893 Mittwoch de« 15 März Ht. 63 Erstes Blatt 8tnte(jäf)ngrr Njt 2288 Fcrnsprrchrr 5L IXtnis* und Anzeigeblutt für den Äreis Gieren. “ftabt, | Hratisöeikage: Gießener Aamilienßkätter Zlmtlicher Theil »«nähme Bon Anzeigen zu der Nachmitiag» für den folgenden Zag erscheinenden Nummer bi« Lorin. 10 Uhr. en ^hentrau-i '^ungsvoll Der Kteßoer Anzeiger nchchrint täglich, Mit Ausnahme be« Montag«. Die Gießener K«»ttien»ttl1er werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelrgt. Kreisen großes Aussehen erregt und vielfach herrscht die Anschauung, die Demission des Justizministers werde nicht vereinzelt bleiben, sondern wahrscheinlich den Rücktritt des ganzen Cabinets R'bot nach sich ziehen. Bourgeois selbst spielt vor- läufig den tief Gekränkten, er verlangt, als Zeuge im Panama- Prozeß vernommen zu werden, und will er ferner auch in der Kammer Erklärungen zu seiner Rechtfertignng abgeben. Am Sonntag hielt das Ministerium Ribot infolge der durch den Rücktritt Bourgeois geschaffenen Lage zwei Sitzungen ab, doch ist über die gefaßten Beschlüsse noch nichts Bestimmtes bekannt. Die interimistische Leitung des Justizministeriums hat der Minister des Auswärtigen, Develle, übernommen. und Gewandtheit, sie hatten die großen Vortheile erkannt, die sie durch Unterwerfung unter den Willen selbstgewählter Führer erwarben, sie hatten eine bestimmte Schlachtordnung, in der sie auf den Feind anstürmten, verstanden aber auch ein Lager zu befestigen und namentlich Nachts sich zu verschanzen. Auf ihren Kriegsmärschen waren sie wohlbewaffnet, aber auch der nöthige Vorrarh an Nahrung wurde zweckmäßig vertheilt mitgeführt. Sollte das Volk zu einem Kriegszug zusammen gerufen werden, so loderten vom mächtigen Ringwall der Glauburg bei Stockheim riesige Feuerzeichen auf, die sich auf den Höhen zur Seite der beiden Thäler der niederen Wasser, der Nidda und Nidder, weiter und weiter trugen bis zum Bockzal und den letzten umliegenden Ansiedelungen. Hier versammelte sich das' Volk und hörte hier Zeit und Ort, wann und wo sich die waffenfähigen Männer sammeln sollten- da wurde auch der Tag des Auszuges ausgemacht. Die Kriegsvorbereitungen wurden aufs Sorgfältigste ausgeführt- zu etwa noch fehlenden Kriegern wurden Boten mit dem Heerpfeil gesendet- Alle mußten diesem folgen, Freie und Knechte. So wanderte rasch durch flinke Boten getragen der Heerpfeil von einem Hof zum anderen. Es war ein Holzpfeil, der die Gestalt eines ehernen hatte, aber angebrannt und schwarz war. Jeder kannte seine Bedeutung und folgte seinem Ruf. Kein Pfeil, aber ein ähnlicher Stab rief zu den Volksversammlungen. Der größte Versammlungsplatz zunächst dem römischen Grenzwall wck die Glauburg. Auf den kleineren ringsum liegenden Versammlungsplätzen war die Losung ausgegeben worden, dorthin zu ziehen und von da aus nach sorgfältiger Vorbereitung den Kriegszug gegen die fremden Eindringlinge zu unternehmen. Nie aber zogen die deutschen Völker in den Kampf ohne ihren mächtigen und hochverehrten Kriegsgott Zio oder Tius. Er waltete über den Streit der Speere und Schwerter, wie über den Streit ums Recht, unter seinen Gesetzen stand der in der Militärfrage verharrt und nicht zu erkennen gibt, in welchen Punkten sie eigentlich zu einem Entgegenkommen gegenüber dem Reichstage bereit ist, so lange werden auch alle auf eine Verständigung zielenden Wünsche in den Wind gesprochen sein. v r — In den höheren Commando stellen der preußischen Armee stehen mehrfache Veränderungen bevor. Als die bemerkenswertheste derselben bezeichnet man den Rücktritt des Generals v. d. Goltz Pascha aus türkischen Diensten in die preußische Armee, woselbst, wie versichert wird, der genannte hochbesähigte Offizier zunächst die durch das Ausscheiden des Generallieutenants Schreiber vacant werdende Stelle als Chef der Landesaufnahme im Generalstabe erhalten soll, um später in eine der Oberquartiermeisterstellen aufzurücken. Ferner werden die Gouverneure von Ulm und von Köln, die Generäle Graf Alten und v. Schkopp, sowie der commandirende General des 7. (westfälischen) Armeecorps, v. Albedyll, aus ihren Stellungen scheiden. Als Nachfolger des letzteren nennt ein Gerücht bereits den Prinzen Friedrich von Hohenzollern. Berlin, 13. März. Der ehemalige Cabinetsrath des Kaisers Wilhelm I., G e h e i m r a t h v. W i l m o w s k i, ist gestern gestorben. Er war auch Mitglied des Herrenhauses. Bringerlohn. Durch die Post vezoge» 2 Mark 50 Pfg. Rebachon, tkxprdiNO» und Druckerei: Alle Annoncen-Bureaux de« In- und Auslandes nehmm Anzeigen für den ..Gießener Anzeiger- entgegen. Ausland. — Der seit dem 8. März vor dem Pariser Schwur- gerichtshof spielende Panama-Bestechung» Prozeß har jetzt die schon vor Beginn des Prozesses erwartete hochpolitische Wen- düng genommen. Justizminister Bourgeois hat seine Entlassung eingereicht, weil er durch die Aussagen der Frau Cottu, der Gattin des im ersten Panamaprozeß verurtheilten Mitgliedes des Verwaltungsrathe« der Panama Gesellschaft, bedenklich bloßgestellt erscheint. Der Kernpunkt der Enthüllungen von Madame Cottu besteht darin, daß ihr der inzwischen seines Postens enthobene Director der allgemeinen Sicherheit, Soinoury, die Freilassung ihres Gatten versprochen haben soll, wenn sie irgendeinem conservativen Deputirten compromittirende Schriftstücke ausliefere- Soinoury soll hierbei im Auftrage seines Chefs, des Justizministers Bourgeois, gehandelt haben. Sofort nach den Aussagen der Frau Cottu am Samstag ließ der Präsident des Gerichtshofs Soinoury zur Stelle schaffen. Soinoury bestritt zuerst, der Frau Cottu das 'hm zur Last gelegte Anerbieten gemacht zu haben, als sie aber bei ihren Aussagen verblieb, gab er halb und halb zu, gegen Frau Cottu sich in der gedachten Weise geäußert zu haben. Der Zwischenfall hat in den Pariser politischen Art waren an den ehernen Mauern der römischen Legionssoldaten zerschellt, viele tapfere germanische Krieger fanden dabei den Heldentod, Manchen aber gelang es auch, mit römischer Beute beladen wieder in die Heimath zurückzukehren. Wie begierig wurde ihren Erzählungen gelauscht, wie begierig immer weiter und weiter getragen. Glücklich wurde der geschätzt, der ein römisches Waffenstück oder einen Schmuckgegenstand aus Metall oder gar ein kostbares Gefäß aus rothem glattem Thon mit den wunderbarsten, nie gesehenen Verzierungen heimbrachte. Die Begierde, ebenfalls solche Kostbarkeiten zu erbeuten, verbreitete sich immer weiter und aus immer ferneren Gegenden sammelten sich muthrge germanische Männer, um den Römern von ihren Schätzen einige abzunehmen. Aber Viele kehrten nicht wieder heim, sie wurden im Kampfe erschlagen, oder sie fielen in Gefangenschaft und wurden den fremden Göttern geopfert, oder sie mußten in schimpflicher Gefangenschaft sich Arbeiten unterziehen, die für tapfere Krieger unwürdig waren. Brachten aber die aus solchen Grenzkämpfen Zurückkehrenden unter der Beute einen gefangenen Römer mit, so wurde derselbe wie ein fremdes wildes Thier angestaunt und von weither kamen, wenn sich diese Kunde verbreitete, Männer und Weiber, um den zum Zeichen seiner Sklaverei Kurzgeschorenen anzustaunen und zu verhöhnen und sich dann der Qualen zu erfreuen, wenn er den einheimischen Göttern geopfert wurde. Die germanischen Einfälle in römisches Gebiet wurden anfangs nur von kleinen Streithaufen ausgeführt. Doch überzeugten sich diese bald, daß bei der starken Befestigung des Grenzwalles mit seinen starken Thürmen und dem sorgsam eingerichteten Wachtdienst der römischen Truppen derartige kleinere Unternehmungen wenig Erfolg haben konnten. Es mußten größere Streithausen anstürmen, wenn sie den Römern mit einiger Hoffnung auf Sieg entgegentreten wollten. Gerade die chattischen Stämme, die ja auch in unserer Gegend heimisch waren, unterschieden sich von anderen germanischen Völkerschaften sehr vortheilhaft durch ihre Klugheit Gießener Anzeiger" Keneral-Unzeiger. Feuilleton. Geschichtsbilder sus dem Vogelsberg. Von Dr. C. L. Otto. (2. Fortsetzung.) n. Germanen und Römer. Die vorher geschilderten Verhältnisse und Zustände des Landes und Volkes mögen viele, viele Jahrhunderte ohne wesentliche Aenderungen angedauert haben. Nichts störte den Frieden der Bevölkerung, wenn er nicht von dem Nachbar gestört wurde, aber die Wellenbewegungen eines solchen Ereignisses konnten sich nur in die nächste Umgebung verbreiten. Anders war cs in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung. . Da verbreitete sich langsam von Mund zu Mund m den Ansiedelungen im Thale des niederen Wassers aufwärts die Kunde, daß in dem Lande, wo oie Sonne untergeht, ein mächtiges, aus zahllosen Kriegern bestehendes Heer einge« brachen sei, die einheimische Bevölkerung unterjocht habe und sie in schimpflicher Sklaverei halte. Dann hörte man auch, daß die Fremden Römer genannt würden, daß sie feste Plätze in dem eroberten Gebiete anlegten und daß die unterjochten germanischen Stammgenossen von strengen Aufsehern zum Bau eines mächtigen befestigten Walles benutzt würden, der sich ohne Ende an der Grenze ihres Gebietes hinziehe. Aufregung und wilder Zorn verbreitete sich in immer weitere Kreise der dünn gesäeten Bevölkerung, Dörfer gab es ja damals bei uns noch nicht, viel weniger Städte. Lange dauerte es, bis eine Nachricht thalaufwärts in die Wälder zu den einzelnen Familien gedrungen war. Dann aber hörte man davon erzählen, daß Näherwohnende sich gesammelt und versucht hätten, über den mächtigen und stark befestigten Wall in römisches Gebiet einzudringen. Viele Unternehmungen der Deutscher Reichstag. 65. Sitzung. Montag, 13. Mär, 1893. Eingegangen ist der Entwurf eines Handels- und Schtffsahrts- vertrages mit Columbien. . o - ., ,k.x 8ur Postdampfernovelle liegt etn Antraa des Abg. Barth (dfr.) vor, die Regierung möge mit dem Norddeutschen Lloyd unterhandeln behufs Wegfalles der Zwetglinte von Australien nach Samoa unter Reduktion der Subvention mit Berücksichtigung der in Betracht kommenden finanziellen Gesichtspunkte. Abg. Barth (dfr.) begründet seinen Antrag SlaatSsecretär v. Stephan bekämpft denselben und weift darauf hin, daß der Lloyd ein solches Abkommen nicht accrpttre. Abg. Hahn (cons.) stimmt für die Annahme des 8 2 und gegen die 9t^°l“ti^n01rt6 (bfr ) Hz" ein friedliches Abkommen mit dem Lloyd trotz der Mitthetlungen des StaatsfecretärS für möglich. StaatSsecretär Stephan hält solches für aussichtslos. Abg. Sperltch (Ctr.) bezeichnet eine regelmäßige Dampfer- verbtndung mit Neu-Guinea für dringend nothwendtg. 8 2. wird angenommen. Die Resolution Barth abgelehnl. Es folgt hierauf die zweite Lesung des Etats der Retchs- e^e^Abg^Schrader (dfr.) weist darauf hin, daß neuerdings dem Privatcapital wieder mehr Spielraum beim Eisenbahnbau gelosten werde, womit die Frage des Pfandrechts und der Zwangsvollstreckung gegen die Eisenbahnen wieder in Fluß komme und empfiehlt eine retchsgesetzliche Regelung. , , . . _ Präsident des Reichseisenbahnamts Schulz erkennt das Be- dürfniß einer solchen Regelung an. Abg. Hammacher (natltb.) empfiehlt die Schaffung eines Specialgesetzes und unterstützt die Anregung Schraders. Der Etat wird genehmigt. Beim Etat für die Verwaltung der ReichSeifenbahnen theilt Minister Thielen mit, die Betriebsergebntsse des laufenden JahreS gestalteten sich günstig und ergeben ca. 3 Millionen Plus. Abg. Lingens (Ctr.) wünscht eine wettere Ausdehnung brr Ruhetage für die Estenbahnbeamten. Abg. Bebel (Soc.) rügt, d»ß in den Arbeitsordnungen der König!. Werkstätten Bestimmungen ausgenommen worden sind, welche das außerdienstliche Verhalten der Arbeiter regeln; auch dteientgen der Reichseisenbahnwerkstätten enthalten solche Bestimmungen. (Packet t*’udir predt*61 I, varnaß., ijtiger zuoerWgrr irsche Mivditk-Seschäft >r ««8iglg^ T'TaiS Spick ii H. Warlich, Br ^»ortbstres w Mafiffl ibsl Äömm« Ob. 4 Zimmer Offerten mit Preii, 18 V«, Aussteuer u. Militärdienst-vergüte Provision gesucht. * an die Erp, b. BI, erb, Kliniken, ti Wärter ans so- Bekanntmachung, betreffend die Maul- und Klauenseuche zu Klein-Linden. Nachdem in einem Gehöft zu Klein-Linden die Maul- und Klauenseuche feftgrstellt worden ist, haben wir die Sperre des betreffenden Gehöftes und weiter verfügt, daß Rindvieh, Schafe, Ziegen, Schweine aus der genannten Gemarkung bis auf Weiteres nur zur sofortigen Abschlachtung und nur auf Grund thierärztlicher Gesundheitsscheine ausgeführt werden dürfen. Gießen, den 13. März 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Deutsches Reich. Berlin, 13.März, lieber die diesjährigen Sommer- reifepläne des Kaisers sind eine ganze Reihe von Meldungen im Umlauf, die aber zum guten Theile einstweilen als bloße Combinationen betrachtet werden müssen. Nur diejenigen Meldungen, welche wissen wollen, der Kaiser werde auch in diesem Jahre wiederum England besuchen und einen abermaligen längeren Aufenthalt in Norwegen nehmen, dürften zutreffend sein. Was dagegen die Nachrichten über Reisen des Kaisers nach Schloß Fredensborg, nach Bukarest u. s. w. anbelangt, so handelt es sich hierbei um vorerst ganz haltlose Gerüchte. — Das völlig negative Ergebniß der ersten Lesung der Militärvorlage in der Commission wird in der TageSpresse lebhaft erörtert. Ueber die weiteren Folgen der ablehnenden Commissionsbeschlüsse gehen die Anschauungen erheblich auseinander. Die Einen halten eine schließliche Verständigung im Plenum für wahrscheinlich, die Andern sehen die Auflösung des Reichstages und die Vornahme von Neuwahlen als nunmehr unvermeidlich an, die Dritten sprechen gar von einem unvermeidlich gewordenen Rücktritte des Reichskanzlers u. s. w. Jedenfalls ist die ganze durch die Militärfrage entstandene Lage infolge der vorläufigen Ablehnung der Militärvorlage in der Commission noch kritischer und unklarer geworden, als sie dies schon bis jetzt war. Im Lande ist allerdings eine mächtige Strömung zu Gunsten einer Verständigung zwischen Regierung und Reichstag vorhanden, wie die fortgesetzten Kundgebungen von Volksversammlungen in dieser Richtung entschieden beweisen. So lange aber vor Allem die Reichsregierung auf ihrer jetzigen Verhaltungslinie chiigerDachdeckttgtstlle rbeit gesucht. ft« Carl6, Dachdecker. uinem DrogmgtsW üugsstellt Cito e-saf. hriing :n eub A L b an bi __W üng gesucht. h. Böhling, Wtt. Mcestraße 24. mein Comptoir sch M tritt einen WHM "ii WM, MB, ierroaorenfabr., MW mein HS W Minister Thielen: Die betreffen dm Bestimmungen seien einer Revision unterzogen und von den ArbetlerauSschüffm gebilligt worden. Im Staatsbetriebe würden keine Socialdemokraten beschäftigt, denselben würde gegebenenfalls gekündigt. Abg. Bebel (Soc.): Von der Antwort des Ministers fd er unbefriedigt. Minister Thielen: Der Staat al» Arbeitgeber dulde keine Elemente, welche auf den Umsturz der bestehenden Verhältnisse auSgeben. Nach wdteren Bemerkungen Bebel» wird der Etfeobahnetat genehmigt, desgleichen die erste Rate von 250 000 Mark für den Bau einer vollspurtgen Bahn von Wtngen über Meisenthal nach Münzthal. Dienstag: Etat de» Reichsschatzamts. Neueste Nachrichten. Wolff» telegraphische« Lorrefpondenz-Bureau. Berlin, 13. März. Die „Post" ist in der jLage, die Nachricht, daß die süddeutschen Regierungen einer Auflösung deS Reichstags abgeneigt seien, als irrig zu bezeichnen. Depeschen de» Bureau .Herold". Berlin, 13. März. Der „Reichsanzeiger" schreibt, die Oberpräsidenten der östlichen Provinzen werden Seitens der zuständigen Minister benachrichtigt, daß der gegenwärtige Stand der Choleragefahr kein Hinderniß sei, die Beschäftigung russisch-polnischer Arbeiter in jenen Provinzen wiederum zu gestatten. Berlin, 14. März. Der „Voss. Ztg." zufolge hat sich die Hoffnung, die Handelsverträge zwischen Deutschland und Spanien und Deutschland und Rumänien noch vor Ostern zum Abschluß bringen zu können, als unerreichbar bewiesen - daher wurden provisorische Abmachungen mit Spanien und Rumänien getroffen, welche am 31. März ablaufen, indessen mit den betreffenden Regierungen bis zum 31. Juli verlängert werden. Der Reichstag dürfte sich über eine solche Vorlage daher noch vor Beginn der Osterferien schlüssig zu machen haben. Inzwischen verlautet, der Stand der Verhandlungen mit Spanien und Rumänien sei günstig. Coeale* uttb provinzielles. Gießen, 14. März 1893. ** Zum Andenken an Grobherzog Ludwig IV. Am gestrigen 13. März war ein Jahr verfloffen, seit der von seinem Volke geliebte und verehrte, von den deutschen Fürsten hochgeachtete GroßherzogLudwiglV. seinem Lande durch den unerbittlichen Tod entrissen wurde. Dem Empfinden seiner treuen Hessen über diesen Verlust wurde seit dieser Zeit in der mannigfaltigsten, aber immer gleich erhebenden Weise Ausdruck verliehen. Groß ist die Zahl der eigens dem Ausdrucke des Schmerzes gewidmeten Trauerversammlungen in allen Theilen des Landes gewesen- Behörden, Staats- und Gemeindeanstalten, wie Vereine u. s. w. wetteiferten förmlich in dem Bestreben, den geliebten Tobten zu ehren. Die Zeit seit dem Hinscheiden Großherzog Ludwigs IV. ist zll kurz, als daß nur zu einem Theile das vergessen werden könnte, was er während seiner Regierung zum Segen seines Landes gethan. Der feste Wille, seinen ihm so jäh entrissenen Landesfürsten nicht zu vergessen, äußert sich in allen Schichten deö Volles neben den anläßlich des Todestages zu Tage getretenen Kundgebungen durch die reichlich und gern gespendeten Gaben für ein Landes-Denkmal. Und so wird sich in nicht zu ferner Zeit in Stein und Erz verkörpern daö, was im Herzen jedes guten Hessen eine dauernde Heimstätte gefunden: Daö Andenken an den hochsellgen Großherzog Ludwig IV. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 16. März 1893, Nachmittag« 4 Uhr: 1. Vertilgung der Blutlaus- hier Wahl der Sachverständigen. Friede wie der Strlcg. Auch im Lager durfte er nicht fehlen. Zum sichtbaren Zeichen seiner Gegenwart standen die Bilder und Abzeichen, welche im Frieden an den heiligen Bäumen der geweihten Waldplätze Uber den Opfersesten der Gau- und Volksgemeinden schwebten, bei den einzelnen Abtheilungen des Heeres. Aber nur die Priester dursten diese Zeichen und Bilder unter besonderen heiligen Gebräuchen und Gebeten von den Bäumen nehmen, auch waren nur die Priester die Träger dieser heiligen Feldzeichen. Eine Verletzung der Kriegszucht war zugleich ein religiöses Verbrechen, weil dadurch zugleich der heilige Frieden gebrochen war. Ehe aber das versammelte Volk aufbrach, um in den männermoidenden Kampf zu ziehen, wurden der Gottheit Opfer gebracht, um sie zu versöhnen und etwa noch bet ihr glimmenden alten Grimm gegen daS Volk zu erlöschen. Nur mit Menschenblut konnte der göttliche Zorn besänftigt werden. Günstige oder ungünstige Anzeichen bei solchen Opfern wurden wohl beachtet. Sie wurden abgelefen auS der Beobachtung der Eingeweide, aus dem rinnenden Blute der Opfer. Aber auch daS Wiehern der Tempelroffe wurde gedeutet, der Flug der Vögel, oder der aufsteigende Rauch, oder der AuSgang des Zweikampfes zwischen einem gefangenen Römer und einem auserlesenen Manne des eigenen Stammes, Jeder mit seinen volkSthümlichcn Waffen. Nie aber wurde dem Zeichen entgegen gehandelt, das von dem göttlichen Willen Kunde gab, nie wurde ein Unternehmen an einem UnglückStage begonnen. Unweigerlich wurde auf einen Plan verzichtet, dem die Götter ihren Segen versagten. So war Alles geschehen, um mit Sicherheit auf den Sieg hoffen zu dürfen, und das versammelte Volk brach auf, um in einzelnen wohlgeordneten Hecrhausen in der Richtung auf den römischen Grcnzwatt vorzurückcn. Mit rauhem, wildem Gesang zogen die Germanen in den Kamps- ihre KricgSlieder priesen die Hcldenthaten deS Donnergottes und spornicn die Kampfbereiten zu mächtigem Wetteifer an. Kundschaitcr barten eine geeignete Stelle zum Angriffe erspäht, da sollte er auch ausgeführt werden. (Fortsetzung folgt.) 2. Unterhaltung der städtischen Wiesen- hier die Anschaffung von künstlichem Dünger. 3. Die Vertilgung der Mäuse. 4. Gesuch deS W. Gail um Erlaubniß zur Herstellung eines gepflasterten UebergangS am Lahnstein. 5. Eröffnung der Schottstraße - hier Chausfirung vor den Häusern von I. G. Unverzagt und Johann Becker. 6. Baugesuch deS Philipp Wagner in der Neustadt. 7. Gesuch deS Mänuerbadeveretv- um Erlaubniß zur Vornahme von Bauveränderungen. 8. Baugesuch deß August Ackermann für die Frankfurterstraße. 9. Desgleichen des KaSpar Heinzerling am Schiffenbergerweg. 10. Ausbau der Gartenstraße. ♦ L. G. 3« fünften Kontert des hiesigen KoncertoereinB wurden den Musikfreunden von der Kammermusik-Vereinigung der Herren Fleischhauer,Funk, AbbaF und L e i ch s e n - ring unter Mitwirkung deS Kammervirtuosen Herrn Müh l- feldt auS der allerintimsten und ernstesten Kunstgattung drei Werke geboten: als Novität daS Quintett (H-moll) von BrahmS, Op. 115, daS Quartett, Op. 18 Nr. 2 von Beethoven und das Quintett (B-dur), Op. 34, von Weber. Den tiefsten und nachhaltigsten Eindruck machte das Brahms sche Quintett. Man weiß nicht, was man mehr bewundern soll bei diesem Werke: die Größe seiner Form, seines musikalischen Ausbaues oder die Tiefe feines Inhalts. Unwillkürlich erinnert man sich auch wieder bet diesem, wie bei so manchen anderen Kammermufikwerken BrahmS'scher Muse an den „letzten Beethoven"- hier wie dort: Reichhaltigkeit und Frische der Erfindung, wunderbarer Klangcolorit, geniale Polyphonie. Den ersten Allegro - ©a$, der am meisten BrahmS'sche Eigenart erkennen läßt, durchweht trotz setneS vorherrschenden ernsten moll-Characters ein lebendiger Zug. In einer Märchenwelt mit all ihren Wundern aber wähnt man sich, wenn man den ergreifenden, überwältigenden Weisen des Adagio lauscht. Die Clarinette, die in diesem Satze größtentheils Führerin ist, vereinigt sich mit den con sordino gespielten Streichinstrumenten zu einem Klangzauber, der nicht beschrieben werden kann, zu einer Macht der Stimmung, vor der selbst die abgesagtesten Feinde Brahms'schen „Tongewinsels" sich in gebührender, demüthiger Bewunderung beugen müssen. — An ein wirkungsvolles Presto non assai reiht sich daß Finale, ein Variationensatz, dessen Einzeltheile dieselbe Idee bei abwechslungsreicher, thematischer Gestaltung bald ergänzen, bald steigern, bald contrastiren und dos in einer Weise, wie sie eben außer bei Beethoven (und allenfalls noch bei Schumann) nur noch bei Brahms zu finden ist. — Die Ausführung des Werkes befriedigte, was Klangschönheit und Vollendung des Zusammenspiels anbelangte, die höchsten Ansprüche, wie denn überhaupt leicht herauszusühlen war, daß die Herren sich geistig wie technisch in das Quintett eingelebt hatten. — Lang anhaltender Beifall und Hervorruf lohnte die Künstler für i re sttl- und lebensvolle Wiedergabe. Weniger gut gelang ihnen dagegen die Ausführung des Beethoven'schen Werkes. Wenn wir auch der Gesammtleistung unsere Anerkennung nicht versagen und als besonders gelungen das prickelnde Scherzo und den Schlußsatz erwähnen wollen, so wurde doch im ersten und zweiten Satz der Genuß gestört durch Vortragsfreiheiten, die sich die Herren einem Beethoven'schen Werke gegenüber nicht gestatten sollten. Warum z. B. am Schluffe des 1. und 2. Theils im ersten Satze ritardiren, wenn es der Meister nicht vorschreibt? Warum im Adagio im 1. und 4. Takt das g und f deö vorhergehenden Auftaktes nocb einmal als Vorschlag benutzen? Warum die Declamation des 13. Taktes (Adagio) in säst komischer Weise unterbrechen durch eine Werthverkürzung des f/ie e und eine Werthverlängerung der Pause? Es ist gerade eine Eigenart der Beethoven'schen Quartette, daß die geringste subjective Zuthat als ein „Zuviel" empfunden wird. — Die dritte Nummer des Programms, das Wcber'sche Quintett, stand zwar nach Tiefe des musikalischen Gehaltes den beiden anderen Werken nach, bot dafür aber Herrn Mühlseldt Gelegenheit, die Hörer mit seinem virtuosen Können bekannt zu machen. AlS vorzüglicher Künstler, der sich mit der größten Feinfühligkeit den Intentionen des Componisten an- zupaffen versteht, zeigte er sich in dem BrahmS'schen Werke- in dem Weber'schen Quintett, das so recht eigentlich ein Concertstück für Clarinette ist, konnte man seine eminente Virtuosität bewundern. DaS schöne Zusammenspiel der fünf Herren erweckte auch bei diesem Stücke daS vollberechtigte Jntereffe des Publikums, daS denn auch nach dieser lobens- werthen Leistung außerordentlichen Beifall spendete. ** Eisenbahn-Statistisches. Nach der im Reichs Eisenbahnamt ausgestellten Nachweisung der auf deutschen Eisen- bahnen — ausschließlich Bayerns — im Monat Januar d. I. beim Eisenbahnbetriebe (mit Ausschluß der Werkstätten) vor- gekommenen Unfälle waren im Ganzen zu verzeichnen: 35 Entgleisungen und 4 Zusammenstöße aus freier Bahn, 34 Entgleisungen und 36 Zusammenstöße in Stationen und 293 sonstige Unfälle (Ueberfahren von Fuhrwerken, Feuer im Zuge, Kesselexplosionen und andere Ereigniffc beim Eisenbahnbetriebe, sofern bei letzteren Personen getödtet oder verletzt worden sind). Bei diesen Unfällen sind im Ganzen, und zwar größtentheils durch eigenes Verschulden, 339 Personen verunglückt, sowie 111 Eisenbahnfahrzeuge erheblich und 270 unerheblich beschädigt. Von den beförderten Reisenden wurden 2 getödtet und 10 verletzt. Don Bahnbeamten und Arbeitern im Dienst wurden beim eigentlichen Eisenbahnbetriebe 36 getödtet und 262 verletzt. Außerdem wurden bei Nebenbeschäftigungen 38 Beamte verletzt. Don den sämmtlichen Unfällen beim Eisenbahnbetriebe entfallen: A. Staatsbahnen und unter Staatsverwaltung stehende Bahnen (bei zusammen 34 388,97 Km. Betriebslänge und 882 986 446 geförderten Achskilometern) 377 Fälle, davon sind verhältnißmäßig, d. h. unter Berücksichtigung der geförderten Achskilometer und der im Betriebe gewesenen Längen, bei der Main-Neckar Eisenbahn und in den Verwaltungsbezirken der Königlichen Eisen- bahn-Directionen zu Erfurt und zu Köln (rechtsrheinisch) die meisten Unfälle vorgekommen. B. Privatbahnen (bei zusammen 2529,44 Km. Betrieb-länge und 26 228,628 geför* berten Achskilometern) 25 Fälle, davon find verhältnißmäßig auf der Hessischen LudwigS-Eifenbahn, auf der Altdamm-Kol- berger und auf der Werra-Eisenbahn die meisten Unfälle vorgekommen. Mitteleirspäische Zeit. Der „Reichsanzeiger" macht darauf aufmerksam, daß mit dem 1. April in allen Bundesstaaten die gleichzeitige und gleichmäßige Annahme der neuen Zeitbestimmung erfolgen wird. Der Reichskanzler habe die Bundesregierungen angewiesen, dahin zu wirken, daß alle öffentlichen Uhren am 1. April Morgens die neue Zeit zeigen. — Die von den einzelnen Directionen herauflgegebenen neuen Eisenbahn-Fahrpläne enthalten die neue Zeitrechnung und treten mit dem 1. April in Kraft. Der für den Bezirk der Großh. Oberhessischen Eisenbahnen gültige Fahrplan liegt der heutigen Nr. dS. Blattes bei. Die darauf angegebenen Fahrzeiten weichen, sofern nicht bei einzelnen Zügen besondere Änderungen getroffen wurden, gegenüber dem früheren Fahrplan um durchschnittlich 25 Minuten ab, entsprechend der Zeit, um welche die mitteleuropäische Ze t der Ortszeit in unserer Gegend voran- ist. — In Amerika verstorbene Hessen. Baltimore: Ernst Friedrich, 62 Jahre alt, au« Darmstadt, John Schneider, auS Flonheim- Christian Diehlmann, 60 Jahr alt, au« Nidda. Cincinnati: Jakob Deprez, 75 Jahr alt, aus Ingelheim. Pittsburgh: Peter Lauster, 62 Jahre alt, aus Echzell- Adam Geib, 62 Jahre alt, au» Gensingen- Karl Weck, 48 Jahre alt, auS Hungen; August Berbert, 63 Jahre alt, au« Biebelsheim. Holyoke. Christoph Spamer, aus Schotten. Aus Steinberg (bei Gießen), 12. März, wird dem „Darmst. I Tägl. Anz." geschrieben: Unser Ort leidet an Wasser ! mangel. Der durchfließende Bach trocknet oft au», und die Anlage eines Brunnens ist unmöglich. Das Trrnkwaffer muß aus einem etwa 10 Minuten vom Dorfe entfernten Brunnen geholt werden. Während der starken Kälte im Januar d. I. war der Dach eingefroren und die Leute mußten daS so nöthige Wasser in Fässern aus Schlitten auS der Nidder holen. Auch im Sommer ist oft im Orte kein Tropfen Waffer zu finden. Wie schlimm bei einem etwaigen Brande! Um diesem drückenden Ucbelstande endlich abzuhelfen, beabsichtigt man eine Leitung anzulegen, welche einen Theil deö Nidderwasser« dem Dorfe zuführen soll. Da die Anlage bcdemeyde Kosten verursachen wird, hofft man, da die öommunalfteuern bei unS außerordentlich hoch sind und die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde schwach ist, auf thatkräftige Unterstützung deS Staates. Bei anderen Gemeinden unseres Landes geschah unter ähnlichen Verhältnissen ein gleiches. *♦* ©tunberg, 13. März. Mit dem am 23. März stattfindenden Vieh- und Krämermarkt wird wieder cm Schaf- markt verbunden. Die Schafmärkte haben sich durch zahlreiche GeschäftSabschlüffe sowohl für Verkäufer, al« auch für Käufer bewährt, weßhalb auch diesmal auf zahlreichen Besuch gerechnet wird. § Aus dem Kreise Alsfeld, 13. März. Der Ges und hei tS- zu st and der Bevölkerung im Streife Alsfeld war im Jahr 1892, wie der Bericht des KreiögesundheitSarnte« mittheilt, fast durchweg ungünstig. Die Masern verbreiteten sich im ganzen südöstlichen Theil deS Kreise«. Der Keuchhusten trat epidemisch in und um Alsfeld auf. Die Erkrankungen an Diphtherie nahmen im Herbste einen außerordentlichen Umfang an. Ebenso war da« Vorkommen von Unterleib« Typhu« ein häufiges. Sehr verhängnißvoll wurde für den Kreis die Wiederkehr der Influenza-Epidemie. Am frühesten und sehr schwer wurde ArnShain heimgesucht, wohin die Krankheit bereits im Januar auS Frankfurt eingeschleppt worden war. Im März erreichte die Epidemie im Kreise ihren Höhepunkt - am stärksten waren betroffen Kirtorf und Umgegend, hier hatte die Seuche eine Verbreitung gewonnen, rote nur irgend wo im Januar 1890; daS Gleiche war in den bei Homberg gelegenen Orten Haarhausen und Schadenbach der Fall. Der Verlauf der diesmaligen Influenza-Epidemie steht in auffälligem Gegensatz zu demjenigen dec 1890er Epidemie: damals wurde innerhalb kurzer Zeit der ganze Kreis Über- fluthet, durch die gleichzeitige Erkrankung eine« großen TheilS der Bevölkerung entstanden empfindliche Störungen, diesmal dauerte die Epidemie beinahe ebenso viel Monate wie damals Wochen, und auch in den einzelnen betroffenen Orten war bte Ausbreitung eine viel langsamere. — Entsprechend diesem ungünstigen Gesundheitszustand war die Sterblichkeit im Kreise ungemein hoch: 872 Todesfälle sind noch in keinem Jahre verzeichnet worden, seitdem von dem Kreisgesundhettsamte Nachweisungen geführt werden (feit 1876). Im Vergleich zum Vorjahre sind 186 Menschen mehr gestorben, und gegen die durchschnittliche Sterblichkeit der letzten zehn Jahre weist bad Jahr 1892 130 Todesfälle mehr auf. Die seither ungünstigsten Jahre waren 1881 mit 843 und 1888 mit 805 Sterbefällen. Bon je 1000 Em wohnern deS Streife« starben 23 bis 24 (SterblichkettSziffer 23,79%). im Vorjahre 18 bi« 19; die Sterblichkeitsziffer au« dem 10jährigen Durchschnitt 1882—91 berechnet sich auf 20,2%. — Don den einzelnen Orten hatten besonder- hohe Sterblichkeit zu behagen: Arn-Hain, Kirtorf, Romrod, Burg-Gemünden, Ober Ohmen und Storndorf. — Unter den Krankheitsgruppen ist die Zahl der an Diphtherie und Croup Gestorbenen erschreckend hoch, die höchste bisher crretdbte Ziffer (68 In 1887) ist diesmal noch um 11 übertroffen worden. Die 79 Todesfälle vertheilen sich auf 25 Orte. In dem am schwersten heimgesuchten Burg Gemünden (mit 550 Einwohnern) sind innerhalb de« letzten Quartal» 12 Kinder von der heimtückischen Krankheit fynweggerafft worden. Darmstadt, 13. März. Für die von der Großh. Burger- meifterei zur Verpachtung ausgeschriebene Restauration im neuen Schlacht- und Viehhof haben zehn bte'ige Brauereien Angebote eingereicht. Da» gcrmgfte Angebot irr'.'! Husten lindern Wucherers Gummi-Brust- Z Bonbons. U Stil "1874 m Maa. wiüt. «m> Btoma °n ännfflt «KdMjcl Nehmen Sie und es wird besser* 14 bis 23 Jahren in bestialischer Weise durch Zertrümmerung der Schläfen mittelst eines harten Gegenstandes ermordet- sodann wurde das HauS an zwei Stellen in Brand gesteckt und völlig niedergebrannt. Von den Mördern hat man bis« her keine Spur, ebenso ist der Beweggrund noch unbekannt. Die Familie wird als durchaus brav bezeichnet. * München. 14. März. Es verlautet, die Thäter des vierfachen Raubmordes in Salm dorf seien in den Personen dreier Schneider von Aubing ermittelt und verhaftet worden. * AuS NahrungSsorgen hat sich in München ein bedeutender Künstler das Leben genommen. Dieser Maler war Alois Gabl, Königl. Profesior und Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste, der zum Strick griff, weil er nichts mehr zum Leben hatte. Gabl kämpfte mit großen Schwierig« feiten, und man wußte davon in Malerkreisen, daher die Genoffenschaft dem nothlkidenden Künstler in schonendster Weise ein Darlehen, rückzahlbar nach einigen Bilderverkäufen, anbot. Professor Gabl lehnte aus übertriebener Scham ab, hungerte weiter, bis er am 27. Februar vorgab, eine Reise nach Tirol anzutreten. Gabl blieb im Atelier allein und erhängte sich am Haken des Kronleuchters.__________________ kirchliche Anzeigen -er evang. Gemeinde. Die PassionSandacht morgen Mittwoch beginnt Abends um 6 Uhr, nicht um 8 W r._________ _________ Briefkasten. R. in Lick. Ter gestrige Beriwt über die S tzung deS Pro- vtnztal-Autzschusses dürite wohl die B.röffentltchung Ihrer Zuschrift entbehrlich machen. Sonst Vellen Dank für die Mittheilung. Red. Portland-Gement-Fabrik Karlstadt a. M. vorm. Ludwig Roth in Karlstadt a. M. empfiehlt la. Portland-Cement 1640 Verkaufsbureau: F. W. Hob. Meyer, Nürnberg, Krausstr. 4. Fabrikat I. 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März wieder ein Schaf. ben fid) burd) jat/b iufer, als auch für beträgt 2000 Mk., das Höchstgebot, je 4500 Mk. per Jahr, legten zwei Brauereien ein. (Auswärtige Brauereien waren von der Concurrenz ausgeschlossen.) Die Ertheilung des Zuschlags hat sich die Stadtverordneten-Bersammlung vor« behalten. __________________ Eich-Stämme von 25—62 cm Durchmesser und bis 9 m Länge, mit 9,56 fm, Pappel-Stämme mit 50 und 60 cm Durchmesser und 12—18 m Länge, mit 11,23 fm, rm Buchen-Scheiter, 38 rm Buchen-, Eichen-, Nadel-^und Pappel- die Fransösisch, Englisch, Italienisch, Bpanisch.Portugiesisch,Holländisch, Dänisch, Schwedisch, Polnisch, Rus- Biscb oder Böhmisch wirklich HWUZ sprechen lernen wollen. 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Von Nachmittags 2 Uhr an im Schlofigarten zu Großen-Buseck aus dem District Bälsershäuser-Wäldchen, Kernberg und dem Schloßgarten: Mittwoch Vormittag 10 Uhr wird Sonnenstraße 20 eine Knüppel, 19Va Hundert Buchen-, Eichen-, Nadel- und Pappel-Reisig, 8 rm Eichen- und 8 rm Pappel-Stöcke. Forstwart Melior zu Großen-Buseck ist angewiesen, das im District Bälsershäuserwäldchen rc. befindliche Holz auf Verlangen vor der Versteigerung vorzuzeigen. Treis a. d. Lumda, den 11. März 1893. vermischte». ♦ Wetzlar, 13. März. Die junge Frau des hier wohnenden Monteurs Anton Schweitzer hat sich unter Mitnahme ihrer beiden Kinder, eines Knaben von 4 und eines Mädchens von 2 Jahren, am SamStag Mittag aus ihrer Wohnung entfernt und ist seit dieser Zeit spurlos verschwunden. Der bekümmerte Gatte und Vater, welcher die Woche über auswärts gearbeitet hatte und bei der Rückkehr seine Wohnung verlosten fand, bittet um Nachricht über den Verbleib dieser seiner Angehörigen. * Frankfurt, 14. März. Gegen 2 Uhr Nachts wurde am östlichen Himmel ein gewaltiger Feuerschein sichtbar, der etwa eine halbe Stunde andauerte. Erst gegen 3 Uhr ertönten Feuerglocken und Hornsignale. Bei Schluß des Blattes erfahren wir, daß die Mayfarth'sche Fabrik auf der Hanauer Landstraße niedergebrannt ist. Frkf. Ztg. ♦ Landsberg a. d. W., 13. März. Der Bäcker Böttcher aus Bernburg wurde vom Schwurgericht wegen eines Lustmordes, verübt an der Marie Grünberg aus Zanzen, zum Tode verurtheilt. * München, 13. März. In Salmdorf (Eisenbahnlinie München Simbach) wurden in der vergangenen Nacht dte 66jährige Wittwe Reitsberger mit drei Töchtern von 2088] Empfehle alle Sorten Mineralwasser in stets frischen Füllungen. Heinrich Wallach. Holzversteigerung in den Freiherrlich von Nabenau'schen Waldungen etc. Dienstag den 21. d. Mts. werden versteigert: I. 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Pfd. 68—72 A- Kuh- und Rindfleisch pr. Psd. 50—56 A, Schweinefleisch pr. Pfd. 60 —70 Äalbfleiicb pr Pfd 40 50 4, Hummel« fleifck pr. Pfd. 40 70 A, Kartoffeln vr. 100 rilo 4,00—4,20 X, Weifkrrul pr Stück 5-12 -x. Rwiebel' pr- Eentner 12,50—0,00 X, Milch v'. Ctter 12 - 18 A, Enteneier pr. St. 6 $. Mhltneinrilhtllngkti, WasserMer gußeisernen Kränzen, Brninrohtpreffm. Kimstp» SÄ und sachgemäßer Construction das EjgeilWerk HirZCDhaill Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß der städtische Friedhof von jetzt ab bis zum 15. Mai d. I. von Morgens 6 bis Abends 8 Uhr geöffnet bleibt und daß die aus dem Friedhof Verweilenden eine Viertelstunde vor Schluß desselben aus diesen durch ein Glockenzeichen aufmerksam gemacht werden. Gießen, 15. März 1893. IVlV V I -ttumi.yv vi.vvvv.Myv Partie Brennholz, Schreiner- verkauf für Gießen und Umgegend Holz, gegen Baarzahlung bei Herrn [683 ffiS* ' m“f,biC,Cnb [2426! Carl Schwaab. DnGesundheits- lsseld war im Jahr heitsamtes mittheilt, verbreiteten sich im Der Keuchhusten trat )ie Erkrankungen n rordentlichen Umfanft nterleibs-Typbus ein für bin SreiS bic - frühen unb sehr tfin die Krankheit jleppt worden war. e ihren Höhepunkt- d Umgegend; hier (en, wie nur irgend in den bei Homberg ,adenbach der Fall. a-Epidmie steht m t 1890er Epidenite: er ganze Kreis über- nkung eines grotzen pfiudliche Störungen, ebenso viel Monate x 872 Todesfälle ?*», s-sr 1000 fr >4 (Sterblich^.^ i (Sterbli^’^E L berechnet 8Aften besold irtenha.. * Ä* irnbotl; ch um 11A: ottt. m stch all,.L (mit sankheü v n itt M L- E ,of # ‘ Vy* eil em wtrrnry gures War Glas Bier trinken «U Ul will, der verlange das bekannte Exportbier von (Hebr. Röhrte, (Hießen. In Flaschen (Originalfüllung) zu beziehen direct aus der Brauerei (Telephon Nr. 47) oder aus folgenden Verkaufsstellen: E. Dort, Walthorstr. 45, C. Träbing Wwe., Ludwigstr. 28, Herm. Flick, Bismarckstr. 8, I. 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März, Vormittags 11 Uhr, vom Sterbehause, Lindengaffe 2 au» statt. [2434 Für Ginjährige! 2443] Möbl. Zimmer mit Cabinet zu Lehrling für ein feineres Manufaciurwiarengefchfift Selucht. Offerten sub A Z 5 on die ipeb- d- Bl.[2068t Pensionat Holthusen Darmstadt, Nheiustraße 17. Für Einj.-Freiwillige! 2435] Möblirte Zimmer zu oermiethen. Glünbergerstraße .3. 2429] Ludwigstraße 46, tine Treppe, sind noch einige gut möblirte Zimmer mit Penfion abzugeben Näheres Ecke der Bleich und Löberstaße 21, pari- 2310) Schön möblirtes Zimmer für einen oder zwei Herren zu oermietben im Neubau Ecke der Damm- u. Steinstraßc _ Ederstraße 3. 1251] Der mittlere Stock meines Hause« Frankfurterstroße 1, 6 Zimmer nebst Zu, behör, per 1. April zu oermietben. G. Nattheimer, Ble'chstraße 24. Zn den Hintergebäuden be« Löwen» stein'fchen Haufe«, Echloßgaffe -lr. 0, find mehrere neu hergerichleie Loai« für ofort und später ,u oermiethen. 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