;e. crem schweren Leiden igernater, Großvater er, Lehrer den nnd Veiannten, Jen. nterbliebmen. i 16. Januar, Nach« [545 6 f-* nehm" Tl*‘n leutenb, -------[551 ,tc «ontttö^ " zaausi k nft einlabet 1 ---W. Leyerer^ x> Hoflieferant a. U. ä‘n jt im, w uu6 339 ^ßeu, Wallthorstr.45. a tn >0 705 12$ 4« 8-' 763 1^^8*- Abfahrt. 2<3 p gW ß3S 80« IV Hühn 2-4. Kiaffy- ~ fzo 4I0 E». 11« iw 120 2*8 4*'- 7» 8-‘ S-i_———-5N 130 po (führt 2.-4. Klaße). go^4386S75«g^ -^S^U^ZL -^U»d5NMME 9630 91.20 22fi0 56.40 78.50 398.75 19575 152.80 102-60 110.20 57.90 94.00 ht SMOA Januar l893, > M SN< s "W“ .«et £*■»* /^r5eifc; W <ßtoiVeC r v«erli^ r bct: Otto ausvb 3 Wt. 13 «weites Blatt. Sonntag de» 15. Januar 1893 Str eHc«tt JhqHt«r afchemt täglich, ■tt LuSnahmr de» Montags. Dte gle*ICit*l(iUii Werten brat »Hjcig« wöchentlich breiwel beigdrgl Meßmer Anzeiger Kemral-Wnzeiger. Etieneltädrign 2 Mark 20 Pfg. »« Bringrrloha. Durch die Post bezog« 2 Mark 60 W Rebodion, tn>ebt*e* and Druckerei: *8.1. ^erntprecher 61. 2lmt$, und Anzeigeblatt sür den Kreis Gietzen. ______ ,,W ->- — "‘ UL - l.'-lJ----------■ ■ -----Y HraLislieikage: chießener KamilienStätter. e) Unnohm, een Anzeigen zu der Nachw'Uatz» für ben Mgenben tag erlcheinenben Nummer dis Form. 10 Ubx. a) b) Willigkeit, den Freiwilligen während einer ein« jährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen; ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober.Realschulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und sonstigen militärberechtigten Anstalten) durch gestellt. In Frankreich hat der Ministerpräsident Ribot seine Collegen Freycinet und Loubet, welche mehr oder weniger in den Panamascandal verwickelt sind, aber nicht abtreten wollten, mit einem geschickten Schachzug aus dem Ministerium hinau^manövrirt und ein neues Cabinet gebildet. In Amerika ist vom Senat ein Quarantänegesehen twurf angenommen worden, nach welchem ankommende den Director der Anstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei«Obrigkeit ooer ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d) das Schulzeugniß- Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein muß- .m , Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, iämmtlich nach Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Bl. Nr. 5 von 1889 — ausgestellt sein müssen. . QQ Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der 88, politische Wochenschau. Gießen, 14. Januar 1893. Die Sitzungen des Deutschen Reichstages haben am 10. December wiederum begonnen. Das Berathungsmaterial, Amtlichen Theil. Bekanntmachung, die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die Nachfolgen, den, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufent- Haltsort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird. Der Nachweis der Berechtigung zum em« jährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen (Wenn z B. mit Rücksicht auf das Lebens« alter die Einreichung des Gesuchs nicht weiter hinaus- geschoben, das vorschriftsmäßige Schulzeugniß aber erst am Schlüsse des Schuljahres ausgestellt werden kann.) In solchen Fällen ist in dem Gesuch anzugeben, daß das Schulzeugniß bis 1. April nachfolgen werde. 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbstgeschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch ist die nähere Adresse anzugeben. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: Geburtszeugniß; EinwilligungS - Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereit« Alle Imtoncen-Bureaur brt In- «b InfUnbrt netz«» Mäßigen für btn .Gießener Anzeiger" entgegen, ii in i liberalen. Die Freiconfervativen und Deulschconservativen sind geneigt, die neue Steuer zu bewilligen, die letzteren allerdings nur unter der Voraussetzung, daß der Erweis erbracht wird, daß ausschließlich die Consumenten die Steuer zu tragen haben werden, während die Freiconfervativen eine Steuer auf Quittungen, Champagner und Inserate für noch zweck- mäßiger als die Steuer auf Bier erachten. Die Bedenken der Linken und des Centrums liegen in zwei Richtungen. Einmal fürchtet man, daß die neue Besteuerung den Ruin der volkswirthschaftlich besonders wichtigen kleinen und mittleren Brauereien bewirken werde, und dann ist man überzeugt, daß eine Vertheuerung des Bieres eine weitere Ausbreitung der Branntweinpest nach sich ziehen werde. Uebrigens war die ganze Reichstagsverhandlung insofern ohne practische Bedeutung, als ja das Schicksal der Steuervorlagen hauptsäch- Jm Uebrigen wird auf Die ioejiimmungen uti 88 oo> lich von dem noch sehr zweifelhaften der Militärvorlage ab« 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen. [ hängt. — Ein besonderes Interesse beanspruchte der S t r 11 e Großh. Prüfung« - Commission i der Bergarbeiter im Saar« und Ruhrgebiet. Begonnen für Einjährig - Freiwillige zu Darmstadt. hat die Arbeitseinstellung bekanntlich in den staatlichen Berg« Der Vorsitzende' ; werken an der Saar, die demnach auch nicht, wie man früher Dr Bellet ' vielfach glaubte, gegen solche Arbeiterbewegungen gefeit sind. ' °--Neber die Gründe zum Strike sind ganz widersprechende Lesarten in die Oeffentlichkeit gedrungen. Nach den Angaben, welche der Handelsminister v. Berlepsch am 12. Januar im Reichstage gelegentlich einer Debatte über den allgemeinen Nothstand machte, betrug der Durchschnittslohn der sämmt- lichen Arbeiter im November 1892 3,82 Mk., derjenigen der Häuer allein in dem gleichen Monat 4,42 Mk., so baß die Höhe der Durchschnittslöhne keinen Grund zu dem Ausstand gebildet haben kann. Allerdings sollen im Einzelnen große Unterschiede in der Löhnung bestanden haben und in dieser Beziehung könnten dann auch die Lohnverhältnisse Anlaß zu , Verstimmungen gegeben haben. Vor Allem aber scheint die Arbeitsordnung die Schuld an der herrschenden Unzufriedenheit zu tragen. Es heißt, daß namentlich die militärische Zucht beim Antreten zur Arbeit und bergt den Bergarbeitern sehr wenig sympathisch sei. Daß die Leute im Uebrigen schlecht behandelt worden wären, hat der Handelsminister auf das Entschiedenste in Abrede gestellt. In den Ruhrbezirken haben die Arbeiter im Wesentlichen nur zur Unterstützung ihrer Kameraden im Saargebiete theilweise die Arbeit eins welches in dieser Session programmmäßig noch erledigt werden müßte, ist so umfassend, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Außer dem Reichshaushaltsetat, den Militärvorlagen und \ den drei Steuergesetzen, welche die Mittel zur Bestreitung : der in der neuen Militärvorlage in d-r Höhe von 64 Millionen j Mark vorgesehenen jährlichen Mehrkosten liefern sollen, sind dem Reichstage von der Regierung noch weitere zehn Gesetze vorgelegt worden, welche mit Ausnahme von zweien ebenfalls sehr umstrittene Bestimmungen enthalten. Dazu kommen nicht weniger als neunzehn aus der Initiative des Reichstages hervorgegangene Anträge, welche gleichermaßen noch der Erledigung harren. Soll die Session nicht bis in den Herbst dieses Jahres hinein ausgedehnt werden, so ist es dem Reichstage kaum möglich, sein Programm völlig auszusühren. — In dieser Woche hat man zunächst die neue Brau- steuer-Vorlage berathen, durch welche im Wesentlichen die Steuer für den Centner des zur Bierbereitung verwandten Malz- und Getreideschrotes von 2 Mk. auf 4 Mk. erhöht werden soll. Die Vorlage fand bei der ersten Lesung fast ausschließlich Gegner im Reichstage. Geschlossen erklärten sich die ganze Linke und die Centrumspartei gegen das Pro- ject der Regierung, außerdem auch ein Theil der Nationckb- Ferrilleton. Wochenbriese aus der Residenz. (Orlginalbericht für den „Gießener Anzeiger".) Darmstadt 13. Januar 1893. Vorbemerkungen. — Vom Darmstädter Karneval. — Theater- Nachrichten. — Verschiedenes. „Briefe aus der Residenz" will der „Gießener Anzeiger" in Zukunft seinen Lesern allwöchentlich bringen. Das sollen aber keine Reporternachrichten sein, nicht die jüngsten Tages- rreignisse der hessischen Metropole sollen hier wiedergegeben und besprochen werden, nein in gefälliger Form und in leichtem Feuilletonstil soll über alles, was sich im gesellschaftlichen, künstlerischen und geistigen Leben der Residenz ereignet hat, harmlos und gemüthlich geplaudert werden. Wir wagen uns nicht in das Gebiet der hohen Politik und gehen andererseits dem Tagesklatsche nicht nach, nur die vielen freundlichen Beziehungen, die Darmstadt mit der lustigen Musenstadt an der Lahn verbinden, sollen unsere Residenzbriese fördern und befestigen; das wird ihr einziger Zweck sein und wenn sic daneben die schönen Leserinnen — Gießen hat ja deren nicht wenige — und die freundlichen Leser unterhalten, so erfüllen sie eine doppelte Ausgabe. Dies zum Geleit des ersten Brieses. Seit vergangenem Freitag steht unsere mächtig auf- blühende Residenzstadt unter dem Zeichen des närrischen Prinzen Carneval- die Darmstädter „Narrhalla" hat an diesem Tage im weißen Saale der „Stadt Pfungstadt" ihre erste „urfidele" Sitzung gehalten, der bereits am Sonntag im „Saalbau" ein großes „pudelnärrisches" Concert gefolgt ist. Es ist wunderbar, wie rasch „Seine närrische Hoheit" Prinz Carneval bei uns heimisch geworden ist. Noch vor wenig Jahren gings in der Faschingßze t ganz still und ehrbar zu- am Fastnachtsdienstag sah man höchstens ein paar maSkirte Kinder auf der Straße; in den Wirthshäusern wurde ein wenig Mehr getrunken als gewöhnlich — wären nicht in jeder Familie auf dem Kaffeetische die „Kreppel" erschienen, man hätte sckier vergessen können, daß es Fastnacht sei. Seit dem ersten großen Carnevalzuge ist das anders geworben. Neben der Darmstädter „Carnevalgesellschaft" hat sich inzwischen die „Narrhalla" gebildet, oder der „Zugverein", wie der weniger schöne Titel lautet, und diese beiden Corpo- rationen haben das närrische Leben in unserer Residenz mächtig gehoben. Ihre Veranstaltungen, vor allem das alljährliche Preisausschreiben für die beste Localposse in Darmstädter Mundart, finden jetzt immer große Betheiligung und daß es auch am Fastnachtsdienstage aus den Straßen sehr lustig zugeht, ist nicht zuletzt gleichfalls ihr Verdienst. Besonders in diesem Jahre, das uns nur einen so kurzen Fasching bescheert, scheint'- recht toll werden zu sollen. Nun wir stehen ja erst im Anfang der lustigen Zeit, also harren wir der Ueberraschungen, die da kommen werden, es soll über alles getreulich berichtet werden. Auch von unserem Hoftheater lgßt sich aus der vergangenen Woche manches erzählen. Die interessanste ^Vorstellung bot bis jetzt der Sonntag, wo eine Oper unseres einheimischen Kammermusikus Bruno Oelsner. ,Vard- hamana" zur ersten Aufführung gelangte. Das Werk hat vor kurzer Zeit schon in Kassel seine Feuerprobe bestanden und dort wie hier einen recht schönen Erfolg errungen. Der Componist besitzt nach dem allgemeinen Unheil der Kritik ein weit über das gewöhnliche Maß hinausgehendes Talent, schade ist es nur, daß ihn diesmal der Textdichter nur schwach unterstützt hat. Die Aufführung selbst war vorzüglich. Herr Weber sang die Titelrolle, ihm zur Seite standen Herr Kammersänger Baer und Frl. Jungk. Eröffnet wurde der Abend durch Brülls neue Oper „Gringoire", in der unser jugendlicher Bariton Herr Stury eine prächtige Leistung bot. — lieber die Freitagsvorstellung, ebenfalls eine Novität: „Wehe dem Besiegten" von Voß, berichten wir im nächsten Briefe. Das Hauptereigniß im künstlerischen Leben der nächsten Woche wird das Gastspiel Theodor Reichmanns bilden, der unter anderem den „Hans Sachs" in den „Meistersingern" fingen wird. Von sonstigen Veranstaltungen bleibt noch das großartige Eisfest zu erwähnen, das der Ausschuß der Studirenden unserer technischen Hochschule am Mittwoch abgehalten hat. Ein wirklich prächtiger Verlauf lohnte die Veranstalter für ihre Mühe. Der Ausschuß entfaltet überhaupt eine rege und erfolgreiche Thätigkeit, ein Beweis, wie sehr dem studentischen Leben die Einigkeit unter den einzelnen Korporationen zu Gute kommt. Es soll in dieser Beziehung nicht überall so gut bestellt sein, wie h.er. Dem Eissport wird im allgemeinen natürlich eifrigst gehuldigt, nicht weniger als drei große vorzügliche Bahnen in den verschiedenen Stadttheilen bieten dazu Gelegenheit. Sonst bleibt für heute wenig zu berichten. In den Concertsälen war's in dieser Woche recht still; nach der Sturmfluth von Concerten, die wir bereits hinter uns haben, that das recht noth, zumal noch der Besuch einer ganzen Reihe von Virtuosen bevorsteht. An Veranstaltungen anderer Art ist ebenfalls kein Mangel. Am Mittwoch begann Herr Albin Krause, der vor wenig Wochen auch in Gießen weilte, seine Vorträge über Hypnotismus und am Samstag beginnt Prof. Meunier aus Frankfurt mit seinen „magisch spiritistischen Sitzungen", wie die Ankündigung besagt. An Unterhaltungen ist gegenwärtig also kein Mangel. Darmstadt hat sich eben auch hierin in den letzten zehn Jahren gegen früher sehr gebessert. So, da ist alles, was wir für heute auf dem Herzen haben, in der kommenden Woche wollen wir für unseren nächsten Plauderbrief gewissenhaft und aufmerksam Material sammeln. Schiffe nur unter Erfüllung einer Reihe von Bedingungen zur Landung zugelaffen werden sollen. totales und provinzielles. Gießen, 14. Januar 1893. — Der Getreidemarkt. Die im deutschen Getreidehandel mit dem Beginn des neuen Jahres bemerklich gewordene leise Besserung scheint wenigstens in Bezug auf das Roggengeschäft anhalten zu wollen. Denn auch in der laufenden Berichtswoche war der Verkehr in Roggen im Allgemeinen ein ziemlich lebhafter bei etwas anziehenden Preisen, da vielfach der Begehr nach effectiver Waare nicht • durch genügendes Angebot gedeckt wurde. Weizen war im Vergleich zu Roggen stiller, behauptete aber durchschnittlich die Preise aus der Vorwoche. Hafer erzielte an den meisten Plätzen eine nicht unerhebliche Preisbesserung, doch waren die Umsätze hierin überwiegend gering. Es notirtcn an der Berliner Getreidebörse: Weizen von 143—156 Mk. pro 1OOO Kilogramm, Roggen von 129—136 Mk., Hafer von 134-154 Mk., Gerste von 115-165 Mk. — Der hessische Hauptverein der Gustav »Adolf Stiftung begeht in diesem Jahre sein fünfzigjähriges Jubiläum, und zwar gleichzeitig mit der in Friedberg slattfindenden Jahresversammlung. — Küßt die Kinder nicht auf den Mund. Diese Mahnung sei in unserer Zeit, wo Halskrankheiten sich überall bemerkbar machen, der Allgemeinheit von Neuem ans Herz gelegt. Es ist wahr, daß oft nichts mehr zum Kliffen reizt, als ein rosiges Kindermäulchen, aber man bedenke, daß man durch Küssen auf den Mund zum Mörder bezw. Mörderin an dem frischen, jungen Leben werden kann, und daß die lachenden Kinderaugen, die so freundlich und vertrauensvoll Euch anschauen, in Folge Eures Kuffes schon in kurzer Zeit für immer geschlossen sein können. Der ärgste Würgengel der Kinder, die Diphtherit is, wird nur zu oft auf die Kleinen übertragen. Aerztlicherseits ist es erwiesen, daß bei den Erwachsenen die Diphtheritis meist in geringem Grade auftritt, daß die Betreffenden selbst es gar nicht wissen, sondern die Heiserkeit, den entzündeten Hals, die angeschwollenen Mandeln für eine einfache Erkältung halten. Ein Kuß aber eines mit derartiger Heiserkeit befallenen Menschen kann den Kleinen das Leben kosten. — Die Zahl der Taubstummen stellt sich im Derhältniß zur Einwohnerzahl in den einzelnen Staaten folgendermaßen: Auf 100000 lebende Einwohner kommen Taubstumme in Holland 33,3, in Belgien 43,9, in Spanien 45,9, in Italien 53,7, in Dänemark 62,0, in Frankreich 62,6, in Griechenland 64,6, in den Vereinigten Staaten von Nordamerika 67,5, in Portugal 74,7, in Norwegen 86,3, in Deutschland ohne Preußen 93,1, in Finland 101,8, in Preußen 101,9, in Schweden 102,3, in Ungarn 126,3, in Oesterreich 130,7 und in der Schweiz 245,2. Die Zahl der Taubstummen scheint demnach im allgemeinen mit der Meereshöhe zu wachsen. Dormifc^tes. * ein schreckliches Drama auf dem Meere. Eine furchtbare That ist vor einigen Tagen ans Licht gekommen. Es handelt sich um das infame Benehmen der Offiziere des argentinifcheu Panzerschiffes „Rosales", zur Zeit, als das Schiff auf der Fahrt nach Spanien, wo es sich anläßlich der Columbus feste an der Flottendemonstration in Huelva betheiligen sollte, Schiffbruch litt. Em furchtbares Unwetter war hereingebrochen. Der SchiffScapitän Funes rief die Offiziere und den Steuermann zu sich und befahl ihnen, die ganze, 50 Mann starke Schiffsmannschaft betrunken zu machen, damit sie nicht im Stande sei, die Schaluppen zu besteigen, mittels welcher sich das Offiziercorps in Sicherheit bringen wollte, mit anderen Worten: die ganze Bemannung sollte dem sicheren Tode preisgegeben werden. Der Befehl wurde pünkilich ausgeführt - aber als die unglücklichen Matrosen trotz ihrer Trunkenheit merkten, daß man sie auf dem dem Untergänge geweihten Wrack, das schon nach kurzer Zeit von den Wellen verschlungen werden mußte, zurücklassen wollte, richteten sie herzzerreißende Bitten, Klagen und Proteste an den Commandanten FuneS. Vergebens; der Kapitän und alle Offiziere traten den berauschten und entwaffneten Matrosen mit dem Revolver in der Hand entgegen und zwangen sie, auf Deck zu bleiben; zwei Matrosen, die sich widersetzten, wurden niedergeschossen, alle Anderen wurden zu einem grausamen Todeskampfe verdammt. Nachdem sie in eine Zwischendeckskajüte eingepfercht worden waren, wurde über ihnen die SchiffSlukc verschlossen und zugenagelt. Die RettungSkähne mit ben „heldenmiithigcn" Offizieren entfernten sich und die „Rosales" mit ihrer Menschenfracht wurde von dem Orkan sortgeriffen und zerschellte an einer Klippe. Ein Italiener, Namens Battaglio, der auf der „Rosales" Heizerdienste verrichtete, konnte sich retten, weil er nicht betrunken war und sich überdies des Schutzes eines der Offiziere erfreute. Er war eS, der jetzt über die schreckliche Sccne berichtet. Alle Offiziere der „Rosales" werden gegenwärtig auf einem argentinischen Kriegsschiff gefangen gehalten. Mit Ungeduld erwartet daS Land, daß Licht über die traurige Getchichte verbreitet werde und daß die Offiziere das TodeSurtheil treffe, wenn eS wahr ist, daß sie sich des unerhörten Verbrechens schuldig gemacht haben. Die „RosaleS" ist trotz der von der argentinischen und uruguayischen Negierung angestellten Nachforschungen nicht wieder gefunden worden, und feiner von den 50 Matrosen, die ihre Bemannung bildeten, blieb am Leben. * Wien, 10. Januar. Ein 17jährigeS, hübsches Mädchen, die Magd Franziska Towarck, wurde in einem Weingarten auf dem Nußbcrg zu Wien unter der Schneedecke erfroren aufgefunden. DaS Mädchen schien zu schlafen, es lag auf dem Rücken, ben Kops in die linke Hand gestützt. DaS Gesicht war blaß, aber unverändert, an den Augenwimpern der Tobten hingen zu EiS erstarrte Thräuen .... An der Leiche des Mädchens wurden keine Spuren einer erlittenen Gewaltthatigkeit bemerkt, nichtSdestowentger wurde Obduction verfügt. Es ist allerdings noch ganz unaufgeklärt, wie daS Mädchen, das als anständig und brav geschildert wird und mit Niemand außer dem Hause verkehrte, in den Weingarten kam, in dem eS seinen Tod durch Erfrieren fand. ♦ Wegen Bettelei, Arbeitsscheu, Uebertretung der fittenpolizeilichen Verordnungen u. dergl. sind vom Amtsgericht I. in Berlin tm Jahre 1892 rund 20 000 Personen be» straft worden. Diese Zahl ist bisher doch noch nicht erreicht worden. ♦ Auch ein Vermiichtniß. Am Sonntag ist in Ala der adelige Gutsbesitzer Giambettista Pezzina, 92 Jahre alt, gestorben. Wie das „Wiener Fremdenblatt" berichtet, hat er seine Loge im Theater von Ala den dortigen Kapuzinern vermacht, damit sie jeden Tag ins Theater gehen sollen, um sich davon zu überzeugen, ob kein srivolcs Stück aufgeführt wird. * Hohes Aller. Die .„Newyorker Staatszeitung" vom 28. Decemder schreibt: Im statistischen Bureau deS Gesundheitsamtes traf gestern Nachmittag ein Todtenschein ein, auf welchem das Alter der in demselben verzeichneten Tobten auf 124 Jahre und 6 Monate angegeben war. Die Verstorbene war, wie der Berichterstatter dieses Blattes ermittelte, eine russische Israelitin Namens Lirl Lesczynski. Sie starb, umgeben von ihrer 73 Jahre alten Tochter, 4 Enkelinnen und 7 Urenkeln, Montag Morgen um 6 Uhr, nachdem sie noch bis vor fünf Wochen ganz munter im Hause und auf der Straße herumgelaufen war. * „Fürst Bismarck"»Orieutreife. Wie die Direction der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschafr uns mitthcilt, sind die Anmeldungen von Theilnehmern zur großen Orientreife des Schnelldampfers „Fürst Bismarck" so zahlreich eingelaufen, daß schon jetzt die vorgesehene Mindestzahl von Paffagieren vorgemerkt und das Zustandekommen der interessanten Fahrt damit gesichert ist. * Ein heiterer Beschwerdegrund beschäftigte kürzlich das Münchener General Auditoriat. Der Gemeine Blum vom 2. Ulanen-Reg. war wegen „selbstverschuldeter militärischer Trunkenheit" und anderer Vergehen zu 4 Monaten Ge- fängniß verurtheilt worden. Gegen dieses Unheil legte er die Nichtigkeitsbeschwerde ein, weil seine Trunkenheit keine militärische und keine selbstverschuldete gewesen sei, da er sich nicht selbst das Bier bezahlte und es sich auch nicht von Militärperionen bezahlen ließ, sondern — von Civilisten. Die Erfindung einer „civilistischen" Trunkenheit trug Blum neben Verwerfung feiner Beschwerde zwei Tage Haft ein. * Wortspiel Pfarrer A.: „Ihre kleine Kirche soll für die große Gemeinde nicht recht hinreichen, wie ich hörte." — Pfarrer B.: „£) ja; freilich, wenn die Leute in die Kirche gingen, gingen sie nicht hinein, aber so gehen sie nicht in die Kirche, und da gehen sie hinein." * Sonderbarer Krautbeschwerer. In einem Dorfe bei Moosburg in Bayern benutzte eine Frau feit langen Jahren ein ihr unbekanntes gewichtiges Ding zum Kraut- beschweren. Eine Nachbarin sah es zufällig einmal und äußerte Bedenken über ben eigenthümlichen Gegenstand, worauf die Frau denselben in den Hof hinauswarf. Dort hoben ihn Andere auf, und endlich erkannte man erst die Gefährlichkeit des Fundes, es war nämlich eine alte Granate. Dieser Tage kam nun nach erfolgter Anzeige der Gendarmerie ein Feuerwerker aus München, welcher das Geschoß auf freiem Felde zur Entladung brachte. $anöwirtl)fd)aftlid)e Winke und Kathschlüge. A Klus Oderhessen im Januar. GtnigeS über Wtnterbeschästigungen deS LanvwtrtheS. Wir Haven im letzten Äuimtze darauf hingewiesen, daß der Landwtrth sein Vieh nicht durch den Winter hungern, sondern die Anzahl der Stücke lieber vermindern soll. Heute wollen wir die Aufmerksamkeit der freundlichen Leier noch auf einen anderen Punkt hinlenken, nämlich auf die Gesundheit der Thtere überhaupt. Es ist bekannt, baß alle Thtere im Herbste ihr Winterkleid zurecht machen und anlegen. Die Herrichtung des Winterkleides geht nicht so leicht vor sich, als Viele meinen. Die Thiere sind während dieser Zeit viel empfindlicher als zu anderen Zeilen. Das Geflügel, besonders die Hühner, sind in der Mauserzeil halb krank; sie ziehen sich trübselig in die Ecken zurück und stellen das Eierlegen ein. Auch Pferde, Kühe und Rinder empfinden den Wechsel sehr lebhaft; der Landwlrth, wenn er sein Vied liebt, wird darum in dieser Zeit doppelt aufmerksam sein. Die scharfen, kalten Herbstwinde thun dem Zugvieh weh: man mutz darum stets für ordentliche Decken sorgen, wenn die Thiere beim Säen oder Kartoffelausmachen längere Zeit ruhig stehen sollen. Geschieht dies nicht, so sind Erkältungskrankheiten die Folge. Die schönsten Stücke sind ia'urd) schon oft zu Grunde gegangen, oder es wurde der Grund zu langem Siechthum gelegt. Der Landwtrth muh seine Thiere wie freunde behandeln, denn sie sind eS ihm auch, weil sie ihm nicht blos die schwersten Arbeiten schaff, n, sondern ihm Nahrung und Kleidung liefern. Sine sorgfältige, kräftige Ernährung während der Herbftzeit ist für alle Hauethiere die erste Forderung. Ist diese voroanden, dann darf angenommen werden, daß diese Thiere auch gut durch den Winter kommen. Das Futter darf aber nicht blöder Masse nach, sonders muh besonders dem Gehalte nach entsprechend sein. Auf diese Eigenschaften muß gerade während der Uebergavgszeit sehr sorgfältig geachtet werden. Falsche Ernährung, und Erkältungen während der Herbstarbeiten haben schon manchem Stucke das Leben gekostet, also seinem Besitzer empfindlichen Verlust zugefügt. Da wir vorhin von dem Geftügel, besonders den Hühnern, gesprochen haben, mögen einige Bemerkungen über diese folgen. Im Herbste, wenn die Brüte- und Legezeit vorüber ist, soll man die alten Hähne abschaffen. Es ist unglaublich, wie viele alte, steife Gickel, die gar nichts mehr taugen, auf bunderten von Bauernhöfen herumstolpern und ganz zwecklos das Futter vertilgen. Aebnliche Fehler werden bei den Hennen gemacht. Die Leute lassen alljährlich mehrere Glucken brüten; aber anstatt für tüchtigen, jungen Nachwuchs zu sorgen, behalten sie die alten Hinkel und Gick.l und verkaufen die Jungen. Ein altes fünf- bis sechsjähriges Huhn legt e'wa noch bald soviel Eier, als ein zwei- bis dreijähriges, friht aber gerade soviel als ein jüngeres. Darum fort mit den alten Hinkeln und Gickeln und junges Volk nachgezogen. Unter Letzterem muß man sich die stärksten und wohl- ged,ldetften aussuch.n, damit deren Nachzucht ebenfalls wieder groß und stark wird. ES ist hier genau dieselbe Sache, wie wir sie im vorigen Aufsatze von Bereitstellung der F-ühjahrssaaten schilderten. Für bte Saaten soll man die schönsten, stärksten Körner aussuchen, damit schöne starke Pflanzen wachsen und gesunde, große, kräftige Früchte tragen. Bei den Thieren d Kanft chland Derebelt sich durch dal jaßdhlrr, der Kaiser, ihm ent- 1 verlachte SonniagSjagertbum lein breit. Unb baß bas Her- i Pflege des Wildes in immer zeugt das Emyvrbiühm drc en eines sich zu einem rrchra meinen die in Mhm [Anhall) ssicherei k. „St. Hubertus", er nicht weniger als 21 Jllustra- blgem Buntdruck aufwdst, eine Silonblätter hum itigtn. 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