einen Besuch abzustatten. Paris, 14. November. Auf den früheren serbischen Gesandten Georgiewitsch wurde, als er in einem Restaurant dinirte, ein Arten tat Sv ersuch gemacht. Ein Schuhmacher brachte dem Gesandten mit einem Schuhmacher- meffer einen Stich in die rechte Seite 6ei; die Verwundung ist leicht, der Attentäter wurde verhaftet. London, '14. November. Nach einer Reutermeldung aus Iokohama vom 27. October kamen bei der letzten Ueber- schwemmung 532 Menschen um, 477 werden vermißt; 3772 Häuser sind zerstört, 34 Brücken weggeschwemmt, 144 Schiffe und 194 kleinere Boote gingen verloren. London, 14. November. Im Unterhaufe erklärte Gladstone, er halte den Zeitpunkt für gekommen, zwischen den Grubenbesitzern und den Bergleuten in den Kohlendtstricten zu vermitteln. Rosebery forderte die Vertreter beider Parteien zu sofortiger Conferenz auf, er werde gute Dienste zur Lösung der Streitfragen offeriren. Cocoie* tinfc provinzielle-. Hießen, den 14. November 1893. * * Auszeichnung. Se. König!. Hoheit der Grotzherzog hat dem Polizeidiener Johann Michael Kraus zu Homberg a. d. Ohm das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste" verliehen. * • Ernennungen. Ernannt wurden: der GerichtSvollizeher mit dem Amtssitze in Altenstadt Johannes Zacheis zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Friedberg, der GerichtSvollzieher-Aspirant Adam Kayser in Mainz zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Altenstadt. * * Pr'ämiirungen an der Weltansstellung in Chicago. Der Reichs-Commiffar für die Weltausstellung in Chicago, Herr Wermuth, veröffentlicht im Reichsanzeiger das Ver- zeichniß derjenigen Firmen, welche bisher mit Preisen bedacht wurden. Die Verhandlungen bezüglich der Prämiirung einer Anzahl weiterer Firmen befinden sich zur Zeit noch in der Schwebe. Die auf Grund der Preise auszugebenden Medaillen und Certificate sind dem Herrn Reichscommissar noch nicht zugegangen, doch wird auf Beschleunigung dieser Angelegenheit mit allem Nachdruck hingewirkt. Ferner ist in Betracht genommen worden, thunlichst bald Abdrücke der Medaillen zu beschaffen, welche demnächst den Ausstellern zur Verfügung gestellt werden. Bemerkt wird noch, daß nur ein einziger Preis zur Vertheilung gelangt, welcher auS einer Bronze-Medaille nebst einem die Vorzüge des prämiirten Gegenstandes hervorhebenden Certificat besteht. — Wir lassen nachstehend ein Verzeichniß der prämiirten Aussteller aus dem Großherzogthum Hessen folgen. 1) Sammel- Ausstellung des deutschen Buch-Gewerbes: Brühl'sche Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen; Frommann u. Morian, Darmstadt. 2) Nahrungsmittel rc.: Pfeiffer u. Diller, Horchheim bet Worms. 3) Sammel-Ausstellung der deutschen Bäder und Brunnen: Theodorshalle, Großherzoglich Hessische Saline und Bad. 4) Sammel - Ausstellung des Weinbaues und Weinhandels: Louis Guntrum,Bensheim; Josef Augstein, Bingen; I. P. Dern, Bingen; Feist & Reinach, Bingen und Mainz; Feyen L Schmitt, Bingen; Goebel, Ad. Söhne, Bingen; Heinrich Levi, Bingen; L. Mayer, Bingen; S. Rösch, Bingen; Josef Dolles, Bodenheim; Jean Müller, Flonheim; A. Werner, Flonheim; Gebrüder AvenariuS, Gaualgesheim; Friedrich Deister, Gaualgesheim; Heinrich Anton Feser, Gaualgesheim; M. Heymann Söhne, Gaualgesheim; Phil. Keßler, GaualgeSheim; V. Becker, Hahnheim und Zornheim; L. Marx-Schenk, Kempten bei Bingen; Heinrich Schäfer Ww., Laubenheim; Carl Heinrich Diehl & Co., Mainz; Josef Falk, Mainz; Finck-Haffner, Mainz und Laubenheim; Henckell & (So., Mainz; L. Lebrecht Sohn & Co., Mainz; Jacob Michel & Co., Mainz; G. Niederwiefen, Mainz; G. M. Pabstmann Sohn, Mainz; H. Sichel Söhne, Mainz; Anton Busch, Mainz - Kastel; Sebastian Balbach, jun., Nierstein; Philipp Gärtner, Nierstein; Wilhelm Panizza, Nierstein; Ph. Lederhos Söhne, Oberingelheim; Aug. Frowein'sche Gutsverwaltung, Oppenheim; Philipp Herzog, Oppenheim; Conrad Jungkcnn, Oppenheim; Leopold Levy, Oppenheim; W. Wallot & Söhne Nachfolger, Oppenheim; Ludw. Bretz, Welgesheim; I. Langenbach & Söhne, WormS; Wilh. Mahler, Worms; Peter Josef Valckenberg, Worms. 5) Sammel-Aus st ellung beS Obstbaues: Wilh. Laaf, Mainz. 6) Sammel-AuSstellung deS In- genieurwesens: Actien - Maschinenbauanstalt, vorm. Venuleth & Ellenberger in Darmstadt; Bürgermeisterei Darmstadt; Bürgermeisterei WormS; Großh. heff. Staats- Ministerium, beziehungSw. Finanz-Ministerium, Darmstadt. 7) Fuhrwerke und Transportmethoden auf gewöhnlichen Straßen: Dick & Kirschten, Offenbach a. M. 8) Ausstellung von Ehrengeschenken: Adressen- schrein auS Ebenholz und Silber. Ehrengabe Deutscher Industrieller an Se. Excellenz den Staatsminister v. Stosch, Holzarbeit dazu von A. Bemb6 In Mainz. — St. Georg, Silber auf Holzsockel, Eigenthümer Rittmeister v. CzarcynSki, Darmstadt. — Tischuhr in Bronze, versilbert und vergoldet, Besitzer M. v. Heyl in Darmstadt. — Duftgefäß, CocoSnuß in Silberfassung. Besitzer M. v. Heyl in Darmstadt. — Becher in Distelform, Silber. Besitzer I. C. Sck.ön* , WormS. — Weinkrug, GlaS in Fassung von vergoldn, Silber. Besitzer I. C. Schön in WormS. 9) Samm». Ausstellung chemischer und verwandter Erzen. nisse: E. Merck, Darmstadt. 10) Jngenieurwese öffentliche Arbeiten, constructive 9 rdjitectu • Director Kübel in Mainz. 11) Sammel-Ausstellung der deutschen Gesellschaft für Mech anik uri Optik: C. Slaudinger & Cie. Nachfolger v Gießen. 12) Merck Pavillon: E. Merck, Chem-z Fabrik in Darmstadt. 13) Garne und Gewebe: C->tct Langheinrich in Schlitz. 14) Juwelierwaaren ua Schmuckfachen: Martin Mayer in Mainz. 15) Fei, Lederwaaren: C. & 2D. Dillenberger in Offenbach und Carl Wagner jun. in Offenbach a. M. * * Gestohlen. In der Nacht von Sonntag aus 00?::, wurden aus einer SelterSwafferbude eine Partie Lebkochtr entwendet. * * Von hessischen Behörden werden steckbrieflich leihet Die Dienstmagd Elisabeths Heil von Gadernheim Amtsgericht Zwingenberg wegen BetrugS; die Magdalk:, Knell von Einselrhurm in Bayern, jetzt angeblich Johann Reinhard V. von Rhein-Dürkheim verheirch, von der Staatsanwaltschaft in Mainz wegen schweren stahlS; Bandagist Iwan Surofz, geboren zu NW» Nowgorod, zuletzt in Münster i. W., vom Amtsgericht Den. stadt I. wegen Strafverbüßung. * * Nachdem schon mehrere »Uitärische Hebungen j, Schneeschuhlausen abgehalten wurden, werden in diesem Ä:r.:tr größere Hebungen als bisher im S chneef chu hl anker, für das der Kaiser ein lebhaftes Interesse hat, stattsiadei. Mau ist an maßgebender Stelle mit den zur Zeit oorliegend Erfahrungen recht zufrieden, und cS sollen bereit- die tu gchendsten Erwägungen startgefunden Haden, ob nicht h- jeder Compagnie eine bestimmte Anzahl Schneeschuhläu'tr auszubilden wären. Zwar ist man in dieser Hinsicht n:r» zu keinem bestimmten Entschluß gekommen; allein die Äeiuhcte dieses Winters dürften denselben zeitigen. Man gebe-'t den Schneeschuh besonders im Vorposten- und Aufklärung», dienst, sowie für den Nachrichtendienst verwendbar zu irala Ebenso könnte der^Schneeschuh die Arbeiten der Telegraph» Abtheilungen beim Legen der Leitungen erleichtern. Er im Sanitätsdienst zu verwenden und er könnte das Velojipe.' ersetzen, wenn gute Communicationen fehlen. * * Sammelt die hangengebliebenen Blätter an Cbftbiietn Es ist wichtig, die noch an den Bäumen hängenden, Mntn eingewickelten Blätter zu sammeln und zu verbrennen, dieselben viele Eier und Puppen schädlicher Insekten, > namentlich die Eier deS dem Obstbau sehr gefährlichen _So > öfters" rc. enthalten. * ♦ DaS 20jährige Stiftung-fest deo Seebanbel btr hessischen landw. Genossenschaften wird kommenden Donnerdicj den 16. November d. I. zu Darmstadt im ftädtischei S a a l b a u unter überaus zahlreicher Betheiligung v-i Verbandsgenossen und Freunden der genossenschaftlichen seit gefeiert werden. *• Der Geschäftsführer der Deutschen Turuerschslt. Dr. med. Götze- Leipzig.Lindenau, richtet an alle Zürn» vereinS-Vorstände die Bitte, ihm die Anzahl derjenigen Tuxr« genossen, welche länger als 25 Jahre einem und demselben Turnverein ununterbrochen angehört und der Turnsache treu gedient haben, mit Namen, Stand und Dauer der Mitgliedschaft mittelst Postkarte baldigst mstzutheilen. Gleichzeitig bittet derselbe alle diejenigen Turnvereine, die in den letzten 10 Jahren Turnhallen erbaut haben, ihm die P.aue derselben für daS Archiv der Deutschen Turnerschaft emzusenden. Grünberg, 11. November. Bekanntlich bildet in unserer Gegend die Tuchweberei einen Haupterwerbszweig der fleißigen und genügsamen Bewohner. Besonders währe»' des Winters sind die ärmeren Leute fast nur auf die mW- volle Arbeit hinter dem Webstuhl angewiesen. Dicserikt denn auch in manchen Orten fast in jedem Hause anzutressin. und vom frühen Morgen bis zum späten Abend kann man das eintönige Geräusch deS ununterbrochen arbeitenden Web stuhlS vernehmen. In neuerer Zeit ist vornehmlich btt Wollindustrie in hoher Blüthe. Die verschiedenen Fabn kanten unsere- Städtchens versenden ihre verhältoißmaßiz sehr billigen Stoffe nach allen Gegenden unsere- Baier- landes, sogar noch west über dessen Grenzen hinaus. X- dieselben abgelegte wollene Kleider, wollene Lumpen u. s. w. zur Umarbeitung in Kauf nehmen, werden sie mit zahlreichrn Aufträgen bedacht und sind dadurch im Stande, eine Mengt Arbeiter zu beschäftigen. Diese — meisten- Bewohner der umliegenden Orte — haben auf diese Weise einen schönen und dauernden Verdienst, der um so größer ist, da "e meistens zu Hause arbeiten, also in der Familie essen tonnen. Gewöhnlich einmal in der Woche kommen sie dann hierher, um die gefertigten Stoffe abzuliefern und sich wieder nut dem nöthigen Garn für die kommende Woche zu oerftten. Während der Wintermonate kommen sogar wöchentlich zweimal Fuhren aus verschiedenen Orten, welche die Daarto hierher bringen und die Weber wieder mit neuem Matena! versorgen. — So ist für unsere Gegend die Wollindustrie ein großer Segen. D. Ztg. Büdingen, 13. November. Gestern Abend wurde von dem letzten Zuge der Nebenbahn Stockheim—Gedern ein Mann überfahren. Derselbe ist leben-geiährlich verletzt der Klinik in Gießen zugeführt worden, öl ist btel in diesem Jahre schon frer dritte derartige Fall auf dieser Strecke. Darmstadt, 10. November. Gestern waren aus dem Großh. Polizeiamte hier die hiesigen Armenärzte sowie der Kreisarzt erschienen, um über die Ausführung de- Gesetze-, betreffend „Die polizeiliche Beausichtigung btt Mi ethwohnungen und Schlafstellen", zu beratben. Auf Vorschlag de- Polizeirath- Fey erklärten sich die »v®tv ärzte in dankenSwerther Weife bereit, die Untersuchung und Vernmifchtes gssestdesNM, b tommenira Dorant-- nsta-//>Wnsch Slaufsichtigung der unter das Gesetz fallenden Miethwohnungen mb Schlafstellen in ihren Bezirken demnächst zu übernehmen, lud) die zum Zwecke der Ausführung des Gesetzes zu veran- iaCtenben Erhebungen und insbesondere die Entwürfe von nhebungsbogen für Miethwohnungen und Schlafstellen - r urden besprochen. Ebenso wurden eine Reihe von Fragen, welche die Verbesserung der Wohnungsoerhältnisie der unbemittelten Bevölkerung betreffen, erörtert. * Darmstadt, 13. November. Die älteste Verkäuferin auf dem hiesigen Wochenmarkt, die Obsthändlerin Marie Weber, ist in den letzten Tagen, 85 Jahre alt, im Elisabethen- ; tift gestorben. Sie hat tue Darmstädter Wochenmärkte über Itin halbes Jahrhundert lang beständig bezogen. Ende August d.J. loffte sie damit aushören. /\ Maiaz, 13. November. Die zur Berathung des Deinfteuergesetzentwurfs heute Morgen auf Veran- stasfung der Mainzer, Coblenzer und Wiesbadener Handels« IfcDttner hier eingeladene Versammlung der deutschen Handels« .'cmmern und landwirthschaftlichen Genoffenschaften war von I «mähernd 150 Delegirten besucht. Von Regierungsvertretern I' iwaren nur die Obersteuerräthe Engisch und Deisler von iTa.rmstadt erschienen. Von Minister Miquel ist kurz vor :3eßinn der Versammlung eine Depesche eingelaufen, des Jn- »MttS, daß mit Rücksicht auf eine nochmalige Weinenquete die ' tbrabsichtigte Entsendung eines Regierungsvcrtreters unmöglich gttoorden. Handelskammerpräsident C. St. Michel und Ober- biicgermeister Oechsner begrüßten die Stadtvertreter, ersterer ju einem Hoch auf den Deutschen Kaiser, Bundesfürsten und Bürgermeister der freien Städte auffordernd. Bet der hierauf 'folgenden Constituirung der Versammlung wurden auf Vor« Phd'liag des Reichsraths Dr. Buhl«DeideSheim die Präsidenten - si>tr zur Zusammenkunft einladenden Handelskammern, die Herren CoMmerzienrath Michel-Mainz, Wegeler-Coblenz und Köppe-Wiesbaden, als Vorsitzende bestimmt. Gemäß der Tagesordnung erstatteten hiernach die Herren ReichSrath pr. Buhl Deidesheim (über die Wirkung der Reichsweinsteuer '«us den Weinbau, Correferent Dr. Deinhard-Deidesheim), Commerzienrath Wegeler-Coblenz (Uber die Wirkungen der M chsweinsteuer auf den Weinhandel), Herr Fr. Kupferberg- , Äc inz (über die Wirkungen der Reichsweinsteuer auf die Sckaumweinindustrie) uirb Bürgermeister Hommel-Rappolts- Mlller (über die Wirkungen der Reichsweinsteuer auf die 'Lardessteuern) eingehende fachmännische Referate, die sämmt- lidi daraus hinausliefen, daß nach Annahme des neuen Suuerentwurss Weinproduction wie Wetnhandel total verrichtet würden. Nach sehr eingehenden Erörterungen Über tlc vielen Schattenseiten des Gesetzentwurfs und ausnahms> lasnr Derurtheilung desselben durch zahlreiche Delegirte nord« uni süddeutscher Handelskammern und landwirihschaftlicher Akvkinigungen wurden schließlich die Anträge der Bericht- tntatter einstimmig und unverändert angenommen. Nix i«, te sollen bereits ' J h°ben, ob rt Schnees in in dieser Hinfi; »men; alleinbie Citizen. ‘ md "st benueabbar Arbeiten ber^H "gen erleichi^ • er könnte toi ev fehlen, m Blatter ss Lift! lumen Hangenben, ■ und zu tierbrte schädlicher I W gesährlijs ^. OQ®mef.or 1 für Sie. ae und totn ®'-i, ■ b1" “l’s'V derger ln L1^ ch a. U i '-Sz> > ^boren;u bom^4; 'tid/ir SeeljelliW^ 1 genoisenichchiichene TenMkll Intir i, richtet an alb' e Anzahl derfemgri. jre einem und te« und der TumÄ' und Dauer bei ib-; mltzutheileu. (r‘- aerelne, bie in i»:1 ien, ihm bit:— i Turnerschasl eiW lanntlich bildet if -;,;i i HaupterM^^i-1 ier. BeM * e fast Bit auf die v angeolesen. £icV i M-ch W lüttn Abend U< rochen aMent - ;it vvmh° : Die nerschiedenu^ m ihre Segenden nnferei k ien Grenzen wollene W - verden sie im Stande, ein«-' . meistens Bem^ llese Weise einen - 1 so größer s' " m«°° f« *' ix« * M »ie »»t-i«; - W Ä -d-- f ®egtnb Stftent ®ni selbe >st g; jji btt Gester" [0Wit tu W’” s »W Spät»“. * Aus ElsatzLothringen, 12. November. Aus Nancy ttvtrd berichtet, daß daselbst fünf Deserteure des in Dieuze ^arrüsonirenden Infanterie.Regiments Nr. 136 angekommen fnb- Die Deserteure sollen beabsichtigen, in die Fremdenlegion einzutreten. ♦ In Neudorf (Bayern) erwarteten kürzlich die Kinder em-S Seilers, zwei Mädchen im Alter von 8 und 10 Jahren, b c Heimkehr des Vaters. Es war 7 Uhr Abends, da sagte bie ältere zur jüngeren Schwester: „Komm, wir verstecken linfl jetzt; wenn dann der Papa nach Hause kommt, so findet tr uns nicht." Damit krochen beide in eine Kiste, die zum jtufbewahren von Spänen diente. Unglücklicherweise fiel der ted’el zu, das Schloß schnappte ein, und die beiden Kleinen baren eingesperrt. Da sich Niemand in der Nähe befand, purden ihre Hilferufe nicht gehört. Als die ahnungslosen gltern beim Feuerwachen an bie Spänekiste kamen, sahen sie jn ihrem Schrecken, was vorgefallen war. Da lagen ihre Men Kinder, fest umklammert, aber regungslos da. Das «ältere Mädchen war bereits erstickt- das jüngere, bewußtlos, fim erst nach einigen Stunden wieder zu sich. * Etwas vom Pfarrer Kneipp. Wie gewöhnlich, so jtrelbt bie „Stobt. Volksztg.", saß am 25. October Mittags Sr. lwchwürbige Herr Pfarrer S e b. Kneipp im Refectorium tc. Dominikanerinnen-Klosters zu Tische, umgeben von ben Lcnfratres, bie augenblicklich hier der Wasserkur obliegen, als eine Schwester melbete, es sei eine Deputation öq, um bem Hcrrn Pfarrer zu gratuliren. In seiner bekannten gemüth- Efctn Weise antwortete er: „I Han nix dagege." Nunmehr traten sämmtliche zur Zeit hier roeitenben französischen Priester bin und brachten ihre Glückwünsche dar zu der hohen Aus- Mihnung, die ihm von Rom aus zu Theil geworden sei. Äk ganze Tischgesellschaft, darunter ein Bischof aus Galizien, au- auf's Höchste erstaunt und fragte verwundert: „Was ist ttj, Herr Pfarrer?" Er entgegnete: „I weiß nit; mer hat ar vor Tisch an Brief gebe, aber i han ihn nit aufgemacht!" Drauf legte er den Brief, der durch ein großes Siegel gihlossen war, auf den Tisch. Der Herr Bischof öffnete u|n; er enthielt in lateinischer Sprache bie Benachrichtigung tx.i ber Ernennung zum päpstlichen Geheimkämmerer. In bischer Sprache lautete er: „Seine Heiligkeit, Unser Herr, fyt bie Gnabe gehabt, ben Herrn Seb. Kneipp, Pfarrer von Drishosen in Bayern, seinen Geheimkämmerern beizuzählen. 2rr unterzeichnete Majorbomuö Sr. Heiligkeit beehrt sich, üt Ertheilung bieser Auszeichnung ergebenst mitzutheilen. 8om, den 17. October 1893. Francisco bella Volpe." (Zugleich schloß sich ber Herr Bischof im Namen aller An« tiiietiben den Glückwünschen ber Deputation an. Nach dem Awideffen brachten auch bie Dominikanerinnen ihre Glück- Llmjfche bar. Ein kleines weißgekleidetes Mädchen sollte ein Haschen sagen. Feierlich begann es: „Monsignore!" — »Machst be Dich fort!" erwiderte ber Angerebete. Das Sind, erschrak unb brachte kaum ein Berschen zu Stande. Den n-'.ue:-l feierlichen Titel war ber schlichte Pfarrer noch nicht ognvLhNt. * „Italien in Berlin". Dem „B. B. C." zufolge soll eine große italienische Ausstellung im nächsten Sommer für Berlin enbgillig gesichert sein. „Italien in Berlin" wirb sich dicht an ber Station „Zoologischer Garten" auf einem Platze von 30 240 Quabrat Metern ctablircn. Dort sollen solgenbe Baulichkeiten entstehen: Ein Theil von Venebig, ein Theil von Neapel, Rom, Florenz, Calabria unb Pompeji. In jcber Stabt werden bie betreffenben Nationaltrachten getragen, bie National- Jnbustrien ausgestellt, sowie bie National-Gerichte unb National- Getränke bargeboten. In Venebig werben Gondeln mit „echten Gondolieren" auf einem dazu angelegten Canale unter der Rialto-Brücke hindurch am St. Markusplatze vorbei ben Verkehr vermitteln, in Neapel werden angesichts des Hafens und des Vesuvs besonders bie ambulanten Nationalmusiker und Verkäufer intereffiren; in die naturgetreu imitirtc Grotte von Capri wird man zu Wasser gelangen. In der Calabria-Abtheilung werden Drangen, Mandarinen, Bergamotten , vierzig Sorten Citronen, Weintrauben an ben Fruchtbaumen prangen. In Pompeji soll man bie Erinnerungen an bie alte Stabt, Skulpturen rc. zu Kauf bekommen. * Soest, 10. November. In Folge ber Bahnhofsperre kam es am Sonntag Abenb in ben Wärtesälen unb auf ben Fluren beS Bahnhofgebäubes zu einer regelrechten Keilerei, bei ber Blut floß. Die Beamten wollten bas Publikum nur gegen Vorzeigung einer Bahnsteigkarte in bie Wartesäle ein» kaffen. Das Publikum griff barauf bie bienstthuenben Beamten an unb mißhanbelte sie. Der Streit nahm solche Ausbehnung an, baß ber Schalter geschloffen werben mußte. Nachbem bie herbeigeholte Polizei 10 bis 12 Personen verhaftet hatte, konnte ber Schalterbienst weiter fortgesiihrt werden. Der 8,39 von hier abführende Zug konnte erst um 9,10 abgelaffen werden. ♦ Seit wann ist Helgoland bewohnt? Jedenfalls seit der mittleren Steinzeit, das ist vor Kurzem bewiesen worden. Man fand aus Anlaß ber Befestigungsarbeiten zwei regelmäßig gearbeitete unb polirte Feuersteinbeile von 20 unb 13 Zentimeter Länge, baS eine in ber Mitte bes Oberlandes, das andere an ber Norbspitze, jebes 1 Meter tief im Sanbe. Beibe zeigen bie gleiche Art, wie bie in Schleswig-Holstein unb in Hannover in großer Masse gefunbenen. Man will auch Spuren einer Werkstätte gefunben haben, roh geschlagene Mesier, Abfallsplitter u. a., welche zusammen mit ben zwei Beilen bem Museum für Völkerkunbe in Berlin überwiesen würben. * Die in Chicago ausgestellt gewesenen Ehrengeschenke (Widmungen an Kaiser Wilhelm I., Kaiser Friebrtch, Kaiser Wilhelm II. und ben Prinzen Heinrich von Preußen, Ehrengaben für ben Fürsten Bismarck unb ben Grasen Moltke rc.) trafen in 47 Kisten am Montag mittelst bes Schuellbampfers „Saale" toieber in Bremerhaven ein. Bei bem hohen Werth ber ©egenftänbe sinb befonbere Vorsichtsmaßregeln für ben ganzen Transport getroffen gewesen. * Wer hat Lust? Eine zweibeutige Offerte ist in Frankfurt a. M. am Fenster einer Materialwaarenhandlung zu lesen: „Hier kann man Wichse bekommen!" Die Sache erinnert an ben Sachsenhäuser Wirth, ber im Jahre 1866 einem preußischen Offizier auf bie Anfrage: „Kann man hier Rum kriegen?" geantwortet haben soll: „Hier werb net rum- gekroche, hier setzt mer sich hien unb trinkt soin Aeppelwoin." * Liebenswürdiges Anerbieten. Vater (schreibt): „Wenn mein Junge roieber faul unb nachlässig ist, so bitte ich Sie, Herr Lehrer, ihn tüchtig burchzuhauen! Zn Gegenbiensten jeber Zeit gern bereit!" * Empfehlung. Frau (bei Ausnahme ber neuen Köchin): „Sie haben auch einen Geliebten?,, — Köchin: „Ja, aber er hat sehr wenig Appetit." ♦ Universität — angenehme Zugabe! Der Pebell einer Universität brachte bei seiner Wohnung zu ebener Erbe solgenbe Ankünbigung an: „Nehme Herren Stubenten in Kost unb Wohnung auf. Universität im Hause." ♦ Ans ber Schule. Lehrer (bespricht bie Brechung ber Lichtstrahlen im Wasser unb sieht, baß ber Schüler Meier unaufmerksam ist): „Meier, wovon sprachen wir eben ?" — Meier: „Vom Licht, wenn es ins Wasser fällt . . ." — „Nun, was geschieht bann?" — Meier: „Es . . . geht aus." Schifssnachvichten. Hamburg, 10. November. Der Hamburger Doppelschrauben- Schnelldampfer '„Fürst Bismarck", CapttLn Albers, der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt-Aclten-Gesellschaft, welcher am 3. Novbr. von Southampton abgegangeu, ist am 9. November, 11 Uhr Abends, wohlbehalten in Newyork angekommen. Reisedauer von Hamburg bis Newyork 7 Tage 14 Stunden 45 Mtn. Oceansahtt von Southampton 6 Tage 14 Stunden 50 Mtn., von Queenstown aus gerechnet pur 5 Tage 23 Stunden 50 Mtn. SÄ SÄ Hamburg, 10. November. Der Hamburger Dampfer „Cali- fornta", Capitän Dempwolf, von der Hamburg-Amerikantschen Packet- fahrt-Actim-Gesellschaft, tst am 9. November, 5 Uhr Nachmittags, von Hamburg und Antwerpm wohlbehalten in Montreal angekommen. Verkehr, Land- nnd VoLkrwirthschaft. ÄUftttt# 14. November. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter vr. Dst>. X 1.00-1,10, Hühnereier per Stück 7—8 A. 2 Stück — 4, Mfe pr. St. 4—8 4, Käsematte pr. St. 3 X Erbsen vr. Liter 17 H, Linsen vr. Liter 28 4, Tauben pr. Baar x 0.69—0,70, Hühner pr. Stück X 0,90—1,00, Hahnen pr. ®t X 0,60—1,00, Enten pr. ©t X 1,40 bis 1,60, Ochseufleisch vr. Md 62—68 Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 50—56 Schweine, fleisch pr. Pfd. 60-70 H, Kalbfleisch pr. Pfd. 50—56 A, Hammelfleisch pr. Pfd. 40—60 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 3,50—4,50 X. Weißkraut vr. Stück 4-10-Ä. Zwiebeln pr. Centner 7,00—8,00 X, Milch pr. 8tter 16-20 X Gänse pr. Pfd. 42—54 A Srürrberg, 13. November. Der am d er floffenen Donnerstag dahier abgehaltene zweite GalluSmarkt nahm bei dem jetzig schönen Herbstwetter einen recht guten Verlaus. Der Viehmarkt war mit Rindvieh unb Schweinen sehr stark befahren. Der Handel zeigte beim Rindvich Fluß und die Preise müssen für gute Exemplare als gut bezeichnet werden. Allerdings waren auch schlechte Stücke vorhanden, für die geringe Preise bezahlt wurden. Auf dem Schweinemarkt zeigte sich ein sehr bewegter Handel bei starkem Angebot und eben solcher Nachfrage. Bezahlt wurden hohe Preise, für da- Paar Ferkel geringerer Art 30 bis 40 Mk. im Durchschnitt, für bessere Sorte 60 bis 70 Mk. Das Paar Läufer wurde mit 80 bi8 90 und 90 bis 100 Mk. bezahlt. Ter Markt war überhaupt stark und gut besucht und konnten die Krämer, namentlich bU mit Winterwaaren, mit ihrem Absatz zufrieden sein. Herborn (an ber Köln-Gießener Eifendahn), 13. November. Aus ben heutigen hiesigen Markt wurden gebiactzt: 848 Ochsen, Kühe unb Rinder und 662 Schweine. Der nächste Markt ist am 4. December I. I. Citeratar unö Ivnnft — Meisterwerke der Holzschneidekunst au8 dem Gebiete ber Architectur, Sculptur unb Malerei. Sechzehnter Band. Erste Lieferung. Preis 1 Mk. Verlaß von I. I. Weber in Leipzig. Fünfzehn Jahre sind bis auf den heutigen Tag dahingegangen, feit bie „Meisterwerke ber Holzschneidekunst" ihren Weg burch bie kunstsinnige Welt eingeschlagen unb ihrerseits nach Möglichkeit dazu betgetragen haben, die Freude an den Werken der bildenden Künste in ben Kreisen zu pflegen unb zu verbreiten, wo trotz ber Eoncurrenz der photographischen Veroielsältigungsartkn der Holzschnitt noch fein Anfehen von ehemals genießt unb als eine geschätzte unb gern gesehene Kunst Freunde hat und sich erhält. Und diese große Anzahl von Freunden und die weite Verbreitung, die den Meisterwerken in allen Ländern zu Theil geworden ist, diese Thatsachcn sind eS gerade, die bie Verlagshandlung mit dem Beginne eines jeden neuen Jahrganges bie Versicherung ausfprechen lassen, daß ber Bllberschmuck der „Meisterwerke" noch wie vor dem 9lamen dieser Ehre machen und ihren Rus nach Kräften verbreiten soll. Das erste Heft deS 16. Bandes enthält außer einer Abhandlung über Kronprinz Ludwig von Bayern in Rom folgende Abbildungen: Kronprinz Ludwig von Bayern im Künstlerkreise zu Rom am 27. Februar 1824. Nach bem Gemälde von Franz Catel. — Ein neues Bilderbuch. Nach bem Gemälde von Hermann Kaulbach. — Christus und ber reiche Jüngling. Nach bem Gemälbe von E. von Gebharbt. — Der Erstgeborene. Stach bem Gemälbe von E. Lanzerotto. — Und trotzbem Könta! Nach bem Gemälde von G. Wertheimer. — Zum Feste geschmückt. Nach bem Gemälbe von L. Fortundkt. — Prozession in Gastein. Nach bem Gemälbe von A. Menzel. — Der Albulapaß in Graubünden. Nach dem Gemälde von E. Ludwig. — Ein Odeonsconcert in München. Ortgtnalzetchnung von R. Neinicke. — Der gefangene Fischer. Gruppe von A. Marinas-Garcia. Ca. 6000 Stück Seidenstoffe — ab eigener Fabrik — schwarze, weiße u. farbige d. 75 Pf. bis Mk. 18.65 pr Meter — glatt, gestreift, Fordert, gemustert, Damaste rc. (circa 240 versch. Qual, und 2000 versch. 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Alle bisher hierzu verwenbeten Mittel sind -jetzt überholt durch das schnell populär geworbene in fast allen Apotheken unb Droguerien in Zinntuben unb Blechdosen zu billigen Preisen käufliche Lanolln-Toilette-Eream-Lanoli«, bas sich leicht in bie Haut einreibt, ihr bie natürliche Geschmeibigkeit wleber- fliebt unb bei kleinen Branb- unb Schnittwunden, sowie bei allen Hautunreinheiten, wie Pickel, Flechten, Ausschläge, Wundseln bei Kindern rote bei Erwachsenen, ein sicheres, schnell wirkendes Mittel ist. — Auch bei Kinderkrankheiten, wie Windpocken, Scharlach, Masern, Rötheln, wird das Lanolin-Toiletle-Cream-Lanolin neuerdings als vorzügliches Mittel zur Beseitigung des so lästigen Juckreizes — bei Kinderkrankheiten als einzig vorzügliches Mittel dieser Art — ärztlicherseits empfohlen. Außerdem wird das „Lanolin- Toilette - Cream - Lanolin" als das beste Mittel zur Erzielung unb Erhaltung eine? schönen Teints ganz allgemein empfohlen._________ •86- Die weltbekannte Berliner NLHmaschtnenfabrir M. Jacobsohn, Berlin, Linienstraße 126, Lieferantin für Lehrer» und Beamtenveretne, versendet die neueste hocharmige Singer- Nähmaschine für M. 50.— bei Mäßiger Probezeit. In allen Städten Deutschlands können Maschinen, welche an Private unb Beamte schon geliefert wurden, besichtigt werden- Auf Wunsch werden Zeichnungen und Anerkennungsschreiben zugesandt. [9066 Bekanntmachung. Aufschrift der Postsendungen. Zur Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der Postsendungen müssen ans denselben Empfänger und Bestimmungsort so genau bezeichnet sein, daß jeder Ungewißheit vorgebeugt wird. Dabei find namentlich folgende Punkte zu beachtm: 1. Bei Postsendungen nach größeren Orlen ist in der Aufschrift die Wohnung des Empfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist es von Wichtigkeit, daß die WohnungSangabe stets an derselben Stelle der Ausschrist, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge. 2. Auf ben nach Berlin bestimmten Senbungen Ist, außer der Wohnung deS Empfängers, der Postbezirk (0., NO. k.), in welchem die Wohnung fich befindet, hinter der Ottsbe- zeichnung „Berlin" zu vermerkm. 3. Gibt eS mit dem Bestimmungsorte gleich ober ähnlich lautende Postorte, so ist dem OttSnamm eine zusätzliche Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postverkehr als maßgebend anzusehen find, ergibt sich auS bem „Verzeichniß gleichnamiger ober ähnlich lautenber Post- orte", das jum Preise von 10 Pf. durch Vermittlung jeder ReichS-Postanstalt bezogen roerben kann. 4. Wenn ber im Reichs Postgebiet belegene Bestimmungsort zwar mit einer Postanstalt versehen, dessenungeachtet aber nicht als allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt es sich, die Lage des OrtS in ber Aufschrift ber Senbung noch deS NSHeren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen eignet fich die Angabe deS Staates unb bei größeren Staaten des politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. s. w.), in welchem der Bestimmungsort belegen ist, ober auch die Angabe von größeren Flüssen [(Oder), (Elbe), (Rhein), (Main) rc.), ober von Gebirgen [(Harz), (Riesengebftge) rc.) Nicht mtnbä finb zusätzliche Bezeichnungen, wie [(Thüringen), (Altmark), (Lausitz) ic.) für ben Zweck geeignet. 5. Auf Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer bem eigentlichen Bestimmungsorte noch biejenige Post- anstalt anzugeben, von welcher aus bie Bestellung ber Senbung an ben Empfänger bewirkt werben bez. bie Abholung erfolgen soll. 6. Wenn ber Bestimmungsort einer Senbung in einem fr em ben Postgebiete belegen unb zu ben weniger bekannten Otten »u rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch ba8 betreffende ßanb bez. der LandeStheil auf ber Senbung anzugeben. Die Beachtung dieser Punkte rotrb zur Herbeiführung einet schleunigen Ueberlunft ber Senbungen an den Empfänger wesentlich beitragen, und eS liegt daher im eigenen Interesse ber Absender, die Aufschriften der Sendungen hiernach genau anjufertigen. Giessener Concertverein. 9520 W 9515 a. Am Mittwoch den 15. November 9443 Frz Schubert. steigert werden. Rob. Schumann. Gnauth. 9521 5. 1319 Lieder mit Clavierbegleitung: 6. Weserstrahe 12, I. zu verkaufen. a. wird gesucht. b. Chirurgische Klinik. c. Ad. Jensen. Stril * Gnauth. 9522 tem Preise zu haben. [9424 billigen Preisen bei Sonnen straj «rStzte Auswahl. Vtlltgst- Preise i VllMlili in großer Auswahl empfiehlt zu billigen Preise» Cellarius. 9514 Verkauffür tiieMNen und Imgegend: («73 MF Bahnhofstraße 23. "WO 91(0 9508 Ludwig-Platz 1. RtWbotfOHuirt 5 p»L - Srvrkstrrtrr «a-k-Dt-ca-l 5 pthal-«.hn-«Lt. Gotthard-Baha-Lct. Schweizer StordosL-L^Rct. Mainzer E^v.-AcL Marienburger Vralbückinge Bückinge mm Koljtffrn gcränch. Flundern tw 138301 «er. KSnigS.Lam«h^»ct. Lendeuz: schwächer. 944U] Cin Dtenstnsüdche« gesucht. ! Schillerstrahe 27. Bekanntmachung. Das Abfallholz aus den städtischen Anlagen in der Südanlage, an Steins Karten, am Lutherberg und am L-ieseckerweg soll Donnerstag den 16. Novbr., Großherzogliche Bürgermeisterei Hausen. Schmandt. Die leeren Original-Fläschchen von 65 Pfennig werden zu 45 Pfennig unb diejenigen zu Mk. 110 zu 70 Pfennig mit Maggis Suppenwürze nachgeMi 192 l Atelier für Portraitsmalerei. Portraits nach Natur und Photographie in Oel und Krciie in künstlerischer Durchführung nach Carlsruhor Schule. ■ Fabrikmässiger Betrieb ausgeschlossen. ■ Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Versteigerung von Juhrlöhnen. Die Abfuhr von Dünger nach den städtischen Wiesen soll Samstag den IS. November, Borm. 11 Uhr, im Saale des alten Nathhauses öffentlich an den Wenigstnehmenden versteigert werden. Greben, den 14. November 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. eingetroffen. (Für Wiederoerkäufer billigste Preise). Otto Schaaf, Drogengeschäst, Selter-weg 39. vchl-He-«rs. 1 Uhr 15 Min. 85 00 4®/e Ung. Gold-Rente 99.70 50/0 3taL Smte 85.00 8®/0 Portugiesm 99.80 **/e Grtech. Monopol-LaL :to Fritz, Kunstmaler, Bleichstraase 24, Hinterhaus. Verdingung von Bauarbeiten. Zur Verdingung der beim Neubau des Amtsgerichts Schlitz erforderlichen Schreinerarbeiten, Glaserarbeiten, Roll- und Zugjalousieläden ist Termin auf Montag den 11. December d. I., Vorm. 11 Uhr, im Geschäftszimmer zu Schlitz anberaumt. Die Verdingungsunterlagen können im Geschäftszimmer eingeschen und von Großh. Kreisbauassessor Diehm zu Schlitz gegen portofreie Einsendung von 3,50 Mk. für die Schreinerarbeiten, 2,00 Mk. für die Glaserarbeiten und 80 Pfg. für die Noll- und Zugjalousieläden bezogen werden. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Alsfeld, am 11. November 1893. Großh. Kreisbauamt Alsfeld. Bekaimtimtzchim-. Spar- u.Ieihkasse Watzenborn-Steinberg (A.-E.j, Dienstag den 5. December l. I , Nachmittags 3 Uhr, findet eine außerordentliche (tzeneralversammluug im Saale fa Balthasar Schäfer VI. zu Steinberg statt. Tagesordnung: 1. Der Verhinderungsfall des Rechners, Beschwerde gegen die Ntuva^ 2. Abänderung des Statuts (§§ 15—25). 3. Ersetzung eines abhanden gekommenen Jnterimscheines. 4. Sonstige Angelegenheiten. o = ■ p Suppenwürze w- L. »alktzef Clavierbegleitung: Herr G. Trautmann aus Frankfurt a. M. 960 956 ft 20JH 90» 16.65 16.64 SourSbericht m E. Wasserschieben, BandgeschSst. Frankfurter Börse vom 14. November 1893. Montag, 20. November, Mittags 2 Uhr, sollen im Pfandlocale Selteröweg Nr. 11 zu Gießen gegen Baarzahlung versteigert werden: drei vollständige Betten, Zwei Wagen, ein Pferd, zwei Kühe, sowie HauS- gcräihe aller Art. Die Versteigerung findet thetlweise bestimmt statt. 19517 Hemmer, Pfandmetster. Zweites Concert (102. Vereinejahr) Sonntag, 19. November 1893, Abends 5 Uhr, im Saale des Geaellschaftevereina unter Leitung des Grossh. Universität« - Musikdirectors Herrn Adolf Felchner und Mitwirkung der Concertsängerin Frau Luise Geller au* Magdeburg und des durch auswärtige Künstler verstärkten Vereinsorchesters. ______________Der Vorstand. Oberhessische Gesellschaft für Natur- u. Heilkunde. Lithauisches Lied“ . . von Von ewiger Liebe“ . . von Murmelndes Lüftchen“ etc. von Schellfische U. Cabliau A. Krctzschmar, Sürtdjncr, frisch und billig im .Redstock*. (9527 1 M «arttplatz 2». 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Ouvertüre z. Op. „Faniska“ . von L. Cherubini. 4. Lieder mit Clavierbegleitung: Kachm ittag^ 2 Ul ecDbai, tomnobm, m SS% MOB .< -ricgki.i ovalerE txfiinf, 1 vlohkanen Ibö Bluwmv W, 1 trt, 1 Wage Gießener Eisverein. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß die beim Umgang des Diener» nicht in Empfang genommenen Mitgliedskarten bis zum 2V. d. M. bei :- Friseur Gerhardt, Lindenplatz abgeholt werden funim Wer die Quittung bi» zum 20. d. M. an obengevan llt Stelle nicht abgeholt, gilt nach § 9, 10 der ^tah.i/,4 Uhr, "I „ Schellfische an Ort und Stelle meistbietend ver- . treffen jede Woche dreimal frisch ein in WermielljmMn. 9532] Kleine Wohnung, zwei Treppen hoch, zu oermiethen. Mllblgasse 14. 1409] Mansardenztmmer mit Cabtnet und Zubehör für eine ruhlge ältere Dame zu vermieten. StähereS NahrungSberg 8 tm NcbenhauS 53 A. Fangmann, BahnhoMraße Champagnerkellerei h. J. D’Ester, Vallendar a Rh. gegründet 1769. lut btt 8r>-dr , .,hii bebürftig« ' iebenbi & , 150 fflt ">d 4n* 30. ■-»« 3' 9‘ gilben, @ Backzuthaten aller Art, in bekannten bewährten Qualitäten und 1 Die Krähe“ 9525] Verloren goldene Damen« uhr fammt Kette auf dem Wege nach StetnS Garten. Gegen Belohnung abzu- gcben__MäuSburg 4 9511] verloren ein Herren Handschuh von der Heuchelheimer Chauffee bis »ur Schillerstrahe. Abzugeben gegen Be- lobnung Schillerstraße 24. 9513] Gesucht ein oder zwei schön möblirte Zimmer mit Preisangabe im Lüden der Ltadt. Offerten unter A. V. an die «xped. d. BI.__ 8960] Dank. Seit einem Jahr litt ich an sehr schwerem chronischen Magen- und Darmcatarrh, Leberanschwellung u. Herzverfettung, wie die Herren Aerzte und Professorenconstattrten Alle verschriebenen Mittel, auch eine Brunnencur halfen leider aar nicht. DaS Uebel blieb unverändert. Da bat ich Herrn Or. Bolbeding in Düsseldorf um Hülse und wurde ich von meinem schweren, schon für unheilbar ge, haltenen Leiden in drei Monaten vollständig geheilt, so daß ich wieder all meiner Arbeit nachgehrn kann Dem Herrn Dr. Bolbeding meinen besten innigsten Dank. Pirmasens (Rhetnpf) Jao. Jünger, GypS- u. Stuckgesch. Detail-Neifender. 9518] Für ein Manufacturwaaren» Geschäft wird per 1. Januar, eventuell 1. Februar 1894 ein tüchtiger Detail« Reisender gesucht. Offerten mit GehaltSansprüchen bei freier Station und Angabe der seitherigen Tbätig, keit unter Chiffre Nr. 9518 an die Erped. d. Bl. erbeten._______________________[9518 9227] Ein junger angehender LornrntS ür ein Fabrik-Comptoir fofort gesucht. Schrift!. Offerten mit GehaltSansprüchen unter X. W. an die Exped. d. Bl. erbet. 9509] Für ein Eisengeschäft wird ein angehender EornrntS oder Lehrling ge- ucht. Näheres bet der Exped. d. Bl. 9510] EtnInnge, 17 Jahre alt, welcher höhere Schulen genossen, sucht Stelle an einem Comptoir als Lehrling) Referenten zur Seite Offerten unter K. (». an die kxped. d. Bl. erbeten_____________________ 9467] Ein Lehrling gesucht. G. Guter, Schmiedmetster. Fuhrmann gesucht. 9354] Ein nüchterner tüchtiger ktznhrvnecht, der gut mit «uf« und «vladen umgehen kann, zu zwei Pferden auf Weihnachten, event. früher, gesucht. Näheres in der «xped. d. BL Gesucht auf Weihnachten ein in HauSarbett und Küche erfahrene- Dienstmädchen. Frau « mma » nauth , Äeifgeöotencs. Pr. Hammelfleisch, a Pfd. 40 Pfg. [9523 PH. Malkornefius, 19 Nläusbnrg 19. Wallnüfic Hasclnüfie Tafelmandel» Tnfclrofinc» Tafelfcigen in neuer bester Waare empfiehlt 852v Emil Fischbach. Ein Dienstmädchen (6niflogcn‘@»Ä**' [9512__«estoaloß. 7. 9490] chauSbursche , Autzh. a rm« Tage gesucht. Näh. in der diptb d. 9! fst. 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