"«iS in der i.i —au u« zu vemietben, alSbalb __ Baimdoisiraßc b. Mine, * s* 3ebf‘ gute mhs El||et550- tsrÄft* MQSi __Ä5 ar®^n.8 VZM Maden r 6tm Symnastv» lanlage 5 tun, 9 [WM Mt Wohnung von 5 Zimmern u. Zu« n deh. zu vermieihen. ’ *^620] eilte«871 l"8. 6 Öimmtr mit Zu- zn vrmiethm; dieselbe !vem Hr. Baumstr. Traber zu j. Zeit angesehen w. lbrrger.Südanlllge 20. s i« ytotiB titt-. Chr. Wallenfels, ____Katttplah.______ Dobnung von 4 Zimmern !mlicbkeüen ju vrrmiethm. kitt, Ludwigstraße 14. »Uu.gesun-eWohnung ♦ 1. ßcto&tr ait in Bttmlttfftn. 6 480 Katt. -DU 2. ttol h sreuEtzePaunec Ion, «ütze, MttUV immttldjem Zubehör. erlterSweg 20. leineS und ein großes mib- iu oermiethen. r. Krvtig, Asterweg 5. rteS Zimmer ju oermiethen Olockfiraße 2, HL Stock. möbl Zimmer zu oer- ^*öirÄ^—- i——~__®unoQnn. 7 SSiisS- feejäÄ Waß das Militärische Interesse an den Manövern ein so eminentes ei, daß dagegen dieser Nothstand zurücktreten müßte. Preußischer Kriegsminister v. Kaltenborn-Stachau: Von dem Augenblicke an, da die Nachrichten über die Futternoth eintrafen, ist die preußische Regierung dieser Frage näher getreten. Sie ist auf Ersatz der Streumittel bedacht gewesen und hat die Füllung der Straßburger Magazine mit Fleischvorräthen angeordnet, wozu daS Vieh in Gegenden mit Futtermangel aufgekaust wird. (Beifall.) Die angestellten Umfragen über den theilweisen Ausfall der Manöver lauteten dahin, daß der Zeitpunkt noch nicht gekommen sei, eine mit Rücksicht aus die nöthige Ausbildung der Mannschaften so bedenkliche Maßregel zu beschließen. Dagegen sollen alle Vorkehrungen getroffen werden, damit durch die Manöver der Nothstand nicht verschärft werde. So werden u. A. Wasserwagen mitgeführt (Heiterkeit), selbstverständlich nur für die Fußtruppen, nicht zum Tränken der Pferde. Das ist eine Maßregel, die von den bethetligten Behörden sehr zweckmäßig erachtet wird. Abg. Broekmann (Ctr.) betont die Nothwendigkett des Wegfalls der Manöver in der besonders durch die Futternoth schwer heimgesuchten Rheinprovtnz. Abg. Dr. v. Frege (Cons.) begrüßt das Eintreten der National- liberalen für die landwtrthschastlichen Forderungen als die Morgen- röthe einer neuen Aera. (Heiterkeit.) Die Futternoth tritt glücklicherweise nicht überall in gleicher Schärfe aus; der Wunsch, daß in den Gegenden, in denen sie herrscht, die Manöver beschränkt werden, ist wohl berechtigt. Es ist dringend nöthig, daß namentlich dem kleinen Landwirth sein Viehbestand erhalten bleibt und nach dieser Richtung muß Alles geschehen, was geschehen kann. (Beifall.) Bundesbevollmächtigter General Lieut. v. Funk: Die Militärbehörde geht allenthalben im Einvernehmen mit den Etotlbehörden vor, damit überall den Verhältnissen Rechnung getragen werden kann. Abg. Burger (Centr.) spricht die dringende Bitte aus, daß in den Gegenden mit Futternoth die Manöver ausfallen. Wenn günstigeres Wetter eintritt, so entsteht die Gefahr, daß das, was noch wächst, ntedergetreten wird. Abg. Kröber (Vlksp.) verlangt Ausfall der Manöver in Mittel- franken, wo eine Futternoth herrsche, wie nie zuvor. Abg. Köhler (Reformp.) führt aus, daß die Bauern unter den augenblicklichen Verhältnissen die Last der Einquartirung nicht tragen können. Bayer. Kriegsminister v. Asch erklärt, daß in Bayern auf die Nothlage thunlichst Rücksicht werde genommen werden. Abg. Dr. Schoenlank (Soc.) ist von den Erklärungen des Kriegsmtnisters nicht befriedigt. Die Erleichterungen, welche derselbe ankündtgte, mögen solche für das Militär sein, für die Bevölkerung enthalten diese Maßregeln keine nennenswerthe Erleichrerung. Abg. Dr. Osann ist gleichfalls von den Erklärungen des preußischen Kliegsministers nicht befriedigt, die des bayerischen Kriegsministers seien um so dankenswerther. Abg. Frank (ratl.) bittet um Einstellung der Manöver in Baden. Abg. Kühn (Soc.) verlangt Aufhebung der Manöver im Interesse des kleinen Grundbesitzes; der Großgrundbesitz habe allerdings kein Interesse daran, daß die Manöver unterblieben. Abg. Schnaidt (Vlksp.) wünscht, daß die Manöver in Württemberg unterbleiben. Württembergischer Kriegsminister Schott von Schottenstein erwidert, daß die Militärverwaltung bemüht sei, die Quartierlast von den Gegenden fern zu halten, die von der Futternoth betroffen sind. Abg. Graf Limburg-Stirum (Eons.): Bei den vom preußischen Krtegsmintster in Aussicht gestellten Maßnahmen, als Magazinverpflegung u. dgl., sei eine Benachthctligung des kleinen ländlichen Besitzes ausgeschlossen. Abg. v. Grand-Ry (Centr.) befürwortet Ausfall der Manöver. Darauf wird die Debatte geschloffen. Die Interpellation der Socialdemokraten betr. den Empfang .öon Mitgliedern des aufgelösten Vereins „Fedelta" durch den Polizeipräsidenten Richter in Straßburg wird von der Tagesordnung abgesetzt, da Staatssecretär v. Bötticher dieselbe morgen beantworten will. Hierauf wird in die zweite Lesung der Militärvorlage ein- g< treten. Abg. Graf Hompesch (Centr.) verliest als Vorsitzender der Fraction des Centrums eine Erklärung desselben, durch welche die Charaktertsirung dieser Partei als eine demokratische durch den Reichskanzler zurückgewiesen wird. Das Centrum trete für die Rechte der katholischen Kirche, für die Erhaltung des föderativen Charakters des Reiches u. s. w. ein, stehe also auf conservativen Grundsätzen. Reichskanzler Graf Caprivi: Ich freue mich dieser Erklärung, werde aber, bevor ich mein Urtheil modifizire, die weitere praktische Entwickelung der Dinge abwarten. (Heiterkeit.) Abg. Dr. Lieber (C.) sucht in längerer Rede seine Kölner Rede, auf welche der Reichskanzler bei der ersten Lesung Bezug genommen, zu rechtfertigen. Das Centrum sei eine reichstreue Partei und müsse sich gerade deshalb gegen eine Ueberanspannung des Imperialismus und des UnitarismuS wenden. Der Reichskanzler glaube, es drehe sich Alles um ihn, während er sich selber gedreht habe. Er handle damit nach großen, aber nicht empfehlenswerthen Mustern. Das Centrum stimme gegen die Dorlaze, weil die Lasten für das Volk unerschwinglich seien und weil damit der erste Schritt zur vollen Durchführung der allgemeinen Dienstpflicht gethan werde. Reichskanzler Graf Caprivi: Ich werde wenigstens in der Kürze dem Vorredner über sein. Seine Rede enthielt ein unerfreuliches und ein erfreuliches Moment. Unerfreulich war die Behauptung, daß mein großer Vorgänger hier ein schlechtes Beispiel gegeben. Erfreulich war, daß er im Gegensatz zu dem Inhalte seiner Aschaffenburger Rede royalistische Gesinnungen bekundete: „tout pour le roia. Ich hoffe, daß Dr. Lieber an diesen königStrruen Gesinnungen festhalten möge. Abg. Weiß (srs. Volksp.) spricht gegen die Vorlage, durch welche das System des Militarismus weiter gefördert und dem Volke unerschwingliche Lasten aufgebürdet werden. Abg. Zimmermann erklärt Namens der antisemitischen Reformpartei deren Zustimmung zu der Vorlage, nachdem der Reichskanzler erklärt habe, daß von einer Erhöhung der Brau, und Branntweinsteuer keine Rede mehr sei und daß die Börsensteuer anders und einträglicher gestaltet werden soll. Dieses Versprechen sei ein bindendes und es sei zu erwarten, daß es ganz und voll gehalten werde. Seine Freunde wollen nicht durch ihre Stimmen die Ablehnung der Vorlage herbeiführen, weil daraus wtrthfchaftliche Nachtheile erwachsen und unser Ansehen im Auslande herabgesetzt würde. (Beifall). Abg. Gras Moltke (Rp.) tritt mit einemwarmmpatriotischen Appell für die Vorlage ein. Nachdem Abg. Dr. Lieber wiederholt, daß seine köntgstreue Gesinnung über jeden Zweifel sei, wird abgestimmt. Die Abstimmung erfolgt durch Namensaufruf und ergiebt 198 Stimmen für und 187 Stimmen gegen § 1, der die Friedens- Präsenzstärke auf 479229 Mann feststellt. 8 1 ist somit angenommen. Dafür stimmen Conservative, Reichspartei, Nationalliberale, Freisinnige Vereinigung, Deutsche Resormpartei und Polen, von den Wilden Graf Herbert Bismarck, Prinz Carolath und Rösicke und vom Centrum Prim Arenberg und Lender. Nicht anwesend sind u. A. Abgg. Ahlwardt und Liebermann von Sonnenberg. Zu Art. 2 begründet Abg. Prinz Carolath den von ihm gemeinsam mit dem Abg. Rösicke eingebrachten Antrag, die Einleitung des Artikels wie folgt zu fassen: „Für die Zeit vom 1. October 1893 bis zum 31. März 1899 treten bezüglich der activen Dienstpflicht folgende Bestimmungen in Kraft, welche für die spätere Zeit auch so lange gelten, als die Friedenspräsenzstärke nicht unter die im Art. 1, 8 1,1 bezeichneten Zahl herabgesetzt werden wird und die im S 2 vorgesehenen Neuformationen erhalten bleiben." Der Antrag bezwecke nur die Mehrheit für die Vorlage zu erhöhen und er werde auch dann für die Vorlage stimmen, wenn der Antrag abgelehnt werden sollte. Eine Zurücknahme der zweijährigen Dienstzeit würde so wie so undurchführbar sein. Abg. Frhr. v. Stumm erklärt sich gegen den Antrag und ersucht die Antragsteller, denselben zurückzunehmen. Reichskanzler Graf Caprivi: Der Antrag sei unschädlich, aber unnöthig. Er sei ermächtigt zu erklären, daß, wenn sich bei der Durchführung der zweijährigen Dienstzeit nicht unwiderstehliche Hindernisse Herausstellen, nicht die Absicht bestehe, nach Ablauf von 5 Jahren aus eine Verlängerung der Dienstzeit zurückzukommen. Abg. Dr. Bachem (Ctr.) spricht gegen den Antrag, der keine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung der Vorlage bedeute. Abg. v. Bennigsen: So lange der Antrag aufrecht erhalten werde, werden seine Freunde dafür stimmen, ohne aber das Schicksal der Vorlage mit dem Anträge zu verbinden. Abg. Frhr. v. Hültlingen (Rp.) nimmt im gleichen Sinne Stellung zu dem Anträge. Abg. Dr. Barth (fis. Ver.) wünscht die Annahme deS Antrags Carolath, um dem Lande Beruhigung über die Aufrechterhaltung der zweijährigen Dienstzeit zu schaffen. Es können künftig andere Anschauungen die Oberhand gewinnen und andere Leute an der Leitung der Geschäfte stehen. Abg. Frhr. v. Manteuffel (Cons.) stimmt mit seinen Freunden gegen den Antrag Carolath. Abg. Richter (srs. Volksp.): Der Antrag Carolath werde viel zu sehr aufgebauscht. Das Schicksal der Mllitärvorlage wird in der dritten Lesung viel mehr durch den Gesundheitszustand auf der e nen oder der anderen Sette des Hauses beeinflußt, als durch diesen Antrag, dessen Annahme ein ganzes Heer von Streitigkeiten im Gefolge haben würde. Abg. Rösicke erklärt, er würde den Antrag zurückziehen, wenn er nicht wüßte, daß er sofort von anderer Seite wieder auf- genommen werden würde. lieber den Antrag Carolath ist Abstimmung durch Namensaufruf beantragt, doch wird die Abstimmung auf morgen vertagt. Auf Antrag des Abg. v. Kardorsf setzt der Präsident eine neue Sitzung auf 51/» Uhr an mit der Tagesordnung: Nachttagsetat und Anleihegesetz. 6. Sitzung am 13. Zuli. Auf der Tagesordnung: erste Berathung der Gesetzentwürfe über den Nachtragsetat und die Anleihe. Beide Entwürfe werden der Budgetcommission überwiesen. Morgen 1 Uhr: Mtlitärvorlage, Nachtragsetat, Einstellung der Strafverfolgung gegen Ahlwardt, Interpellation von Bebel, Fedelta-Affaire betr. "■ -= Neueste Nachrichten. WolffS telegraphische« Correfpondenz-Bureau. Derby, 13. Juli. 25,000 Bergarbeiter erhielten die Benachrichtigung von einer 25procentigen Lohnherabsetzung. Newyork, 13. Juli. Der „N.-Y. Herold" meldet aus Managna: Der Bürgerkrieg in Nicaragua ist wieder ausgebrochen. Die Einwohner der Stadt Leon haben sich gegen die neue Regierung erhoben und halten den Prä- flbenten Machabo gefangen. E» find RegierungSttuppen nach Leon beorberr. Droschen bei vuremr e^CT*ae. Berlin, 14. Juli. Man hofft, bie Session de» Reichstages am SamSlag schließen zu können. Der Nachtrags- etat wirb in einer Sitzung ber Bubgetcommisfion erledigt sein und kann in zwei aneinander anschließenden Plenarsitzungen durchberathen werben. Die dritte Lesung der Militärvorlage^ kann am SamStag erfolgen. Bis zu der morgigen Abstimmung über § 2 der Militärvorlage mit dem Anträge Carolath werden noch große Anstrengungen gemacht, dem Anträge eine Mehrheit zu verschaffen. München, 13. Juli. Im 3. Feld . Aetillerie. Reg,, ment sind neuerdings 72 Mann an Unterleibstyphus erkrankt. Leipzig, 13. Juli. Vor dem Reichsgericht wurde heute die Revision Paasch gegen daS aus IJahr Gefängniß lautende Urtheil deS Landgerichts Berlin wegen Beleidigung de» Justizministers Schelling verhandelt. Daö Reichsgericht setzte die Verhandlung, bis ein Resultat über die Beobachtung de» Geisteszustandes Paasch vorliege, aus. Später erschien Paasch und erklärte, er sei zu dem Termine beurlaubt, konnte jedoch keine Bescheinigung darüber vorlegen. Wien, 13. Juli. DaS österreichisch ungarische Ausfuhr- verbot für Heu, Kleie, Stroh, Oelkuchen und getrocknete Schlempe tritt Anfangs nächster Woche in Kraft. Pari«. 14. Juli. Während eines heftigen Gewitters ertranken gestern drei Arbeiter, welche im AbzugScanal arbeiteten. London, 13. Juli. SS verlautet, Kaiser Wilhelm statte Ende August der Königin Victoria in OSborne einen Besuch ab. Petersburg, 13. Juli. In Podo lien wurden in der letzten Woche mehrere hundert Cholera-Erkrankungen constatirt. Petersburg, 13. Juli. In Nifchn i - N ow g or o d kamen vereinzelte Cholera-Erkrankungen vor. Cocafcs ttttö provinzielle-. Gießen, 14. Juli 1898. Sitzung Sroßh. Handelskammer vom 6. Juli 1893. Anwesend die Herren Koch, Scheel, Heichelheim, Homberger, Klingspor, Kraatz, Wortmann. — Verschiedene Handeltreibende auS Hungen, Langsdorf und Lich haben der Kammer eine an Großherzogl. Direction der Oberhessischen Eisenbahnen gerichtete Eingabe zur Unterstützung übersandt, in welcher beantragt wird, den ersten von Nidda nach Gießen abgehenden Zug Nr. 10 im nächsten Wintersahrplan um dieselbe Zett, um welcher er nach dem Sommerfahrplan abfährt, ab gehen zu lassen. Als Hauptgrund für die gewünschte Aenderung wird angeführt, daß eS sonst den mit diesem Zuge ankommenden Reisenden nicht möglich ist, directen Anschluß nach Frankfurt a. M. und Köln zu erhalten. Die Kammer hat Unterstützung der Eingabe beschlossen. — Die Köntgl. Eisenbahn - Direction Hannover theilt der Kammer mit, daß sie dem von der Kammer kürzlich gestellten Anträge entsprechend vom 1. August l. IS. an Rückfahrkarten von Gießen nach Alzey einführen wird. — Es gehen der Kammer Nachrichten zu über zweifelhafte Firmen in den Niederlanden. Wegen näherer Auskunft wollen sich Interessenten an die Kammer wenden. * * Schwindler. Am 6. l. MtS. versuchte ein hier zugereister Schwindler bei den hiesigen Obst- und Gemüsehändlern für ein Frankfurter HauS Gelder einzukassiren, waS ihm auch in einem Falle gelang. Der Betrüger ist bereits von der Polizei ermittelt. • * DaS Gesetz, die polizeiliche Beaufsichtigung von Mieth- Wohnungen und Schlafstelle» betr., sagt in seinen Hauptbestimmungen u. A., daß die Gesundheitsbeamten des Staates und die Ort-Polizeibehörden, sowie die von den letzteren Beauftragten befugt sind, die zum Vermiethen bestimmten Wohnungen und Schlafstellen einer Untersuchung in der Richtung zu unterwerfen, ob au- deren Benutzung zum Wohnen oder Schlafen Nachtheile für die Gesundheit oder Sittlichkeit nicht zu besorgen sind. Gleiche Besugntß steht den genannten Organen bezüglich der Schlafräume zu, welche von Arbeitgebern ihren Arbeitern (Lehrlingen, Gesellen, Ge- Hülsen, Dienstboten ic.) zugewiescn werden. Durch Polizeiverordnung kann für Miethwohnungen, die aus drei oder weniger Räumen, an» Kellergeschossen rc. bestehen, ein Mindestmaß von Lustraum vorgeschricben werden, welches für jeden Bewohner in dem vcrmielheten Raume vorhanden sein muß. Gleiche Vorschrift kann für Arbeitgeber bezüglich der ihren Arbeitern (Lehrlingen, Gesellen, Gehülsen, Dienst- boren :c.) zngewirsenen Schlafräume erlaffen werden. Für die zur vcrmiethung von Schlafstellen bestimmten Räume hat die Polizeibehörde festzusetzen, wie viel Luftraum für jede aufzunehmende Person vorhanden sein muß. Hierbei ist davon auSzngehen, daß mindestens 10 Kubikmeter Luftraum für jede in einem Schlafraume zuznlassende Person erforderlich sind. Auf Grund dieser Festsetzung hat die Ortöpolizeibc- Hörde die Zahl der zur Beherbergung in jedem Schlafraume höchstens zuzulaffenden Personen zu best mmen. Diese Zahl ist in dauerhafter, leicht erkennbarer Weise an der Eingang», thüre anzuschreiben oder anzufchlagen. Derjenige, für dessen Rechnung eine Wohnung erstmals vermiethet wird, oder besten Vertreter ist verpstichtet, hiervon vor dem Einzuge be» Miether» der Ortspolizeibehörde Anzeige zu machen, wenn entweder 1) die Miethwohnung (einschließlich der Küche und ausschließlich solcher Räume, die in Astermiethe gegeben oder von anderen Personen regelmäßig mitbenutzt werden) auS drei oder weniger Räumen besteht, oder 2) Kellergeschosse oder nicht unterkellerte Räume, deren Fußboden nicht mindesten» 0,26 Meter über Erde gelegen ist, oder 3) unmittelbar unter Dach (ohne Zwischendecke) befindliche Räume zum Wohnen vermiethet werden sollen. Die Anzeige muß Auskunft geben über den Eigenthümer, sowie die Lage oeS Hause» nach Straße und Nummer, die Lage der Wohnung (ob im Haupt- oder Nebengebäude, und in welchem Stockwerk), bic Anzahl und Bestimmung der Räume, den Beruf deS MtttherS, fein Berhältniß zu den in feiner Hausgemeinschaft befindlichen Personen, sowie Namen und Alter derselben. Die Ber- mielher sogenannter möblirier Wohnungen sind von dieser Anzeigepflicht befreit, wenn und so lange der MiethpreiS für daS Zimmer den Betrag von monatlich 8 Mark überschreitet. Der OrtSpolizeibehörde ist ferner binnen einer Woche Anzeige zu machen, wenn in der Person de» Dermiether» oder Miether« einer Wohnung der bezeichneten Art eine Aenderung eintritt, oder wenn durch Verminderung der Zahl der Mieth- räume oder durch Aftervermiethung die Wohnung nachträglich anzeigepflichtig wird. Wer dritten, nicht zu seiner Familie gehörigen Personen Schlafstellen, mit oder ohne Berechtigung zum Aufenthalt über Tag, vermiethet, hat hiervon vor Beginn der Miethbenutzung der OrtSpolizeibehörde Anzeige zu machen. Die Anzeige muß Auskunft geben über Lage deS Hause» nach Straße und Nummer, sowie über den Ber- miether, Lage, Länge, Breite und Höhe der zu Schlafstellen bestimmten Räume, die Anzahl der in jedem einzelnen Raume vorhandenen Schlafstellen, von jedem Wechsel in der Person des DermietherS der Schlafstellen hat der neue Bermiether der Polizeibehörde binnen einer Woche Anzeige zu machen. Die Polizeibehörde kann die miethweise Benutzung einer gesundheitsschädlichen Wohnung der in Artikel 4 bezeichneten Art entweder ganz untersagen, oder von der Beseitigung bestimmter, die Gesundheit gefährdender Ursachen abhängig machen. Der stets mit Gründen zu vergehende und dem Bermiether schriftlich zuzustellende Beschluß hat die Wirkung, daß die Wohnräume entweder überhaupt oder bis zur Beseitigung der daS Verbot begründenden Ursachen und daraufhin erfolgter Zurücknahme deS Verbots nicht miethweise henutzt werden dürfen. Heber Beschwerden gegen Verfügungen der Polizeibehörden entscheidet der Kreis-Ausschuß in erster, der Provinzial-AuSschuß endgiltig in zweiter Instanz. — DaS Gesetz tritt mit dem 1. April 1894 in Wirksamkeit. □ Ruppertenrod, 13. Juli. Einen solch gewitterreichen Tag wie den gestrigen haben wir in diesem Jahr noch nicht gehabt. Die Gewitter folgten Nachmittags in fast ununterbrochener Reihenfolge. Das schwerste Wetter entlud sich gegen Abend. Ein orkanartiger Wirbelwind ging ihm voraus. Er riß ganze Reihen von Ziegeln von den Dächern, deckte die Firsten ab, entwurzelte Obstbäume und brach die Neste von denselben. Vieles Obst wurde abgerissen. Der Blitz schlug drei Mal ein. Im Felde traf er einen Kornhaufen, der in Flammen aufging, im Dorfe schlug er in ein Wohnhaus, darin die ganze Bewoherschaft betäubend, ohne aber weiteren Schaden zu verursachen. Ein dritter Strahl fuhr in einen Wiesengrund. Die Gewitter haben endlich der lechzenden, ausgetrockneten Flur ergiebigen Regen gebracht und die Vegetation neu belebt. Da auch heute noch heftiger Gewitter-Regen auftritt, so erfährt jetzt erst der Erdboden die erste gründliche Durchfeuchtung seit dem Beginnen des Frühjahrs. Eine Besserung des Futternothstandes dürste sicher zu erwarten sein. □ Ruppertenrod, 13. Juli. Der gestrige Blitzschlag in daö Wohnzimmer des hiesigen Schmiedemeisters K. Schmidt ist als ein ebenso seltener, wie wissenschaftlich interessanter zu betrachten. Nicht die geringste Spur im Wohnzimmer selbst oder sonst am ganzen Hause ist von einem Blitzschlag bemerkbar. Dessenungeachtet hat dennoch ein Blitzschlag unzweifelhaft stattgefunden. Die drei im Zimmer befindlichen Personen, der Schmiedemeister, seine Frau und ein Geselle, erhielten zu gleicher Zeit einen starken Scklag auf den Kops, der sie betäubte und wankend machte. Der Meister fühlte sich außerdem vom Boden gehoben und auf die Seite gedrückt, so daß er zu Boden stürzte. Heute noch fühlt er sich körperlich unwohl. Von einem Feuerstrahl haben, außer dem Gesellen, der eine Flamme bemerkt haben will, die Personen nichts gesehen, auch den gewaltigen Donnerschlag nicht gehört. Die Schwester deS Schmieds, welche im nächsten Nachbarhause wohnt, sah mit ihrem Vater dem Einschlagen zu und bemerkte einen runden Feuerballen in der Größe eines kleinen Korbes. Nach diesen Erscheinungen ist es unzweifelhaft einer jener seltenen Kugelblitze gewesen, die sich an der Erdoberfläche entladen. DaS Wohnhaus deS Schmiedes befindet sich an einer sehr quellenreichen Stelle. — Zwischen Windhausen und Storndorf zerschmetterte der Blitz eine Telegraphen- stange. Lauterbach, 13. Juli. Die Freisinnigen , und ber größere Theil der Nationalliberalen gehen bei der Nachwahl im Wahlkreise AlSseld-Schotten-Lauterbach nun boch gemeinschaftlich vor. Als Candtdat, der sich der „Freisinnigen Bereinigung" anschließt, ist der frühere Reichstagsabgeordnete Wilbrandt aufgestellt. § Grebenhain, 12. Juli. Die ungünstigen Ernte-Au»- sichten, namentlich in Bezug auf Futter, drücken auch auf die Holzpreise, wie auS dem Ergebnisse der gestern in hiesiger Oberfvrsterei abgehaltenen Holzverfteigerung im Clubhause auf dem HoherodSkopf ersichtlich ist. ES wurden folgende, seit Menschengedenken nicht erinnerliche niedere Preise erzielt: Buchen Scheitholz 1. Kl. 2 bi« 2,50 Mk., Buchen-Scheitholz 2. Kl. 1 bis 1,20 Mk., Buchen Prügel 1. Kl. 1 bis 1,20 Mk, 2. Kl. 0,80 bi» 1 Mk., Buchen- Reisig 10 dis 15 Pfg. und Buchen Stöcke 1 bis 1,50 Mk., alle» per Raummeter. Die Preise sind etwa die Hälfte unter dem Tarif, bei Buchen-Reisig unter dem Holzhauerlohn geblieben. ü. Ulrichstein, 13. Juli. Auch in unserer Gegend hat e» diese» Jahr Kirschen an den Staatsstraßen gegeben, welche kürzlich versteigen wurden. Auf der Strecke Ulrichstein- Ruppertenrod steigerten etwa fünf hiesige Leute die CreScenz, während sie auf ber Strecke Nidda-Herbstein von Einwohnern auS Schotten gesteigert wurden. Zwar sind die Erlöse nicht hoch, aber die Bäume haben boch immerhin Erträge geliefert. ES muß bankbar anerkannt werden, baß seit dem 1. d. MtS. die Abgabe von Futterlaub und RupsgraS auS den herrschaftlichen Waldungen ganz unentgeltlich erfolgt. Für die Waldstreu erhalten die Leute Credit biS zum 1. December 1894. Auch der Preis ist ermäßigt, denn es soll nur noch der halbe Tarispreis und eine Mark Erntekosten für den Hausen angc- setzt werden. Diese Erleichterungen kommen wahrscheinlich in ganz Deutschland nicht mehr vor und so wie unsere Regierung für daS Volk sorgt, daS findet sich auch so leicht nicht wieder. — Besonders erfreulich ist dabei noch, daß wir feit drei Tagen einen gründlichen Umschwung in der Witterung haben. Die stechende Hitze und verzehrende Trockenheit ist gewichen, wir verspüren sogar eine deutliche Kühle und dabei brachte jeder Tag kräftige Gewitterregen. WaS lange währt, wird endlich gut. Für Kartoffeln, Dickwurzel, GraS und Klee ist eS noch nicht zu spät, besonder» auch deßhalb nicht, weil wir um 14 Tage hinter der Ebene zurück sind. W. Ao« bet mittlere« Wetterau, 13. Juli. Vorgestern, am 11. d. MtS., hatten wir in der Morgenfrühe einen feinen, vierstündigen Regen, der baß Erdreich gut anfeudjtete; gestern (12. Juli) brachte ber Westwind gegen Abend eine gante Serie zum Theil recht schwerer Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen- heute folgt von Zeit zu Zeit ein Regenschauer. Die Hitze und Trockenheit ist verschwunden, die Feuchtigkeit ist reichlicher, als sie seit März b. IS. gewesen und der Erfolg, den sie binnen drei Tagen an allen Hackfrüchten, Wiesen und Kleeäckern hervordrachte, ist unverkennbar. Selbst wenn eß wieder heiß und trocken werden sollte, werden die drei Regentage vom 11. biß 13. l. MtS. die günstigsten Folgen nach sich ziehen. „Wir müssen unserer Regierung den größten Dank für ihre ausgezeichnete Fürsorge auSsprechen" sagte vorhin ein 75jähriger Landwirth; „gut aber ist es, daß nun auch ber NothftanbScommiffär da oben über den Wolken einmal gesprochen hat. DaS ermuntert ein ganzes Volk." — Unsere Frühkartoffeln fangen an abzu- ft erben. Der Regen kommt etwas zu spät für sie, aber sie sind gut, wenn auch nicht gerade reichlich. Man hat mit dem Schneiden ber Gerste begonnen. Schließlich muß doch noch bemerkt werden, daß Rudolf Falb in seinem letzten Witterungöberichte auf den 11. Juli einen Rückgang beß Barometers und für Donnerstag 13. l. MtS., oder auch schon am Mittwoch den 12. er. eine WitterungSänberung voraussagte. Goddelau, 13. Juli. Gestern Abend gegen 7 Uhr entlud sich über unsere Gemarkung ein heftiges Gewitter, wobei die Tochter deS LandwirthS JohS. Schaffner L, al» sie gerade das Thor öffnete, vom Blitz getroffen wurde. Scheuer und Stallungen standen alsbald in Flammen. Daß Mädchen ist noch bewußtlos und mit Brandwunden bedeckt. Die Verzweiflung deS Vaters, als er heim kam und sah, »aß geschehen war, kann man sich denken. Aus dem Odenwald, 12. Juli. Zum sogenannten Roth- stand im Hinteren Odenwald mag Folgendes Beachtung verdienen : ES muß dem Kenner hiesiger Verhältnisse auffallend erscheinen, daß gerade die reichen Bauern auf vertheilung der Waldstreu in Loosen unter die Ortßbürger ober doch um billige Abgabe berfelben sich bemühen, einerseits, weil biefe Bauern in ihren Privatwalbungen Streu genug haben, andererseits, weil gerade diesen bei den Streuversteigemngen in den Gemeindewaldungen in früheren Jahren der Preis nie hoch genug war, da der Erlös für die Streu bekanntlich unter die Ortßbürger vertheilt wird. Bei genauerer Nachforschung stellte eS sich denn auch heraus, daß diese Bauern allerdings Streu genug in ihren Waldungen Haden, sie möchten aber ihren Bedarf zu möglichst niedrigem Preis oder ganz un- entgeltlich aus dem Gemeindewalde decken, um bann ihre eigene ©treu zu einem möglichst hohen Preise verkaufen jii können. Mainz, 12. Juli. Bei einer Verhaftung, die jüngst ein Schutzmann im Gartenfeld vorzunehmen hatte, ereignete sich der Fall, daß der Schutzmann die Hilfe eines Soldaten der hiesigen Garnison in Anspruch nehmen wollte, der Soldat verweigerte aber seinen Beistand und später gelang es erst mit Hilfe anderer Personen, den Arrestanten zu Überwältigen und zu verhaften. Dieser Vorfall wurde hieraus dem Gouvernement gemeldet und daffelbe hat nunmehr einen Garnison -befehl erlaffen, wonach sämmtliche Soldaten ber Garnison verpflichtet finb, auf bie Anfforberuitg eines Schutzmannes hin demselben bei einer Arrestation Folge zu leisten, doch hat baß Gouvernement außbebungen, über jeden einzelnen Fall, in welchem ein Soldat zur Hilfeleistung bei einer Arrestation herangezogen wirb, Einsicht in bie Acten zu erlangen, damit daffelbe nochmals über jeden einzelnen Fall entscheide. ' - ii Dermifcbte*. * Der 8. Berbandstag be« Süddeutsche« Gasiwirthe- Serbanbe« fand unter zahlreicher Betheiligung am 3., 4. und 5. Juli dss. IS. in der Kunst- und Festhalle zu Freiburg i. B. statt- eS beehrten denselben Namen» der Grohh. Regierung Herr Stadtdirector Sonntag, im Auftrage der Stadtverwaltung und in Vertretung be» durch bie Festlichkeiten be» Geburt-feste» be» Erbprinzen verhinderten Oberbürgermeister» Herr Stadtrath kapferer mit ihrer Gegenwart. Die Verhandlungen betrafen in erster Linie: An- streben einer Convention deutscher Gastwirthe-Berbände und -Vereine, welcher folgende, für da» Gastwirthegewerbe und die Allgemeinheit hochwichtige Angelegenheiten Überwiesen wurden: HaftpflichtgesetzeS-Paragraphen im Neuen bürgerlichen Gesetzbuche, ZwangSaiche für alle Fässer mit regelmäßiger Nachaiche, Hastbarmochung de» Hersteller», bezw. Aicher» für die Richtigkeit der Schaukgesäße-Aiche, Flaschenbier Auswüchse,. Kostgebereien, Beseitigung der Mißstände im Stellenvermittel- ungSwesen durch RetchSgesetz, Beseitigung aller Doppelsteuern, nn fogenannten Noth> lynbtä BeEmg Der« x DnMwM Lchaürnb Bauern auf Verkeilung )rtsbürger ober doch um n, einerseits/ weit diese eu genug haben, anberer luverfteigerungen in den reu der Preis nie hoch Streu bekanntlich unter genauem Nachforschung , diese Dauern allerdings haben, sie Möchten aber n Preis ober ganz un- bttftn/ um bann ihre gen Preise verkaufen M öilse eines Soldaten der «n mM, d-r S- d- ,h später gelang es erst refianten i« tot1®«1*” .urte bl”®„; Jr Arrestanon Folge ausbedungen, über lt les. ^.^rtdieii Sapirtht' Soddtv^ 04. und -E» an” Frei- -s ä: i«i(" °Ä>H-N ®T U beweibe und 8 G°st^S übet# »gelegen^ >hen ^^Aegel“1^ ätJs* ligunsaUt %>■ «W 16 ;« «um“ N. s£5R«ft. U nur nn* s M kommen Lr"? °nge. >°d fo Ä**« ifl dob-j 2 s-,ch, °hnndl Irni,! u"9 W,M Boraest,r» s*ei’™ *: „ ld| »«> anftudjtue • " ^ehntter Mu •Ä W ®«