Sonntag den 15. Januar I ■ I I .1.-------- 1893 «r. 13 Drittes Blatt Meßmer Anzeig er SLl Kenerat-Mnzeiger Zlittts- unb Anzeigeblatt für den Ureis Gissten Amtlicher Tbeil 1. 2. 3. 4. Feuilleton staurant wässeriger", lachte der Rekrut Fischer. sind, Sie Jrünschnabel. Wenns for Sie nich stark genug mit den »«nähme 80« ««zeige« zu der Nachmittag» für de» Mgenbra lag erscheinenden Nummer bil vorne. 10 Uhr. Adresse angegeben wird. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszeugniß; b. Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit, Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen und muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein- c. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches von der Polizei- Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist- d. ein selbstgeschriebener Lebenslauf. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs - Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Heffen seinen dauernden Aufenthaltsort hat. Die Zulasiung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Die Gießener »erden dem Anzeige* »öchentlich dreimal Ltigdtgt „Wat Sie schlau Der $t«fte«er >«ieigerr Unteroffizier, das Wasser kocht!" meldete die Stubendvjour dem Corporalschaftsführer. „Na, denn mal her mit die Jnjredienzien," befahl dieser und näherte sich dem weißgescheuerten Eß- und Putztisch, auf welchem heute zum letzten Male der bereits völlig geplünderte Weihnachtsbaum im Lichterglanz erstrahlte. „Zwee Pullen vor uns Alle! ? Kinder, bet wirb 'ne schöne Dividendentunke werben!" Damit griff ber Gestrenge nach einer mit „Rum" bezeichneten Dreiviertelliterflasche, entkorkte sie, roch baron, rümpfte bie Nase, nippte, hielt bas Getränk gegen bas Licht, nahm einen gewaltigen Kuhschluck unb sagte, sich schüttelnb: „Brrr, ber reene Fusel!" Inzwischen hatte die Stubendujour einen großen eisernen Schmortopf mit heißem Wasser herbeigeholt unb überreichte seinem Vorgesetzten eine Düte mit Zucker. „Erst wollen wir mal sehen, wie's mit bie andern Pullen bestellt is," meinte der Gewaltige und fragte: „Det is wohl Punsch Extract, wat?" „Jawohl, Herr Unteroffizier! Sollen wir ihn in den Topp thun?" bemerkte der Gefreite. „Det besorje ick allens atteen, Jeliebter. Wenn Sie sich aber an die Punschbrauerei betheiligen wollen, denn schlachten Sie mal gefälligst die Citrone ab. — So, unb nu werfen Sie vorerst mal bie Hälfte von ben Zucker in ben Tiegel." Der Gefreite that wie thm geheißen unb ber Treffenträger kostete während dieser Manipulation wiederholt den ihm weit besser mundenden Punsch-Extract. Als sich der Zucker im Wasser aufgelöst hatte unb bie in bünne Scheiben zerschnittene Citrone in die eigenartige Punschterrine versenkt war, goß der Corporalschaftsführer ben Rum ganz, ben Punsch-Extract aber nur zu zwei Drltttheilen ber Mischung zu, indem er sagte: „Den Rest behalten wir in Reserve — zur eventuellen Verstärkung." — „Aber Herr Unteroffizier, bann wirb bet Zeugs noch die Depesche dem den Schlüssel sofort dem Ingenieur in „Ja" zurückzutele- ein „Ausrufungs- — »Neueste Erfindungen und Erfahrungen* auf ben Gebieten der praktischen Technik, Elecirotechmk, der Gewerbe, Industrie, Chemie, der Land- und Hauswtrthschaft rc. (A. Hartlebens Verlag in Wien). Piänumerationsprets ganzjährig für 13 Hefte franco 7.50 Mark. Einzelne Hefte für 60 Pfg. in Briefmarken. — Diese gewerblich-technische Zeitschrift, welche bereits im zwanzigsten Jahrgange erscheint, verfolgt nur rein practische Zwecke. Die Mitarbeiter sind nur Männer der Praxis, welche am besten die wirklichen Bedürfniffe der Techniker unb Industriellen zu ermessen verstehen. Die Zeitschrift, reich an Origtnalbeiträgen und constructiven Abbildungen, bMet eiit'N vollständigen Uederblick über alle Fortschritte im geschäftlichen Leben. Besonders wetthooll erscheint es, daß in dieser Zeitschrift immer ptacltsche Wege zu neuen Erwerbsarlen, verbesserte Arbeitseinrichtungen upb practische Anleitungen zur Erhöhung der Concurrenzfähigkeit gegeben werden. Dadurch empfiehlt sich dieselbe von selbst für jeden Vorwäriss^ebenden. , 6.« 408 »Niger Kkrtrrlrr Eten Stihnfh.lp- ÄS.' "ichügm. ber Leipziger Parfümerie ohne mein Msen worden und e-fldre Är"W**'n'5i™Q Jr dergl. weder bestellt ju führen beabsichtige. u Anna Roth, leuenweg 30, D gcschäft in Corsetterr, ne Wohnung von vier Zimmern br — rtfo. 6 Zimmer mit Zu- 1 Wrdestaü - in der Nähe Matzes gesucht. i unter Preisangabe unter XY st-ed. d. Bl.________________________ :ln durchaus gut empfohlenes, in b Haus tücbtlgeS Mädchen aus acht. Wo ? sagt die istp. d-BI. Sin tätigt § rienstmädcherl 8 Jahren zum balbigtn Eintritt Markistratzr d>. . April s uchi ein tüchtiger »für Küche unb Haushalt KrauThrom, Ltebigstratze 11. westen gesucht. Sin mllttärfrtitr junger Mann, finger« Zeit für eine Colonial- stoßbandlung in Obeibissen und flau tbä’ig war, sucht gestützt Zeugnifle, per sofort ober ^.'Engagement. n unter G 50u befördert bie 81- LüchtigisMdchensiicht Stelle s unb Küche al* es in bet Web, b. M. __ hichtsmm. mit Bortragen, findet W Januar sondern LamM | Kratisknkac Hi-ßmer AamMmMttn. | Freilag den 20. Januar, Nachmittag- 2>/r Uhr, werben auf hiesigem Ortsgericht auf Ansuchen der Heinrich Konrad Krai' ltnfl6 (Hben die denselben zustehenden Jmmobiilen: Flur 1 Nr. 89 — 88 Meter Hofraithe in der MÜHlgoffe, Flur 1 Nr- 90 — 88 Me'er Grabgarten daselbst, Flur 1 Nr. 91 — 88 Meter Hofraithe daselbst, Flur 1 Nr 92 — 94 Meter Grabgarten das.lbst, Flur 2 Nr. 42 - 250 Meter Acker, Laggärten am Wißmarer Weg, Fl.-r 2 Nr. 184 - 19 Meter Acker, Gr» wannlappen am Wißmarer Weg und Lahnfluß, Flur 8 Nr. 175 — 1212 Meter Acker am Fluthgraben, an dem Fabrtci- Ichen Acker, Flur 3 Nr. 178 — 1212 Meter Acker daselbst, Flur 4 Nr. 12 — lf 25 Meter Ack-r am Ärofborftr Weg, Flur 4 Nr. 16 — 1800 Meter Acker daselbst, Flur 4 Nr. 19 — 1144 Meter Acker daselbst, Flur 5 Nr 6 — 769 Meter Acker an btr Lahn und am Wißmarer Weg, Flur 5 Nr. 10 — 850 Meter Acker daselbst, Flur 5 Nr. 68 — 1387 Meter Acker am Wißmarer Weg bet der Broß- brücke, Flur 5 Nr- 357 — 900 Meter Acker auf dem Heddergraben, Flur 5 Nr. 358/^9 - 894 Meter Acker das« l bst, Flur 6 Nr. 73 - 2113 Meter Acker, die Zwerggewanne über demSchwal bach'ichen Acker, Flur 6 Nr. 10 — k25 Meter Acker an der Weilburgischen Grenze im Läusirtsrod, Flur 6 Nr 151 — 488 Meter Acker daselbst, Flur 6 Nr 152 - 375 Meter Acker daselbst, Flur 6 Nr. 153 - 462 Meter Acker daselbst, Flur 7 Nr. 28 - 950 Meter Acker aus den Gletberger Weg, Flur 7 Nr 31 - 950 Meter Acker daselbst, Flur 7 Nr. »0 - 1538 Meter Acker daselbst, Flur 7 Nr. 81 - 1538 Meter Acker daselbst, Flur 7 Nr. 220 — 450 Meter Acker auf der großen Weide, Flur 9 Nr 1 — 1269 Meter Acker auf denkleinen und großen GroSwcg, Flur 10 Nr. eb — 631 Meter Acker unter der Harth, Flur 10 Nr. 27 — 631 Meter Acker daselbst, Flur 10 Nr i9/80 - 631 Meter Acker daselbst, Flur 10 Nr 37 - 87 Meter Acker daselbst, Flur 11 Nr. 2 - 1638 Meier Ack-r auf der Harth rechts am Gleiberger Weg, Flur 16 Nr 285 — 675 Meter Acker aus die Chaussee hinter der Puloermühle, Flur 28 Nr. 139 - 1187 Meter Acker am Sandkauter Weg links, Flur 29 Nr. 127 — 1575 Meter Acker im Rödern, Flur 30 Nr. 103 - 1469 Meter Acker am Ahelbusch, auf den Fluth- graben, Flur 30 Nr. H-4 — 1481 Meter Acker daselbst, Flur 30 Nr. 123 - 413 Meter Acker auf der Oberau, am Leihgesterner Weg tm Eeltzrrp'orter Feld, Flur 30 Nr. 126 - 5a8 Meter Acker in der Oberau, linls vom Leih- gesterner Weg, Flut 30 Nr. 126 a - 887 Meter Acker daselbst, Flur 30 Nr. 136 - 1225 Meter Acker auf der Oberau, hinten an der Grenze, Flur 30 Nr 136 a — 1250 Meter Wiese daselbst, Flur 30 Nr. 152 - 2375 Meter Acker in der Oberau, Flur 33 Nr. 128 - 725 Meter Acker am Eidkauter Weg, Flur 39 Nr. 66' 10 — 2223 Meter Wiese hinter dem Waldbrunnen, Flur 42 Nr. 945/jo - 931 Meter Acker auf dem Rodt, auf den Warlu eg, Flur 42 Nr. 1U8 - 1594 Meter Acker daselbst meistbietend versteigert. Gießen, 12 Jmuar 1893. Großh. OrtSgertcht Gießen. I- A.: Hoffmann. 532 Die Holzvcrstcigcrung vom 1<>. und 12. Januar IS93 in der Oberförsterei Schiffcnberg ist gcnchmiflt. Die Abfuhr »Scheine tonnen vom 21. d. Mts. an bei Grofth. Rentamt (Hießen in Empfang genommen werden. Die Uederweisung erfolgt Montag den 23. d. Mts., Morgen» 8 Uhr. Gießen, den 14. Januar 1893. Großh. Obersörsterei Schiffenberg. Heyer. 561 Schlitten, einspänniger, zu verkaufen. (567 ______Lotriö Aaber, Wagnermeister. 543] Zwei Damen MaSken-Anzüge (fast neu), zu verkaufen. Näheres Neuenweg 41, Hinterhaus. Holzversteigerung im Wiesecker Gemeindewalde. Freitag den 20. Januar 1893 von Vormittags 10 Uhr an soll im Wiesecker Gemeindewalde im District Heide da- nachoerzeichnete Hol; versteigert werden. A. Bau-, Werk- und Nutzholz. 50 Eichstämme mit 5 Festm. 80 Nadelstämme „ 28 „ 369 Nadelstangen „ 9,24 „ ß. Brennholz. «cheith. Knüppelh Ltockh. Reish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen Nadel 100 60 31 1900. Die Zusammenkunft ist zur an» gegebenen Stunde in dem genannten District an der Straße nach Dau« bringen. Wieseck, am 13. Januar 1893. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. [550 Holz-Versteigerung. Donnerstag, 19. Januar 1893 von Vormittags 9 Uhr an soll im Anneroder Gemeindewald in den Abtheilungen 11, 13 und 14 nachverzeichnetes Holz versteigert werden. A. Bau- und Werkholz 10 Eichenstämme von 18 bis 45 cm Durchmesser, 4 bis 8 m lang, 5,13 fm haltend, 12 Nadelstämme von 15 bis 18 cm Durchmesser, 8 bis 11 m lang, 2,22 fm haltend, 90 Eichen-Derbstangen, 3,75 fm haltend, zu Wagnerholz geeignet, 222 Nadel-Derbstangen, 15,46 fm haltend, 576 Nadel - Reisstangen, 8,86 fm haltend, 3 rm Eichen-Nutzscheitholz, 2 Eichen-Stöcke, zu Holzhackklötzen geeignet. B. Brennholz. 9,6 rm Eichen-Scheitholz, 8 „ Eichen- u. Nadel Knüppel, 10,6 „ Eichen- u. Nadel-Stockholz, 3320 Buchen» Wellen, erste Durchforstung, 4200 Eichen »Wellen, vierte Durchforstung, 3650 Nadel Wellen, 150 Aspen Wellen, 50 Dorn-Wellen. Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße zunächst der Ganseburg. [549 Annerod, den 13. Januar 1893. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Engelhardt. Holzversteigerung am Mittwoch, 23.Januarl893 in der Fürstlichen Obersörsterei Hohen- solms, District Lappenberg. 92 rm Buchen-Scheit- u. Prugelhol;, 30 „ Eichen-Scheit- u. Prügel Holz, 2 „ Linden-Scheitholz, 33 „ Buchen» u. Eichen-Stockholz, 21,1 Hundert Wellen Buchen- und Eichen-Astreisholz, 129 Stück Eichen-Bau- und Wagner- Holz mit 55,77 fm von 20 bis 52 cm Durchmesser, 1 Buchenabschnitt von 1,27 fm, 3 rm Buchen-Felgenholz, 6 „ Hainbuchen in Rollen. Zusammenkunft Vormittags 10 Uhr am Lappenberg, unmittelbar bei Hohensolms. [541 Hohensolms, im Januar 1893. Fürstliche Oberförsterei. Holzversteigerung am Montag den 16. DS. MtS., von Vorm. 9 Uhr ab, im GemeindehauS dahter. Es kommen zum Verkauf: 25,98 Festm. Eichenstämme, 6^,61 „ Nadelbolzstämme, 8 Rm. Eichennutzbolz, 84 „ Ktt fernnutzbolz, 18 „ Eichen-Sch.it- u Knüppelh., 168 „ Buchen- „ „ „ 32 „ Kiefern- „ 1282 „ Retter, 86 „ Stöcke. Dos Hol, liegt in den Distrikten Korn- stück, Klooswäldchen, KrokU^erg, Jungfer- annaroalb, Krotel, W-ttenberg. Seiles und Heide im Gemeindewald Krosdvif- Gleiberg Am Mittwoch den 18. dS. MtS, von Nachm. 2 Uhr ab, bei Wirth ReinlLnder in IkaunSbach. Es werden verkauft: 38,95 Festm Eichenstämme, 28 Rm Naoeldolz-Nutzholz, 10,5 „ Eichen-Schcit- u Knüppelh., 135 , Nadelh. . „ 540 „ Reifer, 31,5 „ Stöcke. Das Hol) liegt in den Dist'tcten Mittel- mark, Langenacht und Wäldchen, tm Ge- j metndewald Launsbach. Krofdorf, den 11. Januar 1893 558 Der Bürgermeister: Kleine. OagÖoerpadjluiifl. Donnerstag, 2. Februar d. I., Vormittags 10 Uhr, wird die Gemeindejagd der Gemeinde Butzbach, umfassend 611 Hectar Feld und 414 Hectar Wald auf unserem Bureau auf neun Jahre verpachtet. Das Wald»Jagdgebiet, am Taunus gelegen, ca. 15 Minuten von dem Main» Weser-Bahnhof beginnend, schließt an die Übrigen Taunuswald-Jagdgebiete an und bietet dementsprechend eine vorzügliche und angenehme Jagd» gelegenheit. Butzbach, im Januar 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei. Joutz. [562 Börsevwocherrbericht oon E. Wasserwehleben, Bankgeschäft. Von den beiden entgegengesetzten Strömungen, die in der vorigen Woche einander gegenüberstanden, hat die Hiuffe zur Zett die Oberhand gewonnen. Die Verhandlungen über die ungarischen und österreichischen Conversionsgeschäfte, daS Resultat derselben und endlich die Ankündigung, daß die Veröffentlichung der betreffenden Prospecte in der zweiten Hälfte dieses Monats zu erwarten sei, erwiesen sich als zu starke Anregungsmittel, als daß die Beunruhigung, die von Parts aus- fltng, dagegen aufkommen konnte. Der Abschluß dieser Verhandlungen gtebt der Börse nun auf lange Zeit hinaus ausreichende Beschäftigung. Es handelt sich hier um mehr alS tausend Millionen Gulden neuer Anleihen, die unlergebracht werden müssen, daS deutsche Reich plant außerdem eine Emission von einigen hundert Millionen dre'procentiger Anleih n, die Städte Hamburg und Berlin sind mit einem starken Geldbedarf im Markte, und di-s Alles zusammen flieht sicherlich Raum genug, um auch die weitesten Kreise wieder in das Börsengeschäft hineinzuzsihen. Voraussetzung ist natürlich, daß eS gelingt, das Publikum für die neuen Anleihen zu interesstren, und das wird in Bezug auf die österreichisch ungarischen nicht ganz leicht sein. Die bekannt fleroorbemn UebernahrnScourse sind gewiß nicht niedrig zu nennen, der Unternehmergewinn wird sie weiter erhöben, und außerdem wird die fehlende Zusicherung unbedingter Goldzahlung viell.tcht die Popularität der Anleihen weiter beeintiächiigen. Sache deS Eonsorttums wird es sein, diese entgegenstehenden Schwierigkeiten zu überwinden. Von verschiedenen Seiten war angeregt worden, bat Reich möge sich mit seiner geplanten Emission beeilen, damit ihm das Roth- schildconsortium nicht zuvorkomme und den beftebenben Anlagebedarf für sich allein ausnutze. Man scheint tm Finanzministerium aber nicht geneigt zu sein, diesen Rath zu befolgen, sondern vielmehr die Absicht zu haben, die Emttfion bis nach der Entscheidung über die Miliiärvorlage zu verschieben. Do Übergehend haben die Eourse der deutichen Anleihen dadurch gewonnen, aber am Er de der Woche gab gerade die Eommissionsbeaihung über diese Vorlage Anlaß zu Realisationen und der Einfluß dieser Verhandlungen auf die Eourse ist damit augenscheinlich nicht erschöpft. In der That wird die Börse Grund haben, die Entwickelung über diese Angelegenh.it auf daS Genaueste zu oei folgen, denn das Wohl und Weh des ganzen Wnihschaiislebens wird doch in weit stärkerem Maße von dieser Vorlage abbängen, al« die Boise bisher anzunehmen scheint. Mit Bier- und Börsenfteuer sind die letzten Kosten dieser Dotlage keinesfalls gedeckt. Im Anfang der Woche gab die Befürchtung, daß die Arbeiterbewegunfl im Saarrevier in einen allgemeinen Sinke der Bergarbeiter auSarten würde, Anlaß \h einer Werthsteigerung der Koblenacticn. Später wirkte gerade die Abwendung dieser Gefahr in der gleichen Richtung. In dieser widersprechenden EourSbewegung kam' die gebotene Tendenz der Börse und vielleicht auch der DeckungSbegehr zum Ausdruck, welcher durch diese veranlaßt war. Man sprach auch davon, daß die Reder zechen ihren Beitritt zum Kohlensyndicat erklärt und sich daher die Aussichten für dessen Bildung sehr verdeffert Hanen. Diese Nachricht tst indessen unbestätigt geblieben und sie klingt auch unwahrscheinlich, weil bamit die betreffenden Zechen auf Vorlheile verzichten müßten, welche auS der Hand zu geben sie keinen Anlaß haben. Die Arbeiterbewegung nimmt gegenwärtig mehr ab alS zu, nur im Dortmunder Revier scheint sie an Ausdehnung gewonnen zu haben: da aber selbst im Saarbezirk die Arbeiter zu ihrer ThLtigkett zurückkehren, so wird vermuthltch auch jener Bewegung der Boden entzogen werden. Nach dem gegenwärtigen Stand scheint es daher fast sicher zu fein, daß der.Ausstand mit einer Niederlage der Arbeiter enden wird, und daß die Opfer, welche der Aasstand beiden Zbetlen auf erlegt hat, nutzlos aebracht wurden und nur dazu dienen werden, die mißliche Lage der ArdeUer und Der Industrie weiter zu vetschärfen. Die Eoursbewegung im Montanmarkt wurde übrigens noch begünstigt durch »wei Gerüchte, die besonders in Berlin zu starkem Einfluß gelangten. Da» eine Deutete an, daß bessere Aussichten für das Zustandekommen veS deutsch-russischen Handelsvertrags bestünden, das andere befagie, daß den russischen Bahnen wieder gestattet worden wäre, Matertalbestellungen tm Ausland vorzunehmen. Beide Nachrichten scheinen einander zu ergänzen, und eS ist daher möglich, daß die Angelegen heit deS russischen Handelsvertrages in der That in ein neues Stadium getreten ist, wenn auch die fangumische Haltung, welche die Börse in dieser Sache angenommen hat, noch wenig gerechtfertigt erscheint. ES ist schon bemerkt worden, daß Deckungen eine Rolle in der Eoursbewegung der laufenden Woche spielten. Die Engagements, welche die Speculation in das neue Jahr hinübernahm, waren allerdings nicht bedeutend, aber einzelne große Positionen sind in dieser Woche zwang-weise zur Lösung gekommen, sie haben am Msttwoch die Eourse der hauptsächlichsten Speculattonswerthe um Procente in die Höhe getrieben und, bevor man wußte um was es sich handelte, einen entscheidenden Einfluß auf die Tendenz geübt. Spater, nach Bttanntwerden der traurigen Facta, ist freilich auch das Animo wieder verflogen und die Eour'e sind oon ihrer höchsten Staffel etwas zurückgegangen. Immerhin bleitt das Cours- ntoeau noch ziemlich bedeutend über dein der vergangenen Woche. Bei Disconto betrögt der Gewinn 4<>/0, bei Darmstädter und Handelsgesellschaft 2% und bet Dresdner 1%. Eredst stiegen nur 1—2 fl. und auch die übrigen Wiener Betten sind nicht wesentlich besser, offenbar weil unter der Hand sich Realifattonen der fett Monaten geführten HansseengagementS vollziehen, loä&renD bei bin deutschen Selten ooroelkauste Stücke zu decken bleiben. Die österreichischen Bahnwerlhe weisen indessen größere Steigerungen auf. Namentlich Böhmische Actien wurden begünstigt und stiegen nicht unbeträchtlich. So gewannen Buschtherader 12 fl, Nordbavn 3 st., Elbthal 1 st. und Prag-Durer 2 st. Lombarden sind trotz einer beträchtlichen Mindereinnahme 2 fl. besser, weil man hofft, daß die Kündigung des HandelSoer- trags zwischen der Schweiz und Frankreich dieser Linie neue Vorthelle zuwenden werde. Im Montanmarkt haben sich die höchsten Eourse ziemlich behauptet, nur Eisen- aclien find wieder stärker zurückgegangen. Immerhin verzeichnen Bochum.r und Laura noch 2—3% Gewinn, während Gelienknchncr 3%, Harpener 4 /0 und Hi bernta 3% gestiegen sind. Der Rentenmarkt blieb vorwiegend schwach, weil Die herrschende Geldflüssigkeit den ungünstigen Einfluß der Pariser Vorgänge nicht über winden konnte. Eourse der Frankfurter Börse. eUAtiettUiMn. Caere vorn 671. 1S./I. Cour* vom 6./I. 13./I. t°/o Hessische Obligation. , Bayern .... 105.20 107 — 105.45 107.— 4l/^/üPortug.-A.88u.89 5% amort. Secb. Gold- 28 10 28.86 , Baden..... 104 25 104 25 Rente .... 76.30 76 90 3% Sächsische Rente. . 87 90 88.20 5o/vSerbischeEisenbahn' 3 l/,o/o BremerStaatSanl. 97 80 97 80 Hyp.-Obl. L. A. . 78 60 77 90 , Hamb.StaatSrenle 4%Oeftr. Goldrente „ GriechischeMonopol» 97.60 97 60 4°/c. Schweb. Obltg.l8Mr 102 75 102 95 98 70 98.50 !°/o Türken cono. Lil. D. 20 60 20.85 5p/o Argent. Gold - Anl. 43 80 44 20 Anleihe . . . 55 80 56.40 n. 1887 ... 5% Rumänische Rente . 97.55 97.40 3*/i% Egypt. priv. Anl. 94 55 94.20 4% Ruff. ConsolS S. m —.— —.— •ifmDaön. priori taten. <°/e Pfälz. LudwigSbahn 5° g Südbahn Lombarden 104 85 104.55 (Bexbach) . . . , Hessische LudwigSb. 104.— 103.85 4°/0 do. do. 96 80 96 90 3°/q do. do. 63 65 63.50 68/69 garant r Eltsabethb. steuerfrei 103.— 102.75 4o/o Prag-Duxer Gold . 99 75 100.10 , Rudolf Gold (Salzk.) 101.— 100.95 Gold .... 6% Oestr. StaatSbahn. 100.85 10085 , Franz-Josef Silber 82.65 82.40 108.05 108.10 3o/o siaatl. garant. Jtal. 4% do. do. 100.90 101.— Eisenbahn . . M/o Livorneser . . . 40/k, Ruff. Südw Etsmb. 56 65 64 40 93.50 56.70 64.35 94.70 L-VIII. Emiff. 82.40 81.80 S’/o do. Ergänzungsnetz 5°/o Nordweftbahn Gold 79 95 108.50 79 40 107.85 40/0 Wladikawkas gotnL 4o/o gar. Sa, din.Sec.stfr. 92 90 79 60 98.50 79.05 •ifenDaDn-eutim. LudwigShafm-Bexbach 222.15 221.70 Galiz.CarlLudw.-B.-Act. 185.— 1845/s 196'/. Hessische LudwigSbahn. 110 — 110 10 Oest Nordw.-BahnLtt.v. 194»/, Pfälzische Nordbahn 114 — 114.20 Gotthardt..... 152 30 153.— Lübeck-Büchner . . 137.50 140 50 Jtal. Mtttelmeer . . 100 10 100.30 Bant, ttetien. Deutsche ReichSbank . Berlin. HandelSgesellsch. 146 80 147 60 Dresdener Bank . . . 135 90 ' 38.70 133 30 136 60 Mitteldeutsche Ereditb. . 95.50 96.10 Deutsche Bank . . . 151 50 154 70 Wiener Bank-Verein . 97 25 98»/« DeutscheGenoffenschftSb. Württemb. Vereinsbank 122 80 123 30 o.Soergel,ParrifiuS4lEo. 116.50 11650 Deutsche VereinSbank . 108 90 1(3.40 ^nDntlrit»tlctietu Btnding-Brauerei . . 160 80 160 — Deutsche VerlagSanstatt 178.25 179.— Stern- do. (Oberrad) Bad. Anlltn- u. Soda- 134 80 185.20 Farbwercke.norm.Meister, Lucius 4 Brüning. Riebcck'fcheMontanwerke 288 — 283.— fahrt! .... 283.50 282 80 160.25 161 50 Hibernia Bergw.-Gef. . 103 20 107 25 Bochumer Gußstahl 111 60 115.60 WauMritfe« k enrr. siacis. I.Virtg | Sv/ Pacrf.ofMisiouri con ! tüdiabir IJÖ6 , | —.— —.— fotibateb 1. M. r. 192.' I 108 20 | 108 80 TiPeHe Cbllgationrn. 8»/- Budcr.,^ Obit-Tl. | 103.70 I 104.- I 4°/o Eisenbahn-Rentend.' | 100.40 i Obligat. . . . | 100.40 Äebactwn >> Druck und «erlag be Brühl'schar »rudere« ($r. Ehr Pietsch) in »letz«.